Unverkäufliche Prunk-Paläste von Pleitiers

Erlenbach-Villa von Vontobel-Star als „Hot Property“ in Financial Times, Schloss von Ex-Auto-König in Warteschlaufe.

Einst gingen Schlösser, Prunkvillen und Manager-Paläste rund um Zürich weg wie frische Gipfel. Tempi passati: Heute braucht es Extraefforts, nur um trotzdem nichts zu schaffen.

Eindrückliches Beispiel der Krise im obersten Häuser-Segment ist die Villa von Hans-Peter Bachmann, einem früheren Spitzenmann der Zürcher Bank Vontobel. Sie steht seit Jahren leer.

Das Terrassenhaus hoch über der „Goldküste“ in Erlenbach ZH müsste mindestens 17 Millionen einbringen. So hoch ist die Immobilie mit einer Handvoll Pfandbriefe bei Geldgebern belehnt.

Bisher scheiterte jeder Versuch. Das Konkursamt schaffte es nicht, das Haus zum Mindestpreis zu verkaufen: Keiner zeigte Interesse.

Nun versuchen Immobilien-„Haie“, die Hütte an den Mann zu bringen. Die Verzweiflung muss gross sein, sonst hätten die Makler die Villa nicht auf dem Hausportal des kleinen Manns, Homegate, ausgeschrieben.

Parallel dazu versuchen die Vermittler, Bachmanns Supergebäude einem reichen Ausländer unterzujubeln. Vor kurzem tauchte das Erlenbacher-Anwesen in der weltweiten Financial Times auf.

In der beachteten Beilage namens „Hot Property“ – heisse Häuser – erschien die Bachmann-Immobilie zusammen mit anderen eindrücklichen Anwesen.

Eindrücklich zumindest auf dem Papier. Kommentarschreiber meinten bei früheren Stories zum Thema, dass der lange Leerstand der Bachmann-Villa zu ersten Zerfallserscheinungen geführt habe.

Sicher ist, dass selbst die Maklerin in den Unterlagen festhält, dass die Böden im Aussenbereich saniert werden müssten.

Bei einem anderen „Hot Property“ eines einstmals superreichen Schweizer Wirtschaftskapitäns wird nun spannend zu beobachten sein, wie der Markt ganz oben im Real Estate-Geschäft noch spielt.

Die Rede ist von Rolf Erbs Schlossanlage am Bodensee. Erb ist einer der Sprösslinge des Erb-Autoimporteur-Imperiums, das mit lautem Krach zusammengebrochen war und zum Strafprozess führte.

Rolf Erb wurde zu Gefängnis verurteilt. Kurz vor dem Einrücken in die Zelle verstarb er.

Sein riesiges Anwesen liegt am Bodensee. Die zuständigen Instanzen, welche das Schloss mit vielen Nebengebäuden und einem direkten Zugang zum Wasser verkaufen müssen, wollen jetzt loslegen.

Der Kanton Thurgau hatte zuvor abgewunken. Die Behörde zeigte kein Interesse am alten Erb-Palast.

Nächste Woche soll die Villa offiziell zum Verkauf ausgeschrieben werden. Laut einer Quelle gebe es eine „riesige Warteschlange“. Der Insider spricht von 50 Millionen als anvisiertem Preis.

Am Verlottern, zumindest auf den Fotos, ist eine andere Erb-Liegenschaft im Raum Winterthur. Dort meldeten Medien jüngst, dass das einst stolze, nun aber herunter gekommene Erb-Haus für 3 Millionen über den Tisch gehen würde.

Aufräum- und Sanierungsarbeiten kämen dann später noch hinzu. Letztmals bewohnt war die Immobilie von Rolfs Vater Hugo bis zu dessen Ableben vor 15 Jahren.

Laut Blick blieb das entsprechende Verkaufsinserat 3 Monate im Netz; dann verschwand es plötzlich. Ein Käufer würde wohl die Villa mit den 13 Zimmern abreissen und etwas Neues im attraktiven Park erstellen.

3 Millionen fürs Land und eine Abbruchliegenschaft – noch weiss niemand von einem Deal.

Kommentare

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    • Was für Vorteile hat der, der dieses Haus kauft?

      Ähnliche Objekte gibt es in den ländlichen Gegenden von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein für teilweise gerade 1% der Kaufpreisforderung, bzw. vergleichbar renoviert um 5% der Kaufpreisforderung.

      Von dem restlichen, nicht in einer Immobilie investierten Kapital sollte man in ein bis zwei Jahrzehnten ein großes Vermögen erwirtschaften können.

      Dazu bedarf es im Grunde nur eines Internetanschlusses.

      Der Witz ist ja auch der, daß das Haus selbst für die Hälfte der Preisforderung noch kein Schnäppchen ist.

      Un dann nur ein mittleres Grundstück im lauten und überfüllten München.

  1. “Unverkäufliche Prunk-Paläste von Pleitiers”
    Frage: Wird Hans-Peter Bachmann als Pleitier gehandelt oder ist er das bereits schon?

  2. Die Liegenschaften von Erb sind wenigstens schön und haben Stil. Diese wird man für einen guten Preis verkaufen können, auch wenn potentielle Käufer dünn gesät sind. Das Haus von Bachmann dagegen wird garantiert nicht mal 3 Mio einbringen.

  3. Vorübergehend könnte man doch Flüchtlinge in diesen Luxusbauten wohnen lassen. Vor allem für Grossfamilien mit Mehrfachfrauen und vielen Kindern geeignet.

  4. Hätte ich 17 Millionen, würde ich mir in Hawaii ein Haus am Strand kaufen und mich zur Ruhe setzen, aber sicher nicht am Zürichsee ein Haus kaufen.

  5. Irgendein osteuropäischer Oligarch kauft die Hütten dann schon noch. Eignen sich ja hervorragend zur Geldwäsche in der Schweiz. Der Immosektor macht es eben immer noch möglich in der CH via Treuhänderkonti. Wird in Genf seit vielen Jahren exzessiv gelebt und Unsummen für Durchschnitts-Immos bezahlt.

  6. Das sind überhaupt nicht Pleitiers. Die Immobilen sind für diese Bonus-Manager bloss strategische Assets. Denn der Wertverlust wurde durch die Aktiengewinne weit mehr als kompensiert und ist in der Schweiz obendrein noch steuerfrei. Zudem sind diese Immobilien künstlich mit Hypotheken bis übers Dach belastet, sodass die Armen unter dem Strich gar keine Einkommenssteuer mehr bezahlen.

    Warum also dieses Erbarmen?

    Erbarmen wäre beim CH-Mittelstand angebracht, der durch unser Steuersystem systematisch ausgebeutet und durch die staatlichen Einzugs-Schergen noch gänzlich ausgeblutet wird: denn als Mittelständler ist Sparen wegen unserem Steuer-Abzocksystem zum Nullsummenspiel geworden.
    Was tun denn unsere Mittelstandspolitiker dagegen?

    • kath. konservative CVP, FDP, SP, SP: NICHTS !
      (Denn diese profitieren ja davon)

  7. Bei den 17 Millionen für die Bachmann-Villa die 1 vorne wegstreichen, dann kommen wir der Wahrheit näher. Die ganze Goldküste unterliegt im obersten Luxussegment einer massiven Blase, die in den nächsten 2-3 Jahren platzt. Kann garnicht anders gehen, aufgrund fallender Banken-Boni und Fixlöhne. Sobald jetzt noch die Zinsen wieder auf 3-4% steigen, sehe ich ganz schwarz für die ganzen in die Jahre gekommenen, teilweise maroden, Goldküsten-Paläste. Dann zahlen die Leute lieber 2-3 Mio. für eine grosse nagelneue Top moderne lichtdurchflutete Minergie Luxuswohnung als 20-30 Mio für so einen alten Kasten wie die Bachmann „Villa“.

  8. Ob ich jetzt das Poolchen in Erlenbach ZH unbedingt zum Leben benötige …. 5 Schwimmzüge und dann schon wenden? Ich weiss nicht. Kaufen wird das eh niemand, allenfalls (versuchen) zu finanzieren.
    Aber ein ist nettes Häuschen.

  9. Macht doch ein Alterspflegeheim für die Feudalherren des Gestern daraus. Von denen hats ja in der Schweiz genug. Pflegen lassen können sie sich dann von Robotern. So sind sie bei der Digitalisierung und Transformation mittendrin statt nur dabei.

  10. Die extrem ausladende, aber hässliche Protzhütte des Raiffeisen-Bruchpiloten Pierin Vincenz und seiner forschen Co-Bruchpilotin Nadja Ceregato in Niederteufen/AR am Stadtrand von St.Gallen wird sicher auch bald unter dem Investitionspreis verjubelt werden müssen…

  11. Die riesige Warteschlange besteht nicht aus potenziellen Käufern, sondern aus aktuellen Gläubigern. Aus der Summe der Forderungen (plus Zinsen/Kosten) ergibt sich auch der momentane Mindestverkaufspreis; aber wohl nicht mehr lange.

  12. Im wirtschaftlichen Umfeld der 50er bis 90er Jahre „lohnten“ sich Villen mit zeitgemäß großen Grundstücken noch als inflationsneutrale und steuerfreie Wertanlage schon wegen den rasant steigenden Grundstückspreisen infolge laufendem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42625935.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45547972.html

    Vierzig Jahre später wird aus groß klein und Weiterverkauf als Stockwerkseigentum:

    http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/Flick_Villa.htm

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/villa-flick-im-herzogpark-ein-luxusbunker-wird-geschleift-1.1948969

    https://www.tz.de/muenchen/stadt/bogenhausen-ort43345/heinz-binder-heimliche-herr-flick-villa-3594559.html

    https://www.tz.de/muenchen/stadt/abriss-einblicke-flick-villa-3141513.html

    Siehe auch den steuerfreien (!) Rekordgewinn vom Frankfurter Konsul Bruno H. Schubert:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42920252.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_H._Schubert

    Leider hatte dieser in der Folgezeit bei seinen Investments nicht mehr so ein glückliches Händchen, da sich sein Nachlaß heute in Insolvenz befindet:

    https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/cgi-bin/bl_suche.pl

    „Hessen“ „Frankfurt“ „Schubert, Rudolph Heinrich Bruno, Frankfurt am Main, 810 IN 1200/11 S-9-5“

    Heute ist es glücklicher, dieses Kapital flüssig zu haben, um es im Rahmen einer zukünftigen wirtschaftlichen Krise vergleichbar wie 2003 und 2009 dann in unterbewertete Unternehmensbeteiligungen investieren zu können.

    Dieses wirtschaftliche Basiswissen hat der selige Konsul mit dem verschenkten Geld bedauerlicherweise nicht weitergegeben:

    http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Bierkoenig-Geliebte-muss-ins-Gefaengnis;art675,779043

    Vergleichbar wird in Zukunft das Schubertsche Villengrunstück bebaut:

    http://www.fr.de/frankfurt/stadtentwicklung-schubert-villa-wird-abgerissen-a-415497

    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=493031&postcount=119

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/bruno-schubert-ein-leben-unter-dem-hammer-1635379.html

    An der Villa von Hugo Erb, die dieser in den 70er Jahren erwarb sieht man auch, daß sich früher selbst sehr reiche Leute mit einer Renovation von damals bereits veraltetem Gemäuer begnügten, während heute alles teuer, aufwändig und extrem modisch neu gebaut wird, was in zwei bis drei Jahrzehnten dann optisch und technisch völlig veraltet sein wird mit entsprechend hohen Sanierungskosten:

    https://www.winterthur-glossar.ch/app/default/pub/fw.action/wine.article?ce_id=582&ce_name=Building

    https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/kampf-um-die-villa-der-familie-erb/story/22011432

  13. Luxusobjekte sind meist schlecht verkäuflich und die Marketingkosten enorm. Das war schon immer so. Gerade das Erb-Objekt wird extrem schwierig zu verkaufen sein!
    Meine Prognose ist, dass bald ein paar Objekte aus dem Appenzellerland (Raiffeisen- und Leonteq-Umfeld) auf den Markt kommen. Ebenfalls extrem schwierig zu verkaufen.

  14. Bachmanns Spitalbau kann man abreissen. Wer will sowas heute? Mit 3 Millionen plus Abbruchkosten ist man im realistischen Bereich.

  15. Keine Käufer und immer mehr Schlösser die zum Verkauf stehen:

    https://www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/das-schloss-teufen-gehoert-nunder-bank-ist-aber-weiterhin-zu-haben-130011202

    Es gibt kaum mehr eine Bank, welche sich nicht durch Hypotheken-Engagement in Schloss-Eigentum verrannt hat. Schloss Teufen gehört jetzt zu Safra, Basel.

    So bleibt nur zu wünschen, dass weniger prunkvolle Immobilien keinen Preis-Crash erfahren. Wenn man die vielen hundert unverkauften Neubau-Oasen auf der grünen Wiese an sich vorbei ziehen sieht, könnte es einem Angst und Bange werden. Meistens fehlen dann (auch noch) die adequaten Rückstellungen, was dank Tiefzins-Boom viele Hypotheken-Barone zur Sorglosigkeit trieb.

    • Habe Null Mitleid mit den Bauherren Eigentümern der ganzen „Neubau-Oasen“ in der Peripherie. Man hat gebaut zu tiefen Einstandspreisen (billige Grundstücke in der Peripherie plus bescheidene Baukosten aufgrund einfacher billiger Baumaterialien für Fenster, Böden etc.). Dann hat man versucht diese „Neubauten“ für teures Geld zu verkaufen und sich eine riesige Gewinnmarge reingerechnet. Das funktioniert so Gott sei Dank nicht mehr. Warum sollte ich mei hart verdientes Geld in eine 900‘000 CHF 4-Zimmer Neubau wohnung stecken und der Bauherr macht 400‘000 – 500‘000 CHF Profit. Solche Wohnungen in Randgebieten dürfen max. 500- 550‘000 CHF kosten – dann machen die Bauherren pro Wohnung immer noch 50-100‘000 CHF gewinn- dies muss denen völlig reichen. Es kann nicht sein, dass jede Neubauwohnung dem Bauherren seinen Ruhestand oder 3-4 Porsches finanziert!

    • Andy Abzocker, die Immobilienbranche ist sehr kapitalintensiv. Deshalb darf man sich nie nur auf absolute Zahlen berufen. Eine Rendite von 50k bis 100k wäre für das eingegangene Risiko ein sehr schlechtes Geschäft.
      Allerdings darf man sich fragen, ob die Landschaft ohne Auftraggeber einfach so zubetoniert werden soll. Würden solche Bauten nur auf entsprechenden Auftrag hin erstellt, wäre a) die Landschaft nicht so zubetoniert und b) das Risiko entsprechend klein. Statt Luxusimmobilien ohne Auftrag zu erstellen, wäre es wohl sinnvoller, den Fokus auf vernünftige Objekte mit zahlbaren Wohnungen zu setzen. Nur ist das halt weniger lukrativ. Gier ist ein schlechter Ratgeber.

  16. Das oben abgebildete Erb-Gebäude ist die Villa Wolfensberg, die in Winterthur am Waldrand steht, nicht „Rolf Erbs Schlossanlage am Bodensee“. Da ist gar nichts mit einem „direkten Zugang zum grossen See“. Höchstens die Eulach ladet da zum Bade. Im Artikel wird die Villa Wolfensberg, die Rolf Erbs Vater Hugo Erb gehörte, mit dem prächtigen Schloss Eugensberg am Bodensee verwechselt, in welchem Rolf Erb wie ein König residierte.

  17. Allen geldgeilen Feudalherren der Moderne sollten diese anschaulichen Beispiele die Vergänglichkeit vor Augen führen,

    die eigene als auch diejenige ihrer materiellen Assets.

    Mit der Hoffnung verbunden, dass Mäßigung und soziale Verantwortung für das „gemeine Fussvolk“ zurückkehren.

    • Mässigung? Oh, ein schönes, tugendhaftes Wort. Existiert in der Finanzsprache aber nicht.