Die neuen Karrieren der Naiven

Ein Satz macht Karriere: „Ich bin naiv.“ Wer als Privatanleger an der Börse dealt, als Politiker in Bern Karriere machen will oder als Jungunternehmer die Millionen seiner Freunde aufs Spiel setzt, bekennt sich immer häufiger der Naivität. Das ist überraschend, war es bisher doch üblich, sich als Profi in Szene zu setzen, sei es als Anleger, Politiker oder Unternehmer, um andere zu überzeugen.

Was geht vor? Die Flucht in die Naivität ist die Folge einer Welt, die für immer weniger Menschen verständlich ist und jeder Entscheid immer höhere Risiken mit sich bringt. Das gilt für Bankiers, Manager, Politiker und Unternehmer ebenso wie für relativ „einfache“ Menschen, die von ihrer Kantonalbank ein Angebot erhalten, das sie nicht verstehen.

Wer als Privatmann an der Börse handelt, gilt bei den Bankern als naiv. Als Privater ist man oft Meinungen und Hoffnungen ausgeliefert, die sehr häufig zu Anlage-konstruktionen führen, wie Schiffahrts-Fonds es waren, bis hin zu Madoff-Strukturen. Nicht einmal die Banken wollen mit klaren Empfehlungen Risiken übernehmen.

So schreibt die UBS in ihren Wochenberichten (zu meinem Ärger), die Kurse könnten sich X Punkte nach oben, aber auch Y Punkte nach unten bewegen. Was mache ich jetzt als UBS-Kunde? Ich entlasse meinen UBS-Berater, der nicht mehr wissen darf, als die Compliance ihm vorgibt.

Naiv ist auch, wer nicht sieht, dass die Anlagerisiken sich nach oben bewegt haben. Wenn die „Big boys“ an Wall Street die Sahnetorte platzen lassen, werden wir in der Schweiz ärmer.

Um nicht naiv zu sein, so die Banken, soll man diesen gleich sein Vermögen übertragen. Da ich dies schon seit vierzig Jahren tue, weiss ich sehr genau, wo ich die Reissleine ziehen muss. Wer die Kontrolle über die getroffenen Anlagen aufgibt, kann sehr schnell ärmer werden. Juristisch abgefederte Ausreden der Banken gibt es zu Genüge.

Meine Empfehlung: Ein naiver, also nicht wissender Bankkunde beschränke sich auf Anlagen aus seinem Schweizer Umkreis, die er versteht. Dazu muss er arbeiten und Geduld haben. Ich habe mit Schweizer Aktien und einzelnen Anleihen immer genügend verdient. Wer gierig ist und über sechs Prozent netto im Jahr verdienen will, muss sich der Risiken bewusst sein.

Die um sich greifende Naivität beschränkt sich aber nicht auf die Anlagepolitik der Banken, sondern ist auch in der Schweizer Politik Courant normal. Petra Gössi, die sehr vital auftretende Parteipräsidentin der FDP Schweiz, nennt sich auch „naiv“, wenn sie in ein politisches Fettnäpfchen tritt. So bei den Auslandschweizern, denen sie attestiert hat, sie würden sehr hohe AHV-Bezüge verbuchen.

Hier muss man auch wissen, dass viele Auslandschweizer nicht mehr Schwyzerdütsch verstehen, weil ihr Urgrossvater ihnen den Schweizer Pass vererbt hat. Ein Argentinier von heute freut sich aber über die Rente aus der Schweiz, weil er damit besser lebt als mit den eigenen Einkünften.

Was Petra Gössi, Nachfolgerin des Aargauer Immobilien-Machos Philipp Müller, tut, nämlich sich selbst „naiv“ nennen, das wäre Christoph Blocher im Leben nie eingefallen. Aber Gössi ist nicht allein: Der Aargauer grüne Nationalrat Jonas Fricker ist soeben zurück getreten, weil er Schweinetransporte durch die Schweiz mit Judentransporten nach Auschwitz verglichen hat. Er bezeichnete sich deshalb als „naiv“.

Ich bezeichne ihn als unwissend. Er war für mich sofort politisch tot, denn die Shoah mit anderen profanen Verbrechen zu vergleichen, kommt einem politischen Selbstmord gleich. Die Juden sind politische Nahkämpfer der Extraklasse, denen kein Europäer etwas entgegen zu setzen hat. Geschweige denn ein Schweizer.

Die Karriere des Wortes „naiv“ geht weiter. Von einem Berner Jungunternehmer, der soeben sieben Millionen Franken von Freunden erhalten hat, vernehme ich: „Ich bin naiv, dass ich diesen Versuch unternehme.“ Vielleicht ist nicht er naiv, sondern seine Geldgeber sind es, denn gemäss Branco Weiss, dem Erfinder von Private Equity in der Schweiz, sind sieben von zehn Investitionen verloren, zwei bringen das Geld wieder zurück, und mit einer Investition wird man reich.

Man sollte Menschen meiden, die sich des Klebers „naiv“ bedienen. Sie verstecken sich hinter diesem Begriff, weil sie sonst als dumm oder strohdumm gelten würden.

Das Image der naiven Blonden, die eher dumm ist, wurde von Marilyn Monroe auf Weltebene vorgeführt. Maria Schell, welche von der Schweiz aus als „Tränchen“ das Naive kultivierte, gab sich gerne der Sünde hin. Frauen jeglichen Alters verfallen dem naiven Muskelprotz, Thomas Mann eher dem weichen Kellner Tonio.

Mein Rat: Geht es um Geld, bleibe man zuhause in einem überschaubaren Feld tätig: Investitionen in Indien sind schwer kontrollierbar. Geht es um Politik, sollten wir nach mehr Professionalität verlangen. Die Parteien stellen viel zu oft Kandidaten auf, die ein ernster Mensch nur lachhaft finden kann.

An der Spitze liegt hier die FDP Schweiz, die mit Didier Burkhalter als Aussenminister den komplett Falschen aufgestellt hat, sodass Doris Leuthard kürzlich zur Bemerkung verursacht wurde: „Ich will schon deshalb nicht Aussenministerin werden, weil die FDP diesen Mist selber bereinigen muss.“

Wer vom neuen FDP-Fraktionschef Beat Walti (ZH) viel erwartet, muss dessen Nullperformance als Parteipräsident und Nationalrat im Kanton Zürich in Betracht ziehen: immer gegen das Volk, nie für es.

Geht es um Jung- und andere Unternehmer, die Geld wollen, gilt nur die bisherige Leistung.

Naiv heisst der neue Fluchtweg für Versager. Suchen wir die Gewinner.

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28 Kommentare zu “Die neuen Karrieren der Naiven

  1. Grüezi@Supermario,

    Danke für Ihre Steilvorlage. Sie erlauben mir, noch präziser auf Ihre Fehlschlüsse hinzuweisen. Sie suchen offenbar krampfhaft nach irgendwelchen Gegenargumenten und klammern sich an irgendetwas.

    So schreiben Sie Zitat:
    „Ihrer Meinung nach werden also Neuinvestitionen (auch in der realen Wirtschaft notabene) gänzlich durch den laufenden Cash-Flow finanziert??? Träumen Sie weiter, wäre es so, gäbe es weder einen Aktien- noch Bondmärkte, geschweige denn sämtliche abgeleiteten Instrumente.“
    Zitat Ende

    Durch Ausgabe von Aktien gehen die Unternehmen keine Gläubiger-Schuldner-Beziehung ein. Im Gegensatz zu Krediten muss das durch Verkauf von Aktien eingenommene Geld nicht zurückgezahlt werden. Für start-up Unternehmen ist dieses die einzig tragfähige Form der Unternehmensfinanzierung.

    Was ich geschildert habe – und Sie nicht verstehen, bzw. akzeptieren können oder wollen – ist die Tatsache, dass wenn von (Kapitalmarkt) und (Finanzinvestitionen) gesprochen wird, es sich nicht um Investitionen zur Steigerung von Konsum, Produktivität und Produktionskapazität im Sinne der Realwirtschaft handelt, sondern um (Investitionen) im Sinne eines Glücksspieleinsatzes. Darin, Werter Herr ist ein Teil unseres Volksvermögen und Alterssischerung versickert.

    Im Geldaufbewahrungssektor der Finanzwirtschaft kann wie bei Wetten auf der Pferderennbahn, im Lotto oder im Toto nur das verteilt werden, was die Sparer in Summe eingelegt haben. Wie bei Wetten gibt es auch im Kapitalmarkt nur einen sicheren Gewinner, den Buchmacher. Ausgeschüttet wird, was nach Abzug seiner Aufwendungen und seiner Vergütung im Topf verbleibt. Das ist im Kapitalmarkt nicht anders.

    Noch etwas:

    Nachdem, Sie solche Beiträge verzapfen gehen Sie weiter und wollen mir etwas über „Zinsgefüge“ und „Bewertungsmodelle“ erzählen?

    Schuster, bleib bei deinem Leisten!

    Sie grüssend

  2. Grüezi@Rolf Laager,
    Besten Dank. Es geht – und das möchte ich mit aller Deutlichkeit hervorheben – auch NICHT Alle die Mit-Menschen die in solchen Konstrukten wie 2.-3. Säule oder in Börsengeschäfte und andere Vehikel eine sinnvolle Sache sehen abzurichten. Nein. Mir geht es ausschliesslich, um der verbreiteten Desinformation Fakten entgegenzuhalten. Schauen Sie sich die wissenschaftlichen Ausführungen des Herrn Dr. Marc Meyer die klar aufzeigen, dass die SNB (Banknotenumlauf Passivseite) mit den selbst emittierten Banknoten ihre Schulden nicht abbauen kann. Und was haben wir? Wir haben einen Gesetzgeber der direkt in die Geldpolitik eingegriffen und juristisch die Banknote für die SNB zu einem Aktivum deklariert hat.

    Und jetzt lesen Sie diesen hervorragenden Beitrag eines Kommentator hier auf Inside-Paradeplatz den ich übernehme und zitiere:

    „“Zitat Anfang:
    Das Schaf ärgert sich
    29. September 2017 / 13:27
    Stellen Sie sich eine riesige Schafherde vor und ein paar Rudel Wölfe. Und die bilden zusammen eine Gesellschaft, welche Gesetze über den Umgang mit den Schafen und ihren Ersparnissen erlässt.

    Und jetzt schauen Sie sich einmal die BVV2 an, die Verordnung über die Anlagen in der Säule 3a. Wissen Sie, wie diese Verordnung angepasst wurde, als die Internet-Blase am platzen war? Neu galt, dass die Pensionskassen je höher der Deckungsgrad war, desto riskantere Anlagen tätigen durften (und sollten). Und sie investierten ausgerechnet beim Höchststand in Internettitel, die dann verfielen. Die PKs durften die Krise nicht aussitzen, sondern mussten, weil der Deckungsgrad schrumpfte, verkaufen. Ergebnis: riesige Verluste. War es Zufall? War es Dummheit, dass bei der Revision niemand realisierte, dass die Vorsorgeeinrichtungen ausgerechnet bei Risikowerten prozyklisch würden investieren müssen?

    Schauen Sie sich die nächste grosse Anpassung der BVV2 an. Wann war das schon wieder mit der Finanzkrise? Schon wieder Dummheit? Schon wieder Zufall? Nein, natürlich nicht. Ein befreundeter PK-Verwalter sagte mir, er glaube nicht mehr an Dummheit und Zufall. Von Zeit zu Zeit laden die Wölfe ein paar Schafe zum Nachtessen ein.

    Ich hatte eine Säule 3a. Den „Vorsorgeplan“ von 1988, den mir das Vorsorgeunternehmen erstellt hatte und der die Basis des Vertrags war, bewahrte ich auf. Als die Auszahlung dann fällig wurde, bekam ich ein Drittel (!) weniger als im Vorsorgeplan (Art. 1 BVV2) vorgesehen war. Angeblich wegen Geldwäschereiformalitäten musste ich für die Auszahlung zum Vorsorgeunternehmen. Dort wollte man mir eine besonders lukrative Anlage der angesparten Summe andrehen. Da legte ich den Spezialisten ihren alten Vorsorgeplan vor. Nein, ich würde mich nicht betrogen fühlen. Aber es sei doch offensichtlich, sagte ich, dass ihre Selbstbeurteilungsfähigkeit miserabel sei. Toll sei dagegen ihre Eigenkapitalrendite. Das Schaf hat frech geguckt.

    Angestellt war ich beim Kanton Zürich. Dessen PK wechselte zu Beginn dieses Jahrtausends vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat. Der Umwandlungssatz betrug 7.6% (!). Als ich meine Einlagen und diejenigen des Arbeitgebers und die Zinsen zusammenrechnete, ergab sich ein Fehlbetrag von knapp einer halben Million. Ich ging zum PK-Verwalter, der mir erklärte, dass meine bisherigen Arbeitgeberbeiträge für frühere Renten verwendet worden seien. Aber das mache nichts, weil ich bei der Pensionierung gestützt auf den Umwandlungssatz immer noch gleich viel bekomme. Schon ein Jahr später wurde der Umwandlungssatz massiv gekürzt. Dafür gab es eine Gutschrift, die aber nicht alles ausglich. Und so weiter, und so fort. Da hat das Schaf dumm geguckt.

    Glauben Sie wirklich, dass es Dummheit ist, dass Ihre Vorsorgeeinrichtung prozyklisch in Immobilien investiert? Glauben Sie wirklich, dass es Zufall ist, dass Ihre Vorsorgeeinrichtung laufend in Zinspapiere investiert, obwohl es so sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass deren Werte verfallen, wenn die Zinsen steigen? Fragen Sie Ihre PK, was der Zinsfuss ihrer Anleihe mit der längsten Laufzeit ist.

    Quelle: https://insideparadeplatz.ch/2017/09/29/pensionskassen-rasen-mit-karacho-in-immo-hammer/
    Zitat Ende““

    Wie man seit einigen Jahren sehen kann, sind diese Garantien nur dann etwas wert, wenn die Staaten sich hinter diese privaten Garantien stellen und damit die offenbar notwendigen Forderungsabschreibungen verhindern. Und Jetzt, vergegenwärtigen Sie sich das der grosse Teil der Alterssicherung in der Schweiz im Kapitaldeckungsverfahren versickert. Es hat das Potential der Realen Schweizer Wirtschaft das Genick zu brechen. Keine Auffanggesellschaft und Sicherheitsfond wird da was machen können.

    Das Kapitaldeckungsverfahren (2. Säule) hat so viele Konstruktionsfehler das es die Pflicht des Gesetzgeber wäre diese Mogelpackung umgehend aufzulösen. Privateigentum ist in der Bundesverfassung geschützt. Verträge müssen eingehalten werden. Was bei den Pensionskassen seit Jahren vor sich geht ist: Enteignung und Vertragsbruch und zwar rückwirkend mit staatlicher Rückendeckung! Das ist gesetzes,- und verfassungswidrig. Durch die Hintertüre des überobligatorischen Teil wird de Fakto das ganze UWS gesenkt. Die globalisierte Marktwirtschaft wird mit dem Markt begründet, der alles effizienter macht. Mehr Effizienz heisst aber auch, dass mit gleichem Aufwand mehr produziert werden kann. Die Folge müsste sein, dass es uns allen besser ginge. Und jetzt sagt man den Menschen, die Altersvorsorge sein nicht mehr finanzierbar. Auf falschen Annahmen und Prämissen wird politischer Druck ausgeübt, weil in den Medien der Umkehrschluss nicht mehr gilt. Und was macht das Bundesamt für Statistik dessen Rolle mehr als fragwürdig ist? Und was machen die Menschen, Versicherten und der Steuerzahler? Sind die alle naiv? Es mag plakativ sein es als Volksverdummung oder Mystifikation zu nennen (ich nehme mich dabei mit) aber ich glaube es trifft den Sachlage mit Präzsion.

    Sie grüssend

  3. Grüezi@Supermario,
    Sie schreiben an @Visionär Zitat:
    „Ich wollte wirklich nur konkret wissen, wo Du konkret solche, global wirkende Insidertransaktionen und sonstige Marktverschwörungen siehst.“
    Zitat Ende

    Die moderne Geldwirtschaft ist einem Spielcasino gleich organisiert. Selbstverständlich, lassen sich Gestalten wie Sie oder der @Spielverderber von so eine Aussage nicht beeindrucken. Deshalb, liefere ich Ihnen den rechnerischen Beweis:

    Das zum Verteilen verfügbare Kapital ist auf unterschiedliche Spieltische aufgeteilt, an denen Geld gegen Finanzprodukte eingetauscht wird. An den einen wird Geld gegen Aktien getauscht, an anderen Tischen Geld gegen Anleihen, an wieder anderen werden Derivate gegen Geld getauscht oder auch Geld gegen Geld in form von Devisen. Sobald die Geldbesitzer mit ihrem Geld von einem Tisch zum anderen wechseln, fallen die Tauschkurse am verlassenen Tisch. Am Tisch mit dem GELDZUSTROM steigen die Kurse. Der GELDSTAND in den einzelnen Röhren verändert sich ständig, das Gesamtvolumen im Casino Finanzwirtschaft ändert sich nur, wenn GELD aus der REALWIRTSCHAFT hinzukommt oder an diese abfliesst.

    Was heisst das Ganze? Die NAIVEN ODER DOOFEN in unsrem Land glauben tatsächlich, dass Konstrukte wie die 2. Säule oder 3. Säule eine Altersichernde Wirkung haben. Durch Handel mit Aktien werden keine neuen Werte geschaffen. Dieses gilt für alle Arten der heute von der Finanzindustrie als Finanzinnovationen angebotenen Produkte wie Derivate, Optionen, Zertifikate, Swaps u.a. ebenso wie für den Handel mit Devisen. Vorhandene Werte werden lediglich umverteilt oder wie man im Falle der 2. Säule vernichtet oder abgezweigt (Verwaltungskosten, Gebühren und Gewinne).

    Das sind einfache Beispiele die aufzeigen, wie es in unserem Land hinsichtlich Volksverdummung und Mystifikaktion steht. Nicht in der Lage zu sein, zu erkennen, dass es sich hierbei weder um eine Verschwöhrung, noch Insidertransaktion handelt, sondern um eine systemische Umverteilung von fleissig auf reich. Es ist auch nichts kriminelles dabei, sondern das ist System! Kriminell wäre es wenn es juristisch geahndet würde.

    Sie grüssend

    • @ Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner

      Erstmal Gratulation zu ihren Kommentaren.
      Ich gehöre zur Spezies jener, welche damals ( 1985 ) ihre Voten in die Urne legen durften und natürlich habe ich mit nein gestimmt. Warum diese Ueberzeugung ? Nun, ganz einfach: ich war einfach nicht so naiv zu glauben, dass Kapitalkonzentrationen in diesem Ausmass keine negativen Effekte in unserem Land hervorrufen würden. Verordnete kollektive Glückseligkeit ? Hatten wir das nicht schon einmal ? Ach ja, ich erinnere mich wieder. Damals im Geschichtsiunterricht, in der Klosterschule ! Ist aber übel ausgegangen…….

      Damit war das Thema für mich erledigt. Habe mich selbstständig gemacht und damit das PK-Thema umschifft. Alles andere war schlicht keine Option und meine Entscheidung habe ich keinen Moment bereut.

    • @AHV-Rentner,

      Auf dem Punkt gebracht! Well done! Aber naiv sein heisst nicht dumm sein. Dummheit merkt man daran, das Fakten und klare Sachverhalte nicht in den Kopf des jeweiligen hineingehen, Naivität hingegen ist einfach eine Gutgläubigkeit.

    • Sorry, ich kann in diesem Kommentar nun wirklich nichts Handfestestes orten. Die von Ihnen angeführten Vorgänge sind schlicht und einfach „normale“ Asset-Allokationen. Wo da Verschwörungen und Manipulationen zu orten sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Bitte wenn schon konkret, wo grossflächig Preise manipuliert werden und wo „beschissen“ wird.
      Anlageinstrumente (eben auch Derivate etc.) werden von den Banken angeboten und offenbar von den Kunden auch nachgefragt; ansonsten wären sie ja schön blöd, wenn sie den Aufwand zur Aufsetzung, Bewirtschaftung und hoffentlich auch zur Rückzahlung für die Katz betreiben.
      Und abschliessend; für mich jedenfalls ist die Verflechtung von Kapital und Realwirtschaft immer noch essentiell. Falls noch nicht bemerkt, funktionieren grössere Unternehmen (welche aus meiner Sicht immer noch aus relativ wichtige Arbeitgeber sind), ohne Kapitalmarkt zumeist nicht mehr ganz reibungslos!

    • Grüezi@Supermario
      Sie schreiben Zitat:
      „Die von Ihnen angeführten Vorgänge sind schlicht und einfach „normale“ Asset-Allokationen. Wo da Verschwörungen und Manipulationen zu orten sind, entzieht sich meiner Kenntnis.“
      Zitat Ende

      Und was habe ich geschrieben? Ich zitiere mich: Nicht in der Lage zu sein, zu erkennen, dass es sich hierbei weder um eine Verschwöhrung, noch Insidertransaktion handelt, sondern um eine systemische Umverteilung von fleissig auf reich.

      Sie@Supermario, hätten Sie obigen Text gelesen und verstanden, wären Sie zum Schluss gekommen, dass Wertzuwachs ebenso wie die Vernichtung von Werten nur in der Realwirtschaft stattfinden kann. Durch Entwicklung und Produktion neuer Produkte schafft es ein Unternehmen Mehrwert zu generieren, welchen es durch Verkauf der Produkte realisieren und für weitere Investitionen oder Ausschüttung an Investoren verwenden kann. Wird das Unternehmen wegen Erfolglosigkeit liquidiert, ist das eingesetzte Kapital vernichtet worden!. Demnach, sind die von der Finanzwirtschaft angebotenen Diensten die reinste Buchmacher Tätigkeit – und für diese Intermädiation zahlen wir als Gesellschaft einen sehr hohen Preis. Konzerne sind keine Unternehmen, sondern Kapitalsammelbecken.

      Sie sind nicht naiv – Sie sind ideologisch verstrahlt.

      Sie grüssend

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Danke für Ihre „verstrahlte Einschätzung“. Ihrer Meinung nach werden also Neuinvestitionen (auch in der realen Wirtschaft notabene) gänzlich durch den laufenden Cash-Flow finanziert??? Träumen Sie weiter, wäre es so, gäbe es weder einen Aktien- noch Bondmärkte, geschweige denn sämtliche abgeleiteten Instrumente. Dann würden sich die Eigentümer/das Management nämlich die zusätzlichen (Zins-)Kosten sparen und diese Erträge gänzlich selber einstreichen.
      Keineswegs in Abrede stelle ich natürlich, dass beim aktuellen Zinsgefüge gewisse traditionelle Bewertungsmodelle ziemlich ad absurdum geführt werden!

  4. Wo Irrationalität und Likes oder Unlikes die Über- / Vormacht gewinnen, da ist die Rationalität, einst auch die Hoffnung auf ECHTE Selbstbestimmung, auf dem Rückzug.

    Ja, nicht Sympathie/ Antipathie, sondern pure Verstehensleistung und Argumentation, ist heute gefragt.

    Alfred Escher und Hans-Peter Tschudi drehen sich im Grab.

  5. Unsere Nationalbank macht’s vor:

    Sie ist die Königin der Naiven

    Geld aus dem Nichts soll es da geben – und ihre Schulden könne sie mit Schulden anbauen.

    Und alle Politikerinnen und Politiker verneigen sich ehrfurchtsvoll vor ihr und laufen ihr hinterher.

    Verstehen tun sie’s nicht.

    Das ist Naivität

  6. Es gibt ja nicht nur die – angebliche – Naivität in der Politik oder Geschäft.

    Viel schlimmer finde ich die echte Naivität von Privatleuten welche glauben, die Regierungen/Staaten arbeiten in ihrem Interesse.

    Oder solch Unsinn glauben welcher die Medien z.B. über den Vorfall in Las Vegas verbreiten.

    Diese Leute sind gefährlich weil sie die Macht der aktuell Mächtigen ermöglichen.

    • Ja, das stimmt haargenau!
      Die Problematik ist die, dass wir ALLE so ins System eingebunden (worden) sind, dass wir ALLE dem System dienen (müssen)! Autarkie und selbständiges Denken ist nicht erwünscht.

      Umso wichtiger finde ich es, dass wir zumindest an den Stellen wo es uns möglich ist, dem System unsere „Energiezufuhr“ verweigern. Wir können z.B. die Abos für alle Systemmedien kündigen, den Fernseher abschalten und uns während der dadurch gewonnenen Zeit selbständig informieren und ALLES hinterfragen, das uns als Wahrheit, als gegeben, als wissenschaftlich, als Notwendigkeit oder als alternativlos an uns herangetragen wird. Und wir werden dabei feststellen, dass wir über (fast) alles, was in der Welt so geschieht, angelogen werden!

  7. Ja, Naivität ist allgegenwärtig und in verschiedensten Formen und Ebenen anzutreffen.
    Es ist tatsächlich naiv zu glauben, als privater Anleger im globalen Spielcasino reüssieren zu können – abgesehen von allfällig marginal gewinnbringenden „Zufallshäppchen“. Genauso naiv ist es jedoch, seinem Finanzberater oder seiner Finanzinstitution diesbezüglich die „Verantwortung“ zu übertragen und zu glauben, dass diese es schon richten werden, denn diese verfolgen in erster Linie eigene Interessen, die nicht deckungsgleich mit den eigenen sein dürften.
    Weiter ist es naiv zu glauben, ohne eigenes Insiderwissen und eigene Manipulationsmacht (anhand von riesigen Tradingsummen, Desinformation, etc.) überhaupt im grösseren Stil fette Gewinne einfahren zu können.
    Naiv ist es ausserdem an eine preisbestimmende Marktwirtschaft im Sinne von Angebot und Nachfrage zu glauben, nur weil dies in Büchern und Lehrstoffen so geschrieben steht.
    Es ist ebenfalls naiv zu glauben, persönliche Börsengewinne einfahren zu können, ohne dass dies auf Kosten der Allgemeinheit passieren würde.
    Und last but not least ist es äusserst naiv zu glauben, dass das vorherrschende globale Schuldgeld- und Wirtschaftssystem – basierend auf ewigem Wachstum – langfristig Bestand haben kann. Dieses System wurde lediglich zur Ausbeutung und Kontrolle der Allgemeinheit erschaffen, dienen tut es somit ausschliesslich dem vielleicht wohlhabendsten einen % der Weltbevölkerung.

    • Hey Visionär,
      natürlich gibt es am Kapitalmarkt einiges an Naivität. Anstatt mit wenig fundierten Rundschlägen ins Leere zu boxen, würden mich aber schon ein paar konkrete Beispiele von „globalen Insidertransaktionen“ und dem „ausgehebelten Angebots und Nachfrageprinzip“ mehr interessieren als ein paar leere ideele Schlagsätze!

    • @Supermario:
      Also gut, vielleicht kannst Du damit was anfangen:
      Du denkst Du hättest Dir Deine eigene, realistische, fachmännische Meinung über den Finanzmarkt oder das Weltgeschehen erarbeitet. In Tat und Wahrheit übernimmst Du all die verdrehten Ideologien, die die Systemmedien, die Wirtschaft und die Politik mit z.T. perfiden, sugestiven Formulierungen an Dich herantragen. Du vertrittst also genau die Meinung, die vom System erwünscht ist, dass Du sie vertrittst, damit Du nicht auf den Gedanken kommen könntest, Dinge zu hinterfragen und womöglich anders zu sehen.
      Ich kann nicht für Dich aufwachen, das musst Du schon selbst in die Hand nehmen. Hinweise gibt’s zu tausenden…

    • Sorry, versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin jeglicher Objektivität immer aufgeschlossen; aber auch nicht so blauäugig, jedwelchen Youtube-Verriss als bare Münze zu nehmen. Ich wollte wirklich nur konkret wissen, wo Du konkret solche, global wirkende Insidertransaktionen und sonstige Marktverschwörungen siehst. Dann könnte ich mich diesbezüglich auch weiterbilden und mir meine eigene Meinung zusammenstellen.

    • Schön, da muss der Stöhlker ein bisschen auf den ach! bösen Bänklern und ach! so bösen Politikern rumhacken, mit der ach! so aufgeklärten Formulierung „Immer gegen das Volk, nie für es“, und schon lösen sich die Talsperren und jeder Hinterwäldler und „es-ist-doch-alles-so-einfach-warum-versteht-ihr-idioten-es-nicht-liegt-wohl-an-der-systempresse-die-uns-so-einfach-unsere-matschbirnen-verdreht“-Galööri darf sich äussern, dass diese Welt so gemein und so schlimm ist und so viel schöner wäre, wenn nur nicht das Geld und das Materielle die Welt verdorben hätten, ach.
      Noch ganz kurz eine Spur konkreter: „Dieses System wurde lediglich zur Ausbeutung und Kontrolle der Allgemeinheit erschaffen, dienen tut es somit ausschliesslich dem vielleicht wohlhabendsten einen % der Weltbevölkerung.“ – Willst Du, Visionär in Anführungszeichen, denn andeuten, der Feudalismus wäre das bessere System?

  8. Naiv ist, wer ohne Unterstützung von künstlicher Intelligenz heute an der Börse (oder auf anderen Märkten) handelt. Oder ist das nur Dummheit oder Lernresistenz? Wo liegt da die Grenze zur Naivität?

  9. Naja, also zumindest für die Finanzindustrie stimmt es schon. Es ist tatsächlich naiv, wenn man als Privater an der Börse investieren will ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, wie diese funktioniert, wie die Bewertungen und Kurse zustande kommen und wo die Risiken sind. Im Grunde sollte man dabei mehr wissen, als der Berater und diesen entweder nur als ‚Agenten‘ der Bank brauchen, oder ganz auf ihn zu verzichten. Es ist nämlich ganz einfach: Wenn der Berater wirklich eine Ahnung davon hätte, wo der Schotter liegt, würde er die Geschäfte selbst machen, Millionen verdienen und dann sich mit 45 in Monaco zur Ruhe setzten.

  10. …Naivität umfasst auch all die Investitionen in ehemals edle KMU-Firmen mit Ablaufdatum rund um das Zürisee-Becken. Alte und junge Schule-Profis, mit eindrucksvollen, zweizeiligen Titeln auf der BizCards, vermitteln den BILANZ 300- oder Rennweg-Members ‚emotional-naive‘ Investments wo ‚man‘ nur Geld verlieren kann. Und noch besser, all die Sugardaddys als Erben oder Ex-VR / GL – Gents steigen mit viel Verve und noch mehr Geld in Businesspläne ein, deren Return-Faktor am ehesten beim nächsten Cortège in Basel effektiv zur Geltung kommt… Oder hier das Stöhlker-Naiv als eine charmante Form von Dilettant verstanden. NB: All die Naiven rund um die Traditionsfirmen, die Private Equity Boutiques und deren Geldgeber sind lustigerweise regelmässig in der ‚Annabelle der Wirtschaft‘ prominent (!) zum Nachlesen aufgeführt.

  11. Seien Sie wenigstens bei Ihren Anlagen nicht naiv:

    Der amerikanische Aktienmarkt der größte und liquideste der Welt. In Amerika investiert – im Gegensatz zu Europa – ein großer Teil der Bevölkerung an der Börse und bildet daraus die Altersversorgung. Entsprechend hat die amerikanische Börse die international höchste Marktkapitalisierung. Als Weltleitbörse sind zudem viele hoffnungsvolle Firmen aus allen Ländern dort ebenfalls börsennotiert. Deshalb konnten amerikanische Börsenindizes – im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants – die Spitzenkurse aus den Haussen der Jahre 2000 und 2007 übertreffen.

    Nutzen Sie als Signal zur Investition bzw. Desinvestition die 200 – Tage – Linie bzw. Richtung und Steigerungsrate der amerikanischen Wertpapierkredite (Nyse Margin Debt).

    Wer sich mit Einzelwerten nicht auskennt bzw. diversifiziert investieren will, tut dies am besten mit ETF´s auf einen oder mehrere marktbreite Aktienindizes (ggf. mittlere Werte wie Russell 3000 bzw. Wachstumswerte wie Nasdaq) mit monatlicher Kontrolle und Bewertung der beiden Parameter. Wer mehr Rendite sucht und das höhere Risiko daraus zu tragen bereit ist, kann diese Strategie teilweise fremdfinanziert anwenden (auch das Investitionsvehikel Berkshire Hathaway von Warren Buffett – Bilanzsumme über US$ 600,0 Mrd. – ist hälftig fremdfinanziert).

    Diese Strategie bringt es mit sich, daß man immer etwas zu spät investiert bzw. desinvestiert, da man letztlich nur dem Markt folgt. Durch zusätzliche Parameter kann man dies noch verfeinern.

    Der Erfolg der Strategie liegt im Vermeiden großer Verluste in länger andauernden rückläufigen Marktphasen.

    Eine Kontrolle der Wirksamkeit ist an der bisherigen Kursentwicklung einfach möglich. Die Größe des amerikanischen Marktes bringt es mit sich, daß dieser in Baissen nicht vergleichbar heftig abstürzt wie beispielsweise die Börsen von Entwicklungs- und Schwellenländer, so daß in rückläufigen Marktphasen genug Zeit zur Desinvestition bleibt.

    Da auch die Investition in eine Währung ein ähnliches Risiko darstellt, kann man zur Entscheidung zum Umtausch oder Absicherung ebenfalls die 200 – Tage – Linie verwenden.

    Letztlich muß man so nur noch jeden Monat etwas Kontrollarbeit leisten, spart sich aber die Zeit, seine Aufmerksamkeit an allerhand nutzlose Analysen und Prognosen zu verschwenden.

    • Zudem:

      Der SMI ist eine Übergewichtung der drei Einzelwerte Nestlé, Novartis und Roche.

      Fast alle international bedeutenden Technologieunternehmen international haben ihren Unternehmensitz in den USA.

      Diese waren in den vergangenen Jahren für einen Großteil des Zuwachses an Börsenkapitalisierung verantwortlich.

    • @Wegweiser für Kapitalanlagen

      Richtig, die meisten Amerikaner investieren an der Börse. Besonders die Baby-Boomer die jetzt in Rente gehen und das Geld brauchen werden. Wer soll deren Aktien und Bonds kaufen? Und wer sagt mir dass der Dollar dann, wenn ich das Geld brauche, noch etwas wert ist?

    • Sie sind der geborene Berater. Aber ich frage mich
      dennoch, wie und wo ist die Finanzkrise im Jahr 2008
      entstanden. Richtig. Unsere PK`s leiden immer noch
      unter den Verlusten, die ihnen unsere Finanzwirtschaft
      (EWS, UBS, CS, Swissair etc.) eingebrockt haben, die
      USA hat am wenigsten damit zu tun. Seit jeher ist die
      USA der Masstab aller Dinge und das heutige
      Börsenkasino verdanken wir auch diesem innovativen
      Land. Wenn wir den Dow Jones und die Kurse von UBS,
      CS etc. sehen, muss ich Ihnen allerdings recht geben.