Kaderbanker der ZKB: Gekündigt, dann Suizid

Nach 30 Jahren Staatsbank wegen Vertuschung freigestellt – Am letzten offiziellen Arbeitstag Selbsttötung in Badeanstalt.

Die Zürcher Kantonalbank präsentierte letzten Freitag stolz ihre Gondelbahn-Idee über den Zürichsee. Am gleichen Tag erschien fast unbemerkt eine ZKB-Todesanzeige zu D.B., 47.

Hinter dem Ableben des Mitglieds des Direktoriums steckt eine Tragödie. Der Private Banker nahm sich das Leben. Am letzten offiziellen Arbeitstag, in der Badeanstalt in seiner Wohngemeinde.

Die zeitliche Koinzidenz liefert ein Bild menschlicher Abgründe hinter glatter PR-Kulisse. D.B. war letzten Herbst auf der Strasse gelandet – per sofort freigestellt.

Vor 2 Jahren hatte ebenfalls ein langjähriger Private Banker der ZKB zuerst den Job und dann das Leben verloren. Beim Vorstellungsgespräch bei einer anderen Kantonalbank versagte sein Herz.

Der aktuelle Fall ist dramatisch. Er ging wie ein Lauffeuer um in der grössten und wichtigsten Staatsbank des Landes mit ihren rund 5’000 Mitarbeitern.

D.B. hinterlässt zwei junge Kinder und eine Frau. Er wählte den Suizid, statt sich der harten Aufgabe zu stellen, sein Leben neu zu organisieren. Intern galt er als Einzelgänger.

Er sei „kein Teamplayer“ gewesen, sagt ein Gesprächspartner. „Aber er hatte ein gutes Herz, war kein Gemeiner.“

Die Gewalt gegen sich selbst hinterlässt Leid und Fragen. Die ZKB wollte sich gestern auf Anfrage nicht äussern. Man nehme keine Stellung zu aktiven oder ehemaligen Mitarbeitern.

D.B. hatte eine lange Karriere in der Bank. Im 2000 erhielt er die Prokura, im 2005 wurde er Mitglied der Direktion.

Seinen Weg machte er im Private Banking. Dort betreute er vermögende Kunden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Letzten August erhielt er einen Brief von Martin Scholl, dem CEO der ZKB, und dessen Stellvertreter und Leiter des Private Bankings, Christoph Weber. Beide dankten ihm für 30 Jahre ZKB-Einsatz.

Einige Wochen später war davon nichts mehr zu spüren. Ende September war D.B. draussen. Ein Vorfall mit einer österreichischen Millionenkundin hatte zu internen Abklärungen geführt.

Im Zuge dieser Untersuchung kam ein frischer Eintrag im Strafregister zum Vorschein. D.B. hatte zuvor im Rahmen der internen Ermittlungen stets betont, es liege nichts gegen ihn vor.

Dass er den Vorgesetzten und internen Prüfern nicht die Wahrheit gesagt hatte, kostete D.B. den Job. Der Vorfall als solches, der zum Strafeintrag geführt hat, ist umstritten und hätte vielleicht erklärt werden können.

So aber fand sich D.B. erstmals in seinem beruflichen Leben auf der Schattenseite. Mit sechsmonatiger Schonfrist aufgrund seiner Kündigungsfrist.

Aber trotzdem: Gekündigt, freigestellt, von jener Bank, bei der er drei Jahrzehnte seines Lebens verbracht hatte.

Wie weiter? Sofort machte sich D.B. auf Jobsuche. Dabei kannte er kaum Grenzen. „Er ging auf seine Kunden zu, sprach schon von neuen Arbeitgebern“, sagt ein Vertrauter. „Das war nicht clever.“

Sowohl Kunden als auch mögliche Vermögensverwalter, bei denen sich der ZKB-Banker vorstellte, reagierten kühl. Es war ein zu forsches Vorgehen eines Bankers, der in eine Stresslage geraten war.

Die Lage verschlechterte sich. Eine neue Stelle war je länger je weniger in Aussicht. Umso wichtiger wurde die Frage des Arbeitszeugnisses.

Ein erster Entwurf der ZKB war verheerend. Aus zuvor stets sehr guten Leistungen wurden nur noch „gute“, der Schlusssatz mit der Bemerkung, dass D.B. die Bank verlassen würde, ein Debakel.

D.B. suchte Rechtsschutz, es gab ein Hin und Her mit seinen Ex-Chefs. Die Uhr tickte derweil immer lauter. Ende März wäre definitiv Schluss. Dann müsste D.B. aufs Arbeitsamt.

Er suchte einen Arzt auf, wurde krankgeschrieben. Eine letzte Schonfrist von 3 Monaten begann zu laufen.

Am Leben selbst, mit dem eindrücklichen Haus in Zürich-Nord, voll finanziert von der ZKB, der Familie, Frau und den Kindern – daran änderte D.B. laut Gesprächspartnern wenig.

Er suchte Hilfe bei Freunden, bei Vertrauten aus der Zeit seiner alten Bankenkarriere. Aber die wussten irgendwann auch nicht mehr weiter.

Spätestens jetzt hätte D.B. selbst die Kraft aufbringen müssen, die Zukunft in helleren Farben zu sehen. Neue Hoffnung zu schöpfen. Aus der täglichen Spirale mit Negativ-Gedanken auszubrechen.

An die Kinder denken. An die Familie. An das Leben.

Er tat es nicht. Schaffte es nicht.

Am 30. Juni, seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Mitglied der Direktion der ZKB und damit auch Versicherter in der Pensionskasse der ZKB, nahm er sich das Wichtigste: das Leben.

Zurück bleiben alle Anderen.

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63 Kommentare zu “Kaderbanker der ZKB: Gekündigt, dann Suizid

  1. und wie vielen Kreditkunden hat er während seiner Karriere den Stecker gezogen, von welchen sich einige auch nicht wieder erholten…

    • @Ruedi Hammer. Lesen Sie zuerst den Beitrag genau, bevor Sie blöd kommentieren. Es handelte sich um einen Private Banker und nicht um einen Kreditmann! Capito?

  2. Herr Hässig, da lohnt es sich, noch weiter nachzugraben: was war die Rolle des Linienvorgesetzten? Wer hat die Kündigung veranlasst? Was war die Rolle des zuständigen GD? Welche Rolle hat das HR gespielt? Die Personalkomission? Was waren die wahren Gründe (ich weiss von zahlreichen GL Mitgliedern, die keinen „sauberen“ Strafregisterauszug haben, zB wegen schweren Verkehrsdelikten, an dem Strafregisterauszug kann es nicht gelegen haben, das war ein Feigenblatt)? Wie ich die Bankenwelt kenne würde da noch viel Unrat zum Vorschein kommen.
    Und dann: bitte kein falscher Täterschutz: Namen! Namen! Namen!
    Schlimm genug, dass die Systempresse diesen Fall bisher totgeschwiegen hat und die Täter schützt!

    • Präzisierung: die Vorbestraften GL Mitglieder sind nicht bei der ZKB. Aber trotzdem: eine Vorstrafe ist bei Bankbossen kein Problem, von denen sind diverse Vorbestraft (Hr Hässig hat ja einige Storys schon gebracht).

  3. Abteilungs- bzw. Sektorenvorgesetzte scheuen sich heutzutage nicht im geringsten MA zu kündigen, nur um ihre eigene Stellung, auch wenn es lediglich um wenige Monate geht, zu wahren. Mr Sacko Blender, bei uns in der Notenstein lebt es seit Monaten vor und kann sich nur behaupten indem er den Untergebenen indirekt droht. Von dieser Garde gibt es leider noch viel zu viele, sie weisen ein mässiges Fachwissen auf, geschweige sind die Führungsqualitäten als bedenklich einzustufen.

  4. Wenn ich die Entscheidung getroffen hätte den Mann zu kündigen und würde das erfahren dann hätte ich mit mir ein sehr grosses Problem .Die arme Familie

  5. Das Strafregister in der Schweizer Form ist eine äusserst altmodische und perverse Sache. Man hat keine Chance einen sonst tadellosen Leumund zu beweisen. Man wird durch irgendwelche Lappalien und Gemeinheiten mit einem Strafregistereintrag in die Pfanne gehauen und als Täter gebrandmarkt. Und alle wollen diesen Scheiss-Wisch sehen. Unser Bundesrat und Landesregierung schafft null Voraussetzungen für ein modernes Gesellschaftsleben. Mit Bussen ist es genau so. Der Staat liebt es zu büssen. Andere Länder haben längst Punkte- und Bewertungssysteme, welche eine differenzierte Betrachtung eines Leumunds erlauben. Die Schweiz ist ein rückständiges Land. Mein Beileid.

  6. Ich kannte D.B. und habe oft und lange mit ihm über seine Situation gesprochen.
    Ohne auf all die (zum Teil nicht sehr anständigen) Kommentare einzugehen: D. war ein liebevoller Mensch und seine Situation nicht leicht. Das, was er sich angeblich oder tatsächlich zu Schulden kommen liess, war nichts Schlimmes. Sein Problem war, dass er für einen neuen Job (bei einer Bank o.ä.) einfach einen absolut reinen Auszug brauchte und den nicht vorweisen konnte.
    Es hätte einen besseren Weg gegeben, aber D. war in einem dunklen Tunnel aus dem er nicht mehr herausfand. Wir können darüber nun richten, aber wir (die ihn kennen, auch ich) hätten besser versucht, ihm mehr zur Seite zu stehen.

    • @Jürg : Habe vor vielen Jahren ein solches Tragische Ereignis gehabt . Ein Onkel von mir hatte meinem Vater das vor Jahren Angekündigt , doch es wollte niemand Hören . Leider hat Er den Suizid (Selbstmord) Gewählt . Doch Finde ich es Vermessen , wenn man die Gründe nicht Kennt sich ein Urteil zu Bilden .

      Mein Beileid der Trauerfamilie

  7. Mein herzlichstes Beileid für die Familie und Angehörigen.

    Menschen tendieren in Extremsituationen nicht mehr rational handlungsfähig zu agieren und brauchen unbedingt aktive Lebensbegleitung.

    Aus meiner Erfahrung bringt ein Suizid sehr, sehr viel Trauer und Schmerz und eine lange Phase der schwierigen Verarbeitung für die Zurückgebliebenen.

    In der Verantwortung stehen – einmal mehr – die Unternehmen und Personalverantwortlichen, die mit Ihrer Ausbildung und Lebenserfahrung eigentlich schwierige, existenzbedrohende Situationen, erkennen müssten.

    Aber leider stellen sie sich nicht den schwierigen Herausforderungen.

    Eigentlich müssten sie gesetzlich dazu verpflichtet werden, gekündigten älteren Mitarbeitern eine Lebensbegleitung zu ermöglichen.

    Mindestens jeder zweite gekündigte ü50 fällt, ohne Begleitung (und da meine ich nicht das RAV), in eine Negativspirale – denn wer hat schon einen ‚Lebensplan B‘?

  8. Ich denke nicht, dass der Arbeitgeber einem Mitarbeiter kündigt, weil er einen Strafregistereintrag für ein Verkehrsdelikt bekommen hat. Könnte wohl arbeitsrechtlich heikel werden (ausser: er ist Chauffeur oder so).

    Wird wohl eher mit was zu tun haben, was für seinen Job heikel ist. Und bis so was passiert, muss wohl schon einiges gelaufen sein: wegen einer Veruntreuung von CHF 300 passiert so was nicht.

    Auch wenn wir nicht wissen, was er wirklich getan hat, könnte da wohl mehr dahinter stecken.
    Es tut mir für die Familie sehr leid. Hoffe, die werden mal verstehen, warum….

  9. Er hat sich nicht mit dem Verkauf von Strukies und Derivativen, ebenso dem Chef gegenüber nicht untergeordnet und ohne Schleimen wird man in die Wüste geschickt, denn das Karrusell der Obersten muss sich weiterhin drehen.

  10. Das grosse Problem hier war wohl D.B. selbst: einerseits konnte er nicht zu seiner Strafanzeige stehen und seinen Arbeitgeber informieren und auch auf Nachfrage hin stritt er es ab.

    Klar musste der Arbeitgeber ihm künden.

    D.B. konnte scheinbar nicht zu seinem Fehler stehen, hat sogar wenige Tage vor Austritt noch ein Arztzeugnis gebracht (weil er nichts anderes gefunden hat) und schlussendlich einen sehr traurigen Abgang organisiert.

    Die Schuld nun der Bank zu geben, ist hier völlig falsch: er hat Fehler gemacht, deswegen gab es wohl die Strafanzeige.

    Für die Familie finde ich es extrem traurig und nicht fair; aber die Schuld liegt bei ihm.

    • Alles ist ja immer so einfach zu erklären. Jeder weiss eine schlaue Erklärung auf alles. Nur leider hat sie niemand gefragt.

    • @Peter Moser:
      meinen Sie, „Sie“ oder „sie“? Wenn man richtig schreiben kann, dann verstehen es die andern auch besser, was gemeint ist…

      Ich habe selber bei Banken gearbeitet, kenne aber auch die eher ruhigere Variante auf der öffentliche Verwaltung. Es ist halt einfach so: wenn man viel verdienen möchte und der „Top Banker“ sein, dann muss man auch mit den Konsequenzen leben (Druck im Job etc.). Man hat sein Leben schlussendlich selber in der Hand. Die Verantwortung am Ende auf den Arbeitgeber zu schieben, ist einfach viel zu einfach. Sorry, geht gar nicht.

      Es ist sein Fehler, er allein ist dafür verantwortlich. Und sein feiger Abgang spricht nicht für ihn. Man muss sich den Tatsachen stellen. Man hätte sich in so eine Situation auch externe Hilfe nehmen können. Es gibt immer Lösungen.

      Nein, Sie haben mich nicht gefragt (sofern Sie mit „sie“ mich gemeint haben), aber hier darf man Kommentare abgeben und es ist Ihnen freigestellt, es zu lesen oder eben nicht….

  11. Kommentare mit Urteilen und Vorurteilen ohne Ende. Unglaublich.

    Wenn jemand etwas zum Artikel beitragen könnte, dann sollte er/sie/es tun. RIP und Beileid der Familie.

  12. Bleiben wir kurz seriös: ein Strafregistereintrag gibts erst bei einer Verurteilung. So wies die meisten Forumsteilnehmer darstellen, ist das absolut kein Kavaliersdelikt mehr, wenn ein Bankdirektor einen Eintrag hat. In was für einer Blase leben hier die meisten?

    Habt Ihr echt das Gefühl, dass so ein Eintrag beim ersten kleinen Vergehen passiert? Eben.

    Wieder mal einer, der den Hals nicht voll genug kriegt.

    Sehr sehr tragisch für die Kinder, die ihren Vater wegen dessen Grossspurigkeit unnötig verlieren mussten. DIE tun mir leid.

    • Halt halt…………

      Strafregistereinträge gibt’s auch schon bei einer Verkehrs-Busse über 250 Franken.
      Also recht schnell.
      Für was er einen bekam, ich weiss es nicht…… trotzdem….
      würde jedem gekündigt wegen eines Eintrages, es gäbe zehntausende mehr ohne Stelle.

      Hier kommt es darauf an was der Grund war, hatte es etwas mit Vermögensverwaltung zu tun, dann ist er selber schuld.
      War es etwas anderes, also dann denke ich nicht, denn um etwas gravierendes konnte es sich ja kaum handeln, denn dann wäre auch eine Haftstrafe ……bedingt oder unbedingt, dazugekommen.

      Nein, die Bank hätte bestimmt einen Weg gefunden den Mann nach 30 Jahren nicht auf die Strasse zu stellen.
      Aber eben, wenn einer ausgedient hat, sucht man nicht mehr lange.

      Zudem, sobald er Arbeitslos geworden wäre hätte er auch Probleme mit seiner Hypothek bekommen, denn das tun Banken dann auch gerne.
      Während sie „vorher“ beste Risiken waren, sind sie „nachher“ bald einmal ein Risiko und müssen entweder die Hypothek abbauen oder einen wesentlich höheren Zinssatz bezahlen.

      Beides in der Situation unangenehm bis unmöglich.

      Tja, niemand ist gefeit vor den Unbilden des Lebens.

  13. Es heisst Arbeitskollegen. Und nicht Arbeitsfreunde.

    Kletten, die sich nach einem Jobwechsel immer wieder melden, sind sehr anstrengend.

    • Aufpassen Marco Waser, dass es nicht SIE mal so erwischt. Dann wird ihre Arroganz möglicherweise sehr klein.

  14. Die Kommentare, die von Feigheit reden sind völlig deplatziert. Niemand begeht einfach so auf die Schnelle Suizid.
    Diese Kommentare erinnern mich an die hohen Offiziere, die aus sicherer Entfernung grosskotzig über ihre „feigen“ Soldaten wettern, die in Gefangenschaft geraten. Aber kaum steht der Gegner vor dem Stabsbunker, sind sie die Ersten, die aufgeben.
    Pfui schämt Euch!

  15. Die diesen „Kollegen“ entlassen haben kennen das Wort Mitmenschlichkeit sicher nicht!
    Mein ganzes Mitgefühl gehört dieser Familie.

  16. *** Bitte PLZ berichtigen, einige kennen mich ***

    5630 -> 5637

    in

    Kurt Wehrli
    13. Juli 2017 / 09:24
    Mindestens so fragwürdig – und feige – ist es, eine pointierte Meinung unter Pseudonym zu veröffentlichen.
    Kurt Wehrli
    5630 Beinwil/Freiamt

  17. Diese Tragödie beweist, dass wir eine Neuordnung brauchen, um diesen Wahnsinn beenden zu können und niemand ins soziale Abseits driften muss, wenn seine Branche aufgelöst wird. Wenn wir nur kuschen, erreichen wir auf Dauer nur eines: die totale Verelendung auf allen Ebenen.

    Mein Beileid und tiefstes Mitgefühl an Familie und Angehörige.

  18. So traurig die Geschichte für die Betroffenen ist, so wenig hat sie de facto mit der ZKB zu tun. Und ich nehme Banken wahrlich selten in Schutz. Aber wenn das Vertrauensverhältnis aufgrund verschwiegener Strafregistereinträge zerrüttet ist, die ZKB nichts unternommen hätte und D.B. in 2 Jahren einen seiner Kunden um 3mio erleichtert hätte, ich bin sicher, wir hätte es hier bei Lukas zuerst gelesen: ZKB erfüllt Sorgfaltspflicht nicht.
    Also fühlen wir mit der Frau und den Kindern, denn die sind die wahren Leidtragenden dieser Geschichte. Nicht der Verstorbene, der leider den feigen Weg gewählt hat.

  19. Ist es als langjähriger Private-Banking-Mitarbeiter denn nicht möglich, zukünftig von dem zu leben, was man bisher den Kunden empfohlen bzw. bei seinen erfolgreichen Kunden gesehen hat?

    • Das ist kein Zynismus, sondern die Wahrheit.

      Es gibt diese Renditen an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten.

      Wer sich jedoch zu sehr mit sales pitch und dem Versand von hektografierten Börsenbriefen beschäftigt, verliert den Blick für das Wesentliche.

      So wie andere Branchen entgegen der eigenen Selbstdarstellung sehr gut davon leben, den Mißerfolg ihrer Mandanten zu verwalten. Man verdient eben mit den jährlich wiederkehrenden Deklarationen, Verwaltung und Umschuldungen mehr, als einmal zutreffend abzuraten.

  20. Eine erschütternde Geschichte, die das Leben schreibt, und ja, „Zurück bleiben alle Anderen“!

    Ich habe selber erlebt, wie eiskalt man von seinem beruflichen Umfeld geschnitten, ignoriert und „abserviert“ wird, wenn man – egal ob selbstverschuldet oder nicht !!! – in eine Schieflage gerät.

    Telefonanrufe werden weggeknipst, Email-Adressen auf die Blacklist gesetzt, Facebook-Links gekappt und bei zufällige Begegnungen wird blitzartig die Strassenseite gewechselt.

    Man erhält keine fünf Minuten, um Fakten in Erinnerung zu rufen. Das kollektive „Mobbing“ wird, wie von unsichtbarer Hand gesteuert, rasch und unglaublich effizient exekutiert.

    Eine wichtige Erfahrung:
    Die ach so lustig-gespielten Team-Happenings, Grill-Events, Spaghetti-Plauschs, Ski-Weekends sind in solchen Momenten einen Pfifferling wert.

    Wenn man von seinen Küsschen-links-rechts-Freunden der Arbeitswelt einen Rat, eine Unterstützung, eine Zweitmeinung oder gar ein Bekenntnis zu Ereignissen erbittet, dann zucken 9 von 10 Duz-Freunden zusammen und lösen sich in Luft auf.

    Wenn ich etwas beschliessen könnte:
    In der Arbeitswelt per sofort das trügerische „Du“ aufheben und wieder zum distanziert-respektvolleren „Sie“ unserer Väter zurückkehren.

    Dann hat man nämlich nicht die Illusion, im Job von lauter Freunden umgeben zu sein und beginnt wieder, die echten und tragfähigen Freundschaften und Beziehungen zu entdecken und zu pflegen: die Familie, die Familie und die Familie, und vielleicht noch ein Handvoll andere.

    • Meine Arbeit im Treuhand- und Revisionswesen hat mir zwar wenig Salär, dafür aber einen reichen Erfahrungsschatz eingebracht, wovon man besser die Finger läßt.

      Sowie die Einsicht, wozu Menschen im Rahmen relativ erfolgloser wirtschaftlicher Betätigungen nicht alles fähig sind.

    • Je nach Vorfall halt oder einfach froh sein solche Leute los zu sein, die sind scheinbar nicht so intelligent zu verstehen das es Ihnen mal gleich gehen könnte. Fehlende Vorstellungskraft und wenig Empathie sind ja inzwischen sehr weit verbreitet. Eine andere Möglichkeit ist die meist wenigen „Chef-Brandstifter“ ausfindig zu machen und zu bekämpfen, viele sind einfach Mitläufer.

    • Es heisst Arbeitskollegen. Und nicht Arbeitsfreunde.

      Einige Leute scheinen dies nicht zu verstehen.

      Ich musste auch schon einige auf die Blacklist setzen. Da sie das nicht verstanden haben.

    • Wenn du eine Stunde lang glücklich sein willst, schlafe.

      Wenn du einen Tag glücklich sein willst, geh fischen.

      Wenn du ein Jahr lang glücklich sein willst, habe ein Vermögen.

      Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, liebe deine Arbeit.

      Chinesisches Sprichwort

  21. Leider ist der besagte Herr nicht ganz unschuldig an seiner Selbsttötung. Wäre er zum Strafregister-Eintrag gestanden, hätte die Kündigung allenfalls verhindert werden können. Dass er sich die Lichter ausgelöscht hat, ist feige. Als Familienvater hat er Verantwortung zu tragen. Dass Einzelgänger kein Platz mehr in einer Bank haben, ist verwerflich. Heute gibt es nur noch auf dem Papier Teamplayer. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Durch die perversen Ziele ist jeder auf sich alleine gestellt.

  22. Der Mann wurde zu Recht entlassen, wenn er dem Arbeitgeber bewusst einen Strafregistereintrag nicht nur verschweigt, sondern auf Anfrage auch nocht verneint. Da gibt es nur eine Lösung: fristlose Entlassung. Und das ist richtig so. Dieses Verhalten würde nicht nur bei der ZKB, sondern auch bei anderen Firmen zu einer Entlassung führen. Nun ist es himmeltraurig, wenn man dem Arbeitgeber Schuld gibt, wenn ein ehemaliger Mitarbeiter Selbstmord begeht. Das hat nichts mit der ZKB zu tun. Sich das Leben zu nehmen war seine eigene (äusserst feige) Entscheidung.
    Die wichtigste Frage: diese Geschichte hat nichts auf dieser Plattform verloren. Ich begreife nicht, wieso überhaupt über eine rein private Tragödie berichtet wird. Die ganze Geschichte hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Bankgeschäft zu tun.

    • Mindestens so fragwürdig – und feige – ist es, eine pointierte Meinung unter Pseudonym zu veröffentlichen.

      Kurt Wehrli
      5630 Beinwil/Freiamt

  23. Ihm wurde der Boden unter den Füssen weggezogen. Er fiel aus grosser Höhe in neue unbekannte Tiefen. Dies überforderte ihn, verständlicherweise.

    Er ist auch nicht der Erste, der sich sein Leben nahm, weil sein Ruf litt.

    Neue Situationen können nach Jahrzehnten der Sicherheit, schnell und als tektonische Verschiebungen kommen. Das ist das Perfide daran.

    Alle anderen können weiter denken: „Mir passiert schon nichts. Ich bin geschützt wegen A, B, und C.“

    Oder sie bereiten sich auf Alternativen und Streitfälle vor. Damit das Leben weitergehen kann.

    Hinterlist und Platzierung vom Atombomben unter dem A…. eines Anderen, mit einer grösstmöglichen Heuchelei, haben ich zuerst bei der UBS kennengelernt. War eine Lektion für’s Leben.

    Mein Beileid an die Familie.

  24. 30 Jahre lang mit Herzblut für die ZKB!!
    Tragisch für sämtliche Beteiligten…

    Zeigt sich wieder einmal mehr, dass Unabhängigkeit wichtiger ist als die Karriere. F**k off!

  25. Traurig ist das menschliche Schicksal allemal. Ein Urteil über die Gründe und Hintergründe für den Hinschied sollten wir uns mangels Kenntnisse der Fakten jedoch nicht anmassen. Die Familie des Verstorbenen tut mir leid, denn diese haben diesen herben Schlag weder verantwortet noch verdient. Hier müsste die ZKB Moral zeigen ….

  26. Es ist bedauerlich, daß in einzelnen Branchen der Leistungsdruck und die Erwartungshaltung so hoch ist, daß Führungskräfte trotz hohem freiheitsstiftendem Einkommen und Vermögen in einer Krisensituation den Freitod wählen, wie beispielsweise Martin Senn oder Pierre Wauthier.

    Als langjähriger Mitarbeiter im Private Banking sollte jedoch – anders als in vielen anderen Berufszweigen – zudem Anschauung, Überblick und Phantasie für wirtschaftliche Chancen in der Welt vorhanden sein.

    Damit sollte es entsprechend der Werbung und dem Selbstverständnis der Branche möglich sein, eine Zeit lang rein kapitalmarktorientiert zu leben.

    Eben das, was die bisher beratenen Kunden auch tun.

    Wer bereits einmal entsprechende Erfolgserlebnisse hatte, der macht in einer solchen Lage vielleicht alles mögliche, sucht aber bestimmt nicht den Freitod.

    • Vielleicht hat er viele Jahre seines Berufslebens damit zugebracht, diverse Börsenbriefe an seine Kunden zu faxen.

      Das schränkt auf Dauer das Blickfeld ein und tötet jede Phantasie.

  27. Wohl leider ein neuer Trend, welcher leider eher zunehmen wird, je schlimmer es in der bankenwelt/wirtschaft taglich wird..
    Falls es eine aktie wette darauf gaebe wuerde ich die kaufen (leider)..

  28. Vielleicht hat er etwas weiter gedacht als wir hier denken. Am letzten Arbeitstag, d.h. seine Familie bekommt noch die Pensionskassen Rente für Witwe und seine Kinder.

    Wenn er seine Familie im Leben nicht mehr versorgen konnte, kann er es im Tode doch noch tun.

    Mein Mitgefühl

  29. Jene miesen Leute welche solche Suizids zu verantworten haben, gehören nicht in die Schaltzentralen einer Bank, schon gar nicht einer Kantonalbank.

    Dieses Beispiel zeigt einmal mehr: Sklaven – Gehorsam bis zum Abwinken ist unbedingte Voraussetzung für jede und jeden „Untergebenen“. Einfach nur verwerflich.

    Höchste Zeit dass Roboter das Szepter übernehmen…… Den Hinterlassenen und ihren Angehörigen wurde einmal mehr der Raubtier-Kapitalismus zur Todesfalle. R.I.P.

    • Ich sehe nicht ein wieso Sie die ZKB an den Pranger stellen. Die Person ist selbst für die Situation in die sie sich gebracht hat verantwortlich. Falls er sich nicht im Klaren war, dass sein Strafregistereintrag nicht für immer geheim bleiben kann, dann wurde er wohl auch zu Unrecht in den Direktionsrang befördert. Eine Entlassung ist mehr als gerechtfertigt, zumal er wohl glaubte wegen seiner langen Tätigkeit unantastbar zu sein. Ich bedaure nur die Familie die durch die Kurzsichtigkeit der Person in unsägliches Leid gestossen worden ist.

    • @Damian: Über das Ziel hinausgeschossen hat hier heute nur einer, mein Lieber, und das waren Sie. Manchmal lohnt es sich, zuerst nachzudenken und dann in die Tasten zu greifen – oder es eben sein zu lassen. Im Übrigen bin ich nicht der Autor dieses Beitrages sondern einfach ein Leser, der sich an einem menschlichen Schicksal betroffen zeigt. Etwas, was Ihnen offenbar völlig abgeht. Armer Kerl.

      Georg Schreiber, 8800 Thalwil

  30. „Vor 2 Jahren hatte ebenfalls ein langjähriger Private Banker der ZKB zuerst den Job und dann das Leben verloren.“

    An dieser Stelle habe ich erwartet, dass eine komplette Liste aller ex ZKBler folgt, die nach einer Entlassung irgendwann gestorben sind. Ansonsten sehe ich den Sinn dieses Satzes nicht. Die Andeutung ist so diskreter (oder angebracht) wie ein mishandelter Pitbull in der Kinderkrippe.

    „Zurück bleiben alle Anderen.“

    Und ein neues Tief von Insideparadeplatz.ch
    „D.B. hinterlässt zwei junge Kinder und eine Frau. Er wählte den Suizid, statt sich der harten Aufgabe zu stellen, sein Leben neu zu organisieren.“

    Oha, jetzt massen wir uns noch zu den verstorbenen zu kritisieren. Man kennt offenbar sämtliche Facts und Beweggründe und nimmt sich nun heraus zu diktieren was warum geschah, und das ganze wird noch bewertet. Wow.

    • Halt einfach Deine Schnauze, Damian. Die Geschichte ist traurig genug und Deine Pseudo-Rezension interessiert hier nicht. Mein Beileid an die Hinterbliebenen.

    • @Damian Maia
      Beitrag ist doch nachdenklich, gefühlsvoll und mit Emphatie geschrieben, so what.
      Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen.

      PS Ueber die zwispältige Firmenpolitik der ZKB darf morgens wieder ausführlich debattiert werden.

    • Lukas Hässig. Wenn Sie mir schon anworten, dann sollten Sie vielleicht mit den Daumen-Hochs nicht gerade so übertreiben. 61 in ein paar Minuten? Wohl ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen…

    • Die Top Beiträge haben täglich vielleicht 40 votes. Ab und zu bringts der MDP auf 60 oder so. Lustiger Weise, hat 3 std nach dem Artikel G.S. 130 Daumen hochs.

      Ja, das sieht sehr glaubhaft aus, da ist keine Manipulation im Spiel, gellen Sie Herr Hässig.

      In der Regel reagieren Sie auf Kritik ja nie… hab wohl ins schwarze getroffen? Trotzdem volle Punktzahl, dass Sie meine Antworten nicht einfach löschen.

      Zu den anderen die sagen „einfühlsam“ geschrieben: äh.. nein. Zuerst reisserisch, und Zusammenhänge gebastelt wo keine da sind, DANACH pseudo-Einfühlsam. Das bei einem Thema, bei dem ein Unbetroffener unmöglich verstehen kann was los war.
      Das ganze ist geschrieben wie von einer Person die bei Leuten, die an Depressionen leiden findet: Hey, einfach mal das ganze bisschen munter betrachten! Dann ist alles gut.

      Der Person fehlt ganz offenbar das Wissen, was eine Depression ist. Mit Mood hat dies nichts zu tun. Familie/Kinder festhalten: genau das ist ja der Beweis, wie mächtig eine Depression ist. „halt einfach auf die Familie stützen – hat er aber nicht“ ist absolutes amateurhaftes Gerede. Sorry Herr Hässig, von diesem Feld haben Sie nun halt mal keine Ahnung, und darum die Kritik. Bei aller Liebe, der Beitrag heute ist ein neues Tief – auch wenn Ihnen das vielleicht beim schreiben nicht mal klar war.

    • Damian Maia, Du bist einfach nur ein gefühlsarmer Idiot, der sich selber gern zuhört. Ein ganz armes Würstchen……

    • Du merkst nicht mal, wie sehr Du Dich selbst ins Abseits stellst, gell? Um aus einem Film zu zitieren: “ Use your Right to remain silent!“

    • Hey Hässig, es reicht. Dass Du’s bist ist ja klar, 240 Daumen hoch, das lächerlichste was es auf dieser Seite zu sehen gibt (abgesehen vom heutigen Bericht). Du musst nicht noch diverse andere Namen benutzen.

      Wie Du an meinen realistischen, ECHTEN Daumen siehst, sind diverse hier mit mir einverstanden, also warum akzeptierst Du das nicht, eingeschnappte Assel.

    • Her Haessig, bitte löschen Sie doch Kommentare von den Forentrolls wie „Damian“ oder (noch nerviger!) „DuPont“. Damian wird sicher von der ZKB bezahlt um hier vom wahren Thema abzulenken und die Schuldigen zu schützen!