Fintechstar: Bluffer oder Steve Jobs vom Kreis 3?

Martin Saidler gewinnt Dubai-Staatsfonds – Ospels auch dabei – One-Billion-Hype für Beta-Banken-App – Klagedrohung.

Hiesige Finanz-Medien singen ein Hohelied auf Martin Saidler. Der Fintech-Unternehmer und seine Centralway Numbrs werden als erstes Swiss Fintech-“Unicorn“ gefeiert – 1 Milliarde Wert.

Dabei sprechen wird von einer Banken-App. Einer simplen obendrauf. Mit ihr kann man auf dem Handy alle seine Bankkonten verwalten und einsetzen.

„Eine App. Alle Banken“, lautet denn auch der Slogan von Saidlers Numbrs. Damit hat er neben der Ex-Banker-Familie Ospel nun auch einen Staatsfonds von Dubai als Investor gewonnen.

Saidler frohlockt, dass seine Centralway Numbrs „Investitionskapital von (…) 125 Mio. US-Dollar“ halten würde.

Viel Geld für eine App. Doch Mister Saidler, ein Serial-Unternehmer der Digitalszene mit umstrittenem Ruf, will aus seinem jüngsten Baby die führende Mobil-Banken-Applikation machen.

Schafft er das? Adriana Ospel Bodmer, die Frau von Ex-UBS-Kapitän Marcel Ospel, sieht gute Chancen dafür.

„Wir sind auf dem richtigen Weg zum grossen Ziel“, sagte Frau Bodmer gestern am Telefon. Der Einstieg der Araber sei ein „erfreulicher Schritt“.

„Die sind gross, die schauen sich das Ganze ja auch seriös an“, meinte Ospel, die mit ihrem Mann, der von der „Bilanz“ auf 150 Millionen geschätzt wird, früh bei Saidler eingestiegen war.

Saidler selbst sieht sich in seinen Büros im dank Verkehrsberuhigung hippen Zürcher Kreis 3 als Steve Jobs der Schweizer Fintech-Szene: der Guru für den Online-Aufbruch in Helvetiens Banking.

Das beginnt mit dem Outfit und endet mit der Ambition, dass er als einer der wenigen Digital-Startups im Bankenbereich nicht nur grosse Pläne schmiedet, sondern harten Cash generiert.

Ob mit Show zur Investorensuche oder mit einem überzeugenden Produkt?

Es ist die zentrale Frage rund um Unternehmer Saidler.

Denn der Digital-Investor und seine Centralway Numbrs sind heute simpel und einfach eine Veranstaltung mit viel Wirbel und ohne klare wirtschaftliche Basis.

Saidler ist mit seiner Numbrs-App derzeit in Deutschland auf dem Markt. In England spricht er seit Monaten vom grossen Einstieg.

Dafür wurde die Financial Times gewonnen. Das renommierte Wirtschaftsblatt publizierte vor ein paar Monaten eine Lobhudelei zu Saidlers Numbrs.

Die Realität ist profaner. Saidlers App ist auf der britischen Insel noch nicht richtig auf dem Markt. „Wir sind in Grossbritannien mit der Beta-Version live“, bestätigt eine Sprecherin.

Immer noch beta in UK, trotz inszeniertem Medienwirbel. Und in Deutschland? Da frohlockt Saidler, der seine halbe Familie im 150-Mann-Betrieb beschäftigt, von den vielen Downloads.

1,5 Millionen Mal sei seine App schon heruntergeladen worden. Und: „Insgesamt werden 1,5 Millionen Bankkonten über die Centralway Numbrs-App verwaltet“, sagt die Sprecherin.

Das klingt nach viel. Nur: Die 1,5 Millionen Downloads sagen nichts aus. Die wirklich entscheidende Kennziffer ist die Zahl der aktiven Nutzer.

Diese will Saidler unter keinen Umständen preisgeben. „Die genauen Nutzerzahlen veröffentlichen wir nicht“, blockt die Public-Relations-Beauftragte ab.

Ohne Nutzerzahlen bleibt Saidlers Banken-App eine Blackbox. Ein Insider sieht dahinter fehlende Nachfrage. „Wenn die App laufen würde, dann würde Saidler die Nutzer-Zahl offenlegen.“

Dass die Geschichte nicht zum Fliegen kommt, darauf deutet eine weitere Nuance hin. Die Centralway Numbrs App wurde von Saidler ergänzt.

Nun ist sie nicht mehr nur zur Mobil-Verwaltung von verschiedenen Bankkonten gedacht, sondern Partnerbanken können über sie auch Kredite vergeben.

Kleinkredite. Konsumkredite.

Kredite für junge Leute, die heute vornehmlich mobil sich bewegen.

Ihnen wollen Institute wie die deutsche Postbank oder die Norisbank über den neu eingerichteten „Store“ eigene Produkte anbieten.

Die Banken zahlen Saidlers Centralway Numbrs dann eine Kommission für die Vermittlung neuer Kunden.

Für das Geschäft braucht es Berater. Diese werden von Saidler ausgebildet. Ein Insider spricht von Telefonverkäufern. „Eine Truppe, die nicht genau der Vorstellung von Top-Bankberatern entspricht“, meint er.

Da hört für Saidler der Spass auf. Seine Sprecherin droht schon mal mit einer „medienrechtlichen“ Prüfung, falls „falsche Informationen über Centralway Numbrs“ publiziert würden.

Druck und Geheimniskrämerei – sie scheinen das Rezept für Saidlers Geschäftsgebaren. Laut einer Quelle würden Mitarbeiter aufgefordert, auf Job-Onlineseiten gut über das Firmenklima zu schreiben.

Auf kununu.com, wo sich Leute über ihre Arbeitgeber austauschen und diese benoten, fällt auf, wie Saidlers Centralway von den einen überschwänglich gelobt und von anderen abgrundtief kritisiert wird.

„Greatest Fintech in Zurich“, heisst es da beispielsweise ganz oben. Alles sei super: das Team, die Vision.

Etwas weiter unten steht das Gegenteil. „Oh dear“, titelt einer. Und zu Saidlers Führungsmethode: „Heartless, military style management.“

Dem Kritiker stösst besonders sauer die sogenannte „Clean desk“ Vorgabe auf. Jeden Abend müsse das Pult vollständig leergefegt sein.

„Secrecy is a number one goal within this company“, hält er fest.

Die Aussage würde zum Tamtam um die aktiven App-Nutzer passen.

Geht es vor allem darum, reiche Investoren zu finden?

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Kommentare

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  1. Vielen Dank Herr Hässig für den mutigen Bericht. Ich hoffe, dass nun das Fundraising für den „Sehr talentierten Mr. Saidler“ etwas erschwert wird.
    Ich würde mir noch mehr Berichte zur Fintech- und Insuretech Szene wünschen. Da treiben sich aktuell sehr viele Fraudster, Träumer und Gescheiterte Existenzen herum.
    Ich fühle mich etwas an die DotCom-Bubble erinnert. Und wie damals werden auch unter dem (absehbaren) Crash dann v.a. die paar wenigen soliden Anbieter leiden.

  2. Das Ganze ist ein Joke oder? Man sehe sich einmal das Produkt an. Unglaublich, dass da jemand investiert. Wenigstens muss niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn das Geld von Ospel verbrannt wird.

  3. Die Tech Blase gabs schon mal in den 90er. Anscheinend hat die Subprime Krise einen komplette Auslöschung der Erinnerung verursacht. Na dann, auf ein neues!

  4. Also ich mag den Märtu…baut sich irgendein Luftschloss und hofft, genügend Investoren zu gewinnen, um Kasse zu machen. Die Investoren wiederum hoffen, genügend noch Dümmere zu finden, um ebenfalls Kasse zu machen. Eigentlich nichts anderes als ein legales Schneeballsystem. Tragisch, dass selbst „Profis“ darauf hereinfallen.
    Ein ähnliches legales Schneeballsystem baut gerade mein anderer Kollege auf. Hopp, hopp ihr Einhörner!!! 😉

  5. Wo bleibt die Recherche? Der Bericht ueber die App und was diese wirklich macht? Schon mal heruntergeladen? Ein bisschen auf Kukusklan.ch rum-Googeln kann ja nicht euer ernst sein!

    Ich denke dieses Startup ist ein riesen Witz aber der Artikel bringt weder echte Fakten noch klare Aussagen.

    Fakt ist, die App braucht immer noch die Banken als Infrastruktur und abgesehen von der Sammlung aller Konten in eine App sehe ich null Vorteil. Ist auch relativ einfach zu imitieren. Barriers to entry = zero. Added value = questionable.

    Sieht dies jemand anders?

  6. Das ist sicher kein offizieller Staatsfonds von Dubai oder UAE, denn die haben eine ordentliche Due Diligence bei Ihren Investments.

  7. Wie kann so jemand mit einer derart schlechten „Website“ (nicht responsive(!), nur oberflächliche Phrasen, null Transparenz) so viel Geld einsammeln? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Die Information stimmt so nicht (Neudeutsch: Fake-News) oder 2. Diese sog. Investoren haben NULL Ahnung

  8. Echt jetzt? Wird hier ernsthaft über diese unbedeutende Lachnummer diskutiert? Jenseits der Alpen kennt niemand den „talentierten“ Mister S und sein Luftschloss ohne belastbare Zahlen interessiert höchstens ein paar altgediente Ex-Banker, welche sich gern mit Start-Up Federn schmücken wollen und mangels Wissen dieses teure Ticket lösen. Die neue Finanzierungsrunde ist ja auch gar nicht belegt. Typischerweise werden solche Summen in Tranchen, nach Erreichen harter Zielvorgaben, schrittweise ausgeschüttet. Damit dürfte bei Centralway wohl nach Tranche 1 Schluss sein. Downloads als KPI sind ja wohl ein Witz. Die kann man für kleines Geld im 10’000 Pack kaufen. Von daher… Good Luck an alle die Zeit und Geld in diese anmutige Geschichte investieren. Gratulieren kann man Mister S nur zu seiner PR Agentur welche es schafft, viel Luft als Schweizer IT Gold zu vermarkten. Wer macht doch gleich die PR Arbeit?

  9. Er schmiedet GROSSE Pläne und generiert eben KEIN Cash mit seiner App., Herr Hässig. Dafür halluziniert er vor Investoren und erzählt wirre Geschichten über Fintech-Unternehmen, über revolutionäre Kreditvermittlungs-Apps und über die Reinkarnation von Apple-Gründer Steve Jobs in seiner Person.

    Also wenn Sie mich fragen, hat Saidler einfachen einen an der Waffel. Er ist aber – und das möchte ich betonen – trotzdem ein ausnehmend charmanter Zeitgenosse. Man kann ihm einfach nicht böse sein, diesem Schelm.

  10. Der Saidler zeigt alle Züge eines narzistischen Selbstdarstellers. Nur schon deshalb würde ich ihm mein Geld nicht anvertrauen.

  11. Immer diese Nörgler und Besserwisser. Es braucht mehr Entrepreneure, mehr Gründergeist. Selbst wenn er ein Luftschloss baut, seis drum. Das Kapital was er verbrennt landet in der hiesigen Realwirtschaft, im Steuer- und Rentensystem.

    Womöglich inspiriert sein Handeln andere Talente welche bei ihm lernen und dann was Eigenes, Nachhaltigeres erschaffen.

    Von hundert Startups scheitern 90, aus 9 werden womöglich solide KMUs und eines wird ein Superstar.
    Wir brauchen mehr Gründer, mutig und freigeistig. Sie schaffen die Jobs der Zukunft.

    • Nichts gegen ein gesundess Unternehmertum, aber bitte seriös und nicht à la Saidler. Solche windigen ‚Gründer‘ brauchen wir nun wirklich nicht.

  12. Saidlers Laden ist nie und nimmer ein Unicorn, dafür fehlt es sowohl dem Protagonisten an Format als auch dem Unternehmen an einem soliden und zukunftsträchtigen Geschäftsmodell.

  13. Höchste Zeit für das Unternehmer-Genie Saidler entweder die Karten auf den Tisch zu legen oder aber kleinere Brötchen zu backen. Ich vermute er verlegt sich auf das Bäckerei-Gewerbe. Da passt er auch besser hin.

  14. Ich habe keine Ahnung, warum ich diese App nutzen sollte. 1 Milliarde wert? Sorry guys, das riecht schwer nach irgendeiner Abzocke von der in ein paar Jahren niemand mehr spricht oder sich die Gerichte damit befassen.

  15. Von der FuW hätte ich mir eine deutlich differenziertere und kritischere Berichterstattung in der Saidler-Geschichte gewünscht. Schwache Leistung, liebe FuW.

  16. Wer sich die Homepage von Centralway ansieht, wird aus dem inhaltlichen Geschwurbel nicht wirklich schlau. Die Texte erinnern irgendwie an Apple, einfach copy paste. Krampfhaft wird versucht vorzugaukeln, die App sei sicher und die Kontrolle der Daten alleine beim Nutzet. Das ist natürlich Blödsinn. Wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt, weiss, dass Centralway sämtliche Daten sieht und diese auswerten kann. Von Privacy kann also keine Rede sein.

  17. Ich arbeite seit nahezu 40 Jahren in der Finanzindustrie und natürlich sind mir und meinem Anlageteam die überaus umtriebigen Fundraising-Aktivitäten von Martin Saidler nicht verborgen geblieben. Sein grosser Aktivismus, seine modernen Büros in der Binz und sein offenbar unerschütterliches Selbstvertrauen vermögen allerdings nicht darüber hinwegzutäuschen, dass sein Unternehmen schlicht und ergreifend keine glaubwürdige Equity-Story liefert. Im Gegenteil: wer über Jahre nur das Kapital von Investoren verbrennt und bis heute keinerlei Erträge mit seinem Geschäftsmodell generiert, dem bleibt ausser immer neuen Ankündigungen eigentlich nur die Hoffnung auf ein Wunder. Diese dauern in der Regel allerdings immer etwas länger. Im vorliegenden Fall rechne ich nicht mit einem Durchbruch, vielmehr mit einem jähen Absturz.

    • Hervorragend. Sie sollten für solche Prognosen Geld verlangen. Ich sehe das 100% gleich.

  18. Saidler ist ein Schaumschläger, der sich mit Ja-Sagern umgibt, die er jeweils an den Wochenenden einschwört. Seiner Führungsriege hält er die Karotte vor die Nase. Allen gemeinsam ist die Hoffnung auf den grossen Geldsegen, der nie eintreffen wird. Centralway verdient bis dato keinen Rappen. Der Proof of Concept fehlt gänzlich. Und mit den Provisionen für die Vermittlung von Krediten werden die Investoren nicht mal einen Bruchteil des eingesetzten Kapitals wieder sehen.

  19. Centralway ist ein Witz und Saidler ein Narr, wenn er glaubt, die Leute für blöd verkaufen zu können. Die Sache stinkt doch zum Himmel und ist offensichtlich darauf ausgelegt, gierigen Investoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Bevor dieser marode Kahn absäuft – und das wird er – geht Käptn Saidler von der Brücke.

  20. Die Masche von Martin ‚Steve N.‘ Saidler ist noch nicht mal besonders subtil. Man bastle einen halbwegs plausiblen Business Case, schmücke sich mit ein paar schillernden Investoren und vermarkte das schräge Konstrukt als Unicorn der heimischen Fintech-Szene. Relevante Geschäftszahlen bleiben aus gutem Grund Verschlusssache. Sie dürften dermassen unerfreulich sein, dass das Luftgebilde spätestens nach deren Offenlegung wie eine Seifenblase zerplatzt. Ich vermute mal, Saidler und seine ominösen Investoren planen mittelfristig einen Börsengang. So lange muss die vermeintliche Erfolgsstory um jeden Preis aufrecht erhalten werden. Ich glaube und hoffe nicht, dass diese Rechnung aufgeht.

  21. Das Management von Centralway liegt in den Händen von ein paar uninspirierten (und uninspierenden) Amateuren, die letztlich einfach Saidlers Anweisungen ausführen und umsetzen. Das Arbeitsklima ist geprägt von gegenseitigem Misstrauen sowie einer völlig überforderten und wenig kompetenten Führungsmannschaft, die sich selber aber grossartig findet. Viel Schein und warme Luft. Dahinter steckt nicht viel. Kleinkredite verticken lautet die Devise, und dafür Provisionen von den Banken kassieren. Ein wenig innovatives Geschäftsmodell, intransparente Nutzerzahlen und ein pseudo-visionärer Dampfplauderi an der Spitze, dessen unternehmerischer Erfolgsausweis mehr als fragwürdig ist. Die Geschichte hat alles, was einen veritablen Rohrkrepierer auszeichnet. Saidler wird versuchen Kasse zu machen, sich dann absetzen und neuen, intransparenten Projekten zuwenden. Da gehe ich jede Wette ein.

  22. Der umtriebige Martin Saidler ist ein sehr undurchsichtiger Geschäftsmann, der gerade versucht, eine mittelmässige App marketingmässig aufzublasen, welche für deren Anwender eigentlich kaum Mehrwert generiert. Für seine Investoren übrigens auch. Mir tun lediglich die Mitarbeiter leid…

  23. Süss, wie ihr aufm Holzweg seid.. Preist ihr nur diesen kleinen Fisch. Währenddessen wächst hüben im andren Tal ein Riesenhaiwal, gegen den bald alle Konkurrenten verblassen werden.. Hihi

  24. Ein modernes Smartphone ist im Prinzip ein Computer mit zu seltenen Sicherheits-Updates, aber sehr vielen Löchern und Exploits. Jetzt mal ernsthaft: Wie dumm muss man als User eigentlich sein, um auf diesem löchrigen Smartphone eine App zu installieren, die Zugriff auf mehrere Bankkonten (Plural) hat? Und wie genau soll das funktionieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine einzige seriöse Bank dabei mitmachen würde. Die haben ihre E-Banking-Systeme mehrfach abgesichert (SMS-Verifikation, SecurID etc.) und werden die entsprechenden Meccanos sicher nicht an ein paar Startup-Bastler rausgeben. Und selbst wenn: Wer ist so doof, eine App seinen ganzen Banking-Verkehr mitschneiden zu lassen? Nur arme Irre glauben, dass irgendetwas NICHT gespeichert wird, wenn es über eine App läuft. *Kopfschüttel*

  25. Ospel? Na denn gute Nacht. Wie es herauskommt wenn der etwas anfasst kennt man ja. Es ist ein Skandal, dass dieser seine Gagen nicht zurückzahlen musste.

  26. Wer erinnert sich an das Unternehmen Fantastic und den Verwaltungsrat Braun (ehemaliger Chef der PTT)?
    Alles war Schall und Rauch! Die Börsenteilnehmer und die Finanzanalysten sahen das anders, wenigstens bevor alles mit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahre 2000 zusammenbrach.
    Die neuen Microsofts oder Oracles sind nicht so einfach zu finden. Eine eingehende Prüfung ist meist unmöglich, da kein Zugang zu allen wesentlichen Unternehmensinformationen besteht. Das Engagement vermeintlich grosser Namen ist in seiner Art oft ebensowenig überprüfbar, insbesondere der Sondernutzen, den solche Investoren aus der Angelegenheit ziehen.

  27. Die Geschichten von Flynt / Jan Schoch hatten ja noch eine gewisse Tragik. Dort wird eigenes Geld verbrennt.
    In diesem Fall liegt die Sache vermutlich anders. Jeder Hype zieht immer eine gewisse Sorte Verkäufer an, die das Geld anderer Leute verbrennt.

  28. Martin Saidler ist vom Erfolg eines Steve Jobs etwa soweit entfernt, wie die Distanz von der Erde zum Mars. Unglaublich, wie es solchen Schwätzern offenbar immer wieder gelingt, ein paar Dumme zu finden.

  29. Die deutsche Stiftung Warentest bezeichnet besagte App von Centralway als MANGELHAFT und ortet schwere Sicherheitsmängel. Hallo?

  30. Eine Drückerkolone nach dem System Maschmeyer. Keine Ahnung, wie Investoren ein Engagement in ein dermassen zweifelhaftes Unternehmen rechtfertigen. Wollen wir hoffen, dass in der Causa Centralway nicht eines Tages Behörden aktiv werden können.

    • das Problem der meisten Investoren ist doch, dass sie zwar vom FinTech Hype-Kuchen ein Stück abhaben wollen aber im allerbesten Fall den „Fin(ance)“ Teil beurteilen können, bei „Tech(nology)“ ist’s dann komplett vorbei. Nur sollten genau die auch wissen, dass sie von etwas, das sie nicht beurteilen können eigentlich die Finger lassen sollten.

  31. Saidler hat ein unterirdisch schlechtes und total unerfahrenes Management-Team um sich geschart und markiert den visionären CEO à la Steve Jobs. Das Arbeitsklima bei Centralway ist grottenschlecht. Die Mitarbeitenden werden bespitzelt, überwacht und angehalten, auf einschlägigen HR-Portalen positiv über das Unternehmen zu berichten. Neuerdings interhält das Unternehmen ein eigenes Callcenter mit sog. ‚Experten‘, welche die App-Anwender bei der Beantragung von Konsumkrediten ‚unterstützen‘ sollen. Unschön dabei ist, dass diese Call-Agents vom Bankgeschäft keinen blassen Schimmer haben und sich in der Vergangenheit grossmehrheitlich mit dem Telefonverkauf von Handy-Abos oder Versicherungspolicen verdient gemacht haben. Eine Bekannte hat mir erzählt, dass die Partner-Banken selber das ‚Experten-Team‘ von Centralway schult und für den Telefonverkauf fit trimmt. Damit ist für mich klar, dass Saidler und seine illustren Investoren Schiffbruch erleiden werden. Die App-Anwender sollen gemolken und mit Konsumkrediten bedient werden. Ein tolles Geschäftsmodell…

  32. Welche Zielgruppen sollen mit derart debilen Textchen angesprochen werden?

    Du hast die Kontrolle
    Du hast dein Geld schwer verdient. Deshalb steht nur dir die Kontrolle darüber zu. Du allein sollst über dein Geld entscheiden können und jede Funktion der Mobile Banking App Centralway Numbrs soll dir dabei helfen. Hier möchten wir dir erklären, was wir dafür tun, damit nur du die Kontrolle hast.
    https://www.centralway.com/de/control

    • Mit Ospel im Hintergrund hat die Firma einen ausgewiesenen Fachmann an der Hand. Wenn nicht er, wer sonst weiss wie schwer man sein Geld „verdient“. Wenn nicht er wer sonst, weiss wie man suverän über Geld und dessen Investitionen entscheidet. Er war doch entscheidend daran beteiligt gleiche mehrere Firmen ganz oder fast zu grounden. Centralway wird wohl über kurz oder lang den gleichen Weg gehen.

    • Die volle Kontrolle hat man nur mit Cryptocurrencies wie Bitcoin oder Ethereum. Da werden die Coins in meiner eigenen Wallet (App, Offline, auf Papier ausgedruckt) gespeichert und bei keiner Bank. Niemand kennt meinen Kontostand! Das Grundbuch welches sämtliche Transaktionen enthält ist öffentlich und jeder kann es auf seinem PC installieren (nennt man auch Mining). Die Transaktionen sind komplett anonym, es gibt keinen Zwischenhändler welcher seine Hand aufhält. In Ländern mit nicht vertrauenswürdigen Währungen wie Argentinien, Türkei, repressive Staaten welche Frauen ein Bankkonto verbieten (Afghanistan) ist Bitcoin zur Alternative geworden.

      Das wird eine Menge Banken vernichten.

    • @Sigb0y
      Schade, dass in der wunderbaren Blockchain Welt doch erst vor ein paar Monaten Wunderkind Vitalik Buterin im wunderbaren Cryptovalley Zug knapp 50 Mio. CHF im soooo sicheren Ethereum verloren hat. Nur ein sogenannter „hard fork“ hat ihm geholfen und ihn dafür grosse Teile seiner community gekostet.

      Volle Kontrolle ? wenn man bedenkt, dass ein smart Contract eigentlich ein Stück Software ist dann da von voller Kontrolle zu sprechen ist zynisch.

    • Hast Du auch noch einen inhaltlichen Beitrag, Du Oberlehrer, oder stehst Du einfach im Sold von Monsieur Saidler und versuchst hier abzulenken?

    • Starker Beitrag, Herr Deutsch für Anfänger – dann schlag doch mal das Wort Grammatik nach du Held, damit du wenigstens etwas gelernt hast.

    • Gut gebrüllt, Du Dumpfbacke. Vielleicht solltest Du das nächste Mal aber zuerst Deine Schreibweise des Wortes ‚Grammatik‘ überprüfen. Ich lach mich schlapp.

    • Es geht hier um Inhalt. Geben Sie Deutschunterricht? Oder ist Ihre Klasse krank? Und Sie können keine Rechtschreibung prüfen! Arme S..

  33. Hatte auch schon das Vergnügen, Saidler und seinen Pseudo-CFO Rüegger im Rahmen einer Investorenveranstaltung kennenzulernen. Nach 15 Minuten war klar, dass jede weitere Minute verlorene Zeit ist. Viel Gerede, grosse (und unrealistische) Ambitionen bei wenig Substanz.

  34. ‚Der talentierte Mr Saidler‘, ein äusserst zutreffender Titel der Sonntagszeitung. Die Analogie zum entsprechenden Film über den Hochstapler Mr Ripley ist sehr bezeichnend und möglicherweise gewollt.

  35. Ich hatte selber das zweifelhafte Vergnügen, für Centralway zu arbeiten und kann nur bestätigen, dass Saidler bis dato keinerlei Erträge mit seiner App erwirtschaftet. Ich bin gespannt, wie lange sich die Investoren noch hinhalten und für blöd verkaufen lassen und glaube es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis das Projekt implodiert und die Verantwortlichen von der Bildfläche verschwinden.

  36. Wenn ich hier den Namen Ospel lese dann gehen bei mir alle Signallampen auf rot. Will sich dieser Gambler wieder salonfähig machen? Seine Frau agiert an der Front und
    ihr Mann zieht die Strippen im Hintergrund.
    Der Fall UBS ist noch nicht vergessen, noch sehr lange nicht!!

    • Erstens sind sie mit ihren roten Signallampen zuwenig risikofähig und zweitens sollten sie nach vorne und nicht immer zurück schauen sonst kommen sie nie weiter als bis zu IP.

    • Sehe das genauso wie Rolli: Hände weg von allem was nur schon von weitem nach O. (einer der Totengräber des Finanz- und Werkplatzes CH – ja, die Geschichte wird dies nie vergessen) riecht oder ausschaut!

    • @Senn
      Mit Ihrem Votum fürs „nach vorne schauen“ bin ich im Prinzip einverstanden. Aber: Fragen Sie einmal die vielen
      UBS Aktionäre und Mitarbeiter die durch das übersteigerte Ego von Ospel und als Folge davon viel Geld verloren haben. Diese Aktionäre sind, wie Sie es beschreiben, Risiken eingegangen. Sicher, die Börse ist keine Einbahnstrasse, das ist sicher auch allen Anlegern klar. Vergessen Sie auch nicht, dass diverse Pensionskassen und ev. auch die AHV Geld verloren haben, somit sind auch Sie davon betroffen.

  37. Würde mich doch sehr überraschen, wenn die Kleinkreditvermittlung über eine simple App ein Fintech-Unternehmen zum Unicorn macht. Freund Saidler scheint dem Grössenwahn verfallen. Hände weg von dieser ‚Firma‘.

  38. in welcher funktion lässt/liess sich frau dr. bodmer denn vernehmen, sie ist ja ausgeschieden aus dem VR meines wissens und wie bereits vorher erwähnt, einzelzeichnungsrecht in der holding und in der „operativen“ gesellschaft = absolutes (nicht relatives) no go.

  39. Ein paar schillernde Investorennamen, ein fragwürdiger Business Case und fertig ist die Mär vom Schweizer Fintech-Unicorn. Das Ganze ist eine dreist aufgeblasene Geldvernichtungsmaschine, die Saidler virtuos inszeniert und mit fremden Geld künstlich am Leben erhält.

  40. Saidler ist ein höchst dubioser Fundraiser mit einer grossen Klappe. Nicht mehr und nicht weniger. Hände weg, kann ich nur sagen.

  41. „Die sind gross, die schauen sich das Ganze ja auch seriös an“, meinte Ospel. Seriös wenn der Chef gemäss HR Einzelunterschrift hat in einem Mrd. Betrieb? Sein nächstes Firmenauto wird vermutlich ein Ferrari sein!!! Da fehlt es ja schon an der „corporate governance“.

    • Coporate Governance? Also bitte. Doch nicht bei einer Firma, die Ospel an Bord nimmt.

  42. Alte Weisheit: Droht eine Firma gegen Medien mit Klage (oder reicht sogar eine ein) ist es ein Fraud.
    Einem gut gehenden und gut geführten Betrieb sind ein paar negative Berichte nämlich völlig egal. Wenn ein Betrieb aber etwas zu verbergen hat…
    By the way: Wie geht es eigentlich der dümmlichen Klage der most admired Bank (hochrentabel, gut geführt etc.)