Energiegesetz gehört versenkt in einem tiefen, tiefen Speichersee

Bundesrat und Parlament wollen mit dem revidierten Energiegesetz, über das wir am 21. Mai abstimmen, den Energieverbrauch senken, die Energieeffizienz erhöhen und die erneuerbaren Energien stärker fördern. Diese Ziele sollen mittels einer Vielzahl von Massnahmen, unter anderem mit einem Verbot für den Bau neuer Kernkraftwerke, erreicht werden. Das Konzept wird nicht funktionieren können – aus sechs Gründen.

Erstens: Wir müssen Energie sparen, klar. Aber wir müssen auch alles andere sparen, was knapp ist: seltene Erden, Eisen, andere Metalle, saubere Luft, sauberes Wasser, die knappe Zeit. Unternehmungen und Haushalte erfahren über Marktpreise, was knapp ist, wo es sich lohnt zu investieren oder zu sparen. Die Behörden können sich mit Steuern und Subventionen während langer Zeit über die Knappheitssignale des Marktes hinwegsetzen und den Bürger veranlassen, jenes mehr zu sparen, das weniger knapp ist. Aber das ist nicht Sparen, sondern zwangsweises Verzichten, was man lieber nicht täte. Und das macht offensichtlich wenig Sinn.

Zweitens: Die Energiestrategie wird zu neuen Stellen führen. Aber sie sind nur das Resultat eines staatlichen Beschäftigungsprogramms, wo Politiker und Bürokraten mit dem Geld der Steuerzahler festlegen, was zukunftsgerichtet ist. Auch in der DDR glaubte man, dass man auf diesem Weg Werte schafft. Wir wussten schon damals, wie dumm das ist, weil nur jene Stellen überleben werden, die am Markt bestehen können. Andere sollte man gar nicht erst schaffen.

Drittens: Der Wohlstand der westlichen Welt, der in den letzten 150 Jahren geschaffen wurde, ist auf Millionen von Entscheidungen von Produzenten und Konsumenten, auf freie Marktpreise, auf Eigentumsrechte und auf ein gut organisiertes Rechtssystem, mit dem private Verträge durchgesetzt werden können, zurückzuführen. Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, dass es den Staat braucht, welcher das Verhalten der Unternehmungen und Haushalte mittels einer Energiestrategie steuert.

Die Politik soll entscheiden, welche Sicherheits- und Umweltstandards es braucht, welche Verträge für die Energieversorgung in Kriegs- und Krisenzeiten geschlossen werden müssen, wie wir den offenen und verdeckten Erpressungen der Europäischen Union Einhalt gebieten, wie der Entwertung der Strominfrastruktur durch das Preis-Dumping des deutschen Staates begegnet werden soll et cetera.
 Das wären ureigene Aufgaben des Staates; davon steht im revidierten Energiegesetz aber nichts oder nichts Fassbares.

Viertens: Es wird zu Recht festgestellt, dass der Energiemarkt kein freier Markt ist; die Staaten sind schon längst in die Produktion und in den Vertrieb involviert. Daraus folgt aber nicht, dass Produktion und Vertrieb durch weitere planwirtschaftliche Massnahmen noch ineffizienter gemacht werden sollen, um den Wettbewerb zwischen den Energieträgern auszuschalten, oder dass man die Haushalte durch neue Vorschriften schikanieren soll. Jeder Haushalt soll aufgrund der Marktpreise, seiner individuellen Präferenzen und technischen Möglichkeiten selber entscheiden, wie er sein Geld für Energie ausgibt: ob er Auto fährt oder den öV benutzt, seine Wohnung auf 18 oder 22 Grad heizt, Erdgas oder Erdöl verwendet, ein Vollbad der Dusche vorzieht, im Wald wandern geht oder das beheizte Schwimmbecken der Gemeinde nutzt.

Es ist mit schwerwiegenden Einschränkungen der Lebensqualität zu rechnen, wenn Produktions- und Konsumentscheide nicht mehr individuell von Unternehmungen und Haushalten getroffen werden, sondern von Bürokraten und Politikern, die alles über einen Leisten schlagen müssen und die für ihre Fehlbeurteilungen weder finanziell noch strafrechtlich belangt werden können.

Fünftens: Kernkraftwerke der neuesten, nächsten und übernächsten Generation sind wohl 10, 100, gar 1000 Mal sicherer als unsere alten Atommeiler. Warum dürfen die heutigen Werke weiter betrieben, aber keine neuen gebaut werden? Weil es sich in den nächsten 40 Jahren nicht lohnen wird? Warum massen sich Bürokraten und Politiker an, solche Prognosen zu machen? Wohl nur darum, weil sie sich – in den Worten des Nobelpreisträgers Friedrich von Hayek – überheblich über das Wissen der Märkte stellen.

Noch ein Letztes: Die Energiestrategie verstösst gegen fast alle Prinzipien der Schweiz: Sie entmündigt den Bürger, sie fördert grosse Unternehmungen zulasten der kleinen, sie beschädigt die Autonomie der Kantone, sie verstärkt die Energieabhängigkeit der Schweiz, sie behindert die Energieforschung, sie verschandelt die Landschaft. Wenn sich der Bundesrat erdreistet, diesen als „Energiestrategie 2050“ verkleidete Raubzug aufs Portemonnaie des Bürgers als „sicher, sauber, schweizerisch“ zu bezeichnen,
sollte das Grund genug sein, misstrauisch zu werden und die Energiestrategie in einem tiefen, tiefen Speichersee zu versenken, von wo sie nie mehr auftauchen wird.

Dieser Text von Martin Janssen erschien ursprünglich in der Schweiz am Wochenende.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

53 Kommentare zu “Energiegesetz gehört versenkt in einem tiefen, tiefen Speichersee

  1. AKW ist die teuerste Art Strom zu produzieren! Oder haben sie den Rückbau vergessen? Schieben wir ihn auf, wird er garantiert teurer und unsere Kinder bedanken sich für den Abfall der Eltern. Die die dauernd nach den Kosten schreien sind dumm. Genau diese sind jene die kurzsichtig leben handeln und entscheiden. Die sind jene die am schlechtesten mit Geld umgehen können. Billige Sachen kaufen = Abfall kaufen

  2. Und zum geschaffenen Wohlstand: hat Mösiö Tatsachenverdreher wohl nicht gelesen: es gab noch nie eine massivere Umverteilung von unten nach oben wie in den letzten zehn Jahren. Ein Professor sollte das wissen. Krieg und Krisenzeiten sind ausschliesslich und nur der Gier, Dummheit und Machdenken einer gewissen kleinen Kaste, die sich als Elite fühlt. Das normale Volk will normaler weise keine Kriege, sondern Frieden. Es sind andere „Professoren“ wie Sie Herr Janssen, die mit hohlen, abgedroschenen Phrasen solche Zustände herbeireden. Ich nehme an, Sie sind wohl für NR Glarner: die Herkunftsbezeichnung schlicht nicht mehr auf die Waffen prägen. Dann kann man wegen dem angerichteten Massenmord nicht zur Verantwortung gezogen werden. Siehe CH Waffenlieferungen an die Saudis und deren Einsatz in Jemen. Stellen Sie sich vor, Herr Professor: wenn man statt Waffen Sinnvolleres machen täte, zum Beispiel alternative Energien fördern? Aber Sie sind ja Professor. Und was nicht in Ihr Professorenwahnbild passt und Ihr Konti füllt ist ja eh nur Bullshit. Erbärmlich, was sich heute alles Professor schimpfen darf.

  3. So tönt es wenn Lobbisten reden. Lügen werden auch durch stete Wiederholung nicht wahr. Dieser Herr redet doch nur zu Gunsten seiner eigenen Pfründe. Ich bin dafür, dass der Atommüll in seiner Villa im Keller Endgelagert wird. Seine Denkweise reicht nicht über den eigenen, fett gefüllten Tellerrand hinaus. Mit seiner unendlichen Weisheit soll er doch bitte zuerst einmal uns allen mitteilen, wie er eine Endlagerstätte beschriften will, so dass man auch in 30’000 Jahren noch sieht, dass man dort nicht wirklich aräologische Grabungen durchführen sollte. Und das wäre dann erst die Hälfte der Halbwertzeit von 60’000 Jahren. Dummheit und Gier gehen Hand in Hand. Ich bezeichne solche „Menschen“ als Trumpisten. Charakterlos und absolut ohne Moral und Ethik. Ein Heuchler, wenn er meint in Uranminen werde kein Raubbau betrieben. Und Lithium Ionen Batterien: Lithium gibt es in rauen Mengen. Und die Batterien sind 100% receyclebar. Siehe Empa Studie. Sind AKWs das auch? Nein. Also, Mösiö Lügenbaron, sagen Sie die Wahrheit: Sie sind reiner AKW Lobbist, nix anderes. Ihre Statements sind verlogen, falsch und dienen nur dem eigenen Geldbeutel. Habe fertig.

  4. Herr Jassen.
    Es gehört einfach ein langer Horizont dazu um zu verstehen was die Politik tut und wie sie funktioniert.

    Genau darum ist es Ratsam das die älteren Jahrgänge die Politik aktiv mitgestallten, denn sie haben jene Erfahrung ohne die es nicht geht.

    Beispiel Kommentare von Capt. Hirni und Konrad Steiner.

    ——————————————————————–

    Zu meinem Vorpost.

    Atomkraft.
    Wenn wir die Bevölkerung nicht um mindestens 2/3 reduzieren wollen, ist sie die einzige Möglichkeit die Natur zu schonen.

    Russland ist da mittlerweile eine der führenden Nationen.
    Sie haben den ersten Flüssigsalz = ( Natrium ) Reaktor an Netz geschlossen.
    Dort ist der Brennstoff im Kühlmittel eingebracht. Beim Ausfall egal welcher Komponenten , stellt ich der Betrieb von selber ein, auch ohne Strom, Wasser usw.
    Die gefahren der mit Brennstäben betriebenen Reaktoren gehören somit der Vergangenheit an.

    Zudem können sie aus dem Brennmaterial ca. 96 % der Energie herausziehen, was bei alten werken nur gerade zu 4.5% gelingt. Der Abfall muss nur noch 300 Jahre gelagert werden, kein Vergleich zum klassischen Brennstab.

    Die nächste Generation wird der Flüssig-Blei Reaktor sein.

    Aber wir Schweizer begehen den Unsinn das verbieten zu wollen, ja die Zukunft auf extrem teurem Strom aus unsicheren Quellen aufzubauen.
    Energieintensive Firmen werden sukzessive abwandern.

    Südaustralien hat ja alle Kohlekraftwerke stillgelegt und in einem Jahr ( 2016 ) schon 5 lokale Blackouts und einen grossen Bundesstatsweiten Blackout hingelegt.
    Die letzten Wohnungen bekamen erst nach 49 Tagen wieder Strom.
    .
    Tja, die sagten auch es geht ohne, beziehungsweise mit Erneuerbaren und Windrädern.

  5. Bravo Herr Jansen.

    Ich arbeite in einer Elektroplaner-Firma, aber auch hier haben die meisten nicht begriffen um was es da geht.

    Mit der Vorlage verlassen wir einmal mehr das Erfolgsrezept der Schweiz, nämlich die Privatinitiative und Tüchtigkeit unserer Wirtschaft.
    der Staatsapparat kann sich einmal mehr aufplustern und als Schmarotzer unsere Steuergelder veruntreuen.

    Das Deutsche Kaiserreicht hatte trotz Millionen-Armee und grosser Flotte eine Staatsquote von ca. 10%.
    heute über 50% und man ist trotzdem faktisch Pleite.

    Nun beschreiten wir den selben Weg.

    Aber solange die Bürger meinen das der Staat für sie arbeite ist eben alle Hoffnung vergebens, denn der Staat arbeitet vor allem für den Staat, dass heisst seinen Beamten Apparat. Brüssel ist und ein warnendes Beispiel.

    Nun ja. Windräder benötigen einen Mast von 100 – 250 Metern höhe und dazu einen Betonsockel von mindesten 1000 Tonnen Stahlbeton. Entsorgungskosten werden ignoriert.
    dann hat zumindest Dänemark ein Bau-Moratorium verhängt, weil man erkannte das Infraschall und andere Auswirkungen eine Wohnbaufreie Zone in einem Radius von ca 3-5 Kilometer um das Windrad bedingen.
    Wo in der Schweiz liesse sich das bewerkstelligen ?

    Man sprach in der deutschen Regierung davon das sich Windkraftanlagen innert dreier Jahre amortisieren würden.
    Natürlich, wenn der Steuerzahler dafür bezahlt geht das auch in 1 Stunde.
    Nachrechnungen ergaben aber das dazu 24 Jahre nötig sind, wobei deren Lebensdauer nur bei ca. 18 Jahren liegt.

  6. Gesicherte Zahlen über die Erlöse oder Gewinne der Atombranche existieren nicht. Das stete Spannungsfeld zwischen staatlichen und Partikularinteressen hat dazu geführt, dass die Schweiz über die Jahre zu einer Art Musterland für gewieftes Pro-Atom-Lobbying geworden ist. Für Freunde der Kernkraft, die das nicht offen sagen wollen, ist Energiemix die Formel der neuen Zeit geworden. Die Atomenergie ist nicht zu verteufeln, aber die Zeiten haben sich geändert. In unserem Land gibt es immer wie mehr Menschen die intuitiv handeln. Was intuitive Menschen kennzeichnet, ist ihre Fähigkeit, ihre Intuitionen und Bauchgefühle zuzulassen anstatt sie zu verdrängen.

    Dieses Ja ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen in unserem Land langsam beginnen zu verstehen, dass starke Interessengruppen sich des Staates bemächtigt haben. Es ist Zeit – ohne Heuchelei – für die fundamentale Erneuerung unseres Landes!

    Alle grüssend

  7. Heute im Pressespiegel:

    „Le Quotidien Jurassien“:

    Die Schweizer hätten sich dafür entschieden, „die Kernenergie zu pulverisieren“. Nun sei eine zielgerichtete Politik auf sämtlichen Ebenen – insbesondere in Form von Finanzhilfen für energietechnische Sanierungen – nötig, um das Ziel der Energiewende zu erreichen. Übergangslösungen müssten gefunden werden, etwa der befristete Import von französischem Atomstrom. „Eine Revolution, und sei es eine Energierevolution, birgt stets Widersprüche.“

    Die spinnen die Schweizer…..

  8. Martin Janssen hat recht. Seinen Argumenten ist nur noch folgendes beizufügen. Erstens:
    Klimaziele können nur global erreicht werden. Es bringt nichts, wenn die Schweiz den Saubermann spielt und Milliarden für eine unausgegorene Strategie ausgibt, während weltweit Kohlekraftwerke Milliarden von Tonnen Dreck in die Atmosphäre entlassen. Zweitens: Energie sparen, weshalb? Seit wann soll man ausgerechnet dort sparen, wo Überfluss herrscht? Es geht darum, die unerschöpflich vorhandene Energie intelligent, sprich kosteneffizient und umweltgerecht in eine für uns brauchbare Form umzuwandeln. Einige Windredli in die schöne Landschaft zu stellen und ein paar Quadratmeter Solarzellen auf dem Hausdach zu installieren, sind dafür gewiss der falsche Ansatz.

  9. Sehr schön, Herr Jansen (da Sie ja einseitigst rein ökonomisch/wirtschaftsliberal zu denken pflegen, kann auch ein überflüssiges s problemlos eingespart werden) – falls ich vor dem Lesen Ihres Pamphlets noch unschlüssig gewesen sein sollte, ist nur noch klarer geworden, dass definitiv etwas geändert werden muss. Da halt ich’s dann schon eher mit den bodenständigen Ansichten und Überzeugungen des Adrian Müller, als mit jenen des Alles dem Profit unterordnenden, ideologisch gefangenen Professoren und lege ein überzeugtes JA in die Urne!

  10. Sehr geehrte Damen und Herren
    Solange die Speicherung Elektrischer Energie immer noch in den Kinderschuhen steckt – was Vorausetzung wäre, über ein vernünftiges Energiegesetz überhaupt nachzudenken – verweigere ich jegliche Disskusion darüber, weil als Alternative, nur das zentralistische Modell zur Wahl steht, wie bis anhin. Die grossen Energieproduzierenden Kolosse haben es unter Absolution der Kantone in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt, engere Bindungen zum Endkunden aufzubauen. Anstatt in Marketing und Kundennähe zu investieren, flossen die Fränkli an die Kantone. Im Klüngel der Partikularinteressen gefangen, haben sie nun ausgesuhlt. Will hier im Ernst jemand eine Fortsetzung????

    • Die sog. „Energiewende“ reiht sich nahtlos in die Reihe der gescheiterten Politikprojekte wie die sog. „Flüchtlingspolitik“, bei der Wirtschaftsmigranten die Sozialsysteme Europas ausnützen (warum haben sie keine Papiere oder können diese in angemessener Zeit nicht wieder beschaffen).

      So wie auch die Euroeinführung Europa auf Jahrzehnte wirtschaftlich beschädigt hat, gerade auch deswegen, weil die offensichtlichen Fehlsteuerungen gegen alle Vernunft weiter aufrecht erhalten werden.

      Letztlich verspielt die politische Klasse die Zukunft und die Zukunftsfähigkeit Europas zugunsten von „nice-to-have“ Projekten, derweil Asien wächst und alles politische Handeln streng am eigenen Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand ausrichtet, anstatt Wohlstand für allerhand Nutzloses zu verschenken.

      Wird sich auch demnächst zeigen, wenn asiatische Hersteller von Elektroautomobilen hier den Markt aufrollen werden vergleichbar dem Markt für Solarzellen oder die Unterhaltungselektronikindustrie vor 30 Jahren.

  11. Herr Janssen:

    Ihre konkreten Vorschläge bitte!

    Dass Sie frustriert sind erkennt der geneigte Leser schon am Anfang.
    Dies allein ist jedoch kein guter Ratgeber für konstruktive Vorschläge (gilt übrigens auch für Ihre jeweils thematisch anderen „Beiträge“).

  12. Das ist es eben, wenn Professoren Volkswirtschaft treiben ohne den Hintergrund von Wirtschaftsgeschichte, würden sie diejenige der Industriellen Revolution von England studieren, würde ihnen bewusst, dass in vielen Belangen der Staat die Rahmenbedingungen erstellte, damit diese Revolution erfolgreich war. Damals war eben das Zusammenspiel zwischen Staat und Privatwirtschaft optimal und deshalb der Erfolg, auch wenn er zuerst das Elend der unteren Klassen nicht förderte, dies ging sehr langsam vor sich.
    Ja, was macht der Eigentümer eines Einfamilienhauses im Kanton Zürich bei der Ablehnung der Initiative? Er renoviert sein Haus mit Handwerkern vom Süd-Badischen, die mit dem vom deutschen Staat subventionierten erneuerbaren Energien das nötige Fachwissen erworben haben, um ihm eine Wärmepumpe allerbester Qualität im Zusammenspiel mit Solarenergie zu installieren. Der Schweizer muss den doppelten Preis berechnen, weil er viel Wissen mühsam erwerben und teuer die Bestandteile im Ausland einkaufen muss. Nachher hat der Eigentümer mit der Schweizer Lösung todsicher Qualitätsmängel. Ein Hoch der Arbeitslosigkeit der SVP-Handwerker bei uns und ein Hoch den SVP Ideologen gegen unseren Fortschritt, die lieben ja ihre Götzen, auch wenn sie zu Nichts nütze sind.

    • Ist im Moment in der Schweiz klar ersichtlich; der Anteil an FREI verfügbarem Einkommen ist in den letzten 15 Jahren MASSIV gesunken und wird aufgrund solchartigen Leitplanken (wie eben der „schöne“ Energieartikel) weiter beschnitten. Wo da die Leitplanken für eine zukünftige, prosperierende Gesamtwirtschaft gezogen werden sollen, bleibt mir einfachem Gemüt wirklich schleierhaft.
      NB Wenn Sie den Leistungsausweis von Personen nicht kennen (in Bezug auf Prof. Janssen), sollten Sie bitte auch nicht persönlich werden!

  13. Hervorragend – treffend und auf den Punkt gebracht: Danke Martin Janssen!

    Ich lehne als Technologieexperte und Oekonom das Energiegesetz vorallem aus diesen Gründen ab.

  14. Unsere herkömmliche Energieerzeugung mit Kohle und Atomstrom wird jedes Jahr mit vielen Milliarden durch Steuergelder gestützt.
    Die EEG Umlagen gehören eingestampft. Aber auch die noch wesentlich höheren Subventionen für Kohle und Atomstrom.
    Atomstrom ist die teuerste Art der Stromproduktion. In England wird ein neues Atomkraftwerk gebaut mit viel Steuergeldern und einer garantierten Einspeisevergütung von 0,30€/kWh. Das ist viel mehr als von Verbrauchern gezahlt werden.
    Sämtliche Subventionen müssen eingestellt werden, dann werden die Atomkraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen sofort abgeschaltet. Die Strompreise werden steigen. Und es wird sich die Produktion durch Erneuerbare Energien durchsetzen.

  15. Versenkt gehört hier nur etwas: Die verbohrte Grossvater-Ideologie, wonach man für den Profit ungestraft die ganze Welt kaputt machen darf und das Geld das Mass aller Dinge ist. Von „enkeltauglichen“ Technologien und Respekt gegenüber Mensch und Schöpfung hat diese Person noch nie etwas gehört. Fort mit ihr auf ein Kreuzfahrtschiff, wir bezahlen auch ihr die AHV.

    • Danke für den Lacher des Tages, Herr Steiner: Fort mit ihr auf ein Kreuzfahrtschiff!
      Nicht nur, dass diese dank Schwerölantrieb und AI-Mentalität zu den grössten Dreckschleudern und Kleingewerbekillern auf dieser Kugel gehören, nein, es illustriert auch, wie Leute wie Sie funktionieren: wenn ich es nicht mehr sehe, gibt es das Problem auch nicht mehr!
      Sie wollen mit der ES2050 die Arbeitsplätze hier behalten? Dann fragen Sie doch mal die Aktionäre, oder noch besser die Mitarbeiter von Solarworld, die heute ziemlich angepisst im Regen stehen…! Und das wohlgemerkt bei deutschen Löhnen – Sie wissen hoffentlich was das bei CH-Löhnen bedeutet?!
      Atomstrom und Forschung in Nukleartechnologie verbieten? Warum denn nicht Autos verbieten, die heute meist dreckig sind (vgl Dieselskandal VW etc)? Natürlich ebenfalls mitsamt der Forschung! Nicht vergleichbar? Warum nicht?
      Ich warte auf erhellende Antworten!

  16. Uran wächst ja in der Schweiz an den Bäumen und die Entsorgung von radioaktivem Müll ist schon seit Jahrzehnten gelöst. So gibt es keinen Grund für das Energiegesetz zu votieren oder?

    • Falls bemerkt, es geht hier um die GESAMTE Energieversorgung für etwa die nächsten 50 Jahre! Dass man in Bezug auf Kernenergie geteilter Meinung sein kann (wenn man den Artikel ganz lesen würde: Auch Janssen sieht derzeit keine neuen AKW’s). Die Installation von ziemlich starren Regeln für die nächsten zwei Generationen verbaut wohl ziemlich viel an möglicher (auch technischer) Innovation.

  17. Zum Thema Atommeiler hab ich nur eines zu sagen:
    Der Abfall dieser Kraftwerke wird für unsere Begriffe in alle Ewigkeit strahlen. Nicht riechbar, nicht sichtbar.
    Diese Dinger können noch so sicher sein, der Abfall bleibt, und die Entsorgung ist schlicht nicht gelöst.
    Dieser Grund alleine reicht aus, keine AKW’s mehr zu bauen.
    Punkt.

    • Quatsch mit Sauce!
      Atommüll (radioaktive Elemente) haben eine Halbwertszeit, das heisst die Strahlung nimmt kontinuierlich ab, bis sie Null beträgt.
      Im Gegensatz dazu ist das Quecksilber, dass durch die alten Energiesparlampen in der Umwelt verteilt wird immer gleich giftig!
      Unglaublich mit was für Halbwissen die Befürworter auf Stinnenfang gehen.

    • @Markus
      Na, wie viele Atommeiler hat/hatte Deutschland? Wie viele hat/hatte Frankreich? Und was ist der Unterschied zwischen Atommeilern im Ausland und Atomkraftwerken in der Schweiz, ausser dass wir Atomkraftwerke und nicht Atommeiler sagen? Birgt die Entsorgung ein Sicherheitsrisiko?

    • @SirGalahad, wenn gewisse Isotope eine Halbwertszeit von Millionen und Milliarden Jahren haben, kann man durchaus von ewig sprechen.
      Ich muss Markus beipflichten. Erst die Abfalllösung, bevor man wieder ein AKW baut.

      @Urs Niederer, die Entsorgung ist ungelöst, weil sich die verstrahlten Teile durch alles durchfressen, also auch Stahl, Felsen, Beton und Blei. Die Besitzer eines Endlagers müssten garantieren, dass ein Fass sich nicht durch den Felsen frisst und auf Grundwasser trifft. Weil dies niemand garantieren kann ,gibt es weltweit keine Endlager – ausser im Meer, wo über eine Million Fässer abgeladen wurden, die nun vor sich hin rosten – auch die Schweiz hatte ihre im Meer abgeladen.

    • @AJD
      Das ganze Thema so zu vereinfachen ist wieder einmal schlicht Tatsachenverdrehung.
      Sämtliche Isotope, welche lange Halbwertszeiten (mehr als 24’000 Jahre) aufweisen, strahlen an und für sich schon zu Beginn nur noch relativ schwach!
      Und die Entsorgung ist keineswegs ungelöst, weil sich strahlende Abfälle irgendwo „durchfressen“, als vielmehr diese keiner vor seiner eigenen Haustür begraben will! Dass Stahlfässer im Meerwasser irgendwann durchrosten, liegt wohl auf der Hand; nur war und ist diese Art der Entsorgung mit Sicherheit nicht im Sinne des Erfinders.

  18. Toller Beitrag Herr Prof. Janssen. Sie haben vollkommen Recht. Ab sofort haben Sie die Industrie für erneuerbare Energien gegen sich. Die bibern jetzt, dass das Volk für einmal nicht staatstreu abstimmt sondern die Vernunft zum zuge kommt. Letzte Woche ist in Deutschland Solarworld pleite gegangen und das ausgerechnet in Deutschland, ausgerechnet der grösste und erfahrenste Anbieter. Die Schweizer Solarunternehmer hoffen noch, dass sie ein paar Jahre Fördergelder erhalten und den STaat abzocken können. Ich hoffe, sie gehen alle pleite. Ich kaufe chinesische Panels, weil sie gut und günstig sind aber erst, wenn ich muss.

  19. Ich sehe es anders. AKWs wurden ebenfalls mit hohen Mitteln subventioniert. Zudem wurde dem Bürger neben dem Baukosten, Stromkosten auch das Risiko ausgelastet, da AKWs massive unterversichert waren. Hätte man die AKWs zu den realistischen möglichen Schäden versichert, würden sie als Stromproduzenten schlicht nicht rentieren.
    Zudem ist die Lagerung von Brennstäben noch lange nicht gelöst und Uran ist vermutlich auch nicht ewig günstig abbaubar.
    Ich sehe viele dezentrale Alternativen auch neben Wind und Sonne, diese beiden Stromerzeuger haben den Nachteil, dass sie von äußeren Bedingungen abhängig sind.
    Inzwischen gibt es viele Bastler, die viele saubere Lösungen anbieten. Hier ein kleines Beispiel was alles möglich wäre, würde die Öl- und Atomlobby nicht alles abklemmen:
    https://www.youtube.com/watch?v=ePH6vkqAeB4

  20. 1970 – 100% Warmmiete = 90% Kaltmiete + 10% Nebenkosten

    2017 – 100% Warmmiete = 60% Kaltmiete + 40% Nebenkosten

    Sehr sozial & es wird bestimmt nicht weniger…

    • Wo ist denn der Artikel vom 9.5.2017 geblieben?

      Scheidung im Züri-Jetset: Raider gegen Beauty-Queen

      Adriano Agosti und seine Ex Laurie führen Rosenkrieg vor Gericht – Gegenseitige Strafanzeigen – Financier rechnet sich arm.

  21. Spätestens dann, wenn ein Endlager in der Nähe des Wohnorts von Herr Janssen gesucht oder gebaut wird oder ein AKW-Zwischenfall die halbe Schweiz unbewohnbar macht, wird Herr Janssen seine Meinung ändern. Aber vielleicht hat er ja Glück und erst seine Enkel werden das Problem haben. Wir sparen freiwillig Energie indem wir vorwiegend den eigenen Strom unserer Photovoltaikanlage verbrauchen. In einigen Jahren sind wir vermutlich ganz unabhängig mit einer Speicherlösung. Unsere Energierechnung hat sich von über CHF 2000 auf 260 verringert dank LWP Heizung und WP Boiler (vorher Gas) und der PV Anlage mit 4.6Wp.
    Für uns ist es keine Frage, dass der Atomstrom keine Zukunft hat und trotz unserem überzeugten JA der Abbau der AKW und dessen Kosten noch für Jahrzehnte und Jahrhunderte unsere Nachkommen belasten wird.

    • Dass Atomstrom im Moment keine Zukunft hat, stellt ja nicht mal Janssen in Frage. Die ganze Vorlage aber an den KKW aufzuhängen, welche ohnehin auf mittlere Frist abgeschaltet werden, ist auch ziemlich kurzsichtig, da viele zukünftige Möglichkeiten schlicht verbaut werden.
      Dass hierzulande nach 50 Jahren noch kein Endlager gefunden wurde, finde ich übrigens ebenfalls schlicht nur beschämend!

  22. Ursache der ganzen Malaise ist die deutsche Energiewende. Subventionen an alternative Energien und das gleichzeitige Hochfahren von Braunkohleenergie führen zu verzerrten Preisen auf dem europäischen Markt. Die Schweiz als gehorsamer Dulder des deutschen Energiediktates löffelt die Konsequenzen aus und legt dem Volk ein unsinniges Energiegesetz vor. Es lebe Brüssel!

    • Mag vielleicht eine Ursache sein; nur wird sich die Schweiz als Inselstaat kaum mehr – und dazu noch ohne Kosten – vollständig vom europäischen Netz lösen können. Allerdings bin ich zuversichtlich – wie das Janssen ja auch meint – dass der Markt (über den Preis) das Problem deutlich effizienter lösen wird, als der Staat mit starren Regeln. Einen gewissen Bodensatz an eigener Energie bleibt mit unseren (Pump)Speicherwerken nach wie vor in eigener Hand!

    • Wer sagt denn, dass die angesprochenen Energien für alle Ewigkeit „preiswert“ bleiben? Mit dem Energiegesetz vergeben wir diesbezüglich sämtliche, zukünftig mögliche diesbezügliche Marktveränderungschancen.

  23. Wie kann man nur solchen Unsinn verzapfen. Nur ein Beispiel. Natürlich sind Atomkraftwerke heute sicherer als früher. Aber was macht die Schweiz mit den abgebrannten Brennstäben oder menschlichem Versagen. Tschernobyl ist nicht explodiert, weil es nicht sicher war sondern weil Vorschriften misachtet wurden. Österreich fährt gut ohne Kernenergie, warum soll es nicht die Schweiz auch können? Ich habe so den Verdacht, dass Sie Herr Janssen Energieberater bei Trump werden wollen. Das Wissen haben Sie sich offensichtlich auf einer Trumpschen Bildungseinrichtung angeeignet. Der Markt richtet eben nicht alles oder haben Sie die Bankenkrise vergessen. Auch Schweizer Banken mussten mit Steuergeldern gerettet werden.
    Sachlich stimme ich dem Kommentar von Herrn Adrian Müller zu. Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • Warum fokussieren Sie sich vollumfänglich auf die KKW?
      Die gesamte Energiegesetz ist eine Mogelpackung und wird (wie schon geschrieben das BVG oder KVG) einen Haufen kosten, aber unter dem Strich dem „Normalenergieverbraucher“ wenig bringen. Dass DERZEIT keiner hierzulande ein neues KKW bauen, stellt ja nicht mal Janssen in Abrede! Warum soll man also zumindest die Möglichkeit in alle Ewigkeit verbauen?

  24. So wie früher nationale Unternehmen an Rüstungsaufträgen gut verdient haben, geschieht dies heute unter einer anderen ideologischen Ausrichtung im staatlichen Energiesozialismus.

    • Kleine Differenzierung.
      Blöderweise blieb die Wertschöpfung (zumindest grösstenteils) bei den Rüstungsaufträgen in der Schweiz, wogegen jetzt schon abzusehen ist, dass in Bezug auf die Energiepolitik unser Geld auf dem ganzen Globus verteilt wird und werden wird.

  25. Firmen mit besonders energieintensiver Produktion bekommenden den Netzzuschlag zurückerstattet. Doris macht sich so mit Bakschisch die Grossverbraucher zu Verbündeten für ihr verworrenes Energiegesetz. Die Zeche zahlt der kleine Mann, wie schon bei der USR 3.

  26. Die aufgelisteten Gründe von Herrn Janssen strotzen nur so von wirtschaftsliberalen Standpunkten. Dies ist nicht verwunderlich, da wir uns hier auch auf einer Internetplattform befinden, die sich mehrheitlich mit Themen rund um den Bankenplatz Schweiz befasst. Doch es geht vergessen, dass genau ein solches Gedankengut uns in die heutige Situation gebracht hat. Sein Standpunkt ist deshalb stark zu hinterfragen.
    Herr Janssen beschreibt im ersten Punkt eigentlich inhaltlich gar nichts, er gibt sogar zu, dass Energie gespart werden muss. Aber das soll ja nicht der Staat verordnen. Lieber sollte das der Gesellschaft überlassen werden. Doch haben wir je schon einmal beobachten können, dass unsere westliche Konsumgesellschaft freiwillig und ohne äusseren Eingriff Ressourcen gespart hat? Eigentlich wäre ja ein effizienter Einsatz von Ressourcen auch im Sinne einer produktiven Marktwirtschaft, doch leider sehe ich keine Bestrebungen der Wegwerfgesellschaft und des offenen Marktes etwas daran freiwillig zu ändern. Wir haben nur eine Erde, um darauf liberale Marktwirtschaft zu praktizieren.
    Im weiteren Punkten malt Janssen schamlos den Teufel an die Wand: Er vergleicht die Energiestrategie mit der Planwirtschaft in der DDR. Dieser Punkt ist eine masslose Übertreibung. In der DDR stand die Ideologie des Kommunismus im Zentrum der Wirtschaft, das totale Schreckgespenst eines jeden wirtschaftsliberalen Anhängers. Diese Vorlage mit den Wertevorstellungen von Ostdeutschland in Verbindung zu bringen ist nur hämisch: Die Schweiz ist meilenweit davon entfernt politische Entscheidungen aufgrund von der Schaffung neuer Werte zu treffen. Bei der Energiestrategie geht es nicht um „Werte schaffen“, es geht darum die Umwelt und Ressourcen zu schonen und das sollte fürwahr ein globales Ziel sein und nicht mit der Ideologiekeule verworfen werden.
    Die beiden nächsten Punkte erwähnen unseren langwierig geschaffenen Wohlstand und die Entscheidungsmöglichkeiten jeder Person. In den letzten 150 Jahren sei ein Mehrwert geschaffen worden, der auf liberalen Grundsätzen beruht. Das ist unbestritten – jedoch frage ich mich, seit welcher Zeitspanne die Klimaveränderung in Erscheinung getreten ist. Sie ist mitunter entstanden wegen einer wirtschaftsliberalen Politik und spielt seit erst geraumer Zeit eine Rolle im politischen Diskurs. Die Forschungen und Studien mögen zwar sehr komplex sein, doch sie zeigen auf, dass etwas getan werden muss, um irreversible Schäden an der Umwelt zu verhindern. Es ist also an der Zeit, dass der Staat eingreift und Schlimmeres verhindert und auch konkrete Ziele aufstellt. Dass schwerwiegende Einschränkungen der Lebensqualität die Folge davon sind, wird sich zeigen. Die wortwörtlich schwarzmalerischen Plakate sind in meinen Augen pure Angstmacherei. Doch niemand will sein jetziges Entscheidungsportfolio verkleinern: Keine will auf die überheizte Wohnung verzichten und keiner die wohlig temperierte Dusche. Dieses Argument wird die Bevölkerung am meisten verängstigen und am Schluss wird der Abstimmungskampf, wie öfters so geschehen in der Schweiz, aufgrund von Verängstigungen und nicht wegen Fakten gewonnen.
    Die Kernkraftwerke als sicher darzustellen ist für mich der grösste Hohn in diesem Artikel. Natürlich ist die Kernkraft die Energiegewinnungsmethode mit dem kleinsten CO2-Ausstoss, doch etwas Zentrales geht vergessen: Wohin mit den verwendeten Brennstäben? Auch in Zukunft wird niemand wollen, dass unter der Wohngemeinde, oder im mächtigen Hausberg die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle Platz findet. Es ist überhaupt nicht durchdacht zu sagen, dass nur weil die heutigen Kernkraftwerke sicherer denn je sind, sollten wir neue Anlagen bauen. Um die Endlösung kümmert sich sowieso eine andere Generation. Dieser „Nach mir die Sintflut“-Gedanke ist höchst verwerflich.
    Zum Schluss holt Janssen zum Rundumschlag aus und es schwingt auch noch ein bisschen Nationalstolz mit, wenn von den „Prinzipien der Schweiz“ die Rede ist. So kann auch der letzte unschlüssige, aber stolze Schweizer Stimmbürger überzeugt werden: Die Wirtschaft und die Schweizer Werte sind in Gefahr und der Bürger muss mehr berappen, also muss diese Vorlage versenkt werden. Leier werden die Gegner diese Abstimmung gewinnen, auch wegen einer blutleeren Ja-Kampagne, welchen niemanden vom Hocker haut.
    Dieser lange Kommentar wird auch keine Zustimmung hier finden. Doch wenn jemand die liberale Wirtschaft als heilige Kuh betrachtet, sich blindlings auf den freien Markt verlässt und ausser Acht lässt, dass die Klimaveränderung einschneidende Massnahmen erfordert, die besser heute als morgen in Kraft treten, soll sich dessen bewusst sein, dass er wohl kaum eine rosige Zukunft in einer intakten Umwelt erwarten kann.

    Tldr: Alleiniger Glaube an die liberale Marktwirtschaft wird die Klimaveränderung nicht stoppen.

    • Das Narrativ vom angeblich menschengemachten Klimawandel, der sich jedoch aus natürlichen Umständen ergibt (Grönland hat nicht ohne Grund das Präfix „grün“ im Namen, siehe auch mittelalterliche Warmzeit ohne Industrie und viel weniger Erdbevölkerung) ist das zentrale Argument, um allen hohe Kosten und Investitionen aufzunötigen.

      Nach dem Ost – West Konflikt die Klimakatastrophe als zentrale Ideologie staatlicher Investitionslenkung.

    • Sorry, wenn die Sache wirklich so einfach wäre, frage ich mich ernsthaft, warum man kommentativ 100 Zeilen braucht, um ein Gegenargument zu Papier zu bringen.
      Gerade der Punkt, dass sich der Staat um das Wesentliche (wie von Janssen aufgelistet) konzentrieren soll, und anderes beruhigt dem Markt überlassen werden kann ist m.E. DER Knackpunkt. Wir haben genügend Beispiele (wie etwa BVG oder KVG), wo die „Einmischung“ des Staates (trotz gegenteiliger Beteuerungen, dass es mit Sicherheit und niemals wirklich teurer würde) in allererster Linie dazu geführt hat, dass es eben für den viel gelobten und gescholtenen Mittelstand einfach nur unbezahlbar geworden ist!

    • @eiskugel*: Sie liefern sich gleich selbst direkt ans Messer mit der Verlinkung zum Wikipedia-Artikel über die Mittelalterliche Warmzeit. Unter dem Abschnitt „Kontroverse um Vergleich mit der gegenwärtigen Erwärmung“ steht geschrieben, dass sich die Diskussion „um Ausmaß und Folgen der laufenden und der wahrscheinlich zu erwartenden menschengemachten globalen Erwärmung bezieht sich somit sowohl was Geschwindigkeit wie auch was Ausmaß der Erwärmung betrifft auf einen historisch einzigartigen Vorgang, für den Erfahrungswerte weitgehend fehlen und für den es – wie durch eine Vielzahl von Klimaproxys belegt wird – auch aus paläoklimatologischer Sicht kaum Parallelen gibt.“ Es handelt sich klar nicht um eine zentrale Ideologie, sondern um wissenschaftliche Tatsachen.

      @Supermario: Ein pures Schwarzweissdenken hilft bei der Frage um die Einmischung des Staates nicht weiter. Es gibt auch positive Beispiele von der Staatseinmischung (ALV oder Sozialhilfe). Unbestritten ist, dass diese Regelungen unbezahlbar für den Mittelstand geworden sind. Hier muss der Staat auch wieder nachbessern, was mit der Rentenreform 2020 leider nur pflästerchenweise passiert ist.
      Aber die Energiestrategie mit den morschen Sozialversicherungen zu vergleichen ist unverhältnismässig. Es entstehen zwar Mehrkosten, doch sind diese kaum im Verhältnis mit den Krankenkassenprämien oder den Beiträgen zur zweiten Säule.

    • @Adrian Müller
      Kurz und bündig. Und genau das „graue Denken“ macht sämtliche Vorgänge kompliziert, benötigt eine Vielzahl Gesetze, Regeln und Verordnungen, welche schlussendlich niemand mehr überblickt, aber – wie von Janssen angesprochen – einen Haufen Bürokratie generiert.

    • @eiskugel
      Die „Eiskugel“ schmilzt leider bevor sie feststellen kann, dass das
      „Narrativ“ Wirklichkeit geworden ist!

    • Die „Eiskugel“ bezieht sich auf ein Zitat des damaligen deutschen Umweltministers Jürgen Trittin in 2004:

      „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“

      Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Pressemitteilung 231/04, Berlin, 30.07.2004

      Ansonsten ist die Schweiz während der letzten 80 Jahre mit heute nutzlosen Zivilschutzanlagen versehen worden, wo man die investierten Beträge dereinst auch den Rentnern hätte auszahlen können:

      https://www.welt.de/politik/ausland/article13481396/Warum-bauen-die-Schweizer-so-viele-Bunker.html

      Der Staat, unterstützt von Lobbyisten der davon profitierenden Industrien braucht immer eine bestimmende Ideologie, mit der er die Bevölkerung auf Linie halten kann.

    • Die Klimaveränderung wird man hoffentlich auch nie stoppen können. Etwas natürlicheres als die Klimaveränderung, gibts nicht.
      Alleine mit dieser unbedachten Äusserung haben Sie sich als Sektenmitglied der neuen Weltreligion (inkl. modernem Ablasshandel) geoutet. Wie immer wenn die bildungsferne Wählerschaft von Rot-Grün mit ihren ewiggestrigen Wutbürgern und ungeimpften Aluhutträgern etwas will: Sie dürfen das alles so haben, wie Sie möchten! Nur finanzieren Sie es selber! Als Lehrer, Pflichtverteidiger, Asylanwalt/betreuer (betreut vorallem sein Gutmenschenego und Bankkonto), Sozial“arbeiter“ (recte:Asozial-), Abzockerbeamter, „Therapeut“, Berufspolitiker, „N“GO, Entwicklungshilfeabzocker (entwickeln vorallem ihr eigenes Porte-feuille), subventionierter möchte-gerne Künstler/Kultureller* etc, leben Sie ja bereits ein Leben lang auf Kosten der Steuerzahler. Wir brauchen nicht noch mehr Abzockerbeamte! Wer keine Netto-Steuern bezahlt, sollte eigentlich gar kein Wahl- und Stimmrecht haben. *PS Bei dieser Aufzählung ist mir grad aufgefallen: Gibts eigentlich irgendjemanden in diesen Bessermenschen-Scheinelite-Zirkeln, der nicht ein Leben lang auf Kosten der Steuerzahler lebt?

  27. Soeben wurde bekannt, dass die einst grosse börsenkotierte Firma Solarworld in Deutschland Pleite gemacht hat. Solarenergie ist bis heute ein massiv defizitäres Geschäft und muss extrem von den Steuerzahlern und Stromkonsumenten mit überhöhten Strompreisen subventioniert werden. Ist die CH Bevölkerung hohe Kosten für die Energiestrategie 2050 in Kauf zu nehmen ? Ich glaube nicht ! Das Geld bleibe in der Schweiz ist ein Riesenblödsinn: Die Windräder und Solarpanels werden im Ausland produziert. Der dann fehlende Strom wird ebenfalls aus dem Ausland importiert. Oel und Gas brauchen wir auch weiterhin in grossen Mengen. Gemäss Experten fahren im Jahr 2030 erst 25 % Elektroautos auf unseren Strassen. Alle anderen wohl noch immer mit Benzin und Diesel. Es wird sogar mehr Geld in’s Ausland fliessen als heute, wenn man die Investitionskosten mitberücksichtigt und es wird für jeden Bürger massiv teurer. Wer will das wirklich ausser den Grünen und Bundesrätin Leuthard ?

    • Leider zeigen die aktuellen Umfragewerte immer noch eine relativ satte Zustimmung an! Und leider sind solche aufklärenden Kommentare in der breitflächigen Mediaszene eher in der Unterzahl!
      In Bezug auf neue KKW kann man geteilter Meinung sein; alle anderen vier Argumente bringen es einfach und verständlich voll auf den Punkt.

  28. Nachdem fast alle Güter des täglichen Bedarfs heute preiswert aus dem Ausland bezogen werden wegen niederer Lohnkosten sowie Sozial- und Umweltstandards dort, fragt es sich warum dies beim Strom nicht auch möglich sein sollte.

    Rußland beliefert immerhin ganz Europa mit Gas, so daß man dieses auch am Ort der Förderung entzünden und die daraus gewonnene elektrische Energie hierher exportieren kann.

    Der Strom wird auch nicht besser dadurch, wenn all´ dies erst hier im Inland geschieht.

    8 Rappen pro KWh!

    https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160705311163394-strom-russlands-haushalte-guenstig/

    https://de.sputniknews.com/wirtschaft/2007072569655489/

    Letztlich geht es aber nur darum, unter dem Deckmantel von Ökologie und Nachhaltigkeit ein System aufrecht zu erhalten, an dem sich gewisse Industrien, Gewerbe und Wirtschaftszweige maximal bereichern können.

    Die nationale Stromerzeugung als Instrument zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage in Krisenzeiten hatte vielleicht noch bis Ende des kalten Krieges so etwas wie eine strategische Bedeutung.

    Heute jedoch schon lange nicht mehr!