Ex-Swissair-Retter neu bei CS-Heuschrecke Bohli

Hedgefund-Manager holt mit Pascal Najadi alten Investment-Banker an Bord – Wollte Airline retten – Familientragödie.

Ruedi Bohli rüstet auf. Der Mann, der die CS dreiteilen und deren Informatik auf der grünen Wiese neu aufbauen will, hat einen bekannten Investment-Banker verpflichtet.

Der heisst Pascal Najadi, ein Ex Merrill Lynch-Manager, der vor bald 20 Jahren seine 15 Minuten Berühmtheit erlangte, als er die Swissair nach dem Grounding aufleben lassen wollte.

Damals liess ihn die Schweizer Elite auflaufen. Sie gründete mit Milliarden von Steuergeldern die Swiss, die wenige Jahre später für ein Butterbrot bei der Lufthansa landete.

Nun unternimmt Najadi einen zweiten Anlauf zur Rettung eines Stücks Heimat, wie er es sieht. Er verstärkt Team Bohli und dessen „Pure Swiss Banking„.

Ziel der Operation von Bohli und Najadi ist eine rentable Credit Suisse, ohne kostspielige und riskante Investmentbank, dafür umso mehr Swiss Private Banking.

Laut Bohli ist das Timing perfekt für New Credit Suisse. Die Arbeit hinter Frontmann Bohli leistet Najadi.

In einem Telefongespräch meinte Najadi am Samstag Abend, dass er seine ganze Karriere im Banking absolviert habe.

Bei Merrill Lynch habe er heutige Grössen wie UBS-Chef Sergio Ermotti kennengelernt. Nach mehreren Wechseln verliess Najadi die namhaften Investmentbanken und machte sich selbstständig.

Von Bohli zeigt sich Najadi begeistert. Dessen Idee habe ihn von Anfang an überzeugt, sagte er. Nun arbeite er 100-prozentig an der Umsetzung.

Die von der CS letzte Woche gestreuten Gerüchte, wonach Bohli und sein Hedgefund Aktien der CS verkauft hätten, seien falsch. „Wir haben dazugekauft“, meinte Najadi.

Rudolf Bohli: Viel Wirbel mit wenig CS-Aktien.

Pascal Najadi: Investment-Banker setzt auf Plan Bohli.

Tidjane Thiam: CS-Chef hofft auf eigene Glaubwürdigkeit.

Bei der CS wird die Attacke von Bohli und Najadi offiziell belächelt. In Gespräch zeigen sich hohe CS-Manager belustigt über die Vorschläge des Angreifers.

„Wir haben alle Varianten längst durchgespielt“, meinte ein CS-Spitzenmann kürzlich im Gespräch. „Der Plan Bohli ist Nonsense.“

Bohli wird ins Lächerliche gezogen. Dass er am Verkaufen sei, wie die CS verkündete, soll dessen Glaubwürdigkeit zusätzlich untergraben.

Mit Najadi hat Bohli einen Mann an seiner Seite, der in den letzten Jahren vor allem aufgrund einer Tragödie in seiner Familie zu reden gegeben hat.

Najadis Vater hatte eine stolze internationale Bank auf die Beine gestellt. Dann wurde er in Malaysia vor 4 Jahren auf offener Strasse erschossen.

Für Sohn Pascal Najadi ist klar, dass dahinter das Regime steht. Es gehe um den Gross-Korruptionsfall namens 1MDB.

In diesen sind mehrere Schweizer prominent verwickelt. Die Tessiner BSI verlor gar ihre Bankenlizenz wegen der 1MDB-Ermittlungen. Die Bundesanwaltschaft jagt Schweizer Verdächtige.

Das Schweizer Establishment zeigt Bohli und Najadi die kalte Schulter. Doch es ist diese helvetische Elite, welche die CS in die Krise gesteuert hat.

Mit Tidjane Thiam versuchen diese einheimischen Strippenzieher, ihre eigene Karriere respektive ihr Ansehen zu retten. Dabei kommt ihnen der unkonventionell auftretende Bohli in die Quere.

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27 Kommentare zu “Ex-Swissair-Retter neu bei CS-Heuschrecke Bohli

  1. Being underestimated is one of the biggest competitive advantage you can have!

    Seit Jahren ist die CS schlecht geführt, der Aktienkurs miserabel und nichts ändert sich. Das ein Bonus kein fixer Bestandteil des Lohnes ist, hat man in Bankkreisen ja schon vor vielen Jahren vergessen. Insofern ist der Druck zur Veränderung nur sehr mässig ausgefallen, denn für die Boni des Top Management war bei jeder beliebigen Geschäftslage immer gesorgt.

    Dann kommt plötzlich Herr Böhli ins Spiel mit seiner „wahnwitzigen Idee“ die CS aufzuspalten! Glücklicherweise hat die CS Führung dieses Szenario ja selbst schon mehrfach durchgerechnet und verworfen – bringt nichts. Daher auch wieder keine Need zur Veränderung. Na ja, ein bisschen Outsourcing und Cost Cutting tut es ja auch, wie üblich.

    Wenn ich hier die besonders despektierlichen Kommentare lese, welche von Personen wie üblich im Schutze der Anonymität des Internets geschrieben werden, dann beginne ich mich zu fragen, ob hier getroffene Hunde bellen?
    Zitat: „Bohli ist ein „Gernegross“, der Aufmerksamkeit sucht. Er hat schlicht und ergreifend zu wenig Geld um auch nur das Geringste bei der CS zu fordern.“ Es mag ja durchaus richtig sein, dass er zu wenig Geld dafür hat, aber man sollte die Masse der unzufriedenen Stakeholder nicht unterschätzen, die Herrn Böhli auf seine Seite ziehen könnte.
    Und mit Herrn Najardi hat er einen in der Bankenwelt ganz ausserordentlich gut vernetzen Relationship Manager und Sales Profi an Bord geholt. Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft bringt. Aber bitte mit dem gebührenden Respekt.

    P.S.: Die CHF 17.42, die ich heute sehen durfte, haben mir schon mal sehr gut gefallen!

    • And this statement *right* is actually bollocks *right*! Mr Bohli is a lightweight *right* with a significant delusion of grandeur *right*.

  2. @ S wissair

    Get some Anger Management and perhaps a Shag, that will do you good mate.

    Treatment that you seemingly are badly in need now.

    Kind regards,
    Chris

    • comrade Bohli, right? – but „S wissair“ is right on the mark.

      Bohli als „Heuschrecke“ zu bezeichnen ist im übrigen eine Beleidigung für die Tierchen, die sind nämlich nicht mikroskopisch (und möglicherweise auch noch trinkfester).

  3. Da gibt es doch tatsächlich Leute, die fordern, dass die CS Bohli & Co. ernst nehmen soll. Selten so gelacht. Natürlich ist die CS nicht in bester Verfassung und Zweifel betr. Führung bereits seit vielen Jahren angebracht. Aber Bohli??
    Bohli & Co sind schlicht und ergreifend „non-valeurs“ im internationalen Finanzgeschäft, die man beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Bohli ist ein „Gernegross“, der Aufmerksamkeit sucht. Er hat schlicht und ergreifend zu wenig Geld um auch nur das Geringste bei der CS zu fordern. Wie gerne erinnere ich mich an die Videos über ihn hier auf IP, wo er auf Englisch (oder was er dafür hält) parliert.
    Der Mann ist ein Verlierer. Wer mehr über ihn (und seinen Charakter) erfahren will, sollte das Gespräch mit altgedienten (oder ehemaligen) Stewardessen der Swissair/SWISS suchen. Dort tönt die Geschichte der unplanmässigen Landung in Kanada ein wenig anders

    • Tatsache ist, dass der „Verlierer“ Bohli ein Kursfeuerwerk in der CS Aktie ausgeloest hat, was Ende August noch niemand für möglich hielt. Dafür solltem ihm alle Aktionare ein Kraenzchen winden, denn die CS hat seit Thiam am Ruder ist im wesentlichen MC Leute im grossen Stil angeheuert., welche uhm tolle Folien praesentieren…Dass die CS wie die UBS viel zu hohe Kosten pro MA einfaehrt,ist seit Jahren bekannt und bedarf keiner serienmaessigen Auflegung von Neu Organisationen. Sondern einem scharfen Lohnsenkungsprogramm auf unter Chf 120.000 pro Mitarbeiter. Sowie Abschaffung von externen Beratern und Bonis. Dafür braucht es keine fürstlich bezahlten top Kader sowie unfaehigen Verwaltungsraeten.

    • Etwas über-eifrig… wer sagt Dir denn, worauf das „Kursfeuerwerk“ zurückzuführen ist? Bohli aus Ober-Embrach? Wohl eher nicht…
      Das wäre ja, wie wenn die US-Kursentwicklungen rein auf den Loser Trump zurückzuführen wären… dream on, you dreamer you!

    • Herr Hotz, dann müssten die Aktionäre die Aktien aber jetzt zu diesem tollen Preis verkaufen…

      Viel besser wird er kaum.

      Und der Trump Basher sollte nicht beleidigend werden.
      Als ob er die Hintergründe kennt oder nicht hetzt…

  4. Kauft nicht jetzt die CS die Julius Baer? Als „Vorwärtsstrategie. Sieht so aus, als sei Boris davor nach Genf geflüchtet.

    Prima, dass Bohli dieser „Elite“ mal einen ordentlichen Tritt verpasst. Die CS zeigt über die letzten 15 Jahre wie schlecht sie gemanagt ist. Mit einem Drittel der Leute und einem guten, weniger statusorientierten Management wäre die Bank wieder eine Perle. Und warum genau ist der Aufsichtsrat noch da? Lächerlich ist diese Truppe in meiner SIcht, nicht Bohli.

  5. Die CS-Spitze würde sich gut daran tun das Gespräch mit Bohli zu suchen. Stattdessen wird er von Thiam und Gefolgen nur belächelt. Für mich bestätigt es wieder ein mal die absolut desolate Aktionärs-Politik, welche unsere Grossbanken führen. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, meine Herren. Aber Hautpsache der Boni stimmt, gell?

  6. So ähnlich stelle ich mir das ganze vor:

    Eine hinreißend hübsche Blondine betritt eine Bank in Zürich und bittet um einen Kredit über 25’000.00 für eine dreiwöchige USA-Reise.
    Fragt der Banker: „Welche Sicherheiten können Sie uns anbieten?“
    Blondine: „Kein Problem, draußen steht mein neuer Aston Martin!“
    Nach 3 Wochen kehrt sie zurück und bezahlt ihre Schuld + 60.- Zinsen.
    Banker: „Hören Sie! Wir haben herausgefunden, dass Sie Multimillionärin sind. Warum tun Sie so etwas?“
    „Sie müssen noch viel lernen“, antwortet die Blondine, lacht verschmitzt und erklärt: „Wo sonst in Zürich kann man ein 200’000.- teures Auto drei Wochen lang für 60.- völlig sicher parken?“

  7. Man muss Hr. Bohli ja privat nicht mögen. Aber anstelle sich mit den Argumenten auseinander zu setzen, wird er einfach pauschal lächerlich gemacht. Da beklagt man sich permanent, wie man die Aktionärsdemokratie fördern kann, und tut es mal einer, wird er platt gemacht. Und das Argument, er wolle sich nur persönlich bereichern, gilt gar nicht: aus welchem Grund sind denn die anderen Leute Aktionäre?

    • Bohlis Eingreiffen hat nicht.nur seinem Engagement gut getan. ALLE Aktionare etleben seit Bohlis gut getimtem Angriff eine Kurserholung von Chf 3.–.
      Und dies trotz der Tatsache, dass die CS nicht besser dasteht als vor drei Monaten.
      Bohli machts möglich, was viele UBS Aktionare aergern wird bei seot Monaten stagnierenden Kursen bis gestern um 16.80 bis Chf 17.–.
      Denn im Quervergleich müsste die UBS Aktie auf Chf 19.– stehen.

    • Schon wieder Aerger mir Bernhard Otto!!!
      Hat er denn irgendetwas gelesen über den Investorentag der CS. Seine geistig schmalbrüstigen Erklärungen sind einfach das Erste, was ihm in den Sinn gekommen ist. Heiler-/Seher Bohli? Doch eher kaum

  8. Das alte CH-Establishment gibt’s nicht mehr. Kielholz, Gut, Gerber, Senn, Fürer, Behr, etc., alle sind weg. Bei vielen CH-Konzernen haben jetzt Ausländer das Sagen.

    • naj, kiehlholz und gut sind nicht gerade aushängeschilder. unter gut startete eigentlich die ganze misere.