WEF-Gschänkli: Trump lässt UBS springen

Grossbank erhält lange Lizenz für Verwaltung von US-Rentengeld – Dafür plagt US-Special-Agent Barofsky CS noch mehr.

Donald Trumps Davoser WEF-Besuch in 2 Wochen elektrisiert die Schweiz. Der Blick zeigt bereits, wie die Sicherheitsleute des US-Präsidenten in Zürich-Kloten landen.

Abseits des Rampenlichts hat Trump in den Weihnachtstagen einen weitreichenden Erlass getätigt. Er liess die UBS und vier weitere globale Finanzkonzerne „vom Haken“.

Die UBS, die Deutsche Bank, bei der Trump enorme Kreditausstände hat, die Citigroup, JP Morgan und die englische Barclays erhielten mehrjährige Lizenzen für US-Pensionskassen-Gelder.

Zuvor hatten die fünf Grossbanken nur jeweils eine temporäre Bewilligung für ein Jahr gehabt, dies als Folge ihrer Vergehen in der Finanzkrise. Sie alle hatten schwer gegen Vorschriften verstossen.

Trumps Gnadenakt gibt der UBS und der Deutschen Bank je eine Lizenz für US-Rentengelder für 3 Jahre, bei der Barclays und den beiden US-Banken JP Morgan und Citi sind es sogar je 5 Jahre.

Für die UBS wird Trump zum grossen Segen. Die Bank, die durch ihre Subprime-Spekulationen in Übersee Pleite war und nur noch vom Schweizer Steuerzahler gerettet werden konnte, ist endgültig zurück am US-Renten-Honigtopf.

Weniger Glück hat die zweite Schweizer Grossbank, die Credit Suisse. Zwar hatte die CS nach einer ebenfalls nur noch temporären Bewilligung bereits vor 2 Jahren wieder eine lange Renten-Lizenz erhalten.

Doch viel wichtiger für die Zürcher wäre ein Abzug von Neil Barofksy. Das ist der US-Anwalt, den die Amerikaner nach der Steuerverurteilung im Frühling 2014 der CS ins Haus gestellt hat.

Barofsky hätte längst seine Zelte in Zürich-Oerlikon abbrechen sollen, wo er zusammen mit seinen Leuten im dortigen CS-Tower monatliche Millionen-Rechnungen schreibt.

Doch Barofsky will und will einfach nicht gehen. Die Hoffnungen, dass er Ende 2017 abrauscht, haben sich als trügerisch erwiesen.

Vielmehr hat der Amerikaner vor wenigen Wochen seinen Bericht über das Verhalten der CS seit seiner Ankunft vor 3 Jahren verfasst.

Kein kleines Werk: Der Barofsky-Report umfasst rund 1’000 Seiten. Die Finma hat ihn. Was drin steht, ist geheim.

Mit dem Aufflammen neuer CS-Krisen wie jener in einem israelischen Korruptionsfall mit Beratern, die direkten Zugang zum israelischen Ministerpräsidenten hatten, kann Barofsky weiter seine Präsenz rechtfertigen.

Jedenfalls hat der CS-Aufpasser bereits deutlich gemacht, dass mit einem schnellen Abzug nicht zu rechnen sei. Laut einer Quelle soll Barofsky „mindestens bis August 2018“ in der CS verbleiben.

Die Bank wollte sich nicht dazu äussern.

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11 Kommentare zu “WEF-Gschänkli: Trump lässt UBS springen

  1. Dieser Barofsky würde noch Jahre bleiben, wenn er könnte. Denn er lässt es sich und seinen Mannen gut gehen auf Kosten der CS und damit auch auf Kosten der CS-Kunden. Der Bundesrat hat in Davos am WEF hoffentlich Gelegenheit, mit Trump diese lästige und entwürdigende Barofsky-Sache im Sinne eines schnellen Verschwindens zu regeln.

  2. Hätte die Credit Suisse Mut, so würde sie mit der Amputation ihrer amerikanischen Tochter drohen.

    Aber eigentlich erstaunt das lange Verweilen dieses New Yorkers bei einer Bank, die sogar Gratiskaffee und Büropflanzen streichen liess, um noch mehr Bonus für das Management herauszuholen.

    „Meine lieben Manager! Er nimmt Ihnen den Bonus weg! Wieso schlafen Sie?“

    Vielleicht ist Überleben mit Bonus wichtiger als mehr Bonus und Risiko.

    Am WEF darf man von Trump mit seinem berühmten groben Handshake begrüsst werden. Mal schauen, wie er mit den Bundesrätinnen umgeht.

    Meine Augen fallen auf Melania. Es gibt gar einen slowenischen Kuchen namens Melania. In einem Humorbeitrag sagte jemand: „Melania can be eaten, when Melania doesn‘t want to be eaten.“

  3. Eine Verschwörungstheorie wird nicht richtiger wenn man sie dauernd wiederholt, vergleichbar mit der Dolchstosslegende am Ende des Ersten Weltkrieges.
    Die UBS war 2008 nicht pleite und wurde auch nicht vom Steuerzahler gerettet. Jeder der Bilanzen, Erfolgs- und Mittelflussrechnung lesen kann sieht dies. Die flüssigen Mittel (Cashflow) waren immer und zu jeder Zeit vorhanden. Der Abschreiber auf den „Subprime“ war nur ein Buchwert in den Aktiven.
    Natürlich war der Entscheid des Bundesrates, dieser Abschreiber in den Aktiven, in „seine Bücher“ zu übernehmen als Vorsichtsmassnahme trotzdem richtig. Denn die grösste Gefahr für die UBS und somit für das Schweizer Zahlungssystem war immer eine mögliche Panik ausgelöst durch oberflächliche Stimmungsmache. Dass der Bund dann mit den UBS Papieren, nachdem der Markt für die Subprime wieder ins Rollen kam, noch einen fetten Gewinn machte ist ihm zu gönnen, sollte aber in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden.

    • Klar war die systemrelavante UBS in all seiner Grösse quasi Pleite. Nur den Bund (notabene wir treuherzige Steuerzahler!) als sehr glaubwürdige Bürgen konnte Stabilität in die Spirale mit Richtung Junk Einhalt gebieten.

      Der schlussendlich „fette Gewinn“ wurde somit mit viel Risikokapital verdient.

    • @udaipur: Pleite ist faktisch falsch, es war eine Liquiditätskrise. Die solideste Bank, sagen wir, JP Morgan kann morgen insolvent sein, wenn alle ihr Geld abziehen. Dieses Risiko kann man nicht 100% auschliessen (ausser man den Banken das Zinsgeschäft mit Fristentransformation) und deshalb brauchts dann und wann den Staat.

    • Natürlich war die UBS praktisch pleite. Ihre Leverage Ratio war 2 %, d.h. pro 100 CHF hatte sie 2 CHF Eigenkapital und 98 CHF Schulden. In ihrer Bilanz schlummerten rund 90 MRD CHF an wertlosen Subprime-Papieren. Dank der SNB die 54 MRD $ davon übernahm und der Bund 6 MRD $ Cash einschoss, überlebte die UBS. Sonst wäre sie wie Lehman Brothers verschwunden.

    • @(vergesslichen)Hamlet51

      Auf dem Sterbebett liegend, war die UBS nicht einmal ein Uebernahmekandidat im Jahre 2008.

      Der Bund und wir Steuerzahler brachten wieder STABILITAET in diese marode Bude.

    • @ Brigitta, na wie wertlos die 90 Mrd waren (wie kommen sie auf die Zahl) sah man ja dann in der Stabfund Wertentwicklung.

  4. Logik à la IP
    – die dreijährige Lizenz für die UBS ist ein „Geschenk“ (wofür auch immer)
    – die schon vor zwei Jahren vergebene fünf-jährige für die immer noch beaufsichtigte CS ist nicht der Rede wert

  5. Die Idee mit dem Neil Barofksy als unabhängiger watch dog bei der Credit Suisse war goldrichtig.

    Eigentlich hätte zum Beispiel unsere helvetische Bauernbank schon lange barofskysiert werden sollen. Die Finma als lame duck – und mit Beisshemmung.

    • Weitere „Barofskyisierungs“-Kandidaten sind des Sonnenkönigs ex-Bank in Zürich und „seine Neue“ in Genf, neben anderen feinen Instituten.