Zeno Staub, der grosse Herr im Hause Vontobel

CEO hält Familie mit mehr Dividende bei Laune – Vertreibt alle starken Leute – Wertedebatte mit Affen und Machtwort.

Zeno Staub hat uneingeschränkte Macht bei der Bank Vontobel. Der CEO kann schalten und walten, wie es ihm beliebt.

Die Familie Vontobel als Mehrheitsbesitzerin lässt dies zu. Sie freut sich über ihre jährlichen Dividenden, lässt sich von Staub in Gremien einspannen und kümmert sich um Eigenes.

Für Staub die perfekte Welt. Er muss nur immer schön Gewinne erwirtschaften. Dann sind alle happy, die ihm gefährlich werden könnten.

Heute früh war es wieder mal soweit. Staub und seine Bank Vontobel publizierten einen Gewinn von gut 200 Millionen Franken für das zurückliegende Jahr 2017.

Das sind zwar über 50 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Doch „adjustiert“ spricht Vontobel von einem Plus um gut 10 Prozent.

Also kann Staub auch die Vontobel-Familien befriedigen. Für sie gibt es 20 Rappen mehr Dividende pro Aktie.

Teile und herrsche. Der immer noch junge Zeno Staub hält sich ans Leitmotiv der römischen Imperatoren.

Wie das geht, machte Staub kürzlich vor. Er schickte den Chef der US-Vermögensverwaltung in die Wüste.

Dieser habe gegen die Vontobel-Werte verstossen, meinte ein Sprecher. Eine Todsünde im Reiche von Zeno Staub. Superboni und interne Sex-Affären sind kein Problem, Treuebruch aber führt zur Höchststrafe.

Es ist nicht der erste Fall. In den letzten Jahren verliess ein hoher Assetmanager die Familienbank und heuerte bei einer kleinen Zürcher Boutique an.

Ebenso ging der Chefjurist von Bord, der querbeet für seine Leistungen gelobt wurde; insbesondere im Fight gegen die Raiffeisen unter der damaligen Führung von Pierin Vincenz, die mit einem Sieg für Vontobel endete.

Und auch der oberste Kommunikationsmensch hat der Vontobel-Bank den Rücken gekehrt.

Sie alle hatten von ihrer Aufgabe her oft direkt mit Zeno Staub zu tun. Sie alle entschieden sich früher oder später, sich von Staub zu trennen.

Zeno über alles, so die Lage bei der Vontobel. Das kann noch viele Jahre andauern. Die Familie frisst ihrem CEO aus der Hand, unliebsame Manager werden über Nacht aus dem Büro spediert.

Umgekehrt drängt es Staub auf die angelsächsisch dominierte Weltbühne. In einem Interview sagte er der Financial Times kürzlich, dass er seine Angestellten in „exciting“ Banker verwandeln möchte.

Die von Staub von oben verordnete Wertediskussion kommt in der Bank nicht überall gleich gut an. Einige finden sie scheinheilig und verweisen auf junge Mütter, denen der Lohn gekürzt würde.

Auch der neue Auftritt gibt zu reden. CEO Staub entschied sich für einen Affen mit fletschenden Zähnen als Werbesujet. Passend zu „exciting“ und der internen Wertedebatte?

In einem Imagefilm treten Vontobel-Angestellte und Vertreter der Familie im Verwaltungsrat auf. Die Aussagen wirken rosa gefärbt und passen nicht zum aggressiven Affen.

Und dann ist da noch Hans Vontobel. Der verstorbene Patron wird von Zeno Staub gern als Vermächtnis genutzt, als Schutzherr der Werte der Familienbank.

Auf der neu gestalteten Homepage der Vontobel-Bank taucht weit oben ein Aufsatz von Hans Vontobel auf. Der grosse Patron zeigt sich darin als uneigennütziger Stifter.

„Meine Einstellung zum Geld ist offen und unverkrampft. Wahrhaft bereichernd ist es vor allem dann, wenn man Geld so ausgibt, dass es anderen einen Nutzen verschafft oder eine Freude bereitet.“

Eine Aussage, die zu den hohen Boni von CEO Zeno Staub, seinen engsten Mitstreitern in der Geschäftsleitung und zum Honorar von Vontobel-Präsident Herbert Scheidt wie die berühmte Faust aufs Auge passt.

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23 Kommentare zu “Zeno Staub, der grosse Herr im Hause Vontobel

  1. Die Bank VT zieht die Kunden reihenweise über den Tisch.
    Die VT Optionen werden manuel und immer zu Ungunsten der Kunden angepasst. Wenn es für den Kunden interessant wird, wir der Kurs der Option nicht angepasst, in der Hoffnung es gehe wieder in die andere Richtung. Wie lange schaut die Börsenaufsicht hier noch zu?
    Ich glaub mit jagt ein Affe!

  2. Kurzfassung des Artikels:

    Alle, die Staub als direkten Vorgesetzten haben, machen sich früher oder später aus ebenselbigem …

  3. Die Wahrheit zu Zeno Staub ist, dass er sich für die Bank enorm ins Zeug legt. Er besucht Kunden en masse und unterstützt seine drei Divisionen wo es nur geht. Dass gewisse Leute – auch wegen ihm – die Bank verlassen haben, ist so. Doch der Bank hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Zeno, mach weiter so.

    • @Ein Chrampfer
      „enorm ins Zeug legt“? Aber hallo! Das ist doch sein Job! Dafür bekommt er seinen hohen Lohn!

  4. Junge Muetter sollen zuhause ihre Kinder betreuen; dann koennen sie sich nicht mehr ueber den gekuerzten Lohn beklagen. Den Kindern wuerden sie damit einen grossen Gefallen erweisen.

    • Die Vontobel-Policy junge Mütter nach dem Miutterschaftsurlaub sofort zu kündigen ist mies, charakterlos und unverantwortlich. Schämen Sie sich Herr Staub und sämtliche Manager.

    • HR von Vontobel ist nur eine Vollzugsbehörde. Die Entscheidungsträger sind die MDs. Was sie sagen setzt HR um. Egal wie asozial.

  5. Der anhaltend gute Geschaeftsgang und Gewinn der Vontobel gibt Zeno Staub recht und rechtfertigt auch seine Personalentscheide. Da kann der HH (haessige Haessig) noch so lange den Pfau auf der leeren Guetslibuechse machen. Er hat bei der, ach so gehassten Vontobel, immer die “2” am Ruecken!

  6. Staub ist wie Tuchel beim DSV Dortmund. Nicht besonders sexy und auf den ersten Blick überbezahlt. Erst wenn sie ihn feuern, werden sie sehen, wie verdammt gut er war.

  7. Ein CEO der seine Bank im Griff hat. Seinen Aktionären, unter anderem der Familie, gute Dividende ausschütten kann, wo andere das erwirtschaftete Geld für Bussen bei diversen Staaten abliefern.
    Hmm, ja da muss etwas wirklich nicht normal ablaufen. Glückliche Aktionäre sind eine Seltenheit im Banking und daher muss man da genau hinschauen und über Lappalien schreiben.
    Ah ja, Affen in der Werbung und sauberes Banking nicht nur als Lippenbekenntnis. Das muss es sein!
    Jetzt kommen natürlich die Spezialisten mit Hoeness und sonstigen Miniskandalen. Die meisten waren vor der «Staub Herrschaft».
    Well done Vontobel. Weiter so. Werde meine VT Aktien behalten, trotz den Affen

    • Die versteckten „Raffinessen“ der Hoeness-Sache sind kaum als „mini“
      zu bezeichnen, wenn man noch die Rolle der Finma in Betracht zieht, die freundlicherweise „alles (Un)Mögliche“ nach München weiterleitete.
      So wurden u.a. Serien von Intraday-„Geschäften“ mehrere Wochen nach der Selbstanzeige plötzlich als „steuerfreie Swap-Strategien“ deklariert, von denen allerdings die Termin-Abrechnungen nie vorgelegt wurden …….
      Hoffentlich haben sich Staub und Scheidt bei Mark Branson bedankt für die eher fragwürdige Kooperation.

    • @Neidgenosse
      Gewinne und Renditen sind eins. Staub ist risikoavers, das hat halt manchmal Vorteile.

      Aber es ist heuchlerisch die Vontobel Werte zu zitieren um den einen zu spicken, umgekehrt aber Sexisten und anderen die Stange zu halten. Wie passt das mit den Werten der Bank zusammen? Oder anders gefragt, wie wichtig können die Werte dann wirklich sein?

    • @ Honeybutt
      Nicht wetten. Puts kaufen. Wüsste ich aber bessere Titel als VT.
      Dennoch viel Spass.

  8. Zero und seine Freunde könnten durchaus zu «exciting bankers» werden, sollten sie eines Tages die faulen und fehlenden Belege der «Münchner OLG-Affaire» erläutern müssen. Oder sollte man dann eher «excited» schreiben?
    Es gibt eben auch Banken, die ähnlich schräge Kompetenzen haben wie heutzutage die Post …..

  9. Ein seltener Dummschwätzer dieser Zeno. War er übrigens seit dem letzten Artikel über Vontobel mal beim Coiffeur? Oder ist ihm der auch davongelaufen? Einfach nur lächerlich, was sich alles so in den Teppichetagen rumlümmelt. Vor allem bei Vontobel.

    • „divide et impera“ wird korrekterweise mit „entzwei und gebiete“ übersetzt. mit gewinne untereinander aufteilen hat das reichlich wenig zu tun, das ist eine zwar gebräuchliche aber falsche übersetzung.

    • @ goethe wolfgang

      Gemäss Latein => Deutsch Wörterbuch:
      – dividere (Grundform): teilen, trennen, unterteilen, verteilen
      – imperare (Grundform): befehligen, beherrschen, erfordern, gebieten, herrschen über, den Oberbefehl haben

      Echt jetzt? Sie wollen uns wirklich glauben machen, „Teile und herrsche“ (in E übrigens „Divide and rule“) sei eine falsche Übersetzung von „Divide et impera“?!

      Wobei „divide“ wie auch „teile“ der Imperativ eines Verbs ist, „entzwei“ jedoch ein Adjektiv …

      Da brauchts wohl neben Nicht-Göthe-sein auch noch viel Nichtwissen und dazu auch ein kleines Quäntchen … ähm … Mut …