Mega-Pleite von UBS-Zeltner mit Citi-Star

Big Boss machte Ami-Banker zu Chef für Lateinamerika, nach 2 Jahren schon weg – Debakel in Mexiko – Hält sich Zeltner?

Jürg Zeltner könnte seine grösste persönliche Niederlage als scheinbar unantastbarer Spitzenmanager der UBS erleiden.

Sein Mann für den wichtigen Markt Lateinamerika steht laut Reuters vor dem Abgang – nach gerade mal 2 Jahren.

Alexander van Tienhoven heisst er, kam von US-Finanzgigantin Citigroup und wollte den Schweizern Offshore-Bankern zeigen, wo der Banker-Bartli heutzutage den Most holt.

Vermögensverwaltung 2.0, ohne Steuertricks, sondern mit Leistung und Einsatz.

So van Tienhoven. Dann flog der Superstar mit Karacho auf die Schnauze.

Ein riesiges Mexiko-Team von gegen 30 Leuten, die Hälfte davon Berater, ging vor Jahresfrist von Bord. Und heuerte an bei …

… der CS. Ausgerechnet bei der Schweizer Erzrivalen, und erst noch zu einem Zeitpunkt, als die CS unter neuer Führung in einen nicht enden wollenden Strudel um Verluste und Negativnews geraten war.

Doch lieber weg irgendwohin als noch länger unter der Fuchtel des van Tienhovens zu bleiben, sagte sich die UBS-Mexio-Berater.

Vom Schlag hat sich der vermeintliche Ami-Crack nie mehr erholt. Doch er ist nicht das Problem.

Wenn die Gerüchte um seinen bevorstehenden Abgang zutreffen, dann trifft das direkt seinen Ober-Ober-Chef Jürg Zeltner.

Zeltner, ein ehemaliger Bankenstift aus Thun mit ewiger Tätigkeit für den UBS-Konzern, leidet unter einer Formkurve, die in die falsche Richtung zeigt.

Nach unten. In den Keller.

Der Vorsteuergewinn seiner globalen Vermögensverwaltung – es handelt sich um nichts weniger als die wichtigste von fünf Sparten der UBS – sackte im letzten Jahr unter 2 Milliarden.

Im Vergleich zum Vorjahr ein Minus um über einen Viertel.

Ein Crash sondergleichen. Und das in einem Geschäft, das sich im Unterschied zum Trading und Dealen in der Sparte Investment Banking durch tiefe Ausschläge und hohe Stabilität auszeichnet.

Normalerweise. Aber nicht mehr bei der UBS. Nicht mehr bei Zeltner.

Der Kapitän, der für die Nummer 1 des Landes das globale Private Banking stolz und erfolgreich halten muss, ist angeschlagen.

Und nun van Tienhoven. Die Idee war, dass der Lateinamerika-Chef zeigt, wie man mit viel Onshore-Präsenz und immer weniger Offshore-Banking die Vermögensverwaltung neu erfindet.

Van Tienhoven kürte sein Lieblingsland Mexiko zum Testmarkt. Hier wollte der Citibanker zeigen, wie sein Modell funktioniert.

Er überzog das Land im Süden der USA mit Ablegern. In jedem Krachen eröffnete van Tienhoven eine Filiale, nagelte das Logo mit den drei Schlüsseln an die Hauswand und wartete auf Kunden.

Die hatten aber nicht auf ihn gewartet.

Sie blieben aus. Warum zur UBS, wenn es doch unzählige andere Banken gab? Allein JPMorgan, die grösste Bank der Welt mit Sitz in New York, ist riesig und erfolgreich in Mexiko.

Van Tienhoven, home alone. Die Kosten aber hatte Zeltner, zuhause an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Denn statt dass sein Super-Banker in Lateinamerika frisches Geld angezogen hätte oder wenigstens die bestehenden Vermögen hätte bei der Stange halten können, suchten die Kunden das Weite.

Sie zogen im letzten Jahr Milliarden aus den aufstrebenden Märkten ab, darunter vor allem in Lateinamerika.

Laut Reuters soll nun Gabriel Castello den Job als Chef der Emerging Markets bei der UBS übernehmen.

Ausgerechnet.

Castello hat eine Vergangenheit. Bei der UBS in Frankreich. Dort war Castello oberster Chef.

Zwar nur rund ein Jahr lang, von 2007 bis 2008. So lange agierte Castello als CEO der UBS Frankreich.

Ein Jahr, das Folgen haben könnte für den aufsteigenden Spitzenmann. Denn Frankreich droht im weltweiten Steuerkrieg zum zweiten Amerika für die Schweizer zu werden.

Die UBS musste über 1 Milliarde Euro Kaution in einem Prozess der französischen Strafbehörden leisten. Ihr Gang vor den EU-Menschenrechtshof nützte nichts.

Die Beweislage gegen die UBS könnte erdrückend sein. Die Anklage hat mehrere Ex-UBS-France-Manager als Zeugen.

Castello könnte somit zur Altlast werden. Trotzdem setzt Zeltner gemäss Agentur auf seinen langjährigen Vertrauten.

Ein letzter Versuch, um nicht selbst zu fliegen?

Kommentare

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  1. Tja der Alex hat das Latam Business in der CH zerstört, das war bereits früh absehbar. Von seinen DUs kennt – wenn überhaupt – nur einer den Markt und die Kunden wirklich, der Rest alles unfähige Kontrollettis und Excel Fetischisten.

  2. Vielleicht stolpert er ja über seine Affäre(n). V.a wenn er sie in eine Position befördert, die sich fachlich rein gar nicht begründen lässt. Das könnte ihn zum Fall bringen. Beispiele zeigt das aktuelle Manager Magazin genügend.

  3. Immer hacken alle auf Jürgli rum. Finde ich nicht so in Ordnung, ist er doch eigentlich ein feiner Kerl. Schafft besser mal tüchtig Neugeld ran, Ihr faulen RM’s (gilt auch und insbesondere für die Ü50-Fraktion), anstatt zu maulen und zu jammern. Schliesslich habt Ihr jahrelang mit wenig Aufwand hübsch verdient. Jetzt dürft Ihr gerne mal liefern. Hopp hopp, an die Arbeit, meine Lieben.

  4. Gute Leute Ende 2016 freigestellt… Oder entlassen…
    Gute Leute schlecht und unanständig behandelt…
    Angeber und Schönredner beweihräuchert…
    Keine Interesse an Kundenbedürfnisse sondern nur an Kostensenkungen…
    Flucht in Private Equity (zu spät, die Zinsen steigen)…
    Liste ist nicht fertig.

  5. Zeltner ist überfällig. Im Wealth Management würde der UBS ein Externer mehr als gut tun. Es gibt grosses Kosteneinsparungspotential wenn man mehrere Führungsebenen, die es gar nicht braucht, verschlankt. Diese hochbezahlten Middle Manager profilieren sich nur in Management Committee Sitzungen, verstehen aber vom Tagesgeschäft und den UHNWI Bedürfnissen überhaupt nichts. Man muss dies objektiv und ohne Seilschaften anpacken. Herr Ermotti könnte z.B. die Tessiner Bande stärken und den ex Deutsche Bank Schweiz CEO an Bord nehmen.

  6. Meiner Ansicht nach ist Zeltner je länger desto weniger tragbar. Mit verzweifelten Hüftschüssen wie rasenmähermässigen Personalentlassungen und Durchhalteparolen versucht er, das lustlose Wealth Management Personal voran zu peitschen. Selber aber die Gürtel alles andere als enger schnallen und auch ein schönes Jöbli für den Bruder bereit halten…. einfach unfassbar

  7. Jürg Zeltner hat schon weit grössere Turbulenzen überstanden als diesen Sturm im Wasserglas, wenn man an all die Krisen im internationalen UBS-Wealth-Management-Geschäft denkt, für das er seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen Verantwortung trägt. Dass bisher nie etwas an ihm hängen blieb, ist zwar in der Tat erstaunlich, zeigt aber, wie ausserordentlich schlau dieser machtbewusste und unzimperliche Manager agiert. Ihn jetzt abzuschreiben, ist nicht realistisch, obwohl es sicher etliche Leute in der Bank gibt, die ihm keine Träne nachweinen würden.

    • @ Strübi

      Warte mal ab bis der aktuellste Skandal von WM/JZ in Genf bekannt wird. Alles andere als ein Sturm im Wasserglas!!!!!