Die Krise des Gian Rossi und seiner Bär-Golfer

Schweiz-Chef braucht dringend Frischkunden mit grossen Vermögen – Statt sie zu holen, spielt Rossi lieber Golf.

Gian Rossi kam vor Jahresfrist zum Schweiz-Chefstuhl der Julius Bär wie die Jungfrau zum Kind. Rossi, der zuvor in London superreiche Russen betreute, fand sich plötzlich im kleinen Alpenland.

Hier übernahm er einen Bereich, der aus den Fugen geraten war. Rossis Vorgänger war von der grossen CS gekommen und vergraulte die alt eingesessenen Bär-Vermögensberater.

Barend Fruithof hiess er, er hat inzwischen das Banking verlassen. Rossi übernahm, und sein Auftrag war klar: Bring frisches Geld.

Seither tingelt Rossi statt durchs mondäne London durch das zwinglianische Zürich, das französische Genf und die Bündner Berge. Und findet offenbar nur wenig Topkunden.

Das jedenfalls spricht sich auf dem Platz Zürich herum. Rossi habe das Ziel nicht erreicht, die Julius Bär hinke in der Schweiz den beiden Grossbanken, aber auch der ZKB hinterher.

Konkret gehe vor allem in der wichtigsten Marktregion, jener von Zürich, praktisch nichts mehr, sagt eine Quelle.

In Zürich würde die „altgediente“ Mannschaft „nix mehr anreissen“; von jungen, talentierten Beratern und Front-Chefs keine Spur, man sehe niemand, der nachstossen würde.

Auch in den übrigen Gebieten in der Schweiz fehle es der Julius Bär und ihrem Chef Gian Rossi an jenen Kunden, die am begehrtesten seien: den echten Schweizern. Diese würden bei Konkurrenten landen.

Wachsen würde die Julius Bär in der Schweiz fast ausschliesslich mit hier niedergelassenen Ausländern: Russen, anderen vermögenden Ausländern, die zwar hierzulande ihr Domizil hätten, aber sonst wenig am Hut mit dem Land.

Wenn es mit dem Akquirieren der klassischen Schweizer Kundschaft nicht läuft, müsste sich Rossi umso mehr ins Zeug legen. Tut er das?

Stimmen sagen anderes. Da ist die Rede von langen Golf-Happenings in Ybrig. Im dortigen Golfclub, eben jenem von Ybrig im hügeligen Kanton Schwyz, ist Rossi Präsident.

Rossi würde lieber im Golfclub an seinem Handicap arbeiten als sich die Mühe nehmen, durch die Schweiz zu rasen und seine Teams anzupeitschen, lautet das Fazit eines Ex-Bär-Manns.

In dieses Bild passen zwei Leute, die für Rossi entscheidend sind. Zum einen ist das Marc Braendli. Der ist familiär mit Rossi liiert. Braendli ist Götti eines der Rossi-Kinder.

Wo Rossi auftaucht, da ist auch Braendli nicht weit. So folgte Braendli vor Jahresfrist „seinem“ Rossi vom Europageschäft in die Schweiz.

Dort ist er nun für Marketing und Strategien zuständig.

Der Zweite heisst Andreas Feller. Feller übernahm die Verantwortung für die Region Zürich, nachdem die Julius Bär nichts mehr vom alten Chef wissen wollte.

Dieser hat inzwischen zum Schweiz-Ableger der Deutschen Bank gewechselt, wo er das ganze Private Banking leitet.

Feller stammt wie Braendli ebenfalls als dem Hintergrund, er kümmerte sich um Investments, ist also kein Frontmann. Und: Auch er ist mit Rossi gerne auf dem Golfplatz.

Braendli der Götti, Feller der Golfer: Die zwei engen Mitstreiter von Schweiz-Chef Rossi zeichnen sich durch anderes als Geschäftliches aus.

Mit ihnen muss Rossi die Schweiz erobern. Bisher ist ihm das nicht gelungen.

Auch wenn es bei der Julius Bär mit Verweis auf ein Rossi-Interview heisst, die Bank habe in der Schweiz im laufenden Jahr an Kunden und Vermögen zugelegt.

Kommentare

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  1. Köstlich und amüsant. Gewisse Bärli-Mitarbeiter haben sich mal wieder sehr echauffiert wegen dieses Artikels. Machen Sie weiter so Herr Hässig und zeigen Sie die Taten der Banken auf.

  2. Habe selber lange bei JB gearbeitet. Gian Rossi, Daniel Aegerter & Co. sind schwach, arbeitsscheu, ideenlos und haben keine Strategie. Zum Glück gibt es noch YvesRC. Einzig wirklich guter Typ in der ganzen JB. Rossi kann man vergessen. Wenn nicht bald diese Desk Heads (Daniel Aegerter etc..) ersetzt werden, sieht es nicht gut aus für die JB. Aktie definitiv verkaufen.

  3. Das HR sollte Kundenberater einstellen, die Authentisch sind. Und mit diesen regelmässig an ihrer Persönlichkeit feilen. Denn Kunden wollen keine selbstverliebten Blender! Dafür braucht es aber HR-Personal, die gut ausgebildet sind. Auch eine Interne Bär Umfrage würde helfen, sprich beim Backoffice, bei Assistenten, im Compliance, etc.. mit der Frage „Wie erleben Sie diesen Kundenberater, Privatbank, Relationship-Manager, Händler, etc.“. Hier würde einiges ans Tageslicht kommen!!!

    • Au ja, da steht es in der Tat nicht zum Besten. Das ganze Bärli ist doch so ein Gemeuschel.

    • Und die Kunden fragt wieder niemand. Zusehr sind die Banken mit sich selber beschäftigt!

  4. Marc Brändli arbeitet schon bereits über 10 Jahre bei Bär und ganz ehrlich, geleistet hat er fast nichts. Ohne seinen Buddy Rossi wäre er wohl schon längst rausgeflogen. Brändli, ein Kriecher in Person… Spesen produzieren und wichtig tun, das kann er…

  5. wenn nicht am golfen, sitzt rossi lieber bei trank und zigarre in der nähe vom kaufleuten in der beiz und studiert über die erfolgreicje akquise-strategie nach.

    braendli als in jeder einzelnen kategorie der management erfordernisse als kaum kompetenter korporal sieht sich als feldherr und bringt fast nichts auf die reihe. er lässt andere für sich arbeiten und verkauft es seinem chef gegenüber als seins.

    feller jettet lieber auf geschäftskosten um die welt und besucht zürcher kunden ?! 🙂

    ein viel versprechendes trio.

  6. Auf dem Golfplatz trifft man die richtigen vermögenden Leute. Das wusste Bernie Madoff und ebenso Barak Obama. Beide knüpften dort die richtigen Beziehungen, wie es scheint, mit Erfolg. Vielleicht macht ja der Herr Rossi dasselbe ?

  7. Wann fangen Sie mit Golf an Hr. Hässig? Oder doch lieber Billard oder Dart? Würden die Herren Curling spielen, würden Sie vermutlich nicht darüber schreiben oder? Golf-Bashing wird langsam langweilig…

  8. Aus Gian wird halt noch lange kein ‚Rossifumi’…letztgenannter versteht seine Arbeit als Kunst.

    Mandate und möglichst viele Strukis verkaufen macht keinen guten PBanker aus. Es ist die Art win-win Situationen für den Kunden und die Bank zu kreieren. Solange das Karusell sich dreht, mag das noch keine Rolle spielen, man ist ja nicht in der Pflicht. Aber wehe wenn die Rotationen sich dem Ende zuneigen, dann werden die Ratten das Schiff verlassen und zwar subito!

    Und die Moral von der Geschicht…den Letzten beissen die Hunde.

    Büetzer

    • Tja, Herr Hase

      Mein Name ist hase, ich weiss von nix!

      Herzliche Grüsse
      Ben Fox

      PS: Schon mal was von *IRONIE* gehört?

    • Beides sind eben keine Akademiker, also daran liegt es nicht. Rossi hat glaube ich KV gemacht und dann HWV.

      Bericht ist nicht sehr gut recherchiert wie so oft, ob Neugeld fehlt oder nicht, das wissen wir wohl nicht so genau und ja, Zurich ist ein umkaempfter Markt wo es wirklich nicht so einfach ist… nicht nur die Grossbanken und ZKB, da gibt es auch viele Externe Vermoegensverwalter.

  9. Bär Gian Rossi könnte in seiner NNM-Not mit den „Sakko-Wirblern“ der Notenstein-Fraktion zusammenspannen. Offenbar sind all die Seilschaften im PB doch nicht so hammermässige Topshots – dafür zügig verrückbar oder erneuerbar. Und wenn schon, dann mit kapitalen Fehlbesetzungen aus den TBTF-Etagen: FALCON, EFG, Mirabaud und jüngst die von der Talstr. 15.
    Fazit: wer den Prospect/Klienten nicht umspielt, spielt lieber Golf anstatt Neugeld zu generieren. Ist Kosten neutraler…

    • Der Vergliech von Gian Rossi und B. ist schon gerechtfertigt. Beide glänzen indem sie sich versuchen intern zu profilieren, Kunden gewonnen haben sie aber kaum je. Früher hatten die Chefs die besten und wichtigsten Kunden selber und persönlich betreut. Heute sind die Chefs des Private Banking nicht mehr an der Kundenfront anzutreffen, da sie sich intern profilieren müssen und welch Wunder, somit bringen sie auch keine neuen Kunden zu den Banken. Aber vielleicht ist es auch besser, dass sie keinen Kundenkontakt haben, denn die Kunden würden schnell merken, was für (Sakko) Blender sie sind. Christoph Weber (ZKB-Vize) gehört auch zu dem Club. Selber wenig können, von anderen viel verlangen, sich intern profilieren und viel abkassieren. Tja, angeblich ein Erfolgsmodell.

  10. Golfen ist bei den J.B.-Kundenberater generell hoch im Kurs. Erhalte von meinem Berater regelmässig Einladungen zum Golfen. Glaube fast, er trifft mich lieber auf dem Platz als im Büro. Wissen die Bär-Chefs überhaupt, was ein bezahlter Golftag ihres Kundenberaters die Bank kostest. Vermute einmal rund CHF 2’000! (Lohn + Spesen). Wie gut muss es einer Branche gehen, damit sie seinen Mitarbeitenden mehrmals im Jahr einen solchen Schoggitag gönnen kann.

    • Sehe das nicht so eng: Auf dem Platz, fern vom Oberchef, Büro, Sekretärin, Gummibaum und Telefongebimmel, lässt sich erheblich freier Meinungen austauschen und Hintergrundwissen erfragen. Wenn Sie dies regelmässig und mit Vorsatz ausschlagen verpassen Sie Gelegenheiten. Grundvoraussetzung allerdings wäre, der Kunden“berater“ (in Wirklichkeit Verkäufer!) ist einem wenigstens sympathisch.. Die angesprochenen CHF 2000.- sind/wären wahrlich peanuts..

  11. ….es gibt ja auch nur noch die Hälfte der Zielkunden in der Schweiz – die anderen haben wir vergrault, verraten oder gekündigt……..Zeit Golf zu spielen!

    • ….Möchtegerns spotten heute Cars, posten in Instagram oder schreiben bissige Kommentare in Foren.
      Erstaunlich, oder?

  12. Braendli ist ein gescheiterter Kundenberater der sich Bär-intern von Job zu Job hangelt. Und Feller ist ein verliebter Selbstdarsteller, der bis dato in seiner Zürich-Rolle ebenfalls nie zu glänzen vermochte. Kein Wunder tut sich Rossi mit seinen beiden Buddies tatsächlich schwer, die Akquisitionsziele auch nur annähernd zu erreichen, zumal er intern schlicht nicht über die nowendige Akzeptanz verfügt, was wiederum mit den beiden erwähnten Schwätzern an seiner Seite zusammenhängt. Aber die Uhr tickt bereits für das Trio, wie ich höre, und das ist gut so.

    • Ja der liebe Marc B. ist ein ganz umtriebiger und sieht sich definitiv zu höheren Weihen berufen. Daraus dürfte wohl vorderhand nichts werden. Kleiner Tipp: erst liefern, dann lafern. Gleiches gilt übrigens auch für die anderen beiden ‚Shootingstars‘…

  13. Kunden mit Assets ab Mio 1 sind nicht mehr bereit blind in die Fänge von Vermögensverwaltungsverträgen reinzufallen, lediglich damit Sie von Blendern im Direktionsrang mit Produkten abgespritzt werden. Wenn Institute glauben, 1,5 bis 3 % pro Jahr am Kunden zu verdienen, im Glauben der Kunde merkt es nicht, dann leben zu viele hochdotierte Direktionsblender im Dornröschenschlaf, ein klares Indiz ist, das die Schweiz bis Ende 2020 noch max 50 % der ausl. Assets hält, Showmasters a la Rossi können noch so viele Reisli in der Schweiz tätigen, Kunden lassen sich nicht mehr über den Tisch ziehen.

  14. Gute und interessante Neukunden finden, ist Knochenarbeit. Ein Handcap dabei ist, wenn das Personenkarussell in der Vergangenheit etwas schnell gedreht hat. Gute und langfristige Beziehungen basieren noch immer auf gegenseitigem Vertrauen. Bis ein solches als gefestigt betrachtet werden kann, müssen aus meiner Erfahrung heraus bis 4 Jahre eingerechnet werden.

  15. Mit dem erstklassigen internen Research, dem robusten Anlageansatz und der Next-Generation-Anlagephilosophie von Julius Bär sollte es doch ein Leichtes sein, die bereits vorhandenen Kundenvermögen deutlich zu mehren?

    Weil sich so etwas herumspricht und Erfolg die beste Werbung ist, würden neue Kunden ganz von alleine kommen…

  16. Golf ist ein gesunder Sport. Man ist an der frischen Luft und kann sich zwischen den anstrengenden Schlägen ausruhen, damit man sich nicht überanstrengt.

  17. Ich würde gern leben wie ein armer Mann
    mit einem Haufen Geld.

    Pablo Ruiz Picasso
    * 25. Oktober 1881 † 8. April 1973