Leonteq-Schoch von bestem Freund liquidiert

Appenzeller und Lukas Ruflin waren Ur-Gründer – Nun stach Ruflin Schoch Messer in Rücken – Überhäuft ihn mit Millionen.

Lukas Ruflin und Jan Schoch waren das Dreamteam der Leonteq. Nun zeigt sich, dass die zwei Schweizer Derivate-Cracks ein trauriges Spiel spielten.

Eines von Täuschung, Intrigen und Machtkämpfen.

Hier Schoch, der Appenzeller, der sich bis vor Jahresfrist sonnte im Glanz des Erfolgs. Da Ruflin, der Zahlen-Mann im Hintergrund, der als Grossaktionär der Derivatebude Hypermillionär wurde.

Zwei Freunde, die durch dick und dünn gehen würden. Dachte man. Und täuschte sich.

Bei der Absetzung von Jan Schoch als CEO der Leonteq letzten Freitag spielte Ruflin die entscheidende Rolle.

Er stach Schoch das Messer in den Rücken.

Ruflin stimmte gegen Schoch als CEO. Als Vizepräsident des Verwaltungsrats liess er seinen langjährigen Freund und Gründungspartner fallen wie eine heisse Kartoffel.

Das gibt Ruflin indirekt sogar zu. Auf Anfrage sagt ein Leonteq-Sprecher:

Der Verwaltungsrat hat in der vergangenen Woche einstimmig und in enger Abstimmung mit dem CEO eine Richtungsentscheidung im besten Interesse des Unternehmens und seiner künftigen Entwicklungsmöglichkeiten getroffen.

„Herr Ruflin hat in seiner Rolle als Vice Chairman – und nicht als Gründungspartner – im Sinne aller Aktionäre, deren gesamtheitliche Interessen er zu vertreten hat, selbstverständlich an der Richtungsentscheidung des Verwaltungsrates mitgewirkt.“

Kurz: Ruflin stimmte gegen Schoch. Die Freundschaft war zerbrochen.

Versüsst wurde die Intrige mit einem grossen Scheck. Schoch, der viel Geld benötigt, weil er nebenbei eine Privatbank namens Flynt aufbaut, erhält weiterhin sein CEO-Salär.

Geld gegen Schweigen, so könnte man vermuten.

Was war passiert in der Leonteq-Führungsetage?

Die Vorkommnisse gleichen einem Zürcher Paradeplatz-Krimi. Die Hauptdarsteller sind zwei Waffenbrüder und ein Investor.

Die Waffenbrüder: Ruflin und Schoch. Sie hatten die Idee, den Platzhirschen das Derivate-Geschäft streitig zu machen.

Ruflin brachte die Kohle. Er war bei der EFG Bank. Schoch und zwei Kollegen hatten das Wissen. Zusammen gründeten sie die EFG Financial Products.

Rasch ging die Reise nach oben. Schliesslich schafften Ruflin, Schoch und ihre zwei Mitstreiter den Börsengang.

Das war vor genau 5 Jahren. Nun gings erst richtig los. Ruflin und Schoch gewannen die Raiffeisen als Grossaktionärin.

Die Aktie ging durch die Decke. In den ersten Jahren schoss sie auf über 200 Franken hoch.

Dann riss plötzlich der Faden. Schoch und Ruflin hatte viel versprochen. Doch Kunden sprangen ab, Geschäfte blieben aus.

Derweil wuchs die Firma ungebremst weiter. Kurs auf den Eisberg.

Im Dezember 2016 war es soweit. Da krachte die Leonteq zusammen. Sie musste einen Gewinnkollaps vermelden, die Aktie stürzte ins Bodenlose.

Schoch wurde zum Gejagten. Sein Präsident, Pierin Vincenz, suchte einen Nachfolger für den CEO.

Lukas Ruflin stellte sich da noch vor seinen Freund. Man halte wie eine Eins zusammen, meinte Ruflin gegenüber der Finanz und Wirtschaft. Er kaufe Leonteq-Aktien dazu, halte nun 7,5 Prozent, meinte er.

Einer für alle, alle für einen.

Bis Rainer Marc Frey auf den Plan trat. Der schwerreiche Schweizer Investor gab sich im März als neuer Investor der Leonteq zu erkennen.

Frey hatte still und leise ebenfalls 7,5 Prozent der Firma aufgekauft. Er war nun nach der Raiffeisen mit 29 Prozent und ex aequo mit Ruflin zweit einflussreichster Mann bei der Leonteq.

Doch das hätte wenig zu bedeuten, sagten sich viele. Schliesslich bildeten Ruflin, CEO Schoch und ein Dritter unter den Gründungsaktionären ein verschweisstes Team mit zusammen 17 Prozent.

Und die hatten erst noch einen Aktionärs-Bindungsvertrag mit Hauptaktionärin Raiffeisen. Gemeinsam kamen die Partner auf weit über 40 Prozent.

Die Leonteq war nicht einnehmbar. Da konnte ein Rainer Marc Frey noch lange zukaufen.

Dies war die Einschätzung des jungen Jan Schoch, der sich mit seiner Privatbank Flynt und anderen Engagements ablenkte.

Und nun brutal aufwachte. Denn Frey, der mit allen Wassern gewaschen ist, hat das gemacht, was ein Raider machen muss.

Er gewann das Board. Den Verwaltungsrat. Respektive den wichtigsten Mann dort.

Lukas Ruflin. Jener Schoch-Partner, der vermeintlich nie kippen und sich gegen den CEO stellen würde.

Und doch hat er es getan. Weil Rainer Marc Frey ihn überzeugt hat.

Wie das geht, kann man sich leicht vorstellen. Frey machte Ruflin klar, dass es ihn in Zukunft weiterhin geben würde bei Leonteq.

Wenn er mitspielen würde bei der Palastrevolte.

Das tat Ruflin. Und Schoch bleibt die Schmach.

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31 Kommentare zu “Leonteq-Schoch von bestem Freund liquidiert

  1. Aber bitte. Ein CEO mit so wenig Anteil, der daneben hauptberuflich in der gleichen Branche sein privates Süpplein kocht ist doch nicht tragbar. Der muss sofort entsorgt werden. Schadenersatzklagen würde ich nicht ausschliessen.

  2. Jan Schoch tut mir leid. Er ist und bleibt ein anständiger und hoch intelligenter Mensch.
    Ich vertraue bei Leontec unter den neuen Gegebenheiten ausschliesslich auf Rainer Marc Frey.

  3. Wie ist denn das damals mit Ruflin gelaufen? Bei EFG in der GL und dann plötzlich Grossaktionär bei Leonteq? Weiss da wer Bescheid? Schon etwas seltsam.

  4. Lukas Ruflin lebt im Non Dom – Status. Deswegen jettet er dauernd herum um sich nicht zu lange in der Schweiz aufzuhalten. Wohnort London, Haus auf Stromboli. Sein Vermögen ist in verschiedenen Trust und Immobilien in London parkiert. Zusätzlich ist er Sammler alter Meister. Keine Verantwortung gegenüber Allgemeinheit, der eigene Vorteil zählt. RMF spannt nicht mit Ruflin zusammen. Gekippt wurde Schoch von Ruflin, Vincenz und den übrigen Verwaltungsräten, über Enthaltungen wurde nichts veröffentlicht. RMF hat Chambers erst nach dem 22. November im VR.

  5. was für Idioten, Macht….Gier,Gier,Gier und nochmals Gier.
    Schlimmer als die Chinesen.
    Finanzplatz Schweiz wird in der nächsten Zeit nicht mehr geben.
    Wir haben uns selber in die Einbahnstrasse befördert.
    Wenn mann das ganze Packet von den Kosten anschaut, sind
    Investitionen in der Schweiz abzuraten.

    • Von welchen „Idioten“ sprichst Du eigentlich??? Bevor man jemanden oder eine Sache abkanzelt, sollten auch einigermassen griffige Argumente mitgeliefert werden. Ansonsten wird es schlicht nur noch beleidigend!

    • Vielleicht auch besser so. Die Schweizer sind ein sehr dummes Volk. Macht es den Anschein! Von einem weltweit führenden Finanzmarkt zu einem intriganten Sauladen innert kürzester Zeit. Eigentlich bei sämtlichen Banken dasselbe Trauerspiel!

    • Falsch! Finanzplan Schweiz wird sich in Zukunft verlagern. Dies in Richtung Bodenständige, Kundennahe, Regionalbanken mit einfachem und verständlichen Geschäftsmodell, mit fairen und anständigen Salären (inkl. Bankleiter) und einem transparenten und bezahlbaren Leistungskatalog für ihre Kunden. Guckst Du….auch in Deiner nähe gibt’s eine nette Regionalbank. Viel Spass.

  6. Willst du eine Freundschaft beenden leihe dem Freund Geld oder mache mit ihm gemeinsame Geschäfte! Funktioniert zu 90%

  7. an alle Nörgler und „ah schon wieder nichts neues“-Kommentatoren:

    Wenn Sie denken, der CH-Finanzplatz sei gross genug, um täglich einen neuen Skandal zu produzieren, sind sie falsch gewickelt. Er ist es nicht.

    Herr Hässig macht mit seiner Aufarbeitung einen guten Job und drückt täglich einen Artikel raus. Manchmal besser, manchmal schlechter. So wie jeder seinen Job macht. Zudem liefert er sein Produkt frei Haus.

    Hier einen Kommentar abzuliefern, der nur doof herumstänkert zeigt bloss, dass den Autoren dieser Kommentare langweilig ist. Sie können sich diese Art von Kommentaren sparen. Niemand braucht sie, niemand mag sie.

    • Absolut, der Herr Hässig schreibt sachlich und zielgerichtet. Hier gibt es nichts zu nörgelen!

  8. der doofste artikel seit langem. schade dass sie genau nichts neues herausgefunden haben und sich trotzdem berufen fühlen einen artikel zu basteln. so verlieren sie bloss noch mehr reputation. oder wie heisst es so schön, „ist der ruf erst ruiniert lebt es sich ungeniert“.

  9. Mein Mitleid für Jan Schoch hält sich in engen Grenzen, wenn sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen hat. Den Aktionären ist es sowieso egal, wer auf der Kommandobrücke steht, solange sich die Aktie positiv entwickelt. Und Schoch ist ziemlich sicher auch kein gebrochener Mann, hat er jetzt doch Zeit, sein Flynt-Baby aufzubauen. Dazu muss er sich nicht mehr den machtpolitischen Intrigen einiger übermotivierter Möchtegerngross-Manager auseinandersetzen. All the best, Jan. I‘ll keep an eye on you.

    • OK, und was will Flynt eigentlich? Wird einer ernsthaft aus der Website von Flynt schlau?

    • Gute Frage, Anton Sunshine. Die Homepage sieht aus wie eine Hommage an den Teilchenbeschleuniger des Cerns.

    • Offenbar hat sich Jan total abgeschottet und war nur über Sekretärin erreichbar. Scheint in den letzten Jahren als Führungskraft immer mehr zur Zumutung geworden zu sein, ohne Gehör für seine Mitarbeiter.

  10. Nicht zu vergessen die unrühmliche Rolle, die eine berüchtigte Beratung (Swissair lässt grüssen!) in der Sache gespielt hat. Die Leute, die die installiert haben, sind sogar immer noch im Amt!!! Allein das macht die Aktie für mich nicht investierestierbar.

    Und die Verdachtsmomente (man schaue sich nur die Entwicklung der Optionsmärkte an), die wegen Insider Trading bestehen. Solange dazu keine Klarheit besteht und niemand bestraft wurde muss ich als Aktionär davon ausgehen, dass mich ein Insider Abzocker wird.

    • Was hat die Swissair mit Leonteq zu tun??? Keiner zwingt Dich im übrigen, irgendwelche Anlageinstrumente zu kaufen!