Gross-Pleitier stellt sich Zürcher Polizei

Bismark Badilla soll 200 Millionen verspielt haben – Investoren jagten ihn mit Kopfgeld – Nach Abtauchen in Zürich in Haft.

Bismark Badillas Raserei ist zu Ende. Der Mann, der mit seiner Schweizer Finanzgesellschaft Lexinta Investoren viel Geld gekostet hat, sitzt seit kurzem in einem Zürcher Gefängnis.

Das war gestern Abend bei der Oberstaatsanwaltschaft zu erfahren. „Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte bestätigt, dass Herr B. sich den Behörden gestellt hat und verhaftet worden ist“, sagte eine Sprecherin.

Damit endet eine Geschichte, die sich wie ein Krimi aus der Finanz-Schattenwelt liest. Oder wie ein Comic.

Die Schadensumme soll nicht wie früher vermutet bei 30 bis 50 Millionen liegen, sondern rund 200 Millionen betragen.

Den Schaden haben Kunden in mittlerer zweistelliger Zahl, die Badillas Versprechen geglaubt hatten und dem Mann mit den prallen Haaren ihr Vermögen anvertrauten.

Unter den Geschädigten sollen sich nicht nur Einzel-Vermögende befinden, sondern auch ganze Familien. Das Geld der Betroffenen dürfte nun weg sein.

Umso grösser ist die Wut der Geprellten. Sie drohte bei einzelnen zuletzt auszuarten.

In den letzten Wochen riefen Unbekannte im Netz auf, Badilla zu jagen. Sie kreierten dafür eine eigene Webseite und versprachen Tippgebern ein Kopfgeld von 50’000 Euro.

Laut einer Quelle soll schliesslich ein langjähriger Freund Badilla verpfiffen haben. Gemäss der Quelle sei Badilla seit Monaten auf der Flucht gewesen und habe sich in den letzten Wochen bei einer Unbekannten in Schaffhausen versteckt.

In den letzten Tagen habe Badilla eingesehen, dass sich die Schlinge zuziehe. Weil auch seine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz ablaufe, sei er vor einem weiteren Problem gestanden.

Würde er das Land verlassen, dann könnte er nicht mehr einreisen. Am Ende stellte sich für den Pleitier wohl die Frage, wo er sich der Polizei stellen soll.

Badilla hatte Gesellschaften in Zürich, Zug und Hong Kong. In der Asien-Metropole gab es schon früh Hinweise der Behörden, dass etwas nicht stimmen würde.

Badilla gelang es in Einzelgesprächen zunächst lange, unruhig werdende Investoren stillzuhalten. Noch Anfang 2017 verbreitete Badilla mit seiner Lexinta schönfärberische News.

Erst als Investoren aus dem Ausland, die besonders hohe Ausstände hatten, mit teuren Anwälten in Zürich den Druck erhöhten, verlor Badilla immer mehr die Kontrolle.

Als dann letzten November die erste Story zum Riesenverlust erschien, war der Financier mit den teuren Sportschlitten bereits abgerauscht.

Die Investoren hatten da Strafklagen bei den Schweizer Behörden eingereicht. Und die Investoren rannten aufs Betreibungsamt.

Nun sitzt Badilla in einer Zürcher Zelle. Seine Lexinta ist zusammengekracht. Er selbst könnte in die Geschichte eingehen mit einem Anleger-Verlust, der zu den grössten der jüngeren Zeit zählt.

Dass es bisher nicht mehr Schlagzeilen zum Fall gab, hängt mit der überschaubaren Anzahl von geschädigten Investoren zusammen. Diese hofften bis zuletzt, wenigstens einen Teil ihres Einsatzes zurückzuholen.

Jetzt ist diese Hoffnung wohl gestorben.

Kommentare

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  1. ….wo er sich der Polizei stellen soll.
    Wo denn wo? Nicht in Zug, nicht in Hongkong, nicht in Basel, nicht in …. dochdoch, in Zürich. Weshalb wohl?

  2. Und als es brenzlig wurde und nachdem sie von Gläubigern angefragt wurden, haben sich der VR-Vize und die Revisionsstelle clam aus dem Staub gemacht…

  3. Die kleinen Gauner/Betrüger landen bei der Kassensturz-Sendung und die Grossen bei Insideparadeplatz…..

    Ihnen gemein ist, dass es sich vielfach um Deutsche handelt, die die naiven und mitunter auch etwas dümmlichen Schweizer ausnehmen bzw. über den Tisch ziehen.

    Reden können die Deutschen. Das muss man ihnen lassen…..

    • So ein Unfug! Ist der größte Betrüger Dieter Behring etwa ein Deutscher?
      Oder sind Monika Ribar und der Bastos etwa deutsche? Die größten Betrüger sind alles Schweizer und schwarz Afrikaner und deren Helfershelfer. Und wenn wir schon von Betrug reden: was bitte schön war denn das schmutzige Schwarzgeldgeschäft hier die letzten 100 Jahre? War das etwa sauberes anständiges Geschäft?

    • Mhm… welchen Deutschen meinen Sie genau?
      Den Spanier Bismark Badilla Rivera Antonio?

    • Die Deutschen und der Rest der Welt sind halt nun mal besser artikuliert und habe auch sonst viele Talente denen in der Schweiz gerne mit Neid begegnet wird.

    • In dem Fall ist es aber ein Südamerikaner. Schade, wenn das Weltbild schon beim ersten Beispiel nicht stimmt.

    • Badilla kann kein Deutsch. „Bloss“ Spanisch, Englisch und Hebräisch…

    • Kleines Addendum:
      Die kleinen Gauner/Betrüger landen bei der Kassensturz-Sendung und die Grossen bei Insideparadeplatz und die ganz Grossen bei der SNB…

  4. Once again, a Kanton Zug registered company is in the loop. Wake up, Swiss people! This place is really toxic.
    Kiki

  5. Sehr viele Parallelen zum Fall Dieter Behring! Nur bei Behring war alles doppelt so gross, die Deliktsumme, beide knallharte Ponzi Leute- einziger, Badilla wiegt 60 Kg und Behring mehr als das Doppelte.
    Das Interessante an beiden Fällen: in den USA würde beiden die Höchststrafe verhängt, in der Schweiz lässt man sie laufen bzw Behring ist wieder aktiv mit seinen ex Kunden.

  6. Vorsicht mit dem Begriff „Kopfgeld“ – Flori Homm ging in D juristisch und erfolgreich gegen seine Hetzer vor.
    Und es ist immer wieder erstaunlich, wie offenbar durch Erbschaften „reich“ gewordene Anleger ihr Geld Spekulanten hinwerfen und nicht einmal hinterfragen, in was konkret investiert wird.

  7. Eine wunderbare Firma …:
    „Lexinta ist eine unabhängige globale Vermögensverwaltungsfirma im Privatbesitz. Lexinta AG ist inkorporiert als Aktiengesellschaft mit Handelsregisternummer CH-170.3.035.396-3 und der Sitz befindet sich an der Bahnhofstrasse 23, 6300 Zug, Schweiz. Lexinta AG ist lizenziert als Asset-Management-Unternehmen und Finanzvermittler, nach Schweizer Recht. Zudem ist Lexinta AG ein Mitglied der FINMA anerkannten Self-Regulatory Organisation’s (SRO’s) PolyReg (www.polyreg.ch) und PolyAsset (www.polyasset.ch).“

    Bla bla bla …. und auch die FINMA weiss natürlich von nix … alle haben weggeschaut und sich der Rendite- und Geld-Gier unterworfen …. Der wirtschaftliche Schaden auf Grund der Gläubigerliste scheint immens!

  8. Das ist ja voll krass – da schlafen vermutlich etliche geldgierige Geldsäcke und einige überbezahlte Scheuklappen-Mitarbeiter und Abzocker-Berater nicht mehr so gut. Die lustige Liste von vermeintlich ahnungslosen Gläubigern scheint endlos.

    Nun – die meisten sind wohl einfach zu blöd und zu geldgeil: Sie haben Geschäfte und Verbindungen aufgebaut mit einem Blender und einer vollkommen unfähigen Gesellschaft: Nun müssen sie den Schaden aus ihrer Dummheit und Gier tragen …

  9. Einmal mehr ein fintenreicher (Halunke) Ausländer welcher den Finanz-Platz Schweiz aufs Schändlichste missbraucht und schädigt.

    Solche Sumpfblüten welche das Gastrecht (Aufenthalts-Bewilligung) missbrauchen sind zu Tausenden im Lande unterwegs. Vom Klein-Kriminellen bis zu Zocker-Figuren à la Badilla.

    Staat und Kantone tragen massive Mitschuld mit ihrer fahrlässigen Erteilung von Niederlassungs-Bewilligungen, Firmen-Gründungen und oft Jahre langem Wegsehen bei offensichtlichen Gaunereien und Betrug.

    Nicht existierende Hemm-Schwellen sind ein Frei-Billette für Kriminelle, sowie davon profitierende inländische Zuträger (Anwälte, Treuhänder u.s.w.)

    • Ja, ja, lieber Moshe, aber Kanton Zug lebt gut damit!
      „Sowie davon profitierende inländische Zuträger (Anwälte, Treuhänder u.s.w.“: genau das.
      Deine Kiki

  10. da die gesellschaft laut https://zh.chregister.ch/cr-portal/auszug/auszug.xhtml;jsessionid=9c5d12fcd6fe4a598d4fe38eb067?uid=CHE-355.092.869 immer noch besteht und wahrscheinlich noch eine bankbeziehung besteht, wäre es unterhaltsam zu wissen bei welchem institut . einsicht in die kontoauszüge, resp. den dazumaligen KYC prozess, würden die qualität der L&C sicher in bestem licht darstellen und mir ein angenehmes wochenende bereiten, ich gebe mich mit wenig zufrieden. vorausschauende mitarbeiter haben sicher kopien erstellt.

    • Usual suspects? Bär oder eine bank deren Familien Namen weit hinten im Alphabet angesiedelt ist?!
      Wir werden es wohl nie erfahren, denn FINMA wird sich kaum damit beschäftigten …