Schuld an der Steuerklatsche sind die honorigen Ökonomen

Sieben Bundesräte, das Parlament, alle Finanzdirektoren und alle Wirtschaftsverbände waren für die Steuerreform. Millionen wurden in den Abstimmungskampf investiert. Trotzdem ging die geplante Steuerreform III mit rund 60 Prozent bachab. Ein klareres Misstrauensvotum kann man sich kaum vorstellen. Das Volk ist seiner Regierung nicht mehr gefolgt. Wo liegen die Gründe?

Ganz klar: Der breite Mittelstand denkt immer mehr mit. Angstmacherei und Slogans wie „Verlust der Arbeitsplätze“ „Druck aus dem Ausland“ oder „tiefere Steuern führen zu höheren Steuereinnahmen“ und dergleichen werden hinterfragt – und das ist gut so. Den Befürwortern mangelte es an einfachen, logischen und nachvollziehbaren Argumenten.

Allzu durchschaubar war, dass viele Unternehmen und ihre Lobbyisten in Bern versuchten, die Unternehmenssteuerreform III für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Verstecktes Ziel war es, eine allgemeine Steuersenkungsrunde zugunsten der Unternehmen und zulasten des arbeitenden Mittelstandes einzuläuten (siehe „Steuerreform holt sich das Geld dort, wo sich keiner wehrt – beim arbeitenden Mittelstand“).

Das misslang gründlich.

Die grösste Schuld an der schweren Niederlage der „classe politique“ trägt jedoch die heutige Wirtschaftswissenschaft. Aufgabe der Volkswirtschaftslehre wäre es, den Politikern klare und einfach verständliche Wege aufzuzeigen, wie eine optimale Fiskalpolitik auszusehen habe.

An einer solchen Theorie könnten sich die Politiker einfach orientieren und ihre Überlegungen und Beweggründe der Bevölkerung einleuchtend erklären.

Stattdessen ist die Nationalökonomie auf dem Niveau vergangener Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte stehengeblieben. Die Volkswirtschaftslehre besteht immer noch überwiegend aus veralteten und verstaubten Irrlehren, die niemand mehr ernsthaft glauben kann. Sie ist kompliziert bis zum „Geht-nicht-mehr“.

Es ist unmöglich für die Politiker, aufgrund der heutigen Nationalökonomie sich zu orientieren und ihre Entscheide dem Volk verständlich zu kommunizieren. Das hat der Abstimmungskampf deutlich gezeigt.

Die Gegner konnten auch nicht wirklich eine Lösung aufzeigen. Sie konnten aber deutlich machen, dass die Vorlage unverständlich war und überarbeitet werden muss. Wenigstens das leuchtete ein. Deshalb gewannen sie.

Sowohl die heutige Geldpolitik als auch Fiskalpolitik sind unglaubwürdig und unverständlich. Slogans wie beispielsweise: „Tiefere Steuern führen zu höheren Steuereinnahmen“ oder „Staatsausgaben kurbeln über einen Multiplikator die Wirtschaft um ein Vielfaches“ oder „der Staat soll antizyklisch handeln“ oder „der Staat soll gar nichts machen“ und dergleichen sind einer modernen Wissenschaft unwürdig.

Sie erinnern an Behauptungen der früheren Medizin wie beispielsweise, einem Kranken soll ein Blutegel an die Adern gelegt werden (Aderlass). Oder der Wochenbetttod der Frauen bei der Geburt sei auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen und dergleichen. Es ist einfach erbärmlich, in welch primitivem Zustand sich die heutige Volkswirtschaftslehre befindet.

Das gilt auch für die Geldtheorie, wo behauptet wird, eine Zentralbank könne „Geld aus dem Nichts schaffen“, oder „die Zentralbank gewährt bei der Geldschöpfung den Banken einen Kredit, der über einen Multiplikator an die Wirtschaft weitergegeben wird“, oder eine Zentralbank sei „lender of last resort“ und dergleichen Unfug.

Geldtheorie und Fiskaltheorie sind im gleichen Spital krank. Sie führen zu irriger Fiskal- und Geldpolitik. Die Irrlehren in der Volkswirtschaftslehre öffnen der Misswirtschaft Tür und Tor. Die Zeche bezahlt dann die hart arbeitende Bevölkerung. Die aber glaubt nicht mehr alles und wehrt sich.

Will man eine solche Vorlage glaubhaft vors Volk bringen, so muss man tiefgreifende Analysen anstellen: Es muss beispielsweise zuerst untersucht werden, inwiefern die betreffenden Unternehmen die Schweizer Infrastruktur benutzen und deshalb mitzutragen haben.

Dann ist auf die Frage einzugehen, welchen „added-value“ diese Unternehmen der Schweizer Volkswirtschaft per Saldo bringen. Es ist zu untersuchen, inwiefern die betreffenden ausländischen Unternehmen die Produktivität der Schweiz verbessern. Wie viele Arbeitsplätze werden durch sie geschaffen?

Handelt es sich bei den zusätzlich Angestellten um Arbeitskräfte, welche die ausländischen Unternehmen selber aus dem Ausland mitbringen, oder handelt es sich um Arbeitskräfte, welche hier ohne Arbeit sind und deshalb angewiesen sind auf die zuwandernden ausländischen Unternehmen?

Oder anders gefragt: Wenn die Unternehmen wegziehen, wie von den Befürwortern befürchtet, nehmen diese dann ihre Angestellten mit oder bleiben diese hier als Arbeitslose zurück?

Ferner muss gefragt werden, wie die Steuergelder verwendet werden: zweckgebunden oder zweckentfremdet? Kann man mit den eingenommenen Steuergeldern die gesamtwirtschaftliche Produktivität verbessern oder wird sie dadurch verschlechtert?

Die Frage, ob die Infrastruktur nicht billiger angeboten werden kann und deshalb die Steuern gesenkt werden könnten, ist ebenfalls zu untersuchen. Solche und ähnliche Fragen blieben im Abstimmungskampf unbeantwortet.

Im Vorfeld einer dermassen wichtigen Vorlage hat eine umfassende volkswirtschaftliche Analyse zu erfolgen. Es sollten Modelle für verschiedene Szenarien pfannenfertig in der Schublade liegen. Es gibt unzählige Fragen und entsprechende Lösungen aufzuzeigen.

Leider hat die heutige Volkswirtschaftslehre aber nichts dergleichen zu bieten. Das einzige was sie bietet sind verstaubte und irreführende Slogans. Diese werden von den Politikern halbpatzig übernommen und irgendwie zurechtgebogen.

So blieb beispielsweise während der ganzen Kampagne auch unbeantwortet, wie der Bund die Steuerausfälle der Kantone finanzieren will. Eine einfache aber wichtige Frage. Ja man wusste nicht einmal, ob es überhaupt zu Steuerausfällen kommt und wie hoch diese sein werden.

Es herrschte ein vollkommenes Durcheinander. Der Wahlkampf war eine pitoyable Vorstellung der Nationalökonomen. Die teuren Forschungsgelder für die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten an den Universitäten haben bislang nichts gebracht.

An den Universitäten vertrödelt man die Zeit lieber mit schwersten Mathematikprüfungen, um die Studierenden zu „sieben“. Viel gescheiter wäre es, einmal Feldforschung zu betreiben und moderne und einleuchtende Lösungen zu präsentieren.

Anstatt die Studenten mit schwersten Mathematikprüfungen zu malträtieren, wäre es viel gescheiter, selbständig denkende und kritische junge Menschen heranzubilden, welche einmal fähig sein werden, selbständige Analysen zu erarbeiten. Aber nein. Es ist einfacher, Menschen aufgrund nutzloser und komplizierten Rechnungsaufgaben zu „verheizen“. Das Bologna-System schadet.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn man sich zumindest einmal über die Vorzeichen klar würde, anstatt komplizierte Rechnungen anzustellen. Aber nicht einmal das können die Volkswirtschaftler. Steigen die Steuereinnahmen oder fallen sie? Aktiven und Passiven werden miteinander verwechselt und so weiter und so fort. Alles wird miteinander verwechselt. Liederlichkeit, wohin das Auge schaut.

Es herrscht eine unheilige Allianz zwischen Politikern und Volkswirtschaftlern. Letztere lassen sich von ersteren einspannen, um gefällige Gutachten zu erstellen. Umgekehrt sollte es sein: Die Nationalökonomen sollten unabhängige, verantwortungsvolle und tiefgreifende Forschung betreiben, um den Politikern verständliche und einleuchtende Lösungen aufzuzeigen.

Das Debakel der Steuerreform ist in erster Linie ein Debakel der Nationalökonomen.

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45 Kommentare zu “Schuld an der Steuerklatsche sind die honorigen Ökonomen

    • @mreform

      Danke

      Ja bei den Universitäten (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft) liegt der Hund begraben.

      Die Studenten werden verdorben, indem sie nur noch verstaubte, widersprüchliche Theorien auswendig lernen müssen.

      mfG

      Marc Meyer

    • Grüezi Herr Dr. Meyer,

      handelt es sich bei WWL nicht vielmehr, um eine Herrschaftsform anstelle einer Wissenschaft?

      Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber KM£U, AHV-Rentner

      Danke

      Das wäre ganz schlimm. Kommunismus war eine Herrschaftsform.

      Die Wirtschaftswissenschaft sollte nur ein Werkzeug, ein Hilfsmittel, sein.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  1. Die Moral von der Geschicht: Dir Wirtschaftswissenschaft ist überhaupt keine Wissenschaft, sondern akademisch aufgeblassener Dummschwatz. Noch dummschwätziger sind eigentlich nur noch die Sozial-„Wissenschaften“. Da meint der eine das und der andere das. Durchsetzen tun sich am Ende Modeströmungen, die sich dann auch noch in gegensätzliche ideologische Lager unterteilen. Es gibt ganz einfach keine funktionierende Methodik, um Problemfragen zuverlässig zu entscheiden und das ist typisch für all die Unwissenschaften, mit denen unsere Universitäten immer mehr aufgebläht werden, um all die Leute aufzunehmen, die von unseren Schulen durchgewunken wurden. So gesehen ist es sogar gut, dass sich die Wirtschaftswissenschaft ein Fach zur Selektion wählt, die Mathematik, das die eigenen Schwächen gerade nicht hat. Die Aussagen der Mathematik sind absolut zeitbeständig, es gibt keine ideologisch sich widersprechenden Lager und einige wenige Algorithmen bringen obendrein eine enorme Wertschöpfung.

    • @kassandro

      Danke

      Einspruch.

      Volkswirtschaftslehre ist die wichtigste Wissenschaft von allen.

      Alle anderen Wissenschaften sind Zubringer-Wissenschaften.

      Insbesondere Mathematik und Sprache sind Hilfswissenschaften für die Wirtschaftswissenschaft.

      Diese muss Phänomene wie Arbeitslosigkeir, Inflation usw. erklären können und Wege aufzeigen, wie Vollbeschäftigung erreicht werden kann.

      Das ist eine grosse Aufgabe und bedingt selbständiges Denken – nicht stupides Auswendiglernen.

      MfG

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer:
      Die Volkswirtschaftslehre wäre die wichtigste Wissenschaft von allen, wenn sie das leisten könnte, was sie ihr zuschreiben. Ähnliches gilt für die Sozialwissenschaften. Leider können diese das aber nicht. Das einzige wenigstens einigermaßen brauchbare, was diese Wissenschaften erbringen können, sind statistische Untersuchungen, die ein grobes Abbild der momentanen Situation liefern, aber auch dazu gehört ein Mass an Objektivität und Sorgfalt, das oft nicht vorhanden ist. Oft will man damit nur etwas bestätigen, was man schon vorher glaubt zu wissen. Brüche in der wirtschaftlichen Entwicklungen, erkennt die Volkswirtschaftlehre erst dann, wenn sie jeder aus den statistischen Indikatoren ablesen kann. Ansonsten wird einfach die momentane Situation fortgeschrieben, wobei man ein bißchen die persönliche Meinung einfließen lässt. So etwas kann man unmöglich als Wissenschaft sondern bestenfalls als erhellende Diskussion bezeichnen. Nehmen wir nur einmal die extreme Geldpolitik der Gegenwart. Der Mainstream der Volkswirtschaftlehre schreibt einfach die momentane Situation fort und sagt ja zu Negativzinsen, unbegrenzten Wertpapierkäufen der Notenbanken und ist notfalls auch für eine Abschaffung des Bargeldes, damit man diese Politik umsetzen kann. Natürlich gibt es zu dieser Mainstream-Meinung, mehr ist das nicht, eine starke Opposition, aber auch diese kann, wenn sie seriös sein will, nicht sagen, wann das dicke Ende dieser Politik kommen soll. Und schließlich gibt es noch sie, Herr Dr. Meyer, als Sonderling oder Einzelgänger, der behauptet, dass zumindest die Schweizer Notenbank überhaupt keine unbegrenzte Geldschöpfung machen kann, sondern vorher pleite gehen muss, weil sie in ihrer Bilanz ein negatives Eigenkapital ausweisen wird, wenn sie so weiter macht. Die Möglichkeit des negativen Eigenkapitals sehe ich genauso wie sie, aber das wird sie in ihrem Tun überhaupt nicht aufhalten können. Notfalls wird man eben ein Gesetzchen ändern, das negatives Eigenkapital bei der Notenbank erlaubt und gut ist es. Letztlich ist das alles nur Paragraphentheater. Jetzt haben wir drei grundlegend verschiedene Meinungsrichtungen und erst eine ferne Zukunft kann wirklich entscheiden, wer recht gehabt hat. So etwas kann man unmöglich als Wissenschaft bezeichnen und wenn es eine wäre, dann wäre sie ziemlich nutzlos, weil sie eben keine gute Handlungsanweisungen geben kann.

    • @Kassandro

      Danke für Ihren ausführlichen Kommentar.

      Obwohl ausführlich, machen Sie es sich doch zu einfach.

      Punkto Fiskalpolitik gibt es eine ganz klare Guideline. Die heisst: Wenn der Staat die Wirtschaft mittels Fiskalpolitik ankurbeln will, so müssen seine Investitionen eine bessere Produktivität aufweisen, als die besteuerten juristischen und natürlichen Personen, die nicht investieren können, weil sie Steuern bezahlen mussten.

      Punkto Geldpolitik gibt es auch eine ganz klare Guideline: Die Notenbank muss ein Zahlungsmittel zur Verfügung stellen, das wertbeständig ist. Das Fremdkapital, welches durch die Geldemission aufgenommen wurde, muss bestmöglichst zugunsten der eigenen Volkswirtschaft investiert werden.

      Damit haben Fiskalpolitik und Geldpolitik ganz klare Vorgaben, die erreichbar sind.

      mfG

      Marc Meyer

    • @Meyer: Einwand zur Geldpolitik: Notenbankgeld ist kein Kapital sondern ein Tauschmittel ohne inneren Wert. Die Wertbeständigkeit basiert u.a. auf dem Vertrauen ins Geldsystem. Ist das Vertrauen intakt, steuert in erster Linie der Geldmengenzuwachs die Inflation. Beim schöpfen von Notenbankgeld wird meiner Meinung nach kein Fremdkapital aufgenommen. Anders sieht es natürlich beim Kreditgeld der Geschäftsbanken aus. Dieses ist verbrieft (z.B. Haus für Hypothek) und macht über 80% der Geldmenge aus.

  2. Gerade Heute konnte man wieder lesen vom Plan C. Die Herren Politiker haben nichts gelernt. Wie kleine Buben im Kindergarten die unbedingt etwas bekommen wollen.

    • @Klaus J. Stoehlker

      Besten Dank Herr Stoehlker.

      Wir können nur hoffen, dass die Professorenschaft endlich etwas selbstkritischer wird an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten – sowohl in den Bereichen Fiskaltheorie als auch Geldtheorie.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

  3. Warren Buffett sagte einmal in einer launigen Rede:
    „Oekonomen können genau voraussagen, wann die Wirtschaft zugrunde geht. Sie wissen jedoch nicht,
    dass dies nur ihretwegen passieren wird.“

    • @Klaus J. Stoehlker

      Besten Dank Herr Stoehlker.

      Wir können nur hoffen, dass die Professorenschaft endlich etwas selbstkritischer wird an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten – sowohl in den Bereichen Fiskaltheorie als auch Geldtheorie.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • @Anita Schreiber

      Vielen Dank

      Leider richtig.

      Ganz besonders trifft dies auf die SNB zu, welche von oekonomischen Irrlehren und deren Vertretern grob fahrlässig in den Ruin getrieben wird.

      Die negativen Folgen der Steuerreform wären geradezu ein Klacks im Vergleich zu den Schäden, die bei der SNB drohen.

      Buffet hat also leider Recht.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

  4. Ein Hauptpunkt, dass diese UStR III (zum Glück) bachab ging, heiss meiner Meinung nach Ueli Maurer. Der jetzt mit Aussagen wie z. B. „ich bin nicht alleine Schuld“ eine noch unglücklichere Figur macht.

    Er wollte sich in der Stadt und im Kanton Zürich schon so ziemlich zu allem wählen lassen was es politisch gibt. Er hat jede dieser „Kopfwahlen“ verloren. Das waren nicht wenige. Und in den Bundesrat wäre er wohl auch nicht gewählt worden, wenn die SVP nicht angekündigt hätte, sonst aus dem Bundesrat auszusteigen. Seine Wahl war ein Zwang und nichts anderes fürs Parlament.

    Als Bundesrat hat er das fast unmögliche geschafft und den Kampfflieger versenkt. Warum? Weshalb? Falscher Flieger? Nichts wurde untersucht. Wieso? Nun hat er die UStR III verloren. Seine Begründung; Bundesrat und Parlament waren vier Jahre am Werk, er ist nicht der Alleinschuldige. Wenn ich mir die Meinung über die UStR III von seiner Vorgängerin anhöre, ist es wohl klar das diese UStR III Abstimmung wenig mit ihr zu tun hatte.

    Stossend finde ich, dass man offenbar die sehr heiklen (..) Punkte kennt, die man dem Volk unterjubeln wollte. Denn alle sprechen nun plötzlich davon und eine Abstimmung zur UStR IV soll in zwei Jahren schon geben. Müsste man sich zuerst einmal neu sammeln, wäre das zeitlich nicht möglich. Im Klartext; man wollte den Stimmbürger wieder genauso verarschen wie damals mit der UStR II. Damals hiess der Verarscher Merz, heute hätte er Maurer geheissen. Der Grund wieso er jede wichtige Wahl verliert, da habe ich eine klare Meinung. Deshalb werde ich nie so abstimmen, wie er es empfiehlt.

    • @UStR IV

      Danke für Ihren Beitrag

      Aus meiner Optik als Nationalökonom hat Bundesrat Ueli Maurer einfach miserable Berater um sich.

      Die gaukeln ihm beispielsweise vor, mit Steuersenkungen würden die Steuereinnahmen steigen und dergleichen. Oder der Bund würde den Kantonen deren Steuerausfälle kompensieren, obwohl diese ja angeblich gar höhere Steuereinnahmen hätten usw.

      All das ist einfach unglaubwürdig und wurde vom Volk entsprechend quittiert.

      Ganz erschreckend sieht die Lage bei der Geldpolitik aus. Dort hat Ueli Maurer offenbar noch nicht einmal bemerkt, auf welchem Pulverfass er und die Schweiz sitzen.

      Als vehementer Gegner eines EU-Beitritts hat er noch nicht erkannt, dass uns die SNB auf direktem Weg in die EU führt.

      Ueli Maurer hat wahrscheinlich noch nie vorgerechnet bekommen, dass die SNB in 7 Jahren 1.4 Billionen Devisen besitzt, wenn sie weiterhin jeden Monat 10 Milliarden dafür ausgibt wie im letzten Jahr.

      Wenn dann Euro und Dollar ihre Tiefststände 30 Prozent tiefer wieder testen und die Zinsen steigen, so dass die SNB auch auf ihren Wertschriften sagen wir 20 Prozent verliert (konservativ berechnet), so bedeutet das ein Verlust für die Schweiz von 700 Milliarden Franken.

      D.h. die Interventionen der SNB kosten dann jede Schweizerin und jeden Schweizer unwiderruflich 100’000 Franken.

      Das wird uns wirtschaftlich das Genick brechen und wir werden der EU beitreten müssen.

      Das Problem von Ueli Maurer sind also seine miserablen Berater.

      Hier liegt m.E. das Problem.

      Die Steuerrefor, über die die ganze Schweiz spricht und diskutiert ist ein Klacks gegen die hohen Risiken der SNB, über welche hartnäckig geschwiegen wird.

      mfg

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Ob Ueli Maurer „miserable Berater um sich hat“ wie Sie schreiben, kann ich so wenig beurteilen wie Sie selbst wohl auch.

      Ich meine eher, dass es das Problem von Ueli Maurer ist, dass er sich überhaupt beraten lassen muss; bzw. lässt.
      So scheint es, dass er sehr oft in Spezialfragen bei seinen Parteimitgliedern Rat holt. Dort finden sich ja etliche Wirtschaftsprofis in der Parteielite. Die haben ja – sekundiert vom Gewerbeverband – mächtig für ein USRIII Ja Propaganda gemacht. Die Basis war dann allerdings anderer Meinung.

      Wie beurteilen Sie, Herr Dr. Meyer, diesen Widerspruch?

      mfg

  5. Stimme Ihnen da völlig zu, lieber Herr Dr. Meyer.

    Nur, um auch einen positiven Aspekt ins Spiel zu bringen – ich persönlich finde ja, dass diese Abstimmung mitsamt dem Drumherum davor wie jetzt danach mit das Cleverste war, was die Schweiz seit langem auf internationaler Bühne eingefädelt hat.

    Zumindest seit EWS (hatte sie da was wieder gutzumachen..?!) den hiesigen Finanzplatz erst an die cleveren Amis u. in deren Fahrwasser dann an die EU-Diktatur verraten hat.

    Denn unsere Steuerprivilegien sind dank diesem Ergebnis ja immer noch unverändert in Kraft.
    Und werden in weiten Teilen der Finanz-Welt, namentlich in UK dank Brexit sowie den USA, die selber ja nie daran gedacht hatten, die ihrigen aufzugeben, sich demnächst wohl wieder wie Phönix aus der Asche erheben. Von Macao etc. ganz zu schweigen. Das Problem war eigentlich nur die Gier der EU.

    Denn was ich von Direktbesteuerung an sich, und damit auch von strafrechtlicher Verfolgung von Steuerhinterziehung halte -wie natürlich erst recht von all den EU- & USA- diktierten Gesetzen u. Regulierungen- ist Ihnen ja bekannt. Und für alle anderen hier – schlichte Idiotie.

    Also, Gruss an die Linken im Lande – Füsse still halten, u. an alle Anderen: Durchhalten, hinhalten, und gut ist: Die EU, wie wir sie heute kennen, ist in Bälde Vergangenheit; ein paar Wahlen noch, dann ist der Spuk vorbei. Kann man endlich wieder vernünftige Gesetzgebung im Lande machen.

    • Grüezi Herr Dr. Ott,

      Malta (EU Mitglied ist die Nummer 1 weltweit der legalen Steueroptimierung)! Es sind derzeit, besorgniserregende Entwicklungen im Gange.

      Mann muss sich das vor Augen halten: Seit 1.1.2017 sind Banken (AIA) zu Aussenstellen der Steuerverwaltungen geworden. Wer glaubt, es würden damit Steueroasen trockengelegt und Steuerhinterziehung bekämpf, irrt!!!

      Es ist zu vermuten das am Ende dieses Prozesses die Steuererklärung an die Staatsbürgerschaft geknüpft wird. Zu Recht, verweist Dr. Meyer
      auf Zitat:

      „Geldtheorie und Fiskaltheorie sind im gleichen Spital krank.“

      AIA, (AIA Inland wird kommen), und U3 sind Symptome dieser Krankheit. Ob ein Konstrukt wie AIA z.B., verfassungs,- und gesetzeswidrig ist; auch hinsichtlich „versteckter“ Doppelbesteuerung und Ungleichbehandlung zwischen jeweiligen Staatsbürger, sei offen gelassen.

      Die EU wird zerfallen und die Euro-Staaten werden zu ihren Nationalwährungen zurückgehen. Drohkulissen und Weltuntergangsszenarien werden von willfährigen Professoren und Politker mit Hilfe der geldgesteuerten Medien in der Öffentlichkeit lanciert werden. Wie wir inzwischen beobachten können, ist Grossbritanien noch immer auf der Landkarte. Brexit kann ein Erfolg werden. Aufgrund der Abwertung des Pfundes, welches nun nicht mehr so stark von der EU beeinflusst werden kann, könnte man die Lohnkosten in Grossbritannien für die arbeitende Klasse massiv erhöhen, wodurch die Binnennachfrage angekurbelt würde. Das ganze würde die britischen Produktpreise im Ausland nicht einmal erhöhen, aber der Mittelstand würde positive Auswirkungen vermelden können.
      Herzliche Grüsse

    • @Dr. Jürgen Ott Herrliberg

      Lieber Herr Ott

      Danke für Ihren Beitrag.

      Es macht tatsächlich den Anschein, dass die EU weiter geschwächt wird, je mehr Neuwahlen es europaweit geben wird.

      Vor diesem Hintergrund werden die masslosen Euro-Käufe unserer Nationalbank immer unvernünftiger.

      Aber auch die Geldpolitik der SNB wurzelt ja in der undurchdachten, oberflächlichen und liederlichen Volkswirtschaftslehre.

      Auch beim Nationalbank-Wahnsinn sind die Wirtschaftswissenschafter hauptschuldig – besonders jene bei der SNB selber.

      Nur bei der SNB geht es um den mehr als hundertfachen Betrag wie bei der Steuerreform.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ott
      Ich zitiere Sie, einfach, damit wir dann vom Gleichen reden und allenfalls das Gleiche meinen:

      „Denn was ich von Direktbesteuerung an sich, und damit auch von strafrechtlicher Verfolgung von Steuerhinterziehung halte -wie natürlich erst recht von all den EU- & USA- diktierten Gesetzen u. Regulierungen- ist Ihnen ja bekannt. Und für alle anderen hier – schlichte Idiotie.“

      Hieraus schliesse ich, dass Sie die strafrechtliche Verfolgung der Steuerhinterziehung als „schlichte Idiotie“ betrachten.

      Ob Steuern berechtigt sind oder nicht lässt sich mit Fug diskutieren. Auch, ob zur Existenz eines Staates die Steuern eine konstitutive Bedeutung haben oder nicht.

      Worauf ich hinaus will:
      Entweder gelten die Regeln für alle oder für niemanden. Will heissen, dass Steuerausfälle durch Hinterziehung und andere Privilegien einer bestimmten Schicht nicht durch jene kompensiert werden sollten, die keine Ausweichmöglichkeiten haben.
      Ich nehme an, dass auch Sie für eine rechtsgleiche Behandlung der Hinterziehung plädieren.

  6. Bin überzeugt, dass das nein vor allen darum so stark war, weil die Stimmbürger nichts von einem Diktat der EU wissen wollen. Jedem dem bewusst wurde, dass die EU Diktatoren der CH wieder was aufzwingen wollen, hat nein gestimmt. Hat nichts mit dem nein der Sozialisten zu tun. War ein NEIN gegen die EU.

  7. Werter Marc Meyer
    Wir haben ja beide in Basel studiert … und hatten noch das Vergnügen, komplexe, interdisziplinäre und vorallem ükonomische Zusammenhänge zu erlernen. Auch ein moderner, offener Geist und innovative Gedanken waren gefragt: Wir sind Ökonomen und Generalisten, welche viele Dinge heute sehen und im ökonomischen Zusammenahng erkennen – aber unser Wissen und die Erfahrung werden von den neoliberalen Fachidioten nicht anerkannt.

    Ein „Bologna-Bachelor“ ist leider nur zu etwas Analytik, Mathematik und der Auswahl zwischen 20 Bikini-Mädchen für’s nächste Bett-Date zu gebrauchen…
    Wir müssen da was ändern in der Nationalökonomie! … und vorallem an Lehre und Forschung an den Schweizer-Unis!

    • @lic.rer.pol.

      Danke

      Ja richtig.

      Wissenschaftliches Studium sollte wieder gefragt und anerkannt sein – nicht einfach stupides Auswendiglernen und Nachplappern wie das uns die Wissenachaftler beispielsweise auch von und im Umfeld der Nationalbank vormachen.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • @ lic.rer.pol.

      Sie sagen es treffend, und ich verstärke es noch: Ein „Bologna-Bachelor“ wie ihn die meisten Fachhochschulen verkaufen ist m.E. für wissenschaftliche Zwecke nichts wert.

      Da werden „Studierende“ ohne die geforderten Qualifikationen massenweise „sur dossier“ aufgenommen, und die Prüfungen sind nicht anspruchsvoller als z.B. der KV-Abschluss. Nichts von Universitas, keine Ahnung von Forschung und keine Ahnung von wissenschaftlichem Arbeiten.

      Credit points (ECTS) können nur schon durch Teilnahme an externen Bezahl-Seminarien gesammelt werden. Diese Bologna Credit Points Sammler können sich so an einer wirklichen Leistungsbewertung zunehmend vorbeischummeln und nach dem Minimalprinzip ihr Papier erhalten.
      Kommt hinzu, dass die Qualität und Qualifikation der „Dozenten“ oder „Professoren“ auch zu wünschen übrig lässt.

      Es gibt in der Schweiz m.E. nur 4 Fachhochschulen, die diesem Namen gerecht werden. Es ist höchste Zeit, dass die Güte-Anforderungen gesetzlich definiert werden und eine Aufsichtsbehörde den „Handel“ mit Bachelor- und Mastertiteln unterbindet.

      Ein Rating der Fachhochschulen ist bitter nötig.

      Leider dringt diese Bologna-Mentalität auch an den Universitäten immer mehr durch, was zur Verwässerung der Ausbildungsqualität führt.

    • @Unterrichtender

      Danke

      Ein guter Student muss selbständig ein wirtschaftliches Problem finden, analysieren und nützliche Lösungen ausarbeiten können.

      Studenten, die nur auswendig lernen und das herunterleiern, was ihre Professoren hören wollen, schaden.

      Da nützt auch ein Abschluss an der Harvard nichts.

      mfG

  8. Grüezi Herr Dr. Meyer,

    die politische Herausforderung besteht darin, diesen Strukturwandel so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen von dem enormen Zugewinn an Wohlstand profitieren. Wer seinen Kopf in neoliberalen Sand steckt, kann diese Dimension globalen Wirtschaftens nicht erfassen. Es ist eine menschenverachtende Ideologie. Wer sich frei macht von ideologischer Beschränktheit, erkennt das es – „ein weiter so“ – nicht mehr geben kann, es sei denn, man nimmt wissend hin, dass es bald zu sozialen Unruhen kommen könnte. Wenn man sich die Lage bei den Sozialhilfe-Anlaufstellen genau ansieht, indem man hingeht, und das Gespräch sucht, stellt man fest, dass die Armutswelle bereits ins Rollen gekommen ist. Die geldgesteuerten Medien wollen uns, noch immer, glaubhaft machen, dass es sich hierbei, um überwiegend, „faule Arbeitslose und Schmarotzer“, – oder niedrig bis gar nicht qualifizierte Mitmenschen handelt. Irrtum!

    Die nächste Reform rollt bereits; nämlich: Altersreform 2020.

    Seit Jahren läuft ein systematisch mit grossem publizistischem Aufwand betriebenes Bemühen, dass Vertrauen der Bevölkerung in die AHV zu zerstören.

    Wieso ist das so?

    Die AHV bietet Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen keine Verdienstmöglichkeiten: Während die Finanzwirtschaft bei der AHV praktisch keine Verdienstmöglichkeiten hat, sind die 2. und 3. Säule wahre Goldgruben.!

    Und ja, Mythen und Legenden der VWL oder Falsche Dogmen und Paradigmen der Ökonomie sind sehr wohl bekannt.

    Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber KMU, AHV-Rentner

      Danke

      Dogmen haben in der Wissenschaft nichts verloren.

      Eine korrekte Analyse ist vonnöten mit den entsprechenden Schlussfolgerungen und Lösungen.

      Die heutige Nationalökonomie wird aber leider immer noch von Dogmen, Slogans usw. dominiert.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  9. Leider haben Sie auf der ganzen Linie Recht. Man hat das Gefühl die Volkswirtschafter machen ein Mathestudium. Das Ganze ist total verakademisiert in einem einzigen theoretischen Raum, der absolut unbrauchbar ist. Statt in der Realität zu arbeiten im Felde eifert man Albert Einstein nach. Völlig daneben. Wer kontrolliert eigentlich dieses Volkswirtschaftsstudium ? Wer trägt für den Output Verantwortung ?

  10. In den Wirtschaftsverbänden, auch im Gewerbeverband, sind Ökonomen als Berater tätig, die offensichtlich der neoliberalen Doktrin versessen sind. Diese Doktrin ist eindimensional. Hinzu gesellen sich noch einspurige Steuerberater.

    Diese Schmalspurökonomen und Steuerberater gehen immer noch davon aus, dass der Standortentscheid eines Unternehmens einzig und allein vom Steuersatz abhänge. Kein Wort zu Infrastruktur und Rahmenbedingungen; kein fiskalpolitisches Konzept, das eine wirkliche Innovation darstellt.

    Solange daher solche Schmalspurökonomen und Steuerberater in Bern bei Politikern lobbyieren wird sich nie ein ganzheitliches fiskalpolitisches Konzept durchsetzen. Vor allem auch darum nicht, weil diese Schmalspurökonomen bei den neoliberal ausgerichteten Schmalspurpolitikern – z.B. auch Bankiers – auf offene Ohren stossen.

    Eindimensionale Heilslehren sind eben einfacher zu verstehen und zu vermitteln, wenn es um persönlichen Profit geht.

    • @Beobachter2

      Danke für Ihren Beitrag.

      Die Oekonomen haben es bisher versäumt, von einseitig eingefärbten Doktrinen wegzukommen.

      „Klassiker“, „Keynesianer“, „Neo-Klassiker“, „Post-Keynesianer“, „Monetaristen“, „Liberale“ usw. heissen die wichtigsten Sektierer-Gruppierungen innerhalb der Nationalökonomie.

      Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun.

      Viel wichtiger wäre eine wissenschaftliche fundierte Analyse der Volkswirtschaften, die aufzeigt, wie sich die Produktivität innerhalb der Volkswirtschaft verändert unter veränderten Rahmenbedingungen wie Steuern, Infrastrukturmassnahmen, Geldpolitik usw.

      Stattdessen ist die heutige Nationalökonomie ein riesiges Durcheinander von Schlagworten verschiedener Sekten innerhalb der Volkswirtschaftslehre.

      mfG

  11. Guter Artikel, Chapeau. In der Tat ist es unserer Zunft anzukreiden, die Wirtschaftswissenschaft als eine Wissenschaft der Güte von Mathematik, Physik, Chemie sehen zu wollen, was sie schlicht und einfach nicht ist. Physik, Chemie, Mathematik, dort lässt sich von Wissenschaft sprechen. Gründend auf unumstößlichen Naturgesetzen. Ursache und Folge der Schwerkraft lässt sich belegen und ist universal gültig. Eine „Wirtschaftswissenschaft“, die Ökonomie als allgemeingültigen Grundgesetzen folgend definiert verstellt den Blick auf Wirtschaft als hochkomplexes, unvorhersehbares, individuell gestaltetes System vielfacher Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Ökonomen hingegen möchten uns gerne klarmachen, dass ihre Modelle und Theorien zuverlässig und allgemeingültig sind. Sie sind es jedoch lediglich im Labor unter Ausschluss jeglicher Realität. Wenige Wirtschaftswissenschaftler erkennen diese Beschränkung ihrer „Wissenschaft“. Dies soll keine universelle Kritik an der Ökonomie sein. Nein, vieles ist an Forschung getätigt worden, woraus sich hervorragende Erklärungen und Verständnisse für Verhaltensweisen und Interaktionen ableiten lassen. Teilbereiche, etwa die Entscheidungstheorie, haben hier grandiose Leistungen vollbracht. Jedoch: dem Anspruch, komplexe witrtschaftliche Zusammenhänge allumfassend zu erklären und damit Dinge vorauszusagen, dem kann die Wirtschaftswissenschaft nicht gerecht werden. Und eben dieses sollten sich die Ökonomen und die Politiker und Medien, die sie gerne für ihre Belange benutzen eingestehen.

    • @Dipl.oec.

      Danke für Ihren ausführlichen Kommentar

      Sie schreiben korrekt, dass es sich bei Physik und Mathematik um exakte Wissenschaften handelt, im Gegensatz zur Wirtschaftswissenschaft.

      Folgende Gedanken möchte ich in diesem Zusammenhang vorbringen:

      Obwohl die Physik eine exakte Wissenschaft ist, kann nicht exakt prognostiziert werden, wie viele Wellen sich jetzt gerade auf dem Nord-Atlantik befinden. Dies, obwohl die Dichte von Wasser und Luft physisch exakt gemessen werden kann.

      Wo liegt das Problem? Es liegt an der immensen Fülle von Informationen, die nicht allesamt erfasst werden kann.

      Genauso verhält es sich m.E. mit der Nationalökonomie. Wirtschaftswissenschaft ist m.E. genauso exakt wie eine Bilanz bzw. wie die Mathematik. Auf meinem Lohnkonto sind die Bewegungen überschaubar und prognostizierbar.

      Genauso wie auf dem Atlantik die Physik nicht prognostizieren kann, wie viele Wellen es gibt, genauso wenig kann die Volkswirtschaftslehre exakte Prognosen erstellen bezüglich der wichtigsten makroökonomischen Entwicklungen.

      Ich behaupte also, Wirtschaftswissenschaft ist eine exakte Wissenschaft, deren Erfassung aber an Grenzen stösst, genauso wie die Physik aufgrund der Menge der Daten.

      Die Oekonomen verringern deshalb die Anzahl der Inputs, indem sie mit vereinfachten Modellen arbeiten und u.a. auch den homo oeconomicus als Modellannahme heranziehen.

      Und innerhalb der vereinfachten Modelle dürfen wir von den Wirtschaftswissenschaftern verlangen, dass sie exakt analysieren.

      Es kann nicht sein, dass eine Sektierergruppe behauptet, der Staat solle gar nicht eingreifen. Eine andere Gruppierung behauptet, die Steuern seien zu senken, dann steige das gesamte Steuereinkommen. Ein andere behauptet, Staatsausgaben hätten einen Multiplikator. Wieder eine andere meint, die Zentralbank könne einfach Geld aus dem Nichts drucken und so die Wirtschaft ankurbeln undsoweiter undsofort.

      Das alles sind sektiererische Slogans und haben mit Wissenschaft nichts zu tun.

      Marc Meyer

  12. Bitte in zukunft keine unverständlichen Vorlagen dem Volk vorlegen. Ansonsten ist die Gefahr gross, dass eine unveständliche Vorlage abgelehnt wird! Ich habe zwar ja gestimmt und dabei die Vorlage ebenso nicht verstanden. Ich hatte unserer Regierung vertraut. Aber dies tut eine deutliche Mehrheit anscheinend nicht mehr. Es wäre interessant, eine Auswertung zu sehen, wieviel % die Vorlage überhaupt verstanden haben. Und vergessen Sie nicht: Demokratie ist die Diktatur der Dummen!

    • Die Vorlage war bewusst unverständlich formuliert, damit sie niemand versteht. Zudem wurde ja auch offen bekannt gemacht, dass niemand die steuerlichen Gesamtauswirkung des Gesetzes kennt.

      Man wird ja wohl nicht in die Vorlage schreiben: „Dieses Gesetz soll den Mittelstand mit zusätzlichen Steuern belasten und die Reichen reicher machen, sowie deren Steuern senken (Steuerumverteilung).“

  13. Ein Ökonom ist jemand der morgen genau erklären kann warum dass, was er gestern für heute vorhergesagt hat, NICHT eingetroffen ist.