Raiffeisen und Miss Vincenz trennen sich

Rechtschefin Nadja Ceregato, Frau vom Ex-Boss, geht – Ganz oben und zentral für Pierins Kauftrip – Ende des Vincenz-Erbes.

Nadja Ceregato stieg im Raiffeisen-Headquarter am Roten Platz in St. Gallen auf wie ein leuchtender Stern. Sie wurde Rechtschefin, dann General Counsel mit Sitz in der Geschäftsleitung.

Nun geht sie. Und beendet definitiv die Ära Vincenz. Das bestätigte gestern Abend ein Sprecher der Raiffeisen-Gruppe.

„Nach über 17 Jahren Tätigkeit im Bereich Legal & Compliance von Raiffeisen Schweiz – mehr als 12 Jahre davon als Leiterin und stellvertretende Leiterin des Bereichs – hat sich Nadja Ceregato anfangs Juni 2017 entschieden, sich beruflich nochmals neu zu positionieren und eine Weiterbildung mit Business-Fokus zu absolvieren“, teilte er per Email mit.

Ceregato ist eine Personalie mit Brisanz und Bedeutung. Sie war im Raiffeisen-Imperium mit seiner Vorherrschaft im helvetischen Hypo-Markt nicht nur Managerin und Rechtsfrau, sondern auch … die Ehefrau des alten Raiffeisen-CEOs.

Der heisst Pierin Vincenz und ist einer der meist beachteten Manager des Landes; einer, der das Rampenlicht lange suchte.

Ceregattos Aus kommt überraschend. Die Rechts- und Compliance-Expertin schien unangefochten, selbst als ihr Mann vor zwei Jahren seinen Abgang von der grossen Raiffeisen-Bühne aufführte.

Das hatte seinen Grund. Kurz vor Pierins Ende bei der Dritten Kraft von Swiss Banking wurde seine Gemahlin Ceregato nochmals befördert. Und zwar richtig und schmissig. Und ganz nach oben.

Das führte zu Headlines, doch die waren wie fast immer rasch Schnee von gestern. Ceregato und die Raiffeisen-Spitze konnten zur gewohnten Routine übergehen.

War damals die Beförderung umstritten und überraschend, so ist der Abschied von Vincenz Ehefrau aus der obersten operativen Führung der Raiffeisen-Gruppe geradezu eine Zäsur.

Ceregato verkörperte nämlich nichts weniger als den Fortbestand der Ära von Pierin Vincenz. Nicht bei den wichtigen Weichenstellungen fürs Geschäft. Aber bei der Sicherung der Geheimnisse.

Frau Ceregato wusste fast alles, was unter ihrem Mann in dessen 15jähriger Regentschaft bei den Genossenschaftern vollzogen wurde. Sie teilte Bett und Frühstücks-Tisch, und sie stand ihrem Gatten im Business zur Seite – wie eine stramme Eins.

Im Januar 2012 war es Ceregato, die mithalf, dass ihr Pierin mit seiner Raiffeisen endlich Fuss fassen konnte im Schweizer Private Banking. Ceregato vollzog die Prüfung der Wegelin-Bücher in Windeseile.

Was aus dem Kauf der Notenstein Privatbank, wie Vincenz die übernommene Bank taufte, geworden ist, zeigte sich in den letzten Monaten: eine Vermögensfirma ohne Kern und History.

Das Abenteuer hatte sich Vincenz 577 Millionen Franken kosten lassen. Je nachdem, wie die Raiffeisen die Akquisition verbuchte, führt das zu anhaltenden Abschreibern.

Ceregato war auch entscheidend beim Kauftrip ihres Manns im Assetmanagement. Sie sass im Komitee, das die Übernahmen und Mehrheitsbeteiligungen an Boutiquen bewilligte.

Dutzende von Millionen wurden aufgeworfen, am Ende blieb ein Rumpfgebilde namens Vescore übrig. Dieses landete vor Jahresfrist bei der Zürcher Vontobel.

Reich geworden bei der ganzen Wertevernichtung ist der umstrittene Beat Wittmann, ein Bündner Familienfreund der Vincenz-Sippe. Schon die Väter Wittmann und Vincenz pflegten die Nähe.

Ceregatos Bedeutung für die im Rückblick umstrittenen Käufe ihres Manns kann somit nicht unterschätzt werden. Ohne Ceregatos Einverständnis hätte Vincenz vieles nicht erwerben können – mit dem Kapital der Genossenschafter.

Der Raiffeisen-Gruppe wären möglicherweise ein paar Abenteuer erspart geblieben; Abenteuer, die nun Vincenz‘ Nachfolger Patrik Gisel bewältigen muss.

Deshalb ist das Ende von Frau Ceregato auch Zäsur: Pierins Geist ist endgültig aus dem Haus.

Allerdings sagt der Sprecher, dass Ceregato nach ihrer Weiterbildung „aller Voraussicht nach in einer neuen Funktion zur Raiffeisen Gruppe zurückkehren“ würde.

Mehr als nette Worte zum Abschied? Jedenfalls fiel jüngst auf, dass Raiffeisen-Chef Gisel seinem Vorgänger – und jahrelangen engen Chef – Steine nachwarf.

In der Finanz und Wirtschaft sagte Gisel vor 3 Wochen, seine Raiffeisenbanken hätten durch den Einstieg der Helvetia Versicherung ins Hypo-Business „Geschäft verloren“. Er meinte: „Darüber mussten wir sprechen.“

Bei der Helvetia schwingt Pierin Vincenz das Zepter.

Laut Raiffeisen-Sprecher ist der Streit beigelegt. „Wir haben die neue Ausgangslage, die durch die verstärkten Marktaktivitäten von Helvetia im Hypothekargeschäft entstanden ist, zwischen den Geschäftspartnern diskutiert und bereinigt. Helvetia und Raiffeisen sind und bleiben Kooperationspartner.“

Kommentare

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  1. Grüezi Herr Hässig
    Es ist so still im Fall Pierin Vincenz.Hat die Staatsanwaltschaft keine strafrechtlichen Beweise in der Hand und weiss nicht wie da rauskommen? Oder ist die Sache so riesig, dass laufen neues zu Tage tritt und den Fall verkompliziert?
    Freundliche GrüsseA.Walser

  2. Die nächste Schlagzeile in dieser Geschichte könnte lauten: „Frau Ceregato-Vincenz trennt sich von Herrn Vincenz“???….

  3. Sauerei wian ihr do über mich här ziand. Und über min Chérie-Gateaux, mini Na .. dia, eba.

    Do blibt miar sogar s „wieher“ im Hals stecka.

  4. Endlich wurde dieser „Inzucht“ Ära Vinzenz ein Ende gesetzt! Ich bin sicher der Patrick Gisel hat dies beim Joggen entschieden 🙂

  5. „Mit der Zeichnung eines Anteilscheins bei Ihrer lokalen Raiffeisenbank werden Sie Mitglied – so, wie bereits heute mehr als 1.8 Mio. Mitglieder sich mit den Raiffeisen-Werten identifizieren.“

    Auf diese Weise werden auf der Website Mitglieder für die eigentlich plausible Raiffeisen-Idee angeworben. Insbesondere in der Landbevölkerung werden viele Mitglied dieses noblen Genossenschaftsgedanken, weil speziell die jährliche Generalversammlung in den Dörfern ein verbindender und sozialer Anlass ist bei Kartoffelsalat und Schüblig und vorallem Volksfest-Charakter.

    Filmriss……………

    Nach der neptokratisch-inkompetenten-abenteuerlichen Phase der Era Vincenz mit dreistelligen Millionenabschreibern wird nichts anderes übrigbleiben, als von Feld 1 neu zu starten. Back to the roots.

    Sollte bei der nächsten jährlichen GV in Diessenhofen, Erlinsbach und Schleitheim Schmalkost angesagt sein, wird Pierins Geist voller Gier, Unvernunft und Blendertum ein Erinnerungsstück sein……….für viele kommende Jahre.

    • Würg, würg würg………….

      Sollte mir bei der nächsten GV die Schüblig im Halse steckenbleiben, so denke ich mit Zorn an den (verantwortlichen) Abenteurer Pierin, der die ganze Sosse angerichtet hat.

    • Die Demontage dieses Bruchpiloten Pierin V. und seiner Entourage in vollem Wege.

      Wird so herauskommen wie bei Marcel Ospel, der sich nicht mehr zeigen kann im gesellschaftlichen Leben.

      Bedenklich im Schweizerland, wie ewig lange es dauert, bis Blendertum a la P. Vincenz entlarvt wird.

  6. Als bekennender und bekannter Frauenrechtler, kennt und bekannt man mich nicht nur für meine Umstrittene These, dass der Geschlechtsorgantumult der Frauen mit der Männlichen Lunte gleichzusetzen sei, sondern auch, weil ich immer als erstes bäuchlings auf die Handgranate springe, wenn es gilt das emotionale Geschlecht zu schützen.

    Batman hat das Batsignal, Onkel Du Pont hat Rosita und Claire, die mir zwar nicht akzentfrei, dafür auch nicht ausserordentlich zugedeckt den Hilferuf der Schweizer Business Frauen aufreizend am Bettrand liegend vorgelesen haben. Dieser Satz braucht sogar für mich bessere Interpunktion – obwohl ja mit meiner Einkommensklasse Orthographie fakultativ ist.

    All the same, Tante ruft, Du Pont hilft.

    Diese News sollte eigentlich eine Zelebrierung des Schweizer Businessweibs sein. Stattdessen wird hier unterschwellig angeklagt, relativiert oder gar in Frage gestellt. Nadja ist ein leuchtender Stern am Himmel der Schweizer Wirtschaft, der vor lauter Vorurteils- und Chauvinismus Wolken kaum zu sehen ist. Während die Stuten im ganzen Lande für Gleichheit kämpfen – nein, schon nur für AUFMERKSAMKEIT betreffend dem Fehlen der Gleichheit, so hat Nadja gezeigt, dass wenn man wirklich will, man als Frau das haben kann, was Männer schon immer hatten. Alles was eine Frau dazu braucht, ist Ausdauer, Entschlossenheit und die Fähigkeit den Rat ihrer Mütter zu ignorieren. Naja hat gezeigt wie es geht, und wohin man damit kommt:

    Man heirate einen erfolgreichen Mann, nachdem man ihn auf seine Aufstiegschancen und Drive geprüft hat. Dann kommt der schwierige Teil: Den Rest des Lebens mit diesem Mann zu verbringen. Doch Trostpflaster sind natürlich nette Ferien, ein spektakulärer Beifahrersitz der Marke Aston Martin oder Bentley, Putz, Hüte und Kochpersonal und natürlich Cocktails um 10 Uhr morgens mit anderen erfolgreichen, zielstrebigen Frauen. Wer sein Zahnfleisch pflegt, dauerhaft lächelt und falls nötig via Silikon für genug Sitzfleisch (und im Optimalfall Liegefleisch) sorgt, hat die Möglichkeit wie ein Mann ganz nach oben zu kommen.

    Nadja Ceregato verkörpert diese Philosophie und macht mich und meine Mitemanzen Stolz. Sie ist der personifizierte Mittelfinger an alle hassenden Chauvis aber auch an alle dauerweinenden Heulweiber, die immerzu ihr „können nicht, dürfen nicht, tun nicht aber wollen auch“ Mantra rumplärren.

    Ich fordere Euch da draussen also auf: Zelebriert diese News! Ihr könnt auch! Lasst Euch nichts anderes erzählen!

    Werde reich und berühmt und weniger naiv auf:
    https://twitter.com/Marcel_Du_Pont
    https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849

    • Frauen, die materieller Vorteile wegen Ehen eingehen und dann zur Absicherung dieser Vorteile auch noch Kinder gebären, sind wie Kriegsschiffe, die sich als Lazarette tarnen, oder wie Soldaten, die die weiße Flagge hissen, bevor sie ihren Gegner in den Rücken schießen.

      Esther Vilar
      * 16. September 1935

    • „Als bekennender und bekannter Frauenrechtler, kennt und bekannt man mich nicht nur für meine Umstrittene These, dass der Geschlechtsorgantumult der Frauen mit der Männlichen Lunte gleichzusetzen sei,…“
      Natürlich muss bekennender Multimilliardär MdP nicht auf Orthografie und Interpunktion achten, aber man sollte sich ob der grottenschlechten Ausdruckweise dann auch noch vorstellen können, was der Unvermögende meint.
      MdP: Deine Worte erschliessen sich mir nicht. Was meinst Du damit? Hat dieser unverständliche Satz etwas mit Mme. Ceregato zu tun? In Erwartung Deiner ätzenden Antwort versichere ich Dich meiner ausgezeichneten Hochachtung.

    • Aston Martin ? Lieber Herr Dupont – sie sollten Ihren Life-Style Berater auswechseln oder sich für den nächsten „Savoir vivre“ Kurs in der Migros Club-Schule anmelden. Aston Martin Fahrer beweisen dass
      sie nichts von Technik verstehen. Bsp. Aston Martin Vanquish 2015, hat
      einen V12 der im wesentlichen aus zwei zusammen-geschweissten Ford Taurus V6 – Motoren besteht. Oder dann diese komischen Gadgets wie „Crystal key“ oder „Emotion Controller“.

    • @Senior: Soweit ich lesen kann, sprach MDP nicht von seinen Karren. Aber schön wissen wir nun, dass du ein auto nerd bist.

      @Rückbauer: Schliesse mich dem an. MDP wir brauchen mehr Details. Deine Tippse scheint doch eher wegen der Figur statt dem Können angestellt worden zu sein.

    • @Headhunterin, à propos „dumme“ Menschen (verneige mich vor Ihrer hochstehenden Intelligenz, welche Sie prädestiniert, sich über Andere zu stellen): Esther war übrigens gescheit genug, Business zu fliegen und hatte immer ihren Sitzplatz…

  7. @usopator
    Es ist wie immer, ein nichts aussagendes Gesprächt gewesen . Bei der sogenannten ‚Elite‘ gehört dies zum guten Ton. Ansonnsten würden ja Konsequenzen gezogen.

  8. Damit erfahrene Frontleute, in der jetzigen Situtation in der die Notenstein sich befindet, nicht auch noch davon laufen, sollte endlich die Reissleine auch für massiv überdotierte Vorgesetzte, die inkl. PK CHF 400 000, wie der Sacko Blender, verantwortlich für das PB Zürich und Tessin, gezogen werden.

    • Herr Meier hat da schon recht. Vorgesetzte sollten auch Vorbilder sein. Der Sakko-Blender ist das definitiv nicht, da ihm fachliche wie führungsmässige Kompetenz und Erfahrung schlicht und einfach fehlen. Solche Leute im Management zu haben ist für viele Mitarbeiter von Notenstein sehr demotivierend. Niemand in der Zürcher Notenstein Filiale versteht warum man so einen Blender nicht absetzt.

    • SAKKO-BLENDER® ist nunmehr ein urheberrechtlich geschützter Name Herr Max Meier. Darf ich Sie höflich bitten, diesen Namen nicht gesetzeswidrig zu verwenden.

  9. Endlich! Also wenn die Dame jemals zu RCH zurückkehrt, dann ist Gisel nicht mehr zu helfen.
    Die Familie Vincenz hat der Raiffeisen-Idee schon genug geschadet. Finanziell und noch mehr kulturell.
    Die Nachfolge von Frau Cerregato kann dann gleich als erste Aufgabe prüfen, ob man in Sachen Aduno Irgendetwas rechtlich gegen Vincenz unternehmen kann.