SNB hat 80 Milliarden in US-Aktien investiert

Notenbank riskiert pro Schweizer 10’000 Fr., Babies inklusive – Hunderte von Mio. in No-Name-Firmen Smuckers, Ulta & Co.

Was aus unserer Nationalbank geworden ist, sieht man heute. 724 Milliarden hat die Bank in Fremdwährungen investiert. Das ist bald so viel wie die ganze UBS. Diese hat am Freitag knapp 900 Milliarden Aktiven ausgewiesen, inklusive allen Krediten und „luftigen“ Anlagen in irgendwelchen Papiere.

Ihre schiere Grösse macht die SNB zum Spielball. Von Januar bis Juni verlor sie kurz mal 4 Milliarden mit Obligationen, also Papieren mit einem Zins. Bei den Aktien hingegen resultierte ein Plus von fast 10 Milliarden. Gigantische Beträge, ein wahres Schaukeln auf den Weltmärkten. Es kommt noch dicker. Allein mit den Fremdwährungen verlor die SNB 12 Milliarden. Der Euro wurde zwar stärker, da gewann die Nationalbank. Doch der Dollar sackte ab.

Unter dem Strich bleibt für das erste Halbjahr 2017 ein knapper Gewinn. Bis März war noch ein dickes Polster da, seit April geht’s scharf bergab mit einem Minus von fast 7 Milliarden für das zweite Quartal.

Die Bewegungen sind wie Ebbe und Flut an der Atlantikküste. Der Kahn namens SNB schaukelt hin und her. Besonders brisant sind deshalb die Aktieninvestments der Schweizerischen Zentralbank.

Da alle Investoren, die mehr als 100 Millionen Dollar in amerikanischen Aktien halten oder kontrollieren, verpflichtet sind, ihre Positionen der Aufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) mittels einem sogenannten „13F Filing“ offenzulegen, weiss man darüber einiges. Die SNB hat seit dem zweiten Quartal 2013 solche Formulare eingereicht.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen lässt einen vor Schreck erstarren. Was passiert hier gerade vor unseren Augen? Die SNB hat zum 31. März 2017 (Q1/2017) 80,4 Milliarden US Dollar in amerikanischen Aktien angehäuft. Auf jeden Einwohner, jede Einwohnerin der Schweiz, Greis oder Baby oder Banker, kommen also 9’695 Dollar.

Positionen der SNB an in den USA gelisteten Aktien, verglichen mit Dollar-Devisenanlagen (Quellen: SEC, SNB)

Die Menge der gehaltenen US-Aktien steigt seit 2015 exponentiell an, sogar stärker als die Dollar-Devisenanlagen (die jeweils die Aktien beinhalten). Wie soll das weitergehen? Was ist der Plan? Wann muss die SNB die Notbremse ziehen?

Und vor allem: Was genau kauft die SNB da? „Die Nationalbank bildet bei ihren Aktieninvestitionen eine Kombination breiter Indizes ab. Sie betreibt daher weder eine positive noch eine negative Aktienselektion, sondern bildet den internationalen Aktienmarkt in seiner Gesamtheit ab“ steht auf der Webseite der SNB. Die „breiten Indizes“ bestehen aber natürlich aus Aktien. Welche Aktien-“Papiere“ liegen also in der Börsenstrasse 15 in Zürich im Tresor?

Dass die SNB Apple Aktien hält, ist schon bekannt und wurde auch breit thematisiert. Per 31. März 2017 waren es 18,9 Millionen Aktien zum Wert von 2,7 Milliarden Dollar. Die SNB ist damit auf Platz 16 der institutionellen Investoren aufgestiegen und hält mehr Anteile an Apple als die Credit Suisse oder der Kanadische Pensionsfonds.

Jeder Bewohner der Schweiz „besitzt“ somit 2,28 Apple-Aktien im Wert von 327 Dollar. Dass dieser Anteil so hoch ist, liegt auch daran, dass Apple die grösste Firma der Welt ist (nach Marktkapitalisierung).

Institutionelle Investoren von Apple, geordnet nach „Shares held“ (Quelle: Nasdaq)

Aber sind sich alle in der Schweiz bewusst, dass das Kaufen „der breiten US-Indizes“ nicht nur zu einem grossen Engagement in bekannten Aktien führt, sondern auch dazu, dass die SNB nun Anteile an über 2’500 in den USA gelisteten Firmen hält?

An 334 Firmen hält die SNB wegen ihrer gigantischen „Shoppingtour“ Anteile von je mehr als 50 Millionen Dollar. Viele dieser Firmen sind keine Unbekannten, sondern in aller Munde, so wie Tesla, Ford, Netflix, Boeing, Caterpillar oder Walt Disney.

Doch nicht alle. Es gibt hierzulande völlig unbekannte Firmen, an denen die Schweizer Notenbank inzwischen signifikant beteiligt ist. Oder wer hat schon mal von Fastenal, Ulta, Mylan, Axis, Cintas oder Smuckers gehört?

An diesen sechs Firmen hält die SNB Anteile im Wert von insgesamt 340 Millionen Dollar. Macht pro Einwohner in der Schweiz über 40 Schweizer Franken. Wie kann es sein, dass wochenlang die Autobahnvignette, die AHV oder die Energiestrategie 2050 heiss diskutiert wird und in der Fernseh-Arena mit harten Bandagen um die Vorlagen gekämpft wird, die Schweiz aber bei der SNB beide Augen zudrückt?

Wenig bekannte Firmen, an denen die SNB grosse Anteile hält (Quelle: SEC und Nasdaq)

Heute wäre ein guter Moment, sich nochmals vor Augen zu führen, wofür die SNB eigentlich da ist: für Preisstabilität in der Schweiz. Was das genau ist, da gehen die Ansichten weit auseinander. Aber unabhängig davon ist die SNB sicher nicht dafür da, Anteile an Tausenden am amerikanischen Aktienmarkt gelisteten Firmen aufzukaufen.

Der Auftrag der SNB lautet gemäss offiziellem Wortlaut: „Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik des Landes. Sie muss sich gemäss Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen. Sie setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für die Entwicklung der Wirtschaft.“

Nun hat sich die SNB mit ihrer Politik der „Schwächung des Franken“ und dem damit verbundenen massiven Zukauf von Aktien weit von ihrem Auftrag entfernt. Aus der einst auf ihren Kernauftrag beschränkten Institution ist ein riesiger, globaler Investment-Fund geworden.

Es stellen sich immer drängendere Fragen. Wo im Pflichtenheft der SNB ist eine solche Ausweitung des Spielraums festgehalten? Wie viel mehr möchte die SNB noch aufkaufen? Wer trägt die Risiken dieser Aktieninvestments? Sind wir nicht schon genug über unsere Schweizer Banken, Versicherungen und Pensionskassen dem Aktienmarkt ausgesetzt, muss jetzt auch noch die SNB Aktienrisiken auf den Büchern haben?

Im Kern geht es um den Punkt, dass die SNB möglicherweise nicht mehr im Gesamtinteresse des Landes handelt. Dann aber wäre die Institution „Out of Control“.

Kommentare

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  1. Was mich noch interessieren würde: Kann eine Bank Konkurs gehen, die das Privileg besitzt, selber Geld drucken zu dürfen?
    Das Problem ist wohl nicht der Konkurs, sondern die Hyperinflation, die diese Geldschwemme verursachen würde.

  2. Wo liegt das Problem? Die Nationalbank darf nicht mit Geschäftsbanken verglichen werden, ihr Auftrag ist ein ganz anderer. Ihre Funktionsweise invertiert. Wer den Unterschied nicht kennt, gerät schnell in Panik. Das ist aber gut so, denn durch die Invertierung bedeuted das, dass es der SNB glänzend geht. Erst wenn dieselben Leute zufrieden sind mit der SNB, erst dann ist Vorsicht geboten.
    So funktioniert die SNB:
    Wenn der Schweizer Franken steigt, spielt es überhaupt keine Rolle, wenn die Vermögenswerte der Bank Verluste machen, denn dies drückt den Schweizer Franken und das ist ja das Ziel.
    Umgekehrt machen Aktien in Fremdwährungen Gewinn, wenn der Schweizer-Franken sinkt (die Fremdwährung und somt auch die Aktien in Fremdwährung steigen) und dies hilft den Franken-Kurs zu stützen.

  3. Hallo
    Ihr wisst aber schon, dass die Nationalbank den Rothischilds gehört und nicht etwa dem Schweizer Volk!? Wir bekommen ja nicht mal eine Rente für Invalide, im Gegensatz zu anderen Länder in Europa

    Gnade Gott

  4. Die SNB soll da investieren, wo Gewinne wahrscheinlich sind. Sie soll längerfristig im Interesse der Realschweiz handeln. Das sind nicht die Devisenzocker, sondern die restlichen 85%,

  5. Die SNB braucht immer mehr Geld (Großbanken wackeln wieder) und geht damit spekulativ in die Offensive, wie ein Vermögensverwalter einer Schweizer Bank, der durch immer mehr Umschichtungen und Risiken versucht, sein Anlage-Ziel mit fremden Geldern zu erreichen – geht es schief, haftet der Gläubiger (Kunde, Bürger) zu 100% allein und als Sahnehäubchen bekommt der unfähige Vermögensveralter seinen unglücklichen Aufwand auch noch großzügig bezahlt. Übrigens, das, ist das Ergebnis einer aus dem Ruder laufenden Vermögensverwaltung, dieses verlogene Prinzip durchschauen immer mehr Anleger und verabschieden sich davon.

    • zar
      Die SNB druckt ihr notwendiges Geld mit den GB (gesetzliche Zahlungsmittel). Das von den GB geschöpfte Buchgeld kann nicht von der ZB verwendet werden, weil es nicht existiert. Zahlen in der Buchhaltung!
      Geldsystem verstehen könnte helfen, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

  6. Wann erfolgt die Bilanzverkürzung resp. Abbau der Bankgiroguthaben? Die Geschäftsbanken verkaufen nun Euros an ihre Kunden. Short Positionen/ Fremdwährungsinterbankkredite?
    Manipulationen (Interventionen) haben immer auch eine Kehrseite der Medaille.

    • Sofern die Abschwächung des CHF im Verhältnis zum € keine Eintagesfliege bleibt, sollte die SNB die Gelegenheit haben, um die ebenfalls hohen Bestände in € abzubauen. Beim $ dürfte das jetzt und bis auf weiteres eher etwas schwierig bleiben. Im Gesamten betrachtet macht die SNB ihre Arbeit/Auftrag gut. Obwohl bekannt, erwähne ich dennoch. Die schweizerische Volkswirtschaft ist sehr klein, im Vergleich mit Deutschland und anderen Staaten. Zudem sind wir auf den Handel mit dem Ausland angewiesen, weil wir eine Exportnation sind. Und viele Importe werden bei uns nicht kosumiert, sondern veredelt und danach wieder dem Export zugeführt. Das macht es von der Mechanik her für eine Nationalbank besonders schwer. Ich glaube nicht, dass es andere bei der SNB besser machen könnten. Einen Staatsfonds wie andere Länder in vergleichbarer Sitution will sich die Schweiz bekanntlich nicht leisten. Damit wird gewollt oder ungewollt die SNB in diese Funktion hinein gedrückt.

    • fuchs1946

      Ein Staatsfond bildet man nicht aus spekulativen Anlagen sondern aus der Produktivkraft. Bsp. Norwegen = Öl.

      Die SNB sollte nicht mit Volumen intervenieren sondern mit Massnahmen. Dem Bankensystem als Geldschöpfer sollte sowie so das Mitspielen in der Wirtschaft verboten sein. Wettbewerbsgleichheit = Voraussetzung einer freien Marktwirtschaft.

    • an Herrn Georg Bender
      Bei dieser Gleichung „Wettbewerbsgleichheit = Voraussetzung einer freien Marktwirtschaft.“ komme ich ins Grübeln. Nach Ihrer gewagten These gäbe es in der Realität die freie Marktwirtschaft somit garnicht?
      Helfen Sie mir weiter – ich kenne keine Volkswirtschaft in der es eine Wettbewerbsgleicheit tatsächlich geben könnte????

  7. Dem gesamten Bankensystem als Geldschöpfer, ist der direkte Zugang zum Wirtschaftssystem zu verbieten, damit auch die Form der AG!
    Die Verfassung verlangt Gleichheit und nicht Wettbewerbsvorteile für die Geldschöpfung. Die Judikative und Politik im tiefster Agonie!
    Die Zentralbank muss mit Massnahmen und nicht Volumenbeeinflussung agieren. Die Zweiteilung der Geldarten ist nur der Spielsucht geschuldet, welche die einfältigen Ökonomen (dämlichste Denklehre) erdacht haben.
    Den Erwerb als Parameter für die Steuern und Soziales gehört in das gleiche Kapitel der Manipulation (Hetze und Zahler Mythos) Dabei ist doch der Konsum (End-Verbrauch oder Benutzung auch die Finanzspiele), einzig dafür massgeben?

  8. Die Grundfrage ist doch für wen die SNB arbeitet?
    Wie sind die Zusammenhänge mit FED/BIZ?

    Wem nützt ein schwacher CHF?
    Also mir nicht…

    Und zu den +30Mia:
    Wie wahrscheinlich ist ein Abschwächen des EUR bis Ende Jahr?
    Wie wahrscheinlich ist ein Rücksetzer von 15-20% im US-Aktienmarkt?

  9. Die SNB wird von US-Medien als grösster Hedgefund der Welt bezeichnet. Völlig verdient natürlich! Das ganz noch mit Vorliebe investiert beim Fundmanager BlackRock, wo ja der frühere SNB-Chef Hildebrand seine Fäden zieht.
    US-Aktien werden in Indexfunds gekauft, also vorwiegend Hightech – und Virtual-economy stocks (Google,Facebook, Amazon, Apple) mit astronomischen PE’s. Fundamental Analyse findet offenbar nicht statt.

    Sieht alles aus wie eine Geheimbundagenda der vereinigten Globalisten!

    • Was für ein Filz schon wieder mit der SNB und Blackrock- der Hildebrand zieht sich hintenrum bestimmt wieder gigantische „Fees“ und Performance fees rein für diese SNB-Blackrock geklüngel und der Regulator schaut beschämt weg.

  10. Es ist wie überall auf der Welt , sie machen ihr eigenes Ding und werden nicht zur Rechenschaft gezogen wenn es gegen den Baum geht. Würden die Herren Bankster selber haften würden sie kein Roulette spielen.

  11. Bei solchen Zahlen wird LH natürlich ganz warm zwischen den Ohren. 60m in eine US-Firma, die er selbst nicht kennt? Skandal! Lieber LH, nehmen sie sich doch bitte dieses wunderschöne Sprichwort zu Herzen: „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen“

  12. DieSNB kann machen was sie will, auch Zocken, Verluste, Hauptschache: unsere Währung wird beschädigt.
    Wir brauchen dringend ein neutrales Aufsichtsorgan, das über die Finanzen der SNB und auch des Bundes wacht. Parlamentarier sind dazu nicht fähig.

    • Also Moment mal. Die SNB liefert seit vielen Jahren vorzügliche Arbeit ab, sonst hätten wir nicht den Wohlstand und die Währungsstabilität, die wir haben.
      Die SNB ist unabhängig von der Politik und ihrer Interessen. Und das ist gut so und soll so bleiben.
      Sie können sich dann wieder melden, wenn es wirklich etwas zu motzen gibt. Solange bleiben sie bitte am Stammtisch.

    • @Meter Peilster
      ?
      Von welchem Stammtisch kommen denn Sie?

      wir haben Minuszinsen, real betrachtet Inflation und unsere Ersparnisse in CHF sind in EUR weniger Wert…

      Also Alles schlecht.

  13. Herr Jordan hat uns immer noch nicht erklärt, wie er mit Käufen von US Aktien den Tourismus und die Exportindustrie ankurbeln kann.

    • Zumindest hat Ihnen Herr Jordan zum Nationalfeiertag 2017 erklärt, daß er die Bilanz der Schweizer Nationalbank auf absehbare Zeit saniert hat, denn die halbe Billion Euros sind in Franken ausgedrückt über 30 Milliarden mehr wert als noch vor drei Monaten.
      Ihre Voraussagen, bei von mir anerkannter Expertise und auch bei Berücksichtigung Ihrer Dissertation, sind nicht eingetreten.
      Weder ist der Franken weiter gestiegen, sondern er ist gefallen, und zwar liegt er jetzt 8 % schwächer als zu dem Zeitpunkt, wo er für Jordan überbewertet war und für Sie nur eine Richtung zu erkennen war, nämlich nach unten.
      Auch die Assets im US-Aktienmarkt haben sich wertmässig verbessert, Dow Jones heute bei 22.000.
      Zweieinhalb Jahre nach dem Frankenschock hat die SNB die Trickkiste hervorgeholt und ihre Kritiker zum Schweigen gebracht.
      Sollte die SNB ihre Euro-Berge jetzt in der Euro-Stärke weltweit meistbietend verteilen können, so haben wir bald wieder die EUR/CHF-Relation 1,20 und die SNB einen geradezu phänomenalen Jahresabschlussgewinn von 50 Mrd. schweizer Franken.
      Da erübrigt sich dann jedwede Kritik, denn die SNB hat ihr Mandat erfüllt (Preisstabilität, Wechselkursadaption) und ihre Bilanz erleichtert, und die Kantone erhalten ihre Zuwendungen wie gewohnt, wahrscheinlich eher mehr als weniger.
      Sie glauben doch nicht ernsthaft, daß in dieser Situation irgendjemand das Mandat und dessen Ausübung der SNB je wieder in Zweifel ziehen wird ?

    • @Geldspeicher des Dagobert

      Ich stehe mit meinem Namen zu meinem Wort – die Befürworter der SNB schreiben anonym.

      SNB-Chef Thomas Jordan hat sich offenbar veranlasst gefühlt, auf meine Kritik zu antworten.

      Sie SNB passt auch allmählich ihre Homepage an meine Argumentation hier an. Stillschweigend – etwas feige. Sie steht nicht zu ihren Fehlern. Ihren Film von der wunderbaren Geldvermehrung aus dem Nichts, den ich widerlegte, ist von ihrer home page verschwunden.

      Ich habe die 1. August-Rede von Herrn Jordan nicht gehört. Aber offenbar konnte er erneut nicht erklären, wie er mit Käufen von US-Aktien den Schweizer Tourismus ankurbelt. Können Sie es?

      Bitte seien Sie in Ihrer Argumentation fair. Ich habe der SNB schon 1993 geraten, nicht das ganze Volksvermögen der SNB im Ausland anzulegen, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln – nicht die US-Wirtschaft. Damals stand der Dollar bei über 1.80, wenn ich mich richtig erinnere. Wo sind wir jetzt?

      Ihre ersten 200 Milliarden Euros hat die SNB bei 1.45 gekauft. Diese Verluste haben Sie offenbar vergessen. Jetzt ist der Euro etwas gestiegen und sie haben nur noch – und Eurozeichen in Ihren Augen.

      Die Finanzmärkte drücken immer die schwächsten Teilnehmer aus dem Markt. Mit einem spekulativen Hebel von fast 10x ist die SNB extrem schwach.

      Sie und die SNB sollten etwas vorsichtiger werden. Der Euro steigt einige Rappen und schon werden Sie und die SNB übermütig. Eine solch kurzfristige Sichtweise der SNB ist und bleibt gefährlich.

      Sobald die SNB anfängt mit ihren gewaltigen Devisenverkäufen ist damit zu rechnen dass deren Wert einbricht.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Wie ist es eigentlich möglich, daß bei einem weltweiten Devisenmarkt im Umfang von rund 5 Billionen USD pro Tag der Schweizer Franken innerhalb einer Woche 5% seines Werts verliert ?
      Welche Volumina sind nötig, um eine solche Neubewertung durchführen zu können ?
      Herr Jordan sagte kürzlich im Wirtschaftsblatt „Le Temps“, der Kurs bei EUR/CHF von 1,1000 erschien ihm immer noch stark überbewertet.
      (Er kommt von 1,0645 vor der Frankreich-Wahl).
      Jetzt sind wir bei 1,1500.
      Hat er etwa die 1,2000 im Sinn, seine alte Verteidigungslinie, die vier Jahre verteidigt werden konnte ?

    • Eventuell sind die Spielregeln der National-Ökonomie geändert worden.
      Schlüssige Erklärungen sind nicht mehr gefragt.
      Knowhow von einst gehört zum alten Eisen.
      Goldpreis, Dow Jones und Devisen werden zentral gesteuert, Marktmechanismen außer Kraft gesetzt.
      Entweder Sie haben die nötigen Insiderinformationen, oder Sie bleiben besser außen vor.
      Selbst wenn die SNB scheitern sollte, wird man die Kritiker kaum mit
      Auszeichnungen überhäufen.
      Ganz im Gegenteil.
      Off Topic:
      Wie konnte eigentlich die deutsche Wirtschaft in den Jahren ab 1933 über sogenannte Mefowechsel die ganze Volkswirtschaft finanzieren ?
      Waren wirklich keine Kredite aus dem Ausland notwendig ?

    • Richtig Herr Mayer………..
      ——————
      Marc Meyer, Dr.
      2. August 2017 / 13:28
      @Geldspeicher des Dagobert
      ——————
      Zu jenem Kommentar.
      In Deutschland, der EU und den USA wurden keine der vielen Probleme gelöst, sie wurden überall nur mit Geld zugeschüttet.
      Im Fall der EZB wurden dafür Staatsanleihen angenommen die Ramsch sind ……aber als A oder sogar höher klassifiziert wurden, somit also als sichere Papiere gelten. Das per politischem Entscheid……

      Tja ich würde auch gerne so ein paar Papierchen ausgeben und mit meinem hochheiligen Indianer-Ehrenwort versichern das sie Felsenfest sind…..(((-:
      Diese Papiere wurden als Sicherheiten in den Tresor gelegt und gehebelt, also als Grundlage genommen um weitere Papiere zu kaufen, das Perpetuum Mobile der Finanzer.

      Wenn also der Euro mal etwas höher steht, so ist das keinesfalls ein Zeichen das er gesünder wird, sondern wohl eine Marktmanipulation die bald wieder zusammenbricht.
      Es wurden seit 2009 ja keinerlei Grundlagen für einen gesunden Euro geschaffen, ja das ist wohl gar nicht möglich beim Euro.
      Da der Euro aber nach wie vor krank ist, warum sollte der dauerhaft steigen….?
      Und würde er das tatsächlich tun, so sollte uns das ganz ganz grosse Sorgen machen …….denn dann wäre entweder mit unserer SNB und / oder dem Franken etwas im Argen.
      Wenn der Franken gegenüber dem Euro absackt ist das ein Alarmzeichen erster Güte, es würde bedeuten, dass die gesündere Währung an Boden verliert …….und das sollte niemals sein.

  14. Die SNB ist fantasielos. Wenn man den Franken ‚drücken‘ will, kann man das auf ganz einfache Art und Weise tun: Einfach mal für 100 Milliarden Euro’s kaufen und diese Euros sofort anteilsmässig (pro Kopf) jedem Steuerzahler, oder Schweizer Bürger (das müsste man dann noch genau ausknobeln) auszahlen. Wenn das nichts nützt, einfach wiederholen, bis die Spekulanten das Muffensausen kriegen.

  15. Die SNB kauft die Welt mit selbstgedruckten Geld und alle spielen mit. Der Franken wird deshalb irgendwann abstürzen, dann wird die snb die grosse gewinnerin sein. Wäre für die ch wirtschaft eh besser, wenn der chf abstürzt. Für ch touristen, welche in griechenland und portugal günstig ferien machen, wird es wieder etwas teurer..aber immer noch günstig. Bin überzeugt, dass snb strategie über einen zeithorizont von 5 jahren die richtige ist!

    • Nachhaltig hat man mit Inflation (=Geldmengenausweitung) noch nie Wohlstand generiert, sondern nur die Währung zerstört. Ich bezweifle dass dies für die CH-Wirtschaft gut ist. Jedenfalls wird das für die Sparer und PK’s ein Fiasko. Und der Kater wird nicht schmerzloser nur weil alle bis zum Umfallen saufen.

  16. Wieder einmal nur heisse Luft vom Berichterstatter. Ist das Sommerloch schuld daran. Die SNB sind Profis und haben den Kahn sicher durch die stürmischen Zeiten manövriert. Danken wir der SNB für die gute Arbeit die Sie täglich macht. 👍

    • Zitat «Die SNB sind Profis». Selten so gelacht! Auf jeden Fall ist Mogul Leone kein Profi…

    • Ob die Schönwetter-Kapitäne der SNB Profis sind zeigt sich im nächsten Sturm

    • Leone……………

      Austch, au Weia, Pruuust, Hmmmmm, Hahahaha, das hat nun aber weh getan……
      meinem Zwerchfell natürlich.

  17. Viele Nationalbanken sind beteiligt und der Aktien Bubble ist BRUTAL.
    Amazon Price/Earning Ratio liegt bei 200, d.h. Aktie 10-mal zu Teuer.
    Es gibt billige Alternativen für die teure Iphones, ein Mobile Phone ist heute ein Commodity.
    Auch dieses Mal wird es krachen, nicht neues unter der Sonne.

  18. SNB-„Bäsching“ ist offensichtlich immer noch gross in Mode und wie immer aus der Ecke der „ewiggestrigen“ Rechten.
    Die SNB macht meines Erachtens das einzig richtige aber leider nur mit angezogener Handbremse. Die SNB und somit die Schweiz sollte das mit den Aktien erworbenen Stimmrechte im Sinne des Schweizervolkes einsetzen.
    Das ist wahrscheinlich noch die einzige Option die die Schweiz hat um nicht endgültig in die Mangel genommen zu werden.
    Alle drei Monate über Buchwährungsverluste zu schreiben mag vielleicht erfüllend sein. Allerdings weiss man auch, Währungsverluste glätten sich über die Zeit und wer an irgend einer Form von Liberalismus und Kapitalismus glaubt, sollte unbedingt zulassen, dass unser Vermögen in Aktien investiert wird.
    Mir scheint das Verhalten der SNB auf alle Fälle „patriotischer“ als das was wir von „unseren“ Grossbanken aufgetischt bekommen.

    • Ob die SNB das Richtige macht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ihr politisches Links/Rechts Gesülze nützt hier gar nichts. Als ewiggestriger Rechter“ darf ich doch feststellen, dass die Markt- und Positionsrisiken der SNB sehr sehr hoch sind und nur kleinste Veränderungen am Markt riesige Verluste für die SNB nach sich ziehen können. Das Wort „Crash“ wird beim US-Aktienmarkt immer häufiger genannt. Hoffen wir einfach, dass die SNB ihre Positionen ordentlich abgesichert hat.

    • Ich bin auch ein ewiggestriger Rechter………….

      ….und frage mich wie die SNB einen Verlust von 2-3-500 Milliarden wegstecken könnte.
      Denn solche Risiken geht man ein wenn man potentiell Crashgefährdete Staatsanleihen kauft.

      Aber über eines bin ich trotzdem sehr froh, so ein Crash wird nicht nach „Rechts“ und Links fragen, er wird alle treffen.
      Die Rechten etwas weniger, denn sie verschliessen die Augen vor dem heraufziehenden Unwetter etwas weniger…..(((-:

  19. Fakten aus der letzten Handelswoche in Kombination mit der Entwicklung seit dem 21. April 2017:

    Devisenbestände in Euro (geschätzt) : CHF 450,0 Mrd.
    Kursgewinn in Euro seit 21.4.2017 (damaliger Stand EUR/CHF 1,0685, Stand vom Freitag 1,1385): CHF 30,0 Mrd.

    Noch Fragen ?
    Die nächste SNB-Bilanz wird stark positiv ausfallen.
    Kritik ist zwar immer möglich, aber substanzlos.

    Bei dieser Entwicklung wird sich auch die Diskussion um die Eigenkapitalsicherung und die Spekulationsbereitschaft der SNB in Wohlgefallen auflösen.

    Mehr Gewinne geht nicht.

    • Das mag zutreffen aber es ist nur eine Momentaufnahme. Wo es rauf geht, gehts auch wieder runter. Der Ausstieg aus diesen Anlagen ist doch völlig unklar und die Anlagerisiken unbestritten.

    • Rütlischwur, Sie meinen Buchgewinne 30 Mrd.
      Ich hoffe die „Profis“ werden diese realisieren ?

    • @ Ullmann

      Es sollte klar sein, daß bei der momentan vorherrschenden hohen Euro-Nachfrage die SNB in der Lage sein sollte, das Devisenportfolio im Euro entscheidend zu erleichtern.

      Sollte allerdings herauskommen, daß die SNB die EUR/CHF 1,14 mit eigenen (weiteren) Devisenkäufen unterstützt haben sollte, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Kursniveau als stabil angesehen werden kann.

      Abzulesen wäre dies an der nächsten Quartals-Veröffentlichung (SNB-Bilanz und dort EUR-Bestände).

      Sollte mehr Euro da sein als im letzten Quartal, ist das gegenwärtige Niveau künstlich herbeigeführt.

  20. Dieser Artikel strotzt so von Fehlern, dass ich ihn gar nicht ernst nehmen kann. Wer das geschrieben hat, versteht entweder nichts von den (praktischen) Aufgaben einer Nationalbank oder dann will er bewusst Fehlinterpretationen verbreiten. Mit andern Worten: die Nationalbank macht ihren Job ausgezeichnet. Wo der Franken heute stehen und wie es um die Beschäftigungslage in der Schweiz stehen würde, all diese Aspekte werden einfach ausgeblendet. Kurioserweise ist gar kein Autor angeführt. Ich vermute, es war Lukas Hässig, nur hatte er den Mut nicht, zu diesem fehlerhaften Beitrag zu stehen.

    • Ich versuche nach wie vor eine Meinung darüber zu bilden, ob der Bilanzwahnsinn der SNB nun „betriebswirksam“ oder „-schädlich“ ist. Wäre es zuviel verlangt, die von Ihnen angeführten Fehler im Artikel auch konkret zu bennen?

    • Was ist los?

      Herr Dr Nationalökonom Marc Meyer und SNB-Kritiker hat heute nicht unter seinem Namen geschrieben?

  21. Das Schweizer Stimmvolk hatte bereits die Möglichkeit, der Zockerei der SNB über die Goldinitiative Einhalt zu gebieten. Die Chance wurde vertan. Somit sollte nun auch niemand jammern, wenn die SNB genau den Kurs weiterfährt den sie damals eingeschlagen hat.

    Ich persönlich hätte es viel lieber gesehen, hätte man den starken Franken zugelassen, denn dann wären die Grosskonzerne gezwungen gewesen mit Innovationen dagegenzusteuern. So konnten sie weiterwursteln wie bisher auf Kosten der Allgemeinheit.

    Meines Erachtens wird die Billanz der SNB auch weiter ungebremst anwachsen, bis es den grossen Schlag tut. Die Frage ist daher auch nicht ob, sondern wann.

    • Wie in Japan, geht super. Die machen die Balance Sheet Expansion einfach 20 Jahre spaeter, somit sind wir Schweizer mal die Schnellen (deswegen ist die SNB auch nicht in Bern).

    • Ja richtig, darum habe ich die Goldinitiative auch immer beworben.
      Vergebens, viele SVP Gegner halten an Jordan fest nur weil man den korrupten Hildebrandt abgesägt hat.
      Gegen die SVP …….

      Nun ja, das nächste .ist die Vollgeld-Initiative.
      Sie hat wohl keine Chance, aber sie würde das Establishment zwingen über die jetzigen Zustände nachzudenken.
      Nur schon darum ist sie Unterstützenswert.

      Der Deutsche Andreas Popp macht ja viele Videos und Vorträge zu Geld und Finanzmarkt.
      Ich mag den Popp nicht, aber er sagte seit Jahren das die Schweiz mit in den Strudel gerissen wird, sollten Dollar oder Euro kollabieren.
      Da hat er leider absolut recht, denn Jordan mach Linke Politik mit der SNB aber kaum jemand bemerkt das.

  22. Wir befinden uns in einem Währungskrieg!

    So ist es. Punkt. Aus. Amen. Klarer Fall.

    In einem Krieg gibt man Vollgas, oder geht unter. Hier mit der SNB statt VBS. Mit Devisenkäufen statt mit schiessenden Panzern.

    Wenn der Euro bei 0.5 Franken wäre, würden alle produzierenden Unternehmen auswandern. Mitsamt der induzierten Jobkette wären 90% der Schweiz irgendwann menschenleer. Ruinen würden dominieren.

    Man muss sich endlich mal entscheiden, was man will! Falls man aber auch die Lage verstanden hat.

    • 90% weniger Menschen sind immer noch ein besseres Szenario als die aktuelle Entwicklung (und auch umweltfreundlicher/nachhaltiger)…
      Abgesehen davon dass Ihr Szenario (leider?) nie eintreffen wird, haben Sie Recht, der Euro ist total überbewertet. Ich denke 0,7 wären im Moment realistisch.

  23. Die herrschende bürgerliche Macht-Elite in diesem Land mit der geistigen Speerspitze der NZZ erlaubt wohl der Nationalbank Anlagen in US Aktien, aber nicht Aktien in Europa und schon gar nicht in der Schweiz.
    Diese Haltung erklärt sich nicht aus finanztechnischen oder volkswirtschaftlichen Überlegungen, sondern allein aus Gründen der Ideologie. Wo kämen wir hin, die SNB würde über ein Portefeuille von 10 Mio. Nestle Aktien verfügen? In Augen dieser Kreise ist das Staats-Kapitalismus, was noch schlimmer ist als der Kommunismus von Nord-Korea.
    Lieber verliert die SNB bei den Apple Aktien und sonstigen Werten von Silicon-Valley, wo sich 2 von 3 Aktien sowie so als Rohrkrepierer erweisen, als das sie Schweizer Aktien kauft.
    Wo wäre der verbohrte, religiöse Kapitalismus in der Schweiz, wenn die SNB bei Meyer Burger 10 % des Kapitals erwerben würde und dies der Schweizer Wirtschaft hilft. Kommunismus! Kommunismus!
    Es gefällt diesen Kreisen und ihrem Sklaven Nationalbank, bei US Aktien Geld zu verlieren, auch wenn bei einem allfälligen Börsen-Crash die Schweizer Aktien um 15 % zurückgehen und die US Aktien um 30 %, aber Silicon Valley sogar um 50 %.
    Es ist der Nationalbank erlaubt. hochgejubelte US Technologie-Werte zu kaufen und darauf schwer Geld zu verlieren, aber auf Schweizer Aktien kleinere Verluste oder sogar Gewinne zu machen, ist in Augen der NZZ der Untergang der bürgerlichen Schweiz.
    Überhaupt wird die SNB auf dem Dollar soviel verlieren, dass die neuerlichen Aufwertung des Euro keine Gewinne für die SNB generiert. Vor drei Jahren schrieben einige, sie soll die Pfund-Bestände abbauen, hat sie nicht getan und happige Verluste eingefahren.
    Bei der Pfund-Abwertung von 1932 hat die SNB weniger als 300’000 Franken Verlust gemacht und das Pfund war damals eine allseits anerkannte Weltwährung. Die Vorgänger der heutigen SNB Leitung scheinen besser gewesen zu sein.

  24. Also jeder Schweizer „besitzt“ US-Aktien im Wert von $ 10’000? Wirklich jeder ? Hmmmm. – Also: Dass ich je in meinem Leben einmal im gleichen Boot hocken würde wie der Cüplisozi Levrat, die „Wirtschaftssachverständige“ Leutenegger-Oberholzer oder Pauli Rechsteiner hätte ich nie im Leben gedacht. Sache gibts! SNB sei dank!

  25. Das von den Zentralbankpräsidenten / -innen gerne verwendete Märchen von der sog. Preisstabilität bei geschönt berechneten Teuerungsraten bei ca. 2% p. a. als Begründung einer ultraexpansiven Zentralbankpolitik ist nur das für jedermann sichtbare Zeichen, das der Westen wirtschaftlich verliert trotz wiederum geschönt berechneter sog. Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt.

    Genau deswegen ist die Teuerung – vorläufig – noch niedrig.

    In einer tatsächlich noch expandierenden Volkswirtschaft wie in China sind die Zinsen durchwegs um satte 300 Basispunkte höher ähnlich dem Niveau hier vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, trotz inzwischen ähnlicher Teuerungsraten wie im Westen:

    http://www.shibor.org/shibor/web/html/index_e.html

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167115/umfrage/inflationsrate-in-china/

    Wohin das letztlich führt, kann man aktuell an Großbritannien studieren, das nach dem Verlust des Banken- und Versicherungswesens als nationale Schlüsselindustrie der wirtschaftliche Abstieg in Verhältnisse ähnlich wie in den 70er Jahren bevorsteht. Die Teuerung ist dort bereits für jedermann spürbar hoch infolge der annährend zinslosen nationalen Schwachwährung GBP:

    https://snbchf.com/wp-content/uploads/2012/08/USD-CHF-Longterm.jpg

    http://sdw.ecb.europa.eu/servlet/quickviewChart?SERIES_KEY=229.IRS.M.GB.L.L40.CI.0000.GBP.N.Z

    • Historisch vergleichbar mit heute ist die Entschuldung Amerikas nach dem zweiten Weltkrieg während der 50er Jahre mit künstlich niedrig gehaltenen Leitzinsen von 2% trotz Nachkriegsboom.

      Damals 1 USD = 4 CHF, heute 1 USD = 1 CHF

      So wie damals die deutsche Mark und der japanische Yen zu Hartwährungen wurden und die bisherigen Hartwährungen US-Dollar und britisches Pfund schwach, steht vergleichbares bei den Währungen mancher Schwellen- und Entwicklungsländer bevor.

      Heutige Hartwährungen werden durch die immensen ungedeckten sozialen Lasten in diesen Ländern zukünftig wieder zu Schwachwährungen, wo vergleichbar mit Japan heute die Notenbank die Staatsanleihen aus denzwangsläufigen Haushaltsdefiziten aufkauft.

  26. Unbekannt ist nicht gleich schlecht, herr Hässig. Als junger Schweizer mit langem Horizont finde ich die Anlagepolitik der SNB toll – wäre allerdings dafür, die Aktienquote noch massiv zu erhöhen!

    • Lang ist höchstens der „Anlagehorizont“ – der Horizont generell ist bei jungen Leuten meist sehr eingeschränkt. Abgesehen davon handelt es sich bei SNB-Investments nicht um private Finanzen und ein Depot mit einigen Tausend Fränkli drin. So gesehen, sind die Entscheide der SNB von anderer Tragweite, und können auch nicht den „Anlagehorizont“ einer Privatperson ausmachen. Abgesehen davon, dass niemand weiss, die lange der „Anlagehorizont“ der Eidgenossenschaft wirklich ist.

    • Der Anlagehorizont der Eidgenossenschaft dürfte ca 700 Jahre betragen. Insofern sind Aktienengagements durchaus sinnvoll…

    • @ Urs

      Da scheint ihr „Horizont“ ein wenig beschränkt zu sein. Denken Sie wirklich dass es Apple und den Euro in 700 Jahren noch gibt?
      Nehmen wir nur mal 100 Jahre und sagen Sie mir welche Firma von damals noch existiert.

  27. Man kann die Anlagepolitik der SNB schon kritisch sehen, die Frage ist nur, wo stünde der Frankenkurs heute ohne Eingreifen der SNB? Der Schweizer Wirtschaft geht es heute gut, nur der Tourismus leidet noch etwas, aber pro Saldo hat sich das energische Devisenmanagement der SNB ausbezahlt. Die SNB kritisieren ist einfach. Seriöse und bessere Alternativen zur SNB-Politik habe ich noch keine gelesen.

    • das ist Spekulation wo der Kurs heute wäre, hätte die SNB niemals interveniert, bzw abgeschächt nur Wogen geglättet.

      Es gibt keine Parameter an denen man derart rumspielen kann, so dass der Währungskurs langfristig stabil in die eine oder andere Richtung verweisen müsste.

      Genauso gut hätte es sein können das sich ab einer gewissen Stärke des Frankens die Spekulation von alleine die andere Richtung gesucht hätte. Kann sein dass dann zwar ein kurzfristig höherer Schaden entstanden wäre, wir inzwischen aber (ohne extrem riskante SNB Bilanz mit Aktien etc.) auf ähnlichem Pegel dahingleiten würden.

    • @ Arthur Spiesser…………………

      Das ist leider eine sehr einseitige Sichtweise, denn sie blendet die ungeheuren Risiken der 720 Milliarden in der SNB Bilanz aus.
      Die EZB wird dafür kritisiert das sie jedes und alles mit Geld zuschüttet.

      Die Schweizer SNB macht eigentlich dass selbe, sie schüttet massenhaft Geld irgendwohin um den Franken niedrig zu halten.
      Aber sie macht eigentlich etwas ähnliches wie Draghi.

      Die Exportwirtschaft ist stark in der Schweiz, aber sie ist nur eines von mehreren Standbeinen.
      Für das eine einzige Bein aber haben wir nun ein Verlustrisiko von 2-3-500 Milliarden aufgebaut.
      Dabei wäre ein starker Franken auch für viele Schweizer ein Segen, die anderen nämlich ……ausser der Exportwirtschaft.
      Nur warum reden wir nie über diese Seite der Medaille….?

      Ich habe mich in die Finanzgeschichte eingelesen, sie beginnt mit den alten Griechen von 2500 Jahren.
      ——————————————-
      Und eines kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, …..es ist noch nie ein Land wegen seiner starken Währung untergegangen, …….aber sehr viele wegen ihrer schwachen.
      ——————————————

  28. Danke für den Artikel.
    Die Systempresse berichtet über diese Sauerei ja gewöhnlich unkritisch. Und jammert dann rum, wenn die Abozahlen sinken!