Die Magie des gesetzlichen Zahlungsmittels

Seit der Aufhebung der Golddeckung durch Präsident Nixon im Jahre 1971 sind die meisten Währungen der westlichen Welt reines Fiatgeld. Was heisst das? Zur Beantwortung der Frage beziehe ich mich ganz bewusst – wie übrigens soweit möglich im ganzen Text – auf keine Lehrbücher oder anderes universitäres Material. In Wikipedia (Stand 3.9.2017) steht:

„Fiatgeld (…) ist ein Objekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld, das z.B. als Tabak, Reis, Gold oder Silber neben dem äusseren Tauschwert auch einen inneren Wert hat (…) Der Begriff fiat leitet sich ab vom lateinischen Passivverb fieri. (…) Die deutsche Übersetzung lautet: „Er, sie, es geschehe, entstehe, finde statt, werde bzw. ereigne sich“. Ein anderes bekanntes Beispiel für die Verwendung des Begriffs ist (…) Fiat lux!“; zu Deutsch: „Es werde Licht!“.

Fiatgeld entsteht durch Schöpfung aus dem Nichts. Heutige Münzen und Noten sind Fiatgeld, weil ihre Herstellungskosten im Verhältnis zum Nominalwert vernachlässigbar klein sind. Bei Goldmünzen, Warengeld also, ist respektive wäre dies anders.

Auch Geschäftsbanken schaffen Fiatgeld, indem sie einen Hypothekarkredit sprechen und den Betrag dem Konto des Kunden gutschreiben. Weil dieses Geld einer einfachen und kostenlosen Buchung entspringt, nennt man es aus dem Nichts geschöpftes Bankenbuchgeld.

Jedes Fiatgeld ist – gemessen an seinem inneren Wert – zwar wertlos. Trotzdem hat es einen ökonomischen Wert, insbesondere einen Tauschwert. Worauf basiert er? Letztlich gründet er auf dem staatlichen Zwang, das gesetzliche Zahlungsmittel (Münzen und Noten) jederzeit annehmen zu müssen, aber auch jederzeit zur Bezahlung verwenden zu können, insbesondere auch zur Begleichung von Steuerschulden.

Es basiert nicht primär auf Glauben und Vertrauen, wie vielfach angenommen wird. „Auch das heutige Bargeld ist nirgendwo physisch gedeckt. Wir haben schon lange keinen Gold- oder was auch immer -Standard mehr. Der Wert unseres Bargeldes basiert ausschliesslich auf dem, was wir glauben, damit kaufen zu können und der Erwartung, dass die Verkäufer unser Geld akzeptieren; mit andern Worten: auf Vertrauen.“ (Erwin Heri: „Vollgeld – das sind nur Begriffsverwirrungen“, Finews, 15. August 2017).

Diese theologische oder psychologische Erklärung eines Ökonomen ist herzig naiv, und sie greift zu kurz. Wer dieses Märchen trotzdem glaubt, versetze sich in die Zeit der grossen deutschen Hyperinflation von 1923. Lassen wir dazu einen Zeugen sprechen, der diese Zeit an vorderster Front erlebt und als Notenbankchef später auch die Inflation besiegt hat.

„Vielleicht wird dieser oder jener fragen, warum denn die Arbeiter solch entwertetes Geld nahmen. Die Antwort ist einfach: Weil der moderne Mensch ohne Geld weder kaufen noch verkaufen kann. In der Zeit der Naturaltauschwirtschaft, in der jeder sich selber versorgte, brauchte man kein Geld. Die moderne Verkehrs- und Marktwirtschaft mit ihrer vielgestaltigen Arbeitsteilung kann keine Güterversorgung ohne allgemein gültiges Tausch- und Zahlungsmittel sichern. Man kann die Strassenbahnfahrt nicht mit einer Semmel bezahlen und die Semmel nicht mit einer Strassenbahnfahrt. Der Mensch braucht das Geld, er kann sich ihm gar nicht entziehen.“ (Hjalmar Schacht: „Magie des Geldes“, Econ Verlag, 1966, S. 86/87; mit vollem Namen: Horace Greeley Hjalmar Schacht, 1877-1970)

„Deutlich offenbart sich hier die diabolische Magie des Geldes. Es hat dem Menschen zur fortschrittlichen Wirtschaftsentwicklung verholfen und ihn gleichzeitig zu seinem Sklaven gemacht. (…) Der Zauberlehrling schuf das Geld zu seinem Dienst und wird den dienstbaren Geist nun nicht wieder los. Dieser hat sich zum Herrn gemacht.“ (Hjalmar Schacht, S. 87)

Obschon das Vertrauen in das damalige Fiatgeld schon längst verloren war, mussten es die Arbeiter als Lohn entgegennehmen. Eben weil es gesetzliches Zahlungsmittel war und sie ihr Brot, ihre sonstigen Lebensmittel, die Miete und das Tram nur mit diesem Geld bezahlen konnten.

Die reichen Leute mussten das Geld zwar auch annehmen, aber sie konnten viel besser in Sachwerte (Häuser, Aktien) fliehen als die kleinen Leute, die ihr Geld auf der Bank in ihrem Tauschwert zusehends schwinden sahen. Die Reichen konnten zusätzlich Kredite aufnehmen und sie durch die enorme Inflation „amortisieren“.

„Ungeheure Unruhe und steigende Erbitterung bemächtigte sich der handarbeitenden Schichten, der freien Berufe, der Beamten, Angestellten und Rentner, die oft genug nicht einmal die tägliche Lebenshaltung aus ihrem Geldeingang bestreiten konnten.“ (Hjalmar Schacht, S. 86)

Es ist ausschliesslich der staatliche Zwang, der das Fiatgeld zum allgemein „akzeptierten“ Tauschmittel werden liess – in guten wie in schlechten Zeiten. Für uns Liberale ist dies natürlich schwer verdauliche Kost.

Papier- oder Fiatgeld bleibt auch dann wertlos, wenn es wie unsere Noten gegen Aktiva der Geschäftsbanken von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) emittiert wird. Es ist deshalb zwar strenggenommen nicht Vollgeld wie die Münzen, die der Bund emittiert und den entsprechenden Münzgewinn (Seignorage) in seiner „Erfolgsrechnung“ vereinnahmt; die Noten haben aber trotzdem keinen inneren Wert.

Hätte der Bund das Notenmonopol nicht einfach der SNB geschenkt (warum weiss niemand), dann wären die Banknoten wie die Münzen reines Vollgeld, welches in keiner Bilanz (weder beim Bund noch bei der SNB) auftauchen würde. Heute hingegen führt die SNB die Banknoten in ihrer Bilanz immer noch als Passivum und insbesondere als Fremdkapital auf – weil sie in einem Gegengeschäft mit den Banken ausgegeben wurden.

Diese buchhalterische Behandlung der Banknoten (und übrigens auch der Giroguthaben) nicht nur durch die SNB, sondern durch die meisten Notenbanken hat zu einer grossen Verwirrung geführt. Es ist unbestritten, dass die Banknoten (und die Giroguthaben) eine Schuld der SNB respektive des Bundes darstellen. Die Schuld indessen kann niemals mit etwas anderem als Fiatgeld eingefordert werden, weil es eben gesetzliches Zahlungsmittel ist.

Wenn eine Bank ihre Giroguthaben bei der SNB einfordern will, dann muss sie sich – wenn die SNB nicht anders will – mit Banknoten oder Münzen abfinden. Sie kann beim Gericht keinen Anspruch auf Gold, Anleihen oder Aktien durchsetzen. Deshalb ist der Kleinsparer den Notenbanken schutzlos ausgeliefert, wenn sie sich zu einer inflationären Geldmengenausweitung entscheiden.

Die grösste Magie oder Diabolik des Geldes liegt darin, dass der Staat seine Schulden zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklären und sie so – ökonomisch betrachtet – zu ewigen unverzinslichen Anleihen mutieren kann, die für den Staat beziehungsweise die SNB ökonomisch betrachtet nicht Fremd-, sondern Eigenkapital sind. Offensichtlich wollen die Notenbanken mit ihrer falschen buchhalterischen Praxis nicht, dass das Volk diesen Trick durchschaut und sonst allenfalls noch Ansprüche an das entsprechende Volksvermögen stellt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Entstehung des Geldes ganz anders ablief, als uns die volkswirtschaftlichen Lehrbücher und Vorlesungen an den Universitäten weismachen wollen. Dort wird noch immer gepredigt, dass das Geld aus dem Tauschhandel entstanden sei. Auch die SNB hat sich diesem Märchen angeschlossen: „Es war einmal: Alles beginnt mit dem Tauschhandel: (…)“. So nützlich Geld im Tauschhandel auch immer ist, es ist ganz anders und vor allem viel früher entstanden.

„Das anthropologische Standardwerk über Tauschhandel von Caroline Humphrey von der Universität Cambridge ist eindeutig in seinem Ergebnis: Schlicht und einfach wurde nicht ein einziges Beispiel einer Tauschwirtschaft jemals beschrieben, ganz zu schweigen davon, dass daraus Geld entstand; nach allen ethnografischen Daten hat es das nicht gegeben“. (David Graeber, „Schulden, Die ersten 5’000 Jahre“, Goldmann, 2014, S. 41)

In Mesopotamien gab es bereits 3’500 v. Chr. sogenannte Silberschekel. „Die Tempelverwalter kalkulierten mit diesem System Schulden (Pacht, Gebühren, Kredite …) in Silber, und das war faktisch Geld.“ (David Graeber, S. 54). „Eine Münze ist tatsächlich ein Schuldschein.“ (DG S. 61). Sobald er an eine dritte Person weitergegeben wird, ist das Geld geboren. (David Graeber, S. 61)

Damals gab es das Instrument des gesetzlichen Zahlungsmittels und den damit verbundenen Zwang noch nicht; die Bürger konnten oder mussten den Tempelverwaltern in der Tat „einfach“ vertrauen. So wie wir es heute bei den Banken tun müssen, weil diese beim Bankenbuchgeld eine jederzeitige Umwandlung in das gesetzliche Zahlungsmittel versprechen, in Krisenzeiten aber niemals einhalten können. Wenn die Bürger den Banken trotzdem vertrauen, dann weil sie hoffen, dass letztere auch in der Zukunft immer wieder vom Staat gerettet werden. Das ist dann aber ein Vertrauen in den Staat und nicht in die Banken.

Seit dem Jahre 2012 können wir Bürger uns diesbezüglich aber nicht mehr darauf verlassen. In der Zukunft kann es sehr wohl sein, dass nicht mehr der Staat die Banken rettet, sondern die Gläubiger es tun müssen. Auch der Kontoinhaber sollte damit rechnen, dass er dereinst zur Sanierung seiner Bank herangezogen wird. („Die neue Bankeninsolvenzverordnung-FINMA“, Reto Schiltknecht, Finma, 22. Oktober 2012)

Das ist eine ganz perfide Konsequenz aus der Finanzkrise. Der Kontoinhaber kann zwar rechtlich gesehen jederzeit verlangen, sein Bankenbuchgeld von der Bank in gesetzliche Zahlungsmittel umtauschen zu lassen. Er muss seine Ansprüche allerdings in die Konkursmasse einbringen (und so wohl jahrelang auf einen Teil des Guthabens warten) oder sich unter dem Diktat der Finma an der Sanierung einer Bank beteiligen und auf einen Teil seines Guthabens verzichten. Eine wahrlich eigentumsfeindliche Wirtschaftsordnung, die sich der Bürger seither gefallen lassen muss.

Für uns Liberale und an unseren Universitäten Ausge- beziehungsweise Verbildeten ist es auch dicke Post, wenn wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass es historisch betrachtet vor allem der Staat war, der die Marktwirtschaft aufblühen liess und nicht umgekehrt, wie der Mainstream suggeriert. Staat und Markt stellten geschichtlich betrachtet nie einen Gegensatz dar, im Gegenteil.

„Wenn man den Soldaten einfach Münzen gab und dann verfügte, jede Familie im Königreich habe dem König eine solche Münze zu zahlen, dann hatte man auf einen Schlag seine ganze Volkswirtschaft in eine gewaltige Maschinerie zur Versorgung der Soldaten verwandelt. Denn um an die Münzen zu kommen, musste jede Familie einen Weg finden, wie sie auf ihre Weise zu der allgemeinen Anstrengung, die Soldaten zu unterhalten, beitragen konnte. Als Nebeneffekt entstanden Märkte.“ (David Graeber, S. 65)

„Märkte entstanden eindeutig im Zusammenhang mit den Armeen in der Antike; … Gesellschaften ohne Staat sind in der Regel auch Gesellschaften ohne Märkte.“ (David Graeber, S. 66)

Es ist hochinteressant, erkennen zu müssen, dass es letztlich der staatliche Abgabezwang im Sinne von Steuern oder anderen Abgaben war, der die Wirtschaftssubjekte dazu antrieb, auf irgendeine Art und Weise an das Geld zu kommen, um diese Tribute bezahlen zu können. Dass ausgerechnet der Staat mit der Einführung des Zwangsgeldes die Initialzündung für eine moderne, arbeitsteilige und effiziente Marktwirtschaft gab, können wir Liberale natürlich nur schweren Herzens ertragen.

Das Papier- oder Fiatgeld war eine absolut geniale Erfindung. Die Notenbank konnte und kann der Wirtschaft praktisch kostenlos genauso viel Geld zur Verfügung stellen, wie sie braucht. Dies ganz im Gegensatz zu Muscheln oder Gold, die natürlichen Begrenzungen und Schwankungen unterliegen. Ernst Baltensperger, ein erfahrener und viel beachteter Experte für Geldpolitik, bestätigt dies. „Papiergeldwährungen erlauben den Notenbanken, weitaus besser auf die wirtschaftliche Dynamik und Verwerfungen reagieren zu können. (…) Doch als Basis für ein Währungssystem taugt Gold nicht. Eine vertrauenswürdige Notenbank leistet hier einen viel besseren Dienst.“ (NZZ am Sonntag, 26. Juni 2016)

Das Gold respektive der Goldstandard war eine katastrophale Währung, weil sie immer und immer wieder mit „Booms“ und „Busts“ verbunden war. Die schlimmste Krise der 1930iger Jahre hatte ihre eigentliche Ursache im Geldmangel, der durch das zu lange Festhalten am Goldstandard entstand.

All jene, die sich eine Goldwährung wünschen, denken an die Wertaufbewahrungsfunktion des Goldes. Diese Aufgabe hat sie in der Tat nicht schlecht erfüllt, allerdings zu Lasten der realwirtschaftlich viel wichtigeren Tauschmittelfunktion. Stabiles Geld nützt in einer Depression niemandem etwas. Ein solcher Wirtschaftseinbruch lässt sich nur abwenden, wenn genügend Geld geschaffen wird. Die grosszügige Geldpolitik von Fed-Chef Ben Bernanke als Antwort auf die Finanzkrise in den USA war vorbildlich. Mit einer sturen Geldpolitik und/oder einer Goldwährung wären wir jüngst wieder in einer schweren weltweiten Depression à la 30er Jahre versunken.

Ganz abgesehen davon war auch beim Goldstandard die ausgegebene Geldmenge niemals vollständig mit Gold gedeckt. Die diesbezügliche Illusion wurde aber stets genährt, obwohl die Verantwortlichen genau wussten, dass die Goldbestände nie und nimmer reichen würden, um weitreichende Umtauschwünsche des Publikums auch bloss annähernd zu erfüllen. Gab es solche Forderungen in grösserem Ausmass, dann wurde die Goldumtauschpflicht einfach aufgehoben, wie damals beim Bretton-Woods-System am 15. August 1971 durch Präsident Nixon.

„Wir müssen die Position des US-Dollar als eines Stützpfeilers der Währungsstabilität überall in der Welt schützen. In den letzten sieben Jahren kam es durchschnittlich jedes Jahr zu einer internationalen Währungskrise. Wer profitiert von solchen Krisen? Nicht der Arbeiter, nicht der Kapitalanleger, nicht die wahren Produzenten von Vermögenswerten. Die Gewinner sind die internationalen Geldspekulanten. Weil sie von Krisen leben, helfen sie mit, Krisen zu schaffen.

„In den letzten Wochen haben die Spekulanten einen Krieg mit allen Mitteln gegen den amerikanischen Dollar entfacht. Die Stärke der Währung einer Nation beruht auf der Stärke ihrer Wirtschaft – und die amerikanische Wirtschaft ist die bei weitem stärkste der ganzen Welt. Dementsprechend habe ich den Finanzminister beauftragt, die zur Verteidigung des Dollars gegen Spekulanten erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Ich habe Finanzminister Connally angewiesen, vorübergehend die Konvertibilität des Dollar in Gold oder andere Reservemittel auszusetzen, ausgenommen bei Beträgen und unter Bedingungen, die als im Interesse der Währungsstabilität und als im besten Interesse der Vereinigten Staaten liegend angesehen werden. (…)

„Diese Massnahme wird uns keine Freunde unter den internationalen Geldhändlern einbringen, aber unsere Sorge gilt in erster Linie den amerikanischen Arbeitern und einem fairen Wettbewerb überall auf der Welt. (…) Ich bin entschlossen, dafür zu sorgen, dass der amerikanische Dollar nie wieder ein Spielball in den Händen der internationalen Spekulanten sein wird.“ (US-Präsident Richard Nixon in einer Rundfunk- und Fernsehansprache am 15. August 1971. Zitiert gemäss Wikipedia, Nixon-Schock, Stand 8. April 2017.)

Die primäre Aufgabe der Geldpolitik besteht darin, der Wirtschaft für all ihre Transaktionen genügend Schmiermittel (eben Geld) zur Verfügung zu stellen, damit keine Friktionen entstehen und der reale Sektor ungehindert seinen Geschäften nachgehen kann. Dies idealerweise – aber nur sekundär – mit dem Ziel, eine moderate und keinesfalls eine möglichst tiefe Inflationsrate anzustreben.

„Die Erfahrung, die bedeutender ist als alle Logik dieser Welt, hat uns völlig davon überzeugt, dass Papiergeld dem Lande zum grössten Vorteil gereichte und gereicht.“ Benjamin Franklin (1706-1790).

Vorläufiges Fazit: Mit der Erklärung des Geldes zum gesetzlichen Zahlungsmittel hat der Staat seine diesbezügliche Schuld in ein ewiges, nicht verzinsbares Darlehen verwandelt, das de facto und de jure nicht mehr Fremd-, sondern Eigenkapital des Staates respektive der SNB ist. Der Staat zwingt uns also dazu, seine Schuld als Geld beziehungsweise als Tauschmittel zu benutzen – und wir tun es, nicht weil es auch die anderen tun, sondern weil wir es ganz einfach tun müssen.

Das ist Zwang und nicht Vertrauen, wie es die Ökonomen so gerne zu sagen pflegen. Der staatliche Zwang ersetzt beim offensichtlich wertlosen Fiatgeld das Vertrauen, das wir in ein Warengeld hatten, dessen innerer Wert die Basis für eben dieses Vertrauen war. Der Staat ersetzt Vertrauen durch Zwang, offensichtlich aber auf hocheffiziente Art und Weise.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass Geld eine unbefristete Form von Staatsschulden ist. Werden Staatsschulden unbefristete und zinslose Schulden, werden sie zu Geld. Und das nennt man Monetarisieren.“ („Japan wird seine Schulden niemals zurückzahlen“, Interview mit Lord Adair Turner, Finanz und Wirtschaft, 21. November 2014)

Da die Geschäftsbanken Fiatgeld – wenn auch nicht in Papier-, so doch in Buchform – wie die Notenbanken ebenfalls aus dem Nichts herstellen können, stellt sich die naheliegende Frage, ob und wie eine volkswirtschaftlich optimale Fiatgeldmenge so überhaupt zustande kommen kann. Grundsätzlich müsste man sich gar fragen, ob es überhaupt sinnvoll ist, dass Privaten ein Teil der Geldschöpfung überlassen wird. Immerhin hat das Schweizer Volk im Jahre 1891 (Revision von Artikel 39 der Bundesverfassung) das Geldmonopol auch rechtlich ganz klar dem Bund zugewiesen. „Das Recht zur Ausgabe von Banknoten und anderen gleichartigen Geldzeichen steht ausschliesslich dem Bund zu“, steht da.

Mit ihrem Bankenbuchgeld, das offensichtlich ein „anderes gleichartiges Geldzeichen“ ist, haben die Banken die Bundesverfassung ausgehebelt, ohne dass sich je ein Politiker oder die Finma respektive die SNB zur Wehr gesetzt hätte. Im Gegenteil, bei der Revision der Bundesverfassung von 1999 wurde der Passus „und anderen gleichartigen Geldzeichen“ gar klammheimlich aus dem Artikel gestrichen. Rein rechtlich können sich die Banken heute wohl hinter dem Argument verstecken, dass Buchgeld nicht eigentliches Geld sei, weil es ja bloss ein Versprechen zur Umwandlung in Münzen und Noten darstellt.

Fakt ist indessen, dass die geldpolitisch und ökonomisch höchst relevante Geldmenge M1 nicht nur das Bargeld, sondern auch das Bankenbuchgeld einbezieht – und diese Praxis besteht seit jeher und weltweit. Aus ökonomischer Sicht ist und war Bankenbuchgeld schon immer Geld, wenn auch nicht gesetzliches Zahlungsmittel. Man muss es im Gegensatz zu Münzen und Noten zwar nicht annehmen, wenn man nicht will – aber Geld ist es trotzdem, wie wir täglich erleben. Selbst die Steuern „dürfen“ wir mit diesem Geld bezahlen.

Infolgedessen stellt sich die berechtigte Frage, ob die private Produktion von Geld volkswirtschaftlich überhaupt sinnvoll beziehungsweise optimal ist. Die Antwort darauf soll rein ökonomisch und frei von irgendwelcher Ideologie erfolgen, und das ist erstaunlicherweise möglich. Dazu genügen ganz einfache preistheoretische Überlegungen, die jeder Gymnasiast nachvollziehen kann.

Während viele Märkte nicht klar dem Modell der freien Konkurrenz oder jenem der positiven Skalenerträge respektive dem natürlichen Monopol zugeordnet werden können (obschon sich auch dies ideologiefrei bewerkstelligen liesse), ist es im Falle der Fiatgeldproduktion geradezu evident, dass die freie Konkurrenz versagen muss, weil sie keine Beschränkung der Geldmenge hervorbringen kann. Bei Grenzkosten von Null lohnt sich eine zusätzliche Produktion solange, bis der Wert des Geldes ebenfalls gegen Null strebt. Eine Hyperinflation wäre das Resultat der freien Konkurrenz.

Deshalb braucht es eine Instanz (Notenbank), welche die optimale Geldmenge festlegt. Das hat auch der erzliberale Milton Friedman nie bestritten – im Gegenteil. Friedrich August von Hayek (1899-1992) hingegen, als wichtigster Vertreter des Neoliberalismus, hat in seinen späten Jahren (1976, 1978) die Idee einer Privatisierung der Zahlungsmittelproduktion ins Spiel gebracht, weil er über die Performance der Notenbanken (zu Recht) enttäuscht war.

Schade, dass sich ein so herausragender Ökonom zu spät näher mit dem Geld auseinandersetzte. In jüngeren Jahren hätte er einen solchen Missgriff wohl niemals getan. Besonders schade, ja gar verheerend ist, dass dieses ideologische Gedankengut der Österreichischen Schule der Nationalökonomie in vielen Köpfen noch heute herumschwebt. Diese Epigonen stellen die Theologie des freien Marktes über alles. Die Gegenposition ist reine Blasphemie (Gotteslästerung) – entgegen jeder ökonomischen Erkenntnis.

So geistert der „Wettbewerb der Währungen“ (NZZ, 9. September 2017, S. 25) noch immer in vielen liberalen Köpfen herum. Gerade im Zusammenhang mit den Bitcoins als bisher angeblich erfolgreichste alternative Währung. Richtiges Geld hat aber immer entweder einen inneren Wert (wie das Warengeld), oder es stellt eine Schuld dar (wie das Fiatgeld), wenn auch eine ewige und zinsfreie, wie das heutige Bargeld, oder es beinhaltet ein Umtauschrecht in das gesetzliche Zahlungsmittel wie das Bankenbuchgeld. Bitcoins haben jedoch weder einen inneren Wert, noch beinhalten sie eine Schuld oder ein Umtauschversprechen. Sie können deshalb nie zu Geld werden.

Das wissen die Promotoren sehr wohl. Mit der potentiell genialen Blockchain-Technologie allein konnten sie noch keine spekulative Blase entfachen. Dazu brauchte es den geschürten Glauben an eine zukünftige Währung, die mit ihrer (viel zu) engen Limitierung die Spekulation erst auslöste.

Weil die Promotoren wissen, dass der innere Wert eines Bitcoins bei Null liegt und sein Marktwert dereinst auch dorthin streben wird, grenzt jede Platzierung im Publikum an systematischen Betrug. Es ist absolut unverständlich, dass die Finma diesem Gebaren nicht unmittelbar den Riegel geschoben hat. Noch unverständlicher ist, dass sogar die Stadt Zug – wenn auch in begrenztem Rahmen – bei diesem „Spiel“ mitmacht.

Unabhängige Vermögensverwalter dürfen nicht einmal ETFs (börsengehandelte Anlagefonds) auf eidgenössische Obligationen oder den SMI empfehlen, ohne eine spezielle Regulierung nachweisen zu können. Auf der anderen Seite können Kryptowährungsanbieter dem Publikum grössere Millionenbeträge mit modernen Tulpenzwiebeln aus dem Sack ziehen.

Selbst beziehungsweise gerade auch aus liberaler Sicht sollte die Finma die Herausgabe von Bitcoins und anderen Kryptowährungen wie auch die Platzierung von Anlageprodukten darauf schnellstmöglich verbieten. Bei jedem anderen Schneeballsystem hätte sie dies schon längst getan.

Die Schweizerische Nationalbank hingegen hat im Gegensatz zur Finma kaum einen Grund, im Sinne ihres Währungsmonopols zu intervenieren, da die Verwendung als Transaktionsmittel zu bescheiden ist und auch sein wird.

Der ganze Hype um die Bitcoins mag aber insofern einen Vorteil haben, als er in Analogie zum Artikel von Tobias Huber und Didier Sornette („Weshalb wir wirtschaftliche Blasen brauchen“, Gastkommentar NZZ, 9. August 2017) dazu führen könnte, dass er das erforderliche Kapital zur weiteren Entwicklung der Blockchain anzieht. Diese wahrscheinlich disruptive Technologie wird wohl bestehen bleiben; die Bitcoins dagegen werden verschwinden und den Spekulanten massive Verluste bescheren.

Natürlich ist die Erkenntnis, dass staatliches Geld dem privaten überlegen ist, für uns Liberale nicht gerade einfach zu schlucken. Aber selbst Milton Friedman, der Begründer des Monetarismus (ein Begriff, der vom Schweizer Ökonomen Karl Brunner eingeführt wurde) und liberaler Starökonom, tat es. Er hatte sogar ein liberales Argument dafür ins Spiel gebracht, nämlich, dass es in einer freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Ordnung nicht einer Minorität vorbehalten sein sollte, sich mit der Geldproduktion eine masslose Rente in der Form von Seignorage aneignen zu können. Geld ist ein öffentliches Gut, das wirklich nur der Allgemeinheit zugutekommen sollte.

Dabei gab es schon in frühen Zeiten klare empirische Evidenz, dass privates Fiatgeld kläglich versagt. Spätestens mit der Bankenpanik von 1907 hätte dies zumindest allen Ökonomen klar werden sollen. „Die Finanzkrise wurde im Oktober 1907 durch den gescheiterten Versuch ausgelöst, die Aktien der United Copper Company zu cornern. (…)

„Der wohl bekannteste Versuch, einen Markt zu cornern, war die Silberspekulation der Gebrüder Hunt. Ab Mitte der 1970er Jahre kauften die Hunts und ihre Partner circa 150 Millionen Unzen (ca. 5’000 Tonnen) physisches Silber sowie ca. 200 Millionen Unzen Silber an der Warenterminbörse COMEX in New York. Der Silberpreis wurde hierdurch von 2 auf 50 US-Dollar je Unze getrieben, bis die Spekulation 1980 zusammenbrach. Der Preis normalisierte sich kurzfristig; die Gebrüder Hunt gingen bankrott.“ (Wikipedia, Stand 14. September 2014)

„Die Banken, die diesen Versuch durch die Vergabe von Krediten finanziert hatten, sahen sich nun einem Ansturm von Sparern entgegen, die ihre Einlagen massenweise abzogen. (…) Zu dieser Zeit gab es noch keine Zentralbank, die dem Markt weitere Liquidität hätte zuführen können (…) Im US-Senat setzte der Finanzexperte Nelson W. Aldrich eine Kommission namens „National Monetary Commission“ ein, um die Entstehung der Krise zu untersuchen und Verbesserungsvorschläge für das Finanzsystem zu machen. Dies führte schliesslich zur Gründung der privatwirtschaftlichen US-Notenbank Fed im Jahre 1913.“ (Wikipedia, Stand 16. April 2017)

Die Krise ist zwar kein Beispiel für eine Hyperinflation, sondern eher für ihr Gegenteil, einer tiefen Rezession nämlich, die sich über ganz Amerika ausbreitete, aber zum Glück nicht in einer grossen Depression endete. Das blieb einer späteren Zeit vorbehalten. Fakt ist hingegen auch hier, dass die Banken ihre Buchgeldproduktion mittels Krediten viel zu stark ausdehnten und erst noch höchst spekulative wie fragwürdige Aktionen finanzierten. Sie mussten alsdann feststellen, dass sie ihre Kredit- beziehungsweise Fiatgeldproduktion dermassen stark ausdehnten, dass ihre Reservehaltung dem Abzug von Einlagen des Publikums nicht mehr gewachsen war. Eine klassische und von der Preistheorie nahegelegte Überproduktion von Kredit respektive Fiatgeld durch private Banken.

Selbst die Banker gaben vor einzusehen, dass sich an der rein privaten Geldordnung etwas ändern müsste. So haben sie die Gründung des Fed aktiv (zu aktiv?) unterstützt. Das löste die Probleme aber nicht im Geringsten, wie sich rund 15 Jahre nach der Etablierung des Fed zeigen sollte. Die Geschichte wiederholte sich von neuem. Einer übermässigen Kredit- und Spekulationsorgie folgte quasi zwangsweise der Crash von 1929. Dass sich daraus die grösste Depression aller Zeiten entwickelte, konnte damals wohl niemand abschätzen, insbesondere weil es ja das Fed gab, das eben eine solche Entwicklung hätte verhindern sollen.

Wie das monumentale Standardwerk von Anna Schwarz und Milton Friedman („A Monetary History of the United States“, 1867–1960, Princeton University Press 1963) aufzeigte, war es erneut die private Geldschöpfung respektive deren -vernichtung, die die Wirtschaft ins Verderben stürzte. Mit jeder konkursmässigen Kreditvernichtung, mit jeder vorzeitigen Kündigung von Krediten und jedem Untergang einer Bank erfolgte zugleich eine Vernichtung von Geld, das der Wirtschaft fehlte und sie in eben diese Depression führte.

Die für die Wirtschaft und ihren Zahlungsverkehr relevante Geldmenge M1 schrumpfte durch diesen Kreditvernichtungsprozess um mehr als 30%. Dies wurde durch die Expansion der monetären Basis nicht aufgehalten. Es war erneut die private Geldschöpfung beziehungsweise -vernichtung, die das wirtschaftliche Desaster auslöste.

Deshalb unterstützte Friedman die Idee des 100%-Geldes (Frederick Soddy 1926, Henry Simons 1933, Irving Fisher 1935), das die Banken zwingen wollte, die jederzeit verfügbaren Gelder des Publikums vollständig mit Reserven zu hinterlegen. Somit hätte das Fed die Geldmenge M1 (Bargeld und Bankenbuchgeld) auf den Dollar genau steuern können. Friedman war trotz (oder gerade wegen) seiner liberalen Grundhaltung ein entschiedener Gegner privater Geldschöpfung durch die Banken.

Gemäss Friedman war es in den 1930er Jahren ein schwerer Fehler des Fed, dass es die monetäre Basis nicht viel stärker ausdehnte, um so die Geldvernichtung durch die Geschäftsbanken zu kompensieren. Waren die Leute im Fed wirklich so dumm, einen derart grossen Fehler zu begehen? Lässt sich wirklich ausschliessen, dass es eine bewusste Politik war? Solche Fragen stellt man an der Universität natürlich nicht, und dort wissen auch die wenigsten, dass das Fed in rein privatem Besitz ist – auch heute noch.

Obwohl die Ökonomen sonst immer mit ihrem „homo oeconomicus“ argumentieren, tun sie es hier nicht. Sonst kämen sie eventuell gar zum Schluss, dass die zu wenig expansive Geldpolitik ein bewusster Akt der privaten Eigentümer des Fed zur Ausschaltung unliebsamer Konkurrenten war und darüber hinaus eine einmalige Gelegenheit bot, Sachwerte zu Spottpreisen kaufen zu können.

Ganz böse Stimmen würden auch die Frage stellen, wer entschieden hat, dass Lehman Brothers in den Konkurs gehen musste und nicht gerettet wurde. War es allenfalls auch ein Entscheid durch die privaten Besitzer des Fed? Wer kann dies ausschliessen? Dass es ein verheerender Entscheid war, hatte Bernanke sicher schon vorher gewusst. Warum hat er sich hinter einer rechtlichen Argumentation versteckt? Lassen wir das lieber so im Raum stehen.

In diesem Zusammenhang ist es herzig naiv, wenn der Tages-Anzeiger (12. September 2017) schreibt: „Die Unabhängigkeit des Fed ist bedroht: Die neuen Einflussmöglichkeiten von Donald Trump auf die US-Notenbank wecken böse Erinnerungen“. Wie steht es denn mit der permanenten Einflussnahme durch die privaten Besitzer des Fed? „Kritiker wie beispielsweise der Kongressabgeordnete Ron Paul bemängeln bis heute, dass durch die Einsetzung des Fed als US-Notenbank der privatwirtschaftliche Einfluss dieser Mitgliedsbanken auf die Geld- und Zinspolitik der USA zu gross sei.“ (Wikipedia, Stand 12. August 2017).

Hochinteressant ist, dass das Fed im Nachgang zur Bankenpanik von 1907 nicht etwa durch den Staat, sondern durch die (grösseren) Banken initiiert wurde – wohl kaum zu ihren Ungunsten. 1913 hatten sie sich mit ihren Vorschlägen beim Senat durchgesetzt, und Präsident Woodrow Wilson unterschrieb den „Federal Reserve Act“. „Woodrow Wilson soll das Gesetz nach seiner Amtszeit wiederholt als Fehler bezeichnet haben.“ (Wikipedia, Stand 12. August 2017).

Weitergehende Informationen lassen sich den beiden nachstehenden Videos entnehmen: Fed im Dienst von Wall Street (Egon von Greyerz); Fed einfach erklärt (St Louis Fed).

„Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“ Mayer Amschel Rothschild

„When a government is dependent for money upon the bankers, they and not the government leaders control the nation. This is because the hand that gives is above the hand that takes. Financiers are without patriotism and without decency.“ Napoleon

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124 Kommentare zu “Die Magie des gesetzlichen Zahlungsmittels

  1. Wer sich für die Stärken und Schwächen des Debitismus a la PCM interessiert, der findet hier meine Analyse mit anschließender Replik und Diskussion von und mit Dr. Daniel Stelter et al. https://zinsfehler.com/2016/11/27/debitismus-ad-infinitum/

    @ Hardy: Wenn der Groschen noch nicht gefallen sein sollte, dann geben Sie bitte ein kurzes Zeichen. Die Antwort wird allerdings aus Zeitgründen vermutlich ein paar Tage auf sich warten lassen.

    LG Michael Stöcker

    • Lieber Michael Stöcker

      Ich kann mich nur wiederholen:
      https://insideparadeplatz.ch/2017/12/26/die-magie-des-gesetzlichen-zahlungsmittels/#comment-190320

      Es ist unausweichlich, dass Staaten und jedes Währungssystem Pleite gehen. Früher oder später. Entweder, der Staat kann sich auf Kosten anderer vorübergehend über Wasser halten, oder er geht halt eben früher unter. Die Geschichte lehrt uns das klar und deutlich. Man kann nun die Geschichte verneinen oder aus den Erfahrungen lernen.

      Kennen Sie eine Währung, die Jahrhunderte überlebt hat (ausser Edelmetalle)? Wenn Sie mir keine solche Währung nennen können, muss ich davon ausgehen, dass etwas an Ihrer Theorie nicht stimmt.

      Oder wollen Sie die Vorfinanzierung per se verneinen? Kann ein junger Familienvater sich ein Haus kaufen, ohne dass er sich verschuldet? Kann man ein Unternehmen gründen, ohne sich zu verschulden? Ich denke, dass die Wenigsten das können. Wie wollen Sie einen Monat lang arbeiten, ohne dass sie von jemandem vorfinanziert werden bis Sie Ihren ersten Lohn erhalten?

      Lesen Sie dazu: http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/URSCHULD.pdf

      Ich bin mal gespannt auf Ihre fundierte Widerlegung.

      Freundliche Grüsse

      Johannes

    • Lieber Herr Stöcker

      Sie schreiben: „Es gibt aber einen Punkt, bei dem ich dezidiert anderer Auffassung bin als Paul C. Martin und die Anhänger des Debitismus: Und das ist die Überzeugung, dass dieses System zwingend scheitern muss.“

      Nun zu meinen Fragen:

      1. Ist „Debitismus“ ein System oder eine Erklärung?

      2. Könnte es sein, dass Sie andere schwarz pinseln, um dann selber weiss dazustehen? Haben Sie denn eine sachliche Erklärung für Ihre Stellungnahme, statt sich nur auf einen meines Erachtens seltsamen Ökonomen namens Brichta zu berufen?
      Ich habe Herrn Brichta schon vor Jahren aufgefordert, auf meine Argumentation Stellung zu beziehen und warte bis heute. Wahrscheinlich muss ich auch bei Ihnen Jahre auf eine fundierte Stellungnahme warten.

      3. Wo bleibt der Zinsfehler in unten angeführtem Märchenbeispiel?

      Falls Sie mir diese Fragen nicht stichhaltig beantworten können, empfehle ich Ihnen, in Zukunft einfach mal zu schweigen und über Ihre unfundierten Behauptungen zu meditieren.

      Freundliche Grüsse

      Johannes

    • Da Johannes seine Fragen, Unterstellungen und sonstigen Ergüsse bewusst oder unbewusst auf zwei Threads verteilt hat, finden interessierte Leser meine Antwort auf seine Fragen hier: https://insideparadeplatz.ch/2018/01/10/ubs-praesident-axel-weber-wird-sein-blaues-wunder-erleben-mit-der-zahlungsunfaehigkeit-der-snb/#comment-190499.

      Zu einer sachlichen Diskussion scheint aber auch Johannes nicht in der Lage zu sein. Anderes lässt sich jedenfalls aus seinen unreflektierten Pöbeleien vor Ort nicht schlussfolgern. Aber vielleicht geht es Johannes ja auch gar nicht um Erkenntnis, sondern um die Verkündigung (s)einer (Un)Heilslehre.

      LG Michael Stöcker

  2. @ Jonas Hügli

    „Sie sollten eigentlich wissen, dass dies fast ausschliesslich ein Buchgewinn ist.“

    Mit welcher Aussage habe ich bei Ihnen den Eindruck evoziert, dass ich eine solche Binse nicht weiß?

    „Ein realisierter Gewinn ist dies sicherlich nicht.“

    Was ist denn für Sie ein „REALisierterGewinn“? Wenn die Schweizer Bürger ihre Devisenreserven gegen reale Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland eingetauscht haben oder wenn die 10 % einen immer größeren duckschen (Giral)Geldvorrat horten? Nur über eine negative Leistungsbilanz kann nämlich die SNB letztlich ihre Devisenreserven abbauen. Auch bei einem Kauf von ausländischen Assets durch die SNB verbleibt letztlich das Wechselkursrisiko. Ist aber letztlich Jammern auf hohem Niveau.

    @ Marc Meyer

    „Ich nehme an, Sie sind Deutscher. Die freut’s natürlich.“

    Ihre Annahme trügt Sie nicht, Ihre Schlussfolgerung ist allerdings ein non sequitur. Deutschland hat wie die Schweiz sehr hohe LB-Überschüsse. Eine Ursache in beiden Ländern sind auch die zunehmenden Vermögensdisparitäten. Aus deutscher Sicht kommt erschwerend hinzu, dass aus deutscher Perspektive der Euro völlig unterbewertet ist, folglich also der CHF, Dollar & Co. überbewertet. Von daher verschenken wir einen nicht unerheblichen Teil unserer Leistungen unter Wert; nicht nur, aber auch an die Schweiz. Es freut insofern die deutsche Exportindustrie, aber keinesfalls die Deutschen. Was den Schweizern ihre Devisenreserven, das sind den Deutschen ihre TARGET-Salden.

    Und hier die Sicht der unmittelbar Betroffenen: https://www.swr.de/marktcheck/tagestouristen-aus-der-schweiz-warum-das-leben-in-weil-am-rhein-teuer-ist/-/id=100834/did=19578978/nid=100834/1r0y76d/index.html. Der Euro wirkt auch jenseits von Euroland als Spaltpilz und auch aus deutsch-schweizer Perspektive wäre es besser gewesen, man hätte ihn nicht eingeführt. Ist aber alles ziemlich off topic.

    LG Michael Stöcker

  3. @ Dummkopf

    „Eine Zentralbank macht den Staat und die Bürger kaputt, indem sie Geld druckt, das nicht gedeckt ist, d.h., wenn die Passiven nicht mehr durch die Aktiven gedeckt sind.“

    Grundsätzliche Zustimmung, sofern dies dauerhaft und maßlos geschieht.

    „Schauen Sie nach Venezuela, Simbabwe, Türkei usw. usf.. In den letzten 200 Jahren sind wohl ca. 200 Staaten insolvent geworden.“

    Und mache sogar mehrfach hintereinander. Auch Deutschland kann ein Lied davon singen.

    „Man muss sich halt einfach mal informieren, statt dumm herumzusabbern.“

    Dem schließe ich mich doch gerne an. Von daher auch für Sie hier noch einmal der Originaltext der von mir verlinkten Seite der SNB im Kommentar, auf den Sie sich hier beziehen:

    „Die konsequente Erfüllung des geldpolitischen Auftrags kann in bestimmten Situationen dazu führen, dass die Nationalbank das Risiko massiver Verluste in Kauf nehmen muss, die ihr Eigenkapital vorübergehend negativ werden lassen. In der Bilanz würde sich dies in einer negativen Ausschüttungsreserve spiegeln, deren Höhe die Rückstellungen für Währungsreserven und das Aktienkapital in absoluten Zahlen übersteigen würde. Ein solcher Zustand wäre allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit nur vorübergehend, da bei einer Notenbank aufgrund ihres strukturellen Gewinnpotenzials in der Regel über die Zeit wieder Überschüsse anfallen.“

    Also, lieber Dummkopf: Erst verständig lesen, dann nachdenken und erst dann schreiben. Und am besten alles in stoischer Ruhe sine ira et sudio.

    LG Michael Stöcker

    • „vorübergehend“
      Ja, genau, vorübergehend. Also nicht dauernd.
      Und falls die SNB sich verspekuliert, darf der liebe Bürger die Verluste tragen. Hauptsache, ein Jordan bekommt seine Million pro Jahr, welche Fehler er auch immer macht.

  4. @Dummkopf schrieb:
    „“““Sie verstehen nicht, dass alles Geschäften auf Kredit beruht. Ebensowenig wollen Sie wahrhaben, dass Geld nicht aus dem Nichts geschöpft wird. Geld ist eine Schuld einer Bank. „“““

    Das ist zunächst einmal nicht falsch (:-)
    Aus synergonomischer Sicht beruht Arbeitsteilung innerhalb einer Grossgemeinschaft („Wirtschaft“) auf Vorleistung und Nachleistung. So erbringen (z.B.) die Arbeiter eines Unternehmens eine VOR-Leistung und das Unternehmen danach eine NACH-Leistung.

    Damit dieses Zusammenspiel funktionieren kann, bedarf es aber unbedingt einer vermittelnden Instanz, einer Instanz, die die Grossgemeinschaft vertritt. Das ist heute das Bankensystem und das Staatssystem. Wichtig ist dabei zu erkennen, dass das Bankenpublikum des Bankensystems eine Grossgemeinschaft bildet, so wie die Bürgerschaft eines Staates dies auch tun.

    Damit kann man sagen, dass die Arbeitenden Vorleistungen via Gemeinschaft an die Unternehmen erbringen und dann die Unternehmen Nachleistungen via Gemeinschaft an die Arbeitenden erbringen.

    Die Rolle, die das Bankensystem dabei übernimmt, ist im Grunde nur eine Notierung und Verrechnung der jeweiligen Vorleistungen und Nachleistungen. Die Verbindlichkeit zur Nachleistung nennen wir „Schulden“ und das Gegenteil dessen „Geld“ oder „Geldguthaben“.
    Während Geldguthaben Forderungen auf Geld sind, ist Geld selbst nicht unbedingt eine Forderung!

    Es gibt nur Vorleistung und Nachleistung oder eben auch Nichtleistung. Das Irritierende dabei ist aber, dass die „Schulden“ in Geld nominiert sind. Nur ist aber Geld per se noch keine Vorleistung, sondern nur die Notierung einer Vorleistung.

    es macht Sinn, Geld zunächst nur als Notierung von „negativen Schulden“ anzusehen. Im Beispiel mit dem Unternehmen und seinen Beschäftigten hätten dann das Unternehmen positive Schulden und die Arbeitenden entsprechend negative Schulden. Und im Falle des Staates hätten die Lieferanten an den Staat negative Schulden und der Staat entsprechend positive. Diese positive Schulden gibt der Staat nun weiter an die Steuerpflichtigen von wo sie weiter bis wieder zurück zu den Lieferanten gehen. Immer geht es nur um die Weitergabe von Schulden, bis sie wieder beim Ursprung angekommen sind. „Geld“ ist so gesehen nur ein Mittel um damit Schulden übertragen zu können.

    Das bedeutet dann, dass Geld nicht aus dem Nichts geschöpft werden kann und auch das Bargeld, das die Zentralbank ausstellt eine Schuld der ZB darstellt. Das muss aber nicht gleichzeitig bedeuten, dass das Bargeld als eine Forderung an die ZB anzusehen ist. Kommt Bargeld in den Umlauf, übernimmt die ZB eine Schuld, die sie an ihre Kunden (z.B. in Form von Zinsforderungen o.ä.) weiter geben muss.

    Will sagen: „negative Schulden“ können zwar auch eine Forderung sein, müssen aber nicht! Als im alten Rom die Soldaten mit Münzen bezahlt wurden, waren diese Münzen keine Forderung an den römischen Staat, sondern nur das Mittel, mit welchem (letztendlich) Steuerschulden getilgt werden konnten. Auch hier finden wir wieder einen Schuldenkreislauf: Von den Soldaten zum Staat, vom Staat zu den Tributpflichtigen und von den Tributpflichtigen wieder zurück zu den Soldaten. die Münzen nehmen dabei pro Etappe jeweils den umgekehrten Weg: Vom Staat zu den Soldaten, von den Soldaten zu den Tributpflichtigen und von den Tributpflichtigen wieder zurück zum Staat.

    Das umlaufende Bargeld, gebucht auf der Passivaseite der ZB ist die Buchung der von der ZB aufgenommenen Schulden, die an die ZB-Kunden weiter gegeben werden müssen.

    Auf der Geschäftsbankenebene geschieht es ähnlich: Vom Empfänger des von der GB ausgegebenen Giralgeld gehen Schulden an die GB, von dort weiter an den Kreditnehmer und vom Kreditnehmer wieder zurück (via GB) zum bisherigen Giralgeld-Halter. Wird an Stelle des Giralgeldes Bargeld ausgezahlt, dann gehen die Schulden vom Bargeldempfänger zur ZB, von dort an die GB und von der GB an den Kreditnehmer und schließlich vom Kreditnehmer wieder zurück zum ehemaligen Bargeldempfänger.

    Betrachtet man also nur das Weitergeben von Schulden erscheint der Prozess ziemlich einfach und eindeutig. Schaut man aber nur auf das Geld bzw. die Geldguthaben, wird die Sache sehr irritierend und Geld erscheint dabei bald als Manna oder als Fetisch.

    Fazit: Die Ausgabe von staatlichem Geld als gesetzliches Zahlungsmittel ist nichts Magisches, es ist nur die Aufnahme von Schulden seitens des Staates (bzw. der ZB), die vom Staat (bzw. der ZB) weiter gegeben werden müssen.

    Wenn nun eine Citoyage (nach Stöcker eine Lösung des G-W-G‘ Problems) an die Bürger ausgezahlt wird, ist das natürlich auch eine Schuldenaufnahme des Staates. Auch hier gibt es keine Schöpfung aus dem Nichts. Diese Schulden muss der Staat ebenso an seine Steuerpflichtigen weiter geben. Ob der Staat nun direkt Steuern einzieht oder ob er seine Schuld durch laufende Geldentwertung wieder los wird, ist dabei eigentlich egal.

    LG, enrico

    • „Vorleistung“
      Ja, genau, und während dieser Zeit verhungern die Arbeitenden, da sie ja nichts zu beissen haben.

    • @Dummkopf
      „“““““““““““““
      „Vorleistung“
      Ja, genau, und während dieser Zeit verhungern die Arbeitenden, da sie ja nichts zu beissen haben.
      „““““““““““““““““““

      Nein, verhungern tun sie nicht, denn die Gehälter von heute kaufen ja die Produkte von gestern. Das bedeutet, die Produkte von gestern sind die Nachleistungen der Unternehmen und die Gehälter von heute die Vorleistungen von heute. Die Nachleistung kommt aus einer Vorperiode und die Vorleistung erfolgt in der gegenwärtigen Produktionsperiode.

      In anderen Worten: das Schuldenmachen von heute ermöglicht die Tilgung der Schulden von gestern. Das Geld von heute tilgt die Schulden von gestern Regeltechnisch gesehen ist das jedoch alles andere als optimal, weil das System so prozyklisch rückgekoppelt wird.

      Jetzt kann man sich natürlich fragen, wie das dann ganz am Anfang war. Am Anfang war Bazarwirtschaft mit sehr kurzen Produktionsketten. Damals galt: was heute hergestellt wurde, wird auch heute verkauft. Je weiter sich die Wirtschaft entwickelte, desto länger wurden diese Ketten und somit auch die volkswirtschaftliche Produktionsdauer. Die Produktionsdauer verlängert sich, während die Durchlaufzeit des Geldes in etwa gleich bleibt.

      Aber das wird ja für einen @Dummkopf nichts neues sein, oder?

      LG, enrico

    • Lieber enrico

      „Nein, verhungern tun sie nicht, denn die Gehälter von heute kaufen ja die Produkte von gestern.“

      Eben: Der Arbeiter muss sich vorfinanzieren, wie das auch die Unternehmen müssen. Vorfinanzierung ist das Stichwort. Denken Sie darüber einmal intensiv nach!

      Ich empfehle Ihnen, einmal die Schriften von Dr. Paul C. Martin intensiv zu studieren. Er hat daher sehr treffend festgestellt:
      „Heerscharen von Philosophen, Historikern, Soziologen und Ökonomen haben sich mit dem Phänomen des „Aufstiegs und Niedergangs“ beschäftigt, ohne auf den Kern des Problems zu stoßen, nämlich seine prinzipielle Unlösbarkeit.“ (Martin in „Macht, der Staat und die Institution des Eigentums“.

      Mit höflicher Empfehlung

      Dummkopf

    • Sali @Dummköpfli (:-)

      merci für die Antwort!
      Die Texte von PC Martin und das Wesentliche um den Debitismus etc. sind mir bekannt.
      PC Martin hat viel erkannt, das andere nicht gesehen haben. Aber er hat leider nicht herausgefunden, dass es doch eine Lösung geben könnte. Martin ist ein TINA- Fatalist. Martin ist eben ein Analyst und kein Lösungsfinder.

      Sehe die Sache so: Die Arbeiter erbringen Vorleistung durch Geben von Arbeitsergebnissen an die Unternehmen. Bis zur Beendigung der Produktion können sie die Produkte, die sie gerade herstellen noch nicht kaufen, einfach weil sie noch nicht fertig sind. Klar, das ist trivial: Bevor man konsumieren kann, müssen die (Konsum-) Produkte erst einmal hergestellt werden.

      Die Arbeiter müssen aber von etwas Realem leben. Es muss also irgendwo reale Überschüsse geben, die an die Arbeiter verkauft werden können. Wenn man in die Geschichte schaut, gab es diese Überschüsse. Fast immer. Hätte es sie nicht gegeben, dann wären wir heute alle verhungert. Idealtypisch sind das zunächst einmal landwirtschaftliche Produkte. Es muss also irgendwo einen Bauern geben, der genug für sich selbst hat und darüber hinaus noch einen Überschuss an Kartoffeln o.ä. verkaufen kann. Kauft der Arbeiter bei dem Bauern, dann zediert er sein Guthaben an den Bauern. Das bedeutet, dass nun der Bauer derjenige ist, dessen Geld den Schulden des Unternehmens gegenüber steht.

      Das ist Überschuss-Konsumverzicht des Bauern, er verzichtet darauf, seine reale Überschüsse zu konsumieren. Wobei: konsumieren will er sie gar nicht, weil es eben Überschüsse sind. Das Problem der Vorfinanziereung wird hier also vom Arbeiter zum Bauern verlagert. Der Bauer versorgt den Arbeiter, aber wer versorgt den Bauern? Die Natur!
      Gibt es jedoch diesen Bauern nicht, dann kommt auch keine Wirtschaft in Schwung.
      Und gibt es keine fruchtbringende Natur, dann kann der Bauer auch keine (reale) Überschüsse schaffen. (Dies unter der Annahme einer geschlossenen VW, ohne Aussenhandel)

      Das ist wie bei (z.B.) einem Dieselmotor, denn muss man auch erst einmal starten. Wenn er aber mal läuft ist alles kein Problem mehr. Wenn er mal läuft, dann braucht man keinen Starter mehr.

      Das Problem des Debitismus ist bekanntlich jedoch weniger das Starten der Wirtschaft, sondern deren Aufrechterhaltung. Was daran liegt, dass die Unternehmen nicht mehr investieren, wenn die Gewinnaussichten (in Form von Geldüberschüssen) schlecht sind. Und wenn sie nicht investieren, dann werden die Gewinnaussichten um so schlechter. Ein Teufelskreis.

      In der Startphase investieren die Unternehmen gerne, weil die (Tilg-)Aussichten gut sind. Dann kann es zu Inflation kommen, wenn die Haushalte nicht sparen, weil noch zu wenig Produkte verfügbar sind. Wird ausreichend gespart (Geld teilweise nicht ausgegeben) dann kommt es in der Regel zu einem Boom, der oft plötzlich abbricht und die Spirale geht in die andere Richtung nach unten, weil wieder zu viel gespart wird. Aber auch wenn in dieser Situation nicht gespart werden würde, fehlte das Geld um für alle Unternehmen Gewinne zu ermöglichen. Volkswirtschaftlich gesehen kann das eben nur längerfristig funktionieren, wenn die Wirtschaft ständig wächst, das heisst, wenn die Verschuldung ständig zunimmt.

      Die Gewinne benötigen die Unternehmen um Rücklagen zu bilden, um Ausrüstungskredite zu tilgen und um Zinsen etc. bezahlen zu können.

      Das Credo des Debitismus lautet: „Verschulde andere stets mehr als du dich vorher verschuldet hast“. Und genau das ist ein Systemfehler. Eigentlich müsste das Motto heissen: „Verschulde andere stets NUR SO VIEL, wie du dich vorher verschuldet hast“. Nur, wo sollen dann die Gewinne herkommen? Das wäre ja ein Nullsummenspiel.

      Ein Trick, dies zu umgehen wäre: Die Unternehmen müssten (ihre eigenen) Gewinne neben der Produktion ebenso vorfinanzieren!
      Leider geht das aber im derzeitigen Bankensystem nicht. Denn um die Gewinne vorfinanzieren zu können müssten sich die Unternehmen auf einer anderen Ebene verschulden können um Sparguthaben zu kaufen, um ihre Ausrüstungskredite zu tilgen und um Zinsen zu bezahlen. All dies müssten sie VOR dem Verkauf der Produkte bezahlen um dann die dabei entstandene Schulden beim Verkauf an ihre Kunden weiter geben.

      Hier wäre ein Bankensystem notwendig, das mit mindestens zwei Saldensystemen operiert.

      ……………………………………..
      Der pragmatische Lösungsansatz von Michael Stöcker (wenn ich es richtig verstanden habe) ist nun der, dass der Staat Geld in Form einer „Citoyage“ schöpft und dieses laufend an die Bürger auszahlt. Das so in Umlauf gebrachte Geld würde dann aber auch laufend wieder durch Steuern eingezogen. Und zwar so, dass ständig ein einigermassen gleichbleibender Geldüberschuss im Verkehr verbleibt.

      Mit Hilfe dieser Citoyage wäre es möglich, dass die Unternehmen in ihrer Gesamtheit auch ohne Wachstum Gewinne machen könnten, obwohl es sich volkswirtschaftlich gesehen, eigentlich um ein Nullsummenspiel handelt.

      Beste Grüsse, enrico

    • Lieber enric(L)ö(li)

      Sie schreiben:
      „Sehe die Sache so: Die Arbeiter erbringen Vorleistung durch Geben von Arbeitsergebnissen an die Unternehmen. Bis zur Beendigung der Produktion können sie die Produkte, die sie gerade herstellen noch nicht kaufen, einfach weil sie noch nicht fertig sind. Klar, das ist trivial: Bevor man konsumieren kann, müssen die (Konsum-) Produkte erst einmal hergestellt werden.“

      Klar. Während 25 Tagen verhungern und verdursten die Arbeiter, bis sie dann endlich ihre hergestellten Produkte kaufen können.

      „Die Arbeiter müssen aber von etwas Realem leben. Es muss also irgendwo reale Überschüsse geben, die an die Arbeiter verkauft werden können.“

      Klar, Karl Marx lässt grüssen, denn das Kapital ist ja da… Woher nehmen denn diese Arbeiter die „realen Überschüsse“?

      „Das ist Überschuss-Konsumverzicht des Bauern, er verzichtet darauf, seine reale Überschüsse zu konsumieren.“

      Ja, der Bauer ist lieb. Er verzichtet auf sein Einkommen, das er benötigt, um seine Kosten zu decken. Liebe Grüsse an die Bauern, die einfach auf ihr Einkommen verzichten zu Gunsten der lieben Mitmenschen!

      Merken Sie nicht, welchen Quatsch Sie verzpapfen? Eine weitere Stellungnahme zu Ihrem Unsinn kostet mich zu viel Lebenszeit, welche ich leider nicht im Überfluss habe.

      Höfliche Grüsse

      Johannes

    • @ Johannes der Deppitist

      digó Johannes:
      „““““Klar. Während 25 Tagen verhungern und verdursten die Arbeiter, bis sie dann endlich ihre hergestellten Produkte kaufen können.““““

      dice enrico:
      Sobald die Arbeiter ihren Lohn erhalten, gehen sie zum Bauern und kaufen diesem seine realen Überschüsse ab. Gut, bleibt jetzt noch die Frage von was die Arbeiter wohl leben bis sie ihren Lohn erhalten. Sie müssen irgendwie einen Monat überbrücken, entweder aus eigenen Vorräten, aus der Natur oder eben mittels einem kurzfristigen Konsumkredit. Mit letzterem kaufen sie reale Überschüsse des Bauern und tilgen den Kredit in erträglichen Raten. Um die Raten zahlen zu können muss der Arbeiter etwas auf Konsum verzichten. Ist der Kredit einmal getilgt, dann kann er ohne einen neuen Konsumkredit zu benötigen weiter arbeiten und von seinem laufenden Gehalt leben. Ab diesem Moment können die Arbeitenden laufend mit dem Gehalt der jeweils aktuellen Periode die Produkte aus der Vorperiode erwerben. Was ist das Problem?

      digó Johannes:
      „““““““Ja, der Bauer ist lieb. Er verzichtet auf sein Einkommen, das er benötigt, um seine Kosten zu decken. Liebe Grüsse an die Bauern, die einfach auf ihr Einkommen verzichten zu Gunsten der lieben Mitmenschen! „““““““

      dice enrico:
      Nein, der Bauer muss nicht unbedingt lieb sein (obwohl ja alle schweizer Bauern saulieb sind). Er verkauft seine realen Überschüsse an den Arbeiter, also verzichtet er zwar auf seinen realen Überschuss (die Herdöpfel), erhält dafür aber Geld vom Arbeiter. Ein Aktiventausch. (Schweizer Bauern sind lieb und lieben Geld sehr). Der Bauer muss also NICHT auf sein Einkommen verzichten! Und mit diesem Geld kann der Bauer seine Kosten decken. Was ist das Problem?

      Fazit: Man kann seinen laufenden, realen Bedarf zum Leben meinetwegen „Urschuld“ nennen, aber es bleibt dennoch einfach nur der (Eigen-)Bedarf, den es zu decken gilt. Ohne Natur können wir diesen Bedarf jedoch (volkswirtschaftlich gesehen) nicht decken. Denn, es ist letztlich die Natur, die diesen Bedarf deckt. Es ist die Natur, die uns am Leben hält, auch wenn wir selber auch noch unseren Beitrag dazutun müssen. Diejenigen, die näher an der Natur sind (der Bauer), müssen diejenigen, die nicht so nah an der Natur sind (der Arbeiter) vor-versorgen. Was ist das Problem?

      War diese Aussage jetzt wirklich Quatsch und Unsinn?

      PS: Carlo Marx geht mir am A… vorbei.

      LG, enrico-Löli

    • Lieber enrico

      „Gut, bleibt jetzt noch die Frage von was die Arbeiter wohl leben bis sie ihren Lohn erhalten. Sie müssen irgendwie einen Monat überbrücken, entweder aus eigenen Vorräten, aus der Natur oder eben mittels einem kurzfristigen Konsumkredit.“
      Ihre Eltern sind sehr zu beneiden, denn als Sie geboren wurden, waren Sie selbstständig und haben sich selbst gewickelt, das Füdli geputzt und auch noch den Lohn nach Hause getragen, um sich selbst zu ernähren. Hut ab, chapeau! Sie müssen wirklich ein Wunderkind gewesen sein, das sich nun selbst als enrico-Löli bezeichnet. Naja, Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung. Also: Weiterhin gute Besserung!

      Herzliche Grüsse und beste Besserungswünsche

      Johannes

    • @Johannessss

      „““““Ihre Eltern sind sehr zu beneiden, denn als Sie geboren wurden, waren Sie selbstständig und haben sich selbst gewickelt, das Füdli geputzt und auch noch den Lohn nach Hause getragen, um sich selbst zu ernähren. Hut ab, chapeau! „““““

      Ja,ja, eben….nehmen sie sich da nur mal ein Beispiel!
      ….Dios, was für ein blöder Kommentar!

      Erwachsenen SORGEN für die Kinder VOR und wenn sie dann mehr als erwachsen sind, die Erwachsenen, dann putzen die Kinder denen das Füdli. Dann SORGEN sie NACH, die Kinder. ….Was ist das Problem?

      Das ist menschliches Gemeinschaftsleben. Gut, bei Deppitisten wird es anders sein, die verschulden ja ihre Babies kurz vor der Geburt erst mal mittels einem knallharten Schuldkontrakt.

      Freundschaftliche Grüsse, Super-Löli-Baby (aka enrico)

    • @Dummkopf & @Johannes
      hallo zusammen…
      Die Vorfinanzierung ist zunächst einmal überhaupt kein Problem. Aber sie wird zu einem Problem, wenn dabei (laufend) mehr Schulden weiter gegeben werden als am Anfang aufgenommen wurde. Es ist das Eskalierende des Debitismus, das am Ende alles zerstört. Das hat PCM richtig erkannt, leider hat er sich aber keine Gedanken gemacht, wie man diesem Problem aus dem Wege gehen könnte.

      LG,enrico

  5. Dafür, dass Jordan & Co. nach Einschätzung mancher Kommentatoren und mitlesenden Foristen keine Ahnung von Recht und Buchhaltung haben, fällt das Ergebnis aber doch ganz ordentlich aus. Die Aktionäre wird es freuen. https://www.nzz.ch/wirtschaft/nationalbank-ld.1345605

    Ob nun der alte Grundsatz gilt: „Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln“ oder aber doch ein wenig mehr monetärer und auch juristischer Sachverstand dahinter steckt, überlasse ich den mitlesenden Foristen.

    LG Michael Stöcker

    • @Stöcker
      Sie sollten eigentlich wissen, dass dies fast ausschliesslich ein Buchgewinn ist. Ein realisierter Gewinn ist dies sicherlich nicht.

      Die SNB oder die Medien haben die Eigenart immer von Gewinn oder dann von Buchverlust der SNB zu schreiben. Buchgewinn oder Verlust habe ich seitens der SNB noch nicht gehört.

    • @Michsel Stöcker

      Dass die SNB Dollars seit 4.30 besitzt und über 200 Milliarden Euros bei über 1.40 gekauft hat übersehen Sie.

      Sie übersehen auch den gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden der Schweiz zugusten Europas und der USA aufgrund des Kapitalexports.

      Ich nehme an, Sie sind Deutscher. Die freut’s natürlich.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  6. @ Hardy, der Student

    Danke für den Link, der meine Vermutung bestätigt, dass die SNB das Münzgeld genau so verbucht wie die Bundesbank. Bei der Bundesbank sind es Ende 2016 ca. 1 Mrd.

    Ansonsten muss ich aber leider feststellen, dass auch Sie mehr zur Verwirrung beitragen als zur Entwirrung. Ich hatte schon weiter unten darauf hingewiesen, dass sich die unterschiedliche Bilanzierung von Münzgeld (Aktivum) und Banknotenumlauf (Passivum) aus der Historie ergibt, als Banknoten tatsächlich noch in vollwertige Kurantmünzen umgetauscht werden konnten.

    Wie viele Münzen und Banknoten tatsächlich in Umlauf sind hängt aber doch nicht daran, ob die ZB eine Anleihe erwirbt oder nicht, sondern ausschließlich an den Zahlungsgewohnheiten der Bevölkerung. Je stärker der Trend zum bargeldlosen Zahlen per Handy-App geht (Schweden ist hier mit Swish Vorreiter: http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=6251539 ), desto geringer wird zukünftig der Banknotenumlauf sein.

    Richtig ist allerdings, dass eine ZB im Zusammenspiel mit dem Finanzministerium und den Geschäftsbanken immer zusätzliches neues Geld – und somit auch reale Nachfrage – erzeugen kann. Aber auch hier wirkt die Gewaltenteilung im System von Checks and Balances. Wenn sich das Finanzministerium am ZLB verweigert, dann ist auch eine ZB mit ihrem Latein sehr schnell am Ende. Auch hier gilt: It takes two to tango.

    Aber selbst dann, wenn beide mitspielen, gilt immer noch die alte Erkenntnis von James Tobin: There is no such thing as a widow’s cruse: https://www.concertedaction.com/2013/08/26/james-tobin-banking-and-the-widows-cruse/

    LG Michael Stöcker

    • Hallo Herr Stöcker,

      seien Sie vorsichtig mit den Münzen im Eurobereich, da gibt es Besonderheiten. Ich gehe jetzt aber nicht weiter darauf ein.

      Sie schreiben:
      „Ansonsten muss ich aber leider feststellen, dass auch Sie mehr zur Verwirrung beitragen als zur Entwirrung.“

      WAS ist an meiner Darstellung verwirrend?
      Glasklar benenne ich den Gläubiger, der zu den Schulden gehört, welche die SNB unter „Notenumlauf“ ausweist.
      Glasklar erkläre ich, warum der Geldscheinhalter nichts von der SNB fordern kann.
      Glasklar erkläre ich, warum eine Geschäftsbank keine Wertberichtigungen auf ihre Giroguthaben bei der SNB vornehmen muss, wenn die SNB überschuldet ist.
      Glasklar erkläre ich, warum eine ZB mit negativen Eigenkapital weiter agieren kann.

      Die Geldscheine sind nichts anderes als „Münzen aus Papier“.
      Die Geldscheine sind Schweizer Franken.
      Die Münzen sind Schweizer Franken.
      Beides, Münzen und Geldscheine, ist Staatsgeld.

      Herr Stöcker, benennen Sie den Gläubiger, der zu den SNB-Schulden gehört, welche die SNB unter „Banknotenumlauf“ ausweist, bitte.
      Die Gläubiger, die zu den Giroverbindlichkeiten der SNB gehören, sollten ja wohl unstrittig sein.

      Sie schreiben:
      „Ich hatte schon weiter unten darauf hingewiesen, dass sich die unterschiedliche Bilanzierung von Münzgeld (Aktivum) und Banknotenumlauf (Passivum) aus der Historie ergibt, als Banknoten tatsächlich noch in vollwertige Kurantmünzen umgetauscht werden konnten.“

      Sie haben den entscheidenden Punkt nicht erwischt, der Banknotenumlauf (der diesen Namen verdient) ist bei der SNB null. Exakt null, weil die SNB keine einzige Banknote mehr emittiert.

      Da nützt Ihnen keine Historie, es zählen nur die Fakten.
      Die Franken-Scheine kann man bei der SNB nicht einlösen, damit ist die Banknote aus dem Rennen.

      Noch einmal: Wenn ein Staat die Einlösbarkeit von Banknoten aufhebt, dann entsteht automatisch Staatspapiergeld, wenn der Staat die „nicht einlösbaren Zettel“ zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt.

      Und genau das hat der Staat Schweiz gemacht:
      Er hat die Einlösbarkeit der ehemaligen Banknoten aufgehoben und die „kastrierten Zettel“ zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Aus einem SNB-Schuldschein wurde ein Frankenschein.

      Ganz einfach nur Staatspapiergeld.
      Jeder Staat kann sein eigenes Staatsgeld in beliebiger Menge produzieren. Bringt er es mit Köpfchen in Umlauf, hat dieses Geld auch eine vernünftige Kaufkraft.
      Bringt er es wie ein Bekloppter in Umlauf, dann kann die Kaufkraft in Windeseile ruiniert werden.

      Die Kaufkraft des Geldes ist aber etwas anderes als das Geld selber.

      Freundliche Grüße!

    • Hardy der Student ist der einzige, der logisch und stringent argumentiert.

      @Stöcker: wieso glauben Sie, dass Vollgeld nicht funktioniert? Wo finde ich Ihre Argumente gegen Vollgeld?

    • Lieber Herr oder Frau Stadelmann

      Sie schreiben:

      „wieso glauben Sie, dass Vollgeld nicht funktioniert? Wo finde ich Ihre Argumente gegen Vollgeld?“

      Vollgeld kann nicht funktionieren, weil es kein werthaltiges Geld gibt, das für die emittierende Bank ein Aktivum ist. Das hiesse ja, dass es für die emittierende Bank ein Guthaben wäre. Würden Sie es begrüssen, wenn Sie der Bank Ihren Lohn schulden würden statt ein Guthaben zu besitzen?

      Selbst wenn es ein Passivum der Bank wäre, müssten Sie bei der Zentralbank z.B. einen Hypothekarkredit aufnehmen. Also läge alles Entscheidungsvermögen bei der Zentralbank, Ihnen diesen zu verweigern oder gutzuschreiben. Sie würden also all Ihre Möglichkeiten, einen Hypothekarkredit zu bekommen, aufgeben, um dann alles einer einzigen Instanz, nämlich der staatlichen Zentralbank, zu überlassen. Willkommen im Universum eines Karl Marx und seiner absolutistischen Theorie!

      Freundliche Grüsse

      Johannes

    • @Michael Stöcker

      Sehr geehrter Herr Stöcker

      Das mag für Sie gelten.

      Als verantwortungsvoller Oekonom mag ich nicht damit leben.

      Sie mögen damit leben.

      Ich nicht. Es gibt noch andere Kommentatoren und Leser hier.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  7. @ Dummkopf

    „Nein, die SNB schuldet mir persönlich nichts, da haben Sie recht.“

    Schön, dass wir in diesem Punkt jetzt einer Meinung sind.

    „Und die UBS schuldet und haftet mir für mein Geld, solange sie solvent ist.“

    Die UBS schuldet und haftet Ihnen gegenüber auch dann, wenn sie nicht mehr solvent ist. Es ist aber nun eine Frage der Einlagensicherungsfonds und auch des Insolvenzverfahrens, in welcher Höhe diese Schuld noch durchsetzbar/realisierbar ist. Die Insolvenz einer solch großen Bank wird man aber kaum zulassen; eine Abwicklung würde sich zudem über viele, viele Jahre hinziehen. In Euroland gibt es mittlerweile eine neue Regelung. Um eine Insolvenz zu vermeiden, sind nun nur noch 100.000 EUR pro Person und Bank abgesichert. Ich vermute, in der Schweiz wird es ähnliche Regelungen geben.

    „Und die SNB schuldet und haftet der UBS, solange erstere solvent bleibt, d.h., solange die Aktiven der SNB ihre Schulden decken.“

    Auch wenn es für einen Buchhaltungsexperten schwer zu verstehen ist: Für eine Zentralbank gelten andere Regeln als für ein gewöhnliches Unternehmen. Eine ZB kann auch mit negativem EK existieren. Warum ist das so? Weil ein Staat und somit auch die SNB (privat-staatliche Zwittergestalt) weiter existieren und eine ZB niemals in ihrer eigenen Währung zahlungsunfähig werden kann. Sie sollte es nur nicht übertreiben: https://www.snb.ch/de/iabout/snb/annacc/id/qas_eigenkapital_1#t14.

    „Also haftet schliesslich der Bürger/die Bürgerin via Staat und SNB.“

    Wenn die SNB Verluste einfährt, dann gibt es keine Ausschüttungen mehr. Insofern ist Ihr Hinweis auf eine indirekte Haftung der Bürger (geringere Ausschüttungen an die Kantone, Kantonalbanken und sonstigen Aktionäre) völlig korrekt. Zu den sonstigen Aktionären zählen allerdings nicht nur Schweizer Bürger: https://www.srf.ch/sendungen/info-3/wem-gehoert-eigentlich-die-schweizerische-nationalbank ab Minute 3:55.

    LG Michael Stöcker

    • Lieber Michael Stöcker

      Empfinden Sie Ihre letzten Kommentare nicht als Blabla, wie ich das tue?

      Nur soviel zu Ihrem Vermerk:
      „Für eine Zentralbank gelten andere Regeln als für ein gewöhnliches Unternehmen.“

      Eine Zentralbank macht den Staat und die Bürger kaputt, indem sie Geld druckt, das nicht gedeckt ist, d.h., wenn die Passiven nicht mehr durch die Aktiven gedeckt sind.
      Also auch da: Für eine Zentralbank gelten grundsätzlich die gleichen Regeln. Schauen Sie nach Venezuela, Simbabwe, Türkei usw. usf.. In den letzten 200 Jahren sind wohl ca. 200 Staaten insolvent geworden. Man muss sich halt einfach mal informieren, statt dumm herumzusabbern.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

    • @Dummkopf
      „“““Also auch da: Für eine Zentralbank gelten grundsätzlich die gleichen Regeln. Schauen Sie nach Venezuela, …“““

      Was Venezuela betrifft, da kann ich ein Lied singen.

      die laufende Verschuldung einer ZB (Geldemission) muss mit ihrer laufenden Entschuldung (Geld wieder einnehmen und vernichten) einigermassen übereinstimmen, das ist alles! In Venezuela ist das komplett aus dem Ruder gelaufen, zugunsten einer korrupten Clique, die sich an die Macht gemogelt hat.

      LG, enrico

  8. Korrigenda

    Sorry

    Natürlich sind auch Banknoten ein Darlehen an die SNB auf Sicht, da diese per Gesetz jederzeit an die SNB zurückgegeben werden können und die SNB diese annehmen muss.

    SNB Chef Jordan verbreitet eine Irrlehre, wenn er behauptet, die SNB müsse keine Banknoten annehmen.

    UBS Präsident Axel Weber, vormals Präsident der Deutschen Bundesbank, versteht das Kerngeschäft und die einschlägigen Gesetzestexte genau so wenig wie Jordan.

    Die Anforderungen an einen SNB- oder UBS-Chef sind also nicht sehr hoch.

    Ich empfehle beiden einen Grundkurs in Buchhaltung plus Recht.

    Marc Meyer

  9. Sehr geehrter Herr Stöcker

    Ich frage mich, ob Sie überhaupt wissen, wie Buchhaltung funktioniert:

    Wenn eine Bank bei der SNB ein Guthaben besitzt, und sie will dieses abbauen, so darf sie das.

    Ein Girohuthaben ist ja ein befristetes Darlehen an die SNB.

    Die SNB darf in diesem Fall der Bank nicht einfach eine Banknote übergeben. Das wäre ja nur ein Passivtausch aber keine Tilgung der SNB Schuld. Zudem wäre eine Banknote ein unbefristetes Darlehen.

    Laut Gesetz muss die SNB alle Banknoten jederzeit annehmen.

    Kommt hinzu, dass Banknoten nur gesetzliches Zahlungsmittel, solange diese ein Aktivum des Schuldners sind.

    Gemäss Gesetz sind auch nur Sichtguthaben gesetzliches Zahlungsmittel – nicht Sichtverbindlichkeiten.

    Die SNB besitzt ausschliesslich Sichtverbindlichkeiten in Franken.

    Nochmals anders ausgedrückt: Die Passivseite kann nur verkürzt werden, wenn die Aktivseite verkürzt wird.

    Bitte Buchhalrung studieren und Gesetzestexte korrekt lesen.

    Danke

    Marc Meyer

  10. Im Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel steht klipp und klar, dass die Notenbank Banknoten unbeschränkt zurücknehmen muss.

    3. Abschnitt Artikel 7 Absatz 3

    Damit ist der Irrtum von Herrn Jordan und Axel Weber ein für allemal widerlegt wonach die SNB keine Banknote zurücknehmen müsse.

    Die Zentralbankchefs verstehen nicht nur ihr ureigenstes Kerngeschäft nicht, sondern zudem die einschlägigen Gesetze auch nicht.

    Marc Meyer

  11. Sehr geehrter Herr Dr. Zenger,

    Schweizer Franken (= Geld des Staates Schweiz) sind immer ein Aktivum, deshalb zeigt uns die SNB auch die „Münz-Franken“, die sich in ihrem Eigentum befinden, auf ihrer Aktivenseite.
    https://www.snb.ch/de/mmr/reference/annrep_2016_jahresrechnung/source/annrep_2016_jahresrechnung.de.pdf

    Seite 178, Ende 2016 schlanke 234 Mios.

    In anderen Publikationen oft unter „sonstige Aktiven“ versteckt.

    Staatsgeld, ganz banales Staatsgeld, die Münzen und auch die Scheine.

    Die SNB hat keine Schulden aus Notenemission, wie sie uns vorgaukelt, die SNB schuldet dem Staat die Rückzahlung der ausgezahlten staatlichen Geldscheine.

    Hier nochmal die „lange Version“, wenn die SNB Geldscheine auszahlt.
    Die SNB hat Assets gekauft und den Banken ein Giroguthaben gutgeschrieben.

    Aktiven: Assets 500
    Passiven: Giroverbindlichkeiten 500

    So, nun möchten die Banken 200 ausgezahlt haben, in Geldscheinen.

    Die SNB nimmt also 200 von den staatlichen Geldscheinen, die bereits bei ihr lagern. Das ist praktisch schon die Kreditaufnahme der SNB beim Staat.
    Kurz ergibt sich diese Bilanz der SNB:

    Aktiven
    Assets 500
    Kasse (Geldscheine) 200

    Passiven
    Schulden beim Staat 200
    Giroverbindlichkeiten 500

    Das ist die „logische Sekunde“, in der die SNB die Geldscheine auf ihrer Aktivseite hat, von der z.B. Herr Menéndez sprach.

    Nun zahlt die SNB die 200 in Form von Geldscheinen aus.
    Die neue Bilanz:

    Aktiven: Assets 500

    Passiven:
    Schulden beim Staat 200
    Giroverbindlichkeiten 300

    Ganz leicht zu verstehen, gelle?

    Wenn ein Staat die Einlösbarkeit der Banknoten aufhebt, entsteht automatisch Staatspapiergeld.

    Hat sich noch nicht rumgesprochen, es ist aber so.

    Staatspapiergeld, und wie von Geisterhand passt alles perfekt. Alles kann blitzsauber erklärt werden.

    Freundliche Grüße!

    • Lieber Hardy

      Für die SNB sind Schweizer Franken ein Passivum, also Schulden.

      Sie schreiben:
      „Schweizer Franken (= Geld des Staates Schweiz) sind immer ein Aktivum“
      und:
      „Staatsgeld, ganz banales Staatsgeld, die Münzen und auch die Scheine.“

      Münzen werden von der SNB gekauft: Buchung: Münzen (= Aktiven) an Fremdkapital (= Passiven; Guthaben Staat resp. Swissmint). Münzen sind also klar ein Aktivum; Geldscheine sind allerdings eine Schuld der SNB (Buchung: Irgendwelche Aktiva/Guthaben Geschäftsbank resp. Staat usw.). Sie dürfen also Münzen und Geldscheine nicht in denselben Topf werfen.
      Buchung Münzen also: Kasse/Guthaben Swissmint.
      Buchung bei Buchgeld: (übrige) Aktiven/Fremdkapital. Dabei übergibt irgendeine Geschäftsbank der SNB ein Aktivum, um dafür Bar- oder Buchgeld zu bekommen (Repos), oder die SNB kauft am Offenmarkt irgendwelche Aktiven und gibt dafür Schuldanerkennungen (Buchgeld) aus.
      Das Buchgeld kann dann bei der SNB in Bargeld eingelöst werden. Buchung: Guthaben Bank/Bargeld.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

    • @Dummkopf

      Sie sind einer der wenigen, die es begriffen haben.

      Ihr Pseudonym ist nur Tarnung. Das ist mir klar

      Der Hardy ist mir nicht unsympathisch. Aber wenn der das wirklich ernst meint, was er hier seit 5 Jahren schreibt, tut er mir echt Leid – als Mensch.

      Es ist hoffnungslos bei ihm.

      Wenigstens hat er jetzt mit Michael Stöcker einen Diskussionspartner gefunden.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Hardy der ewige Student
      „““““Die SNB hat keine Schulden aus Notenemission, wie sie uns vorgaukelt, die SNB schuldet dem Staat die Rückzahlung der ausgezahlten staatlichen Geldscheine.““““

      Das ist zumindest eine originelle Auffassung. Aber, ist das nicht nur eine Verschiebung des Problems von der ZB zum Staat? Wie würde denn die Bilanz beim Staat aussehen? Da wäre doch auch das an die ZB übergebene „Staatsgeld“ ein Passiva des Staates, während auf der Aktiva-Seite die Forderung an die ZB stehen würde? oder nicht?

      LG, enrico

    • Hallo Enrico,

      Sie schreiben:
      „Aber, ist das nicht nur eine Verschiebung des Problems von der ZB zum Staat? Wie würde denn die Bilanz beim Staat aussehen? Da wäre doch auch das an die ZB übergebene „Staatsgeld“ ein Passiva des Staates, während auf der Aktiva-Seite die Forderung an die ZB stehen würde? oder nicht?“

      Nein, es ist keine Verschiebung des Problems, es ist die Lösung des Problems.
      Beim Staat entstehen dabei keine Schulden, wo sollten die denn herkommen und wer sollte der Gläubiger sein?

      Bei der Emission von Münzen entstehen dem Staat doch auch keine Schulden.
      (Vergütung von Swissmint und Orell Füssli außen vor.)

      Sie können es als ein „Sondervermögen“ des Staates betrachten, meine Bezeichnung lautet „Staatsschatzkammer“, die müssen Sie aber nicht übernehmen.

      Also, Geldscheine werden gedruckt, sagen wir, im Wert von 200 Milliarden Franken.
      Wenn Sie über dieses Sondervermögen des Staates bilanzieren möchten, gerne doch.
      In Milliarden Franken:
      Aktiven: Kasse 200
      Passiven: Eigenkapital 200

      Dem Finanzminister ist dieses Sondervermögen nicht zugänglich, nur und ausschließlich die SNB darf auf diese Kasse zugreifen, und das nur per Kredit.

      Wo lagert man also sinnvollerweise dieses Geld?
      Natürlich bei der SNB.
      Zahlt die SNB nun z.B. 80 Milliarden Franken in Geldscheinen aus, dann lautet die Bilanz des Sondervermögens so:

      Aktiven
      Kasse 120
      Forderung an SNB 80

      Passiven
      Eigenkapital 200

      Und diese Forderung des Staates in Höhe von 80 Milliarden Franken ist das passende Gegenstück zu den 80 Milliarden Franken, die die SNB unter „Notenumlauf“ als ihre Schulden ausweist, nachdem sie die Geldscheine in dieser Höhe ausgezahlt hat.

      Die SNB hat also keine Schulden aus „Notenemission“, die SNB schuldet dem Staat vielmehr die Rückzahlung des von ihr ausgezahlten Staatspapiergeldes.

      Erhält die SNB eine Einzahlung von Geldscheinen, dann läuft der geschilderte Prozess natürlich rückwärts, die SNB zahlt in diesem Fall das Papiergeld an die genannte staatliche Kasse zurück, dementsprechend verringern sich die Forderungen des Staates und die Schulden der SNB verringern sich ebenso.

      Die SNB gaukelt uns dann einen verringerten Notenumlauf vor, in Wahrheit hat sie einen Teil ihrer Schulden beim Staat beglichen.

      Freundliche Grüße!

  12. Moin, meine Herren,

    es handelt sich bei den Franken-Scheinen um Geldscheine. Es sind keine Banknoten.

    Hat man das verstanden, dann ist alles weitere ein Selbstläufer.
    Dann ist auch sofort klar, warum eine Zentralbank quietschvergnügt viele Jahre mit negativem Eigenkapital agieren kann.
    Dann ist auch sofort klar, warum ein Geldschein-Halter nichts von der SNB fordern kann.

    Herr Stöcker und Herr Keller, praktisch alles richtig, was Sie schreiben, warum halten Sie an Banknoten fest?

    Es sind Franken-Scheine, Geld-Scheine.

    Freundliche Grüße!

    • Lieber Hardy

      „Dann ist auch sofort klar, warum eine Zentralbank quietschvergnügt viele Jahre mit negativem Eigenkapital agieren kann.“

      Wieso verbreiten Sie als Deutscher denn nicht in Deutschland Ihren Quatsch?

      Wie jedes Unternehmen kann auch die SNB auf Dauer kein negatives Eigenkapital ausweisen ohne dabei Gefahr zu laufen, dass sie Konkurs geht oder der Franken wertlos wird.

      Studieren Sie also ganz schön weiter auf Kosten der Steuerzahler, denn solange Sie nicht wissen, was Geld ist und wie mühsam es verdient/erarbeitet werden muss, können Sie weiter philosophieren und Ihren Stumpfsinn verbreiten.

      Mit höflicher Empfehlung

      Dummkopf

    • warum überrascht es mich nicht, dass der Dummkopf offenbar ein Rassist ist?

    • @ Peter Keller
      Nennen Sie mich Rassist, wenn Sie wollen. Ich bin Schweizer und bin froh, nicht in Deutschland leben zu müssen. Und Sie sind offenbar zwar kein Rassist, sondern ein Linker.

      „Angriffe auf die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft

      1. Wer eine Handlung vornimmt, die darauf gerichtet ist,

      die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft zu verletzen oder zu gefährden,

      eine die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft gefährdende Einmischung einer fremden Macht in die Angelegenheiten der Eidgenossenschaft herbeizuführen,

      wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“
      StGB Art. 266

    • Tja, wir haben tolle Politiker, nicht.

      rund drei Viertel des Parlaments und Bundesrat gehören nach StGB Art. 266 also mind. 1 Jahr eingebuchtet.

    • Lieber Peter Keller

      Da stimme ich Ihnen sogar zu. Ob es nun eine Legende oder Wahrheit ist: Die französische Königin Marie Antoinette soll gesagt haben, dass die Armen eben Kuchen statt Brot essen sollen. Nun, es ist halt so, dass die UNUMGÄNGLICHE Vorfinanzierung früher oder später in den Ruin führen muss. Ob man das nun wahrhaben will oder nicht. Früher hatte man nicht die Studien eines Dr. Paul Martin und konnte dementsprechend auch irregeführt und aufgehetzt werden. Schlimm nur, dass man diese Studien heute nicht zur Kenntnis nehmen will, sondern sich weiter in die Irre führen lässt.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

  13. Ich erlaube mir folgende Bemerkungen, könnte es sein, dass beide Herr Meyer und Herr Stöcker recht haben? Denn gemäss NBG mhttps://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20021117/index.html#a9kjr ergeben sich zwei mögliche Anwendungsfälle:

    Art 9 NBG
    1 Zur Erfüllung der geld- und währungspolitischen Aufgaben nach Artikel 5 Absätze 1 und 2 kann die Nationalbank:
    a.
    für Banken und andere Finanzmarktteilnehmer verzinsliche und unverzinsliche Konten führen und Vermögenswerte in Verwahrung nehmen;
    Wenn die SNB unter diesen Bedingungen EUR kauft, dann sieht die Geschäftsbank, dass die SNB das Gegenüber des Geschäftes ist. Somit ergäbe sich rechtlich eine Verwahrung der Euros durch die SNB. Der Eigentümer der Euros wäre immer noch die Geschäftsbank. Und wenn diese Verwahrung auf Sicht abgeschlossen worden wäre, müsste die SNB auf verlangen der GB die Euros sofort raus rücken.

    Art 9 NBG
    1 Zur Erfüllung der geld- und währungspolitischen Aufgaben nach Artikel 5 Absätze 1 und 2 kann die Nationalbank:

    c.
    auf den Finanzmärkten auf Schweizerfranken oder Fremdwährungen lautende Forderungen und Effekten sowie Edelmetalle und Edelmetallforderungen (per Kasse oder Termin) kaufen und verkaufen oder damit Darlehensgeschäfte abschliessen;

    Bei diesem zweiten möglichen Anwendungsfall sieht die GB eben nicht wer das Gegenüber ist. Die UBS, wenn sie EUR verkaufen möchte, weiss nicht wer der Käufer war. Es könnte die CS sein oder eben auch die SNB. Momentan ist es ja eher so, dass die SNB eben mehr CHF für 1 EUR zahlt als andere Geschäftsbanken und somit häufig als Käufer hervor geht.

    • Sehr geehrter Herr Hügli

      Die SNB kauft ihre Euros durch eine Fremdfinanzierung, die auf Sicht fällig wird.

      Die SNB nimmt also ein auf Sicht fälliges Darlehen auf.

      Deshalb muss die SNB ihre offene Schuld gegenüber den Banken wieder zurückzahlen, wenn die Banken das wollen.

      Die SNB kann ihre Schuld nur tilgen, wenn sie dafür ein Aktivum hergibt.

      Die SNB kann ihre Schulden alsö nur bezahlen mit allem anderen – nur nicht mit Notenbankgeld.

      Die Herren Zenger und Stlcker irren also, wenn sie meinen, die SNB könne ihre Schulden ausschliesslich mit Notenbankgeld bezahlen.

      Genau das kann sie nicht. Notenbankgeld ist exakt die Schuld der Notenbank.also kann sie ihre Schulden nicht mit noch mehr Schulden abbauen.

      Eigentlich common sense.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  14. @Herr Stöcker

    Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind ein befristetes Darlehen der Banken an die SNB – keine definitive Finanzierung wie bei Eigenkapital.

    Die SNB hat ihr Gold und ihre Devisen nicht abschliessend gekauft, sondern über ein befristetes Darlehen auf Sicht.

    Das ist der grosse Unterschied zu einer Finanzierung mit Eigenkapital.

    Ich sage ja schon lange, SNB-Chef Jordan verwechselt Fremd- und Eigenkapital der SNB miteinander.

    Die Herren Thomas Jordan (SNB-Präsident) und Axel Weber (UBS-Präsident, vormals Präsiden der Deutschen Bundesbank) verstehen ihr ureigenstes Kerngeschäft nicht.

    Blamabel.

    Marc Meyer

  15. SNB-Chef Thomas Jordan oder sein ehemaliger Kollege bei der Deutschen Bundesbank Axel Weber, jetzt Präsident der UBS, argumentieren wie folgt: Würde ein Privatmann zur SNB gehen mit einer Banknote, so könne er damit kein Gold einfordern.

    So weit so gut.

    Nun kommt aber die irrige Schlussfolgerung: Weil ein Privater kein Gold einfordern könne, müsse eine Zentralbank ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Aus Fremdkapital würde Eigenkapital der SNB.

    Das ist falsch. Warum?

    Ein Privater kann zu seiner Bank gehen und dort mit seiner Banknote Gold kaufen. Die Bank kann die Banknote bei der SNB in ein Giroguthaben umwandeln und die Bank darf ihr Giroguthaben bei der SNB jederzeit auf Sicht verringern.

    Konklusion: Ein Privater kann seine Banknote jederzeit gegen Gold oder einen anderen Vermögenswert umwandeln und die SNB muss liefern. Nicht direkt aber indirekt über eine Bank mit Konto bei der SNB.

    Warum muss sie liefern?

    Weil die SNB ihr Vermögen mit Fremdkapital finanziert hat. Sie hat es nicht mit Eigenkapital finanziert. Hätte sie mit Eigenkapital finanziert, so müsste sie nicht liefern. Das übersehen hier die Herren Zenger, Stöcker und Keller.

    Da die SNB aber eine Schuld auf Sicht eingegangen ist, muss sie auf Sicht liefern.

    Würde sie nicht liefern, so wäre das eine Enteignung der Banken durch die SNB. Warum?

    Die SNB könnte beispielweise zur UBS gehen und befehlen: Gib mir Kapital – und dieses Kapital kriegst Du, UBS, nie mehr zurück.

    Das ist doch absurder Unfug, den da Jordan und Axel Weber kolportieren.

    Giroguthaben sind gesetzliches Zahlungsmittel – Giroguthaben – nicht Giroverbindlichkeiten.

    Die SNB besitzt aber Giroverbindlichkeiten – nicht Giroguthaben. Das sollten die Herrn Jordan und Weber endlich kapieren.

    Notebankgeld ist nur Zahlungsmittel, auch gesetzliches Zahlungsmittel, wenn es ein Aktivum ist – nicht wenn es Passivum.

    Wenn ein Privater mit einer Banknote eine Schuld abbaut, so verkürzt sich die Bilanz. Bei der SNB hingegen verlängert sie sich bei Emission einer Banknote. Also kann sie so ihre Schulden nicht abbauen.

    Alles andere ist grober Unfug.

    Bilanztechnisch ausgedrückt: Die Passivseite kann nur verringert werden, wenn die Aktivseite verringert wird.

    Wir haben Vertragsfreiheit in der Schweiz. Wenn die SNB ein Darlehensgeschäft eingegangen ist, so ist sie verpflichtet, ihre Schuld zurückzuzahlen.

    Die SNB hat kein Recht, ihre Schuld nicht zurückzuzahlen.

    Nun hat di eBank od England eindlich eingesehen, dass Notenbankgeld eine Schuld der Zentralbank ist. Alle sagen: Ja das ist richtig. Aber nur wenige haben begriffen, was das heisst. Die Zentralbanken selber haben es offensichtlich auch immer noch nicht kapiert.

    Eine Schuld muss zurückbezahlt werden. Kürzeste Option „auf Sicht“oder längste Option bei Liquidation des Schuldners. Aber sie muss zurückbezahlt werden.

    Die Giroguthaben der SNB unterstehen der kürzesten Option – auf Sicht.

    Zudem bezeichnet die UBS ihre Guthaben bei der Zentralbank als Guthaben auf Sicht von 1 Monat. Also muss die SNB innerhalb dieser Zeit liefern, wenn di eUBS das so will.

    Es gibt nirgends im Gesetz einen Passus, der besagt, die SNB müsse ihre Schulden nicht bezahlen.

    Es gibt auch nirgends im Gesetz ein Passus, der besagt, die SNB müsse oder könne gegen eine Banknoten nur eine andere Banknote geben.

    Das ist ein Hirngespinnst der Herren Axel Weber und Thomas Jordan. & Co.

    Sorry. Es muss hier einmal klar ausgedrückt werden, sonst dreht sich diese Spinnerei der Zentralbanker endlos im Kreis.

    Marc Meyer

  16. Lieber Marc Meyer,

    Sie schreiben:

    „Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind umgekehrt Sichtverbindlichkeiten der SNB gegenüber den Banken. So definiert die SNB auch in ihrer Bilanz.
    Sichtverbindlich bedeutet, auf Sicht fällig.

    D.h. die SNB muss sofort liefern, wenn die Bank will.“

    Das ist völlig korrekt, was Sie hier schreiben. Und zu was ist die SNB verpflichtet? Zur Lieferung des gesetzlichen Zahlungsmittels, aka Banknoten. Zu etwas anderem ist die SNB nicht verpflichtet; es sei denn, es folgt aus den befristeten Transkationen, die aber schon seit einiger Zeit bei der SNB und auch der Bundesbank keine Rolle mehr spielen (siehe meine Antwort an den Buchhaltungsexperten).

    „Ich habe nicht mit dem absurden Auto-Beispiel begonnen – Sie haben.“

    Was bitte schön ist daran absurd, wenn die SNB einen PKW erwirbt? Sie lenken ab.

    „Auch eine Zentralbank kann ihre Passivseite nur verkürzen, wenn sie Ihre Aktivseite verkürzt.

    Das bedeutet: Auch Zentralbank muss Vermögen verkaufen.

    So einfach Herr Stöcker.“

    Ja, so einfach ist das, Herr Meyer. Allein: Was hat das mit der Fragestellung zu tun, ob eine Banknote eine Schuld der SNB ist? Sie verweigern sich hier der Fragestellung, welche Folgen definitive Käufe einer ZB haben. Auch der Kauf eines PKW ist ein definitiver Kauf. Ein definitiver erfüllter Kaufvertrag verpflichtet zukünftig zu NICHTS.

    So einfach, Herr Meyer.

    LG Michael Stöcker

    • Sehr geehrter Herr Stöcker

      Giroverbindlichkeiten sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Giroguthaben sind gesetzliches Zahlungsmittel. Verbindlichkeiten nicht.

      Die SNB besitzt Giroverbindlichkeiten – nicht Giroguthaben. Also kann sie mit ihren Giroverbindlichkeiten keine eigenen Schulden abbauen.

      Herr Stöcker – Sie kämpfen auf verlorenem Posten.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  17. Lieber Dummkopf,

    Sie schreiben:

    „Ich, als Dummkopf, habe bei der SNB kein Konto.“

    Das gilt wohl für die Mehrheit der Schweizer Bürger, die nicht Mitarbeiter der SNB sind. Auch die Bundesbankmitarbeiter genießen dieses Privileg: http://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/finanzwaechter-was-bundesbanker-auf-dem-konto-haben/8050046.html.

    Nur: Die SNB hat Sie in meinem Beispiel mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel bezahlt. Für Barzahlungen benötigen auch Sie kein Konto.

    Aber selbst dann, wenn Sie mit der SNB eine bargeldlose Zahlung vereinbart haben sollten, überweist sie Ihnen diesen Betrag auf Ihr Konto, das Sie z. B. bei der UBS unterhalten. In diesem Falle steigt nicht der Bargeldumlauf sondern das Giroguthaben, das Ihre Bank bei der SNB unterhält.

    Was schuldet Ihnen nun die SNB?

    NICHTS, da Sie ja der bargeldlosen Zahlung zugestimmt haben. Und was schuldet Ihnen die UBS? Richtig: Das Bargeld oder aber die schuldbefreiende Übertragung dieses Anspruchs auf einen Dritten durch die Erteilung eines Überweisungsauftrags.

    Und was schuldet Ihnen die SNB, wenn die UBS Ihnen die gewünschten Banknoten auszahlt?

    Immer noch nichts. Wenn Sie Ihre vermeintliche Forderung durchsetzen möchten, dann werden die freundlichen Mitarbeiter der SNB in Zürich und/oder Basel Ihnen den Weg zum nächstgelegen Coop in der Bahnhofstrasse 57/Aarbergergasse 53 weisen. Dort haben Sie sodann Gelegenheit dasjenige zu tun, was wohl die meisten Menschen mit gesundem Verstand tun: Sie kaufen Brot, Milch und etwas Gemüse und geben dafür ihre Zahlungsmittel als Gegenleistung. Ob es schon Buchhalter gegeben hat, die vor den SNB verhungert sind, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis 🙂

    „Dies übersehen die Vollgeldvertreter leider vollkommen.“

    Die Vollgeldvertreter übersehen so einiges; Sie aber leider ebenso. Und falls Sie mich in der Vollgeldecke verorten sollten: Weit gefehlt. Hier bin ich mit Ihnen ganz einer Meinung: Die Vollgeldidee basiert auf den monetaristischen Irrlehren und führt selbst kluge Leute wie z. B. Norbert Häring von Handelsblatt hinter die Fichte (siehe hierzu meine Diskussion mit Häring vor Ort: https://zinsfehler.com/2015/01/20/qe-versus-ml/#comment-207 ). Und das liegt in der Tat an der fehlenden notwendigen Voraussetzung für ein adäquates Geldverständnis. Und diese notwendige Voraussetzung scheinen Sie ja als selbsternannter Buchhaltungsexperte mitzubringen. Aber für ein hinreichendes Verständnis muss man sich schon auch noch mit dem Instrumentenkasten der ZBen auskennen. Und neben den befristeten Operationen (Sie haben die Repogeschäfte genannt), gibt es eben auch definitive Ankäufe von Devisen, Gold, etc. Die ZB schuldet einer GB lediglich etwas aus befristeten Transaktionen (siehe Peter Keller), nicht aber aus definitiven Käufen; da gibt es kein Vertun.

    Insofern sollten Sie Ihre Position doch noch einmal neu durchdenken, damit nicht ich Ihnen gegenüber den Vorwurf erheben muss, dass Sie zahlreichen Mitbürgern nicht bloß ihre Zeit stehlen, sondern zudem in die Irre führen.

    Und das Thema Repo ist nicht nur für die SNB schon seit geraumer Zeit Toast: https://www.snb.ch/de/ifor/public/qas/id/qas_repos#t4

    LG Michael Stöcker

    • Lieber Michael Stöcker

      „Was schuldet Ihnen nun die SNB?“

      Nein, die SNB schuldet mir persönlich nichts, da haben Sie recht. Aber der UBS – wie Sie sie beispielhaft erwähnen -, hat ein Guthaben bei der SNB.

      Und die UBS schuldet und haftet mir für mein Geld, solange sie solvent ist. Und die SNB schuldet und haftet der UBS, solange erstere solvent bleibt, d.h., solange die Passiven der SNB ihre Schulden decken. Also haftet schliesslich der Bürger/die Bürgerin via Staat und SNB.

      „Insofern sollten Sie Ihre Position doch noch einmal neu durchdenken, damit nicht ich Ihnen gegenüber den Vorwurf erheben muss, dass Sie zahlreichen Mitbürgern nicht bloß ihre Zeit stehlen, sondern zudem in die Irre führen.“

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

    • Sorry, hätte natürlich heissen müssen:
      „Solange die AKTIVEN (nicht Passiven) die Schulden decken.“

    • Gesetzliches Zahlungsmittel gem. Art. 2 c) Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel = auf Franken lautende Sichtguthaben bei der SNB.
      Giroguthaben der Banken bei der SNB sind demnach gesetzliches Zahlungsmittel für die Banken, die Giroguthaben bei der SNB halten. Für die SNB sind diese aber keine Guthaben sondern eben Verbindlichkeiten = Fremdkapital. Nur ein Aktivum kann Zahlungsmittel sein; das gilt auch und erst recht für die SNB. Daraus folgt, dass die Banken ihre Giropositionen bis auf die Mindestreserve jederzeit bei der SNB abbauen dürfen. Das geht nur gegen Herausgabe von Aktiven der SNB. Hr. Meyer erklärt’s seit Jahren. Bittere Erkenntnis, dass die SNB Bilanz unnötigerweise zu einer tickenden Zeitbombe geworden ist, aber immer noch besser als weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken.
      Freundliche Grüsse Rico Meier

    • sorry ich kann es mir hier einfach nicht verkneifen.

      @Dummkopf

      Sie schreiben von „ihrem“ Geld.

      „Und die UBS schuldet und haftet mir für mein Geld, solange sie solvent ist.“

      Sind Sie da sicher?

      Was für rechtliche Stellungen gibt es?
      Wer ist im Besitz?
      Wer ist Eigentümer?
      Wer ist Begünstigter?
      Wer ist Verfügungsberechtigter?
      Unter welchem Rechtssubjekt wird das Konto geführt?
      Wer sind Sie (rechtlich gesehen)?

    • Lieber Peter Keller
      Juristisch sind Besitz und Eigentum zwei ganz unterschiedliche paar Schuhe. Also: Nicht alles durcheinanderwirbeln!
      „Was für rechtliche Stellungen gibt es?“
      Eigentümer ist derjenige, der die Vollherschaft über eine Sache hat.
      „Wer ist im Besitz?“
      Besitzen tut derjenige, der die Sache hält, aber er ist nicht gezwungenermassen der Eigentümer.
      „Wer ist Begünstigter?“
      Derjenige, der etwas zugut hat.
      „Wer ist Verfügungsberechtigter?“
      Jemand, der über ein Konto oder Vermögen verfügen darf.
      „Unter welchem Rechtssubjekt wird das Konto geführt?“
      Dem Eigentümer resp. Gläubiger (Guthabenbesitzer) oder allenfalls Schuldner (Sollkonto).
      „Wer sind Sie (rechtlich gesehen)?“
      Ein Schweizer Bürger, der seine Rechte und Pflichten gewissenhaft wahrnimmt statt dumm zu schwafeln.
      Die meisten Ihrer Fragen sind im OR geregelt.

    • @Dummkopf

      die Art Ihrer Antwort zeigt, dass Sie sich der rechtlichen Problematik überhaupt nicht bewusst sind.

      Nun ja, Ihre Zeit dafür wird irgendwann noch kommen.

    • @Rico Meier

      Genau. Die Zentralbanken verwechseln unbeirrt ihre Verbindlichkeiten mit Guthaben.

      Jawohl. Die Zeitbombe tickt.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Lieber Peter Keller

      Was erwarten Sie denn von einem Dummkopf? Der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist, dass ich weiss, dass ich ein Dummkopf bin.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

  18. Weshalb bezeichnet denn die UBS ihre Guthaben bei Zentralbanken als Guthaben mit Fälligkeit von 1 Monat?

    Es geht immerhin um über 100 Milliarden allein bei UBS.

    Axel Weber versteht offenbar die Bilanz auch nicht.

    Scheint nicht so wichtig. Man kann trotzdem Chef der Deutschen Bundesbank und der UBS werden.

    Marc Meyer

  19. Lieber Peter Keller

    Hä?

    Sie behaupteten: „Sie hat keinerlei Anspruch sich Gold auszahlen zu lassen!“

    Und jetzt ist da plötzlich: „ein separates Geschäft. Sie vermischen hier absichtlich 2 verschiedene Dinge.“

    Dann unterstellen Sie mir auch noch frech: „Die Ausgangslage war, dass die SNB das Gold kauft und nicht mittels Repo in Besitz nimmt.“

    Da Sie offenbar von Repos keine Ahnung haben, denn dabei kauft die SNB vorübergehend Aktiven, sollten Sie sich vielleicht mehr bilden als einbilden und mir etwas zu unterstellen. Meine Ausführungen waren korrekt, was immer Sie dann hineininterpretieren und „die Realität zurecht biegen, sodass die Ideologie wieder (mit Ihren seltsamen Vor- und Unterstellungen) passt“.

    Freundliche Grüsse

    Dummkopf

    • Sie wollen es offenbar wirklich nicht verstehen.

      Wenn jemand Banknoten aber keinen Vertrag mit der SNB hat, besteht für die SNB keine Pflicht dem jemand dafür Gold zu geben.

      Ein Repo ist ein Vertrag.
      Wenn man ein Vertrag macht der regelt, dass die SNB mit Gold bezahlt, besteht selbstverständlich eine Verpflichtung.

      Sie antworteten ursprünglich auf folgende Ausgangslage von Herrn Stöcker:

      „Die SNB kauft einem beliebigen Dummkopf einen Barren Gold ab und bezahlt diesen Dummkopf in bar. Die Zentralbank verbucht diesen Vorgang als Goldzugang auf der Aktivseite ihrer Bilanz und auf der Passivseite steigt der Banknotenumlauf in gleicher Höhe.“

      Sie erfinden hier einfach einen Repo dazu.

    • @Peter Keller

      Die Bank darf jederzeit Banknoten gegen Giroguthaben umtauschen und Giroguthaben abbauen gegen einen Vermögenswert der SNB.

      Also Banknote nicht direkt einlösen gegen Gold aber indirekt einlösen über Bank mit Konto bei der SNB.

      SNB muss Sichtverbindlichkeiten auf Sicht einlösen.

      Zudem egal von wem die Initiative ausgeht.

      Banken müssen ihre Guthaben bei SNB so oder so bewerten. Bei neg. EK Wertberichtigung.

      So oder so. SNB ist dann Konkurs.

      Marc Meyer

    • Jaja, Peter Keller:
      „Sie hat keinerlei Anspruch sich Gold auszahlen zu lassen!“

    • @ Herr Dr. Meyer & Dummkopf

      Schön, dass Sie schlussendlich doch einverstanden sind.

    • Richtig.

      Etwas anderes habe ich nicht behauptet.

      Ich sage nur, dass man ohne rechtliche Grundlage (z.B. ein Vertrag) kein Recht hat die Auszahlungsart zu wählen.

      Wenn jemand mit einer 200er Banknote zur SNB geht, kann er die Note z.B. für zwei 100er eintauschen. Aber er hat keinen Anspruch auf den Gegenwert in Gold. Die Banknoten sind nicht mit Gold gedeckt. Dachte das sollte mittlerweile überall angekommen sein…
      Die SNB kann freiwillig ein Kaufvertrag eingehen und das Gold verkaufen, muss aber nicht.

    • genau, die SNB kann z.B. neu gedruckte Banknoten rübersenden.
      Also mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel.

  20. Sehr geehrter Christoph Zenger

    Sie schreiben:
    „Seit der Aufhebung der Golddeckung durch Präsident Nixon im Jahre 1971 sind die meisten Währungen der westlichen Welt reines Fiatgeld. Was heisst das? Zur Beantwortung der Frage beziehe ich mich ganz bewusst – wie übrigens soweit möglich im ganzen Text – auf keine Lehrbücher oder anderes universitäres Material. In Wikipedia (Stand 3.9.2017) steht:
    „Fiatgeld (…) ist Seit der Aufhebung der Golddeckung durch Präsident Nixon im Jahre 1971 sind die meisten Währungen der westlichen Welt reines Fiatgeld. Was heisst das? Zur Beantwortung der Frage beziehe ich mich ganz bewusst – wie übrigens soweit möglich im ganzen Text – auf keine Lehrbücher oder anderes universitäres Material. In Wikipedia (Stand 3.9.2017) steht:
    „Fiatgeld (…) ist ein Objekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld,, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld (…),““

    Haben Sie auch irgendeinmal etwas von Buchhaltung gehört?
    Buchhaltung zeigt die Geschäftstätigkeit eines Wirtschaftssubjekts.

    Wenn wir nun eine Bilanz einer Zentralbank betrachten, so erkennen wir doch unschwer, dass es eine Aktiv- und ein Passivseite gibt. Es ist, sofern man über grundlegende Buchhaltungskenntnisse verfügt, wirklich nicht schwer, eine Zentralbankbilanz zu lesen.

    Da stehen auf der Aktivseite die Vermögenswerte, auf der Passivseite die Verpflichtungen.

    Nun denn: Auf der Aktivseite stehen also die Vermögenswerte, welche die Verpflichtungen = Schulden decken.

    Also können Sie doch unmöglich behaupten („Fiatgeld (…) ist ein Objekt ohne inneren Wert“), dass eine Zentralbank Geld ohne inneren Wert schöpfe. Eine Zentralbank hat Aktiven, das ist der (Gegen-)Wert des Geldes. Wenn die Aktiven im Wert einbrechen, kann auch eine Zentralbank in Schwierigkeiten geraten.

    Ich staune immer mehr, wie sich selbsternannte Vermögensverwalter im Geldsystem nicht auskennen und eine Bilanz nicht lesen können. Dabei ist es doch SO EINFACH! Ich kann Ihnen nur raten, sich wenigstens grundlegendes Buchhaltungswissen anzueignen, statt sich auf die fragwürdige Wikipedia-Quelle zu berufen und ellenlange Texte auf insideparadeplatz.ch zu veröffentlichen.

    Auf Ihre weitere Argumentation lasse ich mich nicht weiter ein, da Herr Dr. Meyer schon ausführlich und fundiert dazu Stellung bezogen hat.

    Freundliche Grüsse

    Dummkopf

  21. Die Giroverbindlichkeiten der SNB sind ein befristetes Darlehen an die SNB. Also muss die SNB Vermögen wie Gold, Wertschriften usw. liefern, wenn die Geschäftsbank ihr Guthaben bei der Zentralbank reduzieren will.

    Axel Weber und Thomas Jordan verstehen nicht, wovon sie sprechen.

    Der Intelligenzquotient ist bei UBS und SNB nicht allzu hoch angesetzt.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  22. @ Dummkopf

    „Merken Sie nicht, wie Sie sich selbst widersprechen? Zentralbankgeld ist eine SCHULD der Zentralbank – siehe Passiven. Also kann sich eine Zentralbank selbstverständlich nicht ihrer Schulden entledigen, indem sie weitere Schulden macht!“

    Die SNB kauft einem beliebigen Dummkopf einen Barren Gold ab und bezahlt diesen Dummkopf in bar. Die Zentralbank verbucht diesen Vorgang als Goldzugang auf der Aktivseite ihrer Bilanz und auf der Passivseite steigt der Banknotenumlauf in gleicher Höhe. Auf welcher rechtlichen Basis schuldet die SNB nun wem was? Welchen Forderungsanspruch hat unser Dummkopf gegenüber der SNB?

    Richtig ist hingegen, dass ein großer Teil des Zentralbankgeldes darauf verweist, dass wir in einem Schuldgeldsystem leben. Da wir aber in einem zweistufigen Geldsystem leben und nicht in einem dreistufigen (Goldstandard), endet die Schuld einer Zentralbank mit Übertragung des Geschuldeten; und das ist nun einmal Zentralbankgeld/Banknoten.

    „Auf Ihrer Internetseite loben Sie Karl Marx‘ Theorie als fortschrittlich: „Karl Marx war seiner Zeit weit voraus. „. Merken Sie nicht, dass seine irrige Theorie 100 Millionen Leben zu verantworten hat und total fehlerhaft war?“

    Da basteln Sie sich aber ganz schön was zusammen. Nur so viel: Marx ist wie so viele andere auch am Geldsystem gescheitert (G -> W -Gˈ). Mein Verweis auf Marx erfolgte mit Bezug auf eine Rede von Mark Carney „The Spectre of Monetarism“ (haben Sie die überhaupt gelesen/gehört? ). Hier der Link: https://youtu.be/aUgJ9UsHJMs?t=276.

    Der billige Versuch einer persönlichen Diskreditierung mit einem Hinweis auf Marx ist Ihnen wohl wichtiger als die Tatsache, dass Marx selbstverständlich neben zahlreichen Fehlanalysen auch vieles Richtiges geschrieben hatte. Simple Schwarz-Weiß-Rhetorik überlasse ich gerne den Dummköpfen; denn ein klares Feindbild stabilisiert das persönliche Glaubensbekenntnis.

    Und damit Sie nicht gleich das zweite Totschlagargument nachschieben: Auch A. H. war für öffentliche Investitionen in Infrastruktur.

    Höfliche Grüsse zurück
    Michael Stöcker

    • Sehr geehrter Herr Stöcker

      Sie schreiben:
      „Die SNB kauft einem beliebigen Dummkopf einen Barren Gold ab und bezahlt diesen Dummkopf in bar. Die Zentralbank verbucht diesen Vorgang als Goldzugang auf der Aktivseite ihrer Bilanz und auf der Passivseite steigt der Banknotenumlauf in gleicher Höhe. Auf welcher rechtlichen Basis schuldet die SNB nun wem was? Welchen Forderungsanspruch hat unser Dummkopf gegenüber der SNB?“

      Ich, als Dummkopf, habe bei der SNB kein Konto. Also schuldet die SNB das Geld meiner Vertrauensbank. Diese kann nun den Goldbarren von der SNB zurückfordern. Buchung: Guthaben Geschäftsbank/Goldbarren.

      Der Wert des Bargeldes/Buchgeldes der Zentralbank leitet sich genau davon ab, dass eine Geschäftsbank daran interessiert ist, ihre Aktiven zurückkaufen zu können/zurückzukaufen. Daher ist jede Geschäftsbank an Bargeld interessiert, denn ohne dieses kann es ihre Aktiven/Vermögenswerte nicht zurückkaufen. Dies übersehen die Vollgeldvertreter leider vollkommen.

      Sie schreiben:
      „Richtig ist hingegen, dass ein großer Teil des Zentralbankgeldes darauf verweist, dass wir in einem Schuldgeldsystem leben. Da wir aber in einem zweistufigen Geldsystem leben und nicht in einem dreistufigen (Goldstandard), endet die Schuld einer Zentralbank mit Übertragung des Geschuldeten; und das ist nun einmal Zentralbankgeld/Banknoten.“

      Nein, die Zentralbank resp. die SNB schuldet den Geschäftsbanken die entsprechenden Aktiven, wofür sie den Geschäftsbanken einen Schuldschein (Bargeld) resp. ein Guthaben/Schuldversprechen (Buchgeld) gutgeschrieben hat.

      Sie schreiben:
      „Der billige Versuch einer persönlichen Diskreditierung mit einem Hinweis auf Marx ist Ihnen wohl wichtiger als die Tatsache, dass Marx selbstverständlich neben zahlreichen Fehlanalysen auch vieles Richtiges geschrieben hatte. Simple Schwarz-Weiß-Rhetorik überlasse ich gerne den Dummköpfen; denn ein klares Feindbild stabilisiert das persönliche Glaubensbekenntnis.“

      Karl Marx hat z.B. nie erklärt, woher der Mehrwert kommt – nämlich aus zusätzlichen Schulden. Es liegt mir fern, Sie persönlich zu diskreditieren, sondern es ist mir sehr wichtig, Sie aufzuwecken, damit Sie nicht weiter solcherlei Theorien verbreiten, die einer genaueren Betrachtung nicht standhalten, denn damit stehlen Sie zahlreichen Mitbürgern nicht bloss ihre Zeit, sondern führen sie in die Irre. Das führt in die Katastrophe! Ich nehme also nur meine Verantwortung als Buchhaltungsexperte wahr.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

    • „Diese kann nun den Goldbarren von der SNB zurückfordern.“

      Wie kommen Sie auf so einen Blödsinn?

      Sie hat keinerlei Anspruch sich Gold auszahlen zu lassen!

      „Nein, die Zentralbank resp. die SNB schuldet den Geschäftsbanken die entsprechenden Aktiven, wofür sie den Geschäftsbanken einen Schuldschein (Bargeld) resp. ein Guthaben/Schuldversprechen (Buchgeld) gutgeschrieben hat.“

      Man schuldet nicht spezifische Aktiven sondern gesetzliches Zahlungsmittel.

      Mit dem Bargeld wird ausgeglichen.

    • Lieber Peter Keller

      „Sie hat keinerlei Anspruch sich Gold auszahlen zu lassen!“

      Noch nie etwas von Repos gehört? Dabei übergibt die Geschäftsbank der SNB einen Goldbarren und erhält als Gegenleistung SNB-Schuldscheine, genannt Bargeld, resp. SNB-Schuldanerkennungen, genannt SNB-Buchgeld.

      „Man schuldet nicht spezifische Aktiven sondern gesetzliches Zahlungsmittel.“

      Gesetzliches Zahlungsmittel ist ein Schuldschein der Zentralbank, welchen diese als Quittung für ihr (allenfalls vorübergehend) übergebene Aktiven ausstellt. Daher wird es auf der Passivseite der SNB gebucht, denn es ist Fremdkapital, also ein Guthaben der Geschäftsbank, ein Guthaben auf Rückgabe der per Repo-Vertrag hinterlegten Aktiven.
      Das ist analog zu einer Hypothek bei einer Geschäftsbank: Wird der Hypothekarkredit zurückbezahlt, hat der Hauseigentümer das Recht, den Schuldschein zurückzufordern und von der Geschäftsbank zu fordern, dass sie den entsprechenden Grundbucheintrag löschen lässt.

      Freundliche Grüsse

      Dummkopf

    • @ Dummkopf

      Ein Repo ist ein separates Geschäft.

      Sie vermischen hier absichtlich 2 verschiedene Dinge.

      Die Ausgangslage war, dass die SNB das Gold kauft und nicht mittels Repo in Besitz nimmt.

      Sind Sie auch so einer welcher die Realität zurecht biegen will sodass die Ideologie wieder passt?

  23. Das schwarze Loch in der ganzen Finanzwissenschaft ist doch vor allem, dass die Geschäftsbanken das Geld Kostenlos am PC erschaffen können. Der Normalbürger hat doch bis vor wenigen Jahren geglaubt, dass die Nationalbank das Geld erschafft und das die Geschäftsbanken dieses der Nationalbank gegen Zins / Gebühr abkaufen. Dieser Grundfehler führt im Kern zu allen Verwerfungen, Verzerrungen Blasen und Ungerechtigkeiten an den Finanzmärkten. Wie müsste (sehr vereinfacht) ein besseres System aussehen? Nur die Nationalbank erschafft Geld. Der Zins für dieses Geld ist in Gruppen nachweislich an den Zweck und die Verwendung gebunden. Ist doch klar, das für riskante Devisenspekulationen mehr Zins bezahlt werden muss, als für das Kapital einer neuen Fabrik. USW

    • Wie begründen Sie Ihre Ansicht, dass nur die Nationalbank Geld erschaffen können sollte?
      Welcher Normalbürger hat das denn geglaubt? Was ist denn ein Normalbürger? Sind Sie das? Also gewissermassen der 0815?
      Sie behaupten etwas, das Sie nicht beweisen können. Wollten Sie es beweisen, scheitern Sie kläglich. Man wird sehen!
      Also, begründen Sie Ihre Meinung.
      „Der Zins für dieses Geld ist in Gruppen nachweislich an den Zweck und die Verwendung gebunden.“ Aha, interessant – oder vielleicht doch nur blabla?

    • „Das schwarze Loch in der ganzen Finanzwissenschaft ist doch vor allem, dass die Geschäftsbanken das Geld Kostenlos am PC erschaffen können.“

      Nein, das ist nicht das schwarze Loch und Geschäftsbanken können auch kein Geld – im Sinne des gesetzlichen Zahlungsmittels – kostenlos am PC erschaffen. Geschäftsbanken vergeben Kredite und erzeugen damit Giralgeld, das aber gerade kein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Und eine solche Kreditprüfung/Kreditvergabe erzeugt selbstverständlich auch Kosten. Zu den irrigen Vorstellungen mancher Zeitgenossen hatte ich vor einigen Monaten eine Replik geschrieben: https://makroskop.eu/2017/07/banken-im-schlaraffenland/ (mit Paywall).

      Auch eine bargeldlose Zahlung erfolgt immer mit der Referenz auf Zentralbankgeld und Salden im Interbankenverkehr müssen selbstverständlich ebenfalls mit ZGB ausgeglichen werden (Stichwort Clearing).

      „Der Normalbürger hat doch bis vor wenigen Jahren geglaubt, dass die Nationalbank das Geld erschafft und das die Geschäftsbanken dieses der Nationalbank gegen Zins / Gebühr abkaufen.“

      Das ist auch so korrekt. Wobei der Begriff „abkaufen“ zu spezifizieren wäre, da auch eine Zentralbank neben definitiven Käufen überwiegend zeitlich befristete Transaktionen tätigt. Der große Irrtum besteht darin, dass die überwiegende Mehrheit glaubt, dass Giralgeld der zweiten Stufe des Geldsystems die gleiche Qualität aufweist wie Zentralbankgeld der ersten Stufe. Denn oberflächlich betrachtet kann man auch mit Giralgeld eine Schuld bezahlen obwohl rein rechtlich betrachtet eine Abtretung stattfindet (Abtretung des Herausgabeanspruchs auf Zentralbankgeld).

      „Ist doch klar, das für riskante Devisenspekulationen mehr Zins bezahlt werden muss, als für das Kapital einer neuen Fabrik.“

      Wieso ist das klar? Was ist, wenn die neue Fabrik kein marktgängiges Produkt erzeugt? Und gegen Devisenspekulation hilft am besten eine Finanztransaktionssteuer.

      LG Michael Stöcker

  24. Sehr geehrter Herr Stöcker

    Vielen Dank für ihre Replik.

    Leider kann ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit dieser auseinandersetzen. Am Montag fängt die Schule wieder an und ich bin voll beschäftigt mit Vorbereitungen. Es fehlt schlicht an Zeit.

    Ich werde aber so bald wie möglich Ihre Kommentare lesen und darauf zurückkommen.

    Ich bitte um Verständnis.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  25. Warum so komplizierte ökonomische Studien und Regeln dem Finanz-Erfolg zugrundelegen, wenn es ganz einfach geht. Man nehme eine Nationalbank, drucke Geld und kaufe sich die Technologie, Land, Rohstoffquellen etc. für das eigene Land über die Börse. Araber kaufen sich Interlaken zusammen, die Chinesen weltweit alles was sie begehren, die SNB internationale Konzerne etc.
    Sollte die Börse sogar 80% einbrechen, wird niemand beim Gelddrucker verlangen Schulden zurückzuzahlen, da es für ihn keine Kreditgeber gibt. Also warum sich noch an ökonomische Regeln halten, die gibt es seit Draghischer Drückmaschine sowieso nicht mehr.
    Das ganze erledigt sich durch die Versklavung der arbeitenden Bevölkerung in dem diese durch Dividendenerträge irgendwann alles bezahlt haben. Gibt es in den letzten tausen Jahren eine Situation mit grösseren Sklavenhaltern? Wohl kaum….

  26. Lieber Herr Meyer,

    vielen Dank für Ihre Ausführungen, denen ich in vielen Punkten zustimmen kann und möchte, da Sie zahlreiche Aspekte der alten Darstellung des Geldschöpfungsmythos kritisieren, die auch immer wieder im Zentrum meiner Kritik stehen.

    Damit wir nicht die Übersicht verlieren, antworte ich Ihnen in mehreren einzelnen Kommentaren und beziehe mich dabei auf Ihre Gliederung.

    @ Teil I: Plagiatsvorwurf

    Auf die falsche Darstellung der Geldschöpfung in den Lehr- und Unterrichtsbüchern der Bundesbank bin ich erst aufmerksam geworden durch die veränderte Darstellung durch die Bundesbank im Jahre 2009/2010 (siehe die Links zu den Ausgaben 2007 und 2009 weiter unten). Zuvor hatte ich selber keine Zweifel an der Korrektheit der Darstellung, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass eine Zentralbank ihr ureigenstes Geschäftsfeld nicht richtig beschreiben kann. Ich wurde eines Besseren belehrt und habe von da an alles in Frage gestellt, was mir zuvor als plausibel erschien und habe mit dem selbstständigen Denken begonnen. Dabei bin ich zu sehr ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen wie auch Sie. Dazu weiter unten im Teil II und III mehr.

    Ich musste im Laufe meiner Recherchen allerdings feststellen, dass mal wieder die alte Erkenntnis in Anlehnung an Karl Valentin gilt, dass schon längst alles gesagt und niedergeschrieben worden war, nur eben noch nicht von allen. Dass Sie auf diese fehlerhafte Darstellung bereits 1993 hingewiesen haben ist durchaus ehrenhaft und ich möchte diese Leistung auch keinesfalls kleinreden; insbesondere dann nicht, wenn Sie durch eigenständiges Denken zu diesen Erkenntnissen gelangt sind. Aber Sie müssen schon zugestehen, dass lange vor Ihrer und meiner Zeit schon andere Personen (Macleod, Withers, Hawtrey, Keynes, Gestrich, Stützel) implizit und explizit auf diesen kollektiven Irrtum aufmerksam gemacht hatten. Da Sie großen Wert auf korrekte Zitation legen, kann ich wohl davon ausgehen, dass Sie in Ihrer Dissertation auf diese Personen und Quellen verwiesen haben.

    Übrigens: Etwa zur gleichen Zeit Ihrer Diss hatte auch Richard Werner seine Erkenntnisse zur Kreditgeldschöpfung bereits veröffentlicht: http://www.res.org.uk/view/art5jul13features.html.

    Erlauben Sie mir bitte noch ein paar persönliche Worte. Statt sich zu grämen, dass Ihre/diese Erkenntnisse nicht ausreichend öffentlich gewürdigt wurden, sollten Sie sich doch lieber darüber freuen, dass diese Sichtweise nun auch bei den ZBen weitgehend Common Sense ist. Nehmen Sie sich besser selber nicht so wichtig, sondern tragen diese Nichtachtung mit stoischer Gelassenheit. Ich bin mir sicher, dieses Schicksal teilen Sie mit tausend anderen Menschen, die tolle Entdeckungen/Enthüllungen/Erfindungen gemacht hatten, aber dennoch unbeachtet und/oder unverstanden von dieser Welt scheiden mussten. Es gibt wahrlich Wichtigeres in diesem Leben, als immer wieder darauf zu verweisen.

    LG Michael Stöcker

    • Guten Morgen Herr Stöcker

      Aus Zeitgründen nur ganz kurz:

      Ja – es ist unglaublich, dass die Zentralbanken ihr ureigenstes Kerngeschäft nicht erklären können – will heissen nicht verstehen.

      Ins Bild passt die Unfehlbarkeit, welche sich die Zentralbanken anmassen. Erschreckend ist, dass die Universitäten sich erst jetzt mit dem Problem auseinanderzusetzen wagen, nachdem die Bank of England grünes Licht gegeben hat. Die Zentralbanken dominieren die Wirtschaftswissenschaft nach Belieben.

      Von mir wurde 30 Jahre lang kein Text von einer wissenschaftlichen Zeitschrift angenommen. Die Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik beispielsweise, die führende Wirtschaftswissenschaftliche Publikation hat ihr Büro – bei der Schweizerischen Nationalbank. Im Redaktionsausschuss sitzen regelmässig Direktoren der SNB.

      Nicht von ungefähr gibt es Copyright und Patentrechte. Das schützt die freie Marktwirtschaft – eine Art Eigentumsrechte, ohne die eine freie Marktwirtschaft nicht existieren kann – im Gegensatz zum Kommunismus, wo es keine Eigentumsrechte gibt.

      Nicht von ungefähr sind Zitatregeln unabdingbar in der Wissenschaft – es ist der wichtigste Grundsatz an Schulen und Universitäten , dass bei selbständigen Arbeiten korrekt zitiert wird. Ein Student, oder Schüler, der das missachtet fällt durch und wird gar von der Hochschule verwiesen.

      Es gibt keinen Grund, weshalb sich die Zentralbanken nicht an diesen Grundsatz halten sollen.

      Marc Meyer

      P.S. Zu den von Ihnen zitierten Autoren möchte ich folgendes sagen: Ich greife Keynes heraus, den berühmtesten von allen. Er war es ja, der behauptete, die Zentralbank könne ihre Geldmenge vergrössern und so „billiges“ Geld in die Wirtschaft pumpen, woraus dann ein Multiplikator entstünde.

      Das ist ja genau der Irrtum: Würde die Zentralbank Geld zu einem günstigeren Zinssatz anbieten, so wäre das ein Aktivdarlehen der ZB, welches dann von den Banken weitergereicht würde und so ein Multiplikator gäbe.

      Das ist ja genau die Irrlehre. Keynes ist m.E. der schlimmste Irrlehrer des vergangenen Jahrhunderts gewesen. Und wie Sie dazu kommen, Keynes hätte meine Argumentation vor mir schon veröffentlicht, ist mir schleierhaft.

      Zu Ihren anderen Kommentaren später.

  27. @ Teil II: Analyse der Broschüre der Deutschen Bundesbank, Vorwort Axel Weber, 2009

    Zunächst einmal möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich Ihrer Kritik an der falschen Darstellung der Gelschöpfung und dem irrigen Geldschöpfungsmultiplikator zustimme. Es bleibt also lediglich ein strittiger Punkt: Nämlich die Frage, ob Zentralbankgeld in einem zweistufigen Geldsystem eine Schuld/Obligation einer Zentralbank ist.

    Nun aber zu Axel Weber und der sukzessiven Anpassung der Darstellung der Geldschöpfung an die Realität. Zuerst einmal gilt der Grundsatz: Jeder ist Kind seiner Zeit. Dies gilt selbstverständlich auch für Axel Weber, der wohl als letzter Hardcore-Monetarist einzustufen ist. Insbesondere die Bundesbank und die SNB stehen/standen in dieser geldpolitischen Tradition und haben sich hiervon in den letzten Jahren mehr und mehr gelöst. Insofern waren auch noch nicht alle Änderungen in der Ausgabe 2009 vollständig und korrekt, sondern es handelte sich um einen mehrjährigen Prozess, in dem nach und nach mit den alten Irrlehren aufgeräumt wurde. Ich selber hatte noch vehement eine Passage aus der Ausgabe 2014 kritisiert, die nun ebenfalls bereinigt wurde und eine spezielle FAQ-Liste bestätigt Ihre/meine Kritik an der alten Darstellung.

    Der eigentliche Skandal ist nicht so sehr die Tatsache, dass wir alle einem kollektiven Irrtum aufgesessen sind, sondern dass die Bundesbank – und wohl auch die SNB – hierüber nicht klar und deutlich aufgeklärt hatten, sondern immer wieder nur auf äußere Kritik reagiert haben. Nun aber zu Ihren Anmerkungen:

    „Genau er, Axel Weber, gehört auch zu jenen, die wenig über Geld wissen und über dessen Rolle, die es in der Wirtschaft spielt.“

    Diese Einschätzung erscheint mir – allen monetaristischen Irrlehren zum Trotz – doch ein wenig überheblich.

    „Das gilt auch für dessen Nachfolger und heutigen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann, der behauptet, eine Zentralbank habe eine „unbegrenzte Finanzkraft“ und dabei Notenbankgeld irrtümlich als Vermögen der Deutschen Bank interpretiert, statt als Schuld.“

    Herr Weidmann sieht Notenbankgeld sicherlich nicht als Vermögen; woher haben Sie diese Einschätzung? Herr Weidmann vertritt folgende Sicht:

    „Geld ist in diesem Sinne eine gesellschaftliche Konvention – es hat keinen eigenständigen Wert, der der Nutzung vorgelagert ist, sondern sein Wert entsteht erst durch den ständigen Austausch und den Gebrauch als Geld.“ http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html

    „Genau die Zentralbanken sind es, welche die Diskussion über Geldtheorie torpedieren. Das gilt nicht nur für die Schweizerische Nationalbank, sondern auch für die Deutsche Bundesbank. So wird eben nicht Vertrauen geschaffen, wie Weber behauptet, sondern Vertrauen wird zerstört.“

    Ja, so wurde leider viel Vertrauen zerstört. Ich teile hier Ihre kritische Einschätzung.

    „Was soll das heissen: „eine abstrakte Verpflichtung“? Das gibt es nicht – entweder Verpflichtung oder nicht Verpflichtung. „Abstrakte Verpflichtung“ gibt es nicht. Punkt.“

    Ein Hinweis auf den Wechsel als abstraktem Zahlungsversprechen sollte als Gegenbeweis genügen.

    „Aber ein Privater kann mit seiner Banknote am Bankschalter einer Geschäftsbank Gold kaufen.“

    Ja, er kann es aber nur dann, wenn die Bank mit ihm auch tatsächlich einen Kaufvertrag abschließt. Gewöhnlicher weise wird sie sich dem wohl nicht verwehren, sofern nicht der Verdacht der Geldwäsche erfüllt ist.

    „Die Bank darf jederzeit diese Banknoten an die Zentralbank bringen und sich dafür auf ihrem Konto bei der Zentralbank ein Guthaben gutschreiben lassen.“

    Auch das ist korrekt; es handelt sich bei der ZB um einen reinen Passivtausch (Banknotenumlauf an Einlage auf Girokonto) und bei der Geschäftsbank um einen reinen Aktivtausch (Giroguthaben bei Bundesbank an Kassenbestand).

    „Und eine Bank darf jederzeit ihre Guthaben auf Sicht bei der Zentralbank reduzieren.“

    Wo steht das geschrieben???

    „Das ist nur möglich, wenn die Zentralbank einen Vermögenswert wie Gold oder Obligationen oder Aktien aus ihren Beständen an die Geschäftsbank überträgt.“

    Damit es zu einer Übertragung kommen kann, bedarf es zuerst eines Rechtsgeschäfts. Es ist das Rechtsgeschäft, aus dem sich erst weitere Verpflichtungen ergeben können. Und wenn eine Zentralbank kein Gold verkaufen möchte, dann lässt sie es eben sein. KEINER kann einem anderen ein Rechtgeschäft aufzwingen, sofern es keinen gesetzlichen Kontrahierungszwang gibt. Auf diesen Punkt habe ich Sie schon mehrfach hingewiesen, aber Sie scheinen den Rechtsstaat weiterhin in diesem speziellen Punkt zu ignorieren, da er nämlich Ihre Theorie, ZBG sei eine Obligation der ZB, über den Haufen wirft.

    „Oder anders herum: Will die Zentralbank die Geldmenge verringern, so muss sie der Geschäftsbank einen Vermögenswert überschreiben. Anders geht es nicht.“

    Nö, sie kann auch einfach darauf warten, dass eine Anleihe aus ihrem Bestand fällig wird. Auch so verkürzt sich die Bilanz einer Zentralbank. Nicht umsonst haben die ZBen Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten angekauft, damit ihnen noch einen Rest an Handlungsfähigkeit verbleibt.

    „Was die Zentralbank nicht kann, ist ihre rechte Passivseite verkürzen bei gleichbleibender Aktivseite. Links und rechts einer Bilanz müssen immer gleich lang sein. Das sollte auch ein Axel Weber verstehen.“

    Gehen Sie einfach mal davon aus, dass diese Binse auch einem Axel Weber klar ist; auch dann, wenn er wie Issing & Co. ein monetaristischer Irrläufer ist/war.

    „Besitzt die Zentralbank nicht mehr über genügend Vermögen auf der Aktivseite, um ihre Schulden auf der Passivseite zu verringern, so ist die Zentralbank Konkurs.“

    Wenn die/Ihre Theorie nicht zur Realität passt… umso schlimmer für die Realität: http://blogs.faz.net/fazit/2015/04/05/zwoelf-jahre-lang-insolvent-und-trotzdem-quietschfidel-was-bedeuten-verluste-fuer-zentralbanken-1-5501/

    „Liquide“ bedeutet, dass ein Unternehmen über Vermögen auf der Aktivseite verfügt mit denen es schnell eine Schuld bezahlen kann. Notenbankgeld ist aber umgekehrt ein Passivum – eine Schuld der Zentralbank.“

    Herr Menéndez hatte uns/Ihnen mit der „logischen Sekunde“ deutlich gemacht, dass der aktive Liquiditätsvorrat tatsächlich existiert; und ja, dieser ist theoretisch unbegrenzt; selbst dann, wenn dieser Sachverhalt nicht in Übereinstimmung mit Ihrer Theorie zu bringen ist.

    „Der Schweizer Bundesrat irrt.“

    Ich muss es in diesem Punkt leider so klar und deutlich sagen: Marc Meyer irrt.

    „Fällt der Wert des Vermögens der Zentralbank unter Wert der ausstehenden Geldmenge, so verliert das Geld an Wert.“

    Devisen und Gold können an Wert verlieren, aber keinesfalls Anleihen der eigenen Regierung. Eine Anleihe über 100.000 Mio. CHF ist auch am Fälligkeitstag 100.000 Mio. CHF. Keiner kann die ZB dazu zwingen, vor Fälligkeit zu verkaufen und keiner kann sie davon abhalten, am Fälligkeitstag bei Bedarf zu revolvieren.

    Und: 1 CHF ist und bleibt immer ein CHF. Wie viel man dafür an realen Gütern und Dienstleistungen erwerben kann, das ist doch eine ganz andere Geschichte.

    „Bei Banknoten bedeutet das Inflation und bei den Buchgeldforderungen der Banken gegenüber der Zentralbank muss eine entsprechende Wertberichtigung nach unten erfolgen. Das kann bis zum Konkurs einer kreditgebenden Geschäftsbank führen.“

    Woher haben Sie denn diese Bilanzierungsvorschrift??? Das Inflationsziel aller wichtigen Notenbanken liegt bei 2 %. Wie sollte ein solcher Vorgang zum Konkurs einer Geschäftsbank führen. Diesen Punkt müssten Sie schon ein wenig klarer ausarbeiten. Meine Vermutung geht aber dahin, dass Sie sich hier etwas zusammen reimen, damit Ihre zentrale These – ZBG als Obligation – aufrecht erhalten werden kann.

    „Geld muss immer einen entsprechenden Vermögenswert als Gegenbuchung in der Bilanz des Geldemittenten haben, ansonsten es entsprechend an Wert verliert. Gilt auch für die EZB.“

    Die BoJ hat sehr viele „Vermögenswerte“ als Gegenbuchung in ihrer Bilanz; allein die Inflation will sich nicht einstellen. Richtig ist jedoch, dass eine Übertreibung zu einer Inflationierung und somit einem Wertverlust führen kann.

    Zum Thema Banken als Finanzintermediäre: Geschenkt! Ist mein Dauerkritikpunkt. Ob Weber diese Aussage heute immer noch so machen würde, entzieht sich meiner Kenntnis.

    „Zentralbankgeld können sich die Geschäftsbanken typischerweise nur
    dadurch beschaffen, dass die Zentralbank ihnen Kredit gewährt.“

    Die Betonung liegt hier auf „typischerweise“. Dass es auch andere Möglichkeiten gibt ist sicherlich auch Weber klar.

    „Die Geschäftsbanken können den Überschuss an Zentralbankgeld auch dazu nutzen, zusätzliche Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben.“

    Ja, der immer wieder gleiche kolportierte Unsinn. Es geht eben um Refinanzierung und nicht um Intermediation. Weber hatte also auch 2009 sich noch nicht vollständig von der falschen monetaristischen Denke lösen können. Manche Banker erzählen solchen Unsinn sicherlich auch dieses Jahr wieder.

    „Die überreichliche Liquiditätsversorgung entlastet eine Bank, die einen Kredit vergeben will, von der ansonsten üblichen Erwägung, wie viel Zentralbankgeld sie nach der Vergabe von Krediten benötigen wird, wie es zu beschaffen ist und zu welchen Kosten.“

    So ist es, Herr Meyer. Das ist auch eine der ganz großen Sorgen der Bundesbank, die nämlich aufgrund der TARGET-Salden nolens volens selber zum Schuldner des eigenen Bankensystems mutierte. Sozusagen 150 %- Money. Und von einem funktionsfähigen Interbankenmarkt sind wir in Euroland weiterhin meilenweit entfernt.

    @ Geldschöpfungsmultiplikator: Der wurde mittlerweile aus dem Glossar der Bundesbank verbannt. Denn der hatte in der Tat lediglich für multiple Verwirrung gesorgt.

    Fazit: Auch die Bundesbank hat in der Vergangenheit für viel Verwirrung gesorgt. Sie hat diese Fehler sukzessive korrigiert (dies gilt auch für Fehr), ihre eigenen Irrtümer aber nie öffentlich eingestanden.

    LG Michael Stöcker

    • Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind umgekehrt Sichtverbindlichkeiten der SNB gegenüber den Banken. So definiert die SNB auch in ihrer Bilanz.
      Sichtverbindlich bedeutet, auf Sicht fällig.

      D.h. die SNB muss sofort liefern, wenn die Bank will.

      Zudem nicht wichtig, von wem die Initiative ausgeht. Fällt der Wert des Vermögens unter Wert der ausstehenden Geldmenge, so ist diese zu wertbeeichtigen.

      Jedes Vermögen kann im Wert fallen. Auch Staatsanleihen eines Staates, der Konkurs ist.

  28. @ Teil IV: Antwort auf Ihre Argumentation

    „Angenommen, die SNB kaufte mit sämtlichem Notenbankgeld Dienstwagen – nur Autos. Diese Autos wären bis in 10 Jahren wertlos. Die Folge wäre, dass die SNB eine ausstehendes Notenbankgeld von über 700 Milliarden Franke hätte ohne Gegenwert.“

    Bleiben Sie bitte bei der Realität und insbesondere auch bei der Fragestellung. Es ging um die zentrale Frage, ob eine Notenbank eine eigene Schuld mit Zentralbankgeld bezahlen kann. Ihre zentrale These lautet: NEIN. Statt Ihren Irrtum einzugestehen, lenken Sie ab. Richtig ist, dass der PKW nach 10 Jahren nur noch einen geringen Restwert hat und die SNB dieses Auto wie jedes andere Unternehmen abschreiben muss, was dazu führt, dass der Gewinn geringer ausfällt oder aber ein potenzieller Verlust höher. Damit steht weniger zur Ausschüttung zur Verfügung. Aber auch eine Zentralbank erfüllt ihre Schulden ausschließlich mit Zentralbankgeld und nicht mit Gold, Silber oder ähnlichen barbarischen Relikten.

    „Sie und Jordan meinen, die SNB könne Geld schöpfen durch Kombination eines Ertragskontos mit einem Bilanzkonto. Aufwand an Geldmenge.“

    Ja, das meine ich. Und die Praxis beweist, dass dies auch genau so funktioniert.

    „Das geht nicht in grossem Stil, weil dadurch Geldmenge langfristig nicht gedeckt ist, wodurch das Geld wertlos wird.“

    Da bin ich nun wieder ganz Ihrer Meinung. Von daher machen wir es doch zukünftig nicht im großen, sondern im kleinen Stil, damit wir unserem sinnvollen 2 % Inflationsziel wieder ein wenig näher kommen. Meinen Vorschlag hierzu kennen Sie ja vielleicht: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/.

    Soweit meine Sicht der Dinge.

    LG Michael Stöcker

    • Lieber Michael Stöcker

      Sie schreiben:
      „Es ging um die zentrale Frage, ob eine Notenbank eine eigene Schuld mit Zentralbankgeld bezahlen kann. Ihre zentrale These lautet: NEIN. Statt Ihren Irrtum einzugestehen, lenken Sie ab.“

      Merken Sie nicht, wie Sie sich selbst widersprechen? Zentralbankgeld ist eine SCHULD der Zentralbank – siehe Passiven. Also kann sich eine Zentralbank selbstverständlich nicht ihrer Schulden entledigen, indem sie weitere Schulden macht!

      Auf Ihrer Internetseite loben Sie Karl Marx‘ Theorie als fortschrittlich: „Karl Marx war seiner Zeit weit voraus. „. Merken Sie nicht, dass seine irrige Theorie 100 Millionen Leben zu verantworten hat und total fehlerhaft war? Sie sollten aus der Geschichte und der Buchhaltung lernen und die Sichtweise von Herrn Dr. Meyer einmal wirklich durchdenken. Dann erkennen Sie, dass Sie nichts, aber auch wirklich gar nichts verstehen – und Sie werden Ihre Internetseite löschen, sofern Sie ehrlich und intelligent sind.

      Höfliche Grüsse

      Dummkopf

    • @Michael Stöcker

      Die zentrale Frage lautet: Kann eine ZB ihre eigenen Schulden bezahlen mit Zentralbankgeld?

      Ich habe nicht mit dem absurden Auto-Beispiel begonnen – Sie haben.

      Nochmals:

      Auch eine Zentralbank kann ihre Passivseite nur verkürzen, wenn sie Ihre Aktivseite verkürzt.

      Das bedeutet: Auch Zentralbank muss Vermögen verkaufen.

      So einfach Herr Stöcker.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  29. @Michael Stöcker

    Sehr geehrter Herr Stöcker

    Zuerst einmal vielen herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Es ist ein Wohltat, mit einem Wissenschaftler zu diskutieren, der mit seinem persönlichen Namen zu seinem Wort steht und nicht mit einem Pseudonym, das er ständig wechselt, und hinter dessen Maske er versucht, die Gegenseite mit persönlichen Beleidigungen zu diskreditieren und so die Diskussion abzuwürgen.

    Also zuerst einmal mein Dank an Sie, sehr geehrter Herr Stöcker.

    Leider muss ich Ihnen aber mitteilen, dass Sie einzig die ewigen Missverständnisse in der Geldtheorie repetieren. Ihre Argumentation ist und bleibt in fachlicher Hinsicht harmlos. Die Gefahr, die von diesen Missverständnissen für die Weltwirtschaft ausgeht, ist jedoch enorm.

    Aus diesem Grund will versuchen, diese Irrtümer hier richtig zu stellen. Das dürfte einen etwas längeren Text geben, da ich auch explizit auf die von Ihnen zitierten Werke eingehen möchte. Ich gliedere deshalb meinen Text in verschiedene Teile.

    Teil I: Plagiatsvorwurf
    Teil II: Analyse der Broschüre der Deutschen Bundesbank, Vorwort Axel Weber, 2009
    Teil III: Analyse des Textes von Herrn Benjamin Fehr in der FAZ 2008
    Teil IV: Antwort auf Ihre Argumentation

    Teil I:
    Plagiatsvorwurf

    Zuerst kurz zum Vorwurf des Plagiats: Es ist ein Grundsatz in der Wissenschaft, dass man bereits Erforschtes zitiert. Das ist Fairness und Recht. Seit 1993 (!) versuche ich, den Geldpolitikern klar zu machen, dass Geld eine Schuld der Zentralbank darstellt und versuche, die entsprechenden Konklusionen aufzuzeigen bezüglich der Bekämpfung von Inflation und Arbeitslosigkeit.

    Weshalb tue ich das?

    Irrlehren in der Wirtschaftswissenschaft sind äusserst gefährlich für die Menschheit. Man denke nur an die Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit vor dem 2. Weltkrieg, welche den Aufstieg Hitlers begünstigten. Es ist also eine Pflicht für uns Oekonomen, diesen Krebsübeln der Menschheit mit den korrekten wissenschaftlichen Argumentationen und wirtschaftlichen Mitteln entgegenzutreten.

    Die Anfänge gehen auf mein Buch „Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft zurück“ (1993). Dort definierte ich Notenbankgeld erstmals als „Obligation“ der Zentralbank. Es folgten 1997 eine Dissertation mit dem expliziten Titel „Geld – eine Obligation der Notenbank“ (Universität Bremen). In diesen Jahren hielt ich viele Vorträge zum Thema und schrieb zahlreiche Zeitungsartikel darüber. 1999 folgte meine Habilitationsschrift an der Universität Bremen, in der ich explizit auf die entscheidenden Fehlargumentationen von Walras bis Keynes detailliert einging und die abgelehnt wurde.

    Zu revolutionär für das Gros der Professoren?

    So etwas gibt zu reden und die Theorie, dass eine Zentralbank nicht „Lender of last resort ist“ sondern genauso „Borrower of last resort“ kann sich verbreiten ohne auf den ursprünglichen Autoren einzugehen.

    Ab 2012 schrieb ich hier auf Inside Paradeplatz rund 60 Beiträge zu diesem Thema. Grosse Beachtung fand mein Aufsatz „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“. Darin wiederholte ich, dass Geld kein Kredit der SNB an die Wirtschaft sei, wie in der Geldtheorie behauptet wird („lender of last resort“), sondern umgekehrt eine Kreditaufnahme. Dabei ging ich explizit auf eine Konsequenz ein, nämlich dass es deshalb auch keinen Geldmultiplikator geben könne. Das hatte zu diesem Zeitpunkt noch niemand getan. Ich bewies meine Argumentation mit Buchungssätzen. Auch das gab es bis dato nicht.

    Zu diesem Zeitpunkt verbreitete die SNB auf ihrer Home Page immer noch die alte Theorie der irrigen multiplen Geldschöpfung. Die SNB behauptete damals immer noch, Banken würden das Geld ihrer Kunden weiter an andere Kunden ausleihen. Daraus entstehe ein Geldmengenmultiplikator. Sie untermauerte ihre Irrlehre mit Filmen des Schweizer Wirtschaftsjournalisten Reto Lipp, der die Theorie des angeblichen Geldschöpfungsmultiplikators kolportierte.

    Ich habe damals die irrigen Texte der SNB abgeschrieben und detailliert analysiert. Diese können bei den Nachträgen zum Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ nachgelesen werden.

    In der Zwischenzeit hat nun die SNB ihre irrige Theorie der multiplen Geldschöpfung einfach klammheimlich von ihrer Home Page genommen und stellt die Geldschöpfung korrekt dar, so wie ich diese schon Jahre zuvor mit Buchungssätzen belegt hatte. Auch die Filme von Reto Lipp plus verschiedene andere irrige Artikel sind spurlos verschwunden.

    Die Notenbanken, insbesondere die SNB, nehmen sich also offenbar das Recht heraus, ihre „Home Pages“ einfach anzupassen. Frühere Irrtümer werden dabei einfach ausgewischt und sind nicht mehr sichtbar. So umgehen sie die Vorschriften bezüglich Plagiaten. Für die SNB trifft dies voll zu. Vordenker werden weggewischt. Ein Student, der das täte, würde durch seine Prüfung fallen.

    Bei anderen Notenbanken muss solches Vorgehen ebenfalls vermutet werden. Das ist wissenschaftlich nicht korrekt.

    Dasselbe gilt für das Portal „Oekonomenstimme“ der ETH Zürich. In den Wegleitungen für Autoren wird explizit darauf hingewiesen, dass korrekt zitiert werden muss. Die Autoren, welche nun plötzlich alle auch begriffen haben, das bei jeder Kreditvergabe einer Geschäftsbank neues Geld entsteht, schiessen wie Pilze aus dem Boden.

    Dabei wird insbesondere die Bank of England zitiert, die 6 Monate nach meinem Betrag auf Inside Paradeplatz zum selben Schluss kam wie ich und auch die Deutsche Bundesbank, die Jahre nach mir mit beweisführenden Buchungssätzen kam. Meine zahlreichen Beiträge zum Thema werden einfach übergangen.

    Oekonomenstimme verletzt somit zumindest ihre Sorgfaltspflicht. Die Redaktion von Oekonomenstimme und der Vorstand von Oekonomenstimme haben mit Sicherheit von meinen ursprünglichen Texten zum Thema gewusst. Das gilt insbesondere für die SNB-Bankrätin Frau Professor Monika Bütler, die auch im Vorstand von Oekonomenstimme sitzt.

    Oekonomenstimme hielt es aber nicht für nötig, auf meine ursprüngliche diesbezügliche Argumentation hinzuweisen, obwohl diese nun eine Geschichte von über 25 Jahren hat. Das ist aus meiner Sicht eine klare Verletzung der Sorgfaltspflicht von Oekonomenstimme der ETH-Zürich, welche lieber ihr eigenes Copyright-Zeichen unter die neue Argumentation setzt, als Autorenrechte seriös zu prüfen.

    Bezüglich der FAZ vermute ich, dass ebenfalls rückgängig angepasst wird. Das ist im Internet-Zeitalter einfach. So meine ich, dass beispielsweise die Grafik zur Multiplen Geldschöpfung nicht immer so war, wie sie jetzt dargestellt wird, sondern nachträglich angepasst wurde – so wie das die SNB auf ihrer Home Page auch tut. Hatte die FAZ nicht auch den irrigen Geldschöpfungsmultiplikator erklärt und grafisch dargestellt – so wie das in den Filmen am Schweizer Fernsehen und auf der home Page der SNB der Fall war?

    Und nun möchte ich auf Ihre Links eingehen, die Sie mir gesandt haben:

    Teil II:

    Analyse der Broschüre der Deutschen Bundesbank aus dem Jahre 2009, mit Vorwort von Axel Weber, dem damaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank und jetzigem Präsident der UBS, Zürich

    Sie empfehlen mir insbesondere diese Broschüre zu lesen. Darin habe die Deutsche Bundesbank ihre Argumentation bereits angepasst. Dies aufgrund eines Artikels von Herrn Benjamin Fehr in der FAZ Ende 2008.

    Sein Vorwort beginnt Axel Weber mit den folgenden Worten:

    „Was ist Geld? Alle reden über Geld, aber viele wissen wenig über seine Eigenschaften und über die Rolle, die das Geld in der Wirtschaft spielt.“ Und Weber schliesst: „Wir als unabhängige Zentralbank mit der schwierigen Aufgabe, für stabiles Geld zu sorgen, brauchen das Vertrauen und die Unterstützung der Bevölkerung. Deshalb müssen wir über das Geld reden, und deshalb wünschen wir uns, dass möglichst viele Bürger möglichst viel über die Voraussetzungen für Geldwertstabilität wissen.“

    Dabei übersieht Weber zwei wesentliche Dinge:

    Erstens:

    Genau er, Axel Weber, gehört auch zu jenen, die wenig über Geld wissen und über dessen Rolle, die es in der Wirtschaft spielt.

    Das gilt auch für dessen Nachfolger und heutigen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann, der behauptet, eine Zentralbank habe eine „unbegrenzte Finanzkraft“ und dabei Notenbankgeld irrtümlich als Vermögen der Deutschen Bank interpretiert, statt als Schuld.

    Also selbst der heutige Bundesbankpräsident weiss immer noch nicht, was Geld ist – genauso wie sein schweizerischer Kollege Thomas Jordan.

    Zweitens:

    Genau die Zentralbanken sind es, welche die Diskussion über Geldtheorie torpedieren. Das gilt nicht nur für die Schweizerische Nationalbank, sondern auch für die Deutsche Bundesbank. So wird eben nicht Vertrauen geschaffen, wie Weber behauptet, sondern Vertrauen wird zerstört.

    Anschliessend möchte ich einige Irrtümer von Axel Weber und der Deutschen Bundesbank in jener Broschüre herausgreifen, die deutlich zeigen, dass Weber und die Deutsche Bundesbank nicht wissen, was Geld ist:

    Erster Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet (S.24):

    Zitat:

    „Keine Einlösungsverpflichtung in andere Werte

    Wirtschaftlich gesehen sind unsere Banknoten eine Verbindlichkeit des Eurosystems. Dabei handelt es sich aber eher um eine abstrakte Verpflichtung. Wer der Bundesbank eine vom Eurosystem herausgegebene Banknote vorlegt, erhält die Note allenfalls gewechselt, jedoch nicht etwa in Gold oder andere Vermögenswerte umgetauscht.“

    Zitat Ende

    Was soll das heissen: „eine abstrakte Verpflichtung“? Das gibt es nicht – entweder Verpflichtung oder nicht Verpflichtung. „Abstrakte Verpflichtung“ gibt es nicht. Punkt.

    Es ist korrekt: Ein Privater kann nicht zu einer Zentralbank gehen und am Schalter eine Banknote gegen einen Vermögenswert wie Gold eintauschen. Aber ein Privater kann mit seiner Banknote am Bankschalter einer Geschäftsbank Gold kaufen. Die Bank darf jederzeit diese Banknoten an die Zentralbank bringen und sich dafür auf ihrem Konto bei der Zentralbank ein Guthaben gutschreiben lassen. Und eine Bank darf jederzeit ihre Guthaben auf Sicht bei der Zentralbank reduzieren. Das ist nur möglich, wenn die Zentralbank einen Vermögenswert wie Gold oder Obligationen oder Aktien aus ihren Beständen an die Geschäftsbank überträgt.

    Ein Privater kann also eine Banknote nicht direkt bei der Zentralbank gegen Gold oder einen anderen Vermögenswert eintauschen – aber indirekt über das Bankensystem kann und darf er das sehr wohl.

    Oder anders herum: Will die Zentralbank die Geldmenge verringern, so muss sie der Geschäftsbank einen Vermögenswert überschreiben. Anders geht es nicht.

    Oder nochmals anders formuliert: Will die Zentralbank ihre ausstehende Geldmenge reduzieren, so muss sie – ich wiederhole – muss sie beide Seiten ihrer Bilanz gleichermassen verringern. Daraus folgt zwingend: Die Zentralbank muss der Gegenpartei, der Geschäftsbank, Vermögen übertragen.

    Was die Zentralbank nicht kann, ist ihre rechte Passivseite verkürzen bei gleichbleibender Aktivseite. Links und rechts einer Bilanz müssen immer gleich lang sein. Das sollte auch ein Axel Weber verstehen.

    Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Initiative zur Reduzierung der Geldmenge von der Zentralbank ausgeht oder von der Wirtschaft. Die Banken besitzen bei der Zentralbank Guthaben auf Sicht bzw. die Zentralbank hat Verbindlichkeiten gegenüber den Banken auf Sicht. Mit anderen Worten: Die Zentralbank hat ein Darlehen bei den Banken aufgenommen, das jederzeit von den Banken zurückverlangt werden kann.

    Daraus folgt, dass die Zentralbank den Banken jederzeit Vermögenswerte wie Gold, Obligationen oder Aktien verkaufen muss, wenn die Geschäftsbanken das fordern. Alles andere wäre eine Enteignung der Banken durch die Zentralbank,

    Haben sich das die Deutsche Bundesbank und Axel Weber bzw. Jens Weidmann noch nie überlegt?

    So oder so muss die Zentralbank Vermögen veräussern. Besitzt die Zentralbank nicht mehr über genügend Vermögen auf der Aktivseite, um ihre Schulden auf der Passivseite zu verringern, so ist die Zentralbank Konkurs.

    Und das bringt uns zum nächsten Kapitalfehler der Deutschen Bundesbank und Axel Weber.

    Zweiter Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet (S. 24)

    „Die Zentralbank kann deshalb im Inland bzw. im eigenen Währungsgebiet nicht illiquide, also zahlungsunfähig werden. Sie zahlt immer mit Geld, das sie selbst schaffen kann.“

    Zitat Ende

    Wie kann ein Zentralbankpräsident nur solche Irrlehren verbreiten? Aber es ist ja in guter Gesellschaft mit unserem Notenbankpräsidenten Thomas Jordan, der denselben Unfug kolportiert und damit sogar den Schweizer Bundesrat und das ganze Schweizer Parlament in die Irre führt.

    Bedenkt man, dass niemand bei der EZB diesen Irrtum bemerkt und alle meinen, die EZB könne nicht illiquide werden, so befällt einen ein mulmiges Gefühl – dies umso mehr angesichts der Tatsache, dass Angela Merkle meint, sie könne den politischen Frieden in Europa sichern mit einer einheitlichen Geldpolitik – einer Geldpolitik nota bene basierend auf fundamentalen Irrtümern…

    Weber mein also tatsächlich, beim Notenbankgeld handle es sich um „liquide“ Mittel der Zentralbank.

    „Liquide“ bedeutet, dass ein Unternehmen über Vermögen auf der Aktivseite verfügt mit denen es schnell eine Schuld bezahlen kann. Notenbankgeld ist aber umgekehrt ein Passivum – eine Schuld der Zentralbank.

    Der Schweizer Bundesrat behauptete in seiner Antwort an das Parlament bezüglich Verschuldungslimite der SNB ja auch, die SNB könne nicht illiquide werden in Franken. Die Franken sind auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht und gehören damit nicht zu den liquiden Mitteln der SNB.

    Der Schweizer Bundesrat irrt.

    Genauso irrt Weber, wenn er meint, die EZB könne nicht zahlungsunfähig werden, weil sie das Geld selber schaffen könne, mit dem sie bezahle.

    Nein – Herr Weber. Falsch.

    Eine Zentralbank kann das Geld nicht selber schaffen, um damit eigene Schulden zu begleichen. Warum nicht?

    Von der Zentralbank geschaffenes Geld wird auf der Passivseite der Zentralbankbilanz verbucht. Will eine Zentralbank Schulden abbauen, so bedeutet das, dass sie die Passivseite ihrer Bilanz verkürzen will. Sie kann die Passivseite aber nur verkürzen, wenn sie gleichzeitig die Aktivseite verkürzt – als Vermögen veräussert.

    Die liquiden Mittel einer Zentralbank bestehen nicht aus dem Notenbankgeld, sondern aus den Aktiven in der Bilanz. Wenn die EZB also ihre Schulden verringern will, so muss sie beispielsweise Staatsobligationen oder Gold aus ihrem Portefeuille auf der Aktivseite verkaufen oder hergeben.

    Liquide Mittel sind immer auf der Aktivseite – nicht Passivseite meine verehrten Herren Zentralbankpräsidenten.

    Aus diesen Überlegungen folgt, dass auch eine Zentralbank zahlungsunfähig werden kann.

    Es zeigt sich hier deutlich, dass die Zentralbankpräsidenten einfach einander nachschwatzen – ohne selber zu überlegen. Und das bei hunderten von Milliarden.

    Dritter Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet (S. 24)

    Zitat:

    „Die Ausgabe von Bargeld durch das Eurosystem ist deshalb – genauso wie zu D-Mark-Zeiten – nicht mehr an Deckungsvorschriften gebunden.“

    Zitat Ende

    Auch Axel Weber meint also, die Zentralbanken könnten das Gesetz der Doppelten Buchhaltung aushebeln.

    Geht nicht.

    Da beide Seiten einer Bilanz per Definition immer gleich lang sind, muss die emittierte Geldmenge auch immer entsprechend gedeckt sein. Fällt der Wert des Vermögens der Zentralbank unter Wert der ausstehenden Geldmenge, so verliert das Geld an Wert.

    Bei Banknoten bedeutet das Inflation und bei den Buchgeldforderungen der Banken gegenüber der Zentralbank muss eine entsprechende Wertberichtigung nach unten erfolgen. Das kann bis zum Konkurs einer kreditgebenden Geschäftsbank führen.

    Geld muss immer einen entsprechenden Vermögenswert als Gegenbuchung in der Bilanz des Geldemittenten haben, ansonsten es entsprechend an Wert verliert. Gilt auch für die EZB.

    Vierter Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet (S. 70)

    Zitat:

    „Banken als Finanzintermediäre

    Die Verwendung von Geld bringt es mit sich, dass nicht alle Teilnehmer am Wirtschaftskreislauf alles ausgeben, was sie einnehmen. Sie können das überschüssige Geld gewinnbringend bei ihrer Bank anlegen. Andere dagegen, etwa Unternehmen, die neue Maschinen kaufen wollen, brauchen Geld. Sie können sich an ihre Bank wenden und einen Kredit aufnehmen.“

    Zitat Ende.

    Auch hier verfällt Axel Weber der gängigen Irrlehre in der Geldtheorie: Banken seien Finanzintermediäre. Kunden bringen ihr Geld, das sie nicht brauchen auf die Bank und andere Kunden können mit diesem Geld arbeiten. Die Bank vermittle zwischen Sparern und Investoren.

    Das ist falsch: Die Banken verleihen nicht das Geld, das sie von Kunden erhalten an andere Kunden. Eine Bank, die einen Kredit an einen Kunden gewährt, erhält von diesem gleichen Kunden einen Kredit.

    Gewährt eine Bank beispielsweise einen Kredit an Kunde A, so schreibt sie das Geld dem Kunden A gut.

    Auch die Geldschöpfung der Geschäftsbanken hat Weber nicht verstanden.

    Fünfter Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet (S. 90)

    Zitat:

    „Zentralbankgeld können sich die Geschäftsbanken typischerweise nur
    dadurch beschaffen, dass die Zentralbank ihnen Kredit gewährt.“

    Nein. Die Geschäftsbanken können der Zentralbank Vermögenswerte wie Gold, Wertschriften, Devisen, Aktien usw. verkaufen. Damit erhöhen sich die Guthaben der Banken bei der Zentralbank genauso.

    Sechster Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet: (S. 92).

    „Die Geschäftsbanken können den Überschuss an Zentralbankgeld auch dazu nutzen, zusätzliche Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben.“

    Zitat Ende

    Auch diese Behauptung belegt, dass die Deutsche Bundesbank offenbar nicht versteht, wovon sie spricht:

    Wenn eine Bank Teile ihres Vermögens bei der Zentralbank anlegt, so kann sie dieses Kapital nicht gleichzeitig an Unternehmen und Haushalte vergeben. Entweder investiert sie bei der Zentralbank oder in ein Unternehmen. Dasselbe Kapital kann nicht gleichzeitig an verschiedene Schuldner ausgeliehen werden.

    Siebter Irrtum der Deutschen Bundesbank:

    Axel Weber behauptet: (S. 92)

    Zitat:

    Wie bereits geschildert, ergibt sich aus der Vergabe zusätzlicher Kredite ein zusätzlicher Bedarf an Zentralbankgeld – der in dieser besonderen Situation großer Unsicherheit unter den Banken durch die bereits bestehende Überschussliquidität abgedeckt werden kann. Die überreichliche Liquiditätsversorgung entlastet eine Bank, die einen Kredit vergeben will, von der ansonsten üblichen Erwägung, wie viel Zentralbankgeld sie nach der Vergabe von Krediten benötigen wird, wie es zu beschaffen ist und zu welchen Kosten.

    Mithilfe des sogenannten Geldschöpfungsmultiplikators lässt sich abschätzen, wie groß das Potenzial für die zusätzliche Kreditvergabe ist. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Angenommen die gesamtwirtschaftliche Überschussreserve betrage 100 Milliarden Euro. Angenommen sei zweitens, dass die Geschäftsbanken bei der Zentralbank eine Mindestreserve in Zentralbankgeld halten müssen, die zwei Prozent der Einlagen ihrer Kunden entspricht. Angenommen sei drittens, dass Kunden von neugeschaffenem Giralgeld im Durchschnitt 20 Prozent als Bargeld abheben.

    Mithilfe des Geldschöpfungsmultiplikators lässt sich berechnen, dass das Bankensystem insgesamt rund 463 Milliarden Euro an zusätzlichen Krediten vergeben könnte. Denn nach den Annahmen würden davon rund 92,6 Milliarden Euro als Bargeld abgehoben. Auf die erhöhten Guthaben von 370,4 Milliarden Euro müssten die Geschäftsbanken zusätzlich 7,4 Milliarden Euro an Mindestreserve
    bei der Zentralbank unterhalten.“

    Zitat Ende

    Dieser Wirrwarr der Deutschen Bundesbank ist vollkommen obsolet und trägt bestimmt nichts zum besseren Verständnis der Geldpolitik der Deutschen Bundesbank bei, wie das Axel Weber beteuert.

    Im Gegenteil – diese Verwirrungen bezüglich Geldmengenmultiplikator offenbaren vielmehr, dass es sich bei dieser Theorie um eine Irrlehre handelt.

    X-mal verwechselt die Deutsche Bundesbank hier aktive und passive Kredite nicht nur der Deutschen Bundesbank, sondern auch der Geschäftsbanken miteinander.

    Die Deutsche Bundesbank muss eins lernen: Es gibt keinen Geldschöpfungsmultiplikator. Das ist eine Irrlehre, welche auf dem Irrtum beruht, bei Notenbankgeld handle es sich um einen Aktivkredit der Zentralbank („lender of last resort“) an die Wirtschaft.

    Herr Stöcker: Sie wollen wohl kaum behaupten, dass die Deutsche Bundesbank mit diesem Wirrwarr auch nur den geringsten Beitrag zur Erklärung des angeblichen Geldschöpfungsmultiplikators beigetragen hat – im Gegenteil. Verwirrung pur.

    Teil III:

    Analyse des Artikels von Benjamin Fehr in FAZ vom 31.12.2008

    Herr Fehr geht mit keinem Wort darauf ein, dass Geld nicht Vermögen, sondern eine Schuld der Zentralbank sei. Er erwähnt auch nicht, dass es keinen Geldmultiplikator gibt.

    Fehr schreibt:

    Zitat:

    „Gewährt eine Bank einem Kunden einen Kredit zum Beispiel in Höhe von 100 000 Euro, schreibt sie diesen Betrag dem Schuldner auf dessen Girokonto gut: In diesem Moment entsteht Buch- oder Giralgeld.“

    Zitat Ende

    Dieser Satz ist absolut korrekt und ich gratuliere Herrn Fehr zu diesem Satz.

    Allerdings schrieb Herr Fehr gleich davor:

    Zitat:

    „Anders als vielfach vermutet, spielen die Ersparnisse, die eine Geschäftsbank bei den Haushalten einsammelt, für ihre Kreditvergabe nur eine untergeordnete Rolle.“

    Zitat Ende

    Korrekt wäre: Ersparnisse, welche die Geschäftsbank bei den Haushalten einsammelt spielen für die Kreditvergabe überhaupt keine Rolle, da eine Geschäftsbank jenem Haushalt einen Kredit gewährt, von dem sie umgekehrt einen Kredit aufnimmt.

    Fehr geht auch nicht darauf ein, dass mit seiner Argumentation die Multiplikatortheorie widerlegt ist. Im Gegenteil: Bei seinen Antworten argumentiert er:

    Zitat:

    „Der Geldschöpfungsmultiplikator spielt eine wichtige Rolle, wenn die Zentralbank die Geldmenge direkt kontrolliert…“

    Zitat Ende

    Auch diese Antwort ist nicht korrekt: Es gibt gar keinen Multiplikator.

    Fehr geht auch nicht darauf ein, dass Geld keineswegs ein Aktivkredit der Zentralban an die Wirtschaft darstellt, sondern umgekehrt ein Passivkredit – ein Schuld. Dieser Paradigmenwechsel wird in keiner Weise thematisiert.

    Der entscheidende Paradigmenwechsel in der Geldtheorie ist folgender:

    – Bei Notenbankgeld handelt es sich nicht um Vermögen (Liquidität“) der Zentralbank (wie in der bisherigen Geldtheorie behauptet), sondern um eine Schuld der Zentralbank.

    o Das hat u.a. folgende Konsequenzen

    – Beide Seiten der Bilanz einer Zentralbank beeinflussen das Zinsniveau.

    – Die Zentralbank kann in einer geschlossenen Volkswirtschaft auf der Aktivseite ihrer Bilanz nicht mehr Kapital in die Wirtschaft pumpen, als sie dieser über die Passivseite entnimmt. Geldpolitik ist somit per Saldo ein „Null-Summenspiel“.

    – Bei einem Exportüberschuss ins Ausland steigt das Zinsniveau per Saldo und umgekehrt.

    – Eine Expansion der Geldmenge per se führt zu höherer Inflation und zu höheren Zinsen. Der Zins ist nicht der Preis des Geldes, sondern dessen Rendite. Die Rendite verhält sich umgekehrt zum Preis. Ein erhöhtes Geldangebot führt somit zu sinkenden Geldwert und zu steigenden Zinsen.

    – Bzw. Geld ist eine Obligation der Notenbank. Ein erhöhtes Geldangebot führt zu einem sinkenden Wert von Geld (Inflation) und gleichzeitig zu höheren Zinsen.

    – Eine Zentralbank ist nicht nur „lender of last resort“, sondern genauso „borrower of last resort“. Investiert sie ausschliesslich im Ausland, wie die SNB, so ist sie ausschliesslich „borrower of last resort“.

    – Weil Notenbankgeld ein Passivkredit der Zentralbank ist, gibt es auch keinen Geldschöpfungsmultiplikator.

    – Notenbankgeld ist kein Zahlungsmittel für die SNB zur Begleichung ihrer Schulden.

    – Eine Notenbank kann illiquide werden und Konkurs gehen, wenn der Wert ihrer Aktiven unter Wert ihrer Passiven fällt.

    – Geht eine Zentralbank Konkurs, so kann das zum Konkurs von kreditgebenden Geschäftsbanken führen.

    Sie sehen, Herr Stöcker, die Erkenntnis, dass Geld eine Schuld der Zentralbank ist, hat weitreichende Konsequenzen für die ganze Geldtheorie. Der Aspekt der wegfallenden Theorie des Geldmengenmultiplikators ist nur einer davon.

    Bereits 1993 schrieb ich in meinem Buch, dass Geld eine Obligation bzw. Schuld der Zentralbank sei, was die Geldtheorie um 180 Grad dreht, da Geld bis anhin als Vermögen der Zentralbank (Liquidität, „Lender of last resort“) falsch interpretiert wurde.

    Die Deutsche Bundesbank begeht diesen Fehler noch heute. Die SNB auch.

    Sie können also keineswegs behaupten, die Deutsche Bundesbank habe diesen Irrtum eingesehen aufgrund des Artikels von Fehr.

    Der Artikel von Fehr ist gut, da er zeigt, dass bei jeder Kreditvergabe durch das Bankensystem neues Geld entsteht. Aber er beinhaltet weitere fundamentale Irrtümer und umfasst lediglich ein Teilaspekt des Paradigmenwechsels in der Geldtheorie.

    Und die Deutsche Bundesbank begeht nach wie vor die zentralen und fundamentalen Irrtümer in der Geldpolitik.

    Teil IV:

    Und nun Herr Stöcker noch kurz zu Ihrer Argumentation:

    Angenommen, die SNB kaufte mit sämtlichem Notenbankgeld Dienstwagen – nur Autos. Diese Autos wären bis in 10 Jahren wertlos. Die Folge wäre, dass die SNB eine ausstehendes Notenbankgeld von über 700 Milliarden Franke hätte ohne Gegenwert.

    Meinen Sie im Ernst, dass die kreditgebenden Banken ihr Giroguthaben bei der SNB zu 100 Prozent bewerten dürften? Mitnichten. Sie müssten 700 Milliarden abschreiben und gingen Konkurs.

    Herr Jordan begeht den gleichen Irrtum wie Sie: Er wollte mir weismachen, dass die SNB ihr Haus am Bürkliplatz malen könne und dem Maurer den Lohn gutschreiben könne mit Notenbankgeld. So rechtfertigte er die Geldschöpfung aus dem Nichts.

    Sie und Jordan meinen, die SNB könne Geld schöpfen durch Kombination eines Ertragskontos mit einem Bilanzkonto. Aufwand an Geldmenge.

    Das geht nicht in grossem Stil, weil dadurch Geldmenge langfristig nicht gedeckt ist, wodurch das Geld wertlos wird.

    Ich hoffe, das Ganze ist jetzt etwas klarer.

    Freundloche Grüsse

    Marc Meyer

  30. Der Tauschwert des gesetzlichen Zahlungsmittels basiert natürlich nicht auf dem Annahmezwang, sondern auf dem, was man mit diesem Geld tatsächlich kaufen kann. Wenn die Schöpfung von Fiat-Geld dauerhaft über der Wertschöpfung liegt, was seit dem Schliessen des Goldfensters 1971 verstärkt der Fall ist, kann man mit diesem Geld immer weniger kaufen – sichtbar an den massiv steigenden Vermögenspreisen. Natürlich stützt der Annahmezwang den psychologischen Wert des gesetzlichen Zahlungsmittels, aber er hebt den fundamentalen Zusammenhang zwischen Geldschöpfung und Wertschöpfung nicht auf. Angesichts der absurden Fiat-Geldschöpfung durch Banken und Zentralbanken seit Ausbruch der Finanzkrise kann man nicht optimistisch sein, für sein Geld noch wirklich Wert zu erhalten. Besonders die Zwangssparer werden bei der Bereinigung nicht schnell genug reagieren können.
    Wichtig für das Verständnis ist noch der Umstand, dass wir Nicht-Banken uns (abgesehen vom Bargeld) auf das Fiat-Geld der Banken verlassen müssen.
    Mehr dazu: http://edition.zeitpunkt.ch/buch/geld-verstehen/

  31. @Michael Stöcker

    Und noch etwas Amüsantes:

    Sie schicken mir hier einen Link, der zeigen soll, dass ich etwas
    „nachvollzogen“ habe, was andere schon längstens herausgefunden hätten.

    Dumm nur, dass ihr Link ein Jahr später datiert (2014) als meine originale Argumentation hier auf Inside Paradeplatz (2013).

    wirklich lustig.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Lieber Marc Meyer,

      amüsieren Sie sich, worüber auch immer Sie möchten. Ich hatte im verlinkten Beitrag aus dem Jahre 2014 (seinerzeit war mir ein Marc Meyer noch völlig unbekannt) zahlreiche Links eingebaut, aus denen Sie hätten erkenn können, dass auch die Bundesbank schon 4 Jahre vor Marc Meyer ihre falsche Darstellung korrigiert hatte. Anstatt hierauf konstruktiv einzugehen, spielen Sie immer wieder die gleiche Leier. Lesen sie doch einfach mal in dieser Ausgabe aus dem Jahre 2009 das Kapitel 4.4 Geldschöpfung der Banken (Seite 88 ff.): https://zinsfehler.files.wordpress.com/2017/07/geld-und-geldpolitik-2009.pdf und vergleichen diese mit der alten Darstellung aus dem Jahre 2007: https://zinsfehler.files.wordpress.com/2017/07/geld-und-geldpolitik-2007.pdf (Seite 59 ff.).

      Den Stein ins Rollen gebracht hatte aber Benedikt Fehr mit seinem Artikel in der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/finanzkrise-der-weg-in-das-milliarden-desaster-1745087.html.

      Kurze Zeit später wechselte er dann zur Bundesbank: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Lebenslaeufe/Zentralbereiche/fehr_benedikt.html.

      Und nun zu Ihrer These: „Zentralbankgeld kann nie und nimmer Zahlungsmittel für eine Zentralbank sein.“

      Da Sie ja der Bilanzierung und Buchführung kundig sind, können wir das ganze ja mal empirisch prüfen. Denn wie schrieb schon Goethe in Wilhelm Meisters Lehrjahre:

      „Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder gute Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen.“ http://gutenberg.spiegel.de/buch/wilhelm-meisters-lehrjahre-3669/11.

      Als kleines Beispiel möge der Kauf eines neuen Dienstwagens in Höhe von 160.000 CHF für Herrn Jordan dienen. Aus Vereinfachungsgründen können wir gerne auf die Verbuchung der Mehrwertsteuer verzichten. Der Verkäufer besteht auf Barzahlung, da er grundsätzlich allen Banken misstraut.

      1. Frage: Wie lautet der Buchungssatz bei diesem Barkauf und welche Auswirkungen hat er auf die Bilanz der SNB?

      2. Frage: Wie lauten die Buchungssätze, wenn der Verkäufer doch den Banken trauen sollte und ein Konto bei der UBS unterhält und der SNB ein Zahlungsziel von 30 Tagen gewährt?

      Ich denke, mit einer Beantwortung dieser Fragen kommen wir der Überprüfung der Stichhaltigkeit Ihrer These einen Schritt näher.

      LG Michael Stöcker

    • Herr Stöcker hat hier recht.

      Man kann dies nur nicht verstehen, wenn man sein Leben über Jahrzehnte lang auf absurde Gedankenmodellen ausrichtet.

  32. @Michael Stöcker

    Danke.

    Nochmals:

    Notenbankgeld kann kein Zahlungsmittel für die Verbindlichkeiten einer Zentralbank sein. Die Passivseite der Zentralbankbilanz kann nur verringert werden, wenn auch die Aktivseite entsprechend verringert wird.

    Daraus folgt: Die Zentralbanken können ihre Schulden nicht mit Zentralbankgeld begleichen. Zentralbankgeld kann nie und nimmer Zahlungsmittel für eine Zentralbank sein.

    Nur Gold, Obligationen, Aktien im Vermögen der SNB können als Zahlungsmittel der SNB dienen.

    Daraus folgt, die Zentralbanken können Konkurs gehen, wenn ihr Vermögen unter Wert ihrer Schulden fällt. Die Steuerzahler werden dann einspringen müssen.

    Sollte eigentlich nicht so schwer sein, das zu begreifen.

    Sie und all die Autoren, die Sie zitieren haben das offensichtlich nicht verstanden.

    Herr Zenger hat es auch nicht verstanden und Herr Jordan sowieso nicht.

    Ja – auch die Oekonomenstimmen auf Oekonomenstimme sind auch jetzt noch überfordert. Da haben Sie Recht.

    Leider.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    P.S. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo die Bank of England und die Deutsche Bundesbank und wie sie alle heissen plötzlich auch feststellen, dass Zentralbankgeld kein Zahlungsmittel für eine Zentralbank sein kann.

    Und die SNB und Sie und alle werden dann Beifall klatschen und behaupten, das habe man schon immer gewusst.

    • Die aktuellen Gelddruckorgien der Nationalbanken und EZB zeigen sehr schön, wie das wissenschaftliche Gebäude der Ökonomen adabsurdum geführt wird. Die Chinesen oder EZB drucken Geld, kaufen sich z.B. damit Aktien von interessanten Konzernen und lassen sich über die Dividenden die arbeitende Bevölkerung die gedruckten Werte abarbeiten. Absolut klarer Diebstahl und Enteignung ganzer Länder über das Finanzsystem ohne Folgen befürchten zu müssen. Es wird eben nie das gedruckte Geld als Schulden von jemandem zurückgefordert. Diese Ansicht besteht nur in der Theorie sog. Ökonomen, damit das Theoriegebäude nicht zusammenbricht.

    • Frau Wohmann

      Die Aktien werden durch die Käufe der Zentralbanken hochgetrieben. Da haben Sie völlig recht.
      Die Dividenden sind da relativ unbedeutend, wenn man die Kursgewinne betrachtet. Allerdings sind diese Kursgewinne wiederum den Zentralbanken zu „verdanken“. Also eine klare Blase.
      Sie schreiben:
      „Es wird eben nie das gedruckte Geld als Schulden von jemandem zurückgefordert. “
      Das ist so klar zu kurz gedacht. Die Zentralbanken haben Schulden – und sie machen diese Schulden zu Lasten der Bevölkerung, zu Lasten der Währung:
      Die Banken können von den Zentralbanken ihr Guthaben jederzeit zurückfordern. Da liegt Ihr Denkfehler.
      Es ist also nicht Theorie der Ökonomen, sondern rein buchhalterisches 1 x 1, wie es Dr. Meyer lehrt. Aber man kann natürlich immer behaupten, dass 1 x 1 = 5 ist und das dann als ökonomisches „Theoriegebäude“ bezeichnen, obwohl es eigentlich nur mathematisch-buchhalterisches es 1 x 1 ist…

  33. @ Marc Meyer

    „Geld als Gegenbuchung von Staatsanleihen ist nicht Geld aus dem Nichts, weil Staatsanleihen nicht Nichts sind.“

    Staatsanleihen sind in aller Regel „vergangenes Nichts“, da oftmals ausschließlich Konsum finanziert wird und nur eher selten Erweiterungsinvestitionen in Straßen, Schulen, Energienetze etc. Bei diesen Positionen handelt es sich also um fiktives Kapital, das via aktiver Steuererhebung oder passiver Inflationierung eliminiert werden kann. Nicht umsonst hatte ich von einer auf ewig zu revolvierenden Anleihe gesprochen.

    Die Kritik an Ihrer Argumentation auf Ökonomenstimme war seinerzeit sehr eindeutig; nicht nur von meiner Seite. Letztlich handelt es sich auch beim Helikoptergeld um ein fiskalpolitisches Instrument, was kurz und knapp Ihnen gegenüber von ISML et al. kommuniziert wurde, aber allem Anschein nach nicht verstanden wurde. Der GegenWERT des Helikoptergeldes findet sich als ewig zu revolvierendes vergangenes Nichts auf der Aktivseite der ZB Bilanz wieder (aka Staatsanleihe). Es ist meines Erachtens zudem die einzige Möglichkeit, um in gesättigten Märkten das Inflationsziel von 2 % zu erreichen. Ex post QE alleine ist hierfür unzureichend.

    Eine zu intensive Nutzung dieses Instruments führt letztlich zu höherer Inflation und ist in diesem Kontext nichts anderes als ein Form der Steuererhebung, die allerdings grundsätzlich nicht an der Steuerleistungsfähigkeit anknüpft und insofern tendenziell unsozial ist, da es zu einer relativ höheren Besteuerung der weniger Wohlhabenden kommt. Von daher plädiere ich ja auch für QE4P.

    „Zudem gehen Sie nicht auf den Kern der Aussage von Herrn Zenger ein, wo er behauptet, eine Schuld der Zentralbank könne diese nur mit Zentralbanjgeld begleichen.“

    Wieso sollte ich auf etwas eingehen, das korrekt ist?

    „Sie begehen also denselben Irrtum wie Herrn Zenger.

    Lieber Herr Dr. Meyer, ich stimme mit Ihren Argumenten ja in sehr vielen Positionen überein; aber eben nicht in allen. Und gehen Sie einfach mal davon aus, dass nicht nur Sie alleine das Monopol auf Wahrheit gepachtet haben. Das gilt insbesondere für Ihre unablässigen Behauptungen, dass Sie angeblich der erste waren, der über die falsche Darstellung der Kreditgeldschöpfung durch die Ökonomen und Notenbanken hingewiesen haben. Da gab es vor Ihnen schon sehr viele andere:

    1882: Henry Dunning Macleod in “Lectures on Credit and Banking”
    1909: Hartley Withers in “The Meaning of Money”
    1919: Ralph George Hawtrey in “Currency and Credit”
    1930: John Maynard Keynes in “A Treatise on Money”
    1936: Hans Gestrich in “Neue Kreditpolitik”. Daraus:

    “Es ist kaum etwas geschehen, was in seinen Voraussetzungen und Konsequenzen nicht schon von den modernen Kredittheoretikern durchdacht und auseinandergesetzt war. Jedoch die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit standen so lange abseits der praktischen Bankpolitik, als man in der Praxis mit den alten Vorstellungen glaubt auskommen zu können. Diese in der natürlichen Geistesträgheit der Menschen an sich schon hinreichend fest begründete Haltung wurde dadurch, daß die neue Anschauungsweise nicht allgemein, besonders nicht in der Wirtschaftspresse, anerkannt wurde, erheblich bestärkt. Obwohl längst vor der Kreditkrise des Jahres 1931 das Geld- und Kreditsystem de facto eine Gestalt angenommen hatte, auf die die hergebrachten Meinungen und Lehrsätze zu einem großen Teil nicht mehr anwendbar waren, hielt man an ihnen fest. Erst als die Krisis ein Eingreifen erforderte, wurde dieser Widerspruch zwischen Wirklichkeit und Lehrsätzen offenbar.“

    Es war übrigens auch nicht die BoE, die den Anstoß für die Klarstellung der Geldschöpfung gegeben hatte, sondern ein Artikel von Benedikt Fehr in der FAZ aus dem Jahre 2008. Das Schülerheft der Bundesbank wurde daraufhin umgeschrieben und der Geldschöpfungsprozess wir nun bereits seit dem Jahr 2010 weitestgehend korrekt beschrieben. Sie haben also damit „lediglich“ etwas nachvollzogen, was vor Ihnen schon einige andere erkannt und kritisiert hatten. Mehr dazu finden Sie hier: https://zinsfehler.com/2014/09/04/bankmythen/.

    Und unsere kleineren Differenzen seinerzeit hinsichtlich der „Schuldfrage“ können Sie noch einmal hier nachlesen: http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2017/06/die-theorie-des-geldmultiplikators-ist-ein-neoklassischer-irrtum/#c3076

    LG Michael Stöcker

  34. Ein paar Anmerkungen zur angeblichen Magie und den Irrungen und Wirrungen rund um das Thema Fiat-/Kreditgeld.

    1. Reines Fiatgeld: Die Zentralbank monetisiert dauerhaft und revolvierend Staatsschulden. Die Verkäufer dieser Anleihen erhalten im Gegenzug ein zinsfreies Asset (Bargeld oder Giralgeld). M0 – also die Zentralbankgeldmenge – steigt, M1 hingegen bleibt konstant. Es handelt sich also um einen reinen Asset-Swap.

    2. Besichertes Fiatgeld: Die Zentralbank kauft Vermögensgegenstände an (Gold, Silber…). M0 und M1 steigen synchron, sofern der Verkäufer eine Nichtbank ist.

    3. Kreditgeld: Die Geschäftsbanken gewähren einer Nichtbank oder auch dem Staat einen Kredit. M0 bleibt unverändert, sofern die Mindestreserveanforderungen noch erfüllt sind, M1 steigt.

    Damit sollte deutlich geworden sein, dass Geld ein hybride Zwittergestalt ist: teils staatlich, teils privat. Verweigert der Privatsektor die Kreditexpansion, dann ist vermehrt der Staat gefragt und vice versa. Fehlt es an Liquidität (aka M0), dann ist die Zentralbank gefragt. Auch hier gilt: It takes two to tango.

    Ebenfalls zum reinen Fiatgeld gehört das Münzgeld nach Abzug der Prägekosten. Nicht dazu zählen hingegen die Banknoten, die eigentlich Zentralbanknoten heißen müssten. Die unterschiedliche Behandlung ergibt sich aus der Historie. Münzgeld war früher als Kurantmünze ein Aktivum (Gold- und Silbermünzen), während Banknoten der Geschäftsbanken einen Anspruch auf solche Kurantmünzen verbürgten.

    Dass die Münzen durch die SNB nicht bilanziert werden sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ein klarer Verstoß gegen gängige Bilanzierungsregeln. Bei der Bundesbank wird das Münzgeld unter den sonstigen Aktiva unter Position 11.1 Scheidemünzen bilanziert. Hier gibt es zudem tatsächlich noch eine wertmäßig unbedeutende Seigniorage, die allerdings nicht für die Banknoten gilt, wie immer wieder fälschlicherweise kolportiert wird. Der Banknotenumlauf hängt ausschließlich an den Zahlungsgewohnheiten der Bürger (nur Bares ist Wahres) und des Auslands. Bei Reservewährungen ist der Notenumlauf grundsätzlich höher, da solches Bargeld auch gerne als Parallelwährung in Ländern mit instabilen Währungen Verwendung findet. Hier dominieren allerdings Dollar und Euro.

    LG Michael Stöcker

    • @Michael Stöcker

      Guten Morgen

      Ihre Definition von Fiatgeld ist nicht korrekt. Fiatgeld, abgeleitet von „fiat lux“, „es werde Licht“ bedeutet „Geld aus dem Nichts“. Analog „Helikoptergeld“.

      Geld als Gegenbuchung von Staatsanleihen ist nicht Geld aus dem Nichts, weil Staatsanleihen nicht Nichts sind.

      Zudem gehen Sie nicht auf den Kern der Aussage von Herrn Zenger ein, wo er behauptet, eine Schuld der Zentralbank könne diese nur mit Zentralbanjgeld begleichen.

      Genau das ist aber nicht möglich.

      Sie begehen ja denselben Irrtum mit Ihrer Behauptung „Notenbankgeld sei das Geschuldete“. (Oekonomenstimme).

      Sie begehen also denselben Irrtum wie Herrn Zenger.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  35. trump stammt nicht aus der polit-elite. wenn wir eines trump glauben können, dann das: america first. das werden wir mehr zu spüren bekommen, wirtschaftlich und politisch…. vor allem in europa, das zwischen usa und russland hiflos dasteht….. mehr unter derkursstimmt, vor allem mit schwergewicht finanmärkte, aber auch geopolitisch, hinter dem polit- und finanzvorhang. interessant ist, dass plötzlich ein aufstand im iran starten soll. mit ein paar 100er oder 1000en bürgern. das ist nur ein wunschdenken von den saudis und den usa. die usa kommt im 2018 mehr und mehr unter druck, die weltmacht abgeben zu müssen und versucht mit jeglichen noch vorhandenen mitteln dies zu verhindern. mit fatalen folgen für die weltwirtschaft und geopolitische stabilität.

  36. Herr Christoph Zenger

    Es braucht eine Geldschöpfungsreform. Einzig die Zentralbank darf Geld schöpfen und verwalten. Eigengeschäfte und die Form der AG sind verboten. Der Staat erhält sein Budget zins- und schuldenfrei abgedeckt. Der Staat ordnet, wie heute, den Rückfluss zur Preisstabilität und Umwelt zu. Alles andere sind Nichtbanken, demnach Kunden der Zentralbank!

    Geschichtlich alles korrekt aufgezählt! Geld ist und bleibt eine Zahl in den Bankbuchhaltungen. Für den Bezug von Bargeld wird die Zahl reduziert.
    Geld kann nicht eingelegt werden, weil es aus Nichts besteht! Wird aber immer behauptet und in den Bankbilanzen als Kundeneinlagen erwähnt!
    Die Begriffe welche die Fakultät Ökonomie im Zusammenhang mit der falschen Lehrmeinung kreierte, werden heute noch verwendet, obwohl sie völlig falsch sind. Auch die Mittelflussrechnung bei den Banken geht von der Schöpfung aus Passiven aus! Bei Nichtbanken richtig!
    Dieser infame Betrug hätte die Judikative längst beenden müssen!

    Die Buchung lautet Schulden (Aktiven) an Guthaben (Leistungserbringer). Erst wenn die Leistungserbringer, ihr Guthaben, wieder zum Bankschuldner zurückfliessen lassen, ist die Schuld getilgt und das Geld vernichtet! Das Geld besteht aus nicht getilgten Bankschulden und nicht abgeschriebenen Bankinvestitionen. Wobei die Investitionen einen nicht zu tolerierenden Wettbewerbsvorteil und auch Verzerrung bedeuten. Legal?

    Es bestehen nach Währungs- und Zahlungsmittelgesetz zwei Buchgeldarten. Die Liquidität (Vollgeld = kein Delkredererisiko), auch als gesetzliches Zahlungsmittel bezeichnet, wird von der Zentralbank mit den Geschäftsbanken, mittels Geld- und Offenmarktoperationen geschöpft. Dieses Geldvolumen dient dem bankübergreifenden Zahlungsverkehr für das von den Geschäftsbanken mit ihren Kunden geschöpfte Buchgeld (kein gesetzliches Zahlungsmittel). Die Geschäftsbanken können kein eigenes Buchgeld auf ihr Bankgitokonto einzahlen! Nur das Bargeld ist durchlässig!
    Geld aus dem Nichts (FIAT = vom griechischen übersetzt, es möge entstehen) ist die umweltfreundlichste Produktion. Die Geldmengenregulierung über den Goldstandard (der Gegenwert in Geld wurde auch aus dem Nichts geschöpft) hat der Ausbeutung erst einen fragwürdigen Sinn gegeben. Die Geldmengenregulierung erfolgt heute über die Delkrederezuordnung der Guthaben (sog. Eigenkapital). Die Liquiditätsvorschriften ist in einem Schuldensystem eine Farce, weil das Bankensystem den Ausgleich selbst erzeugt!
    Es ist alles nur ein Spiel!

    Die Lehrmeinung (Betrug?) besagt, dass Geld aus der Leistungserbringung entsteht. Nein es ist der Grund warum man Geld als Tauschersatzmittel aus dem Nichts (es Bestand vorher nichts) erfunden hat. In Mesopotamien wurde diese intelligente System bereits eingesetzt.
    Aus der immer noch von der Fakultät Ökonomie gelehrten Betrugslehrmeinung entstand der eingehämmerte Zahler-Mythos.

    Die folgenden wichtigsten Erkenntnisse aus dem intelligenten Gelkdsystem werden jedoch, warum auch immer, niemals erwähnt, damit der Zahler-Mythos (Steuern- und Sozialzahler) als Manipulation gespielkt werden kann. Einfach mal, sich an das eigene Denkvermögen erinnern und sich fragen, wie der Geldfluss, von wem und wie zustande kommt? Die zunehmende Automatisierung wird den Menschen hoffentlich noch rechtzeitig den Geist wecken? Wer die Finanzierungsfrage stellt, hat damit seine antrainierte Dummheit bereits bewiesen

    Geld ist Mittel zum Zweck, es steckt sowohl in der Produktion und Dienstleistung als auch als Kaufkraft für den Gegenwert der Arbeit oder Ersatzleistung. Es muss ursächlich zuerst ausgegeben, bevor es eingenommen werden kann. Aus den Ausgaben für den Lebensunterhalt wird das Nettoeinkommen, aus den Staatsausgaben die Steuern, aus den Rentenausgaben die Beiträge und nicht umgekehrt, wie uns die Ökonomen und Regierende als Irreführung des Geistes lehren! Die Gewinne und Ersparnisse können nur mit einer Geldmengenerhöhung (Neuverschuldung) realisiert werden, Ausnahme die Besitzumlage (weniger und mehr).
    Warum die Unternehmensgewinne, im Wissen dass die Menschen das Geld dafür schöpfen, nicht anteilig in die Sozialwerke fliessen, ist ebenfalls ein Betrug der Fakultät Ökonomie zuzuschreiben.

    .

  37. @Christoph Zenger

    Sehr geehrter Herr Zenger

    Besten Dank für Ihren ausführlichen Beitrag bezüglich des „magischen Geldes“, wie Sie es nennen.

    Gerne möchte ich dazu wie folgt Stellung nehmen.

    Erstens:

    Im Prinzip geht es hier um eine versteckte Rechtfertigung der Vollgeld-Initiative. Diese soll einmal mehr dem Publikum schmackhaft gemacht werden, obwohl ich diese schon klar als buchhalterisches Unding entlarvt habe: Die Vollgeld-Initianten wissen jetzt immer noch nicht, ob es sich bei Vollgeld um ein Aktivum oder Passivum der Schweizerischen Nationalbank (SNB) handelt. Vollgeld soll einerseits „Fiat-Geld“ sein, das bei Emission als Aktivum aus der Bilanz des Geldemittenten ausgebucht wird. Andererseits sollen heutige Banknoten bereits Vollgeld sein. Dabei übersehen die Vollgeldler, dass Banknoten bei Emission umgekehrt als Schuld in die Bilanz der SNB eingebucht werden. Das ist ein absoluter Widerspruch. Die Vollgeld-Initiative wird dadurch zur Makulatur. Ihr Beitrag hier scheint ein Versuch, diesen Widerspruch in einem ellenlangen Text zu vertuschen.

    Zweitens:

    Sie schreiben:

    „Auch Geschäftsbanken schaffen Fiatgeld, indem sie einen Hypothekarkredit sprechen und den Betrag dem Konto des Kunden gutschreiben. Weil dieses Geld einer einfachen und kostenlosen Buchung entspringt, nennt man es aus dem Nichts geschöpftes Bankenbuchgeld.“

    Zitat Ende

    Es freut mich, dass Sie die „Schöpfung“ von Geld durch die Geschäftsbanken korrekt darstellen. Das war bei der Lancierung der Vollgeld-Initiative noch keineswegs der Fall. Die Vollgeldler haben offensichtlich gelernt. Der Vater des Vollgeld-Gedankens, Irving Fisher, hatte ja gemeint, die Banken würden zu viel Geld schaffen aus einem ursprünglichen Zentralbankkredit, weil der Mindestreservesatz zu klein war. Die irrige Geldtheorie lautete ja bis zum September 2013 wie folgt: Die Zentralbank gewähre den Banken einen Kredit („versorge die Wirtschaft mit Geld“ usw.). Bei einem Reservesatz von beispielweise 10 Prozent, könnten die Banken 90 Prozent weiter ausleihen usw. So wurde die multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem dargestellt, das die Vollgeld-Initiative ja abschaffen möchte.

    In meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ im September 2013 bewies ich dann mit Buchungssätzen erstmals, dass diese Theorie nicht stimmte: Ich bewies, dass bei jeder Kreditvergabe durch das Bankensystem neues Geld entsteht, ganz unabhängig davon, ob die Zentralbank vorher Geld emittiert hat oder nicht. Die Bank of England hat dann 6 Monate später meine Argumentation übernommen. Es folgten die Deutsche Bundesbank, der IWF, die SNB und die Vollgeld-Initianten.

    Obwohl ich hier von anonymen SNB-Freunden und auch Vollgeld-Initianten aufs Schärfste kritisiert und beleidigt wurde, haben nun Vollgeldler und die SNB meine damalige Argumentation übernommen.

    Es freut mich, dass auch Sie meine Argumentation hier nun ebenfalls übernehmen. Allerdings hätte ich eine Literaturhinweis auf meinen damaligen Text als korrekt empfunden. Sie zitieren andere Autoren ja auch.

    Drittens:

    Sie schreiben, eine Geschäftsbank emittiere „Geld aus dem Nichts“, wenn sie einen Hypothekarkredit gewähre und dagegen Geld emittiere. Diese Argumentation ist ein Trugschluss in sich selbst: Die Bank emittiert Geld gegen die Sicherheit eines Hauses. Ein Haus ist nicht nichts. Sie emittiert Geld gegen ein Haus. Damit ist auch schon die korrekte Geldmenge bestimmt.

    Viertens:

    Wie können Sie nur Hjalmar Schacht zitieren? Den Säckelmeister Hitlers? Schacht irrt noch und noch. Seine Zitate sind ein Schlag ins Gesicht eines sauber analytisch denkenden Menschen.

    Wer ist hier „Zauberlehrling“? Wer hat sich vom „Diener zu Herrscher gemacht“? Das sind doch alles nur rhetorische Floskeln. Mehr nicht. Schacht musste seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Sollen wir nun unsere moderne Geldpolitik auf diesen rhetorischen Floskeln basieren? Da können wir gerade so gut wieder Goethes Faust mit dem Teufel Mephisto aufleben lassen. Der Deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann tut dies ja, und SNB-Chef Jordan steht ihm in nichts nach mit seinem Märchen vom „Geld aus dem Nichts“.

    Es wird höchste Zeit, dass wir diese Märchen nun endgültig vergessen und uns analytisch korrekt mit Geldtheorie auseinandersetzen. Und Geldtheorie ist Buchhaltung – korrekte Buchhaltung. Nichts anderes.

    Fünftens:

    Sie beziehen sich ganz explizit aus „Wikipedia“. Richtig. Die Geldpolitik der Zentralbanken weltweit und auch die Vollgeld-Initiative haben Wikipedia-Niveau. Sollten wir uns nicht die Mühe nehmen, über Wikipedia hinaus zu denken? Es geht um viel. Reicht da Wikipedia?

    Sechstens:

    Sie zitieren Wikipedia:

    „Fiatgeld (…) ist ein Objekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld, das z.B. als Tabak, Reis, Gold oder Silber neben dem äusseren Tauschwert auch einen inneren Wert hat (…)

    Zitat Ende

    Nein. Mit dieser Definition bin ich gar nicht einverstanden.

    Ich bin einverstanden, dass sogenanntes „Fiatgeld“ keinen inneren Wert hat. Fiatgeld ist Falschgeld. Es ist ein Stück Papier oder eine Buchung („Bitcoins“), welche bei Emission aus der Bilanz des Geldemittenten als Aktivum ausgebucht wird. Der Verkauf von Fiatgeld führt zu einem Emissionsgewinn für den Geldemittenten (Seigniorage).

    Was Sie und Wikipedia unterschlagen, ist, dass es auch noch Passivgeld des Geldemittenten gibt. Das ist echtes Geld. Es wird bei Emission als Schuld in die Bilanz des Geldemittenten eingebucht. Dadurch erhält es seinen inneren Wert. Heutige Banknoten sind solches echtes Geld. Sie sind kein Fiatgeld. Sie sind echtes, gegen einen Vermögenswert emittiertes Geld.

    Das Gegenteil von Fiatgeld ist also auch Passivgeld des Geldemittenten. Das übersieht Wikipedia. Und das übersehen die heutigen Wirtschaftswissenschafter und Zentralbanker – eben Wikipedia-Geldtheorie und –politik. Niveau Wikipedia.

    Siebtens:

    Sie zitieren Erwin Heri.

    Ich habe mit Erwin Heri zusammen studiert. Ich mochte ihn gut als Studienkollegen. Wir haben zusammen Fussballturniere gespielt und sogar Preise gewonnen. Aber das ist lange her. Unsere Wege haben sich getrennt. Er wurde Oekonomie-Professor unter Professor Bernholz, dem Erz-Monetaristen, Kollege von Professor Baltensperger – ebenfalls Erzmonetarist. Die meinen, es gäbe nur eine Passivseite in der Bilanz der Zentralbanken (Geldmenge) – und diese interpretieren sie nota bene als Aktivum der Zentralbank (Liquidität der ZB).

    Vor einiger Zeit sah ich ein Youtube Video von Heri. Darin erklärt er das Märchen von der multiplen Geldschöpfung, das ich widerlegt habe. Nun habe ich dieses Video von Heri mit dem Märchen nicht mehr gefunden.

    Sie zitieren Heri wie folgt:

    „Auch das heutige Bargeld ist nirgendwo physisch gedeckt. Wir haben schon lange keinen Gold- oder was auch immer -Standard mehr. Der Wert unseres Bargeldes basiert ausschliesslich auf dem, was wir glauben, damit kaufen zu können und der Erwartung, dass die Verkäufer unser Geld akzeptieren; mit andern Worten: auf Vertrauen.“

    Auch da bin ich mit Heri keineswegs einverstanden:

    Unser Bargeld (Banknoten) ist sehr wohl gedeckt: Durch das Vermögen in der Bilanz der SNB.

    Und die Abschaffung des Goldstandards bedeutet lediglich, dass Zentralbanken das emittierte Geld auch mit anderen Vermögenswerten als Gold decken dürfen bzw. mit Dollar, die ihrerseits durch Gold gedeckt sind. Die Abschaffung des Goldstandards bedeutet keineswegs, dass Geld nicht mehr gedeckt sein muss durch Vermögen des Geldemittenten. Erst dieses Vermögen des Geldemittenten gibt das Vertrauen in die Währung.

    Im Moment, wo das Eigenkapital der Zentralbank weg und die Geldmenge nicht mehr gedeckt ist, verliert das Zentralbankgeld entsprechend an Wert. Es entsteht Inflation bezüglich der Banknoten und die Banken müssen ihre Giroguthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen.

    Achtens:

    Man kann sagen, wie Schacht und andere das tun, der Wert des Geldes basiere lediglich auf Zwang des Staates. Im Umfeld Hitlers war das bestimmt korrekt. Auch im Kommunismus Stalins galt das. Aber wollen wir das?

    Die Vollgeld-Initiative will das auch. Aber nochmals: Wollen auch wir das? Passt das in unsere Demokratie? Zwangsgeld? Lesen Sie dazu meinen Beitrag auf Inside Paradeplatz: „Vollgeld ist Zwangsgeld“.

    Neuntens:

    Sie zitieren Prof. Ernst Baltensperger, den „Doyen der Geldpolitik“ (NZZ), Doktorvater und Förderer von SNB-Chef Prof. Baltensperger:

    Ernst Baltensperger, ein erfahrener und viel beachteter Experte für Geldpolitik, bestätigt dies. „Papiergeldwährungen erlauben den Notenbanken, weitaus besser auf die wirtschaftliche Dynamik und Verwerfungen reagieren zu können.“

    Zitat Ende

    Wie soll eine „Papiergeldwährung“ auf wirtschaftliche Dynamik und Entwicklungen reagieren können? Das ist doch ein Satz ohne jeglichen inhaltlichen Wert. Papiergeld hat nur einen Nutzen, wenn es um tägliche Transaktionen geht und um Steuerhinterziehung (grosse Mengen an Banknoten in den Safes). Ansonsten hat Papiergeld gar keine Bedeutung mehr.

    Aber derselbe Monetarist Baltensperger behauptete in der NZZ ja auch, die SNB habe keine Limiten, den Franken zu schwächen, bzw. den Euro zu schwächen, weil die SNB ja unbeschränkt Banknoten drucken könne. Baltensperger wurde nicht nur theoretisch widerlegt, sondern auch in der Realität.

    Baltensperger meint immer noch, Banknoten seien liquide Mittel der SNB, mit denen die SNB unbeschränkt kaufen können. Er lebt an der Wissenschaft vorbei. Und mit ihm unsere Nationalbank.

    Zehntens:

    Wir kommen zum inhaltlichen Kern Ihres Artikels. Sie schreiben:

    Zitat:

    „Hätte der Bund das Notenmonopol nicht einfach der SNB geschenkt (warum weiss niemand), dann wären die Banknoten wie die Münzen reines Vollgeld, welches in keiner Bilanz (weder beim Bund noch bei der SNB) auftauchen würde. Heute hingegen führt die SNB die Banknoten in ihrer Bilanz immer noch als Passivum und insbesondere als Fremdkapital auf – weil sie in einem Gegengeschäft mit den Banken ausgegeben wurden.
    Diese buchhalterische Behandlung der Banknoten (und übrigens auch der Giroguthaben) nicht nur durch die SNB, sondern durch die meisten Notenbanken hat zu einer grossen Verwirrung geführt. Es ist unbestritten, dass die Banknoten (und die Giroguthaben) eine Schuld der SNB respektive des Bundes darstellen. Die Schuld indessen kann niemals mit etwas anderem als Fiatgeld eingefordert werden, weil es eben gesetzliches Zahlungsmittel ist.
    Wenn eine Bank ihre Giroguthaben bei der SNB einfordern will, dann muss sie sich – wenn die SNB nicht anders will – mit Banknoten oder Münzen abfinden. Sie kann beim Gericht keinen Anspruch auf Gold, Anleihen oder Aktien durchsetzen. Deshalb ist der Kleinsparer den Notenbanken schutzlos ausgeliefert, wenn sie sich zu einer inflationären Geldmengenausweitung entscheiden.
    Die grösste Magie oder Diabolik des Geldes liegt darin, dass der Staat seine Schulden zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklären und sie so – ökonomisch betrachtet – zu ewigen unverzinslichen Anleihen mutieren kann, die für den Staat beziehungsweise die SNB ökonomisch betrachtet nicht Fremd-, sondern Eigenkapital sind. Offensichtlich wollen die Notenbanken mit ihrer falschen buchhalterischen Praxis nicht, dass das Volk diesen Trick durchschaut und sonst allenfalls noch Ansprüche an das entsprechende Volksvermögen stellt.“

    Zitat Ende

    Zuerst zur Irreführung durch die Vollgeld-Initianten: Diese behaupteten bei der Unterschriftensammlung, heutige Banknoten seien bereits Vollgeld. Banknoten sind in der Bilanz der SNB eingebucht. Sie, Herr Zenger, argumentieren nun aber, Vollgeld sei in keiner Bilanz des Geldemittenten eingebucht. Was nun?

    Herr Zenger: Sehen Sie den Widerspruch?

    Sind heutige Banknoten nun echtes Vollgeld oder nicht? Sie wissen es nicht. Sie begegnen lediglich meiner Kritik, dass Fiatgeld bei Emission ausgebucht wird. Das werden Banknoten aber nicht. Heutige Banknoten sind als kein Vollgeld. Die Vollgeld-Initiative ist damit ein für alle Mal widerlegt.

    Die Vollgeld-Initianten haben sich ihre über 100‘000 Unterschriften also mit falschen Aussagen erschwindelt oder aber sie haben den Widerspruch einfach nicht gesehen. Jetzt aber sollten sie dazu stehen.

    Dann schreiben Sie, diese buchhalterische Behandlung der Banknoten habe zu einer grossen Verwirrung geführt. Ich sehe das anders: Die korrekte Verbuchung hat nicht zu grosser Verwirrung geführt. Zu Verwirrung führt die falsche Interpretation von Notenbankgeld. Dieses wird als Zahlungsmittel der Zentralbank interpretiert – wie Sie es auch tun – darin liegt die grosse Verwirrung:

    Nur ein Aktivum kann Zahlungsmittel sein – ein Passivum kann nie und nimmer Zahlungsmittel sein.

    Nach jahrzehntelangen Verwirrungen in der Geldtheorie hat nun endlich auch die Bank of England begriffen, dass Geld eine Schuld des Geldemittenten ist. Gefolgt sind die anderen Notenbanken, die Wissenschaft und auch die Vollgeldler. Aber begriffen haben es diese Institutionen immer noch nicht, was das bedeutet.

    Ich versuche nochmals, das hier zu erläutern:

    Eine Schuld wird auf der rechten Seite der Bilanz aufgeführt. Das Vermögen links. Die rechte und die linke Seite sind per Definition immer gleich gross. D.h. es kann nicht mehr oder weniger Vermögen links auf die Kapitalgeber rechts aufgeteilt werden, als vorhanden ist. Logisch.

    Soll nun die Passivseite verkürzt werden, so ist das nur möglich, wenn auch die Aktivseite verkürzt wird. Konkret bedeutet das. Auch die Zentralbanken können nur Schulden abbauen, wenn sie entsprechendes Vermögen auf der Aktivseite verkaufen.

    Es ist sinnlos, zu behaupten, eine Zentralbank könne ihre Schulden auf der Passivseite abbauen, indem sie diese mit noch mehr Schulden, d.h. mit Notenbankgeld, bezahle. Geld sei schliesslich gesetzliches Zahlungsmittel.

    Auch unser SNB-Chef Jordan argumentiert so abstrus.

    Links kann nur verkürzt werden, wenn auch rechts verkürzt wird.

    Oder anders formuliert: Wenn die SNB ihre Schulden abbauen will, so muss sie Vermögen verkaufen. Anders geht das nicht. Irrtum von Jordan hin oder her. Punkt. Jordan soll endlich in einen Buchhaltungskurs. Dann hört er auf, solche Irrlehren zu verbreiten, den auch die Vollgeldler übernommen haben. SNB und Vollgeldler sind im selben Spital krank.

    Sie argumentieren mit dem Gesetz – Geld sei gesetzliches Zahlungsmittel. Diesen Fehler begehen SNB-Chef Jordan und all seine anonymen Verfechter hier auf diesem Forum. Auch die Vollgeld-Initianten und Sie, Herr Zenger, begehen diesen schwerwiegenden Irrtum.

    Das Gesetz kann auch nicht bestimmen, dass ab jetzt der Rhein wieder aufwärts durch die Kraftwerke fliessen muss, nachdem er heruntergeflossen ist. Das Gesetz kann weder die Physik noch die Gesetze der Doppelten Buchhaltung aushebeln.

    SNB-Chef Jordan behauptet, Geld sei gesetzliches Zahlungsmittel für die Zahlungen der SNB. Das ist falsch: Im Gesetz steht, dass Giroguthaben der Banken bei der SNB gesetzliches Zahlungsmittel sind. Das ist auch korrekt so. Nur: Die SNB hat gar keine Giroguthaben, sondern sie hat Giroverbindlichkeiten.

    Giroverbindlichkeiten sind nicht Giroguthaben. Das verwechselt SNB-Chef Jordan. Und das verwechseln auch Sie, Herr Zenger. Sorry.

    Sie behaupten analog SNB-Chef Jordan: „Wenn eine Bank ihre Giroguthaben bei der SNB einfordern will, dann muss sie sich – wenn die SNB nicht anders will – mit Banknoten oder Münzen abfinden.“

    Genau das ist falsch: Giroguthaben sind ein befristetes Darlehen, das zurückbezahlt werden muss auf Sicht. Daraus folgt, dass die SNB Aktiven liefern muss, wenn die Geschäftsbanken das so wollen.

    Nicht von ungefähr verbucht die UBS beispielsweise ihre Guthaben bei Zentralbanken als Guthaben auf Sicht von 1 Monat. Will die UBS ihre Guthaben bei der SNB abbauen, so darf sie das jederzeit tun bis hinunter zum Mindestreservesatz.

    Die UBS wird vor Gericht Recht erhalten, wenn die SNB sich weigert. Wir werden das möglicherweise noch Life miterleben – früher oder später.

    Mit ihrer Behauptung, bei negativem Eigenkapital der SNB seien die Gläubiger der SNB nicht schlechter gestellt als bei positiven Eigenkapital, macht sich die SNB zudem noch haftbar – wie ein Anlageberater, der seinem Kunden vorgaukelt, er könne mit seiner Anlage nichts verlieren. Das ist strafbar. Die SNB und insbesondere Herr Jordan machen sich strafbar.

    Die Behauptung, seit Aufhebung des Goldstandards seien die Zentralbanken zu nichts mehr verpflichtet, ist barer Unfug und eine Fehlinterpretation dessen, was die Aufhebung des Goldstandards effektiv bedeutet. Es bedeutet, dass Private bei der SNB kein Konto unterhalten und dass die SNB Geld auch gegen andere Vermögenswerte als Gold decken kann. Es bedeutet aber nie und nimmer, dass aus dem Fremdkapital der SNB Eigenkapital der SNB wird. Das wäre eine Enteignung des Volkes durch die SNB.

    Herr Jordan verwechselt einfach immer noch Eigen- und Fremdkapital der SNB – und die Vollgeld-Initianten fallen auf diesen Fehler herein und wollen darauf basierend sogar eine Volks-Initiative. Weil die SNB denselben Irrtum begeht wie die Vollgeldler, ist sie dieser Initiative nicht gewachsen.

    Zudem ist diese Diskussion auch unwichtig. Ganz unabhängig davon ob die SNB muss oder darf: Die Banken müssen ihre Aktiven korrekt bewerten – dazu gehören auch deren Guthaben bei der SNB. Weist die SNB negatives Eigenkapital auf, so ist sie zahlungsunfähig. Sie kann ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen – so oder so; ob sie will oder muss oder darf. D.h. die Banken müssen ihre Guthaben bei der SNB werberichtigen und können anstelle der SNB Konkurs gehen.

    Auf Ihre weiteren Zitate kann ich nun aus Zeitgründen nicht mehr eingehen. Aber ich denke, das Wesentliche ist gesagt.

    Einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht ihnen

    Marc Meyer

    • Guten Abend Herr Dr. Meyer

      Sie schrieben „Wie können Sie nur Hjalmar Schacht zitieren? Den Säckelmeister Hitlers.“

      Ich dachte Sie kennen die Geschichte etwas besser.
      Aber das passiert schon mal wenn man sich zu fest spezialisiert und vor Bäumen den Wald nicht mehr sieht.

      Schacht war primär ein Protegé von Montagu Norman.
      Nun können Sie sich mal überlegen, was dies für einen AH oder Rudolf Hess (hier das Stichwort Englandflug…) bedeuten kann…

      Aber nein, dass darf doch nicht sein und ist sowieso unglaublich & unvorstellbar….;)
      „Mache die Lüge so gross, dass die Leute…“

    • „Ansonsten hat Papiergeld gar keine Bedeutung mehr“

      Bis das elektronische Zahlungssystem einmal versagt, dann geht nichts mehr, und die Leute stehen mit ihren Kreditkarten im Supermarkt an bis die Milch sauer wird.

    • Herr Dr. Marc. Meyer

      Bezüglich Prof. Baltensperger (berät auch die Beschwerdeinstanz von SRF) und Heri teile ich Ihre Meinung. Diese Betrugslehrmeinung wird aber heute noch den Studenten gelehrt und ist bei den Regierenden und bei vielen Bankmanagern Konsens. Geld entsteht aus der Passivseite, damit wird Zahler-Mythos zementiert.

      Den Multiple Faktor gibt es trotzdem.
      Es ist zwar richtig, dass jeder Bankkredit eine Geldschöpfung an sich ist. Aus meiner Aktivzeit, als ich den Multiple Faktor als Kundeneinlage verstanden habe (wird heute noch als Kundeneinlage verstanden = Ökonomen, Medien, Regierende und Bevölkerung), folgender Gegenbeweis:

      Das Bankgirokontoguthaben reicht nicht aus um eine bankübergreifende Zahlung aus Kredit an den Leistungserbringer ausführen zu lassen. Das Interbankgeschäft war damals noch nicht erlaubt. Also musste mir eine Kundenakquisition gelingen um den Kredit gewähren zu können. Erfolgreich abgeschlossen.
      Der Kunde hat sein Guthaben bei Bank A an unsere Bank übertragen lassen. Diese Geldart wurde jedoch zwischen ZB und GB geschöpft (nicht durchlässig nur Barverkehr).
      Die Kreditauszahlung konnte an den Kunden bei Bank C erfolgen. Dieser Vorgang kann sich ins Unendliche wiederholen, vorausgesetzt die Delkrederezuordnung (Eigenmittel = Passivumlage) reicht aus.

      Haben Sie begriffen?

      Das Volumen der Liquidität – Schöpfung (gesetzliche Zahlungsmittel) bestimmt einzig und alleine die Zentralbank. Diese Schöpfung unterliegt per Gesetz nicht dem Delkredererisiko, muss demnach auch nicht in den Bilanzen der GB bei Negativer Geldmenge (Unterbilanz) bereinigt werden.
      Sie können als Buchhalter mit Dächlikappe und Ärmelschoner weiterhin das Gegenteil behaupten, es wird niemals richtig. Wir leben in einem Rechtsstaat in welchem das Gesagte, Konsens ist.

      Das Geld entsteht aus dem Nichts, weil vorher Nichts war! Die Deckung für den Kredit ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Ich denke zu Ende und meine die Deckung setzt die Übernahme der Investition voraus. Muss jedoch nicht sein, wenn niemand mehr ein Haus kaufen will, so ist der Wert des Hauses gleich Null! Darum ist die Marktpreisbewertung nicht in jedem Fall richtig!

      Ich verweise zusätzlich noch auf meinen Kommentar, welche den Geldkreislauf in der arbeitsgeteilten Wirtschaft andeutet! Ich meine, dass Sie mir an meine Mailadresse schreiben können. Ein Dialog glaube ich, könnte wie seinerzeit erfolgreich sein?

      georg p bender at hispeed p ch (P = Punkt)

    • @ Georg Bender

      Lieber Georg Bender

      Lernen Sie Buchhaltung!

      „Haben Sie begriffen?“

      Ja, vielleicht begreiffen Sie dann, wenn Sie Buchhaltung verstanden haben, was bei Ihnen wohl nie stattfinden wird. Aber da Sie ja alles besser wissen, wage ich nicht zu hoffen, dass Sie jemals klüger werden. So ist das auch mit Menéndez und Zenger. Die sind noch dümmer als ich es ohnehin schon bin… „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“ (Einstein). Das, was mich von Ihnen, Zenger und Menéndez unterscheidet ist, dass ich weiss, dass ich dumm bin…

      Herzliche Grüsse

      Dummkopf

    • Dummkopf willkommen im Universum von Ungleichheiten.

      Geld sind Zahlen in den Bankbuchhaltungen.
      GB: Aktivum (Geldschöpfung) Passivum Guthaben resp. Geldbesitz. Wenn der Geldbesitz wieder zum Bankschuldner zurückfliesst: Passivum Guthaben an Aktivum Geldschöpfung = Vernichtung!
      Schöpfung von Liquidität als gesetzliches Zahlungsmittel:
      Investitionen an GB Bankgirokonto

      Erklären Sie bitte, Ihre Buchhaltungskenntnisse! Die Einlagen von GB auf ihre Konten bei der ZB wäre auch noch interessant zu erfahren wie das buchhalterisch gehen soll? (GB geben den ZB Geld hahahah!).
      Weil keine Durchlässigkeit mit Buchgeld besteht, eine sehr schwieriges Unterfangen? Aber Sie schaffen das?

      Erklären Sie bitte, wie man einen bankübergreifenden Zahlungsverkehr (auch zu Lasten Kreditkonto) vornehmen kann, wenn das notwendige Bankgirokontoguthaben fehlt und man kein Interbankkreditgeschäft tätigen darf?

      Oder meinen Sie, aus dem von den Geschäftsbanken geschöpfte Geld aus dem Nichts, entstehe Liquidität, welche man auf sein Bankgirokonto bei der SNB übertragen könnte?

      Erklären Sie einem noch dümmeren Zeitgenossen, wie Sie die Ab Wicklung vornehmen?

      Das Universum hat Gesetze erlassen, welche festhält, dass das von den Zentralbanken geschöpfte Geld aus dem Nichts (vorher bestand kein Geld) keinem Delkredererisiko unterliegt, andernfalls das System gar nicht funktionieren könnte. Oder erklären Sie, wer die Zentralbank ablöst? Die Zentralbank ist die Geldschöpfung als gesetzliches Zahlungsmittel. Mit diesem geschöpften Geldvolumen wird das von den GB geschöpfte Geld, hin und her geschoben. Einzige Möglichkeit, entweder man akzeptiert das Geld als Zahlungsmittel oder eben nicht.

    • @ Georg Bender
      Sie verstehen nicht, dass alles Geschäften auf Kredit beruht. Ebensowenig wollen Sie wahrhaben, dass Geld nicht aus dem Nichts geschöpft wird. Geld ist eine Schuld einer Bank. Eine Bank geht ganz bestimmt keine Schuld aus dem Nichts ein. Sie müssen lernen selber zu denken statt nachzuplappern, andernfalls muss ich mich tatsächlich beginnen zu fragen, wer hier der Dummkopf ist.
      Herzliche Empfehlung
      Dummkopf

    • Herr Dr. Meyer,

      Erstens:
      Die geschöpfte Geldmenge einer Notenbank gehört meines Erachtens gar nicht in die Bilanz, erst recht nicht im Vollgeldsystem. Wieso nicht? Weil der Wert der gesamten Geldmenge dem Wert der monetarisierten volkswirtschaftlichen Gesamtleistung entspricht. Eine Erhöhung der Geldmenge macht nur die Kuchenstückchen kleiner, der Gesamtkuchen bleibt bei konstanter wirtschaftlicher Effizienz gleich. Entsprechend gehört die Seigniorage den bisherigen Geldbesitzern beziehungsweise unter Inkaufnahme einer Verwässerung der Allgemeinheit und muss an diese beispielsweise durch eine Bürgerdividende zurückgeführt werden.

      Zweitens:
      Irving Fisher war der Vater von 100% Money, meines Wissens nicht von Vollgeld, das ist ein Unterschied.

      Freundliche Grüsse

    • Lieber Herr Schneider

      Sie haben offenbar völlig übersehen, dass die Vorfinanzierung unumgänglich ist.
      Vielleicht sollten Sie sich einmal das folgende Märchen gewissenhaft zu Gemüte führen:

      „Stellen wir uns ein sehr vereinfachtes Beispiel vor. Dieses ist aber nicht gegen die beiden Grossverteiler der Schweiz, Migros und Coop, gerichtet und darf auch keineswegs falsch verstanden werden! Es geht hier nicht darum, irgendjemandem irgendeine Schuld in die Schuhe zu schieben. Dieses Märchen dient nur zur Veranschaulichung und dem Näherbringen des Systemfehlers. Diese beiden Genossenschaften stehen den Schweizern nahe, weil sie praktisch täglich mit ihnen zu tun haben. Es sind Genossenschaften und daher wohl relativ unverdächtig, sodass ich sie für das Beispiel heranziehen kann, ohne in Verdacht zu geraten, sie als Sünder darstellen zu wollen. Gehen wir nun aber in unserem Beispiel davon aus, dass die Migros einen Eigentümer hat: Herrn Zapfenstreich. Nehmen wir nun des weiteren an, alle Menschen hätten 100 Franken erhalten; wir nehmen nun an, dass es kein weiteres Geld gibt. Jeder braucht zu essen. Also gehen alle in die Migros und kaufen für diese 100 Franken Lebensmittel ein. Die Migros hat nun also 800 Millionen Franken eingenommen. Sie zahlt Löhne und Lieferanten, zahlt ihnen aber nur 600 Millionen insgesamt. Herr Zapfenstreich spart also 200 Millionen, so unsere Annahme. Somit hat jeder wieder – wenn wir davon ausgehen, dass alle entweder in der Migros arbeiten oder sie beliefern – 75 Franken im Sack; nur Herr Zapfenstreich ist reich und hat 200 Millionen. Herr Zapfenstreich geht nun hin und stellt Coop auf für 200 Millionen, clever wie er ist, rechnet er sich aus, noch mehr Geld zu verdienen! Natürlich sind die 200 Millionen auch wieder in den Taschen der Menschen, denn sie haben ja Coop gebaut. Somit hat wieder jeder 100 Franken im Sack. Die Menschen gehen nun mit 50 Franken in die Migros und mit den anderen 50 in den Coop, denn zu essen brauchen sie ja. Somit haben Migros und Coop je 400 Millionen eingenommen. Beide zahlen wieder die Löhne und Lieferanten, insgesamt je 300 Millionen. Jetzt hat jeder nur noch 75 Franken in der Tasche, Herr Zapfenstreich aber hat wieder die 200 Millionen. Jetzt merkt er, dass Coop eigentlich überflüssig ist, hat er ja genau gleich viel verdient. Aber Coop steht nun einmal, also lässt er in stehen und arbeitet weiter mit diesen beiden Firmen. Die Leute gehen hin mit ihren 75 Franken und kaufen je für 37.50 Franken ein. Migros und Coop nehmen je 300 Millionen ein. Da Herr Zapfenstreich ziemlich geizig ist, stellt er sich vor, dass ihm nun nichts anderes übrig bleibt, als die Löhne zu kürzen, hat er doch je 100 Millionen weniger umgesetzt. Na sowas! Er zahlt den Angestellten und Lieferanten jetzt halt insgesamt nur noch je 250 Millionen aus. Jetzt hat jeder Schweizer noch 62.50 Franken im Sack. Alle gehen wieder in Migros und Coop. Essen müssen sie ja schliesslich. Sie kaufen nun halt, wohl oder übel, für nur noch je 31.25 Franken ein… Die Bürger finden, jetzt ist aber genug! Sie gehen auf den Bundesplatz und protestieren lauthals, der Staat solle etwas machen. Der Bundesrat, Herr Grossmaul, fühlt sich geehrt, dass die Bürger ihm so vertrauen, dass er die Dinge wieder ins Lot bringt. Er verspricht den Menschen, dass er da Abhilfe schaffen wolle. So sagt er, wohlan, der Staat ist vertrauenswürdig, denn schliesslich steckt ja da die ganze Volkswirtschaft dahinter. Also kann sich der Staat ja auch verschulden. Er füllt einen Zettel aus, worauf steht: „Dies ist ein Schuldschein der Schweizerischen Eidgenossenschaft – Wert: 300 Millionen Schweizer Franken – gezeichnet: Grossmaul“. Herr Zapfenstreich findet das eine gute Idee und kauft den Schuldschein selbstverständlich sofort auf, denn schliesslich hat er ja die 300 Millionen im Sack. Herr Grossmaul verteilt die 300 Millionen an die Bürger, sodass jeder 37.50 Franken erhält. Das Volk ist glücklich und bejubelt die Grosszügigkeit von Herrn Grossmaul und wählt ihn zum Bundespräsidenten, welcher sich natürlich geehrt fühlt. Jetzt haben sie alle wieder Geld und sind glücklich. Zwei Monate später hat halt, wie könnte es denn anders sein, jeder statt der 100 Franken wiederum nur 62.50 zur Verfügung. Sie protestieren wieder auf dem Bundesplatz… Den Rest der Geschichte können Sie sich selber ausmalen. War ja nur ein Märchen. Ach ja: und wenn sie nicht gestorben wären, würden sie noch heute leben. Dieses Märchen hat selbstverständlich nichts mit heutigen Firmen oder Personen zu tun, sondern ist rein fiktiv. Auch das muss noch erwähnt werden, denn die Leute sind heutzutage unheimlich abergläubisch.

      Und die Moral von der Geschichte?

      War da der böse Zins schuld? Welcher Zins? War da das Schuldgeld schuld? Welches Schuldgeld? Sind die Banken böse? Welche Banken? Ist Herr Grossmaul böse? Aber den haben sie ja zum Präsidenten gewählt! War Herr Zapfenstreich böse? War Herr Zapfenstreich denn nicht der Spiegel unseres Selbst? Was kann man Herrn Zapfenstreich denn vorwerfen? Dass er gespart hat? Dass er den Menschen ihre Lebensmittel geliefert hat? Dass er für sein Alter vorgesorgt hat? Hätten denn die Menschen nicht einen Denner aufstellen können und so Herrn Zapfenstreich das Wasser abgraben können? So wären sie selber reich! Hat das BGE von Herrn Grossmaul genützt, der ja 300 Millionen Franken einfach verschenkt hat? Herr Grossmaul ist doch eindeutig ein Wohltäter! Aber jetzt schuldet das Volk Herrn Zapfenstreich 300 Millionen, dank Herrn Grossmaul! Jetzt werden Sie sagen, Herr Zapfenstreich hätte seine Angestellten besser entlöhnen müssen. Da gebe ich Ihnen sogar recht. Aber er hat es nicht getan. Hätten Sie es denn getan? Hätte Herr Grossmaul nicht interveniert, hätten Herrn Zapfenstreichs Firmen bald Konkurs anmelden müssen, weil die Leute kein Geld mehr gehabt hätten. Und Herr Zapfenstreich hätte auch keines mehr gehabt. Nur noch seine Firmengebäude, die nun langsam verfallen würden. Aber die Leute wären verhungert… Sie sehen, so einfach ist das nicht! Jetzt machen wir einfach ein neues System: Das Gesell-Schwundgeld. Was ändert sich da? Nichts! Herr Zapfenstreich hätte sein Geld genau gleich gemacht. Und der Gesell-Geldschwund gilt ja nicht, wenn das Geld auf der Bank liegt. Und selbst wenn – Herr Zapfenstreich hätte einfach das Geld investiert. So dumm ist der ganz bestimmt nicht, wie wir gesehen haben. Er hätte eine weitere Firma eröffnet, ein Schuldgeldsystem installiert, eine Bank eröffnet und den Leuten Kredit gegeben usw.. Der Möglichkeiten sind viele. Hätte denn eine Zentralbank genützt, wo nur sie Geld ausgeben kann? Sie werden mir wohl recht geben, dass das auch nur ein Pflaster gewesen wäre. Hätte denn angeblich zinsloses Geld, also zinsloser Kredit etwas bewirkt? Auch da: Fehlanzeige! Herr Zapfenstreich hätte das Geld genau gleich vereinnahmt, denn alle müssen essen, alle gehen in seine Firmen. Aber es sind keine bösen Firmen, denn die Firmen, das sind wir, die wir dort arbeiten. Also doch Herr Zapfenstreich! Bringen wir ihn einfach um? Herr Zapfenstreich hat sich nichts zuschulden kommen lassen im Rahmen der Gesetze! Wie können wir ihn denn verurteilen? Ganz einfach! Indem wir in den Spiegel schauen. Wir alle heissen Zapfenstreich!

      Sie sehen: Es ist gar nicht so einfach. Oder doch? Fangen wir bei uns selber an, statt es uns zu einfach zu machen, indem wir auf andere Menschen zeigen! Menschen, die uns Wohlstand gebracht haben mit Innovation, Umsicht und ohne Scheu vor Risiko. Aber seien wir, ums Himmels willen, nicht Herr Zapfenstreich! (Natürlich ist das Märchen nicht 1 zu 1 auf die Wirtschaft zu übertragen, so wird überhaupt nicht erklärt, woher z.B. die anfänglichen 100 kommen.)“

      Quelle: http://dragaonordestino.net/Geldsystem_Oeconomicus_criticus/Geldsysteminfo/sites.google.com/site/geldsysteminfo/kritik-an-der-kritik/fehlender-zins.html

  38. Interessanter Artikel. Aber zu (Wort-)Magie und Geld kann man noch viel mehr grundsätzliche Hinweise geben.

    Schuldner
    Gläubiger
    klingt ja wie in der Kirche

    oder in der gängigen weltweiten Financesprache:
    Bond (mit wem geht man da einen Bund ein? wer wird in Ketten gelegt?)
    Certificate (Das heisst handelbares Wertpapier. Warum gibt es Birth Certificates?)
    Mort(gage)
    Trader vs Traitor
    Sold vs Souled (=>Geburtsurkunde/Person)
    Stock / Livestock (Schäfchen, Hirte, Wolf…)
    Con-tract (Was heisst Con? was tract als Nomen?)
    Interest => Person of interest?

    Wer sich weiter interessiert lese/höre z.B. Pao Chang oder Jordan Maxwell.

    Danke für den Hinweis auf die recht alten Silberschekel. Das war mir nicht bewusst. Interessant, dass es heute noch Schekel gibt.

  39. Ein weiterer diskussionswürdiger Punkt hängt sich an dieser Passage auf:

    „Heute hingegen führt die SNB die Banknoten in ihrer Bilanz immer noch als Passivum und insbesondere als Fremdkapital auf – weil sie in einem Gegengeschäft mit den Banken ausgegeben wurden.“

    Über einen Punkt kann denke ich schnell Konsens hergestellt werden: der Passiveintrag bei der SNB, welcher namentlich als Banknotenumlauf o.ä. firmiert, bezeichnet NICHT den Verweis auf eine (bei der SNB) vorhandene Menge an Zahlungsmitteln, wie es die Position Kasse auf der Aktivseite tut. Dort verweist der Eintrag 125.378,21 CHF auf eine tatsächlich vorhandene Menge an Bar-Zahlungsmitteln, die man auch tunlichst im Tresor des Unternehmens vorfinden kann. So selbstverständlich dies auch sein mag, so erinnert es einen doch daran, daß auf der Passivseite einer Bilanz nach (fast) einhelligem Dafürhalten der Bilanzlehre(r) dort Referenzen auf Dinge stehen, die eben manchmal Verbindlichkeiten sein können – und manchmal auch nicht. Denn die Passivseite einer Bilanz wird in der Bilanzlehre meistenteils mit dem Begriff „Mittelherkunft“ charakterisiert, so daß man sich durchaus mal fragen kann, wie diese grundsätzliche Herangehensweise mit der Position „Banknotenumlauf“ in Einklang gebracht werden kann. Wörtlich genommen bezeichnet dieser Begriff, daß die damit adressierten Banknoten gerade nicht bei der SNB zu finden sind, sondern sich im Umlauf befinden, mithin dem (direkten) Zugriff der SNB entzogen sind. Soweit dies noch unstrittig sein dürfte ist dagegen die Frage, inwieweit diese Position den Charakter einer Verbindlichkeit trägt entgegen Ihrer Position durchaus eine zu klärende Frage.

    Die Langfassung zur Beantwortung dieser Frage findet sich hier:
    https://soffisticated.wordpress.com/2016/10/19/felix-qui-potuit-rerum-cognoscere-causas/
    Kurz gefaßt lautet das Argument wie folgt: eine Schöpfung von Zentralbankgeld erfolgt immer dann, wenn eine Zentralbank – aus welchem Rechtsgrund auch immer – eine Gutschrift erteilt. Damit entstehen die sog. „Reserven“, die auch nichts anderes sind als Verfügungsrechte, die für Auszahlungen oder Überweisungen genutzt werden können. Wird die Option „Auszahlung“ gewählt, so passiert das Gleiche wie am Geldautomaten: die Verfügungsrechte nehmen ab und die (Bar-)Kasse nimmt zu. Es verbleibt die Frage, woher nimmt die Zentralbank die (Zentral-)Banknoten, denn wie man weiß, führen Zentralbanken kein Kassenkonto – im Sinne eines Bargeldbestandes, wie es bei Privatunternehmen immer noch üblich ist. Die Antwort ist: für eine logische Sekunde muß sich das Bargeld, welches die Zentralbank zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten benötigt auf ihrer Aktivseite befinden, d.h. ihr Bargeldbestand erhöht sich, um gleich darauf wieder auf Null zu sinken. Aus Gründen der Doppik muß jedoch diese Zunahme der Aktiva auch von einer Zunahme der Passiva begleitet sein – voilá: der Banknotenumlauf geht ins Plus und bleibt auch unverändert, wenn die Auslieferung der Banknoten gegen die Schuld der Zentralbank gebucht wird, die sich damit von ihren Verbindlichkeiten befreit.

    Übrig bleibt der – Banknotenumlauf. Stellt man die Frage nach der Herkunft dieses Postens, so bleibt als einzig sinnvolle Antwort: aus dem Zentralbanktresor, wo die nicht in Umlauf befindlichen Banknoten still ihrer Aktivierung harren. Kann diese Position also eine Verbindlichkeit sein? Und das vor dem Hintergrund, daß durch die Ausgabe von Banknoten die Zentralbank sich im Gegenteil von ihren (Buch-)Verbindlichkeiten befreit? Die Antwort darauf ist: der Banknotenumlauf ähnelt mehr dem sog. gezeichneten Kapital, welches einerseits eher die Verteilung der Gesellschafterrechte markiert, auf der anderen Seite gewissermaßen eine Untergrenze markiert, die durch Ausschüttungen einer Gesellschaft nicht unterschritten werden darf – W. Stützel hat diese Eigenschaft „Ausschüttungssperrbetrag“ genannt. Folgt man dieser Interpretation, so markiert der Banknotenumlauf einen Sperrbetrag, der nicht durch Ausschüttungen an den Staat unterschritten werden darf – gewissermaßen eine Versicherung gegen allzu große Ansprüche der Staatskasse auf die Finanzmacht einer Zentralbank.

    Fazit: Bargeld entsteht, wenn sich eine Zentralbank einer Schuld entledigt. Somit ist Bargeld weder eine Forderung noch eine Verbindlichkeit, sondern als zu übergebende Sache dasjenige Geschuldete, welches die Schuld tilgt. Und der Bargeldumlauf ist ein Informationsposten über die Menge an ausgegebenen Banknoten, welcher als grundkapitalähnliche Position ein unspektakuläres Dasein fristet – wobei man sich durchaus mal Gedanken machen könnte, wie eine angemessene Bezeichnung lauten könnte. Die aktuelle Bezeichnung trägt mehr zu Fehlinterpretationen und Mißverständnissen bei, als es der Diskussion über die Geldverfassung gut tut.

    • Oh je, Renée Menéndez

      Zitat: „Die Antwort ist: für eine logische Sekunde muß sich das Bargeld, welches die Zentralbank zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten benötigt auf ihrer Aktivseite befinden, d.h. ihr Bargeldbestand erhöht sich, um gleich darauf wieder auf Null zu sinken.“

      Sie schwafeln einfach drauflos. Ihr Durcheinander im Kopf in Ehren. Von Buchhaltung verstehen Sie offenbar nichts. Lernen Sie also erst einmal Buchhaltung, bevor Sie Ihren Blödsinn zu Markte tragen. Bei einer Zentralbank erscheint ihr Bargeld nicht einmal eine Millardstel Sekunde in den Aktiven, Herr Menéndez!

      Dasselbe gilt für den ehrenwerten Herrn Zenger, der von allem ebensowenig Ahnung hat. Erst Hirn einschalten und nachdenken, Herr Zenger, dann schwafeln, resp. irgendwelchen Ökononomen ihren Mist nachplappern, sofern sie denn auch richtig argumentierten. Aber eine richtige, stringente Argumentation ist bei den „Top-„Ökonomen, wie man anhand der Zitate sieht, eine grosse Seltenheit. Also erübrigt es sich auch, sie überhaupt zu zitieren.

      Herzliche Grüsse
      Dummkopf

    • Es ist unglaublich, welchen Wirrwarr uns die Oekonomen vorgaukeln.

      Aber Herr Jordan macht es ja vor mit seinem „Geld aus dem Nichts“ und Schulden mit Schulden bezahlen.

      mfG

  40. Zunächst: irgendwie ist der Abschnitt über die Silberspekulation fehlpositioniert, denn dieser Absatz steht unverbunden in der Diskussion um die historische Entwicklung, die zur Gründung der FED führte – aber das nur nebenbei.

    Und dann erst mal vielen Dank dafür, daß man auch von liberaler Seite Gründe dafür finden kann, daß ein Zentralbanksystem seine guten Seiten hat. Sie merken ja selbst an, mit welchen Horrorgemälden in dieser Diskussion gelegentlich operiert wird.

    Ein diskussionswürdiger Punkt ist es, welcher staatliche Zwang es ist, der dazu führt, daß die Annahme von Geld üblicherweise völlig problemlos vonstatten geht. Normalerweise wird ja argumentiert, daß Geld deswegen angenommen wird, weil die Wirtschaftssubjekte davon ausgehen, daß sie es für andere Zwecke ihrerseits wieder ausgeben können. Auf diese Weise wird ja das Vertrauen auf die Möglichkeit der Weitergabe von Geld dafür verantwortlich gemacht, daß der Geldgebrauch zu seinen effizienzsteigernden Wirkungen führt. Meines Erachtens ist das eine zu schwache Begründung dafür, daß der Geldgebrauch sich als überragende Sozialtechnologie weltweit durchgesetzt hat. Denn das chartalistische Credo, der Staat müsse nur bestimmen, was als gesetzliches Zahlungsmittel anzusehen sei, ist ein zu schwaches Argument, wie die vielfältigen Fälle beweisen, wo $, € oder auch andere Währungen (früher auch DM) als „Zweitwährung“ der eigentlichen „Erstwährung“ problemlos den Rang ablaufen konnten.

    Die vielfach übersehene hinreichende Institutionalisierung besteht einerseits aus der Integration von Geld in den Wirtschaftskreislauf via Kreditvergabe, was zumindest im Prinzip der Zentralbank die Möglichkeit verschafft, überschüssige Geldmengen wieder aus dem Verkehr ziehen zu können. Das ist aber noch nicht alles, denn in Verbindung mit einer Jurisdiktion, welche Geldansprüche von Gläubigern auch tatsächlich effektiv durchsetzt, gelangt man zu den Gegebenheiten, die funktionsfähige Geldwirtschaften kennzeichnen: Rechtssicherheit bei Kreditverträgen und Käufermärkte. Letztere resultieren schlichtweg daraus, daß Unternehmen, die ihre Aktivitäten mit Kredit finanzieren (bezahlen) müssen, ein genuines Interesse daran haben, das geschuldete Geld auch wieder von ihren Kunden wieder zurückzuerhalten. Denn erst der Schuldendruck erzeugt bei den Unternehmen die Motivationslage, prinzipiell nutzenstiftende Waren gegen ein nicht werthaltiges Zahlungsmittel auf dem Markt anzubieten. Kurz gesagt ist es der Schuldendruck, welcher den Geldverwendern die Sicherheit vermittelt, daß es für Geld etwas zu kaufen gibt. Wenn man so will ist es eher das Vertrauen darauf, daß bei fortgesetzten Zahlungsstörungen irgendwann der Gerichtsvollzieher erscheint und einem den liebgewordenen Jaguar unter dem Hintern wegpfändet, welches dazu führt, daß Geld auf einmal mit einem „Wert“ assoziiert wird und die „Nicht-Werthaltigkeit“ des gesetzlichen Zahlungsmittels langsam aber sicher aus dem Bewußtsein verdrängt wird.

    Dabei kann man mit Geld nur eine Sache tun, nämlich seine Schulden bezahlen. Ist das den Menschen wichtig – selbst wenn es sich dabei um eine unbeliebte Geschichte handeln dürfte – entfaltet der Geldgebrauch seine wohlfahrtsteigernde Wirkung, wie man es in ausgereiften Geldwirtschaften beobachten kann. (Man kann das allerdings auch übertreiben…)

  41. Ich bin ein entschiedner Gegner des Vollgeldes und Befürworter des jetzigen Systems. Wenn die Vollgeldler sich selber wirklich ernst nehmen würden, würde das bedeuten, dass die Banken nur noch Kreditvermittler und die Zentralbanken also der Staat das Kreditrisiko übernehmen muss – ein absolutes Unding. Das von den Banken durch Kreditvergabe geschaffene Geld ist, wie die Krisen zeigen, sehr fragil und zwingt die Banken zu großer Vorsicht. Nur wenn diese Vorsicht schwindet, was leider in der Natur des Menschen liegt, gerät das System in Gefahr und gelegentlich ins Wanken.Zentralbanken eingreifen, indem sie selbst ihre eigene Geldschöpfung massiv ausweiten, bei der sich aufbauenden Gefahr müssen sie genau das Gegenteil tun und die Geldschöpfung durch die Privatbanken einschränken. Dazu haben sie alle Möglichkeiten, aber aus politischer Rücksichtnahme oder gar Dummheit wird dies oft nur unzureichend getan.

    • Aha, also gegen Vollgeld.

      Nun ja, in der Tat ist Vollgeld etwas was mit jedem Geld 5000 Jahre lang funktionierte, bis Geld aus Papier durchgesetzt wurde.
      Ob man „Vollgeld“ wirklich mit Papier erzeugen kann müsste versucht werden.

      Aber eines ist sicher, dass Geldexperiment der letzten 150 Jahre ist gescheitert.
      Und das samt den Zentralbanken haben ungeheure Risiken geschaffen von denen niemand mehr weiss wie sie sich auswirken können und wie es Enden wird.

      Auch heute noch würde Gold als Währung funktionieren.
      Nur dessen wert würde sich anders darstellen.
      Ums Jahr 1000 galt eine Kuh einen Silberpfennig, warum kann heute ein Auto nicht für 5 Gramm Gold gehandelt werden ?

      Tatsache ist, der obige Artikel blendet vollständig aus das es die Regierungen waren die in den 5000 Jahren immer von neuem den geldbetrug aufgleisten.
      Bei den Römern gabs mit jedem neuen Kaiser eine neue Goldmünze und sobald die da war gings mit dem Betrug auch schon los. Es wurde Silber zugegeben bis das Gold nicht mehr golden glänzte.
      Mit dem neuen Kaiser gabs dann eine „Währungsreform“ und die Münzen wurden wieder sauber.

      Mit Gold und papier, immer waren es Regierungen die die Bürger betrogen und die Nationalbanken sind im heutigen System die Administratoren beim grossen Betrug.

      darum wollen Libertäre die Regierungen massiv verkleinern, die Beamtenapparate grossenteils abschaffen, alle Nationalbanken auflösen und eine neue Form des Edelmetallstandards schaffen.

      Wer glaubt das unser heutiges Geldsystem Vorzüge hat, der weiss schlicht nicht, dass es früher einmal auch sehr gut ohne das ging.
      Ums Jahr 1000 gabs mal 300 Jahre faktisch ohne Inflation.
      Englands Marine bezahlte ca. 140 Jahre lang, so von 1650 bis 1790 die Seematrosen immer genau gleich, e3s gab keine Inflation. Die setzte erst mit der Französischen Revolution ein und erreichte England auch wegen der sogenannten Kontinentalsperre die der Blockade Frankreichs folgte.