Schlinge um Julius Bär zieht sich zu

Enforcement der Finanzaufsicht gegen die Zürcher Privatbank – Fälle Fifa und Venezuela im Fokus – Explosive Russen-Kunden?

Im Oktober 2015 publiziert Julius Bär eine Pressemitteilung gegen den hier schreibenden Journalisten. Man werde sich gegen „geschäftsschädigende“ Vorwürfe rund um Fifa-Ermittlungen „rechtlich“ wehren.

Heute schreibt die NZZ von einem Enforcement-Verfahren der Finanzmarktaufsicht gegen die Julius Bär. Grund: Versagen bei Fifa- und Venezuela-Kundenbeziehungen.

Inzwischen ist das Bär-Communiqué gelöscht. Die rechtlichen Drohungen der Bär-Chefs waren somit Bluff.

Tatsächlich steckt die Bär-Bank tief im Compliance-Sumpf. Gemäss NZZ geht es um Happiges.

Es bestünden „gravierende Verdachtsmomente in der Richtung, dass die Bank bei der Aufnahme und Betreuung von Kunden rund um die Korruptionsaffären beim Weltfussballverband Fifa und bei der staatlichen Ölgesellschaft Venezuelas, PDVSA, nicht genügend sorgfältig vorgegangen sei“.

Weiter schreibt die Zeitung, die nicht bekannt für Skandalisierungen in Banken-Themen ist:

„Weltweit ermitteln Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden zu beiden Themen. Deshalb ist bekannt, dass verdächtige Personen aus dem Fifa- und dem PDVSA-Umfeld auch Konti bei Julius Bär hielten.“

Laut NZZ gab die Bär-Bank keinen Kommentar ab. Die Zeitung wiederholt Druckversuche der Bank gegen die Finma.

Diese hatte einen ersten Bericht bei der Beratungsfirma Deloitte bestellt. Die Bär-Chefs waren erzürnt über das Resultat, wie die NZZ schon früher publik gemacht hatte.

Die Zeitung berichtete von einer Intervention der Julius Bär bei der Finma. Darauf gab es laut NZZ eine zweite Untersuchung durch die Kanzlei Wenger Plattner, bekannt durch den Swissair-Konkurs.

„Dem Vernehmen nach kommt (dieser zweite Bericht) zu einem ähnlichen Schluss wie Deloitte“, schreibt die Zeitung.

Zu wenig sorgfältige Abklärungen also. „Auch seien die Erklärungen gewisser Kunden über die Herkunft ihrer Gelder nicht genügend überprüft worden“, meint die NZZ mit Bezug auf den neuen Bericht von Wenger Plattner.

„Zudem seien warnende Meldungen aufgrund heikler Transaktionen teilweise zu wenig beachtet worden.“

Das ist ein Donnerschlag. Die NZZ nimmt die Julius Bär und ihr Compliance-Problem direkt ins Visier. Sie tut das mit Verweis auf Berichte renommierter Prüffirmen.

Die Recherchen der Zeitung passen ins Bild einer disfunktionalen Organisation. Unter dem früheren Chef Boris Collardi wurde fast alles dem Wachstum untergeordnet.

Die Compliance war hauptsächlich dafür da, dieses Wachstum zu ermöglichen. Einschränkungen und interne Untersuchungen hatten hauptsächlich das Ziel, am Ende doch grünes Licht zu geben.

Innerhalb der Compliance-Abteilung führte das zu Frustration. Gute Leute gingen, die Zurückbleibenden mussten sich dem Diktat von oben unterwerfen.

Die Verantwortlichen der Bär-Compliance spielen heute eine noch wichtigere Rolle. Bernhard Hodler, der lange die oberste Verantwortung für Risiko und Überwachung innehatte, wurde Nachfolger von Collardi.

Sein Compliance-Chef ist Roman Baumgartner, ein Ex-CS-Kadermann, der ein enges Verhältnis zu Boris Collardi gepflegt hatte.

Nun könnte ein aktueller Russen-Fall zu einem noch grösseren Problem für die Julius Bär werden. Deren Moskau-Chef hatte mit Putins direktem Umfeld Waffendeals gemacht.

Der Bär-Banker war dabei weitgehend transparent, wie heute auch die NZZ berichtet. Als er von der VP Bank zu den Zürchern wechselte, legte er seine Nebenaktivitäten auf den Tisch.

„Dabei führte er an, dass seine IMSC-Gruppe auf den «Handel mit Produkten im Sicherheitsbereich» spezialisiert sei.

„Zudem listete er Geschäftspartner auf wie damals Sagem/Safran (Paris), Vectronix (Heerbrugg) oder Rhode&Schwarz (Deutschland). Alles Firmen also, die im Bereich ziviler und militärischer Sicherheit tätig sind.“

Letzte Woche war auf der Internetseite von Bärs Moskau-Chef noch die Ruag, die Schweizer Waffenschmiede, unter den Kunden aufgeführt. Diese ist inzwischen von der Seite verschwunden.

Auch so zeigt sich dort, wie professionell der Banker mit seinen Waffendeals im Markt aufgetreten ist. Diese Aktivitäten konnten den Bär-Verantwortlichen unmöglich verborgen geblieben sein.

Eine einfache Handelsregister-Recherche bringt zutage, worüber zuvor schon die Handelszeitung berichtet hatte. Dass der Moskau-Banker nämlich eine Karibik-Struktur mit Zuger Vehikel betreibt.

In Zug leuchtet unter IMSC, wie die Waffenfirma des Bär-Managers heisst, ein Anwalt auf. Er ist der einzige Unterschriftsberechtigte des Rüstungsunternehmens.

Die grosse Frage wird sein, wie tief die Julius Bär in Geschäfte mit möglicherweise riskanten russischen Grosskunden verwickelt ist.

Ihr Mann in Moskau ist bekannt für Beziehungen in höchste Russenkreise. Liess ihn die Bank gewähren, weil sie dessen Kunden wollte?

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82 Kommentare zu “Schlinge um Julius Bär zieht sich zu

  1. Interessant wäre natürlich, die Rolle der Revisionsstelle von JB etwas näher zu beleuchten. Da gibt es ja jedes Jahr einen (Aufsichtsrechtlichen) Bericht an den VR/FINMA, wo die VSB/GwV explizit geprüft und für richtig befunden werden.

  2. Schaue eben die Anhörung von Zuckerberg vor dem Kongress. Sowas sollte man in der Schweiz auch einführen. Collardi, Thiam, Rohner und wie sie alle heissen verantworten sich live.

    • Kann mir nur niemand vorstellen, der gegen einen Mächtigen in der Schweiz so harte und konkrete Fragen stellen würde!!!

  3. Es ist ja schon lange bekannt, dass die Compliance Abteilung von Julius Bär nur einen Auftrag hat: „Nichts zu sehen und nichts zu hören!“ Boris Collardi war es egal ob es nicht so sauber ist, Hauptsache die AuM haben gesprudelt und somit seine Kompensation auch. Das ist auf dem Bankenplatz Zürich seit Jahren bekannt. Warum dies nicht bis zur FINMA in Bern durchgedrungen ist, ist mir auch unklar!

    Übrigens, bei der Notenstein in Zürich liegen auch noch viele Leichen im Keller. Da wurden in den letzten Jahren auch alle zweifelhaften Kunden genommen, nur damit man den AuM-Abfluss kompensieren konnte. Die Compliance-Abteilung von Notenstein existiert eigentlich nur auf dem Papier.

    • AuM muss sein, da brauchen wir keine Komplianze! Darum sind die richtigen Leute in der Fühurung, damit nicht die falschen zu genau hinsehen!

    • Genau. Morgen ist Bär GV. Und der VR wird wieder gewählt… Und der Vergütungsbericht durchgewunken.

  4. Frage an alle: wie unterscheidet sich die JB Compliance Abteilung von der ihrer Konkurrenten?
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

  5. Solange die Rechtsabteilung auch bei dubiosen Investments ganz einfach durch die Intervention eines GL Mitgliedes übergangen werden kann wundert einen nichts. Apropos GL: Dort sitzen zu viele Private Banker. Gemäss Homepage sechs von 12! Bonzon, Rossi, Bersier und Robert-Charrue sind wohl die Hauptverdächtigen bei dieser Misere. Freue mich auf weitere Untersuchungen, z.B. was das Dubai Office betrifft. Dort stinkt es schon lange gewaltig zum Himmel, wie in Singapur. NRI’s sind das Stichwort…

  6. Der Bankenplatz Schweiz, ein abgefucktes, widerliches Geschwür. Wo man hinguckt: Blender, Abzocker, Würstchen, Versager, Häftling. Man könnte auch schreiben CS, UBS, VT, Baer, Raiffeisen. Und in solche Banken, in ein solches System soll ich noch Vertrauen haben? Basierend auf Schulden? Da gibt es nur eins: Vollgeldinitiative Ja. Je länger je mehr. Defacto benötigt der durchschnitts Schweizer noch eine Bank für die Hypothek. Beratung, Handel, Zahlungsverkehr bekommt man anderen Ortes günstiger, besser, genauer. Zudem: ist ja alles Digitalisiert. Ein Trauerspiel, was all diese topbezahlten Nieten in Nadelstreifen erreicht haben: Bankenplatz ruiniert, Ruf am Arsch. Jo, gut sind diese Mänätschär nicht in der SP, sonst wären jetzt wieder die Linken schuld…..

    • Und auch die Hypothek besorge ich mir über einen Zwischenhändler immer um ein halbes Prozent unter dem was ich als Normalo direkt erreichen würde. Zudem muss ich mir die dummen Verhandlungssprüche nicht anhören.

  7. Haha, dass JB sich bei der Compliance sehr nonchalant gebährdet gehört wohl zu den öffentlichen Geheimnissen des Bankenplatzes – seit vielen Jahren. Während anderswo stetig die Schrauben angezogen wurden, war bei JB höchstens pro forma aktiv.

  8. Und welches Konzernmitglied gab das grüne Licht? Nicht der Herr der nun bei Pictet ist. Nein einer der immer noch bei JB ist und den Heimmarkt leitet.

    • Aber der Herr der bei Pictet ist (dessen Namen man nicht nennt) war doch der Oberscheff der Scheffen bei Baer. Zumindest hat er so Abgezockt. Die Leistung die dahinter steckt, sieht man ja hier und heute.

  9. Da dürfen sich die diskreten Partner bei Pictet sowie deren Compliance freuen, dass nun der Aggressiv-Initiator Boris, welcher das Net New Money bei Bär auf Gedeih und Verderben gepushed hat, Herkunft etc. egal, nun beim Superbrand Pictet anfängt zu wirbeln.

  10. Vielleicht kommen nun auch die krummen Geschäfte von Narzist, Egomane und WannaBe-Investörlein Egomane Remo Stoffel ans Licht

    • Sie meinen den „Klone“ vom Dolder-„Chefportier“. Beide sind mit Steuerschulden von je über 200 Mio beschäftigt.
      Die verdeckten Treugeber haben kaum Freude.

  11. Scheint, die Finma ist endlich aufgewacht.
    Jetzt nur den Schwung nicht verlieren!
    – ChainIQ: UBS
    – Mosambique: Credit Suisse
    – Postauto-Koradi: Aargauer KB

    • Münchner Swap-Märchen:: Bank Vontobel

      Dummerweise ist die FINMA an diesem Fall „mitbeteiligt“ ….

    • Wenn man einem Bericht in einem anderen Portal glauben schenkt, sind die Behörden auf Mauritius einiges aktiver. Derzeit gegen Jean-Claude Bastos, diverse Gelder eingefroren, mit Metzler, Ribar und Thommy Ladner im Schlepptau. Aber die Behörden auf Mauritius haben halt auch keinen Libormanipulator an der Spitze.

    • Credit Suisse: „Doldergrad“/U. Schwarzenbach

      Auch die Trump-Deals von Schwarzenbachs Anwalt „James Douglas“ wären spannend.

    • Es gibt noch träumige Leuten, die glauben, dass mit Kompetenzen und Wissen, kann man Talente fordern…

      https://www.finews.ch/news/finanzplatz/31347-silvia-helbling-titel

      In Tat und Wahrheit, der Typus erfolgreichen Bänkern war von eine Sorte, wie AKB, BSI, CS, JBB, Raiffeisen, UBS…. uns sehr gut gezeigt hat! Sogar bei der grossere und gemeint “ best in class“ UBS Wealth Management habe sehr viele von diese Talenten keine ausweg gefunden…vieleicht Dankend an nicht Wissen gierige Manager…
      Aber Frau Helbling ist in ein Punkt richtig: dieses System kann nur überleben langfristig, wenn Integre und Wissenträgern das Ruder übernehmen. Entweder schafft man jetzt der Trendumkehr, sonst ist es zu spät…. 😥

  12. Die Bemühungen der Bär Clike zum Scheincompliance zeigen nun die Früchte, ganze Sache bei Eröffung von Schwerkunden mit viel Geld man schaut einfach ein bisschen hin aber nicht zu krtisch.

  13. Und Petrobras? Dieser Skandal ist auch noch nicht gegessen. Nachdem die FINMA mittlerweile drei Verfahren abgeschlossen hat (Héritage, BSI und PKB), ist ein viertes noch am Laufen. Unsere Aufsicht schweigt sich bis heute aus, um welche Bank es sich dabei handelt.
    Man kann darum nur spekulieren: Ist es ein grösserer Fall, der deshalb mehr Zeit als die anderen benötigt? Dies würde auf Julius Baer vermutlich zutreffen, denn dem Vernehmen nach wurden über hundert verdächtige Kundenbeziehungen geführt, hier in der Schweiz und in Monaco.
    Doch stopp: alles nicht so gemeint, von allem nichts gewusst. Pech halt und Schwamm drüber, denn schliesslich meint „Aufsicht“ immer auch „Nachsicht“, nicht?

  14. Kommt mir vor wie bei der VW Diesel Affäre. Da schossen sich alle auf VW ein und die anderen bewahrten schön Stillschweigen. Sie behaupteten teilweise, das sie nicht betrügen würden. Aber nach und nach kam dann heraus, das sie alle durch die Bank ähnlichen Dreck am Stecken hatten.
    So kann ich mir das auch hier gut vorstellen. JB ist jetzt im Fokus, und wenn man genauer gräbt, wird man sicherlich auch Banker der CS und UBS finden, die bei diesen Spielen kräftig mitgemischt haben.

  15. Für fehlbare und unfähige Manager gibt es keine Entschuldigung. Leider ist es aber so, dass Verwaltungsräte (VR) in solchen Fällen schlichtweg ihre Funktion/ Verantwortung verfehlen. Die angebliche Aufgabe und Macht eines VRs gemäss OR ist ein Hohn und von denselben Theoretikern geschrieben, die als Juristen willkommene Mitglieder eines VR sind.

    Erfolgreiche nachhaltige Firmen haben einen fähigen Verwaltungsrat, alle anderen haben einen VR, der seinen Aufgaben und Pflichten nicht nachkommt. Ein grosser Teil der VR eines Unternehmens sollten das Kerngeschäft von der Pike her kennen, keine Kaffee-Kränzchen und Zuschanzung von lukrativen VR-Mandaten. Wer die Ertragsmechanik eines Unternehmen’s nicht versteht, gehört auch nicht in deren VR! Berufs-Politiker gehören nicht in einen VR, genauso wenig Vertreter von Audit-Firmen oder sonstigen Zertifizierungbehörden.

    Wer eine Firma besitzt, soll Nickertypen und Kollegen in den eigenen VR berufen, er haftet dann aber auch selber für seine Unfähigkeit. Bei allen anderen Firmen ist Gewaltentrennung Pflicht.

    Compliance-Abteilungen funktionieren dann nicht, wenn diese aufgrund der GL gar nicht funktionieren sollen .. und ein VR-Gremium zu wenig vom Geschäft versteht .. oder es auch von diesen so gewollt ist. Wenn auch ein VR versagt, dann bleiben meist nur noch die Aktionäre, es zu richten. Nur leider versagt meist auch hier die Einflussnahme, Gier und Unverständnis ist ja was menschliches, egal welche Stufe ? Als letztes Mittel verbleiben Skandale, ein paar Köpfe rollen im VR und GL, die Zeche bezahlen die Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter ..

    Gehofft haben wir – nach der Auflösung des Bankgeheimnisses – auf erfolgreiche Marktstrategien (Positionierung/ Differenzierung) unserer Grossbanken. Herausgekommen dabei sind bewusste krumme Geschäfte und Praktiken, die bereits mögliche Strafzahlungen des fraglichen Projektes von Beginn an miteinbeziehen ? Solange aber noch höhere Strafen lediglich ein Vorwand für die Entledigung von Konkurrenten sind, ist auch dies nicht zielführend – eben, Politiker gehören nicht in VRs – weltweit. Helfen würden Boni-Festlegung abhängig des operativen Cashflows des Kerngeschäftes (proportional), dies wäre aber Aufgabe eines fähigen VRs, vernünftige Kompensationen festzulegen. Wieso soll man, man bezahlt sich ja auch frech selber seine Pfründe aus. Kann man des regeln ? Schwierig, bleibt es der Mühle selbst zu überlassen, welche Spreu sich vom Weizen trennen soll.

    Kann man das Grundübel (Versagen von Gremien aller Stufen) gesetzlich verordnen und regeln ? Wohl kaum, da leisten unabhängiger Journalismus (mit Zugang zu Insider-Information) und Anleger, die sich verweigern die bessere Arbeit. Oder aber Kunden, die sich einen anderen Anbieter suchen. Im Falle der CS, der RB und UBS haben wir es in der Hand .. andere Mütter haben auch schöne Töchter. Man kann sich als Einzelner selber darüber aufregen, in einer solchen Firma arbeiten und abkassieren (shame-on-you) – oder sein eigenes Handeln entsprechend konsequent ausrichten.

    Herr Hässig, wir brauchen Sie und ein paar wenige andere, die nicht schreiben was dem schnöden Mammon genehm ist, sondern was die Spatzen von den Dächern pfeiffen.

    Mfg Industrial

    P.S: Angeblich haben wir immer bessere Informationen zur Hand, die moderne Kommunikation macht’s möglich. Leider nützt dies nichts, wenn die Konsequenz verloren ging und denken nicht in gleichem Ausmasse schritt gehalten hat ..

  16. Wie haben doch die Herren Collardi, Berchtold, Rahn und Konsorten im Dezember aufgejault und sich entrüstet, als im TV-Film „Private Banking“ das Compliance-Problem thematisiert wurde.
    Nun bietet die Wirklichkeit filmreifen Stoff für weitere süffige Fortsetzungen.

    • „Schwanz“ einziehen ist nun angesagt!
      Die Saubermänner von 2018 sind so was von Rarität, dass sie Aufnahme ins Business book of Records finden würden. So es denn überhaupt eines geben würde – 🙂 Jaulen auf Vorrat ist der Berufs-Spagat.

  17. Schon seit Jahren pfiffen es die Spatzen von allen Dächern. Erst jetzt werden gewisse Stellen genötigt, genauer zu hinterfragen! Mal schauen, ob auch die Revisionsgesellschaften – insbesondere auch von Immobilienfirmen – ihre „Best Practice“ ändern müssen.

  18. Das Ausweisen von exorbitantem Wachstum oder Gewinnen
    da stinkt’s immer zum Himmel. UBS 2006 noch 14 Mrd. Gewinn ausgewiesen 2008 dann auf der Intensivstation und vom Steuerzahler gerettet. Die Arroganz aber nie verloren.

    JB wird das nächste Beispiel sein. Arme Compliance.
    Das Gute daran ist immer zur Rechenschaft gezogen wird eh keiner.

    • Dafür erhöht die UBS per 1.6.2018 die Gebühren auf easy Zahlungsaufträge und Kontoführung …. viele Kleinkunden werden zur Kasse gebeten, die Teppichetage bereichert sich weiter.
      Das scheint ein allgemeines Banking-Prinzip zu sein, auch bei nicht vorhandener Einlagensicherung, Staatsgarantie, too big to fail, ….
      Vielleicht wäre es doch an der Zeit, dass die dummen Kunden endlich aufwachen.
      Ein volles JA zu Vollgeld am 10.6.2018 ist die angemessene Reaktion!
      https://www.vollgeld-und-gerechtigkeit.ch

    • @Pablo: was für ein Irrsinn! Kleine Kunden bei der UBS sind, so vermute ich, entweder dumm oder faul. Weshalb sonst sind sie nicht schon längst abmarschiert?
      Also anstatt ins Stimmlokal zu marschieren und dem Vollgeldabenteuer die Zustimmung zu geben wäre es gescheiter, bei UBS, CS & Co. vorbeizugehen und das Konto zu saldieren.

    • @Barth
      Dass Vollgeld KEIN Abenteuer ist, wirst Du realisieren, wenn Dir das aktuelle Schuldgeld-Finanzsystem um die Ohren fliegt.
      Könnte schneller knallen, als Du denkst.

    • @Pablo: Noch so ein supergescheiter Vollgeldschwurbler, der inadäquate nichtkausale Zusammenhänge herstellt. Wir freuen uns alle auf weitere inferiore Details dieser selbsternannten Intellektuellen.

  19. Die NZZ von heute: „Die Bär-Führung bemängelte damals bei der Finma, der Deloitte-Bericht strotze vor Fehlern. Nach einigem Hin und Her wurde die Wirtschaftskanzlei Wenger Plattner mit einem erneuten Bericht beauftragt. Dieser liegt nun vor. Dem Vernehmen nach kommt er zu einem ähnlichen Schluss wie Deloitte.“

    Dem Vernehmen nach? Also hat jemand geplaudert. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird nun beim Bär eine interne Hexenjagd gestartet, um das „Leck“ zu finden und zu bestrafen. Das ist immer noch einfacher als den eigenen S**stall endlich ernsthaft aufzuräumen.

    • Aller guten Dinge sind drei: Wie wär’s noch mit einem Gutachten von Prof. Forstmoser?

  20. Die Italo-Russen Clique bestehend aus Collardi, Rossi, Russland Desk Head etc. dachte sie können machen was sie wollen bei Bär und die Bank als Plattform für ihre Privatdeals mit Offshore Vehikeln zur Abrechnung ihrer Kickback-Zahlungen benutzen. Hochinteressant, dass die Finma dieses Treiben so lange überhaupt toleriert hat, die Geschicht klingt wie ein schlechter Krimi! Auch interessant, dass sich Gian Rossi immer noch im Stuhl hält, obwohl kolpirtieret Mitwisser und Mit-Drahtzieher.

  21. Ja sternensiech, wenn im Puff nur noch geschmust werden darf, legen sich die Kunden halt eine Katze zu und bleiben weg.

  22. …. und nicht zu vergessen der Fall Vincenz. Von LH initiiert, war Vincenz u.Co. für die Compliance Abteilung der Bär ebenfalls nie ein (meldepflichtiges) Thema?!? Der Fall Vincenz hätte – bei richtiger Betrachtungsweise – nämlich durch die Compliance Abteilung der Bär angestossen werden müssen. Die Ausführungen von LH, welche dann zur Strafuntersuchung geführt hatten, basierten ja einzig auf obskuren Konti-Bewegungen von bei der Bank Bär.

    • Zum Glück arbeiten Sie bei der Bär Compliance und wissen so gut Bescheid… oder hat vielleicht doch die Compliance den Fall gemeldet? Sie müssen es ja offensichtlich wissen oder reissen Sie Ihr Maul immer so ungefragt auf?

    • Wer in der Compliance Abteilung zu genau hinschaut wird bei uns RAUS GESCHMISST! So habe ich schon einige Tüchtige Mitarbeiter vor Türe gestellt, weil bei KYC sie geschaut haben!

    • zu GJ: ich habe mein Wissen von den Erklärungen der SA, wonach IP der Grund der Recherche gewesen sei. Dass die Bank Bär dann später – wie die alte Fasnacht, d.h. nach der Publikation in IP – dann noch gemeldet hatte, ist ja anzunehmen. Aber eben: es geht darum, ob die Compliance den Fall der obskuren Transaktionen aufgedeckt hat oder, wie die Staatsanwaltschaft erklärt hat, aufgrund der Publikation in IP dann tatsächlich auch noch meldete…..

      Ihrer Reaktion nach zu schliessen, arbeiten/schlafen Sie in der Compliance Abteilung der Bank Bär, nicht wahr?

  23. Schweizer Bankster, als globale Korruptionsdienstleister , haben viel zu lange als wichtiger Wirtschaftszweig, eine 100 0/0 Protektion erfahren! Schutzbehauptung: Arbeitsplätze sind in Gefahr. Der Schaden ist nun angerichtet, aber die Verantwortlichen zieren Glanz-Postillen und feiern mit einer zweifelhaften Schickeria um die Wette.

  24. Macht nicht so ein Geschiss um die “ Waffengeschäfte“. Fragt Euch lieber, wie heuchlerisch dies alles ist. Welche Staats-Karrosse fährt Putin (Tip: Sie trägt einen Stern, und es ist nicht der Stern der Sovjet-Union)? In welchen Kliniken in der Schweiz lassen sich die grössten Gangster und Despoten heimlich pflegen? – Und die Kliniken lassen sich natürlich diskret mit Bündeln von Bargeld bezahlen und lagern dieses unter der Matratze…(träumt weiter) und halten keine Konten bei Schweizer Gross- und Kantonalbanken…
    Usw. Mit diesen Geldern werden Löhne und Steuern bezahlt und alle sind happy, obwohl man eigentlich Früchte vom Verbotenen Baum nascht.

    Natürlich war Collardi ein masslos überschätzter Bluffer (und Speichellecker) und Gambler. Wusste doch eigentlich jeder, der etwa näher dran stand.

  25. Dann sind wir doch mal gespannt, wie „tough cop Branson“ das jahrelange Wegschauen der FINMA bei den Compliance-Zaubereien der Bank Bär begründen wird.

    Auch Bransons Rolle als Assistenz-Zauberer von „Uli, dem Zauberer“ (Bilanz) dürfte spannend werden. Kunststücke im Rahmen der zauberhaften „Münchner Märchen“:
    – Devisen-„Swap-Strategien“ ohne Terminbelege, oder im Klartext: verdeckte Zahlungen mit Intraday-glattgestellten Kassageschäften
    – Verschwindenlassen eines 800-Mio-plus Vermögens mittels nachgemeldeter Fremdfinanzierung (5 Wochen nach Selbstanzeige des Kunden!)

    Etwas viel Hokus Pokus für eine Aufsichtsbehörde.

  26. Die Veneuela Konti welche bei der UBS/CS nicht mehr erwünscht waren sind häufig beim Bär gelandet. Die RM‘s dort haben sich mit business cases eine goldene Nase verdient.

    Solange der Rubel rollt werden beim Bär keine (grossen) Fragen gestellt.
    Ich würde alle Kontoeröffnungen der letzten 5 Jahre nochmals genau anschauen und prüfen. Bin sicher da hat es ein paar unangenehme Kunden darunter. Die RM‘s sind aber sicherlich clever genug gewesen ‚selektive‘ Angaben zum KYC zu machen.
    Have fun!

  27. BÄR: Ein weiterer Grabstein auf dem siechenden, seichten Bankenplatz Schweiz. Der Chef – Dompteur und hoch dotierte „Totengräber“ hat sich in letzter Sekunde Richtung Romandie verzogen. Von wo aus er, als Dankesbeweis, so viel Assets wie nur möglich anzulocken sich anstrengt! Swiss Banking pur. „Wo Schweiz drauf steht ist Null Schweiz drin.“

    • …herr sang schang pu ich kann ihre meinung nur teilen. die schweizer bankenwelt wird zum meka der manager die nichts auf die reihe bringen. eben eine banananrepublik!

      collradi ist ein weiteres Beispiel der manager die keine sozialkompetenz- noch verantwortungsgefühl haben. diesen herren geht es nur um den eigenen profit. risiko- kennen diese herren nicht, da sie ja keine unternehmer sind!

      ich hoffe nun, dass hier die justiz hart durchgreift und diese herren bei deren verfehlungen auch bestraft!

    • Vor allem die Compliance – Abteilungen in der Schweiz mutieren sich zum “ Emmentaler – Fall“! Es nützt niemanden tolle Gesetzte zu haben, wenn sie nicht umgesetzt sind… wir errinnern hier, dass bei Banken gelten ungefähr 10 % der Belegschaft in die Kontrolle – Risiko – Audit – Recht – Compliance Abteilung! Man könnte gut die hälfte rationaliesieren und das bleibt trotzdem gleich schlecht…
      Aber, immer wieder, wie schon bei Raiffeisen, die FINMA schaut zu, schläft und treibt kleine Akteuren an die Karren, während die grossere ruhig ihre Geschäfte vor die Augen von uns allen machen könnte. Man wartet bis der Chef geht und dann man untersucht… schade für der Boris, wir haben geglaubt er sei doch dynamisch, flexible und agiler…aber vielleicht zu viel geworden. Und schade vor allem für die tolle Tradition der Bären, welche nicht viel übrig bleibt…
      Noch einmal Chapeau an IP, die schon lange und frühzeitig die Finger hingerichtet haben, wir wollen nicht einfach glauben…und immer wieder in diesen “ Traum“ zurück gesetzt, das die Schweizer Tüchtig, Ehrlich und hard schaffende Volk ist oder war…
      Ein letzte Wort zu den vielen “ Working poor Manager“: das ist wirklich schade, dass gut bezahlte Manager sich ein zweite ider dritte Aktivität widmen muss um ihre Luxus und Gier zu befriedigen… 😂🤐🤗

    • Genau, Assets anlocken muss er! Jedoch, er muss die Konti in der Romandie zuerst eröffnen lassen und die KYC nach den neuen Richtlinien machen, ist er dem gewachsen? Bei Bär herrschen nämlich sehr tiefe Standarte.

    • @Thekingisnaked
      Die Flagge (Standarte) kannst Du natürlich noch lange tief halten; die Leitplanken (Standards) sollten dagegen leicht höher gezogen sein!

    • …hoffentlich! man könnte ja die jva regensdorf in ein luxuspalst ausbauen und diese herren mit golfclub charater einbuchten.

      einmal pro woche müssten diese herren mit anderen Insassen (schwerverbrecher, vergewaltiger, diebe, etc.) deutsch kurse belegen!

    • „Skandal um Vincenz“. Lukas Hässig bei Schawinski. 35 gut investierte Minuten.

    • Mögliche Kandidaten:
      Roman Baumgartner und Martin Eichmann – die Compliance Spezialisten!!!

  28. Die Zeiten des heiklen Geldes sind in der Schweiz vorbei. Wann erkennt das auch noch der letzte Banker? Und wann wird die Firma in Genf die Runden drehen?

    Leider sieht man noch keine Anzeichen neuer, erfolgreicher Geschäftsmodelle.

  29. Wenigstens muss sich Boris Collardi bei Pictet nicht einarbeiten. Mit seinen Kenntnissen versteht er Pictets „Brasilien-Problem“ u.a. bestens.
    Wie tief wohl Collardis historisches Libor-Wissen u.ä. geht?

  30. Lieber Herr Hässig, Ihre Aussage „Die Compliance war hauptsächlich dafür da, dieses Wachstum zu ermöglichen.“ ist falsch.
    Bei JB ist die Compliance dazu da, i) die regulatorische Anforderung an die Existenz einer Compliance zu erfüllen, ii) das Wachstum nicht zu behindern.
    Ich möchte mit Nachdruck darauf hinweisen, dass Compliance bei JB eine Service Einheit und nicht ein Profit Center darstellt.

    • Hallo Herr Max. Es ist sehr gut, dass Sie „mit Nachdruck“ darauf hinweisen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es von den Adressaten wahrgenommen wird. Märssi.

    • „Das Wachstum nicht verhindern „ist aber ein schöner Euphemismus für Schlupflöcher suchen. Aber wann ein Schlupfloch legal ist oder nicht mehr (abgesehen von legitim) entscheidet immer noch der Regulator (wenn er nicht zulobbyiert ist)

    • Herr Max, ihr 2. Punkt „das Wachstum nicht zu behindern“ scheint mir ziemlich genau das gleiche zu sein als „das Wachstum zu ermöglichen“. Wenn man etwas nicht behindert, dann wird diese Sache eben ermöglicht.

      Ich weiss, dass die Compliance Leute Druck von oben hatten, um gewisse Sachen durchzuwinken. Zum Beispiel, wenn ein Kunde Freund von einem Manager war, dann wurde die Compliance teilweise ausgeschaltet.

    • Mag ja eventuell wahr sein . Aber in welcher Bank ist Compliance ein Profit Center?
      Compliance ist dazu da Accounts zu approved oder abzulehnen. Aber Profit Center ??

    • Max, erzähl du nur…

      Die Mitarbeiter die bei uns aufmurksen und genau schauen in der Compliance denen wird zwischen Blume klar gestellt, was Sache ist! Wer nicht versteht fliegt! Dafür ist Compliance da.