SRG-Pyrrhussieg – zwischen Chaos und neuer Ordnung

Es ist unglaublich: Der David des „No Billag“-Komitees hat mit äusserst wenig Unterstützung die SRG, das 87jährige Heiligtum gesamtschweizerischen Bewusstseins, ins Wanken gebracht. Die Unterstützer der SRG haben, mit Ausnahmen der Schweizer Bankiervereinigung und des Vereins „Freunde der Roma“, auch die allerkleinste Organisation in allen Kantonen aktiviert, um die Notwendigkeit des vom Volk finanzierten Staatssenders ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

Es ist die grösste PR-Kampagne des beginnenden Jahres, und sie wird zu einem Sieg der SRG-Befürworter führen. Denn neben den direkt Bevorteilten der SRG, also die 5’983 Mitarbeiter des Landessenders, darunter 514 hoch bezahlte obere Kader, gibt es Hunderte von Sport-, Musik-, Film-, Kultur- und Unterhaltungsvereine, die ohne die Dutzenden von Radio- und TV-Programme des Berner Staatssenders dem Untergang geweiht wären.

Der am 4. März bevorstehende Sieg der SRG wird jedoch ein Pyrrhussieg sein, denn die neue SRG-Generaldirektion arbeitet, moralisch unterstützt von jenen, die sich am Abstimmungstag solidarisch zeigen, schon längst an einem Plan B. Das Ergebnis wird eine kleinere, bessere und neutralere SRG sein, als dies bisher der Fall gewesen ist.

Gerade jene, die ein Nein in die Urne legen, wollen eine bescheidenere, kluge und kompetente SRG mit Sendegefässen, die innen-, aussen-, wirtschafts-, sozial- und kulturpolitisch aufzeigen, was die Schweiz leistet und wohin sie sich entwickeln wird.

Damit geht die Ära des Armin Walpen, dem einst ein Dienstwagen vom Typ Porsche Cayenne das Genick brach, und des Roger de Weck, der ein eleganter Geist, aber ein schlechter Topmanager war, zu Ende. Eine neue SRG zeichnet sich am Horizont ab, eine Jahrhundertchance für deren neuen Generaldirektor Gilles Marchand.

Das zentrale Argument der SRG-Befürworter, der Staatssender müsse das Land zusammen halten, wurde vor wenigen Wochen vom Basler Emeritus Georg Kreis anlässlich einer internationalen Konferenz in Paris erneut in die Luft geblasen, als er wiederholte, was zur Weltausstellung in Sevilla als Schweizer Slogan Furore gemacht hatte: „La Suisse n’existe pas – Die Schweiz existiert nicht.“ Es gebe nur viele Gruppen, aber keinen gemeinsamen Schweizer Willen.

Weil die Schweiz nicht mehr existiert, sondern nur noch Firmen und Menschen mit Schweizer Wurzeln, braucht es auch keine SRG mehr, wie sie im Widerstand gegen Nazi-Deutschland geschaffen wurde. In einer globalisierten Welt braucht es so wenig eine SRG wie einst eine Swissair als Schweizer Institution; auch die beiden Grossbanken UBS und CS haben nur noch „Schweizer Wurzeln“. Der Autor dieser Zeilen hat keine Schweizer Wurzeln, ist aber ein Willensschweizer, weil er sich vor Jahrzehnten einbürgern liess.

Die gut 100’000 Mitarbeiter der in der Schweiz ansässigen Banken, darunter noch einige aus beruflichen Gründen tief verunsicherte Schweizer, sind längst keine Stammkunden der SRG mehr. Die wachsende Zahl der grossen „International Community“ mit Menschen aus 200 Ländern der Erde, die vor allem in Basel, Genf, Lausanne und Zürich angesiedelt sind, zählen zu den besser verdienenden Einwohnern des Landes. Sie haben keine Stimmrechte, interessieren sich nicht für die SRG und erziehen ihre Kinder in englischer oder spanischer Sprache.

Das gilt auch für die Mehrzahl der Studenten an den Eidgenössischen Hochschulen und an den Universitäten, die vom einfachen Schweizer Büezer finanziert werden. Im Gegensatz zu ihnen ist die Intelligenz in den globalen Medien unterwegs.

Getragen wird die SRG von alten Menschen, die Sehnsucht nach der Vergangenheit haben, und von solchen Bündnern, die nur eine Auslandreise kennen: die nach Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Dieses treue Schweizer Volk, das werktags ab 17 Uhr und sonntags gleich nach dem Lunch die Couch bezieht, um dort während der Sportsendungen einzuschlafen, hat der SRG jene Rechtfertigung gegeben, auf welche sie sich im Kampf gegen „No Billag“ beruft.

Dazu kommen die gebildeten solidarischen Schweizer, jene Vertreter des anspruchsvollen Bürgertums, die zwar vorzugsweise Arte sehen, aber die Notwendigkeit eines Schweizer Trost- und Unterhaltungssenders nicht bestreiten.

Die jetzige SRG hat sich zu einem Monster entwickelt, deren Mitarbeiter sich in der Endphase unter Generaldirektor Roger de Weck in grenzenloser Überheblichkeit die teuerste TV-Anstalt Europas leisteten. Während in der Schweiz der Normalbürger jährlich eine Sondersteuer von 450 Franken für das Staats-TV zahlt, sind es in Deutschland nur 245 Franken, in Frankreich 161 Franken und in Italien 105 Franken pro Jahr.

Bei 6’000 Mitarbeitern fallen die Personalkosten ins Gewicht. Redaktionsleiter der SRG-Sender verdienen von 124’000 bis 153’000 Franken pro Jahr. Ein Jungredaktor beginnt bei 90’000 Franken jährlich; zum gleichen Preis kaufen die Konzerne die besten MBAs der Welt ein.

Der jüngere, intelligentere und fortschrittliche Teil der Schweizer Bevölkerung ist mit dem Angebot der SRG so wenig zufrieden wie der bekannte Publizist Roy Oppenheim, ein langjähriges SRG-Kadermitglied. Oppenheim verlangt private Sendefenster auf den SRG-Kanälen. Mit ihm teile ich die Auffassung, dass die selbsternannten SRG-Scharfrichtersendungen mit Sandro Brotz und Roger Schawinski einem Staatssender nicht angemessen sind.

Die Kunst, elegante und eloquente Kritik zu üben, kann nicht in rhetorischen Blutbädern enden, wie die beiden Vorgenannten dies praktizieren. Hier hat auch die Aufsicht von TV-Direktor Ruedi Matter versagt.

Erschreckend sind auch die schwachen Leistungen in der Inlandberichterstattung. Die abendliche Börsenberichterstattung ist ein Witz, die Wirtschaftssendung „Eco“ ein Programm mit wenig Tiefgang. Bei aller Abhängigkeit des Senders vom Bundesrat kann es nicht sein, dass über Jahre hinweg ein erkennbar gescheiterter Bundesrat Didier Burkhalter wie ein Popstar gefeiert wird.

Dieses Totalversagen der SRG-Berichterstattung in Sachen EU-Politik der Schweiz, wie es vom global anerkanntesten Schweizer Juristen, dem langjährigen Präsidenten des EFTA-Gerichtshofs in Luxembourg Carl Baudenbacher zu Recht gegeisselt wurde, soll nun sogar noch fortgesetzt werden. Mehr Mut, möchte man der neuen SRG zurufen.

Wenn „No Billag“ am 4. März verliert, was heute angenommen werden darf, liegt dies am gewaltigen PR-Aufwand, den die SRG-Generaldirektion auszulösen half. Eines der erfolgreichsten Instrumente schuf sie gleich selbst: Andrea Hemmi, die SRF-Kommunikationschefin, setzte „Hallo SRF!“ in Gang, ein Kommunikationsprogramm mit vielen Gesichtern.

Im Sommer 2015, als man das wachsende Unverständnis im Volk zu spüren bekam, begann dieses erfolgreichste PR-Programm in der Geschichte der SRG. Fernsehdirektor Ruedi Matter stellte sich zur besten Sendezeit auf den Bildschirm. Da er kein TV-Mensch ist, sondern mehr dem Radio verhaftet ist, blieb Kritik nicht aus, aber „Hallo SRF!“ wurde mit zahlreichen weiteren Auftritten und Veranstaltungen ein Grosserfolg. Das Schweizer Volk sah, hörte und besuchte „seinen“ Sender. Dem hatten die Gegner nichts entgegen zu stellen.

Noch wichtiger war der Einsatz von Bundesrätin Doris Leuthard, die als „Mutter Teresa vom Leutschenbach“ ihre schützende Hand über den Staatssender hält. Sie ist es, die mit ihrem Einsatz eine zu Beginn drohende Niederlage der SRG an erster Stelle mit zu verhindern half. Als sie dann noch die Jahresgebühr auf 365 Franken zu senken hiess und in Aussicht stellte, sie könnte auch noch niedriger werden, hatte „No Billag“ verloren. Der Wind drehte in Richtung: „Dies können wir uns noch leisten“.

Doris Leuthard hat ihren Busenfreund aus der CVP, Jean-Michel Cina, der im Wallis als Staatsrat zu versauern drohte, auf den Posten des SRG-Präsidenten wählen lassen. Dieser, es immer gut meinend, immer eifrig, wenn es um die eigene Karriere geht, wagte sich in Roger Schawinskis Spätabendsendung, wo er sofort von dem Mann zertrümmert wurde, der für sich in Anspruch nimmt, keiner könne es besser. Seither war vom SRG-Präsidenten nichts mehr zu sehen und zu hören; die eigenen PR-Strategen zogen ihn zurück.

Nach dem 4. März werden wir eine tief verunsicherte SRG haben. Sie muss zurück in die alten Stellungen. Gleichzeitig drohen die ausländischen TV-Sender, die bereits einen Marktanteil von rund 70% haben, noch tiefer in die Schweiz einzudringen. Die Fernseh- und Radiodirektoren müssten eine starke Schweizer Botschaft entwickeln, um die eigenen Leute bei der Stange zu halten. Das können sie so wenig wie der Bundesrat mit seinen Chefbeamten.

Eine neue SRG müsste zur Anlaufstelle werden, wo Schweizerinnen und Schweizer, die selbst tief verunsichert sind, sich Rat und Tat erhoffen.

Ob die TV-Anstalt dies schafft?

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40 Kommentare zu “SRG-Pyrrhussieg – zwischen Chaos und neuer Ordnung

  1. Das Dumme an der ganzen Sache ist, dass die Wähler so oder so verlieren: Nehmen wir die No-Billag Initiative an, dann haben wir nur noch Werbefernsehen wie wir es von den Privatsendern kennen. Lehnen wir die Initiative ab, dann wird das Schweizer Radio / Fernsehen sagen: „Das Volk hat abgestimmt und es will so ein Schweizer Radio / Fernsehen, wie wir es haben“ und nichts wird sich ändern.
    Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das Wort „sparen“ nicht zum Wortschatz des SRF gehört.
    Was die Löhne angeht, so sind diese Durchschnittswerte lediglich die offiiziellen Zahlen. Nicht erwähnt wird, dass viele SRF-Angestellte nur Teilzeit fest angestellt sind und ansonsten als Freelancer für das SRF arbeiten und dabei nicht selten das 3- bis 4-fache ihres Fixlohnes der SRF in Rechnung stellen.

  2. Lieber Klaus Stöhlker
    Ja, ich bin auch ein Alter und gucke die Tagesschau, will sie auch weiterhin haben. Sie darf sich neben ARD, CNN oder gar Fox durchaus zeigen, vom Werbegequassel vieler anderer nicht zu reden. Alle aber sind noch immer besser als was das konfuse NETZ anbietet, ausser man hat Zeit. Wer hat die schon? Was zum Teufel soll man denn tun? Zeitung lesen? Tue ich, und was noch?
    Ihr Albert Fischer

    • Lieber Albert Fischer,
      Du bist ein kluger Kopf (geblieben). Daher antworte ich gerne wie folgt:
      – Wer die Schweizer Politik verstehen will, muss neben DRS die NZZ, den Tagi, die Weltwoche, die Basler Zeitung als Mindestdosis lesen.
      – Wer die Schweizer Wirtschaft verstehen will, die gleichen Zeitungen und Zeitschriften, dazu die Finanz & Wirtschaft, die Handelszeitung, „Bilanz“ sowie eine Fülle von Fachmagazinen.
      – Wer die Schweizer Kultur verstehen will, findet heute wenig Substanz, vor allem im Hinblick auf die Hochkultur. Ansätze bieten NZZ, Tagi und Weltwoche. Der Rest ist Chrüsimüsi, das man sich zusammensuchen muss,
      – NZZ am Sonntag und SonntagsZeitung sind gut, Blick am Sonntag ist wieder besser, aber meist Unterhaltung für das „bescheidenere“ Volk,
      – Für den grossen Überblick wichtig sind unbedingt: Financial Times, Frankfurter Allgemeine, Le Monde, Economist, dazu viele andere, auch Fachmagazine wie Foreign Affairs oder „Lettre“, das Weltkultur vermittelt.
      Wer das nicht schafft, kann nur ahnen, wie die Welt wirklich aussieht und bewegt wird.

  3. Man muss sich die ganze Argumentation der NoBillag-Gegner mal in Ruhe vor Augen führen.
    1. „Man muss eine unabhängige Berichterstattung gewährleisten.“
    Diese Aussage ist nicht nur unsäglich arrogant, sondern auch grenzenlos dumm. Oder welches Menschenbild haben die Gegner, dass sie der CH-Bevölkerung nicht zutrauen, sich via Printmedien, Internet oder anderen TV-Sendern sich ein ausgewogenes Bild der Welt und der Geschehnisse zu machen?
    2. „Wir wollen kein von Privaten dominiertes TV à la Blocher-TV.“
    Das mag sein, aber im Gegensatz zu den Gegnern überlassen es die Befürworter jedem anderen, selber zu entscheiden, was er/sie schauen will oder eben auch nicht. Auf jeden Fall werden sie nicht gezwungen, dieses Privat-TV zu finanzieren. Und: wieso haben wir keine staatlichen Printmedien? Nimmt dieser Staat tatsächlich in Kauf, dass sich der kleine Mann von der Strasse ohne solche ein realistisches Bild der Welt zeichnen kann?
    3. „SRG sichert den nationale Zusammenhalt.“
    Wenn dem so wäre, bräuchte es konsequenterweise den NFA nicht, oder? Nur weil ich weiss, dass ein Puschlaver oder Jurassier zur selben Zeit 10 vor 10 schauen kann, verbindet mich das nicht ein Jota mehr mit diesen Leuten. Auch „mini Beiz, dini Beiz“ schafft das nicht, oder „Wilder“. Also was soll der Mist?
    4. „SRG hat den Auftrag zu Service publique.“
    Definiere bitte jemand diesen schwammigen Begriff! Gehören Volksmusik oder Sport, Kochsendungen oder Quizshows zum verfassungsgemässen Auftrag? Mit welcher Argumentation? Natürlich, es gab auch schon Anstrengungen, Grosseltern das Hüten ihrer Enkel ohne vorangehende Ausbildung zu verbieten oder wird aktuell darüber in Bern debattiert, ob unter 18-jährige in ein Solarium dürfen. Wessen Geist solche Ideen sind, unterstützt sicher jede Art von Sendung als Service publique. Liberalen, weltoffenenen Menschen hingegen ist derartige gedankengut ein Graus!
    5. „Auch Privatsender würden verschwinden!“
    Darüber kann man streiten. Tatsache ist, dass die SRG jede privatrechtliche Radiostation kurz nach deren Auftauchen mit einem ähnlich oder identisch gelagerten Modell konkurrenziert. Nur Kolchosendenken verhindert die Einsicht, dass staatlich subventionierte Sender solche privaten Initiativen abwürgen und aus dem Markt drängen, da finanziell nicht überlebensfähig angesichts der ungleichen Spiesse. Beispiele: Zuerst gab es Radio Eviva, dann kam die SRG mit Musikwelle. Radio Virus war die Antwort auf Radio 105, DRS 3 die Antwort auf Radio 24 und so weiter.

    Nachdem früher die einzige Partei, die NoBillag unterstützt, dauernd als „Neinsager-Partei“ diffamiert wurde, sind es heute die linken und Pseudo-Mitte-Parteien, die sich dieses Label ans Revers heften dürfen: MEI nein, PFZ nein, Selbstbestimmung nein, NoBillag nein.
    Kurz: Freiheit und Selbstverantwortung: NEIN!
    Deshalb ein deutliches JA am 4. März!!!

  4. Ein kritisch argumentierender Georg Kreis ist mir tausendmal lieber als die Rundumschläge eines im Nebel herum stöhlkernden Polemikers.

  5. Arte ist das beste. Der ganze Rest kann abgeschaltet werden. Dann braucht es auch keine Steuer mehr. Eben: die Schweiz existiert nicht.

  6. Wie ein Gläschen Prosecco… perlende Unverbinlichkeit und zur Sache kommt KJS bloss dort, wo er Zeitgenossen lustvoll eines ans Schienbein knallt.
    (Ich mag ihn trotzdem)

  7. Caro Enrico
    Falls Du noch eine Lektüre brauchst zur „no Billag“ – das werde ich wohl kaum mit Peter S. diskutieren können…..
    Saluti Gianpiero

  8. Auch wenn die Initiative sehr wahrscheinlich abgelehnt wird musste ich doch herzhaft lachen bei diesem treffenden Artikel. Das Anekdötchen mit Vaduz allein ist schon der Knaller!
    Danke für den Artikel!

    • Wir Bündnerinnen und Bündner müssen eben nicht ins Ausland, weil die ganze Welt zu uns nach Arosa, Davos,
      St. Moritz kommt. GR = The place to be!

    • @ Flurina: St Moritz = GR?
      Wenn es noch einen Beweis für KJS Aussage gebraucht hätte, dann diesen….
      Ich lach mich schlapp!

  9. Interessanter Artikel. Zur Ergänzung noch die staatspolitische Dimension:
    Im April 2015 hat das Bundesgericht festgestellt, dass die sogenannte Gebühr eine hoheitlich erhobene Abgabe (sprich Steuer) sei. Im Zuge dieser Feststellung erhielt der Kläger die unrechtmässig bezahlte Mehrwertsteuer zurück (Steuer auf einer Steuer). Wir alle andern erhielten vom Bund nichts zurück, der sitzt das Unrecht einfach aus.

    In der Schweiz bestimmt der Souverän über Steuern und dessen Höhe und nicht die Politiker und Frau Leuthard.

    Die Mitarbeiter der SRG zahlen keine Billag-Steuern. Welcher andere Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter von Steuern befreien?

    Wohlgemerkt, das alles hat nicht die SRG verbockt und zu verantworten, sondern die Politik (Bundesrat und Parlament).

    Es ist Zeit, dass wir, der Souverän, hier Ordnung schaffen und dieses Finanzierungsmodell an der Urne hinweg fegen. Wir geben so der Politik und dem SRG Management den Auftrag, ein rechtmässiges Finanzierungsmodell zu entwickeln. Sollten dann die Politiker der Ansicht sein, dass die SRG Bundesgelder empfangen soll für ihren Service Public (so wie viele andere auch, z.B. die Postauto AG), so kommt das aus der Bundeskasse. Dort ist genügend Geld vorhanden.

    • Grüezi@Herr Thomas Lehmann,

      Mir machen solche Beiträge immer Mut!

      Ich finde das bewundernswert und wünsche dem Forum viele solche Beiträge.

      Danke.

      Sie grüssend

    • Differenzierung ist grundsätzlich gut, hier aber etwas irreführend.

      – Wenn das Volk nicht macht entscheidet sehr wohl die Politik über die Steuern.

      – Wenn Sie an der Parlaments-Wahl teilnehmen legitimieren Sie dieses System auch explizit.

      – Die SRG hat sehr wohl Versäumnisse. Sie betreibt Staatspropaganda und bricht das Gesetz.

      Wer bestimmt denn die Führung der SRG?

      Jeder sieht, dass die SRG ein politisches Organ ist.
      So muss man dies auch zusammen betrachten und wie Sie sagen an der Urne dieser Propaganda eine klare Absage erteilen.

      An Umfragen von SRG und anderem dem Staat nahestehenden und von ihm abhängigen Medien kann man nicht trauen.
      Es ist viel knapper als die den Wählern glauben machen wollen.

  10. Eigentlich geht es ja nicht darum, ob die SRG gut ist oder schlecht.
    Es ist grundsätzlich falsch, dass wir ein Staatsfernsehen haben (wie haben wir doch über die verdammten Kommunisten gelästert, zu recht!). Wenn wir jedoch meinen, wir müssten ein Staatsfernsehen haben, dann bitte hochoffiziell aus Steuermitteln finanziert, so dass es der parlamentarischen Kontrolle untersteht, wie die VBZ etc.
    Die Lösung mit einer speziellen Gebühr ist eigentlich verfassungswidrig und volkswirtschaftlich schädlich. Bei der Einführung der Gebühr war nur jeder zur Zahlung verpflichtet, der auch einen Fernseher oder eine Radio hatte. Das machte logisch noch Sinn. Das ist längst vorbei, heute muss jeder zahlen, auch wenn er beweisen könnte, dass er den Service nie bezieht.
    Haben wir wirklich so wenig Vertrauen in die Freiheit, dass wir alle zur Finanzierung eines Staatsfernsehens zwingen wollen und dazu noch mittels einer ineffizienten Lösung mit einer speziellen Gebühr mit allen administrativen Zusatzkosten (anstatt Steuern)?!
    Die Alten, die glauben, die SRG erhalten zu müssen, sollten sich endlich hinterfragen, was sie eigentlich verteidigen wollen, die Freiheit oder die überbezahlten Arbeitsplätze, resp. politischen Pfründe.

  11. Leider getrauen auch Sie sich nicht, Herr Stoehlker, die Wahrheit zu nennen, wenn es um ein Ja für No Billag geht. Es geht im Grund nicht um den Schrott, den die SRG den Zuhörern und Zusehern zumutet, sondern um die versuchte Neuausrichtung der SRG. Was effektiv anzustreben ist, ist die linksextreme populistische dauerende Infiltration und Brainwash der Konsumenten zum verschwinden zu bringen. Eigentlich müssten die meisten Moderatoren und Verantwortlichen ausgetauscht werden. Nur so kann eine neue SRG, klein oder gross, endlich ihren Auftrag erfüllen, indem sie neutral berichtet. Wenn man all die Linken aussortiert, dann bleibt ein vernünftig grosses Konstrukt, dass qualitativ hochstehend und neutral die Medienlandschaft CH erfreut. Aber wahrscheinlich ist dies Wunschdenken und die Linksextremen und dummen Mitläufer bleiben an der Macht.

    • Er schreibt wenigstens Beiträge mit Inhalt, was man von Ihnen nicht unbedingt behaupten kann.

    • Aha, sooo….
      Also ich empfange von Swisscom-TV welches ich wegen dem Netzanschluss habe, ca. 100 Sender, von denen ich nur 5 überhaupt schaue.
      Meist sehe ich mir Dinge aus den USA an, Yukon Gold, oder dergleichen, weil die Menschen zeigen die Arbeiten und ihr leben aktiv bestimmen, sowas gefällt mir.

      SF-DRS kommt in meinem Programm kaum noch vor, Tagesschau habe ich aufgegeben, belügen kann ich mich auch selber. Broz, also dem seine verlogene Indoktrination,….Nein danke.
      Aber auch wenn No-Billag angenommen wird, SF-DRS wird nicht einfach verschwinden, aber sie müssen dann endlich anfangen, ein Programm für die Zuschauer zu machen.
      Die 100 anderen Sender die ich empfange, müssen das auch.
      Weg von Zwangs-Subventionsriesen mit seinen Privilegien …..zum Arbeiter am Markt.

    • Grüezi@Walter Roth,

      Sehen Sie, man muss unterscheiden zwischen dem, was einem die tägliche Erfahrung sagt und dem, was die theoretische Vorstellung ist, die deswegen gepflegt wird, weil diese von mehr oder weniger „Berufenen“ vorgetragen wird.

      Ich habe keinen Fernseher, aber muss zahlen. Sie müssen entweder auswandern oder obdachlos werden, erst dann müssen Sie nicht mehr zahlen. Auch wenn Sie Fernsehen oder Radio nachweislich nicht nutzen, müssen Sie zahlen. Ist an diesem Zustand die SRG schuld? Seit 3-4 Jahren erleben die Mainstream-Medien einen noch nie dagewesenen Glaubwürdigkeitsverlust und somit einen Kontrollverlust über die veröffentlichte Meinung. Die Medienbesitzer haben das inzwischen natürlich ebenfalls erkannt.

      Gestern habe ich Ihnen neben an einen interessanten Link gepostet. Haben Sie es gelesen? Wir müssen uns verabschieden von rechts vs. links Debatten und uns ergebnis offen der Sachlage widmen.

      Sie grüssend

  12. Bei dieser ganzen Sache geht es einzig um Politik. Die Linke bestehend aus SP, Grün, CVP und linken Teilen der FDP wollen weiterhin flächendeckend erklären, wie die Welt funktioniert. Ohne diese Plattform hätten sie einen schwerden Stand. Die Heimatverbundenheit die SRF plötzlich verbreitet, ist vorgespielt. SRF will uns mit der SP zusammen in die EU führen und mit Migranten überschwemmen.

    • „Die Heimatverbundenheit die SRF plötzlich verbreitet, ist vorgespielt.“

      Genau, die politischen Auftraggeber der SRG haben richtig erkannt, dass sie Stimmen von „Rechts“ brauchen um einen glaubhaften Abstimmungssieg einzufangen.

      Daher die Sendungen von Schwingfesten, ausgedehnte Sportübertragungen (und ein paar Musikshows für die Jungen).

      Man muss sich auch klar sein, dass die CVP – in deren Hand sich die SRG befindet – sich in allen wichtigen Fragen mit der SP, GPL, FDP und Grünen einig ist.
      Diese Abstimmung ist ein weiterer Mosaikstein dafür.

    • @Weber. Vorsicht mit solchen Aussagen, sonst müssen Sie am Ende noch Lotto spielen gehen, mit den letzten 15 Franken.

  13. Sehr geehrter Herr Stöhlker. Ich habe es auch nicht so mit den hiesigen Eliten. Aber das, was Sie geschrieben haben, ist gemein. Ich gehöre auch zu den Alten, die noch die SRG-Angebote nutzen. Zu den Alten, welche Sie als nicht global, wenig agil, nicht kosmopolitisch und dumm bezeichnen. Tatsache ist, dass die SRG nicht mehr wie ein Monolith weiterexistieren kann. Reformbedarf gibt es. Der Markt ist aber nicht das Allerheilmittel. Schon gar nicht in den Medien. Der Politfilz und die Kopfnickergremien müssen ersetzt werden. Ich ziehe aber die SRG einer Web-„Netflix“ oder einem Radio Sunshine vor. Internet ist eh nichts anderes als Ueberwachung, Bewertung und Schubladisierung. Ein Daten-Bumerang, welcher uns einmal frontal trifft.

    • Lieber Beat Sieber,
      alt zu sein, ist keine Schande. Aber alt zu sein, um sich nur an das Alte zu klammern, dient niemand. Die Schweiz muss sich verjüngen. Derzeit machen dies nur wenige Schweizer, aber viele Ausländer, vor allem in den grossen Konzernen. Die Sender der SRG veherrlichen eine Schweiz, die jede Woche mehr verschwindet.

    • Die Alten haben die Schweizer Wirtschaft gross und stark gemacht. Sie haben globale Konzerne mit Niederlassungen auf der ganzen Welt aufgebaut. Sie sind mindestens so intelligent und fortschrittlich wie Junge und Immigranten, die sich ins gemachte Nest setzen können.

    • Liebe Frau Abt,
      natürlich haben die alten Schweizer, die ich hoch verehre, Grosses geleistet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die allermeisten heute Alten nicht derart initiativ waren.

  14. Ich schlage bei solchen Gelegenheiten immer vor, den Staatsrundfunk zu verschlüsseln, so daß nur noch tatsächlich interessierte und zahlende Decoderbesitzer an dem Programm Anteil nehmen.

    Wahrscheinlich wird dieser Vorschlag der sozialen Dimension der staatlich geschützten Propagandawerkstatt nicht gerecht.

    • Lieber Walter Roth,
      Sloterdijks „Kritik der zynischen Vernunft“ ist heute aktueller denn je. Gerade die urbanen Eliten sind in den letzten 20 Jahren zynisch geworden. Damit verdecken sie ihre Machtlosigkeit. Die Sender der SRG verdecken in hohem Masse die Fehler, welche bei uns von den Parteien und dem Staat gemacht werden. Wer die Fehler dennoch erkennt, wird leicht zynisch. Tun Sie es nicht.

    • Keine Sorge Herr Stöhlker………

      …..nachdem die Linken mich seit 20 Jahren abwechslungsweise als Nazi oder dumpfes Gemüth hinstellen, habe ich mir die Haut eines Büffels zugelegt.

      Also ich hoffe die Billag fällt, wenn nicht dauerts halt nochmals 5 Jahre länger bis zum genau selben Resultat.

      Ich selber bin seit Jahrzehnten immun gegen den Unsinn den die Ideologen mir eintrichtern wollen.
      Aber was zur Zeit läuft, davon dachten wir in der Euphorie nach 1989 einmal, dass es nun Vergangenheit sein könnte……..
      Was die Schweizer Rundschau und dieser dubiose Typ da, Broz heisst er, uns verklickern will, also das dachten wir einmal, sei in der DDR Standard, aber nicht bei uns.
      Die letzte Arena, also dieser arrogante Dummkopf, Projer meine ich, da tun mir die 360 Franken pro Jahr echt weh.

      Am 6.12.017 die Rundschau mit Simonetta Sommaruga, dabei nur 2 Moderatoren, Wille und Broz und beide benahmen sich wie Teenager vor ihrem Pop-dol.
      Sie hingen geradezu an Sommarugas Lippen und fragten Dinge……. auf die diese wohl seit Wochen die Antworten auswendig gelernt hatte.
      Ein Meilenstein an Desinformation im SF-DRS.

      Noch nie seit den über 40 Jahren, in denen ich mich für Politik interessiere, war die Manipulation / Indoktrination in den Schweizer Medien so offensichtlich.

      Und so offensichtlich am Volk vorbei……………..

    • @ Telefonrundspruch……………
      .
      Sie schlagen vor die Sender zu verschlüsseln.

      Ja das wäre eine gute Sache, denn dann würde SF-DRS wenigstens einem gut Teil der Schweizer nicht mehr mit ihren Fake-News auf den Keks gehen.
      Das wäre ein guter Anfang zu einer gesünderen Schweiz.

    • Telefonrundspruch8, bei der Nennung dieses Namens wird mir ganz „warm ums Herz“, solange es diese Empfangsmöglichkeit gab habe ich sie benutzt und war stets zufrieden, besonders mit der Taste 1 hatte man 24 Stunden Musik easy-going im aller besten Sinne, klar und ohne störende Empfangsgeräusche. Sollte man eigentlich wieder anbieten, ich wäre dabei !

  15. Wir haben die einmalige Gelegenheit, uns am 04. März von einem Zwangsgebühren finanzierten Imperium zu verabschieden.

    Typischerweise wird bei den Gegnern der Abstimmung wie immer mit Angst operiert, dass wir bei Annahme der No-Billag die CH Radio- und Fernsehlandschaft verlieren werden!

    Nein, wir schaffen lediglich die Zwangsfinanzierung des öffentlichen CH Fernsehehens und -Radios ab, und haben dann die Möglichkeit, neue öffentliche Medien zu installieren, die auch tatsächlich „unabhängig“ und wahrheitsgetreu Bericht erstatten, und auch keine Mitarbeiter in der Teppichetage beschäftigen, die das doppelte Einkommen kassieren wie ein Bundesrat…! Die Qualität wird steigen und die Kosten werden sinken…

  16. Herr Stöhlker…………….

    Ich bin sicher Putin mischt da mit, ……ja genau, der ist es.

    —————————-

    Wenn die SRG Zwangssteuer bleibt wie sie jetzt ist, dann werden die „Nullen“ dort nachher uns erklären …..der Putin wars.
    Wird sie abgeschafft, dann werden sie aber auch behaupten ….das sei er gewesen.

    Agitatoren wie Projer und Broz werden einen Schuldigen finden, egal jemand muss es gewesen sein.
    Klaro……. ist es dann halt die „Dunkel“-Schweiz von der SVP oder Mörgeli ? ….. zusammen mir Putin natürlich, versteht sich von selbst….(((-:

    • Wirklich herzerweichend, mit welch rührender Naivität die Stahlhelm-Fraktion unter Führung eines deutschen Willensschweizers endlich für „Wahrheit“ und „Objektivität“ in den eidgenössischen Medien sorgen wird.

      Und das mit Tiefgang.