SNB-Jordan verschenkt 1 Milliarde an Schweizer Bürger: Der Vollgeld-Fake zum 1. April ist bitterer Ernst

Die Vollgeldler haben zugeschlagen, „sie sorgen für Aufregung bei der Nationalbank“ (Blick am Abend vom 31. März 2017). In einem „vorgezogenen 1. April-Scherz“ haben sie nach eigenem Bekunden mit einer gefälschten Blick am Abend-Titelseite „Tausende Mitbürger veranlasst, sich auf einer gefälschten Nationalbank-Webseite als Studienteilnehmer einzutragen“. Versprochen wurden ihnen dafür 1’200 Franken. Insgesamt wolle SNB-Chef Thomas Jordan 1 Milliarde Franken an die Bürger verteilen.

Alles Fake? Nicht ganz. Natürlich ist es von den Vollgeldlern nicht nett, Blick- und SNB-Webseiten zu fälschen, vor allem nicht so professionelle. Aber wir leben halt in einer Fake-Zeit, und da wollen die monetären Weltverbesserer nicht zurückstehen. Sonst aber ist das Ganze kein 1. April-Scherz, sondern todernst gemeint. Nur untertreiben die Vollgeldler mit „1 Milliarde an die Bürger verteilen“ total. Haben sie Angst vor der eigenen Initiative?

Hätten wir heute das von den Initianten gewollte Vollgeldsystem, dann könnte die SNB im Extremfall bis 500 Milliarden Franken verschenken. Im Initiativtext ist das Geldverschenken der Nationalbank wie folgt beschrieben: Die SNB „bringt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages neu geschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf, und zwar über den Bund oder über die Kantone oder, indem sie es direkt den Bürgerinnen und Bürgern zuteilt“.

„Schuldfrei“ tönt so, wie wenn das neue Geld nicht eine Schuld der SNB wäre. Notenbankgeld ist aber, wie wir an dieser Stelle schon häufig gelesen haben, immer eine Schuld der Notenbank. „Schuldfrei“ wären nach dem Willen der Initianten dann die Empfänger des Geldsegens. In der Bilanz der SNB stünden den 500 Milliarden Sichtgeldern in Ausmass der Geldverschenkung keine Aktiven gegenüber, es entstünde ein entsprechender Verlust.

Damit wäre die SNB, die über rund 90 Milliarden Eigenkapital verfügt, bankrott. Sie könnte die Sichtgelder der Kunden nie zurück zahlen. Bei dieser Lösung würden die Bankkunden die Steuerzahler als Geldgeber des Staates ablösen. Das tönt doch wirklich etwas nach Marxismus, oder? Und das scheint für die Bankkunden wirklich keine attraktive Proposition zu sein. Auf jeden Fall ist sie weniger attraktiv als ein Salärkonto bei einer Bank, welche damit Hypotheken gewährt.

Mit dem Blick am Abend-Fake verschieben die Initianten die Diskussion von der Kritik am Entstehen des Geldes („Banken dürfen kein privates Geld mehr schaffen“) zu dessen Verwendung. Statt Kredite vergeben Geld verschwenden oder verschenken. Mit der Initiative offerieren die Initianten eine dumme Lösung für ein Problem, von dessen Existenz die meisten Menschen bisher gar nichts gewusst haben und das die meisten Leute auch nicht interessiert.

Von den Hunderttausenden von Tramfahrern interessiert sich wohl kein Prozent dafür, ob das Tram mit einem Gleichstrom- oder einem Wechselstrommotor angetrieben wird. Sie fahren einfach gerne Tram, so es dann funktioniert. Beim Thema der Geldschöpfung ist das ähnlich. In einem Doktorandenseminar für Elektroingenieure ist die Motorenfrage jedoch ein Super-Thema, ganz wie der Geldschöpfungsmechanismus bei den Ökonomen.

In diesem Doktorandenseminar würde die Fragestellung zum Beispiel lauten: Ist der heutige Geldschöpfungsmechanismus ideal, sollte man ihn verbessern? Keine einfache Frage, auch nicht für Geldexperten. Und es wären kaum alle Seminarteilnehmer gleicher Meinung. Falls man die „private Geldschöpfung“ vollständig verhindern möchte, könnte man dies durch eine einfache Änderung des Nationalbankgesetzes erreichen. Der entsprechende Artikel würde lauten: „Die Banken haben für Sichteinlagen 100 Prozent Mindestreserven bei der Schweizerischen Nationalbank zu halten.“

Die Vollgeldinitianten wollen ein solches „100-Prozent Reservesystem“ ausdrücklich nicht. Es geht ihnen nämlich primär um eine Ideologie. Der ganze lange Verfassungstext enthält ideologische Forderungen, die weit über das Monetäre hinausreichen. Es stehen da Sätze wie „Der Bund gewährleistet die Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Finanzdienstleistungen. Er kann dabei vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.“ „Das Gesetz regelt […] die Bewilligung und die Beaufsichtigung von Finanzprodukten“ und „die Begrenzung des Eigenhandels“. „Die Schweizerische Nationalbank […] gewährleistet […] die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten durch die Finanzdienstleister“. „Sie kann Mindesthaltefristen für Finanzanlagen setzen“.

All diese Forderungen haben mit dem Geldschöpfungsmechanismus nichts zu tun. Sie sind höchst illiberal und etatistisch.

Und noch ein letzter Punkt: Die Initianten verkaufen ihre Ideen auch mit dem Hinweis, dass das heutige Banken- und Finanzsystem auf Krisen anfällig sei. Das ist zweifelsohne zutreffend. Das globale Finanzsystem ist nicht robust, es ist krank. Nur ist die Vollgeldinitiative nicht die Lösung für dieses Problem.

Die zwei besten Mittel wären: rivate Banken, vor allem die systemrelevanten, sollen viel höhere Eigenkapitalvorschriften erhalten. Ich denke an 10 Prozent Leverage Ratio Und an die Zentralbanken geht der Auftrag, die sinnlose Geldvermehrung und -überflutung der Wirtschaft und der Staatskassen einzustellen.

Aber genau diesen Zentralbanken wollen die Vollgeldler die totale Herrschaft über das Geld- und Kreditwesen übertragen. Im Doktorandenseminar würde dieser Vorschlag keinen Blumentopf verdienen.

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59 Kommentare zu “SNB-Jordan verschenkt 1 Milliarde an Schweizer Bürger: Der Vollgeld-Fake zum 1. April ist bitterer Ernst

  1. Herr Geiger versteht das Geldsystem so wenig wie alle seiner Kollegen auch! Überheblich ich weiss, aber leider wahr! Eine Schuld der Nationalbank, nein natürlich nicht! Gesetze lesen und verstehen! Die Nationalbank (Staat) ist Eigentümer des Zentralbankgeldes, die Geschäftsbanken dessen Besitzer! Bekanntlich muss der Besitzer dem Eigentümer, das geliehene Buch wieder zurückgeben! Was sind Negativzinsen? Wirtschaftsprofessoren als Vollpfosten mit hohen Salären? Bei einer Währungsreform hat der Staat die Macht, resp. er handelt wie immer, im Sinne der Feudalherrschaft! Die Märchenerzählungen der Vollpfosten gehen mir auf dem Geist! Ist ein Staat jemals wegen Geld untergegangen? Zahlungsunfähig für eine gewisse Zeit und nachher? Nach dem Geld ist vor dem Geld, heisst das Spiel!

    Das Geld kann doch zins- und schuldenfrei in den Umlauf gebracht werden! Natürlich würde das Eigentum beim Staat bleiben! Die „Nutzniesser“ wären Besitzer, welche dafür eine Prämie zu entrichten hätten! Diese Prämie als Wirtschaftsfaktor ist wie heute in den Gegenwerten der Produkte enthalten! Solange das Geldsystem nicht verstanden wird oder darf, werden die Lügenspiele fortgesetzt!

    Im Vollgeld würde die „Seigniorage“ zins- und schuldenfrei in Umlauf gegeben! Keine Schuld = zirkuliert schuldenfrei! Verbuchung bei der Zentralbank: Seigniorage oder Negative Geldmenge an Bankgiroguthaben zur Gutschrift an den Staat! Verbuchung bei der Geschäftsbank: Bankgirokonto an Staat! Der Staat kann im oben angegeben Sinne, das Geld in Umlauf bringen! Produktivkraft wie Steuern! Natürlich muss die Geldmenge optimiert sein (Fehler von heute vermeiden)! Negativzinsen als Möglichkeit!

    • @Georg Bender

      Welch ein Wirrwarr. Ihre Ausrufezeichen machen Ihre Argumente nicht besser.

      Eigentor für die Vollgeld-Initianten.

      freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  2. Sehe ich das richtig, dass folgendes passieren kann, wenn es Vollgeld gäbe:

    Die SNB gibt die Devisenreserven an den Bund. Der Bund kauft für die Euros Eurofighter und für ihre Dollars Kampfhubschrauber. Die Pfund werden auch für Militärgüter ausgegeben. Dann wäre die Frage, wer eigentlich dafür bezahlt haben wird.

    Auch wäre es nicht der SNB möglich, alle Guthaben jeder Person mit Negativzinsen zu belegen, da alle Bankkunden nun ja Zentralbankengeld haben?

  3. Nochmals:

    Die Vollgeld-Initianten wollen „Aktives Vollgeld“. Geld wäre somit ein Aktivum der SNB.

    Sie behaupten auch, heutige Banknoten seien bereits Vollgeld.

    Dabei übersehen sie, dass heutige Banknoten ein Passivum der SNB darstellen. Ihre Initiative ist somit im Kern ein Irrtum.

    Sie begehen damit denselben Irrtum wie unsere SNB und der Bundesrat.

    Diese behaupten auch, von der SNB gedrucktes Geld sei ein Aktivum der SNB („Liquidität der SNB“; Originalwortlaut Jordan) bzw. Motion Bundesrat ans Parlament.

    Ais diesem Grund begeht Vollgeld Guru Thomas Mayer denselben Irrtum und behauptet, bei Geldschöpfung entstünde ein Ertrag für die SNB.

    Man kann ihm dies nachsehen, da auch Jordan behauptet, durch Geldschöpfung könne die SNB ihr Eigenkapital aufstocken.

    SNB und Bundesrat sind dieser Initiative nicht gewachsen.

    Freundliche Grüße

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:
      „Die Vollgeld-Initianten wollen „Aktives Vollgeld“. Geld wäre somit ein Aktivum der SNB.“

      Geld (in der Schweiz die Schweizer Franken) ist immer Vollgeld, es gibt kein Halb-, oder Viertelgeld.
      Es gibt auch kein „Notenbankgeld“ oder „Geschäftsbankengeld“ im Sinne von Geld.

      Nur die Schweizer Franken sind das Geld, es handelt sich um Staatsgeld. Dabei ist es egal, ob das Geld als
      a) Metall-Franken,
      b) Papier-Franken oder zukünftig ggf. noch als
      c) Buch-Franken vorliegt.

      Die Schweizer Franken sind immer ein Aktivum des Eigentümers.

      Sie schreiben:
      „Sie behaupten auch, heutige Banknoten seien bereits Vollgeld.“

      „Heutige Banknoten“ gibt es nicht, es gibt Geldscheine, Frankenscheine.
      Diese Frankenscheine sind selbstverständlich ein Aktivum des jeweiligen Eigentümers.
      Die Frankenscheine sind „Vollgeld“.

      Sie schreiben:
      „Dabei übersehen sie, dass heutige Banknoten ein Passivum der SNB darstellen. Ihre Initiative ist somit im Kern ein Irrtum.“

      Die Frankenscheine stellen kein Passivum der SNB dar, die Frankenscheine sind ein Aktivum des jeweiligen Eigentümers dieser Frankenscheine.

      Sie schreiben:
      „Diese behaupten auch, von der SNB gedrucktes Geld sei ein Aktivum der SNB („Liquidität der SNB“; Originalwortlaut Jordan) bzw. Motion Bundesrat ans Parlament.“

      Im ersten Schritt sind die Frankenscheine (das gedruckte Geld) das Aktivum des Staates Schweiz.
      Erst im zweiten Schritt werden die Frankenscheine zur Liquidität der SNB.

      Gerne zeige ich Ihnen den Vorgang noch einmal ausführlich.

      Orell Füssli druckt Frankenscheine, die korrekte Einbuchung erfolgt beim Staat
      Kasse an Eigenkapital.
      Jetzt existiert eine mit Geld gefüllte Kasse, jetzt kann Geld ausgezahlt werden. Symbolisch buchen wir 100 in diese Kasse des Staates ein, es ergibt sich diese Bilanz für den Staat:

      Aktiv: Kasse 100
      Passiv: Eigenkapital 100

      Die SNB habe folgende Bilanz:
      Aktiv: Devisenanlagen 200
      Passiv: Giroverbindlichkeiten 200

      Nun wird die SNB aufgefordert, 50 auszuzahlen. Wie wir sehen, hat die SNB aber keine eigenen Franken, denn diese müsste sie uns als Aktivum zeigen.

      Also nimmt die SNB einen Kredit beim Staat auf, einen Kredit in Höhe von 50

      Nach der Kreditaufnahme ergibt sich für die SNB folgende Bilanz:

      Aktiv:
      Devisenanlagen 200
      Kasse 50

      Passiv:
      Schulden beim Staat 50
      Giroverbindlichkeiten 200

      Sehen Sie genau hin, genießen Sie diese Bilanz der SNB.
      Die SNB hält jetzt aktiv 50 in Frankenscheinen, pure Liquidität.

      Der Staat hat jetzt folgende Bilanz:
      Aktiv:
      Forderung an SNB 50
      Kasse 50
      Passiv: Eigenkapital 100

      Wie Sie sehen, sind aus der Kasse des Staates Franken in Höhe von 50 in die Kasse der SNB geflossen.

      Und nun zahlt die SNB die Franken an die Banken aus, es ergibt sich folgende SNB-Bilanz:

      Aktiv: Devisenanlagen 200

      Passiv:
      Schulden beim Staat 50
      Giroverbindlichkeiten 150

      Jetzt befinden sich Franken in Höhe von 50 in den Kassen der Geschäftsbanken, diese können nun ihrerseits Franken an ihre Kunden auszahlen.
      Sollten die Banken das tun, dann wandert das Geld weiter in die Kassen der Kunden.

      Geld wandert immer von Kasse zu Kasse, wenn es korrekt gebucht wird.

      NIEMALS sehen wir Geld auf der Passivseite einer Bilanz.

      Die „Schulden beim Staat“ der SNB im obigen Beispiel zeigt die SNB uns in der Realität leider als „Notenumlauf“.
      Das ist sehr bedauerlich, weil es eindeutig falsch ist.
      Die SNB emittiert keine einzige Banknote, der Notenumlauf ist exakt null.

      Die SNB zahlt aber Geldscheine aus, diese Geldscheine holt sich die SNB beim Staat, deshalb ist die Schuldenposition schon korrekt, die richtige Bezeichnung darf aber nicht Notenumlauf heißen, sondern
      Schulden beim Staat, so wie es oben gezeigt wurde.

      Meiner Darstellung können Sie eindeutig entnehmen, dass ein Geldscheinhalter nichts von der SNB fordern kann, da er kein Gläubiger der SNB ist.

      Meiner Darstellung können Sie eindeutig entnehmen, warum die SNB auch bei negativem Eigenkapital den Banken gegenüber noch zahlungsfähig, liquide ist.
      Die staatliche Kasse kann per neu gedruckten Geldscheinen beliebig aufgefüllt werden, und auf diese Kasse darf die SNB in beliebiger Höhe per Kredit zugreifen.

      Die Banken müssen deshalb keinerlei Wertberichtigungen auf ihre Giroguthaben befürchten, wenn die SNB negatives Eigenkapital ausweisen sollte, weil die SNB den Banken gegenüber immer liquide ist.

      Sie schreiben:
      „Ais diesem Grund begeht Vollgeld Guru Thomas Mayer denselben Irrtum und behauptet, bei Geldschöpfung entstünde ein Ertrag für die SNB.“

      Der Ertrag ensteht beim Staat, wenn Orell Füssli neue Gedscheine liefert.
      Einbuchung beim Staat, wie oben gezeigt:
      Kasse an Eigenkapital.

      Die Vollgeld-Initianten (ggf. einige von ihnen) möchten, dass diese Einbuchung bei der SNB geschieht.

      Das könnte man tatsächlich so machen, in diesem Fall könnte sich die SNB per Druckerpresse beliebig mit frischem Geld kapitalisieren.
      Da in diesem Fall die Warnfunktion „negatives Eigenkapital“ entfallen würde, halte ich es nicht für sinnvoll.

      Sie schreiben:
      „Man kann ihm dies nachsehen, da auch Jordan behauptet, durch Geldschöpfung könne die SNB ihr Eigenkapital aufstocken.“

      Jordan sagt exakt das Gegenteil (nicht nachhaltig aufbauen).
      Diverse Kommentatoren haben Ihnen geschrieben, dass das Wort „nachhaltig“ sehr unglücklich plaziert wurde, es gehört da eigentlich nicht hin.
      Es berechtigt aber nicht dazu, die Aussage von Jordan ins Gegenteil zu verkehren.

      Sie schreiben:
      „SNB und Bundesrat sind dieser Initiative nicht gewachsen.“

      Meiner Ansicht nach sollten SNB und Bundesrat das Volk darüber aufklären, dass keine Banknoten im Spiel sind, sondern dass wir es mit staatlichen Geldscheinen zu tun haben.

      Das wäre ein riesiger Schritt zum richtigen Verständnis der Vorgänge rund ums Geld.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy
      Du kannst noch 1000 Buchungssätze zu Papier bringen; am FALSCHEN Umstand, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft Notengeld emittieren soll und kann (auch mit Vollgeld nicht) ändert sich immer noch nichts.
      Alle daraus abgeleiteten Folgerungen sind natürlich dementsprechend ebenso falsch und nutzlos. Für die entsprechende Argumentation sind demnach auch nicht 10 oder 20 überflüssige Seiten notwendig.

    • @Hardy, der Student

      Danke

      Erstens:

      SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan hat in seinem Referat „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“ folgendes behauptet:

      Zitate Jordan:

      „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann. (S.5)


      „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.“ (S.6)

      „Da ein Liquiditätsengpass in eigener Währung unmöglich ist, stellt sogar eine Situation, in der eine Zentralbank negatives Eigenkapital ausweist, für ihre Geschäftspartner kein Problem dar. Denn im Unterschied zu anderen Unternehmen und Banken könnte sie auch in diesem Fall den künftigen Forderungen in eigener Währung immer nachkommen. Die Gegenparteien einer Zentralbank mit vorübergehend negativem Eigenkapital sind demzufolge nicht schlechter gestellt als solche einer Zentralbank mit einem grossen Eigenkapitalpolster.“ (S.6)


      „Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“ (S. 7)


      „Insbesondere reichen in einem solchen Umfeld die Zinserträge und Dividenden auf den Fremdwährungsanlagen bei weitem nicht aus, um die Wechselkursverluste zu kompensieren“ (S.10)


      „Erstens kann eine Zentralbank auch bei vorübergehend negativem Eigenkapital nicht in eine Situation geraten, in der sie nicht mehr imstande ist, ihre Schulden vollumfänglich zu begleichen.“ (S.11)


      „Dauerhaft strukturelle Bilanzprobleme erscheinen widersprüchlich, da wir doch immer in der Lage sind, eigenes Geld zu schaffen. „(S.12)


      „Im Extremfall kann sogar ein struktureller Aufwandüberschuss entstehen. Bleibt dieser Zustand negativer Seigniorage dauerhaft bestehen, wird eine Zentralbank gezwungen, Geld zu schöpfen, um die laufenden Kosten zu decken. „ (S. 12)


      „Eine Zentralbank bleibt trotz vorübergehend negativen Eigenkapitals uneingeschränkt handlungsfähig, weil sie nicht illiquid werden kann. „ (S. 13)


      „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden. Die Geldschöpfung erlaubt lediglich, den Zahlungsverpflichtungen vollständig nachzukommen.“ (S.13)

      Ende Zitate

      Alle diese Zitate von SNB-Chef Jordan belegen, dass Jordan davon ausgeht, dass die SNB bei der sogenannten Geldschöpfung „Liquidität“ – also ein Aktivum der SNB – schaffe. Zudem schaffe die SNB dieses Aktivum „aus dem Nichts“.

      Wenn die SNB ein Aktivum schaffen kann aus dem Nichts – also ohne Schulden – so bedeutet das, dass bei der Geldschöpfung Eigenkapital der SNB entstehe.

      Anders formuliert: Kann die SNB aufgrund von Geldschöpfung ihre Schulden „aus dem Nichts abbauen“, so folgt daraus konsequenterweise, dass dabei das Eigenkapital der SNB zunimmt, da Fremdkapital und Eigenkapital zusammen 100 Prozent ergeben.

      Könnte die SNB also durch Geldschöpfung aus dem Nichts das Fremdkapital beispielsweise um 10 Prozent abbauen, so ginge daraus logischerweise hervor, dass das Eigenkapital um 10 Prozent steigen würde.

      Man kann es drehen und wenden wie man will: Jordan behauptet x-mal, dass durch Geldschöpfung das Eigenkapital der SNB entsprechend zunehme.

      Dieses Argument nehmen nun die Vollgeld-Initianten. Sie behaupten, dass auch die Geschäftsbanken bei der Geldschöpfung einen Ertrag erzielen. Und diesen angeblichen Ertrag wollen sie von den Geschäftsbanken auf die SNB übertragen.

      Die Vollgeld-Initianten sind also im gleichen Spital krank wie Herr Jordan.

      Zweitens:

      Und nun zu Ihrer Argumentation Hardy:

      Ihre grundsätzliche Verwechslung ist die: Sie meinen, Banknoten oder auch die Giroguthaben der Banken (Notenbankgeldmenge) bei der SNB stellten eine Schuld der SNB gegenüber dem Staat dar.

      Das ist falsch: Giroguthaben der Banken bei der SNB sind Guthaben der Banken bei der SNB – nicht Guthaben des Staates bei der SNB. Sie können die entsprechenden Gegenposition in den Konten der Bilanzen finden als Aktiven eingebucht unter „Guthaben bei Zentralbanken“ (dabei dürfte es sich vornehmlich um Guthaben bei der SNB handeln).

      Es könnte also sein, dass z.B. Ihre Pensionskasse, lieber Hardy, das Geld, das Sie einbezahlt haben, bei der CS angelegt hat und diese hat es bei der SNB angelegt.

      Das ist also nicht ein Guthaben des Staats bei der SNB, sondern Ihr Guthaben, Hardy. Oder wollen Sie sich enteignen lassen?

      Wenn Sie behaupten, es gäbe eine sogenannte „Staatspapier-Kammer“. Wo ist diese denn? Ist sie dem Finanzdepartement angelgliedert? Ist Ueli Maurer deren Chef? Ich habe Sie schon vor drei Jahren aufgefordert, mir einmal die Adresse dieser geheimnisvollen Staatspapierkammer zu geben, welche Ihrer Meinung nach eine versteckte Nationalbank ist. Leider vergeblich.

      Sie wiederholen hier anonym endlos Ihr kommunistisches Projekt, wonach der Staat „per Dekret“, wie Sie es nennen, Geld schaffe und die Bürger dann dieses zu akzeptieren hätten.

      Ihr Modell hier ist Kommunismus pur. Als Anonymer vertreten Sie es hier immer wieder. Bei den Vollgeld-Initianten haben Sie nun Gleichgesinnte gefunden.

      Leider basiert ihr Modell auf demselben Irrtum wie ihn Herr Jordan und die Vollgeld-Initianten begehen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Hardy der Student

      Übrigens noch amüsant: Sie behaupten, SNB-Chef Jordan habe nicht gesagt, bei einer Geldemission entstünde Eigenkapital und gleichzeitig behaupten Sie, bei der Geldschöpfung durch ihre sogenannte „Staatspapierkammer“ entstünde Eigenkapital.

      Sie haben die Übersicht über Ihre wirren Behauptungen offenbar genauso verloren wie die Vollgeld-Initianten und Herr Jordan selber.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      auf Ihre schöne Zusammenstellung von Jordan-Aussagen bin ich hier eingegangen:

      https://insideparadeplatz.ch/2017/03/31/exporteure-sind-unsere-neuen-bauern-statt-milchpreis-ist-heute-der-euro-preis-garantiert/#comment-169442

      Nun noch kurz zum Rest.

      Sie schreiben:
      „Ihre grundsätzliche Verwechslung ist die: Sie meinen, Banknoten oder auch die Giroguthaben der Banken (Notenbankgeldmenge) bei der SNB stellten eine Schuld der SNB gegenüber dem Staat dar.“

      Unterlassen Sie doch mal bitte solch Haarsträubendes:
      Ich soll der Ansicht sein, dass Giroguthaben der Banken eine Schuld der SNB gegenüber dem Staat darstellen würden?
      Geht’s noch?
      Zigfach habe ich Ihnen geschrieben, dass die SNB den Banken Schweizer Franken schuldet, wenn diese Banken ein Giroguthaben bei der SNB haben.

      Schulden beim Staat hat die SNB, NACHDEM sie den Banken Papierfranken ausgezahlt hat.
      Bei den Banken hat die SNB dann keine Schulden mehr.
      Die Banken haben ihr Geld dann bekommen.

      Sie schreiben:
      „Wenn Sie behaupten, es gäbe eine sogenannte „Staatspapier-Kammer“. Wo ist diese denn?“

      Staatsschatzkammer…
      Der Inhalt der Staatsschatzkammer, die schönen Papierfranken, befindet sich bei der SNB.
      Sehen Sie, es ist völlig vergleichbar, wenn mein Vater mir eine Geldkiste mit 10 Millionen Franken auf den Wohnzimmertisch stellt und mir die Verfügung darüber per Kredit gestattet.

      Rechtlicher Eigentümer der schönen Papierfranken, die bei der SNB lagern, kann nur der Staat sein. Wer denn sonst? Bei wem sollte die SNB denn sonst die Schulden haben, die sie uns unter „Notenumlauf“ zeigt?

      Es wäre Sache des Staates, eine entsprechende Erklärung abzugeben.
      Wir können uns diese richtige Darstellung nur aus den uns zur Verfügung Fakten „rückwärts“ erarbeiten.
      Die Fakten sind:
      a) die Schuldenposition „Notenumlauf“ bei der SNB
      b) „Banknoten“, für die man nichts von der SNB fordern kann, die die SNB nicht einlösen muss.

      Nicht einlösbare Banknoten kann es unmöglich geben.

      Die Lösung, Staatspapiergeld, und das Staatsschatzkammer-Zentralbank-Modell habe ich Ihnen zigfach genannt, mehrfach mit allen zugehörigen Bilanzen.

      Sie schreiben:
      „Sie wiederholen hier anonym endlos Ihr kommunistisches Projekt, wonach der Staat „per Dekret“, wie Sie es nennen, Geld schaffe und die Bürger dann dieses zu akzeptieren hätten.“

      Erstens habe ich kein Projekt und zweitens hat es nichts mit Kommunismus zu tun.

      Ich beschreibe mit allen erforderlichen Bilanzen, was HIER UND HEUTE ganz real in der Schweiz abläuft.
      Mit dem gleichen Erklärungsmodell können Sie die Abläufe in anderen Staaten, auch in den Euro-Staaten, sauber erklären.
      Alle Staaten arbeiten mit Staatspapiergeld.

      Jeder Franken-Gläubiger muss die schönen Franken-Zettel akzeptieren. Nicht ich habe mir das ausgedacht oder festgelegt, nein, es war der Staat Schweiz.
      Per Gesetz wurde festgelegt, dass die schönen Franken-Zettel das „Gesetzliche Zahlungsmittel“ sind.
      Und damit sind diese Zettel Schweizer Franken.

      Lassen Sie Ihren Kommunismus-Hammer mal schön im Schrank.

      Staatsgeld hat mit Staat zu tun, nicht mit Kommunismus.

      Freundliche Grüße!

    • Kurz und bündig. Mit Vollgeld sicher nicht dorthin, wo er gebraucht würde, als vielmehr dorthin, wo am meisten dafür bezahlt (sind wohl dann wieder die Superreichen) würde! Wenn alles durch die gleiche Stromleitung (SNB) fliesst, ist eben die Gefahr gross, dass irgendwann ein Black-Out eintritt.

    • Die Frage denkt nur den ersten Schritt.

      Das Geld welches dem Staat zufliesst bleibt ja nicht dort…

      Sonst hätten wir ja keine Staatsschulden.

      Also stellt sich die Frage wohin fliesst die Zinskomponente jedes Kaufpreises und Steuersatzes?

  4. Der Herr Professor Emeritus versteht ganz offensichtlich nicht was Geld ist. Er schreibt: „Notenbankgeld ist aber, wie wir an dieser Stelle schon häufig gelesen haben, immer eine Schuld der Notenbank.“ Nein Herr Geiger, da irren Sie gewaltig.

    Geld entsteht bei einem nicht abgeschlossenen Tauschgeschäft. Wer für eine erbrachte Leistung Geld entgegen nimmt, hat Anspruch auf eine entsprechende gleichwertige Gegenleistung. Bei der GELTendmachung des Anspruches geht dieser an den nächsten über (Man beachte die Etymologie des Wortes Geld). Damit ist Geld ein abstraktes Recht, welcher den Anspruch auf die gleichwertige Gegenleistung verbrieft. Die Summe aller ausstehenden Ansprüche zeigt die volkswirtschaftliche Leistung und kann mit einem Kuchen verglichen werden. Erst jetzt kommt die Geldmenge ins Spiel, diese zeigt wie gross die einzelnen Kuchenstücke sind. Wenn die SNB oder die Banken die Geldmenge erhöhen, geben sie keine zusätzlichen Kuchenstücke heraus, sondern sie teilen den bestehenden Kuchen in kleinere Stückchen. Das ist ein klassischer Umverteilungsmechanismus. Wenn wir über die Vollgeld-Initiative sprechen, so sprechen wir darüber, wer die Regeln für diesen Umverteilungsmechanismus bestimmen darf und wer letztlich davon profitiert und wer verliert. Da die SNB nur den Bargeldumlauf emitiert (gut 80 Mrd. CHF), die Geldmenge M3 aber über das 12fache beträgt (1000 Mrd. CHF), ist offensichtlich, dass dieser Umverteilungsmechanismus in den letzten Jahrzehnten ganz überwiegend in die Hände der Banken geraten ist. Dies obwohl das Geldmonopol nach der Verfassung eigentlich bei der SNB liegen würde.

    Der Geldschein ist lediglich ein Tauschhilfsmittel ohne inneren Wert. Der Wert des dahinter stehenden Versprechens bestimmt der Markt allein, nicht die Aktiven der SNB. Deshalb ist auch die Buchhaltungs- und Bilanzierungsfrage nicht zielführend. Sie wäre es nur, wenn das umlaufende Geld, gleichzeitig auch einen Warenwert inne hat, wie bei der Goldmünze (dieser könnte stellvertretend auch hinterlegt sein). Und selbst dann würde die Bilanzierung nur den inneren Wert messen, nicht jedoch den Geldwert. Wir sind aber nicht mehr im Goldstandart, deshalb ist diese letzte Betrachtung überflüssig.

    • @Stadelmann: Sie machen ein riesiges Durcheinander.

      „Wer für eine erbrachte Leistung Geld entgegen nimmt, hat Anspruch auf eine entsprechende gleichwertige Gegenleistung.“: Wenn ich Geld entgegengenommen habe, ist die Transaktion abgeschlossen. Natürlich hoffe ich, mir damit etwas kaufen zu können, aber eine Hunderternote ist kein „abstraktes Recht“ auf irgendetwas, sondern ein konkretes Stück Papier, von dem ich hoffe, dass es auch morgen noch einen Wert hat.

      „Die Summe aller ausstehenden Ansprüche zeigt die volkswirtschaftliche Leistung und kann mit einem Kuchen verglichen werden.“ Die volkswirtschaftliche Leistung pro Jahr, oder pro Monat, oder pro Tag? Die volkswirtschaftliche Leistung hat direkt nichts mit der Geldmenge zu tun. Das eine ist eine Stromgrösse, das andere eine Bestandesgrösse.

      Geldmenge M3: Zur Geldmenge M3 werden auch die Sparguthaben gezählt. Wenn ich die Vollgeldinitiative richtig verstehe, wird es auch bei einer Annahme Sparguthaben bei Geschäftsbanken geben, M3-Geld würde also weiterhin von den Banken „geschöpft“.

    • @Moneymoney: Das Durcheinander machen Sie. Versuchen Sie das Wesen von Geld zu ergründen.

      „Wenn ich Geld entgegengenommen habe, ist die Transaktion abgeschlossen.“ Nein, der Sinn des Wirtschaftens läuft letztlich immer auf einen Tausch hinaus. Solange Sie ihren Geldschein nicht eingelöst haben, ist nur die Hälfte der Transaktion abgeschlossen, weil sie eben noch immer mit dem Anspruch auf eine gleichwertige Gegenleistung herumlaufen. Die Volkswirtschaft (nicht die SNB oder die Banken!) ist Ihnen noch etwas schuldig. Ob die Gegenleistung zum Zeitpunkt der Geltendmachung des Anspruchs tatsächlich noch gleichwertig ist, hängt a) davon ab, ob die Volkwirtschaft noch immer gleich leistungsfähig ist (i. d. R. nimmt die Leistungsfähigkeit zu.) und b) ob die Geldmenge konstant geblieben ist (Ihr Anteil am Output der Wirtschaft).

      Leistung ist allgemein der Quotient aus Arbeit und Zeit. Sie haben richtig erkannt, die volkswirtschaftliche Leistung hat nichts mit der Geldmenge zu tun. Denn die Geldmenge zeigt nur wie gross die einzelnen Anteile auf die gesamten ausstehenden Ansprüche sind. Entsprechend ist Geld ebenfalls eine Stromgrösse und der Geldschein ist ein Bruchteil davon.

      Auch Sparguthaben sind Ansprüche auf ausstehende Gegenleistungen. Deshalb ist M3 das relevante Geldmengenaggregat für volkswirtschaftliche Betrachtungen. Die Geldmengenerhöhung („Geldschöpfung“) passiert jedoch nicht bei der Überweisung auf ein Sparkonto sondern bei der Vergabe eines Kredits. Im Unterschied muss bei Vollgeld die Bank die „Geldscheine“ (oder das elektronische Buchgeld) in Form von Fremdkapital zuerst haben, bis sie das Darlehen weiterverleihen kann.

  5. Schade Herr Geiger, in Ihren Beiträgen zur Vollgeld-Initiative verwenden sie entweder die Marxismus- oder Fakenews Keule oder sie versuchen, die Initiative ins lächerliche zu ziehen.

    Damit tragen sie dazu bei, die wahre Funktion des Geldsystems zu vernebeln.

    Die Initiative hat eine breite, öffentliche und demokratisch würdige Diskussion über unser Geldsystem verdient.

    Die Frage ist doch ganz einfach: Will der Bürger sicheres und echtes Geld auf seinem Bankkonto haben oder nicht?

    • Vollgeld ist weder „sicherer“ noch “ echter“ als bestehendes Geld. Vollgeld sorgt per Saldo schlicht und einfach dafür, dass die hiesigen Banken ihre Kreditfähigkeit verlieren und das Schweizerische Bezahlsystem für Jahrzehnte oder Jahrhunderte in der globalen Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Genau dafür sollten die Initianten zur vollumfänglichen Verantwortung gezogen werden!

  6. Grüezi Herr Thomas Mayer,

    Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass eine Gesellschaft, welche solch ein „Geldsystem“ wie das aktuelle erlaubt und daran festhält, geistig um moralisch krank ist.

    Vollgeld als Alternative?

    Geschäftsbanken erzeugen Schuldverhältnisse, für die sie zunächst auch erst mal geradestehen müssen, denn Geschäftsbanken müssen ihre Kreditschulden bei den Kreditnehmern in einem Standard bezahlen, den sie selbst nicht erzeugen können – Zentralbankgeld nämlich!.

    Geschäftsbanken schöpfen kein Geld, kein Giralgeld, kein Buchgeld, kein Bankengeld. Die Vollgeld-Befürworter behaupten diese unhaltbaren Thesen mit (Giralgeldschöpfung) und (die Banken bezahlen mit ihrem selbstgeschöpftem Giralgeld) und stellen die Sache m.M. in diesem Punkt nicht korrekt dar.

    Zu den viel zitierten Buchhaltungspraxis: Wie sieht die aktuelle Sitauation aus?

    Ein Buchungssatz ist, ( m.M.) nur dann korrekt, wenn auf beiden Seiten dieselbe Währung steht, also entweder Zentralbankgeld oder Giralgeld. Die Verbindlichkeit gegen die Geschäftsbank, verschleiert, der Bankbetrieb, indem er sie in eine Verbindlichkeit, Zentralbankgeld an den Kreditnehmer zu liefern, umdeutet.

    Das ist aber buchhalterisch unmöglich, denn dann würde in dem Buchungssatz:

    Forderungen an Verbindlichkeiten der Kreditvergabe links Giralgeld und rechts Zentralbankgeld stehen. Das ist kein gültiger Buchungssatz!

    Ich habe mich mit den Übergangsbestimmungen der Initiative auseinandergesetzt:

    Laut Übergangsbestimmung soll (am Stichtag des Inkrafttretens) alles Buchgeld auf Zahlungsverkehrskonten – gemeint ist das nicht -gesetzliche Zahlungsmittel – Sichtguthaben gegenüber Geschäftsbank – zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel werden.

    Gehe ich richtig in der Annahme das die Verbuchung fortan vergleichbar sein dürfte mit jener z.B. einer Aktie eines Bankkunden: Auch sie erscheint nicht in der Bilanz der Bank und sie ist im Konkurs der Bank absonderbar (Art. 16 und 37d Bankgesetz)?.

    Die Zahlungskontoguthaben (aka „Vollgeld“) könnten demnach künftig z.B. bei einem neuen Abwicklungszweig zu buchen sein. So führt heute die SIX Interbank Clearing AG im Auftrag der SNB bereits die auf Zentralbankbuchguthaben lautenden Verrechnungskonti der Banken?. Wäre dies denkbar?

    In der SNB Bilanz würde die Gegenbuchung auf der Aktivseite die neu hinzugebuchten „Vollgeld“-Passiva aufwiegen – nur – wie soll der Abbau der neu einzubuchende Schuld in gleicher Höhe gegenüber der SNB ausgeglichen werden?. Der Abbau dieser Schuld ist eine von der Initiative nicht ausreichend geklärte Frage.

    Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner [4. April 2017 / 08:28]

      Keine Ahnung, wie Sie darauf kommen, dass Banken kein Geld schöpfen. Ich dachte, die Diskussion sei unter interessierten Kreisen weiter fortgeschritten…

      Suchen Sie sich hier eine Quelle aus, der Sie vertrauen (Tipp: Aargauer Kantonalbank erklärt’s gut.):
      http://www.vollgeld-initiative.ch/wie-entsteht-geld/

      Sie gehen davon aus, dass alle bisherigen Buchhaltungsregeln ohne jede Anpassung weiterbestehen werden. Ich habe keine Ahnung, ob man Zentralbankgeld in einem Buchungssatz mit „anderem“ Geld unterbringen darf! Meines Erachtens stellt sich diese Frage heute gar nicht. Aber egal.

      Die Buchhaltung für Vollgeld erfolgt meines Wissens analog zur heutigen Handhabe mit Bargeld – zumindest für die Geschäftsbanken.

      Wie in anderen Kommentaren schon angedeutet, ist es eine komische Vorstellung, dass für die SNB genau dieselben Bedingungen gelten sollen wie für die Geschäftsbanken. – Wie viel Eigenkapital und wie viel Reserven muss denn eine Zentralbank haben (und bei wem)?

      Wie die Buchung bei der SNB funktioniet habe ich noch nicht im Detail nachvollzogen. Lesen Sie selbst:
      http://www.vollgeld-initiative.ch/fa/img/Vertiefung_deutsch/2016_10_01_Bilanzierung_von_Vollgeld.pdf

      Freundliche Grüsse

    • Grüezi@Michael Schwyzer,

      Giralgeld, Buchgeld oder Bankengeld sind kein Geld im Sinne eines gesetzlichen Zahlungsmittels, sondern eine Schuld der Bank die sich als Aktivum bei den Haushalten wiederfindet. Eine Bankforderung ist im wesentlichen ein Verfügungsrecht über Zentralbankgeld. Das sage nicht ich, sondern der Gesetzgeber. Die Übergansbestimmungen sind diffus formuliert, da eine Klarstellung zu erwirken wäre schon hilfreich.

      Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner [5. April 2017 / 08:53]

      Da haben Sie vollkommen Recht.

      Genau darin liegt aber der Hund begraben: Sichtguthaben (Buchgeld) sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel, aber erfüllen – ökonomisch gesehen – dieselben Funktionen.

      Der Begriff „Geld“ wird in der Ökonomie sehr dehnbar verwendet (obwohl das Geld das „Blut der Volkswirtschaft“ ist!).

      Da aber die ökonomischen Funktionen von Geld bei privat geschöpftem Buchgeld vorhanden sind, ermöglicht die private Buchgeldschöpfung den Banken einen Finanzierungsvorteil: Sie müssen nur einen sehr geringen Anteil ihrer (mit eigens geschöpftem Buchgeld bezahlten) Vermögenswerte (Kreditforderungen, Wertschriften, Immobilien…) via Mindestreserven refinanzieren. Zudem müssen sie die Refinanzierung erst einige Zeit nach der Investition bzw. dem Kauf sicherstellen.

      Alle anderen Wirtschaftsteilnehmer werden benachteiligt; sie müssen ihre Finanzierung im Voraus gewährleisten und ggfs. auf den vollen Betrag von Beginn an Zinsen zahlen!

      Privates Buchgeld ist – im Gegensatz zu Vollgeld – nicht sicher, was die meisten Leute nicht realisieren.

      Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang ist, dass man faktisch dazu gezwungen wird, privates Bankengeld zu verwenden, da es kein elektronisches gesetzliches Zahlungsmittel gibt. Das ist unvorstellbar rückständig für eine Land wie die Schweiz. Implizit ist das eine staatliche Förderung für die Banken: Viele Leute haben gar nicht genug Geld, um andere Finanzdienstleistungen von Banken zu beanspruchen, müssen aber zwecks Zahlungsabwicklung ein Bankkonto haben!

      (Anekdote: Ich habe schon versucht, meinen Anspruch auf Erwerbsersatz bei der Ausgleichskasse in gesetzlichem Zahlungsmittel zu erheben. Es wurde mir verwehrt. Ich hatte nicht die Mittel und Lust, rechtliche Schritte einzuleiten.)

      Daneben gibt es aber noch ein Vielzahl von Gründen, weshalb ein Vollgeld-System dem heutigen Zustand überlegen ist: http://www.vollgeld-initiative.ch/kernbotschaften/

    • Nur die Geschäftsbanken schöpfen Buchgeld für die Wirtschaft! Die Zentralbanken schöpfen das Zentralbankgeld als Manöveriermasse mittels Buchgeldumtausch mit den Geschäftsbanken aus Devisen- und Geldmarktoperationen!
      Einen anderen Weg zur Bankgirokontobildung gibt es nicht!
      Das Geldsystem ist im Bankensystem einverleibt! Die Geschäftsbanken können über ihr Bankgirokontoguthaben bei der Zentralbank im Rahmen der Reglemente für den bankübergreifenden Zahlungsverkehr verfügen! Dieser Schneeballeffekt erzeugt den Denkfehler, dass aus Kundenguthaben Kredite entstehen würden! Das Gegenteil ist der Fall!

    • Was zum Teufel soll denn gut sein, wenn schlussendlich noch EINE Gegenpartei (die SNB) über die Kreditabilität befindet, gegenüber etwa 300 wie aktuell. Diese Initiative ist schlicht und einfach unverbesserlich und gehört ins Reich der roten Theorie. Leider wird dabei dem Normalbürger weiszumachen versucht; dass damit die(zugegebenermassen) leidige Bankenmisere gelöst werden kann! Dass aber vermutlich irgendwo 50’000 Arbeitsstellen direkt und vielleicht nochmals soviel indirekt vernichtet würden, wird einfach mal so ausgeblendet!

    • @Supermario [5. April 2017 / 16:23]

      Gar nicht super, was Sie hier so verbreiten! Das ist Irreführung, keine Ansichtssache. Ist das ihr Ernst, oder wird auch bei Insideparadeplatz getrollt?!

      Die Vollgeld-Initiative zentralisiert die Geldschöpfung, nicht die Kreditvergabe! Ich kann mir nicht erklären, wie man solch steile Thesen (SNB entscheidet, wer einen Kredit bekommt) aus dem Initiativtext ableiten kann!

      Vollgeld ist ein Schritt in Richtung faire Marktwirtschaft und sogar mehr volkswirtschaftlicher Effizienz, nicht in Richtung roter Konzepte.

      Apropos steile Thesen:
      @Supermario [6. April 2017 / 14:09]
      Prophezeiungen so weit in die Zukunft hinaus erfreuen sich in unseren Kreisen nicht mehr derselben Beliebtheit wie noch vor ca. 1500 Jahren…

      Zur Prävention von weiteren Missverständnissen:
      http://www.vollgeld-initiative.ch/initiativtext-erlaeutert/

    • @Michael Schwyzer
      Kommentar zum Initiativtext: „Die Banken dürfen dann nur noch Geld verleihen, das sie dafür zur Verfügung gestellt bekommen haben, sei es von Sparern, Unternehmen, Versicherungen, anderen Banken oder der SNB. Damit werden die Banken allen anderen Unternehmen und Privatpersonen gleichgestellt, welche für die Ausgabe von Darlehen das Geld auch zuerst selber haben müssen. Banken können die Geldmenge der Volkswirtschaft nicht mehr über jenes Volumen hinaus erhöhen, welches die SNB festgesetzt hat. Das beendet den bisherigen Wildwuchs der Geldentstehung und die Geldmenge wird wieder steuerbar.“
      Jede Geschäftsbank braucht auch heute schon Einlagen (welcher Art auch immer) um Kredit vergeben zu können; damit ändert sich für die Geschäftsbanken rein gar nichts!
      All die anderen, unausgegorenen Ideen, wie „schuldfreies Geld“ (ist ein Widerspruch in sich) und Geldschöpfung aus der Wolke (wo ja auch keine Verpflichtungen entstehen sollen und das noch ohne inflationäre Tendenzen) sind Wunschträume und werden mit Sicherheit nicht funktionieren und die Schweiz zur globalen Lachnummer mutieren lassen.
      Dass dabei noch sämtliche Schattenbanktätigkeiten (wie WIR etc.) legitimiert werden sollen, schlägt dem Fass den sprichwörtlichen Boden aus.
      Und schlussendlich soll ja dann „der Bund“ in eigener Regie „notwendige“ Gesetze und Regelungen für die „Finanzstabilität“ (ohne Zutun der Demokratie) verabschieden können; wenn das nicht zentralistisch im ersten Grad ist, kann ich Euch leider auch nicht mehr helfen!

  7. Begriff „Emeritiert“: ist eine Form der altersbedingten Befreiung von der Pflicht zur Wahrnehmung der Alltagsgeschäfte (Entpflichtung). Laut Wikipedia.

    Also auf deutsch und für alle verständlich „pensioniert“.

  8. Der Autor und auch Marc Meyer verwechseln das Schweizerische NotenBüro (SNB) noch immer mit einer Bank.
    Sie glauben sicher auch, das sei eine Aktiengesellschaft, bloss weil es SNB-Aktien gibt.
    Daher glauben die beiden auch, die Bilanz spiele für das SNB irgend eine Rolle.
    Das ist nicht nur falsch, sondern völlig irreführend, fake news. Darum ist ihre Kritik am Vollgeld ja auch auf so groteske Art verkehrt.

    • Und gewisse Kommentatoren glauben wohl immer noch, dass die Erde Scheibenform aufweist. Selbstverständlich spielt die Bilanz für jedwelche Unternehmung (ob Zentralbank, Geschäftsbank, Produktionsunternehmen oder was auch immer) eine gewichtige Rolle. Wer das nicht begreift, hat weder im Kleinen noch im Grossen wirtschaftlich irgendwas verloren! Womit sonst als mit Bilanz und Erfolgsrechnung willst Du dann den Erfolg messen, bitte schön?

    • @ Supermario [6. April 2017 / 14:03]

      Ich hab ja an der Uni gelernt, dass die öffentlichen Haushalte auch ohne doppelte Buchhaltung auskommen.

      Aber vielleicht rühren die Löcher in den öffentlichen Kassen ja nicht daher, dass zu viel ausgegeben bzw. zu wenig eingenommen wird, sondern daher, dass diese keine ordentliche Bilanz erstellen!^^

    • @Michael Schwyzer
      Wenn öffentliche Haushalte mit negativem Eigenkapital laborieren, heisst das doch lange noch nicht, dass sie keine „ordentliche Buchführung“ unterhalten. Wie sonst (ohne diese Bilanzierung) sollten sie denn ihre Defizite (oder seltenener Überschüsse) überhaupt ausweisen können?

    • @Supermario [7. April 2017 / 09:57]

      Ausschliesslich mittels Cashflow-Accounting.

      Ich habe noch nie eine Bilanz des Bundes (nur als ein Bsp.) gesehen, was daran liegt, dass es keine gibt, wenn meinem Professor denn Glauben geschenkt werden darf.

      (Doppelte Buchführung wie auch reines Cashflow-Accounting sind (wie Sie wohl auch wissen) nur eine Darstellungsform der wirtschaftlichen Realität. Theoretisch kann man auch ohne jede Buchhaltung rentabel wirtschften, was aber illegal und unpraktisch wäre.)

  9. In diesem Artikel versteht jemand möglicherweise das Geldsystem nicht. Dieser jemand sollte auch nicht versuchen den Leser zu beeinflussen. Kleiner Tipp an den Verfasser: Stichwort Zins. Einfach erklärbar und zielführend… Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

  10. Ich will ein sicheres Konto (= Vollgeld = keine Bankenrettung mehr – «too big to fail» ist dann gelöst)
    Ich will weniger Steuern (keine Bankenprivilegien und «Subventionierung» mehr)
    Ich will weniger Staatsschulden (Vollgeld jedes Jahr an Bund und Kantone – oder als Bürgerdividende)
    ICH WILL VOLLGELD

    • Zweimal den gleichen Schrott zu schreiben, macht es wahrlich auch nicht besser!

    • @Supermario [6. April 2017 / 13:58]

      Inhaltlich haben Sie damit 100% Recht, aber eine Meinung als „Schrott“ zu bezeichnen, ist nicht gerade nett und trägt auch nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.

      Nehmen Sie diese Diskussion nicht persönlich und bleiben Sie cool!

      Ob Vollgeld jetzt eingeführt wird oder nicht: Die Schweiz wird nicht untergehen, da bin ich mir ziemlich sicher!

      Und die Banken (falls Sie persönlich davon betroffen sind), haben durch Vollgeld nicht nur „Nachteile“ sondern auch erhebliche Vorteile. Das gilt insbesondere für kleine und regionale Banken, die sich auf die KMU statt auf den Rest der Welt konzentrieren. – Das kann man alles unter http://www.vollgeld-initiative.ch nachlesen.

  11. Dass die Initiative angenommen wird, halte ich für unwahrscheinlich, weil der risikoscheue Schweizer nicht ein ganzes System auf den Kopf stellen will.

    Aber wenn die Top Banker weiterhin Millionen abkassieren und die Banken Rettungen mit Steuergelder (oder Bail-In) zur Gewohnheit wird, dann kann sich die negative Stimmung gegen die Banken in der Annahme einer solchen Initiative entladen.

  12. Ich will ein sicheres Bankkonto (=Vollgeld = kein „too big to fail“ mehr)
    Ich will keine „Bankenprivilegien“ mehr (= keine private Geldschöpfung mehr)
    Ich will (teilweise) „schuldenfreies in Umlaufbringen“ von neuem Geld
    Ich will weniger Steuern (weshalb muss sich der Staat mit neuen Anleihen (=Schulden) finanzieren?)
    ICH WILL VOLLGELD!!! Deshalb stimme ich JA!

    • Wollen kannst Du noch viel; wie man allerdings von „schuldfreiem Inumlaufbringen von Geld“ schwafeln kann, entbehrt jeglicher Logik. Jeder Franken (ob als Vollgeld oder wie heute) welcher in Umlauf kommt, stellt ultimativ eine Schuld der SNB im genau gleichen Umfang (eben einen Franken) dar. Auch wenn die Initianten – zu denen Du wohl selbst gehörst – diesen Umstand mit 5 Dutzend, falschen Argumenten in die nächste Galaxie verziehen, ändern sich die Buchhaltungsgrundsätze deswegen auch in 200 Jahren nicht!
      NB Der Vergleich von Prof. Geiger ist wirklich hervorragend; die Herstellung von Elektrizität interessiert den Ottonormalo genauso wenig, wie diejenige von Geld. Dass aber beides von allen genutzt wird, wirst selbst Du nicht in Abrede stellen wollen?

    • @Supermario [5. April 2017 / 13:51]

      Die Regeln der Buchhaltung sind gottgegeben und in Stein gemeisselt!^^

      Besonders für die SNB, die erstaunlicherweise (^^) ein eigenes Gesetz hat, das überdies bei einer allfälligen Annahme der VGI zwingend überarbeitet werden muss, gelten natürlich genauso dieselben göttlichen Regeln der Buchhaltung und zwar unveränderlich und für immer und ewig!^^

      Warum haben gewisse Leute ein Problem damit zu verstehen, dass der Staat (in Form der SNB), der die Regeln der Gesellschaft (in Form der Legislative) bestimmt, nicht genau in dieselben Weise ebendiese Regeln befolgen muss wie die natürlichen und juristischen Personen?

      Der Staat bestimmt die Spielregeln, die Menschen spielen danach. Und im besten Fall haben alle die gleichen Regeln und Anfangsbedingungen. So oder ähnlich definiert sich doch ein liberales Staatsbild, nicht wahr?

    • @Michael Schwyzer
      Selbstredend zöge eine Annahme der Vollgeldinitiative eine Änderung des SNB-Gesetzes nach sich. Hingegen würde auch Vollgeld keinen Deut an den grundsätzlichen Regeln der Buchführung ändern (können). Schlussendlich frage ich mich noch, wie das mit dem „Staat“ gemeint ist. Aus meiner Sicht besteht dieser immer noch (zumindest offiziell) aus allen Bürgern in unserem demokratischen Land?

    • @Michael Schwyzer
      Sorry, jetzt wird also tatsächlich in den Raum gestellt, dass man mit Vollgeld einerseits den Banken den Leverage entziehen will und andererseits herausgegebenes Noten- und Giralgeld (zumindest teilweise) nicht mehr als Schuld bilanziert werden soll??? Wie zum Teufel hätte ich dann überhaupt einen Rechtsanspruch, wenn meine Franken-Guthaben in keiner Bilanz mehr stehen???

    • @Supermario

      Mir scheint, Sie haben sich noch nicht eingehend mit der VGI auseinandergesetzt. Ich kann und will Ihnen an dieser nicht alles erklären.

      Tipp:
      Lesen Sie auf der Seite der Initianten doch u.a. unter „Aufsätze“ den Beitrag zur Bilanzierung von Vollgeld (im Vergleich zur heutigen Buchung von Münz-, Noten und Buchgeld) durch.

      Oder lesen Sie das Buch „Vollgeld“ von Thomas Mayer und Roman Huber. (Sie drängen mich dazu, dafür Werbung zu machen.)

      Vollgeld stellt einen Paradigmenwechsel dar. Um es zu verstehen, muss man sich einmal darauf einlassen und über bestehende Grundsätze hinausdenken.

      Vollgeld ist frei von jeglicher Schuld. Es ist ein Vermögensgegenstand an sich.
      (Natürlich ist es noch immer wertloses Papier oder gar nur eine elektronische Information. Aber schon heute können Sie mit einer Banknote bei der Nationalbank keinen Anteil an deren Aktiva verlangen. Sie können sie höchstens gegen eine anderen Banknote eintauschen. Die Bilanzierung von Banknoten als Schuld der SNB stellt ein Relikt aus Zeiten der Golddeckung dar, als man noch bei der SNB mit einer Note das entsprechende Gold beziehen konnte.)

      Ihren Rechtsanspruch auf das Vollgeld auf Ihrem elektronischen Geldkonto können Sie – wie heute – nur geltend machen, wenn Sie belgen können, dass Sie der Kontoinhaber sind. Die Bank schaut in ihren Computer und sieht, dass Sie noch Geld auf Ihrem Konto haben. Dann können Sie entweder Bargeld beziehen oder eine Zahlung in Auftrag geben. Sie bekommen auch weiterhin einen Kontoauszug über ihr Guthaben, das aber neu Ihnen gehört und nicht nur einen Anspruch auf Auszahlung darstellt, der nichtig wird, wenn die Bank pleite geht.

      Es spielt dabei absolut keine Rolle, ob Ihr Konto in der Bilanz der Bank auftaucht, oder ausserhalb der Bankbilanz verbucht wird. Alle folgenden Fragen sind rein technischer Art.

      Die meisten Leute, die etwas gegen Vollgeld haben, profitieren (indirekt) von der heutigen Privilegierung der Banken oder sie haben das Konzept hinter der VGI noch nicht (ausreichend) verstanden.

    • @Michael Schwyzer
      Je mehr ich die verworrenen Kommentare zu verstehen versuche, desto mehr Ungereimtheiten, Phantastereien sowie Rattenfängereien kommen aufs Tapet.
      Mir dreht sich schon der Magen um, wenn von „schuldfreiem Geld“ gesprochen wird. JEDE geldwerte Transaktion beinhaltet auch eine Schuld; ansonsten ist die gesamte Transaktion WERTLOS. Wenn also jemand „schuldfreies“ Geld versucht zu emittieren; ist dieses (ob nun staatlich sanktioniert oder nicht) schlicht und einfach wertlos! Das kann er noch so aufwändig in Geschenkverpackung einhüllen, am Grundsatz ändert sich dabei gar nichts! Wenn Sie das nicht begreifen wollen, hoffe ich doch, dass wenigstens die meisten „normal begabten“ Mitbürger mit diesem rudimentären Vergleich leben können und die Rattenfängerei verstehen lernen.

  13. In dem Beitrag befinden sich leider viele Fehler und Ungereimtheiten, auf die ich interessierte Leser/innen gerne aufmerksam mache:
    – Die schuldfreie Auszahlung von neuem Geld ist für das Eigenkapital der SNB völlig neutral. Denn die SNB muss zunächst die Produktion des neuen Geldes als Ertrag buchen, bevor mit der Auszahlung ein Aufwand entsteht. (Ausführlich erklärt in: „Bilanzierung von Bankengeld und von Vollgeld“ auf, http://www.vollgeld-initiative.ch/aufsaetze)
    – Die SNB kann als Zentralbank niemals bankrott gehen. Zentralbanken sind vom Insolvenzrecht ausgenommen, sind immer liquide, da sie selbst Geld herstellen können, und können auch mit negativen Eigenkapital arbeiten.
    – Die Frage der Geldschöpfung ist keine technische Raffinesse, sondern es geht um die grundsätzliche Frage, ob Geld ein privates Gut oder eine öffentliche Infrastruktur ist. Private Güter sollten privat erzeugt werden, eine öffentliche Infrastruktur ist aber eine Aufgabe des Staates.
    – Die Vollgeld-Initiative vertritt die Ansicht, dass Geld öffentliche Infrastruktur ist und deshalb vom Staat gewährleistet werden muss. Entsprechend sollten auch die Erträgnisse der Geldschöpfung der Allgemeinheit zufliessen.
    – Es geht bei der Vollgeld-Initiative einfach darum, dass das elektronische Geld auf dem Privatkonto den gleichen Charakter erhält wie die Banknoten. Banknoten sind echte Franken, gesetzliche Zahlungsmittel und gedeckt durch die SNB. Diese Selbstverständlichkeit soll in Zukunft auch für die elektronische Buchgeld gelten.
    – Die von Herrn Geiger kritisierten Artikel des Initiativtextes sind weitgehend ein Nachvollzug gegenwärtiger Rechtspraxis. Die vielfältigen Bankenregulierungen sind juristisch genau betrachtet vermutlich schon heute ein Eingriff in die „Wirtschaftsfreiheit“ und das müsste laut Bundesverfassung extra ermöglicht werden. Das ist nichts neues, die Bundesverfassung schränkt gegenwärtig in sechs Gebieten die Wirtschaftsfreiheit ein. Deswegen ist die Schweiz aber kein marxistisches Land, wie Herr Geiger raunt, sondern ein liberaler Staat.
    Eine Bewilligung von Finanzprodukten gibt es auch schon heute. Die Vollgeld-Initiative schafft hier einfach verfassungsrechtliche Klarheit.
    – Unverständlich bleibt, was Herr Geiger dagegen hat, dass sich der Staat durch gesetzliche Regeln um ein stabiles Geld- und Bankensystem kümmert, wofür die Vollgeld-Initiative die verfassungsrechtliche Grundlage schafft. Herr Geiger fordert mit 10% Leverage Ratio selbst wesentlich radikalere Staatseingriffe als die Vollgeld-Initiative. 10% Leverage Ratio Eigenkapital bedeutet, dass die Banken ihr Eigenkapital etwa verdreifachen oder die ihre Kreditvergaben auf ein Drittel reduzieren müssten. Im Vergleich zu diesem kalten Sturm ist die Vollgeld-Initiative ein warmer Hauch.

  14. Man darf diese Initiative nicht unterschätzen. Man darf die steigende Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten in unserem Land nicht unterschätzen. Man darf die sozialen Verlustängste die tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sind nicht unterschätzen. Man darf und sollte, auf keinen Fall, das tiefe Misstrauen gegenüber das Banken, – und Versicherungssystem unterschätzen. Die „Hunderttausenden von Tramfahrern“ wollen die Macht der Banken beschneiden, und interessieren sich zu Recht, immer wie mehr für Aspekte die das tägliche Leben beeinflussen.

    Die SNB hingegen ist von einer geheimnisvollen, nahezu göttlichen Aura umwoben.

    Stichwort: Altersreform 2020, Private Verschuldung der Haushalte und Immo-Blase. Darin ist soviel sozialpolitischer Sprengstoff erhalten, um Vollgeld über Nacht einzuführen!

    Die Arroganz gewisser Kreise in unserem Land hat der arbeitenden Bevölkerung sehr geschadet. Ein weiter so und die Lage könnte eskalieren.

  15. @MD

    Die Vollgeld-Initianten wollen Geld schuldfrei in Umlauf bringen über Bund und Kantone.

    Das heisst im Klartext: Bund und Kantone verteilen Geld nach ihrem Gutdünken Geld an die Wirtschaft – ohne Gegenleistung (schuldfrei).

    Das ist Kommunismus pur.

    mfg

    • Niemand hat die Absicht, Unternehmen einfach Geld zu schenken! ^^

      Für diejenigen, die der tatsächliche Initiativtext noch nicht erreicht hat…
      http://www.vollgeld-initiative.ch/initiativtext/

      …und Kommunismus hat man mir bisher eigentlich auch immer ganz anders erklärt!

      Unglaublich: Da will wer die freie Marktwirschaft liberaler gestalten und – schwupps – wird er mit der Kommunismus-Keule vermöbelt!?!

    • @Marc Meyer, Dr. [5. April 2017 / 09:12]

      Alles klar – wertvoller Diskussionsbeitrag!^^

      @Marc Meyer, Dr. [3. April 2017 / 09:51]

      Das wäre der endgültige Untergang des Abendlandes:

      Plötzlich fände eine öffentliche Diskussion darüber statt, was mit dem (für die Wirtschaft benötigten) neuen Geld angestellt werden sollte und die Banken könnten es nicht mehr nach ihrem “Gutdünken” und allein zwecks Gewinnmaximierung verleihen.

      Die SNB könnte beim besten Willen keine bessere Geldmengensteuerung gewährleisten als ein Verbund von nicht koordinierten, allein ihrem Eigeninteresse verpflichteten, privaten Unternehmen!^^

  16. Sie meinen also das „dumme“ Volk interessiert sich nicht für das hoheitlichste Gut der Welt? Interessant zu sehen was Sie von Ihren eigenen Landsleuten halten. Aber was erwartet man schon von einer Person die Jahre lang bei der CS mitkassiert hat und jetzt sein Gummibox Denkansatz weiter verkauft. Gestatten Sie sich doch selbst einmal in Ihrem Leben weiter zu denken als dass was man Ihnen selbst eingetrichtert hat. Sie wären überrascht 😉

  17. Es geht um die einfache Frage, wer das Geld in einer Gesellschaft herstellen und ob Kredit nicht sinnvollerweise vom Geld getrennt werden soll. Diese Frage zu stellen ist völlig legitim. Vorallem wenn ein bestehendes System so hohe Kosten für den Markt und auch die Allgemeinheit verursacht. Allein die indirekten Subventionen durch implizite Staatsgarantie für die Grossbanken ist ein liberaler Supergau, da sie den Markt komplett verzerren und hat mit dem «natural system of liberty» wie es sich Adam Smith vorgestellt hat rein gar nichts mehr zu tun. Herr Geiger, sie verwechseln eindeutig Marktfundamentalismus mit Liberalisms und unterstellen denen die sich für eine funktionierende liberale Demokratie einsetzen Marxisten zu sein.

    • Vollgeld IST marxistisch, da die Kredithoheit ausschliesslich bei EINER zentralen Stelle (der SNB) liegt.

  18. @Prof. Geiger

    Sehr geehrter Herr Professor Geiger

    Sie haben Recht: Die Initianten kriegen Angst vor ihrer eigenen Initiative. Zu Recht: Gemäss ihrer Initiative wollen sie aktives Vollgeld und behaupten, heutige Banknoten seien das. Dabei übersehen sie, dass Banknoten Passiven der SNB sind.

    Die Initianten verstehen somit ihre eigene Initiative nicht. Sie verwechseln Aktiven und Passiven.

    Der Vergleich mit dem Wechselstrom / Gleichstrom trifft exakt zu.

    Leider begehen Sie denselben Irrtum wie die Vollgeld-Initianten und die SNB. Ich habe das Ihnen schon diverse Male hier erklärt – aber Sie lesen offenbar meine Texte nicht. Und meine Texte versteht man – wenn man will – das beweisen zahlreiche Kommentare.

    Sie argumentieren, man könne die Initiative auch umsetzen, wenn man den Mindestreservesatz im Nationalbankgesetz auf 100 Prozent anhebt.

    Sie gehen also immer noch davon aus, dass die SNB den Banken einen Kredit gewähre, den diese nicht zu 96 Prozent (4 Prozent Reservesatz) usw. weiterreichen dürfen, sondern gar nicht.

    Sie betrachten damit Notenbankgeld als Aktivkredit der SNB an die Banken. Das ist falsch. Notenbankgeld ist ein Passivkredit der SNB. Die Banken geben der SNB Kredit. Das ist eine Schuld der SNB. Das schreiben sie auch.

    Ihr Text widerspricht sich somit.

    Wir können der Vollgeld-Initiative nur dagegen halten, wenn wir an die Wurzel des Problems gehen. Und das ist ein Widerspruch innerhalb der Geldtheorie, dem die Initianten aufsitzen, genauso wie die SNB und Sie auch.

    Die Vollgeld-Initiative ist ein Aprilscherz – mehr nicht.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @Thomas Mayer

      Sie machen hier Werbung für Ihren Aufsatz.

      Den ersten Teil haben Sie von meinem Text „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ (3 Jahre vor Ihnen) übernommen. Darf ich Sie bitten, mich in Zukunft zu zitieren, wenn Sie mir schon abschreiben?

      Im zweiten Teil machen Sie wieder dieselben Fehler wie alle Vollgeld-Initianten: Verwechslung von Aktiven und Passiven der SNB, Enteignung durch die SNB usw.

      mfG