CS stellt Geliebte des Angreifers frei

Krimi im Gross-Fight: Bank stösst auf Lover von Gael de Boissard – Ex-Topmann will CS aufspalten – Die Managerin soll Leck sein.

Der Kampf um die Credit Suisse wird zum Thriller. Gestern hat die Schweizer Grossbank eine langjährige Direktorin per sofort abgesetzt und freigestellt.

Diese hat bei „Einvernahmen“ zugegeben, mit Ex-CS-Trader Gael de Boissard ein Verhältnis zu haben, sagt eine Quelle. De Boissard will die CS dreiteilen und so ihren Wert verdoppeln.

Die CS-Ermittler stiessen auf K.S., nachdem sie durch Details in der Presse hellhörig geworden waren. Die Financial Times und später Reuters publizierten Zahlen, die nur von der CS stammen konnten.

Am Donnerstag schlugen die CS-Jäger zu. In New York nahmen sie K.S. in die Zange. Die junge Frau bestätigte darauf ein intimes Verhältnis zum Franzosen Gael de Boissard.

Die CS vermutete darauf, dass K.S. bei den geheimen Informationen eine entscheidende Rolle gespielt habe. Die Frau war als Spezialistin nah an wichtigem Zahlenmaterial dran. Sie war involviert in strategische Projekte.

Die CS hatte die Aufteilung in eine Investmentbank, eine Schweizer Universalbank mit Private Banking und in ein Assetmanagement intern ebenfalls geprüft.

Die Bank gab ihren einzelnen Teilen Werte. Gestern nun zitierte Reuters aus einer Präsentation. Die Investmentbank in London oder New York käme auf 16 Milliarden, das Assetmanagement auf 7.

Der grosse Rest würde auf die Schweiz und das weltweite Private Banking fallen. Insgesamt käme die CS auf 80 Milliarden Börsenwert, gegenüber rund 40 Milliarden heute.

Die Werte waren offenbar präzis. Laut der CS-Quelle mussten sie von intern stammen.

Die erwähnte Präsentation dürfte heute an der grossen JP Morgan-Konferenz namens „Robin Hood“ vorgestellt werden. Reden wird der Schweizer Rudolf Bohli, de Boissards Partner gegen die CS.

De Boissard war bis 2015 einer der grossen Stars im Investment Banking des Schweizer Finanzmultis. Von London aus leitete der belesene Banker das weltweite Zinsengeschäft.

Als Tidjane Thiam das Ruder übernahm, verlor de Boissard seinen Job. Wenig später kam es zum öffentlichen Showdown. Die CS vollzog im Zinsengeschäft eine scharfe Wende mit Verlusten.

Gael de Boissard stand als Verantwortlicher da. In der angelsächsischen Finanzpresse drehte er den Spiess um und schoss auf die neuen CS-Chefs.

De Boissard hätte somit eine Rechnung offen mit Thiam & Co. Ob er deshalb zusammen mit seinem Partner Rudolf Bohli die CS angreift, ist offen.

Sicher ist, dass die grossen Medien und die Mehrheit der Analysten dem Vorhaben wenig Chancen geben. Zu wenig Aktien hätten die Angreifer.

Trotzdem ist die CS nervös. CEO Thiam und seine Verbündeten versuchen, den Angreifern möglichst frühzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen; bevor deren Kritik weitere Kreise erfasst.

Der grösste CS-Investor, der US-Fonds Harris Associates, zeigte sich bereits offen. Einige Punkte von Bohli und de Boissard seien bedenkenswert, wurde Investmentchef David Herro zitiert.

CS-Gesprächspartner waren rasch zur Stelle, um zu betonen, dass die Aussagen nicht korrekt widergegeben worden seien. Insgesamt bleibe der CS-Grossinvestor kritisch gegenüber den Angreifern.

Das Hickhack zeigt, dass der Kampf um die CS voll entbrannt ist. Die Entlassung von Direktorin K.S. ist der jüngste Höhepunkt in der Auseinandersetzung.

Die CS vermutet, dass die Mitarbeiterin, die eine lange Karriere im US-Banking hat, massgeblich beigetragen hat zum Artikel der Financial Times (FT) von Dienstag.

Dieser hatte wie eine Bombe eingeschlagen. Weltweit wurde über die Offensive von Bohli und de Boissard gegen die Nummer 2 des Schweizer Finanzplatzes berichtet.

Ein hoher Ex-Banker der CS sagt, die FT sei schon immer gegen die beiden Schweizer Grossbanken eingestellt gewesen. Dahinter stünde der Wettbewerb zwischen den helvetischen und den englischen Finanzmultis.

Die FT würde Partei für die Londoner Grossbanken nehmen und sich deshalb gegen die „Eindringlinge“ aus Zürich stellen.

Die Angreifer de Boissard und Bohli müssten rasch mehr Investoren für ihre Offensive gewinnen, lautet der hiesige Tenor.

„Ohne starke Unterstützung  grosser institutioneller Investoren ist der Sturm auf die CS aussichtslos“, schreibt heute Dirk Schütz von der „Bilanz“.

Doch nur ein „französischer Ex-CS-Mann, der noch eine offene Rechnung hat, aber kaum Kapital“, stehe Bohli bei.

Chancenlos? Die CS-Fahndung gegen „Verräter“ signalisiert anderes.

Furcht.

Kommentare

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  1. Die Story heute im Blick: eine Schande für den Journalismus! Die Banken haben die Presse unterwandert. Da schafft es ein Führungteam (TT und die weisse Weste) mitten und einem Börsenboom 40 Prozent Kursverlust zu erreichen. Sahnt hemmungslos über Boni ab. Finanziert der Ehefrau ein Festival. Ist in den Moçambique Fall involviert undsoweiter undsofort.
    Und die Journaille entblödet sich nicht, den Kritiker auf das primitivste anzugreifen.

    • @Die Schweizer Presse

      Der nicht ganz trinkfeste Bohli hat bisher aber weder das „CS-Führungsteam“ noch dessen „hemmungslose Boni“ kritisiert – im Gegenteil (siehe TA-Interview). Auch zur hochkriminellen Moçambique-Affaire hat er sich nirgends geäussert.

      Die Blick-Story ist also ganz ok.
      Es wäre sinnvoller, der gelernte Elektro-„Inschenör“ Bohli würde sich bei den Werken am Zürichsee AG, Küsnacht, um einen Job bewerben, statt das Geld seiner (PK-?)Anleger mit „Schwachstrom-Investitionen“ zu verbraten. Oder vielleicht ist bei „T Kirk“ noch ein Raumschiff-Platz frei für ihn.

  2. Ob Marc Faber Recht hatte, mit dem Urteil über Präsidenten-Söhnlein mit möglicherweise gekauften Harvard-Abschluss?
    Hypothese:
    Wieviel wohl Papa mit Volkseigenen Rohstoffen gespendet hat, welche die First Boston vorher rein-gewaschen hat?
    Die haben es sogar geschafft, mein Saldierungsschreiben zu verlauern!

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Diese Affaire ist der BESTE BEWEIS, dass die involvierten Finance-Fachleute JEGLICHE Art der Manipulation von Angestellten, Aktionären und die Öffentlichkeit zu ihrem Nachteil MANIPULIEREN
    und
    Dies ist auch der BEWEIS, dass es „Wistle-Blower“ stets braucht, eben weil die von den Banken bezahlten FINANZAUFSICHT FINMA nichts taugt
    Darum VIELEN DANK an die Informanten und natuerlich an die Journalisten

  4. Die CS war schon immer ein Laden wo man seine Gspänli hochbringen k o n n n t e. Meritokratie? Fehlanzeige!

    Man solltedort mehr Wert auf solide Lebensführung legen und weniger Bedeutung den Bonuszahlungen zumessen.
    Amen.

  5. Wer sich in der Credit Suisse für die Firma einsetzt und nicht für die eigenen Karriere, wird wahnsinnig.

    Einer davon bin ICH

  6. Die Managing Directors und deren Gespielinnen, die aus dem Nichts Director werden….. Ist ja bei weitem nicht der erste Fall. Im Geschäftsbereich “Friedhof“ gab es einen dynamischen MD, nennen wir ihn John Wayne.
    Wiegender Gang, lose Klappe, Schnellschüsse. Genau wie sein Freund und Chef / Chef und Freund.
    Eine Direktunterstellte im Range eines Director plagte Kunden so lange, bis diese sich weigerten, mit ihr Kontakt zu haben. Die Kunden äußerten sich explizit über ihre offensichtliche Inkompetenz! Das hinderte John Wayne aber nicht daran, ihr mehr und mehr lukrative Regionen zuzuhalten. Dabei bestand die einzige Kompetenz in einem unfassbar frechen Mundwerk kombiniert mit grenzenloser Arroganz. Bis allen klar wurde: die beiden stecken wortwörtlich unter derselben Bettdecke. Treiben es die Nacht durch, sitzen dann gemeinsam am nächsten Morgen im selben Meeting, tun so als ob nichts wäre und reißen sich gemeinsam den Bonustopf unter den Nagel.
    Verarschung der Mitarbeiter ist da nur der Vorname.

    Gut, John Wayne hatte ja auch ein großes Vorbild. Der Fisch stinkt eben vom Kopfe her.

  7. Ich lach mich vom Stuhl … so was von Naivität. All die Supermanager und Elitefrauen und Top-Top-Kader kommunizieren ja nicht nur beim Sex im Bett … sonder auch über Goooogle, Tweeeeeeeeets, Lock-Bock und all das Smarte-Spielzeug: Die internen Server- und Computer-Logs sind voll von all diesen Daten und Infos; und jeder Sysadmin hat da seine Tools, die paar Terabytes in ein paar Minuten auszuwerten. Das machen die Amis, die Behörden, die Hacker, die NSA seit Jahren … und wir wundern uns, wenn dann mal solch wichtige Vertraulichkeiten an die Öffentlichkeit kommen?
    Ein schönes smartes Weekend in der perfekten Welt wünsche ich euch!

  8. Na ja intelligent war es noch nie wenn mit dem anderen stark durchbluteten Organ gedacht wurde. Die Scharade ist nun aufgeflogen, nun könnte man doch wieder zum „courant normal“ zurückkehren! Die beiden hatten Ihre Chance und die 7 Sekunden Ruhm und Aufmerksamkeit. Vermutlich einfach ein Sturm im Wasserglas!

    • Bei CS NY ist der Titel AVP inexistent und VP ist ehrenrührig. Wer nicht DIR ist, gilt als dämlicher Handlanger in NY. In der CS NY gibt es übrigens mehrere hundert Managing Directors (MD), die Einkommensmillionäre sind. Mehrere hundert!! Aber niemand muckt auf in der CS Schweiz. Und die AVP lassen sich weiter vögeln in Assessments für ein Butterbrot.
      Nur die Schweizer Deppen lassen sich so über den Tisch ziehen.

    • DRum bin ich nun ein Ex-ZH-Bubi (lass mich nicht lang für dumm verkaufen, was die NY-Grossmäuler drauf haben, schaft bei uns jeder Kantischüler, wenn man ihm ne Million pro Jahr in die Taschen steckt).
      Voraussetzung: Papa ist Milliardär, hat da eine Geschäftsbeziehung, welche man auf Arbeitszeit verwalten kann. Harward-Abschluss wurde vorher gekauft 😉

  9. Wie auch immer diese Sache ausgehen wird; vertrauensbildend für bestehende CS Kunden ist dies nicht und auch nicht gut fürs Neugeschäft.
    Eine Spionin an relevanter Stelle und Zugang zu wichtigen Internas „is not inspiring confidence“!
    Zu vieles ist da faul im Staate Dänemark!

  10. Bisher hatte ich de Boissard fuer intelligent gehalten. Das hat sich nun dramatisch geaendert. Wie bloed kann man sein? Stiftet seine Geliebte an, vertrauliches Zahlenmaterial zu lieferen und es laesst sich offenbar muehelos innerhalb weniger Tage evaluieren, dass die Beiden ein Verthaeltnis haben. Dass sie den Job verliert, duerfte verkraftbar sein, auch wenn Gael “ueber kaum Kapital verfuegt”. Dieser feine Herr hat jahrelang ein Spitzensaelaer abgezockt, dann wurde er unerwuenscht und abserviert. So what, move on! Aber das kann sein Ego natuerlich nicht verkraften. Er will beweisen, dass er doch recht hatte und TT falsch lag. Charakter bei beiden: komplette Fehlanzeige. Und beide entstammen demselben franzoesischen Eliten Filz. Arroganz gepaart mit Gier und Narzissmus. Aber das trifft wohl auf den ganz grossen Teil des CS Top Managements zu.

  11. Das ist mehr als interessant…. und bestätigt nur das Vorhaben!
    Die Frage ist nur: was macht damit CS mit solche Informationen? Es ist klar, was ich schon lange vermutet habe: alles ist möglich! Wir werden in nahe Zukunft auch das erleben: wenn die Strategie wirklich greifen würde, würde man schon heute die Fruchte sehen, das haben wir schon bei UBS beobachtet…. so am ende, auch wenn sie heute den Machtspiel kontrollieren, wer hat am ende gewonnen? Es rumort, ergo passiert etwas… ist nur eine Frage der Zeit….

    • Ja, ja, ergo passiert etwas. Kräht der Bohli auf dem Mist ändert die CS das Business oder es bleibt wie es ist.

  12. Die unzähligen „Harvey Weinsteins“ in der Bankenwelt befürchten,
    dass ihr Tun öffentlich gemacht wird, welches sich jeweils durch alle Arten von „Beförderungen“ von (für das Geschäft!) nicht geeigneten Gschpuusis manivestiert. Je kürzer das Röcklein………..!

  13. Da dürften in den Banken noch einige männliche oder weibliche Zeit (Sex)-Bomben oder Gschpusi mit aktivierten Zünder rumlaufen. Darum mein Vorschlag, alle BankerInnen müssen sich zum Zölibat bekennen und ihre Gelüste in Alkohol oder Koks ertränken/erschniefen sonst geht das „Bankgeheimnis“ noch mehr flöten!.

  14. Die CS in 3 Teile zu verselbständigen und die angepeilten 80 Milliarden rauszuholen, ist nicht mehr realistisch. Es wäre noch vor 2 Jahren möglich gewesen, aber dies wurde verpasst. Wohl hat TT die Amerikaner in New York und London zurückgedrängt, deren Geschäft nie die Ertragsstärke des Schweizer Geschäfts besassen, obwohl die CS nicht diese grossartige Transfer-Maschine von Schweiz nach New York unterhielt wie die UBS, um dort die gefrässige Mäuler zu füttern, die nur Verluste einfuhren.
    Das von TT gehätschelte Ostasien-Geschäft ist ein Blindgänger. Niemand verlangt dort die CS, es sei denn für Geschäfte, die die anderen ihr grosszügig überlassen. Was New York betrifft, ist der CS das US-Eigengewächs weit davongezogen. Vielleicht bekommen sie dort 8 Milliarden von einem Konkurrenten, dann können sie sich noch glücklich schätzen und ihre Eigenmittel schonen.

  15. Bei der Beförderung der doch eher jungen K. S. zum Director dürften deren fachliche Qualifikationen eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Aber Peter Goerke hat ja eindrücklich vorgelebt, nach welchen Kriterien innerhalb der CS junge Damen eine ‚Promotion‘ erfahren.

    • Ach – die Top-Berater von den McGrinsies haben das CV der Dame sicher vor der Beförderung sorgfältig gecheckt und für cool befunden. Somit ist alles mit rechten Dingen vor sich gegangen! :)))))

  16. Ein Haar in der Suppe mißfällt uns sehr,
    selbst wenn es vom Haupt der Geliebten wär.

    Wilhelm Busch
    * 15. April 1832 † 9. Januar 1908

  17. Sehr amüsant die ganze Geschichte. Muss aber gestehen, als CS hätte ich genau gleich reagiert. Wenn Du eine Ratte im Haus hast, müssen die Kammerjäger sie entfernen und das haben sie offenbar erfolgreich getan. Was wohl die Motivationen des Mädchens waren? Geld vermutlich. Ach die Girls in den Banken – Geld verdirbt den Charakter bei vielen.

    • @UBS. Spricht da ein Praktiker? Um was anderes könntes es überhaupt gehen, wenn nicht um Geld und Beziehungen. Das ist Bank. Bereits schon früher so und heute ebenso.