„No Billag“ hat Elefant SRG auf die Knie gezwungen

Nichts kann die Schwäche der grossen Schweizer Institutionen besser beweisen, als die Initiative „No Billag“, wo nahezu gesichtslose neoliberale junge Schweizer den Elefanten SRG schon jetzt auf die Knie gezwungen haben.

Ob er ganz fällt, werden am 4. März die alten Schweizer gegen die jungen Schweizer entscheiden. Während die über 60jährigen, die fleissig an die Abstimmungsurnen gehen, täglich vier und mehr Stunden fernsehen und die SRG-Radios hören, ist die eher stimmfaule Jugend der Schweizer Bevölkerung längst zu ausländischen Sendern und in die „streaming services“ abgewandert.

Die SRG ist für die „classe politique“, Bundesbern und die Parteien, ein heiliges Monster geworden, dessen sanfte Kritik an den inneren Zuständen hie und da unbequem sein mag, aber letztlich der Legitimation der Politik wie der Schweizer Demokratie dient.

Ich erinnere mich an einen Besuch bei Armin Walpen in Bern, wo er aus seinem SRG-Generaldirektorenbüro aus dem Fenster Richtung Bundeshaus auf der anderen Aareseite wies und sagte: „Die haben Angst vor mir.“ Walpen, CVP-Chefbeamter und Machtpolitiker, baute die SRG zum eidgenössischen Informationsbunker aus, der mit allen Rohren auf die Gegner schoss.

Roger de Weck, sein Nachfolger, ein Intellektueller, der als Manager zuvor immer gescheitert war, sei es beim Zürcher „Tages-Anzeiger“ oder bei der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, war ein anderes Kaliber. Er sagte mir am gleichen Ort: „Ich muss in unserem Land die Balance halten.“

Jetzt droht die Sprengung des SRG-Bunkers in Bern, wo mit den Geldern aus der deutschen Schweiz eine Expansion sondergleichen und Luxusstudios im Tessin finanziert wurden. Der Westschweizer Teil des Landessenders verdiente sein Geld weitgehend selbst und liess die Zürcher immer spüren, dass sie mit weniger Geld besser waren.

Wer ist die nationale Koalition, die sich gegen die Sprengung der SRG zur Wehr setzt? Hoch bezahlte TV- und Radiomitarbeiter, meist linksgrüner Herkunft, die in ihrem Medienreservat glänzend leben; Politiker, Parteien und Verbände, welche die SRG-Sendungen als Plattform nutzen; Kulturträger, Staatsintellektuelle und Professoren aller höheren oder minderen Qualitätsstufen, weil sie dort eine Bühne erhalten, die ihnen der freie Markt nie bieten würde.

Es fällt auf, dass die Schweizer Unternehmen die SRG kaum vermissen. Die spärlichen Wirtschaftssendungen sind von einer Qualität, die nur noch in den hintersten Alpentälern als gut befunden wird. Die abendliche Börsensendung ist wesentlich langweiliger als „Meteo Schweiz“.

Weder die echt schweizerischen Konzerne noch jene „mit Schweizer Wurzeln“, wie UBS und die CS Group, legen grosses Gewicht auf die SRG-Sendungen. Propaganda für den Schweizer Markt ist erwünscht, ganz wie bei den Anliegen der Lufthansa-Airline Swiss auch, aber wirklich wichtig nimmt die A-Schweiz der globalen Firmen und Organisationen die SRG und andere Schweizer Medien nicht. Geht es um Abstimmungen, hat man seine Einflussorganisationen.

Die Billag No-Organisatoren haben bisher keinen tollen Job gemacht, und dennoch brach das SRG-Gehäuse beim ersten Windstoss fast zusammen. Sicher spielt der Einsatz von Hans-Ulrich Bigler, dem Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, eine Rolle. Er hat mit seinem Plan B eine Zündschnur ausgelegt, die bis zum Abstimmungstag ihre Wirkung tun wird.

Unvermeidlich hat sich auch Roger Schawinski mit einem Buch zu Wort gemeldet. Als männliche Schweizer Ausgabe von Oprah Winfrey hat er bei der SRG jene, die ihn förderten, nackt ausgezogen und dem Volk zur Schau gestellt. Nur TV-Direktor Rudolf Matter, der ihn als Talker einstellte, wird verschont. Damit wird einer der grösseren SRG-Versager der letzten Jahre geschützt.

Warum Versager? Mein letzter SRG-Lieblingssender SRF 2 wurde unsäglich verwässert. Wo ich Jahrzehnte gute Musik erfahren durfte, wandelte sich die Welt zum Geplätscher. Die meisten TV-Sendungen, einschliesslich der Serien, erlebte ich als dünn und eher langweilig.

Die Jugend der Schweiz hat die internationale Medienlandschaft zur Verfügung. Nur noch 30% der Bevölkerung schaltet sich bei den SRG-Sendern ein. Wir sind ein globalisiertes Land, wo die SRG nur noch als Störsender für die Fortschrittlichen wahrgenommen wird.

Man kann dieser Entwicklung nicht ausweichen. Das SRG-Management hätte den Stier bei den Hörnern nehmen müssen, ist der Auseinandersetzung aber ausgewichen. Grosse Teile der Bevölkerung weigern sich, dafür 365 Stutz im Jahr auf den Tisch zu legen. Da mag das Establishment sagen, was es will.

In dieser SRG-Krise haben auch die Schweizer Verleger keine Meisterschaft bewiesen. Ringier wollte sich in Bern mit Admeira einschleichen. Tamedia schnappte sich die rentable Goldbach Group und wird damit Schweizer Werbefranken ins Ausland schaufeln.

Nur Eric Gujer, Chefredaktor der NZZ, schrieb ein mannhaftes Wort zum Berner Versagen. Die Regionalverleger, die Wanners, Lebruments und Mengis im Wallis, können wir gleich ganz vergessen, leben ihre TV- und Radioversuche als hybride SRF-Kopien doch nur von den Millionenzuschüssen aus Bern.

Die SRG in der Krise, die SBB vor vielen ungelösten Fragen, die Post im Rationalisierungstaumel: Das sind Signale einer untergehenden Schweiz des 20. Jahrhunderts. Wir müssen uns an der ausländischen Konkurrenz messen – oder wir werden nicht sein.

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42 Kommentare zu “„No Billag“ hat Elefant SRG auf die Knie gezwungen

  1. Ich habe lange hin und her gedacht, was wohl besser ist: Ja oder Nein zu Billag? Als Freidenker lebe ich jedoch zunehmend in einer moralischen links-grünen Diktatur, jede Meinung und jeder Verein in der Kunstwelt welche ganz eng mit der SRG zusammen hängt akzeptiert nur noch eine korrekte linke Meinung. Ich bin aber weder links noch rechts sondern möchte frei sein. Deshalb nach langem hin und her: Ja zu No Billag. Es wird sowieso ein Nein und ändern wird sich nur Oberflächliches;der Filz wird bleiben, wie überall in der Schweiz!

  2. No Billag;
    Was ich zu diesem Thema in letzter Zeit hörte, habe ich den Verdacht. dass gewisse Politiker/innen und Interessengruppen eine totalitäre Schweiz aufbauen wollen.
    Denn wo wird von einem Staat per obligatorischer Staatsgebühren eine Unterhaltungsindustrie finanziert?
    Ich habe gelesen, dass die SRG 17 Radiostationen und 7 Fernsehsender unterhält. Heute betragen die Radiogebühren 165.- Franken und die Fernseh+Radiogebühren 451.- Franken. Von den 451.- gehen nach einer Grafik von „Ringier Infographics“ davon 128.- Fr. zum TV und 50.- Fr. zum Radio. Das heisst; die Erstellung und Sendungen von „Bilder“ kostet mehr als 2mal soviel wie der Aufwand für das Radio.
    Für alle Staatswichtigen Informationen genügt aber das Radio vollauf. Diejenigen die Bilder zur Unterhaltung sehen wollen. sollten diese auch selber bezahlen. Genau so wie wenn einer zb: das Fußballspiel im Stadion besuchen will und Eintritts_Ticket kaufen muss.
    Wie Jede andere Firma soll auch die SRG Produkte erschaffen die vom Konsument gekauft werden und sich so selbst finanziert.
    In allfälligen Konzessionsgebühren zum senden kann ja eingebaut werden, dass jede Sendeanstallt die wichtigen Staatsinfos zu senden hat. Dazu braucht es keine Bilder.
    Also die Billag-Gebühren sollen abgeschafft werden.
    Die Abschaffung wäre echte Solidarität gegenüber der nur Radiohörenden Bevölkerung, denn für die wären die neuen Gebühren mehr als doppelt so teuer wie heute und dies nur um der Mehrheit das Fernsehen zu verbilligen.
    (Das Maffia_Prinzip lässt grüssen)
    Warum ist noch keiner auf die Idee gekommen, das Radio+Fernsehen wie andere mit öffentliche Finanzen gebaute Anlagen zu behandeln? Zb. Sportstadions, Strassen etc. bei denen jeder Benützer Eintritt oder das gewünschte Fahrzeug/Schuhe zum benützen selber bezahlen muss.

  3. Was heisst hier gesichtslos? Kessler, der Kopf der Initiative, hat immerhin eine üble Vergangenheit auf dem Rütli. Man erinnert sich an die Tat eines Rechtsaussen.

    • nun, das war ja eine besonders skurrile Geschichte mit dem Rasen.

      Schauen Sie mal etwas genauer hin.
      Aber Vorsicht, es könnte Ihr Weltbild zerstören.

  4. Wer noch selbständig denken kann, braucht nur eine auf das Wesentliche redimensionierte SRG mit SRF-Sendern. Weil viele Menschen dies aber nicht mehr können, suchen sie Anleitung in diesem offiziellen halbstaatlichen Sendegefäss, das ihnen Sicherheit vermittelt. Daraus haben die SRG-Bonzen eine Struktur gemacht, die mehr Bereiche unserer Gesellschaft erfasst, als es notwendig wäre. Deshalb: Wer Angst hat, sagt nein zu No Billag, wer keine Angst hat, sagt Ja zu No Billag.

  5. Wer will schon die Langweiler wie Kilchsberger, Tami(nomal), Brotz (die Namen der „10 vor 10“-Bespasser habe ich vergessen), die Geheim-Waffen (bzw. eher „an der Waffel“) Epiney und Aeschbacher usw. weiter anschauen?

    • Herr Sprengmeister, nun ja, es gibt tatsächlich viele Menschen, die die von Ihnen genannten Menschen tatsächlich gut finden. 10 vor 10 finde ich top. Rundschau mit Brotz (nicht mein Liebling) aber ist auch noch ok – Arena hat sich leider nicht weiter entwickelt mit Jonas Proyer. Kilchsberger nix, Aeschbacher ist eine alte Hypothek und braucht eigentlich niemand mehr und auf Epiney kann jeder normal denkende Bürger def. verzichten.

    • @Löschmeister

      Das kann ich bestätigen.

      Auch die Anzahl Hörer von Radio Energy (ich weiss, ist privat) etc. ist ein Albtraum für Leute die noch wissen was hochstehende Kultur ist.

      Die Gesellschaft setzte in den letzten Jahrzehnten den Trend der Degeneration stark fort.

  6. Richtig Herr Stöhlker: Ein typisch schweizerischer Arbeitgeber halt: Die meisten imitieren grosse Angestellte (in casu Mediendarsteller), viele spielen etwas Markt mit der privaten Vermarktung ihrer auf Kosten der Allgemeinheit zuvor erarbeiteten Medienkompetenz anlässlich sehr hoch vergüteten Ansagerjobs bei Audienzen aller Art, die meisten verdienen (zu) viel, die (zu) vielen repräsentativen Posten gehen an die bekannten kantonalen Familienstämme, wir Bürger leisten uns sogar von der öffentlichen Hand bezahlte Privatsender (wo gibt‘s denn so was!), alle dürfen selbstverständlich für das Ganze etwas zahlen – nur eines geht nicht: Versuchen Sie mal als Normalo dort einen Job zu erhalten. No way!

  7. Die „No Billag“-Initiative ist eine typische Mogelpackung, die ihr wahres Gesicht verschleiert. Es geht hier nicht um eine sachlich begründbare Kritik am heutzigen Apparat der SRG, der sich in den Jahren mehr und mehr verselbständigt hat. Vielmehr soll ein weiterer Service Public an der Urne abgebaut werden, der zu den Grundfesten einer Demokratie gehört. Die 4. Gewalt in einer Demokratie sind die öffentlichen Medien, die nicht dem Kommerzdruck unterstellt sind und ihre Unabhängigkeit im Interesse des Staates und seiner Bürgerinnen und Bürger einsetzen müssen. Verdeckte Angriffe auf die Demokratie und auf unser föderalistisches System sollten abgewehrt werden, wenn wir eine demokratische Entwicklung der Schweiz nachhaltig sichern wollen. Es geht hier um weit mehr als nur die SRG, was es bei der Stimmabgabe an der Urne zu bedenken gilt!

    • Die SRG ist undemokratisch, weil die Führungspositionen sind seit jeher fest in den Händen der CVP – ohne CVP Mitgliedschaft können sie gar nicht Karriere machen in der SRG – und die Journalisten sind dem Links-Grünen Lager zuzurechnen. Demokratisch wäre die SRG, wenn die Führungspositionen nach Wählerstarke der Parteien vergeben würde, das hiesse auch 30% SVP Leute in den Führungspositionen der SRG und auch Journalisten zu Wort kommen lassen, die Bürgerlich Konservativ sind, aber das kann sich im Leutschenbach niemand vorstellen.

    • Die SRG hat politisch Schlagseite und erzählt nur die halbe Wahrheit – deshalb muss man sie auf Feld 1 setzen. .

    • @Iselin, Isaak

      Ja, das ist genau die gewünschte Denkweise und die Art und weise, wie die öffentlichen Medien in einen „demokratischen“ Staatsgebilde dargestellt werden.

      Die eigentliche Mogelpackung ist der Verein SRG mit allen Tochtergesellschaften selbst:
      Die SRG nimmt die Aufgabe, die sie eigentlich inne hätte, nämlich ein Angebot an objektiver, wahrheitsgetreuer und unabhängiger Berichterstattung nicht wahr! Wir werden ausschliesslich mit tendentiösen, manipulierenden, lügen und lückenhaften Berichterstattungen zugedeckt, die man uns als objektiv und wahrheitsgetreu auftischt!

      Abgesehen von der zu tiefst manipulierenden Berichterstattung wird der Unterhaltung viel Raum eingeräumt. Nun, Unterhaltung ist schon ok., man muss sich dabei einfach bewusst sein, dass Unterhaltung von „unten halten“ abgeleitet ist und genau dies damit auch bezweckt wird.

      Einziger brauchbarer und nicht gross manipulierbarer Bereich sind Sportsendungen und Sportresultate. Doch dies interessiert die meisten Billagzahler auch nur punktuell; zudem würde ich den Bereich Sport ebenfalls der Sparte Unterhaltung unterordnen…

      Fazit:
      – der Grossteil der Sendezeit entfällt auf Unterhaltung, der kleine übrige Teil der Sendezeit entfällt auf Lügen, Lücken und Manipulation basierter Berichterstattung, die es einem nicht ermöglicht, eine objektive, wahrheitsgetreue und realitätsnahe Meinungsbildung aufzubauen.

      Da die SRG dies selbst ganz genau weiss (wie die Politik übrigens auch) – zumindest die Teppichetage, möchte man eine Zwangsgebühr etablieren, um die Schäfchen bei der Stange zu halten und die Kohle weiterhin fliessen zu lassen. Das Selbe können wir bspw. auch bei den Kirchen beobachten. Trotz Zwangsgebühr verzeichnen diese jedoch einen Besucherschwund, leben aber trotzdem seit Jahrhunderten in Saus und Braus auf Kosten der Allgemeinheit. Über die Objektivität der Berichterstattung in der Kirche hingegen könnte man sich streiten…

  8. Die Linken sind sonst doch immer für International und MulitKulit, aber wenn es um das Schweizer Radio und TV geht, dann ist alles Ausländische böse und nur das Schweizerische ist gut.

    • Wie bei der Gentrifizierung. Solange dort schlechtverdienende Ausländer wohnen und damit die Mieten untenhalten und man als Akademiker mit einem 50% -Job durchkommt, ist alles ok. Kommen die ausländischen Google,Ingenieure und fie Aufwertung, ist das des Teufels.

  9. Grosses Kino! Die ideale Mischung für ein weiteres helvetisches Pseudoproblem: Man nehme ein hochemotionales Thema, bei dem jedermann und jedefrau Geschmack und Ressentiments mit Meinung verwechselt („also der Inhauser ist ein arrogantes Arschloch“) und lässt jedermann und jedefrau jährlich mit separatem Einzahlungsschein dafür bezahlen. Dazu noch ein paar bis zum Erbrechen wiederholte, geistlose Stereotype aus der dumpfen McHofer-Zeit („linkes Pack, geht doch nach Moskau!“) und schon steht sie auf dem dampfend Tisch, die SVP-Fertigsuppe.

    „Glanz und Gloria“ braucht’s nicht? Stimmt! Aber liebe No-Billag-Supporter, gewöhnt Euch dran! Denn schaffen wir die SRG ab, wird’s NUR noch „Glanz und Gloria“, „Dschungelcamp“ und Kochsendungen geben und zwar bestenfalls aus dem hueregeile Züri, weil das die einzige Region ist, die für einen privaten (höchstwahrscheinlich Deutschen) Sender gross genug ist.

    • Wenn ein mieser Glotzensender wie die SRG. Die Inhalte sind absolut unterirdisch und eine Zumutung. Ich habe es meinen Kinder verboten diesen Schrott (SRG) zu schauen. Wenn dies das einzige Instrument sind um unser Land zusammen zu halten. Dann ist dies armselig. Während viele auf Geld schauen müssen ist die SRG ein Selbstbedienungsladen von Abzockern und Parteifunktionären. Dafür sollen wir zahlen? Eine Schande dies zu unterstützen! Lässt den Elefanten zerschlagen! Wer schaut dies schon? Genug ist genug!

    • Ich bin tatsächlich in der Lage mich ausgewogen über die Lage in der Schweiz und der Welt zu informieren.
      Eine vorgefertigte Meinung oder Haltung brauche ich nicht.

      4. Gewalt im Staate? Dann sollte man sich mal informieren, wer den Staatsfunk etabliert hat.

  10. Anzufügen noch die Swisscom, die sich noch immer im Roamingtaumel befindet mit weltweit höchsten Roamingebühren in einer geschützten, bestenfalls oligopolistischen Retorte.

    • Keine Sorge, die Swisscom wird auch noch optimiert. Sobald die NO-Billag durch ist wissen die Menschen: hey, wir können ja doch gewinnen, wenn wir nur ordentlich Druck machen. Dann fallen auch die teuren Preise bei der Swisscom.

    • Spätestens ab 2019 will SRG aus dem Meret – Oppenheim Basel dass Sie jetzt für 22 Millionen für den Innenausbau ausgeben senden.
      Woher ist wohl dieses Geld?

  11. Spätestens seit ich von „Künstlern“ und „Kulturschaffenden“ gelesen habe, deren Name mir zuvor noch nie zu Ohren kamen, ist klar, dass die SRG in erster Linie als geschützte Werkstatt betrachtet werden muss.
    Wer, ausser den „den nationalen Zusammenhalt sichernden und die kulturelle Vielfalt des Landes beschützenden“ Kulturfuzzis lebt grösstenteils von beim Volk zwangsverordnet eingetriebenen Geldern?!?

    Die schamlose Heuchelei bezüglich der Sorge ums Land tritt erst recht zu Tage, wenn man die entlarvenden Argumente der Lewinskys, Manilios, Leducs, Vescolis, Suters oder Lenz’s vernimmt, die sich vor einer „Blocherisierung“ oder „Berlusconisierung“ der Medienwelt fürchten, aber trotz dauernd betontem Rückhalt und angeblicher Unterstützung im Volk sich nicht als fähig erachten, eine konkurrenzfähige Plattform aufzustellen, die mit Rap, Jodel, Kabarett oder Volksmusik im Markt bestehen kann.

    Argumente wie «Die Initiative kommt mir vor wie ein Arzt, der seinen Patienten totschlagen will, um seinen Husten zu heilen.» (Ch. Lewinsky) zielen wie viele andere („Dumm wie Brot“, J. Badran) unter die Gürtellinie und demonstrieren nur die Notwendigkeit, diesen überheblichen und lernunwilligen Diven die Realität nahe zu bringen, in welcher Bankpersonal, Industriearbeiter und Detailhandelsangestellte (die alle unfreiwillig 451.– zahlen müssen!) schon längst angekommen sind.

    Der BR und das Parlament hat es unter Federführung der „Soihäfeli-Soiteckeli“-Partei CVP verpasst, einen Alternativvorschlag zur Initiative vorzulegen und kämpft nun mit Junckers BFF Leuthard, dem Rett-O-Romanen Candinas oder -verhaltener- SRG-VRP Cina gegen die drohende Konsequenz ihrer Überheblichkeit!

    NoBillag: JA!!!!!!!

  12. Zitat „Wir müssen uns an der ausländischen Konkurrenz messen – oder wir werden nicht sein.“ Wahre Worte von Herrn Stöhlker. Was viele Schweizer noch nicht begreifen (wollen) ist, dass die heutigen Märkte und Marken global und nicht national sind. Da kann man nun die Augen vor verschliessen und rummeckern aber es ändert nichts an den Tatsachen. Und wer heute noch behauptet, man brauche einen StaatsRundFunk um „informiert“ zu sein ist schlicht und einfach ein Systemling, der anderen Leuten nicht zutraut, sich umfassend eine Meinung bilden zu können.

    • Wie wollen Sie sich eine Meinung bilden? Privatsender verkaufen Unterhaltung, keine Information. Das tun sie (noch), weil sie der böse Staat per Konzession dazu zwingt. Und die Konzessionierung, wie sie heute gilt, wird bei einer Annahme von No-Billag ebenfalls abgeschafft.

      Fragen Sie sich, was einen Radio- oder Fernsehsender dazu bewegen könnte, aus dem Walliser Kantonsrat, aus dem Ständerat oder von der SNB-Medienkonferenz zu berichten. Richtig. Nichts, solange es nicht um Sex geht.

    • @Ponzi: Ich brauche keinen TV um mir eine Meinung zu bilden, so einfach geht das. Werfen Sie die Kiste doch einfach weg 🙂

    • @Ponzi: TV Schauen und Nicht-Hinschauen sind zwei Paar verschiedene Schuhe, aber das versteht halt jemand wie sie nicht sondern unterstellt in selbstgefälliger Manier einfach mal etwas. Leute wie Sie merken nicht, dass Leute wie ich langsam genug von Ihrer Arroganz haben. Und nun weiter so Sie Ponzi Scheme 😉

  13. Inhaltlich kann ich Ihrer Analyse weitgehend zustimmen. Was mich immer wieder gewaltig stört, ist ihre arrogante Kommentierung der ländlichen Gebiete der Schweiz. Auch in „abgelegenen“ Alpentälern sind die Schweizer mindestens so intelligent wie die Paradeplatz-Primaten.

    • Die „abgelegenen Alpentäler“ und deren Bewohner kenne ich sehr gut. Dort sind vielerorts die Besten seit 30 Jahren abgewandert. In den Dörfern sind zu 95% jene geblieben, deren Horizont doch enger eng geblieben ist. Niemand bedauert dies mehr als ich. Dort sind die Sender der SRG weiterhin sehr wichtig, weil die Regionalzeitungen nicht wirklich eine grössere Perspektive vermitteln.

    • Fernsehen und Radio ist also out, aber Regionalzeitungen braucht’s dann doch noch … gute Güte … hier wird argumentiert grad wie die Verdauung läuft. Abgesehen davon erleben wir im Print seit Jahrzehnten eine beispiellose Konzentration hin zu regionalen und bald nationalen Monopolen. Auch keine schöne Aussicht ….

  14. Herr Stöhlker hat seinen treffenden Kommentar wohl mit dem Zweihänder geschrieben, schadet nichts. Unter anderem ärgerlich empfinde ich die „penetrante“ CVP-Dominanz „zuoberst“. Wenn ich nur die Namen Walpen, Cina und Consorten höre schreibe ich ein Ja für No-Billag auf den Stimmzettel.

  15. Die SRG und das ganze lineare Fernsehen hat sich überlebt. Das letzte Mal habe ich SFDRS im Spital vor 4 Jahren geschaut. Nicht mal unter schweren Schmerzmitteln ist das zu ertragen.

  16. Es ist mir schleierhaft, wie man so viel Unsinn auf einer einzigen Seite niederschreiben kann. Ein kleines Beispiel? Sie schreiben von 30% der Schweizer Bevölkerung, welche sich bei SRG-Sendern einschaltet. Mit Verlaub, werter Herr Stöhlker: Radio SRF erzielt einen Marktanteil von mehr als 60%. Und dies wohl nicht ohne Grund. Jedenfalls hat es bis heute kein einziges privates Medienhaus auch nur ansatzweise gewagt, ein qualitativ ebenbürtiges Programm auf die Beine zu stellen.
    Solange wir in der Schweiz die direkte Demokratie pflegen, sind gut informierte Stimmbürger unabdingbar. Die privaten Medienhäuser ziehen es jedoch leider vor, immer grössere Teile der Bevölkerung mit News-Fast-Food zu versorgen.

    • Bleiben wir bei den Relationen: „Die Reichweite beschreibt die Anzahl Personen, die an einem Tag mindestens 24 Sekunden lang ein Programm live (auf AB+, UKW, Kabel oder im Internetstream) hören.“ Das reicht gerade für die Staudurchsage, dann läuft MP3 weiter.
      Mit 65 Millionen (=5% der Billag-Einnahmen von 1.3 Milliarden), verteilt auf 34 private Stationen, lässt sich nicht wirklich eine ernsthafte Konkurrenz zur SRG aufbauen.

    • @Rickenbach
      60% Marktanteil von wieviel – von insgesamt 1000 Zuschauern oder was? Früher wurden die Quoten in absoluten Zuschauerzahlen angegeben. Seit immer weniger Leute fern schauen sind die TV Heini auf Prozentzahlen umgestiegen um den andauernden Abstieg ihrer Sender zu vertuschen und sich der zahlenden Öffentlichkeit weiterhin als ach so beliebt und erfolgreich zu präsentieren.

    • Falsch Herr v.Rickenbach. Radio ja, aber TV tatsächlich nur knapp über 30%. Bitte nicht Fakten verdrehen. Sehr sachlicher Kommentar von Herr Stöhlker. Zu lange hat das SRF den Markt ignoriert…