Der Fall Pierin Vincenz

Kapitän vom Finanzplatz: Bin unschuldig – Statt Fakten offen zu legen, klagte er gegen Blog – Hintergründe eines Niedergangs.

Vor 2 Monaten standen hier Pierin Vincenz und seine Zeit als Raiffeisen-Chef im Zentrum. Jetzt hat die Finanzaufsicht Finma ein Verfahren gegen den Bündner eröffnet.

Vincenz sagte gestern Abend, er sei unschuldig. Er habe „potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt“ behandelt.

Eine weisse Weste also. Wer aber wie dieser Blog über seine Vergangenheit schrieb, wurde von Vincenz hart angepackt. Statt Fakten offenzulegen, drohte Vincenz.

Am 4. September, wenige Tage nach Erscheinen der letzten Story zum Thema rund um Zahlungen via Julius Bär, klagten er und der ebenfalls genannte B.S.

Ohne lange zu fackeln, gab der Einzelrichter am Zürcher Handelsgericht Stocker und Vincenz recht. Am 5. September verfügte der Unparteiische die sofortige Löschung des Artikels.

Es folgten Verhandlungen. Vincenz verlangte nun, dass alles zu seiner Vergangenheit, was irgendwie mit den beschriebenen Zahlungen zusammenhing, auszuradieren sei.

Ein halbes Dutzend Artikel von 2016 und 2017 wollte der grosse Mann des Finanzplatzes damit weghaben. Er forderte, dass der Blog nie mehr über ihn rund um die „Themenkreise“ publiziere.

Ein Schreibverbot also zu dem, was ihn allenfalls belasten könnte.

Gleichzeitig trat Vincenz gestern vor die Medien des Landes mit der Aussage, er habe sich nichts vorzuwerfen.

Seine Helvetia-Versicherung, bei der er seit 2000 im VR sitzt und die er seit seinem Ausscheiden bei der Raiffeisen im Oktober 2015 präsidiert, leistete sofort und unmissverständlich Begleitschutz.

„Der Verwaltungsrat sieht keinen Anlass, das Verwaltungsratspräsidium von Herrn Vincenz in Frage zu stellen“, teilte die Firma mit.

Als ob sie sich ihrer Sache doch nicht ganz sicher wäre, schob die Helvetia dann aber einen Nachsatz hinterher. „Helvetia ist von dieser Untersuchung nicht betroffen“, meinte sie vorsichtshalber.

Soviel für den Fall, dass Vincenz seinen Kopf doch nicht zur Schlinge herausziehen kann. Davon wären wir nicht Teil, so die Botschaft des Versicherers, der damit auf Nummer sicher gehen will.

Wie bei allen, die eine Untersuchung am Laufen haben, gilt für Vincenz die Unschuldsvermutung.

Doch der Druck steigt in diesen Tagen massiv. Genau das wollten die beiden mit je einer eigenen 100’000-Franken-Klage mit je einer eigenen teuren Kanzlei verhindern.

Beat Stocker ging besonders weit. Er forderte, dass „sämtliche Texte vollständig zu entfernen“ seien, in denen er genannt würde. Zudem seien „künftig weitere Publikationen“ über ihn „zu unterlassen“.

Die Forderungen von Stocker und Vincenz hätten den Blog faktisch zum Schweigen gezwungen rund um die Affäre, die nun mit Wucht ausgebrochen ist und deren Folgen nicht abschätzbar sind.

Das Total-Verbot mit Ausradierung der Vergangenheit gelang Vincenz und Stocker nicht. Die beiden akzeptierten, dass sämtliche Artikel online blieben ausser jenes Textes, der auf richterliches Geheiss bereits gelöscht war.

Ob dieser Beitrag mittels langwierigen und kostspieligen Prozessierens je wieder hätte publiziert werden können, ist unsicher.

Zusätzlich zu dieser einen Löschung musste sich der Blog verpflichten, gewisse „Sachverhalte“ nicht mehr aufzuwärmen, solange diese auf „Informationen“ aus der Vergangenheit basierten.

Nicht betroffen vom Deal blieb alles Neue wie die jetzt losgegangene Finma-Untersuchung und weiteres, das nun allenfalls noch zutage tritt. Darüber kann Inside Paradeplatz frei berichten.

Die Verhandlungen zwischen dem Medium und den beiden Finanz-Schwergewichten werfen ein Licht auf den Einsatz, um den gespielt wird.

Für Pierin Vincenz und Beat Stocker ging es um viel. Der erste Vorschlag mit dem umfassenden Schreibverbot kam am Freitag vor 4 Wochen. Er wäre die totale Kapitulation gewesen.

Der Gegenvorschlag des Blogs bewirkte zunächst wenig. Vincenz und Stocker beharrten am Samstag, dem 2. Verhandlungstag, auf dem Löschen aller Stories, die ihnen offenbar wehtaten.

Beat Stocker hielt in einer SMS am Samstag fest, dass er effektiv die vollständige Löschung aller je über ihn auf dem Blog erschienenen Artikel zugesichert erhalten wolle.

Dafür würde er auf eine Strafanzeige wegen „Art. 47 Abs. 1 Bst. c“ Bankengesetz verzichten. Die „Vereinbarung“ soll diesbezüglich „glasklar sein“, meinte Stocker. „Im beidseitigen Interesse.“

Löschung gegen Nachsicht.

Es war der entscheidende Moment in den Gesprächen, die zwischen dem Journalisten und dem von Stocker und Vincenz angeheuerten Vermittler liefen.

Hier waren S. und Vincenz, die wegen Transaktionen, die nun möglicherweise Teil der Finma-Ermittlungen bilden, sich bedrängt fühlten und den Deckel darauf drücken wollten.

Da der Journalist, der sein Recht auf Schreiben nicht hergeben wollte.

Es ging ums Ganze. Schliesslich kam der Durchbruch. Der Blog blieb frei mit Schreiben, aber nicht mehr auf der Basis des bereits Berichteten, sondern nur auf Basis von neuen Erkenntnissen.

Diese jagen sich täglich. Während die grosse Medienwelt heute die „Paradise Papers“ ausleuchtet, gerät die Welt des bis vor kurzem allmächtig scheinenden Pierin Vincenz aus den Fugen.

Die SonntagsZeitung hatte für den Dammbruch gesorgt. „Etwa ob es Interessenkonflikte gab, allenfalls Frontrunning“, schrieb sie vor Wochenfrist.

Und weiter: „Frontrunning heisst, dass jemand, der wusste, dass Raiffeisen eine Firma kaufen will, sich im Voraus an dem Unternehmen beteiligte in der Hoffnung, aus der Übernahme einen Gewinn zu erzielen.“

Schliesslich: „Es gab auch Spesenrechnungen von über 1000 Franken, die für Aufsehen sorgten.“

Der Artikel der SonntagsZeitung schlug ein wie eine Bombe. Pierin Vincenz versuchte noch, den Schaden zu begrenzen.

Gegenüber der Zeitung betonte er, dass „das Verfahren sich nicht gegen ihn selber oder seine Frau“ richten würde, sondern gegen die Bank.

Die Aussage hatte eine Verfallszeit von drei Tagen. Am vergangenen Mittwoch liess die Finma den Ex-Raiffeisen-CEO wissen, dass auch gegen ihn persönlich ein Enforcement-Verfahren laufe.

Vincenz Frau ist nicht mehr oberste Rechtschefin der Raiffeisen. Sie hatte viele Deals ihres Manns wie den Kauf der Wegelin und den Aufbau einer Asset-Management-Gruppe für gut befunden.

Am Freitag traf sich der Verwaltungsrat der Raiffeisen zu einer Sitzung mit der Geschäftsleitung. Laut einer Quelle herrschte grosse Nervosität.

10 Jahre, nachdem der grosse Marcel Ospel bei der UBS begann, vom Thron zu fallen, trifft es nun möglicherweise einen anderen vermeintlichen Untouchable.

Einer, der selbst jetzt, da er fällt, droht und drückt.

Kommentare

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  1. Pierin Vincenz‘ s Verfehlungsliste:
    -PV hat beim Wegelin Deal seinem Busenfreund und Nachbar Hummler (NZZ VR) ca. 350 Mio zu viel bezahlt. Wohl kaum gratis…!
    -PV hat dem Noname von Schoch/Leontech aus dem Nichts zum Toprating verholfen. Wohl kaum gratis…! Wieso sind eigentlich Helvetia und Raiffeisen die wichtigsten (fast einzigen!) Kunden von Leonteq? Diese Verträge würden nicht nur mich interessieren. Dealmaker PV. Wohl kaum gratis…!
    -Wer verdient denn eigentlich beim Avalog Deal alles mit. Dealmaket PV! Wohl kaum
    gratis…!
    -Wieso wurden so viele Kleinfirmen und deren PV Freunde über Nacht zu Millionären? Dealmaker PV. Wohl kaum gratis…!
    -Wie ist es möglich, dass PV’s Frau am Frühstückstisch als Mitverantwortliche der Raiffeisen Rechtsabteilung alle Deals von PV durchgewunken hat?
    Wohl kaum gratis…!
    -Die Schäden der Reiffeisen aus den PV Deals Wegelin/Notenstein, Leonteq, investnet, Asset Manager Boutique Desaster, Avalog, Hunderttausende für Privatjets und Parties mit seinen Freunden/Profiteuren, und und… dürften im Bereich von 500 Mio liegen. Reputationsschäxen bei Raiffeisen und Helvetia nicht eingerechnet! Nur PV und seine Kumpels haben davon profitiert!
    -Das weiss aber jeder im Lande und lange konnte PV dank dem CVP Filz und den vielen Günstlingen als ANGESTELLTER von Raiffeisen schalten und Walten wie ein Diktator.
    -Aber auch Manipulator und Diktator PV wird nun hoffentlich doch noch zur Rechenschaft gezogen. Schauen wir mal. Lukas Hässig gebührt dabei auf jeden Fall der Robin Hood Status! Und ich denke der weiss noch viel mehr als dass er sich zu schreiben wagt…!
    Viva la Grischa!

  2. @ GegiPfister: da haben Sie nicht unrecht mit der Gier. Das lässt nicht nur einen kritischen Blick auf die Ausbildung sondern – fast mehr – auf den Charakter zu.
    Doch sonderbar von den 2 Herren: scheinbar macht ihnen das im Blog geschriebene Sorgen und macht sie nervös. Hätte man eine saubere Weste würde ihr Verhalten anders aussehen.
    Ganz allgemein: was ist los mit diesen Leuten in den Teppichetagen? Scheinbar sind einige von diesen einfach nicht lernfähig.

  3. Ich hoffe doch sehr, dass die FINMA auch die Machenschaften von P. Vinzenz und Beat Stocker bei der Aduno Gruppe untersuchen. Gerade dort funktionierte das „Insider“-Geschäft (sich zuerst an einer Gesellschaft privat beteiligen, dann über Aduno kaufen, abkassieren) ja vorzüglich. Die GL und der CFO wurden dort ja über Jahre mehr als fürstlich entlöhnt und beteiligt, während bei einer UBS, CS oder Cornèr Card das Kartengeschäft wie eine Backoffice-Einheit geführt und entlöhnt wurde. Nur schon das kostete die Aktionäre mehrere Mio. an entgangenen Dividenden. PV und BS sind schamlose Abzocker und gehören vom Finanzplatz ausgemustert.

    • Würde man neben PV und BS auch die unzähligen anderen Abzocker endlich stillegen, wäre der Finanzplatz wohl leer!

  4. Wollen wir mal die FINMA prüfen lassen, bevor weiter in Unkenntnis der Sachlage viel Unsinn geschrieben wird. Ich bin sehr froh, engagieren sich in unserem Land noch starke „Macher“ und erreichen bedeutende Leistungen. Davon profitiert unsere Wirtschaft. Dass hie und da Misserfolge eintreten gehört doch dazu. Es gehört offenbar auch dazu, dass sich dann jeweils eine Vielzahl erfolgloser „Trittbrettfahrer“ wie Hyänen über solche Vorkommnisse stürzen. Heben wir uns doch ab und kommentieren mit Stil und Klasse!

    • Um Misserfolge geht es hier nicht. Zumindest nicht direkt.

      Es geht hier darum, dass Vincenz – wie viele andere – angefangen hat sich für einen Sonnengott zu halten, der agieren kann, wie es ihm in den Kram passt. Die FINMA prüft entsprechend nicht, ob er sich Fehlinvestitionen geleistet hat. Sondern ob er gegen Gesetze verstossen hat.

      Und was das angeht wird es tatsächlich Zeit, dass die FINMA ihrem Aufrtag nachkommt. Nicht nur bei Vincenz.

  5. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht..
    Für Vincenz gilt: Zu viel ist noch immer viel zu wenig: Siehe Helvetia-Präsidium und vieles mehr..

    Finma: Vincenz, na e n d l i c h !!

  6. Für alle LH-Hasser vorneweg: ich schätze seinen Blog, auch wenn nicht jeder einzelne Beitrag ein Goldstück ist. Aber insgesamt ist der Blog gut und darum wichtig.
    Und nun zum Maulkorbtrick: Das Zürcher Handelsgericht ist nicht „wirtschaftsfreundlich“, es ist schlicht parteiisch zugunsten des Geldadels. Bei praktisch jeder Klage wird die Gegenpartei vom Richter angehalten, sich mit dem Geldadel zu vergleichen. Wenn nicht sicher ist, dass das funktionieren wird, verfügt das Gericht, dass der Streitwert zum Beispiel fünfmal höher sei, als der Kläger geltendmachte. (Schon nach Eingang der Klage will der Richter also wissen, dass der Kläger viel mehr zugut hat, als dieser selbst will.) Das ist natürlich Unsinn, hat aber den Effekt, dass die Gerichtskosten und die Anwaltshonorare in die Höhe schnellen.
    Wer in den Vergleichsverhandlungen nur ein bisschen hinhört, merkt schnell, dass er – wenn er nicht zum Geldadel gehört – im Prozess kaum Chancen haben wird. Darum heisst es immer wieder, wer vor Handelsgericht streiten wolle, müsse von vorneherein bereit sein, vor Bundesgericht zu gehen. Denn dort kann man gute Chancen haben. Immer wieder werden dort Urteile mit zum Teil harschen Begründungen gekehrt.
    Das Handelsgericht hat jahrelang in der Kritik gestanden, nicht nur, weil seine Richter einseitig enscheiden, sondern besonders, weil sie einseitig gewählt werden.

  7. Die Penner bei der #FINMA reagieren wie üblich spät…

    die Frage ist einmal mehr welche Interessenkonflikte bei der FINMA selber bestehen?

  8. Heute der erste Rücktritt („vorgezogene Pensionierung“) aus der Geschäftsleitung (Zoller, Finanzchef). Hat selbstverständlich rein gar nichts mit den aktuellen Ermittlungen zu tun, ein reiner Zufall. Auch der Umbau mit dem neuen Departement Risiko hat natürlich nichts damit zu tun – das war natürlich schon ewig geplant.
    Mal sehen, wie viele weitere „freiwillige Rücktritte“, „MBA Weiterbildungen“ und „längst geplante Umstrukturierungen“ es in den nächsten paar Wochen noch geben wird.

  9. Ausgerechnet Vincenz, einer der mediengeilsten CEOs der Schweiz, versucht Medien mundtot zu machen und mit irgendwelchen Winkeladvokaten zu bedrohen.
    Er muss wirklich verzweifelt sein.

  10. Vincenz bekommt seine Taschen auch nie voll. Dass die Genossenschafts-Raiffeisenbänkli sich kostenbewusst verhalten, ist OK und zeugt von Bodenhaftung. Aber dass ihr oberster Chef derartige Lohnsummen kassiert und Interessenkonflikte bewusst eingegangen ist, zeugt von Geldgier. Es ist Zeit, dass ihm die Behörden und die FINMA ein wenig in die Zange nehmen.

    • „Ein wenig in die Zange nehmen“

      Dieser unbelehrbare, giergetriebene Typus einer „one man show“ braucht viel eher die Daumenschrauben.

      Am hinterlassenen (finanziellen) Chaos wird die Raiffeisen-Genossenschaft noch viele Jahre zu Kauen haben.

  11. Eigentlich ist diese eine „Bagatelle“ Ereigniss, auch wenn relevant sein kann!
    Paradise Papers und die anderen nocht versteckte, aber eigentlich bekannten Papers sind eigentlich die Zeitbombemben auch für die Schweiz… ich habe mit Interesse gelesen bei noch seriöse Zeitung, wie ein Schweizer sebst ernannte Philantrop ein Franken gibt und zwei zurückbekommt! Ein afrikanische Land, sehr Arm braucht alles aber sicher nicht eine IB! Ich bin empört und als eine der grosste Philantrop in diesen Welt auch entäuscht, wie Philantrophie für andere Zwecke ausgenützt werden kannn… aber weiterhin kämpfe ich für die „wahre“ 1 % Elite, die auch diese Welt retten werden…
    Wir schreiben keine Ethiks Bücher, wie diese Person oder anderen mit schlechten Gewissen, aber unsere Tätigkeit sind Nachhaltig und langfristig gedacht! Wir werden gewinnen, garantiert.

    • @Orakulum:
      Die Grippe soll dieses Jahr besonders gefährlich sein…sie bringe Gedanken durcheinander, so they say…

    • Ich möchte auch nicht in einem „elitären“ Club dabei sein, welcher 80’000’000 Mio. Mitglieder hat (1% von 8 Mrd.)
      Ja gut, in China mag das vielleicht noch als elitär gelten.

  12. Es bleibt nichts verborgen, das nicht ans Licht kommen soll.
    Alle Verfehlungen kommen irgendwann zum Vorschein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Aber hochgejubelt sind sie immer geworden.

  13. Ist logisch, dass gewissen Leuten die Pressefreiheit nicht in den Kram passt. Die Paradise Papers zeigen schön auf, dass Otto Normalverbraucher und der Staat nach Strich und Faden verarscht werden. Die Annehmlichkeiten, die Infrastruktur und die politische Stabilität mit Rechtssicherheit konsumiert man, den Beitrag will man aber nicht leisten – bezogen auf die Paradise Papers.

  14. Wo bleiben eigentlich die klugen Weisheiten zum Thema von Vreni-SG und von Zampano, die wahrscheinlich ein und dieselbe Person sind?

  15. Diese Medienmitteilung erscheint vielleicht auch in anderem Licht:
    Raiffeisen hat die Beteiligung an der Helvetia Holding AG verkauft
    St.Gallen, 15. September 2017.
    „Raiffeisen hat ihre ganze 4%-Beteiligung an der Helvetia Holding AG in einem Accelerated-Bookbuilding-Verfahren zu einem Preis von CHF 513.40 verkauft. Mit der Veräusserung ihrer Kapitalbeteiligung scheidet Raiffeisen aus dem Aktionärspool mit der Patria Genossenschaft aus.“
    Trotzdem schön: PV wird bei Verletzung der Konvention die Heilsarmee berücksichtigen. Als Gesangsdank: Junge komm bald wieder.

    • Raiffeisen hat (leider erst spät) erkannt, dass man besser die Finger von den Unternehmen lässt, in denen PV seine Finger drin hat. Ich kann nur allen empfehlen, einen grossen Bogen um Helvetia zu machen. Eines scheint klar: PV wird alles versuchen, dass die vereinnahmten Prämienfranken in seinem Portemonnaie Nachhall finden.

    • habe gehört, dass Helvetia an ihre Versicherungs-Kunden welche ihr durch Raiffeisen zugeführt wurden (zuerst also Raiffeisenkunden) Angebote für eine Hypothek bei Helvetia gemacht hat… selbstverständlich wurden potentielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt… dies gilt ebenfalls für die Mehrheitsbeteiligung an MoneyPark durch Helvetia welche ja ebenfalls zur Stärkung des Helvetia Kerngeschäftest getätigt wurde…

  16. Die Schweiz wird wohl 1-2 zum Fall verurteilte Könige verkraften müssen.
    Die Zeit scheint reif für Offenlegungen:
    – 11 saudi-arabische Prinzen und etliche Regierungsminister festgenommen
    – Paradise Papers zu Offshore-leaks (13,4 Mio. Dokumente & 1,4 Terabyte Umfang)
    – Wilbur Ross (heute Minister in der Trump Administration) verkauft Gas an Russland, etc. etc.

    LH ist nicht zu unterschätzen!

  17. Das haben die Rechtsanwälte aber schlau eingefädelt: Wer am Zürcher Handelsgericht prozessiert, weiss, dass das Urteil nur ans Bundesgericht weitergezogen werden kann. Angesichts der ausgesprochenen Wirtschaftsfreundlichkeit des Handelsgericht wird daraus rasch eine sehr kostspielige Angelegenheit, die für den kleinen Blog Insideparadeplatz vermutlich nicht verkraftbar wäre. Bedenklich, dass dieser Einzelrichter, dazu noch Mitglied der SP, für diese knüppeldicke Maulkorb-Strategie willfährig Hand bot.

    • Am Handelsgericht Zürich ist ja auch ein gewisser Othmar Strasser aktiv. Der HSG-Dozent hat ausgerechnet Aufsätze zu Themen wie „Ethik“, „Compliance“ und „Whistleblowing“ verfasst.

      Sein alter Kumpel aus ZKB-Zeiten, Kurt Langhard, sitzt heute in der Kanzlei Roesle Frick & Partner, die sich sehr einsetzt(e) für die verschiedenen Probleme der Bank Bär (Fifa-Granden u.a.) und weitere lustige Mandate (z.B. Ipco, Swissair-Liegenschaften, Sal. Oppenheim).
      Bis vor kurzem erwarb sich ja Bruno Frick grosse Verdienste als Finma-VR.

      Ist wohl Zeit für ein Crowdfunding zugunsten LH.
      „It is a small (and very shitty) world.“

    • @revisor x:
      aber nicht über wemakeit, sondern wenn möglich über eine plattform, die sich nicht den ersten, geringsten druckversuchen beugt…!

  18. Man kann von Insideparadeplatz halten was man will, aber er ist der einzige Blog, der investigativen Journalismus betreibt. Kein anderes Medium, v.a. kein traditionelles wie NZZ, Tagesanzeiger, die obsolete SRF, etc., greifen diese heisse Themen auf. Ein grosses Dankeschön Herr Hässig. Denn dieser Finanzplatz strotz nur so von aufgeblasenen Egos, die meinen, sie stünden über dem Gesetz. Aber wie schon Ikarus oder Christian Norgren, sie alle werden von der Erdanziehungskraft herunter geholt, früher oder später. Bescheissen, betrügen, etc. lohnt sich nicht, das lernt man schon in der Kinderstube, wenn man denn eine durchlaufen hat.
    Sicherlich, im Moment gilt noch die Unschuldsvermutung. Nur, die schläfrige FINMA wird sich ja nicht auf die Äste rauslassen, wenn da nicht etwas stark am Brodeln ist.
    Persönlich bin ich immer gut gefahren, mich nie ins Bett zu legen, wo z.B. PV (oder einer seiner Adlaten) mitmischt. Keine Geschäftsbeziehung zu Raiffeisen, keine zu Helvetia, keine Aktie von Leonteq, keine Beziehung zu Investnet.net, wo die ganze Raiffeisencrew im VR sitzt, etc. Gleichzeitig rate ich allen ab, dort Geschäft zu tätigen. Simple as that.
    Und jetzt schauen wir mal, was rauskommt. PV auf jeden Fall ist sicherlich bei keiner Organisation mehr haltbar.

    • Kann es sein, dass über die ganzen letzten Jahre nur Vontobel und IP dem grossen PV öffentlich die Stirn geboten haben? Vor Beiden ziehe ich meinen Hut.

  19. Schweigeforderungen und Drohungen gegen IP? Wie kommt PV auf die Idee, dass sein Diktatorgehabe, das er bei Raiffeisen pflegte, in der richtigen Welt – allen voran im Journalismus – funktionieren sollte?
    Macht mir den Eindruck, als ob der gute Mann sämtlichen Bezug zur Realität verloren hat.

  20. PV hat immer wieder lauthals in allen Medien die Abschaffung des Bankkundengeheimnisses gefordert. Heute wäre er wohl froh, wenn das Finma Enforcement gegen seine Person unter dem Deckel der Geheimhaltung erfolgt wäre.
    Meine Geschäftsbeziehungen mit der Helvetia werde ich beendigen, wenn dort nicht bald eine Änderung an der Spitze des VR erfolgt.

    • Beim Bankkundengeheimnis war PV der willfährige Zudiener der durch Kollegen-Verrat ins Amt gekommenen BRätin Eveline Widmer-Schlumpf. Alte Seilschaften in GR haben sie zusammen geschweisst. PVs Vater hatte schon eine Affäre wegen Provisionen. Er war SR wie sein sehr guter Kollege, der nachmalige BR Leon Schlumpf. Seine Tochter Eveline Widmer-Schlumpf wollte die Abschaffung des Bankkundengeheimnisses und zudem wollte sie den Bargeldverkehr unterbinden. Obwohl bei der BDP, war sie eine echte Linke im Geist, gab sich aber als „bürgerlich“ aus. Und gewisse nutzniessende Bürgerliche glaubten es gerne, um in ihrem Gnadenlicht stehen zu können mit entsprechenden Folgen.

  21. Ok, immerhin in „dubio, pro reo“. Aber es gilt immer: wo Rauch gibt, gibt auch Feuer.
    Wir verstehen nicht, wieso die Konzentration von solche Fälle so hoch sind gerade in Finanzbranche, wo sowieso kann man Geld von nichts machen…
    Wir erwarten, dass vor allem Raiffeisen Bank, die einmal ein GB Vertreter als “ Bauer Bank“ dummerweise bezeichnet hat…. sich sehr Fair und Ehrlich verhalten, da eben Bauern sind Ehrlich und Glaubwürdig. Sonst wird auch den letzten sehr kleine Vertrauen in Finanzsektor wegfallen… und wir werden anfangen mehr Roboter und Kunstliche Intelligenz anzuvertrauen, da diese wenn gut programmiert sind, bleiben auch an „Werte“ treu. So, erwarten wir von Raiffeisen, FINMA und auch PV volle Transparenz und offenheit. Eine Gesetzt kann weder falsche oder unwahre Fakten decken, wie vielleicht viele glauben oder eben und Bankgeheimnis geglaubt haben! Viel Erfolg.

    • Schwierige Gedankengänge vom selbsternannten Psychologen………..gar nicht leserfreundlich dazu.

      Musste aber zumindest ungläubig Lachen über die Aussage der ehrlichen und glaubwürdigen Bauern.

    • 😬😬😬Empfehlung:,Deutschkurs bei Migros besuchen! Dieses Kauderwelsch ist auch für RätoRomanen total unverständlich . Oder noch besser Mund halten, wenn nur Quatsch hervor quillt. 😬

    • „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich noch nicht ganz sicher.“
      Albert Einstein

      Tja, wahrscheinlich haben sie recht: sollte man auch chinesisch können… das kann ich gut bei Migrosschule haben, aber um die Intelligenz zu erhöhen, habe ich leider keine einfache Lösung!
      Dankbar muss sein, ich bin Dankbar für meine Intuition…

  22. Hässig thematisiert die Problematik seit langem. Die FINMA, welche per Auftrag dazu verpflichtet ist, hat bis jetzt (seit 1999!!) gesch…..
    Es wäre nun mal an der Zeit, die FINMA resp. deren Gebaren genauer unter die Lupe zu nehmen. Da ist viel Fleisch am Knochen!

    • Die FINMA und deren Gebaren unter die Lupe nehmen… ein interessanter Ansatz.. z.B. wenn es um Interessenkonflikte geht… erst recht um die FINMA-eigenen Interessenkonflikte z.B. bei Liquidationen von bewilligten Instituten wo bereits bei Bewilligungen gemauschelt wurde… Falschauskünfte an Fragesteller und Lügengeschichten in den Medien verbreitet wurden… Notabene alles zu Lasten derjenigen deren Interesse die FINMA zu vertreten hätte, statt diese billig zu verkaufen. Aber was so Eigeninteressen und Filz bewirken….

      kann man aktuell auch im Falle Amvac / UBS / FINMA beobachten… Komplettversagen der Grossbank und Aufsicht, scheinbar Interessenkonflikte UBS / FINMA und bereits haben Investoren noch zum Zeitpunkt von konkreten und seriösen Hinweisen durch Schlamperei bei UBS-internen und FINMA-externen Kontrollen zig Millionen in den Sand gesetzt. Auch hier ein Systemproblem wenn die FINMA unter Direktor Mark Branson Partei in der Liquidation ist, parallel selber bei der Aufsicht pfuschte und Interessenkonflikte bestehen. Um mit weisser Weste aus der Geschichte zu kommen, ‚dealt‘ man mit der ebenfalls involvierten Grossbank UBS zu Lasten der Gläubiger, also ausgerechnet dem Schwächsten, dessen Interesse man eigentlich zu vertreten hätte (zumindest so lange bis Eigeninteressen / Interessenkonflikte ein Abwägen verlangen).

      Was aber der FINMA gelegen kommen dürfte, man kann wieder etwas von anderen heiklen Fällen ablenken und FINMA-Direktor Branson bereitet wohl schon den nächsten grossen Medienauftritt vor um aufzuzeigen wie ernst es der FINMA ist „schwarze Schafe“ zu eliminieren.

  23. You can shine your shoes and wear a suit
    you can comb your hair and look quite cute
    you can hide your face behind a smile
    one thing you can’t hide
    is when you’re crippled inside

    You can wear a mask and paint your face
    you can call yourself the human race
    you can wear a collar and a tie
    one thing you can’t hide
    is when you’re crippled inside

    You can live a lie until you die
    one thing you can’t hide
    is when you’re crippled inside

    We know what you’ve been doing –
    Yours, John

  24. Einer der wirklich wenigen professionellen investigativen Wirtschafts Journalisten der Schweiz !! Mit einem enormen Netzwerk an Quellmaterial Lieferanten.Standhaft, unerschrocken und fleissig ohne Ende !! Weiter so! Eine Kritik bleibt: auch mal zu hervorragenden Leistungen von Paradeplatz Firmen zur Feder greifen. Damit wuerden jenen, welche LH der dauernden negativen Darstellung von problematischen Sachverhalte kritisieren – diese sind in Tat und Wahrheit nicht immer derart schwarzmalerisch anzusehen – den Wind aus den Segeln nehmen. Investigativ aktiv sein auch im positiven Sinne !

  25. Schade wurden die Namen der klagenden Rechtsanwälte eingeschwärzt.

    Ein uralter Trick, unter dem Vorwand einer angeblichen Bankgeheimnisverletzung, ein mutmasslich verwerfliches, möglicherweise sogar kriminelles Geschäftsgeheimnis unter dem Deckel halten zu wollen.

    Chefredaktor Arthur Rutishauser hatte ja seinerzeit auch aufgedeckt, dass die (in der Zwischenzeit teilweise mit FINMA-Berufsverbot belegten) ehemaligen BKB Gewährsträger (neben dem immer wieder erwähnten Herrn Waespi gibt es auch noch andere…) von Homburger falsch beraten wurden.

  26. Ich verstehe Pierin Vincenz, auch wenn ich nicht zu seinen Freunden zähle. Was Lukas Hässig auf seinem Blog gegen ihn verbreitet, ist diffamierend, journalistisch nicht fair, ja sogar faktengebogen. Trotz Meinungsfreiheit ist es in der Schweiz glücklicherweise noch nicht erlaubt, dauernd Gülle auf Personen auszuschütten. Lukas Hässig ist unerträglich.

    • Gibt es denn IRGENDETWAS, was nicht stimmt?
      Meine Erfahrung mit IP ist: die Realität ist meist nochmals deutlich schlimmer. Herr Haessig ist ausgesprochen zurückhaltend und macht mit beim Täterschutz. Einfach etwas weniger als andere Journalisten.

    • Wer, ja wer sonst deckt den Müll unserer korrupten Finanzwelt auf? LH oder wer? Unsere Finanzwelt braucht Kritiker, die etwas von der Materie verstehen. LH ist das Markenzeichen dazu.

  27. Frage: Wie lange kann sich HELVETIA einen solch öffentlich demontierten und bald demolierten Verwaltungsratspräsidenten noch leisten?

    • @Peperoni
      Danke für die prompte Antwort! Ja, die Schlinge zieht ich für Pierin Vincenz dramatisch rasant zu. Es stellt sich schon die Frage, auf welches Geheiss die „Pressestelle“ der HELVETIA einen derart unüberlegten, etwas gar dümmlichen „Freipass“ ausstellen musste…

  28. Da können alle Hässig Hater sagen was sie wollen, ohne diesen Blog hier würde all dieser Mist unter den Teppich gekehrt. Bravo LH, de facto einer der wichtigsten Journis im Lande meiner Meinung nach, nicht gekauft wie der Rest des Packs.

  29. Vor kurzem meinte Raiffeisen, die Finma-Untersuchung hätte nichts mit Vinzenz zu tun. Und schon ist es anders! Wie sehen die denn aus???
    Und Helvetia … Wie kurzsichtig/dumm darf man sein, jemanden als VRP zu holen über den seit Jahren so viele Geschichten kursieren?
    Wäre ich so dämlich, dort versichert zu sein, wäre spätestens jetzt ein Grund, alles zu überdenken.

    • Tja, offenbar ist der Dummheit keine Grenze gesetzt. Des weiteren können diese elitären Möchtegerne gar keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, auch wenn sie dies auch noch so schön immer wieder sagen, ‚Ich übernehme die Verantwortung und trete zurück‘. Für mich ist auch offensichtlich das solche Leute die Pressefreiheit abschaffen wollen.

  30. jETZT FRAGE ICH DICH, SEHR GEEHRTE HELVETIA:
    „WAS MACHST DU NUR MIT DIESEM MANN AUS RÄTIA.“

    PS:
    Sind in St. Gallen genügend Weisse Westen vorrätig ?
    Oder bleibt ihr – trotz allem – einmal mehr schön untätig ?

    • Der Örs vom Paradeplatz hat sonst sicher noch einige vorrätig …

  31. PV wurde wie viele andere Topbanker nach anfänglichem Erfolg abgehoben und gierig, wie sein übertriebener Ausbau des Filialnetzes oder die überteuerte Uebernahme der Bank Wegelin/ Notenstein aufzeigt. Zugleich erhöhten sich seine Vergütungen zusehends. Auch die Beteiligung an der Leonteq, wo er sich als VRP das Honorar sofort verdoppelte, obwohl unter seiner Führung der Aktienkurs kollabierte, spricht nicht für ihn. Man kann nur hoffen, dass er möglichst bald bei der Helvetia als VRP entlassen wird, denn auch hier liegt seit Stellenantritt ein Malus auf der Aktie. Auf solche Spitzenmanager, die ihr eigenes Wohl vor dasjenige des von Ihnen geführten Unternehmen stellen, kann und muss verzichtet werden.

  32. Kommentar:
    Es gibt seit gestern die Paradise – Paper aus den Bermudas.

    im biederen St. Gallen und seinem Filz, existieren, dank I.P.,
    die“ Höllen-Zettel“ welche einigen involvierten Personen endlich
    Feuer unter dem Arsch verursachen.

    Die „bunten Hunde“ sind am Kläfzen, sie zeigen ihre Zähne.
    Zum Beissen fehlen ihnen längstens die Muskeln, welche
    bei ihren Geschäfte-Hubereien und Tricksereien viel Schwund erlitten.

  33. Wir alle tragen Masken, und es kommt der Zeitpunkt, an dem wir sie nicht mehr abnehmen können, ohne dabei Stücke unserer Haut mit abzutrennen.

  34. Finanzplatz in Aufruhr, Klagejustiz kurz vor dem Kollaps. Mit Kanonen wird auf Spatzen geschossen. Gutes Gewissen und Gelassenheit steht nicht im Arbeitszeugnis der Finanzgrössen. Viel Feind, viel Ehr. Neid kommt auf, von einem, der bis jetzt nur Klagen erhielt aus dem Kanton Zug (KO-Tropfen).

  35. Macht und Gier sind schlechte Karriere-Ratgeber, manche holt es halt dann noch zu Lebzeiten ein. Auch das Engagement im Offshore-Mandat der SBB-VR-Präsidentin darf in diese Kategorie verbucht werden.

  36. Um bedeutend zu sein,
    muß man mißverstanden werden.

    Ralph Waldo Emerson
    * 25. Mai 1803 † 27. April 1882

    • Den Blog bereits auf Facebook publiziert! Mit Chapeau vor dem unerschrockenen Journalisten Lukas Hässig.