Bohli hilft Thiam, dass der mehr abbauen kann

Angreifender Kleinaktionär traf letzte Woche CS-Chef – Spielt in Thiams Hände: In 2 Wochen kommt wohl nächste Kostenwelle.

Ruedi Bohli, der Aktionär, der die CS zerlegen will, wird zum wichtigsten Helfer der Captains der Grossbank.

Bohli will alles Teure über Bord schmeissen und eine neue Informatik auf die Beine stellen. CS-CEO Tidjane Thiam nimmt Bohlis Ball auf und drückt noch mehr Kosten.

Das heisst: noch mehr Abbau, noch mehr Arbeitslose, noch mehr Kriechgang.

Das Zusammenspiel ist perfekt. Hier eine Heuschrecke, die den CS-Chefs einheizt; da Thiam, der offiziell nichts von Bohlis Aufspaltung hält, diesen aber vergangene Woche am Paradeplatz freundlich empfangen hat.

Wie sehr sich hier zwei im Geiste Verwandte finden, zeigt sich abseits von der Aufregung um die Aufspaltung. Bohli lobt Thiam bei jeder Gelegenheit als Person und Manager.

Thiam sei der perfekte CEO für seine Idee, meint Bohli. Er gehöre nicht zum Zürcher Filz, der die CS in ihre Krise gesteuert habe. Der CS-Chef könne losgelöst von alten Banden Revolutionäres leisten.

CS-Angreifer Bohli, Star in heiterer Runde: Gestrige Bilanz-Sendung im Schweizer Fernsehen.

Für Thiam wird somit ausgerechnet der „kleine“ Bohli zum letzten Rettungsanker. Thiam sind die Felle davon geschwommen, er hat trotz seinen zwei Jahren bei der CS die Krise noch nicht gemeistert.

Einzig Kosten gesenkt hat Thiam, neue Erträge brachte seine Strategie bisher erst partiell. Nun steht die nächste Abbaurunde vor der Tür.

In zweieinhalb Wochen dürfte sie Thiam aus dem Sack zaubern. Am Investorentag der Schweizer Grossbank könnte der CS-Chef ein nächstes Sparprogramm offenlegen.

Bereits seit Wochen geht in der CS um, dass die Budgets nochmals gekürzt werden müssten. Und wie: Die Rede ist nicht nur von ein paar wenigen Franken, sondern von einem happigen Einschnitt.

Was das bedeutet, ist klar: Die bisherige Rosskur von Tidjane Thiam hat noch nicht wie gewünscht gefruchtet. Die CS bleibt Work in Progress.

Und: Sie muss ein neues Kostenabbau-Programm durchführen.

Damit wird auch klar, dass Thiam und seine Mitstreiter zu viel versprochen haben. Sie sagten, sie würden per Ende des nächsten Jahres die Gesamtkosten auf unter 17 Milliarden Franken drücken.

Das würden sie erreichen, egal, was passiere, lautet das Motto der CS-Kaderleute, wenn sie in diesen Wochen vor ihre Unterstellten treten.

Wenn aber das Kostenziel in Marmor gemeisselt ist, es jedoch nochmals eine Kostenrunde dafür braucht: Was heisst das dann?

Ganz einfach: Es bedeutet, dass die bisher aufgegleisten Sparmassnahmen nicht genügen. Es braucht mehr: mehr Jobabbau, mehr Billig-Auslagerungen, mehr Tafelsilber-Verkäufe.

Die CS meint, Kosten einsparen sei ein kontinuierlicher Prozess. Man könne aus weiteren Reduktionen nicht schliessen, dass die bisherige grosse Kostenübung ungenügend verlaufen sei.

Beobachter sehen dies anders: Die Lage ganz oben ist offenbar verzweifelt.

Ein Management, das vor 2 Jahren mit Pauken und Fanfaren das Steuer übernommen hat und sich bei anhaltenden Milliardenverlusten riesige Boni auszahlen liess, hat immer noch keine andere Botschaft an die Crew als den Gürtel enger zu schnallen.

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27 Kommentare zu “Bohli hilft Thiam, dass der mehr abbauen kann

  1. Autsch, worum geht es Bohli genau? Effizienz oder einfach Gewinnmaximierung seines Investments? Die Rechnung zahlen werden wieder mal Heerscharen von Indianer!

  2. Dass interne hoch ausgebildete Akademiker/Strategen nicht auf die Idee von Bohli gekommen sind, find ich ja atemberaubend. Und für welche Massnahmen hat man nun die McK Truppe gebraucht`? Ist Herr Bohli der verlängerte Arm von McK?

  3. Bitte lieber Thiam, lass mich noch ein paar Jahre meinen MD-Bonus beziehen, auch wenn er in den letzten Jahren immer ein bisschen gesunken ist. Dann bin ich saniert und mache einen anderen Job oder gar keinen mehr. Vielen Dank!

  4. für T. Thiam und U. Rohner noch lange den „CS-Afrika-Botschafter“ zu spielen angesichts der durch die CS finanzierten Umweltdisaster (in Afrika, Amerika und Asien) und Waffenkäufe (Afrika).

  5. Die fetten Margen unversteuerter Gelder fehlen und somit auch dem Gesamtertrag.
    Es ist nur logisch, dass der dazugehörenden Aufwand reduziert wird.
    Aus Sicht der Kostentransparenz besticht B’s einfacher Ansatz. Potenzielle Synergien verpuffen, je grösser die Firma ist.

  6. Wie macht man, was den Raubtieren gutes Fleisch verspricht?
    1. Man verkauft die CS in New York mit dem $ US-Geschäft und bringt den mageren Kapital-Gewinn zurück in die Schweiz, zugunsten einer Aktien-Rückzahlung mit entsprechendem Bonus für TT und seine Leute mit ihrem
    kaufmännischen Genie (!).
    2. Man liquidiert die Darlehen für die Blindgänger in Afrika und Asien, wie die Mosambik-Fischerei, die Bakrie-Kohlenminie und das April Holz von Tanoto, die beiden letzteren aus dem Dunstkreis von Suharto. Komisch, die japanischen Banken als grösste Projekt-Finanzier der Welt und die HSBC sind da nicht gerade enthusiastisch gewesen. Es könnte durchaus sein, dass hier die CS hier vielleicht nicht mal mit einem blinden Auge davonkommt.
    3. Was noch bleibt, ist die Investmentbank für europäische Kunden, wahrscheinlich mehr von Frankfurt aus als von London.
    4. Aufgabe des KMU Geschäftes in der Schweiz durch Verkauf der Filialen in der Schweizer Pampa an die Kantonalbanken der Region und dafür müssen die Kantonalbanken die CS als Girozentrale akzeptieren.
    5. Fusion mit Bär (eine Bär für 2,5 Aktien CS/Kurs CS 22/
    Kurs Bär 55) und großzügigem Abschied für TT. Er ist im Augenblick der Zahlung dann wohnhaft auf den Channel Islands, wird aber sicher nach Herrliberg zurückkommen.
    6. Der Kursgewinn der Aktionäre ist 6 Franken plus eine Superdividende aus dem Verkauf der CS New York mit 2 Franken Kapitalgewinn. Immerhin, eine Kurssteigerung von ca. 25 %. Und man braucht nicht mehr McKinsey, Accentuare und andere US Vampire, Hurra! Es lebe TT!
    7. Es kann natürlich je nach Konjunktur schlimmer kommen. Zusätzliche Abschreiber in Asien und Afrika können entstehen sowie es gibt ein sehr laues Geschäfte in New York.

  7. CS und UBS könnten eigentlich ihren Investorentag zusammenlegen und so einen Tag der „Zauberlehrlinge“ gestalten! Es käme billiger und sie müssten das Gelaber nur einmal erzählen, und dazu gibt es neue Infos zu digipigi für die ganz Kleinen.

  8. Bohli ist eine Lachnummer, was aber weit schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass offenbar selbst ein Fliegengewicht die CS-Strategie zu beeinflussen vermag. Es scheint wahrlich schlecht um die CS zu stehen.

  9. Es wurde schon 1000 mal gesagt: Seit dem Wegfall des Bankgeheimnisses ist das einzige gewinnbringende Geschäftsmodel (Geld einsammeln, nicht, um es gewinnbringend anzulegen, sondern zum Teil selbst zu verbrauchen) hierzulande Flöten gegangen. Man bräuchte mal was Neues. Was, wo man Hirnschmalz bräuchte. Was, wo man was riskiert. (Bloss nicht Zuviel, schon klar.)
    Mein Tipp: Erst mal alle Gehälter in der Wirtschaft denen des öffentl. Dienstes anpassen. Die im Maschinenraum freuen sich; die anderen können ja gehen; bloss wohin, wenn alles gleich ist?
    Was bedeutet das? Eure nutzlosen Schweizer Banken mit arbeitsnomadischen (mit Betonung auf made) Personal gehen langsam aber sicher den Bach runter, aber die innovativen von euch bleiben. Ich schaue mir mal alle 2 Jahre den Kurs an und weiss jetzt schon, dass ich recht habe.

  10. Die CS die Bürogebäude im Uetlihof und in Horgen verkauft, und andere auch noch. Das Geld ging an die US-Bussen, und die CS zahlt jetzt Miete. „Well“ done! 👍

    Wenn von den 8000 Indern 1000 oder so in Zürich sein müssen, dann hindert wohl die Kommunikation jede weitere geografische Auslagerung. Und übrigends: die Inder sind per Exklusivrechte zu ihren Job gekommen, nicht in einer fairen Stellenausschreibung! Cognizant, Wipro, Accenture erhielten Exklusivrecht. Die anderen Dienstleister wurden rausgedrängt. Die Stellen für Festanstellungen geschrumpft.

    Wir alle wissen, wo wirklich gespart werden muss: beim Management und allen Schauspielern! Beim Fett, und nicht bei den Muskeln! Aber bekanntlich wehrt sich Fett am stärkten gegen sein Abbau.

    Und so wird die CS als Ganzes untergehen. Mein prophzeites Untergangsjahr 2020 wird wohl immer realistischer!

    Bei den Stellen für IT-Freelancer sieht die Schweiz schon immer mehr wie ein Einschlagskrater aus: in der Mitte ist Zürich, die Erhöhungen mit den Jobs sind weit ausserhalb. Ab Luzern und St. Gallen gibt es wieder Jobs.

    Der ganze Kanton Zürich, von Winterthur bis Horgen, befindet sich in einem hysterischen Sparzustand!

    Vor ein paar Monaten wurden in Zürich an den „Informatiktagen“ Schüler für Informatik zu rekrutieren versucht. Ja, wo sollen sie arbeiten?

    Und übrigens: die 100 Jobs, die von HCL „übernommen“ wurden, waren schon vorher mal externalisiert und dann internalisiert worden. Da hat es viele CS-interne Inder, die von HCL eine Kündigung erwarten!

    Heutzutage muss man sich den Job schweizweit suchen. Siehe obiger Einschlagskrater.

    CS, ein weiteres Opfer von McKinsey.

    • Ich frage mich schon lange wo meine zwei Kinder in 20 Jahren hier in der Schweiz arbeiten sollen. Im Banking, Industrie oder beim Staat … sollte es eines Tages noch Stellen geben, die noch nicht an neu Zugewanderte vergeben wurden … sie werden ausgelagert. Frage mich manchmal ob ich mit dieser Sorge allein bin.

  11. Geschichten, die das Leben schreibt: Bohli, der Leichenfledderer wird zum letzten Rettungsanker seines Opfers – der CS und deren Begleitern in Nadelstreifen.

  12. Eine Halbierung der Total Compensation bei den 2000 höchsten CS Mitarbeiter würde schon ausreichen, um die Jobsicherheit aller CS Mitarbeiter zu gewährleisten.
    …immerhin geniessen diese Top Mitarbeiter auch sonst noch komfortable Fringe Benefits, die den Job alleine schon schmackhaft machen und den bisherigen Lifestyle garantieren.
    ….und die Kluft wäre nur noch gross und nicht mehr riesig.

  13. Dem CEO TT einfach die Schuld zu geben wg massiven Sparübungen ist doch etwas einfach. Die Fehler wurden lange vor ihm gemacht und der VR Präsi gibt keine langfristige Strategie (ausser dem Filmfestival…). Das CIR der CH Banken ist schlecht, die Konkurrenz aus Asien wird erwachsen und gewisse Feudalstrukturen bestehen im CS Mgmt nach wie vor. Von Siechtum zu schreiben ist blanker Hohn.

    • Das ist schon richtig! Aber eben diese Feudalstrukturen sind für die restlichen 46’000 Mitarbeiter extrem demotivierend – vor allem wenn noch Spar Appelle ausgerufen werden.
      Sehr falsch erscheinen zusätzlich auch die versteckten Kostenerhöhungen, die von eben diesen Mitarbeiter verkauft werden sollen.
      Kurzum: Es wird für die CS schwierig in der CH

  14. die Umwelt via ihre feinen «Kreditnehmer»?

    Antwort: Ja, siehe z.B. Sonntagszeitung Seite 4 zu Sumatra (s.a.: Dakota Access Pipeline, Nigeria und andere)

    Versenkt die Credit Suisse USD 1’500 Mio in Mosambik für Waffenkäufe?

    Antwort: „Ja“, siehe Berichterstattung.
    Die Finma schweigt hierzu seit bald 2 Jahren.

    Wäre es nicht an der Zeit, eine Bank mit einem derartigen Geschäftsgebaren selbst zu hinterfragen?

    Aehnliche Ueberlegungen gelten für die Finma samt ihrer schürzenjagenden Grossbankenmarionette.

    • Angesichts der obigen Finanzierungen, die ja gemäss CS immer den Gesetzen entsprächen… (wer’s glaubt), sollte man ein Verfahren gegen die FINMA wegen aktiven Wegschauens eröffnen. Während man nun dem Vinzenz auf den Hals steigt und gegen ex-Organe der Basler KB die Keule herausgeholt hat, hält sich die Weisse Weste bei der CS seit Jahren unbefleckt an der Spitze, trotz zahlreicher Bussen im Milliardenbereich und fragwürdiger Finanzierungen neueren Datums. Rohner steht daher keineswegs für eine top Geschäftsführung, die es eigentlich bräuchte. Es ist offensichtlich, dass bei den genannten Kreditgeschäften die Moral krass über Bord geworfen wurde und sich die CS Spitze wieder hinter moralischen Massstäben verstecken will, die nur die einfachen Mitarbeiter zu befolgen haben. Weshalb unternimmt Branson nichts?Ein Schelm, der Böses denkt…

    • @ex CS:

      Beim Fall Mosambik (und anderen) deutet sehr vieles auf (gem. GwG zwar verbotene) verdeckte Treuhandkredite hin. Ein Kreditverlust entsteht dann nicht bei der CS, sondern beim Treugeber im Hintergrund; hier wären das dann wohl afrikanische Politiker-Kleptokraten, die mittels Treuhandkrediten ihre Schwarzgelder «rezyklierten» und damit Waffen kauften, um die Opposition auch militärisch klein zu halten. Die Flüchtlingsströme lassen grüssen.

      Der Verdacht steht im Raum, dass der CS-Abgang von Gael de Boissard (Spielkamerad von R. Bohli) damit zu tun hatte, aber eben auch «verdeckt» erfolgte. Weshalb ging seinerzeit eigentlich der feine Brady Dougan, der ja inzwischen «in den höchsten Finanzsphären» (finews) angekommen ist?

      Es ist kaum Zufall, dass mit T. Thiam ein Afrikaspezialist geholt wurde zur Lösung verschiedener (Afrika)Probleme. Siehe auch seine Analyse zum Kongo, zusammen mit Kofi Annan (sic).

      https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/paradise-papers/glencores-wunderwaffe/story/30374352

      Statt der Finma kümmert sich halt jetzt das FBI um den Fall «Mosambik», bei dem mit der VTB auch der «finanzielle Fingerabdruck» des Kremls sichtbar ist.

    • Ethik und Moral hat bei dieser Elite eben keinen Platz. Der grösste teil von ihnen sind zudem auch nich Narzisten.