Hummler: „Blockchain siegt, Bitcoin vielleicht“

Ex-Wegelin-Chef studierte früh Krypto-Währungen, Blockchain – Hat Bitcoin gekauft – Fertig mit Absahnen durch Banken.

Konrad Hummler war bis 2011 der Star unter den Schweizer Privatbankiers. Dann geriet er mit seiner Wegelin ins US-Fadenkreuz. Um die Bank war es geschehen, Hummler tauchte ab.

Nun meldet er sich zurück. Mit Bitcoin und Blockchain als Thema. Für Hummler ist Blockchain, also die Technologie hinter Krypto-Währungen wie Bitcoin, die Vollendung eines langen Trends.

Er laute: Die Banken als Intermediäre hätten ausgedient. Eingesetzt habe diese Entwicklung bereits in den 1980er Jahren, sagt Hummler im Video-Interview. Steht somit das Ende des Bankings vor der Tür?

Das Revolutionäre an der Entwicklung ist für Hummler die Blockchain-Technologie. Diese werde nicht mehr verschwinden.

Wie aber steht es mit den digitalen Coins? Von denen gibt es inzwischen über 1’000, mit Bitcoin als Aushängeschild. Dessen Wert schoss zuletzt auf über 4’000 Dollar.

Für Hummler bietet Bitcoin zunächst viel Gutes.

Die Krypto-Währungen sind für Hummler zweifellos ein Phänomen, das weitergehen sollte. Die grösste Gefahr, dass dies nicht der Fall ist und die Erfolgsstory abrupt endet, seien die Macher selbst.

Der Grund: Viele Crypto-„Nerds“ riskierten eine frontale Auseinandersetzung mit den etablierten Geld-Institutionen. Diesen Fight könnten sie unmöglich gewinnen.

Hast Du Bitcoins, bist Du zwar reich – nur: Wie kannst Du die Coins nutzen?

Von wild zu reguliert, laute das Gebot, meint Hummler. Denn: If you can’t beat them, join them. Konkret würde das heissen, dass sich die Macher selbst regulierten, bevor der Staat einschreite.

Zum ganzen Video (17 Minuten): Hier.

(Am Tag nach der Aufzeichnung des Interviews mit Konrad Hummler kündigte die Finanzmarktaufsicht Finma letzten Freitag an, die Krypto-Währungen hart anzupacken. Die grosse Freiheit endete damit schneller als erwartet.)

Kommentare

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  1. Hat die Bank Wegelin mit ihrem Anlagemodus in den USA nicht dort bestehende Gesetzesvorschriften übergangen oder sogar missachtet? Soweit ich weiss schon. Wegelin hat bei diesem Geschäftsmodell sehr teuer bezahlt. Alle anderen, wie UBS, CS und noch eine ganze Reihe weiterer Banken auch.

    • Grundsätzlich sind Gesetze ….Territorial begrenzt.
      Die „territoriale Gültigkeit“ ist ein wichtiger Grundsatz jeder Gesetzgebung.
      Denn sonst könnten die USA ein Gesetz verabschieden und jeder Schweizer würde dem unterstehen.

      Verstehen Sie was ich meine ?

      Die USA aber legen das ganz anders aus, sie sagen nämlich, dass wer mit den USA Geschäfte macht und von den USA profitiert, sich quasi auch im Ausland an US Standards halten müsse.
      Das ist ein Rechtsbruch den sich nur grosse Mächte überhaupt erlauben können. Die USA praktizieren das aber in den letzten 15 Jahren immer häufiger.
      Natürlich, sie können das als grösster Gorilla unter den Staaten machen.

      Aber es bleibt ein Bruch internationaler Gepflogenheiten.

      Und genau dem ist die Bank Wegelin zum Opfer gefallen.
      Wäre es zu einem Verfahren gekommen, so denke ich das Hummler daraus als unbescholtener Bankier hervorgegangen wäre.
      Da aber die USA mit der Sperrung des Clearings drohten, hätte die Schweiz sich so lange vor die Bank Weggelin stellen müssen, bis ein Prozess in den USA die Sache aufgearbeitet hätte.
      Da aber unsere Politik das nicht wollte, wäre ein Prozess der über Jahre gedauert hätte, schon lange vorher das Ende der Bank gewesen, auch wenn Hummler am Ende freigesprochen worden wäre.

      Da die Schweiz der Erpressung durch die USA aber einfach nachgab, wurde das alles gar nie geklärt.
      Der Gorilla mit der grossen Kanone hat gesiegt.

  2. Das Vorgehen der Finma erinnert mich an den ehemaligen US Präsidenten Reagan, der einmal sagte:
    „Wenn sich etwas regt, besteuere es, wenn es sich immer noch regt, reguliere es, und wenn es sich nicht mehr regt, subventioniere es.“

    • Das hat Ronald Reagan garantier nie gesagt. Er ist der erste, von bisher zwei, neoliberalen Präsidenten. Er hat Gewerkschaften kaputt gemacht in dem er das Militär die Arbeit der Streikenden verrichten liess und als Vorreiter zusammen mit Margareth Thatcher den totalen neoliberalen Wahnsinn des Milton Friedman über Nordamerika, Westeuropa und Japan gebracht. Für solche Leute sind Steuern nur zum abschaffen da, siehe Christoph Blocher. Alles deregulieren, d. h. dem Markt überlassen. Deshalb ist der US Kapitalismus 2008 auch unter gegangen, wie 1989 der russische Kommunismus. Leider hat man einen der beiden künstlich am Leben erhalten. Und mit Subventionen hatte der noch weniger am Hut. Da alles privatisiert werden musste. Macht aus dem Staat Gurkensalat. Das Motto von allen neoliberalen Wahnsinnigen.

    • @ … Donald Triumph
      3. Oktober 2017 / 19:28
      ————————————————-
      Sie Donald Komikfigur……..

      Sie wissen schon das Reagen zwar damals oft belacht wurde, gerade auch wegen seiner Heldenrollen in B-Movies, er aber selber Gewerckschafter war.

      Er war ein überaus fähiger Kommunikator.
      Unter seiner Amtsführung erlebte Amerika einen Wirtschaftsboom wie man ihn sich heute sehnlichst herbei wünscht.
      Alle die damals lachten, wünschen sich heute jene USA zurück. Reagen gilt Heute in den USA als Ausnahmepräsident.

    • Die Neoliberalen melden sich zu Wort. Was ihr gutes Recht ist. Ist es nicht so, dass unter Reagan in den USA die ersten weissen Slums entstanden? Das nach seiner Ära Amerika finanziell so desaströs ruiniert war, wie es sie vergleichbar nur noch nach der Ära George W. Bush war? Und das ist kein Zufall!

    • Zitat :
      ——————————————–
      Donald Triumph
      5. Oktober 2017 / 23:28
      Die Neoliberalen melden sich zu Wort. Was ihr gutes Recht ist. Ist es nicht so, dass unter Reagan in den USA die ersten weissen Slums entstanden? Das nach seiner Ära Amerika finanziell so desaströs ruiniert war, wie es sie vergleichbar nur noch nach der Ära George W. Bush war? Und das ist kein Zufall!
      —————————————–
      Alles was sie schreiben ist falsch.
      Slums gab es schon sehr viel früher, ja in den USA seit 1800 eigentlich immer.
      das die USA durch Reagen runiniert wurden, dass ist grundfalsch, kein Amerikaner sieht das heute noch so.

      Nur Linke meinen das dem so war, ja die wollen aus Ideologischen Gründen das dem so sein muss.

  3. Hummler hat m. E. grösstenteils recht mit der Aussage „…Blockchain siegt, Bitcoin vielleicht…“.

    Blockchain ist nur eine Technik und ermöglicht neben vielem anderen die Anwendung von Kryptowährungen wie wir sie heute kennen. Allerdings kann Blockchain noch viel mehr. Und das ist wesentlich interessanter.

    Blockchain wird unser gesamtes Leben verändern. Mit ihr sind verbindliche, rein digitale (Geschäfts-)Vereinbarungen problemlos und völlig transparent möglich. Und das ohne irgendwelche digitalen Zertifikate oder sonstiges technisches Zeugs, das keiner versteht und keiner will. So z. B. Versicherungsverträge, Kaufverträge, Behördenverkehr (z. B. Steuererklärung / Wahlen usw.), Schuldverschreibungen (Hypotheken), ja sogar Grundbuchverträge und Beurkundungen. Und vieles anderes mehr.

    Einfach immer, wenn etwas verbindlich zwischen Parteien geregelt werden muss und jederzeit nachprüfbar sein soll.

    Die wohl aktuell mächtigeste Technologie des 21. Jahrhunderts.

    Und ja, die Aussage, dass es Banken, wie wir sie heute kennen, nicht mehr braucht, stimme ich voll und ganz zu. Banken werden sich auf’s Beratungsgeschäft im Bereich Investments/Anlagen/Immobilienkauf/Unternehmenskauf/IPO konzentrieren müssen. Die Verträge selbst wie auch der ganze Zahlungsverkehr läuft dann aber ohne sie ab. Eben mittels Blockchain.

    Die Kehrseite werden zehntausende Bankangestellte sein, die sich neu orientieren müssen.

    Bin gespannt was noch alles kommt….

    • Selten so einen Quatsch gelesen. Blockchain ist eine Technologie die niemand versteht und niemand will. Erklären sie mal einem Layen wie das ganze funktioniert bevor Sie hier den grossen Visionär geben.

      Blockchain ist eine verteilte Speicherstruktur, wie eine Datenbank. Jede Transaktion wird weltweit verteilt und ist für alle Teilnehmer transparent nachvollziehbar. Jeder Teilnehmer sieht jede Transaktion, und jede Transaktion ist eindeutig in eine Kette vor- und nachlaufender Transaktionen eingebettet.

      Verkürzt: Blockchain = offene Datenbank

      Nö. Das wird sich nicht durchsetzen

    • Zu Hiobs Kommentar: Erklären sie mal dem Laien das Clearing System von SWIFT oder SIC…

  4. Also sprach Hummler:

    «Für unsere Bank ist das keine Existenzfrage. Wir haben unser Geschäftsmodell so aufgebaut, dass wir nicht wegen des Bankgeheimnisses mit dem Rücken zur Wand stehen.» Tages-Anzeiger, 31.10.2009

  5. Hummler hätte besser ausgiebiger studiert, wie man eine Privatbank erfolgreich führt, als uns nach seinem Scheitern mit seinen (angelesenen) Weisheiten zu langweilen.

    • Dummkopf……………….

      Hummler hat seine Bank sehr gut geführt, ja ich würde ihn sogar als Vorbildlich bezeichnen.

      Versagt hat aber wie immer unsere Politiker die Hummler gegen die unhaltbaren Vorwürfe aus den USA nicht schützten und die Nationalbank, die lieber mit den grossen kuschelt denn einer kleinen Privatbank beim Clearing zu helfen nachdem die USA drohten das für die Bank Wegelin nicht mehr zu tun.
      Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des ewigen Versagens der offiziellen Schweiz.
      Also, bevor Sie solchen Stuss schreiben, G….. einschalten.

    • Grüezi@Walter Roth.

      sehr gut recherchiert. Was nicht verstanden wird – oder nicht verstanden werden will – ist, dass im Interbankenverkehr nur mit Zentralbankgeld gezahlt werden kann. Wie auch immer, es ist ein System das sehr bald politisch nicht mehr aufrecht zu erhalten sein wird.

      Sie grüssend

    • @Walter Roth

      Toll gemacht, Herr Roth. Es ist eine wunderbare Art, einen Kommentar mit primitiven Beschimpfungen zu beginnen.

      Zwar hat Hummler versucht sich hart gegenüber den USA zu zeigen. Sein Kollege Bruderer gab jedoch nicht nur zu zu wissen, dass die Kunden der Wegelin ihr dort platziertes Vermögen nicht bei den US Behörden gemeldet haben, sondern er hat ihnen auch noch dabei geholfen.

      Und glauben Sie allen Ernstes, wenn der eine das weiss, weiss es der andere nicht? Auf dieser Etage wohl kaum.

      Fällt das vielleicht unter Ihr Verständnis der vorbildlichen Führung eines Finanzinstituts? Dann sind Sie nicht nur am Finanzplatz Zürich vollkommen richtig, sondern auch einfach selbst genau das, was sie anderen an den Kopf werfen.

    • @Fred: Einfach mal den Ball flach halten. Es waren nicht Beschimpfungen, sondern eine einzige Beschimpfung. Zudem, es ist bekannt, dass SchweizerInnen immer überaus „verletzt“ und extrem empört reagieren, wenn man sie ein wenig harsch angeht. In diesem Sinne, weinen Sie weiter und reagieren Sie weiterhin so entrüstet!

    • Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      3. Oktober 2017 / 10:05
      —————————–
      Danke…..
      Ich bin aus St. Gallen und da kennt man den Hummler….
      Und ich hab sogar noch den alten Wegelin gekannt, der mit über 90 noch nebenbei einen Fonds verwaltete.
      Beide für mich sehr ehrenwerte, ja noble Herren.

      Hätte die SNB das Clearing für die Bank Wegelin übernommen, hätten sie durchaus ihr Recht einfordern können, auch gegenüber den USA.
      Und die USA Behörden hätten dann nämlich auch nach Recht und Gesetz beweise vorlegen müssen.
      Da unsere Politik samt SNB aber sofort eingeknickt sind, kam es gar nie dazu die beweise führen zu müssen. Die konstruierten Anschuldigungen jener Drohkulisse erfüllten ungeprüft ihren Zweck.
      Das Recht kam da gar nicht mehr zum Zug.

      Hummler hat natürlich auch Kunden anderer Banken übernommen, aber ihm da zu unterstellen er habe bewusst Flucht / Schwarzgelder verwaltet ist Unsinn.

      Nein die Bannk Wegelin war noch eine der Banken wie man sie sich wünschte. Kein Vergleich mit einer UBS / CS usw.

  6. Nun ja, da hat er wohl recht.

    Blockchain finde ich nicht schlecht, das wird sich entwickeln.

    Aber die Coins sind bislang nur Luftschlösser und Material für Spekulanten.
    Ja ich würde sagen, ein Mittel um echte Franken einzusacken und ein paar Zahlen dafür zu geben.
    Ein schlechter Tausch.

    • Das System hat dazu weder die Mittel noch die Kultur und gekaufte Spezialisten werden es schon gar nicht richten. Der tipping point war vor 16mte. Banken werden nur noch als austauschbare handlanger von tech firmen überleben…