Bär-CEOs First Move: Italo-Dressmen vergolden

Bernhard Hodler zahlt Megapreis für italienische Boutique Kairos – Verkäufer reiben sich Hände – Riesensumme statt Börsengang.

Bernhard Hodler ist immer noch ein unbeschriebenes Blatt. Der Mann, der vor wenigen Wochen mit seiner Bär-Chefberufung wie die Jungfrau zum Kind kam, macht nun erste Schritte.

Gestern kaufte Hodler die restlichen 20 Prozent der italienischen Kairos. Er zahlte dafür fast 100 Millionen Euro oder rund 115 Millionen Franken.

Hochgerechnet auf 100 Prozent ergibt das gegen eine halbe Milliarde – für einen italienischen Vermögensverwalter mit gut 10 Milliarden verwalteten Kundenvermögen.

Ein unglaublich stolzer Preis. Damit vergoldet der Mann, der bisher seine ganze Karriere lang hinter den Kulissen agierte und Risiken anschaute, eine Truppe von Italos.

Diese reiben sich die Hände.

Sie konnten ihr Kairos-Büdeli der Zürcher Privatbank verdealen, eine halbe Milliarde einkassieren – und erst noch am Drücker bleiben: Die Kairos-Chefs behalten ihre operativen Spitzenposten.

Starker Kairos-Mann ist ein gewisser Paolo Basilico. Ein Typ wie aus einem Italo-Modekatalog: Basilico könnte ebensogut für eine der Top-Modefirmen in Mailand stehen, Stillinie Ermotti.

Hier „Bernie“ Hodler, der Julius-Bär-Chef, der noch nie in eine Kamera geschaut hat. Da ein Paolo Basilico, der im Italo-TV den grossen Banker mimt.

Eine Paarung, wie sie klassischer kaum sein könnte. Der smarte, eloquente und gut aussehende Südländer verkauft dem vorsichtigen, unbekannten Zürcher Knäckebrot-Banker seine Bude.

Für eine halbe Milliarde. Und bleibt auf dem Chef-Sessel sitzen.

Hodler meint, er habe einen guten Deal gemacht. „Kairos delivered an excellent performance in 2017“, liess der neue Bär-Chef gestern via seine Presseabteilung verlauten.

„Assets under management grew to EUR 11 billion, up from approximately EUR 4 billion when Julius Baer and Kairos started their strategic partnership in 2013.“

Für die Julius Bär sei das Investment die Zugangspforte zum Markt in Südeuropa. „Kairos represents Julius Baer’s exclusive gateway to the attractive Italian domestic wealth management market.“

Die Euphorie setzt sich im Statement von Chef Bernhard Hodler fort:

„Kairos has successfully and profitably expanded its excellent position in the Italian wealth management sector ever since our partnership commenced in 2013. We are pleased to be able to further solidify Kairos’s status in the Julius Baer Group.”

Hodler ist also dankbar, dass er das Italo-Engagement ausbauen durfte. Dass er auch noch die fehlenden 20 Prozent übernehmen konnte. Dass er die Kairos ganz zur Bär hinübernehmen darf.

Merci, thank you, grazie mille.

Sagt Hodler. Und Verkäufer Basilico reibt sich die Hände. Sein persönlicher Plan ist aufgegangen, er wurde reich. Mit ein wenig Support aus dem vermögenden Zürich.

Aufpasser der Mutterfirma Bär hat er nur solche, die ihm kaum am Zeug herumflicken werden. Einer ist Marco Mazzucchelli, auf der Kairos-Homepage als Consigliere aufgeführt, also VR-Mitglied.

Mazzucchelli passt vom Auftreten her perfekt zur teuren Boutique mit Ablegern in Mailand, Rom und Turin. In einer Frauenaffäre von Hodler-Vorgänger Boris Collardi hatte er sich ins Zeug gelegt.

Zeit dafür war genügend vorhanden: Mazzucchelli war im CEO-Stübli der abgehalfterten Bigshots der Bär-Bank gelandet.

Eigentlich wollten die Zürcher die Kairos gar nie ganz kaufen. Nachdem die Julius Bär den Einstieg bei der Vermögensverwalterin im 2012 angekündigt und im 2013 vollzogen hatte, hoffte man auf einen Börsengang.

Ziel war es, die Kairos mehrheitlich anderen Aktionären zu übergeben.

Daraus ist nun nichts geworden. Die Schweizer fanden keine Käufer. So so stockten sie halt ihren Anteil zunächst auf 80 Prozent auf – und nun auf 100 Prozent.

Kein Interesse an Kairos. Kein Börsengang für die Finanzfirma.

Den Preis, den die Bären für die Italo-Boutique bezahlten, wollten sie zu Beginn der Partnerschaft im 2013 zunächst nicht nennen.

Später dann gab die Julius Bär doch Auskunft in ihren Geschäftsberichten. Mit den gestrigen rund 100 Millionen Euro summiert sich der Deal für die Zürcher auf gegen 500 Millionen.

Das Geld landet in den Taschen der Italo-Dressmen.

Crazy.

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14 Kommentare zu “Bär-CEOs First Move: Italo-Dressmen vergolden

    • Oh la la, the tail end of my message seems to missing … censored most likely by the IP Consigliere.

      So you’ll need to click the Wikipedia link to see which well-known organization has a position called „consigliere“.

      Hint: I wrote a book about it …

    • Ganz, ganz schlimm. Ich bin auch entsetzt und werde zwecks Kompensation heute Abend beim Italiener speisen. Va bene?

    • Sie haben einen Punkt. Ich kann nur für meinen Kommentar sprechen und der war daneben. Was war? Bad lunch break: Verallgemeinerung vom Stress mit einem einzelnen Kollegen, gepusht vom Artikel, allgemeiner Stresszustand. So geht’s wohl los mit den vorurteilen. Ich nehme es zurück und entschuldige mich.

    • @Ben: Was ist los mit Dir? Dein völlig zusammenhangloser und wirrer Kommentar lässt auf eine schwere Pasta-Überdosis schliessen – oder hattest Du einfach einen psychotischen, sentimentalen Schub?

  1. Bernies neue Rolle ist ihm einfach zwei Nummern zu gross aber wenigstens nimmt er sich der IT an. Von Deals sollte er die Finger lassen. Das ist nicht so sein Ding.

  2. Glück gehabt, derjenige, der den Kairos noch zum Wachstum verholfen hat, zahlt nun noch eine Megaprämie. So geht es!