Cristiano Ronaldos Spuren zur St. Galler KB

Weltfussballer hatte Geld im Umfeld der Staatsbank – Spuren führen zur Portugal-Onshore-Tochter – Schweigen in St. Gallen.

Cristiano Ronaldo, für Fans kurz CR7, ist soeben am Fifa-Ball zum Weltfussballer gewählt worden. Der Portugiese kickt nicht nur gut, sondern er ist auch ein potenter Geschäftsmann.

Ronaldo weiss um den Wert seines Namens und Bilds. Die Rechte daran sind Dutzende Millionen wert. Da lohnt sich steuergünstiges Vorgehen.

Ob Ronaldo dabei die rote Linie überschritten hat, wie rund um „Football Leaks“, der medialen Offenlegung riesiger Finanz-Datenmengen aus Big Fussball, muss sich noch weisen.

Sicher ist, dass rund um Ronaldo und weitere Topspieler mit grossen Einnahmen und findigen Beratern immer wieder die St. Galler Kantonalbank auftaucht.

Laut dem Spiegel, der die Affäre ins Rollen gebracht hat, hatten Ronaldo und Co. Konten „im Umfeld der St. Galler Kantonalbank“, einige auch bei der Hyposwiss und der Genfer Mirabaud.

Die Hyposwiss ist in diesem Zusammenhang interessant. Ins Zentrum rückt eine Niederlassung in Portugal, geführt von einem Banker, der immer noch verantwortlich ist.

Die Geschichte der Hyposwiss ist wechselhaft. Sie war einst eine Tochter der Bankgesellschaft (UBS) und wurde von der St. Galler Staatsbank im 2002 erworben.

2008, als die grosse Finanzkrise ausbrach, kauften die St. Galler den Schweizer Ableger der Anglo Irish Bank. Daraus wurde die Hyposwiss Genf, eine Schwesterbank der Hyposwiss in Zürich.

Mit der Anglo Irish kam auch der Portugal-Ableger zur Hyposwiss. Dieser ist geführt von einem Banker namens Miguel Marques.

Fortan waren die Portugal-Kunden an der Hyposwiss Genf angehängt. Ob damals Cristiano Ronaldo dazu zählte, ist nicht sicher. Recherchen des Spiegels deuten aber darauf hin.

Klar ist hingegen, was mit dieser Portugal-Bank weiter passierte. Sie blieb bei der St. Galler Kantonalbank.

Das ist einigermassen erstaunlich.

Nach mehreren Affären, darunter die Fälle Bernie Madoff und Oligarchen-Streit mit erzwungenem Rücktritt eines Hyposwiss-Verwaltungsrats, beschloss die Führung in der Gallus-Stadt im 2013, die Bank zu verkaufen.

Sie ging mehrstufig vor. Die Hyposwiss in Zürich teilte sie auf und verkaufte Stücke an Banken und Vermögensverwalter.

Einen Rest behielt die St. Galler KB, er bildet nun den Kern des Private Bankings der Staatsbank.

Die Hyposwiss Genf ging an eine Genfer Vermögensverwaltung. Sie tritt seither unter dem Namen Hyposwiss Private Bank Genève auf.

Warum die Käuferin die Hyposwiss Genf ohne deren Portugal-Ableger erworben hatte, ist nicht bekannt.

Ein Sprecher der St. Galler Kantonalbank wollte sich auf Anfrage nicht zu Fragen rund um die Tochter und deren allfälliger Rolle in der Affäre Ronaldo äussern.

Im Organigramm der St. Galler Kantonalbank ist der „Markt Portugal“ unter dem Bereich „Private Banking“ aufgeführt.

Neben den Märkten „Ostschweiz“ und „Deutschschweiz“ sowie „Spezialmärkte“ wirkt „Markt Portugal“ wie ein Fremdkörper.

Warum hat die St. Galler Kantonalbank im kleinen Land an der Westspitze des Kontinents als einzigen namentlich aufgeführten Ausland-Private-Banking-Markt eine Präsenz?

Die Frage wird sein, ob CR7 schon lange Kunde bei der Hyposwiss respektive deren Mutter, der St. Galler KB, gewesen war.

Ronaldo muss sich in Spanien wegen Steuervorwürfen verantworten. Das Augenmerk liegt auf der Zeit vor 2014.

Damit könnte auch die St. Galler Kantonalbank in den Fokus geraten. Denn erst ab Ende 2014 scheint Ronaldo eine andere Bank bevorzugt zu haben.

Die Mirabaud in Genf.

Jedenfalls transferierten Ronaldo respektive dessen Karibik-Vermarktungsgesellschaften vor 2 Jahren kurz vor Weihnachten eine hohe Summe auf ein neues Konto bei der Genfer Privatbank.

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9 Kommentare zu “Cristiano Ronaldos Spuren zur St. Galler KB

  1. Cristiano Ronaldo ist seiner Zeit immer und überall voraus. Blendend aussehend mit weissen Zähnen und Six-Pack. Ausgestattet mit ethischen Werten, sozialer Verantwortung, Gewissen, Sinn für die Gesellschaft und einem beheiztem Klavier-Zimmer zu Hause. Sowie ein regelmässiger IP Leser. Eine Bank mit unbeschränkter Schweizer Staatsgarantie wenn’s darauf ankommt, dass ist schliesslich auch die CS und UBS. Aber, welcher regelmässige IP Leser hat schon freiwillig ein Konto bei der UBS, CS oder Bank Bär?

  2. Ronaldo hat so etwas nicht nötig! Er hat vor wenigen Wochen noch ein weiteres China-Angebot über 300 Mio abgelehnt – es geht ihm eben nicht nur ums Geld sondern auch um seine Person! Anstatt ihn zu kritisieren sollten sich viele an ihm ein positives Bespiel nehmen!

  3. 1) Ronaldo ist selber auf der steuerprivilegierten Insel Madeira aufgewachsen, und er unterstützt die Inselbewohner wie kein anderer! Er hat über einer halben Million gespendet als die Insel brannte und er hall bereits Jahre zuvor als Madeira von grossen Überschwemmungen heimgesucht wurde diverse geschädigte grosszügig unterstützt. Seine Familie wohnt auf Madeira, die lebt fast ausschliesslich auf seine Kosten und er schafft Arbeitsplätze (das CR7 Museum und er hat einen grossen Teil am maroden Pestana Resort Hotels >CR7 Hotel< erworben)!
    2) Wie IP nonsens bereits geschildert hat, Ronaldo hat kein Interesse daran Gelder in die Schweiz zu transferieren um Steuern zu hintergehen, im Gegenteil, er will unbedingt sein „Saubermann-Image“ erhalten!
    3) Ronaldo war die Hauptwerbefigur der Bank BES (Banco Espirito Santo) lange bevor es mit dieser und dem Herrn Salgado bergab ging. Es wäre nur logisch dass die BES im Werbevertrag darauf bestanden hätte dass die Einnahmen aus diesem Werbedeal bei der BES deponiert werden. Wie mittlerweile di ganze Welt weis führten diverse Geschäftsfelder der BES nach Lausanne und Zürich… und vermutlich kommen daher auch die Verknüpfungen zur Hyposuisse hervor (?) Dies würde auch erklären wieso Ronaldo zu dieser Bank eine Beziehung führt ohne den Steuergedanken in den Vordergrund zu stellen!
    4) Ronaldo trifft vermutlich nur ein kleiner Teil seiner Entscheidungen selber, den für solche Fragen steht ihm ein rennomierter Berater und dessen Family-Office zur Verfügung… sollte es also zu irgendwelchen dubiosen Sachen gekommen sein wäre der Schuldige eher in diesem Kreis zu suchen. Jorge Mendes hat alles eingefädelt, und auch dieser setzt alles daran dass Ronaldos Namen sauber bleibt.
    5) Nun, trinken wir Kaffee und warten ab…, bis dahin sollte auch hier die Unschuldsvermutung was Ronaldo anbelangt gelten. Natürlich wäre es für gewisse Leute ein Zuckerschlecken wenn da irgendwann etwas rauskommt… und wo man sucht findet man immer etwas – aber bei Ronaldo erwarte ich keine weltbewegende Story zu diesem Thema, ausser diese wird vom Boulevardjournalismus mächtig aufgepeppt, so wie dies sonst immer der Fall ist!
    6) Die Neider sollen ruhe geben !ENDE!

  4. „Warum hat die St. Galler Kantonalbank im kleinen Land an der Westspitze des Kontinents als einzigen namentlich aufgeführten Ausland-Private-Banking-Markt eine Präsenz?“

    Genau um diese Frage geht es.

    Warum ist die SG KB im sensitiven Ausland vertreten und geht dort vorsätzlich Reputationsrisiken ein?

    Gemäss Statuten Art. 2 sind Geschäftsbeziehungen ausserhalb des Kantons und mit dem Ausland nur dann zulässig, wenn hieraus keine besonderen Risiken entstehen:

    https://www.sgkb.ch/download/online/sgkb-statuten.pdf

    Die KB St.Gallen ist aber mit diesem Portugal Engagement und der entsprechenden Nähe und Vernetzung von dort zu Südamerika vorsätzlich ein Reputationsrisiko eingegangen, aus lauter Gier.

    Warum halten sich die Verantwortlichen bedeckt? Warum wurde keine Untersuchung betreffend weiterer Auslandskaktivitäten eingeleitet?

    Födlibürger halten sich eben in solchen Fragen bedeckt!

  5. Schon etwas sonderbar, dass eine Staatsbank mit Staatsgarantie überhaupt in solche Geschäfte verwickelt werden kann. Da gibt es 2 Möglichkeiten:
    – Staatsgarantie abschaffen und die St. Galler Kantonalbank macht was sie möchte
    – Staatsgarantie beibehalten und die St. Galler Kantonalbank macht Geschäfte, die ihrem Leistungsauftrag entsprechen, in ihrem klar definierten Geschäftskreis und nicht überall auf der Welt!!!!

  6. Bei den Ertragsteuern sehen die Doppelbesteuerungsabkommen vor, dass die Versteuerung der Lizenzgebühren i.d.R. nur im Staat des Lizenzgebers erfolgt lt. Art. 12 OECD-MA (klick). Also ist es nur günstig, wenn der Lizenzgeber (ggf. ist dies eine juristische Person) seinen Sitz in einem Staat mit niederer Ertrags- bzw. Körperschaftsteuer hat.

    Wohlgemerkt: das ist alles legal und alltäglich. Keine „Affäre“ oder sonst etwas.

    • vieles von dem was angeblich Lizenzgebühren sein sollen sind es jedoch nicht dementsprechend ist es eben doch nicht legal. ansonsten könnten Sportler ihren Namen oder vielleicht gar Ihr Können einer Dom Gesellschaft abtreten und ihre sämtlichen Einnahmen als Lizenzgebühren verbuchen.