Wundersame Karriere von Varnholt: Schwiegerdaddy?

Gustav Grisard war Holzunternehmer und Immobilien-Tycoon, sass in vielen VRs – Erklärung für Schwiegersohns Erfolg?

Burkhard Varnholt hat gut geheiratet. Gleich wie sein Schwiegervater. Der heisst Gustav Grisard und ist vor 10 Tagen nach einem grossen Leben verstorben.

Heute verabschiedet sich die NZZ mit einer Laudatio von Grisard. Er hatte in die Schmidheiny-Dynastie eingeheiratet, expandierte mit dem Holzimiperium der Frau.

Nach dem Verkauf machte er die Familie noch reicher mit dem Immobilienbesitz der Industriegruppe. Die börsenkotierte Realestate-Firma Hiag ging aus der Holzgruppe hervor.

Als Immobilienfirma erfolgreiche Ex-Holzproduzentin: Hiag. Quelle: Swissquote 

A Swiss Man in Full – wie Gustav Grisard in Anlehnung an Tom Wolfes Beststeller genannt werden könnte. Ausser dass es sich bei ihm laut NZZ um einen feinfühligen Menschen handelte.

So wie also Grisard einheiratete, tat dies auch Burkhard Varnholt. Der Banker, der nicht unterzukriegen ist, hat zur Ehefrau eine Grisard-Tochter und -Erbin.

Das führt dazu, dass Varnholt nicht nur vermögend ist. Sondern vor allem, dass er dank seinem ehemaligen Schwiegervater über ein einzigartiges Beziehungsnetz verfügt.

Sofern der Schwiegervater sich für Burkhard Varnholt stark gemacht hat. Dagegen spricht nichts.

Im Gegenteil: Es würde die wundersame Karriere von Varnholt besser erklären. Der Ökonom mit der riesengrossen Stirn und der Fähigkeit, stundenlang ein Publikum zu fesseln, ist mehrfach gescheitert.

Und jedes Mal wieder zurück an die Spitze gekehrt. Ja, eigentlich fast immer in einer besseren Position.

Was erstaunt. Varnholts Leistungsausweis ist nämlich nicht klar.

Seine „Absolute Return“-Produkte unter dem Kommando des damaligen CS-Chefs Oswald Grübel wurden zum Flop, als um die Jahrtausendwende die Techkrise ausbrach.

Die Kunden merkten, dass von absoluter Rendite nicht viel übrig blieb.

Es kam zum Wechsel zur Sarasin. Dorthin folgte Varnholt seinem Kollegen Joe Strähle, der nach seiner Absetzung bei der CS vor gut 10 Jahren in Basel ein neues Plätzchen gefunden hatte.

Unter Strähle hatte es Varnholt gut. Er sass in der Geschäftsleitung und konnte seine Analysen der Märkte zum Besten geben.

Erst als 2011 die Sarasin in den Händen der Brasilien-Banker namens Safra landete, pfiff ein neuer Wind. Strähle wurde von den neuen Besitzern bald weggeblasen, wenig später war auch Varnholt Geschichte.

Er seilte sich ab zur Julius Bär, wo Boris Collardi, sein Ex-Kollege aus gemeinsamen CS-Tagen, das Zepter schwang.

Erneut durfte Varnholt gescheite Recherchen zelebrieren. Bis auch bei der Bär mit einem Mann von Pictet plötzlich Fragen an seinem Können aufkamen.

Varnholt landete auf einem Abstellgleis. Da kam die neue CS Schweiz AG wie gerufen. Varnholt konnte letzten Herbst zum Schweizer Ableger der Credit Suisse springen.

Und zwar gleich auf die Kommandobrücke. „Chief Investment Officer“ lautete der Titel, den Varnholt bei der CS Schweiz erhielt.

Ein weiteres Mal vor dem tiefen Fall gerettet. Schwiegervater sei Dank?

Die Beziehungen von Gustav Grisard sind einzigartig. Er war aktiv bei bekannten Baufirmen, der Bank Leu (die bei der CS landete), bei Morgan Stanley Schweiz, bei Ringier, der Schweizer Mobiliar.

Auszug aus Gustav Grisards einstigen Geschäftsaktivitäten. Quelle: Teledata.

Und vielen mehr. Dies alles neben seinen eigenen Unternehmungen rund um die erwähnte Hiag.

Kein Zweifel: Schwiegervater Grisard konnte Jungspund Varnholt Türen öffnen – als erfolgreicher Unternehmer und Strippenzieher und als Ultra-Vermögender.

Heisst die Lösung des Varnholt-Rätsels Grisard?

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34 Kommentare zu “Wundersame Karriere von Varnholt: Schwiegerdaddy?

  1. Diesen Vernholt kenn ich aus alten Tagen aus Basel. Ausser grossen Reden Schwingen konnte der wenig! Ein Blender erster Güte!

  2. Und wieder andere schaffen es weder durch unsägliche geHÄSSIGkeiten, noch durch Heirat in die ach so beneidete High Society aufzusteigen..und so fristen sie das wenig glamuröse Dasein des Boulevard Blog Schreibers auf einem Niveau, welches noch unter dem der SI liegt…

  3. Wenn sein beruflicher Erfolg in „Grösse umgewandelt“ würde, gäbe es wohl ein Golfball. Burki würde selbstverständlich von einem Heissluftballon sprechen. Diese heisse Luft in ein Golfball zu pumpen, würde wohl nur Burki schaffen. Tipp an CS: Burki zum Heisluftpilot ausbilden…

  4. Ich bin eben Steinreich und seit einiger Zeit suche ich eine normale Frau, die Karriere in Swiss Banking machen will, zu heirate. Wenn so einfach ist, why not? Just call me…

  5. Jetzt schreibt man von „Beziehungsnetz“ und „Netzwerken“. Früher hatte man dies ungeschönt und ungeschminkt einfach „Filz“ genannt.

    • … oder auch als Vitamin B. Vitamine sollen ja gesund sein, für Körper, Geist und das Portemonnaie …

  6. Mit der Heirat hat BV bewiesen dass er ein guter Investment-Banker ist! Besser als Heirat in eine vermögende Familie kann man nicht investieren!

    • eben, wer sich nichts erheiratet oder er(e)rbt, der ist und bleibt und dumme siech bis er st(e)rbt.

    • Bevor eine Frau einen Mann heiratet,
      muß sie ihn wenigsten einmal nach dem Mittagessen
      und einmal zornig gesehen haben.

      Bevor ein Mann eine Frau für immer sein nennt,
      muß er sie wenigstens einmal im tiefen Negligee gesehen habe.

      Paolo Mantegazza
      * 31. Oktober 1831 † 28. August 1910

  7. Ja gut aber Herr V. hat auch einen Abschluss als Dr. oec. HSG und da hat er schon ein paar Stündli Arbeit reingesteckt. Soviel ich weiss kann man diesen Titel auch nicht käuflich erwerben. Insofern passt die gute berufliche Stellung auch zu seinem akademischen Background.

    • Lieber Eddie
      Ich habe in meiner über 25-jährigen Zeit in der Finanzindustrie genug Versager mit HSG Titel gesehen, als dass ich daran noch glauben würde… Im Gegenteil.

    • @auguste
      Ich auch; kann ihren Kommentar nur bestätigen.
      Flaschen mit oder ohne Dr. Titel gibt es zu Hauf in der Bankenwelt. Nur der Abschluss zählt egal welcher; ob er was vom eigentlichen Business versteht ist egal. Habe solch einen mal gefragt welchen Mehrwert er für die Bank generiere?
      Antwort: er führe😞 Na Bravo

      Wäre dasselbe wenn der Metzger sich plötzlich als Automechaniker betätigt.

    • Liebe Nichtstudierte
      Klar gibts überall Pfeifen – mit oder ohne Dr. Titel. Aber mit universitärem Abschluss ist man wenigstens eine studierte Pfeife und hat darum (weil eben nicht jeder das Zeug zum studieren hat) tendenziell bessere Jobs und höhere Löhne. Der Mehrwert einer studierten Pfeife ist ganz klar negativ (=Minderwert), denn sie kostet meistens mehr als die nichtstudierte Pfeife.

  8. Abwarten bis der GAU bei V einzieht. Die Familie G hat die
    Erbschaftsangelegenheit sicherlich vor V’s Heirat mit der Tochter geregelt. Ohne ein Banker namens V.

  9. Was wie ein Skandal daherkommt ist ganz einfach das Leben…die Heirat war schon immer ein Mittel um Verbindungen zu knüpfen, Frieden zu sichern oder bestehendes zu sichern. Wer bei Heirat an Liebe glaubt der ist schon lange verloren.

  10. Ich finds zwar ehrlich gesagt auch ätzend wenn ‚Beziehungen‘ mehr zählen als die effektive Leistung, aber das ist halt einfach so. Egal ob Widmer und Collardi, die Familien Blocher oder Trump … Wer weit oben sitzt, kann eben einsetzen wen er will. Und vor allem warum er will.

    • „Geld allein macht nicht glücklich,
      aber es ist besser,
      in einem Taxi zu weinen
      als in der Straßenbahn.“

      Marcel Reich-Ranicki
      * 2. Juni 1920 † 18. September 2013

  11. Ein Spiegelbild von noch und nöcher
    Rechnen wir noch die politische Fuerungsgarde dazu bleibt ein Trauerbild statt die Freude einer dynamischen, innovativen Gesellschaft auf dieser Etage. Glück dass es auch eine fähige Minderheit gibt welche mit Leistung punktet und nicht Vetterliwirtschaft

    • Schneider-Ammann: Noch so einer, der nur dank seiner Heirat etwas geworden ist.

    • Jomann Schneider findet Trömps Töchterchen ja sehr beeindruckend……. Ich nehme an, sie hat ihm ein schönes, durch asiatische Kinderhändchen gebasteltes Schmuckstückchen für Frau Jomann Schneider geschenkt. Wahrscheinlich ist Jomann Schneider jetzt noch mit der Dankesrede beschäftigt. Ist ja bekanntlich ein Schnellsprecher…. Und wie heisst es so schön? Vitamin B schadet nur dem, der keine hat.

    • Du bist und bleibst eine Pfeife!
      Hinterleg Deinen Stuss doch mit facts, als immer nur mit Deinem dumpfen Bauchgefühl des Zu-kurz-Gekommenen!

  12. Tja, so wird es wohl sein, und viele der Banker, die BV ein Plätzchen anboten, dachten wohl auch, dass ein paar Brosamen aus dem Grisard-Vermögen bei Ihnen landen würden.

    • Herr und Frau Grisard waren sehr angenehme Geschäftspartner. Die Gespräche waren stets angeregt und offen.
      Er hat sein Unternehmen erfolgreich aufgebaut, wobei er nicht immer einfache Zeiten hatte. Die hat er wirklich gut gemeistert. Den Schwiegersohn kann ich nicht beurteilen. Aber als Schwiegersohn hat man es auch nicht immer einfach.

  13. Herzliches Beileid und viel Freude dem Burki zukünftig im Privatleben.

    Tipp an die Frau Gemahlin: Burki nicht ans Geldanlegen lassen oder als Kontraindikator verwenden!