Säule 3a: Es tut sich was

Schon vor zwei Jahren haben wir auf die Abzockerei in der Säule drei hingewiesen. Vor zwei Wochen haben wir zur Gründung einer Dritte Säule Genossenschaft aufgerufen.

Ist etwas passiert? Und ob. Die Kantonalbanken haben neu das Produkt Swisscanto BVG 3 Index 45 im Sortiment, das mit nur 0.38% Kosten heute noch konkurrenzlos ist. Dies ist mit Abstand der günstigste 3a Fonds auf dem Markt.

Leider hat auch dieser 3a Fonds einen Haken, denn es werden nur 45% in Aktien investiert. Der Rest sind Obligationen. Das ist ein Problem, denn heute rentieren Schweizer Bundesobligationen im Minus. Man verliert also jeden Tag etwas Geld; und das auf dem grossen 55%-Anteil der Anlage. Keine gute Idee.

Glücklicherweise hat die WIR-Bank dies auch schon entdeckt und bietet über ihre dritte Säule VIAC die Möglichkeit an, die dritte Säule zu 100% in Aktien zu investieren. Langfristig ist das auf jeden Fall die beste Option. Mit 0.53% Kosten ist es auch nicht besonders teuer.

Das sind heute die besten beiden 3a Optionen, und wenn wir mit der Genossenschaft nicht eine noch bessere Variante auf den Markt bringen würden, dann würde ich mich für das 100% Aktien-Angebot der VIAC entscheiden.

An dieser Stelle fragt mancher: Und was ist mit den Renditen? Fonds-Renditen sind leider reiner Zufall. Ein Würfel würde ähnliche Resultate erzielen wie die Renditen der rund 100 3a Fonds.

Gedankenspiel: Nehmen wir an, die 3a Fonds-Renditen sind ein Würfel. Nehmen wir an, 5er und 6er sind gute Renditen. Wie viele Fonds werden fünf Mal hintereinander ausschliesslich 5er oder 6er würfeln? Was denken Sie? Nur die besten (5er oder 6er) Renditen über fünf Jahre? 5%? 10%? Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit?

Die Wahrscheinlichkeit ist 30%.

Also ziemlich gute Chancen für Fonds, über fünf Jahre gut dazustehen. Ein Drittel der Fonds steht nämlich nur schon deshalb gut da, wenn alles nur Zufall ist, wie Ökonomen immer wieder nachweisen.

Die Banken sind schlau. Die meisten haben nämlich mehrere Fonds. Da steht immer der eine oder andere gut da. Eine Bank mit fünf Fonds hat eine 93% Chance für einen 5er/6er Fonds. Natürlich haben die Banken nicht nur fünf Fonds, sondern meist mehr. Jackpot. Man hat immer einen Fonds mit einer guten Rendite, den man dem Kunden zeigen kann – auch wenn alles reiner Zufall ist.

Bei 3a Fonds kommt noch hinzu, dass die gesetzlichen Anlagevorschriften so eng sind, dass sich die Fonds schon von Gesetzes wegen kaum voneinander unterscheiden dürfen. Renditeunterschiede sind also reine Zufälle.

Last but not least: Fonds mit einer guten Rendite haben vermehrt teure Wertschriften drin, denn gute Renditen führen zu teuren Wertschriften. Wer wegen guter Renditen Fonds kauft, macht genau das Falsche: Er kauft teure Fonds, die in Zukunft eher fallen werden.

Besser, man schaut nicht auf die Renditen, sondern auf die Kosten, wie wir das mit unserer Dritte Säule Genossenschaft tun werden, die mit 0.3% Kosten auskommen wird.

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5 Kommentare zu “Säule 3a: Es tut sich was

  1. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung ist doch falsch im Artikel. Über 5 Jahre zufällig jedes Jahr zum besten Drittel zu gehören hat nicht eine Wahrscheinlichkeit von 30%, sondern 0.1%=(1/3)^5.

  2. Bei dem Angebot der Kantonalbanken wird leider immer wieder vergessen, auf die 0.5% Depotgebühren hinzuweisen, die zur TER dazukommen. Ich ärgere mich jedes Jahr über die mehreren hundert Franken, die mir aus der Tasche gezogen werden. Womit sind diese hohen Gebühren bei einer passiven Anlage gerechtfertigt? Ausserhalb von Säule 3A geht es doch auch ohne Depotgebühren und ETFs mit sehr niedriger TER. Bei der Limitierung der Aktienquoten wurde früher mit den rechtlichen Rahmenbedingungen argumentiert. Hat sich im BVG etwas geändert, dass wir nun endlich die Freiheit erhalten, über einen Aktienanteil von bis zu 100% selbst zu bestimmen?

  3. Vielen Dank für die Blumen Herr Stern! Unsere Idee war es ein Produkt zu lancieren, dass man den besten Freunden mit gutem Gewissen empfehlen kann!

    WICHTIG: Bei unseren ausgewiesenen Gesamtkosten unter http://www.viac.ch/strategien handelt es sich um Gesamtkosten(!), also Depotgebühr, Transaktionsgebühren, Verwaltung durch die Stiftung UND Produktkosten!

    Vergleicht man also den Swisscanto BVG 3 Index 45 mit unserem Angebot, gilt es folgendes zu beachten:

    Beispiel ZKB: Depotgebühr 0.30% p.a. PLUS Transaktionsgebühren: 0.65% des Gegenwerts der Wertschriftenanlagen in CHF (Maximalgebühr pro Valor 1‘000.- CHF) PLUS 0.36% Fondskosten
    https://www.zkb.ch/de/pr/pk/vorsorgen-nachfolge/saeule-3-a/sparen-3-wertschriften.html
    https://products.swisscanto.com/products/de/Suche.html#/detailView/CH0238046459

    Beispiel NWKB: All-in-Fee von 0,65% p.a. PLUS 0.36% Fondskosten
    https://www.nkb.ch/wertschriftensparen
    https://products.swisscanto.com/products/de/Suche.html#/detailView/CH0238046459

    Beispiel BLKB: Depotgebühr 0.5% p.a. PLUS Transaktionen 0.5% des Transaktionsvolumens PLUS 0.36% Fondskosten
    https://www.blkb.ch/privatpersonen/anlegen/vorsorgefonds
    https://products.swisscanto.com/products/de/Suche.html#/detailView/CH0238046459

    Auch den hohen Ausgabespread von 0.22% erwähnen Sie nicht! Bei uns bewegen sich diese mehrheitlich bei 0.01-0.05% und werden in unserem System zusätzlich durch das Netting und Pooling optimiert! Siehe https://viac.ch/academy/pooling-und-netting/

    Gerne weise ich kurz nochmals auf unsere Besonderheit hin:
    – KEINE Mindestgebühr! Also KEINE 10 / 25 / oder 35 CHF pro Monat Mindestgebühr oder ähnliches!
    – Investieren ab einem Franken!
    – Investieren bis 97% Aktien in unseren 100er Strategien
    – Fokus Global, Schweiz und Global Nachhaltig möglich
    – Konservative Strategien (20% Aktien) bereits ab 0.17% Gesamtkosten für Depot, Courtagen, Verwaltung durch die Stiftung und Produktgebühren. Das ist „Die konkurrenzlos günstige Säule 3a.“ bei VIAC
    – verzinstes Konto zu 0.30% statt negative Rendite bei Obligationen!

    Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten einfach gleich an support@viac.ch oder im Chat auf unserer Homepage schreiben oder auf 0800 80 40 40 anrufen. Wir stehen gerne zur Verfügung.

    Beste Grüsse
    Team VIAC

    • Team VIAC: Sehr gute Arbeit. Genau so sollte die dritte Säule aussehen. Versucht, die Kosten bei zusätzlichem Volumen zu senken. Sie sollten bei Kunden, die keine Arbeit machen, den Index-Fonds Kosten entsprechen. Lässt sich bewerkstelligen mit Direktanlagen und aufwandabhängigen Gebühren. Das wäre noch ein Verbesserungsvorschlag. Weiter so.

    • sehr geehrter herr peter, interessante informationen. danke. der aktienmarkt hat vor einigen wochen seine finale hypewelle im laufenden börsenzyklus begeonnen. sie wissen, die finale hypewelle ist wie der beginn einer neuen hausse nach dem finalen ausverkauf die lukrativste börsenzeit. bleiben sie darum 100 prozent engagiert, auf keinen falll gegen den trend handeln. hausse halten in der regel länger an als anleger sich vorstellen können, vor allem bei einem solch dominanten primären trend wie wir ihn heute sehen. spekulationswellen dauerten in der vergangenheit rund 1 jahr bis 1.5 jahre und können leicht 100 prozent über der 200-durchschnittslinie zu stehen kommen. und später. wenn der markt dreht, schlägt die stunde der rohstoffe, vor allem dann von gold. wir bringen viel hintergrundmaterial zu den finanzmärkten, vor allem weg vom mainstream, derkursstimmt.ch beste grüsse rollo00