CS-Angreifer Bohli im Gespräch: „Timing stimmt“

Hedgefund-Manager sieht Zerlegung als „logische Folge“ von Strategie – Findet CEO Thiam gut – De Boissard nicht dabei.

Rudolf Bohli ist der „Ruedi“. Sein Headquarter besteht aus einem Bürogeschoss in einem unscheinbaren Geschäftshaus oberhalb von Küsnacht an der Zürcher Goldküste. Am Dienstag Morgen verlieren sich ein paar Leute darin.

Ein Minishop, der Grosses vorhat. Die RBR Capital Advisors, wie Bohli seinen Hedgefund nennt, will die CS dreiteilen. „A Plan to Double the Share Price“, präsentiert im dynamischen, modischen Video.

Bohli empfängt zum Interview, im eng sitzenden Anzug, den Hemdkragen offen. Cool, aber bestimmt, so sein Auftreten.

Cool und bestimmt soll auch sein Plan herüberkommen. Auf Englisch, da Bohli auch die Investmentbanker der Credit Suisse ansprechen will. Sie halten viele CS-Aktien, sie sollen auf seinen Zug aufspringen.

Selbst will sich Bohli nicht als Aggressor sehen, sondern als einer, der die CS weiterbringt.

Die CS sei ein Juwel, stark verwurzelt in der Schweiz. Ihren Wert gelte es wieder hervorzuheben, betont Bohli. Kombiniert mit einer neuen, auf der grünen Wiese aufgebauten Informatik.

Konglomerate kämen heute bei den Aktionären nicht mehr gut an. Die Synergien, die man sich einst von ihnen erhofften, seien nicht eingetreten. Umkehrt würden die Riesenfirmen in Bürokratie ersticken.

Der grosse Plan von „Ruedi“ Bohli fusst auf der Idee, die Investmentbank der CS auf ein Minimum zu reduzieren und den Rest zu verselbstständigen.

Beratung für Firmen mit Kapitalmarkt-Bedürfnissen hätten einen Wert, das würde sicher als Boutique ankommen. Die immer noch grosse CS-Tradingmaschine würde hingegen stark reduziert.

Von 12’000 Tradern in diesem Teil der CS namens Global Markets hinunter auf noch 5’000 Leute, was Bohli immer noch eine stolze Grösse findet, wie er ausführt.

Medien, Analysten und Insider wischten Bohlis Plan letzte Woche, als dieser publik geworden war, rasch vom Tisch. Papieridee, zu spät, nicht realistisch, schädlich, so die Kommentare.

Tatsächlich haben sich Investmentbanken wie Goldman Sachs zu Universalbanken mit Kleinkundengeschäft entwickelt, sind also zu einer Art CS geworden. Warum soll die CS nun das Gegenteil machen und sich fokussieren?

Wenn also selbst Goldman Sachs im grossen Trading-Geschäft nicht mehr richtig Geld verdiene, dann müsse die CS auf dieses Geschäft verzichten, so Bohlis Überzeugung.

Bohli, der vom Blick zur „Heuschrecke“ gemacht wurde, zeigt sich mit der heutigen CS-Spitze überraschend zufrieden. CEO Tidjane Thiam habe viel Richtiges getan.

Will Bohli seinen Plan demnach mit dem aktuellen Management unter Thiam umsetzen?

Knight Vinke, ein anderer Hedgefund, versuchte mit der gleichen Idee die UBS zu erobern. Der Vorstoss verlief im Sand. Die Bank wollte an grossem Investment Banking festhalten. Für Bohli kein Grund, an seinem Plan zu zweifeln.

Warum? „The Timing for Credit Suisse is Very Right“, sagt Bohli.

Timing is everything, daran klammert sich Bohli.

Besonders spannend sind die Ausführungen des Investors zur Frage, wie er seine eigenen Chancen einschätzt und ob er ein vorgeschobener Frontmann einer der starken Aktionärsgruppen der CS ist.

Und: Was ist eigentlich die Rolle von Ex-CS-Spitzenmann Gael de Boissard, der in eine Affäre geraten ist? Dieser zeige lediglich Interesse am Plan, es gebe keine „formelle“ Zusammenarbeit mit ihm. Und schon gar nie habe er geheime Informationen aus der CS heraus erhalten.

Gael de Boissard nur ein Sympathisant? Das war bisher anders in den Medien dargestellt. Da wurde der Franzose als starker Verbündeter Bohlis dargestellt.

Ist Bohli also bis jetzt ganz allein unterwegs, quasi Home alone? Und in welcher Rolle sieht er sich selbst?

So oder so: Rudolf Bohli und sein Angriff auf die CS bewegt. Hier das ganze 20-minütige Interview mit dem Zürcher Investor.

Kommentare

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  1. Well, Mischter Bohli, juh drihmer, juu!

    Ei jöst häwe a kweschtschen for juh: If se bihmer breiks daun, watt duh juh duh? Hä? Duh juh nou se seven sinking schteps? Hä? Drihmer, hä? Reit?

  2. OMFG hahaha very funny: start the video at 1:22:
    „No, no, again, I think, äähhmm, first of all I think the focus is too much a little bit on our person, ähh, which I think….
    Der Mann tönt ja wie eine schlechte schweizerdeutsche Englischübersetzungsmaschine oder besser gesagt: er kann einfach kein Englisch, hat null Wortschatz, von Satzstellung ganz zu schweigen….was für eine Witzfigur…. Er ist keine Heuschrecke sondern nur eine ganz kleine Nummer, die nun nochmals für 5 Minuten berühmt sein möchte (max factor: C oder D Promi). Nochmals? Yep: das letzte Mal war es, als er einen Flug der Swissair aus den USA nach Zürich zur Landung in Kanada brachte.

  3. Es würde mich nicht wundern, wenn die ganze Angelegenheit ein abgekartetes Spiel des CS Managements zusammen mit Bohli ist. Wieso nicht, so kurz vor dem Zusammenbrechen, ist wohl eine gute Sache. Solange der eigene Geldbeutel stimmt, kann es eigentlich Egal sein. Wer wirklich glaubt dass die derzeitigen Eigner der CS an der Strategie, wenn man diese überhaupt so nennen darf, ein Interesse hat, ist sehr blauäugig. Rohner braucht sicherlich das Geld, umso mehr er mit seinem Schneewittchen eine Villa in Zumikon bauen liess. Da kommt schon so einiges an Hypo Zinsen zusammen….

  4. Offensichtlich treiben Ruedi’s Bemühungen den Aktienkurs der CS nach oben. Ich hoffe doch für ihn, dass er und seine Unterstützer keine unüberlegten Transaktionen im Zusammenhang mit diesen News ausgeführt haben, welche die FINMA zum Handeln betreffend Insiderhandel zwingt. Wenn er und sein Umfeld jedoch Aktien kaufen und dann anschliessen solche News verbreiten, muss er sich juristisch wohl gut abgesichert haben, damit im kein Insiderhandel vorgeworfen werden kann.

  5. Die Credit Suisse entstand im Zuge einer industriellen und technologischen Revolution und war für die Realwirtschaft und Bedürfnisbefriedigung der Menschen essenziell. Diese wichtige Rolle wurde den Anforderungen der Finanzwirtschaft geopfert. Die Profiteure der Zerschlagung des schweizerischen Finanzplatz sind nicht die Aktionäre von CH-Bankinstitute, sondern Private Equity-Fonds, Hedge-Fonds und Konkurrenzunternehmen. Wie ist es möglich das die Schweiz einer Firma wie McKinsey einer besonderen Rolle zugetragen hat, und diese versuchte in den letzten Jahrzehnten die notwendige intellektuelle Unterstützung zu geben, dass es „Glaspaläste“ sind die der CH-Volkswirtschaft gut tun. Die meisten Beiträge waren und sind allerdings nicht brauchbar und offenbaren nur die begrenzte Erfahrung der Berater im operativen Geschäft.

    Was zeigt dieser Fall?

    Private Equity Fonds haften nicht für die Kredite, welche sie für den Kauf eines Unternehmen aufnehmen. Diese Haftung und die sich daraus ergebenden Zahlungsverpflichtungen werden auf das erworbene Unternehmen als eigenständige juristische Person übertragen. Gerät das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten, muss der PE-Fonds nicht einspringen. Er ist frei von jeder Haftung.

    Zürück bleiben Arbeitslose die sowohl ihres Arbeitsvermögens als auch der Alterssicherung und Würde beraubt werden. Zurück bleibt ein Land und eine Bevölkerung die sich weigert diejenige politischen Schritte einzuleiten die dieses System die Energie entzieht. Zurück bleibt ein ärmeres Land in vielerlei Hinsicht. Anstatt sich dieser Fragen zu stellen und aktiv werden, sucht und findet die veröffentlichte Meinung den Schuldigen in den Staat/Politik oder Andersdenkenden.

    Die Prognose ist infaust.

  6. Bohli wird sich wohl gesagt haben, man müsse sich grosse Ziele setzen, um kleine zu erreichen. Vielleicht reicht’s ja noch zum Englischlehrer von Lukas Hässig?

  7. hatte er also seine paar Minuten Aufmerksamkeit wie es sich für die Cervelat Prominenz gehört… scheint bei der immer schöner und jünger werdenden Balletteuse abgeschaut zu haben. Nur: who cares?

  8. Ich wünsche Bohli von Herzen viel Erfolg. Die Finma ist offensichtlich nicht in der Lage, diesen Augiasstall auszumisten.

    • Bohli ist genauso wenig an Problemen mit „stinkenden“ afrikanischen Fischen interessiert wie die Finma.
      Sein Kumpel Gael de Boissard war seinerzeit in London dafür zuständig.

    • you, Ruedi, right?

      You are the one and only to know the business right, right?“

    • Hi Dany.

      Lemm jus‘ tellya: In *proper* English, the UK, US or Aussie variation, it’d be *Danny*.

      Lest you don’t mind a funny pronounciation.

      But then again, you’re Rudy, anyway, right? Right? Right?

  9. Ruedi Bohli, der Goldküsten-Soros erklärt in ganz passablem Englisch (Switzerland first), warum er sich die Hände an der erkaltenden Leiche CS erwärmen will. Immerhin; er findet Thiam gut – dann wären es schon 3 (Rohner, Thiam). Wenn auch nur heisse Luft – den Auftritt in den Medien hatte er und seine Calls sind gestiegen.

  10. Herr Bohli war sicher im Mai dieses Jahres im Verkaufsseminar von Jordan Belfort oder hat den Film Wolf of the Wallstreet einige Male gesehen.

    Das hinterlässt bei manchen Spuren und man traut sich selber einiges zu. Im Ernst jetzt; der Mann ist chancenlos hat aber sicher für sich uns seine Hedgefond Boutique Publicity in der Presse genossen.

    Right?

  11. Wie muss man dieses Interview interpretieren? Hat dieser Angriff zur Aufspaltung der CS überhaupt eine Chance zur Durchführung? Die meisten Leuten sind bei dieser winzigen Finanzkraft der Angreifer überzeugt, daraus wird nichts.
    Was aus dem Gespräch herauskommt, möchte Herr B. den gewaltigen CS Investment-Laden in eine Beratungs-Bank gleich wie Lazard umwandeln und die haben auf relativ wenig Kapital eine schöne Rendite.
    Der Vorteil, es würden Milliarden an Eigenmittel frei, die das Schweizer Geschäft nicht benötigt und die man an die Aktionäre als Kapitalrückzahlung auszahlen könnte.
    Der Nachteil sind die Kosten des Personalabbaus. Wohl kann man mit einem solchen Szenario 25,000 Leute in New York und London entlassen, aber werden sich diese so ohne weiteres in die Wüste schicken lassen. Nach gängiem Recht ohne besonderen Vertrag kann man Leute in London und noch mehr in New York auf die Strasse stellen, aber was sagen die dortigen Gerichte, die im Gegensatz zu unseren Richter das grosse Spiel der Ungewissheit lieben.
    Im Grundsatz ruft Herr B. eigentlich TT und seinen engen Kreis auf, an der jetzigen CS Verrat zu üben und diese Kapitalrückzahlung sich mit zusätzlichen Boni vergolden zu lassen. So etwas ist für TT und seine obersten Manager, den Verwaltungrat und auch die grössten Aktionäre nicht ohne Reiz. Er bringt wirklich gutes Geld! Dieses Szenario scheint mir mehr Realität zu haben, als die Aufrechterhaltung des bisherigen CS Konzepts. Die Credit Suisse wird nie eine Goldman, Sachs oder JP Morgan Chase. Im Konzept von Herr B. scheint mehr Realität zu stecken als im Konzept von TT mit seinem Blindgänger Ostasien.

  12. Ja ja lieber Herr Böhli, sich als Robin Hood darstellen aber als Gordon Gecko agieren…

    Da die CS jedoch von mehreren Geckos verschlungen wird stehen die Chancen demnächst vermutlich bei 50%!

  13. Wäre es nicht ein mutiger Schritt seitens des Managements der CS zu diesen Aufteilung-Rumors eine Stellungsnahme abzugeben?

  14. Rudolf Bohli will nur eines: Kohle machen. Jedenfalls würde ihm die Aufteilung der CS Millionen einbringen. Hoffentlich lehnt die Bank die Pläne des Aggressors ab. Geldgier verträgt sich mit Wirtschaft nicht.

  15. Das so kleine Ebnerlein
    gibt allen den Anschein:
    Credit Suisse entzücken,
    alles auseinanderpflücken.

    Bevor die Bombe platzt,
    am Banken – Paradeplatz:
    sei der Dampf verflogen,
    geglättet die kleinen Wogen.

    So lasst uns kurz resümieren:
    Es wird gar nichts passieren,
    die Gefolgschaft aussen vorn:
    Der Ruedi hatte seinen Porn . 🙂

    • Hallo Optima Ratio-Fideli,

      Sehr gut! Mir gefällt Ihre Bankenlyrik.

      Grüsse aus Holland,
      Kiki

  16. „I sink Credit Suisse will sink that there was a lot of hot air in se room after si interview, right?“

    Ach Lukas, das Interview grenzt an Leichenschändung. Schäm Dich!

    Rohner must be laughing his smelly pants off – and his white vest.

  17. Interessantes Interview, right. Schauen, right, was CS Kurs macht, right. Werde vielleicht, right, etwas kaufen, right. Ruedi, bitte, right, gewöhne dir dieses Stopwort ab, right! Richtig eingesetzt, right, mag es professionell wirken, right, aber so wie wir es einsetzen, right, kann man sich nicht mal mehr auf das Interview einsetzen, right!

    Good luck Ruedi, Right!

    • I ran it through google translate, here it is in Swiss German:

      Interessantes Interview, oder. Schauen, oder, was CS Kurs macht, oder. Werde vielleicht, oder, etwas kaufen, oder. Ruedi, bitte, oder, gewöhne dir dieses Stopwort ab, oder! Richtig eingesetzt, right, mag es professionell wirken, oder, aber so wie wir es einsetzen, oder, kann man sich nicht mal mehr auf das Interview einsetzen, oder?