So würden die Banken das Vollgeld umgehen

Die Vollgeld-Initianten gehen davon aus, dass bei Annahme der Initiative alle Akteure sich so verhalten werden wie bisher. Ein Kommentator auf Inside Paradeplatz schrieb am 13. Mai: „ALLES bleibt wie es ist, Banken machen ihre Geschäfte wie bis anhin.“

Das ist naiv. Alles wird anders. Wie anders, ist Spekulation und müsste die Zukunft zeigen. Die Banken werden den Kunden Optionen zur Auswahl anbieten. Rudolf Strahm schreibt in seiner Tagesanzeiger-Kolumne: „Sofort würde das Umgehungsbusiness zu einem Geschäftsmodell“. Auch Kunden würden reagieren.

Ich spekuliere und beschreibe vier Angebote, welche die Banken ihren Kunden machen werden. Zusätzlich beschreibe ich eine Reaktion der Kunden und letztlich mache ich einen Abstecher zum Ursprung des privaten Geldes.

Erstens: Die Banken akzeptieren das Vollgeldregime und ersetzen den wegfallenden Zinsertrag, zum Beispiel durch neue Zahlungsverkehrsgebühren. Die Postfinance, die Marktführerin im Zahlungsverkehr und zugleich das Hauptopfer der Initiative, belastet dafür dem Kunden rund 50 Rappen pro Zahlung. Dieses Angebot scheint mir sicher.

Zweitens: Die Banken umgehen das Vollgeldregime und bieten keine passiven Zahlungsverkehrskonten mehr an. Sie nehmen Gelder nur noch auf Sparkonten entgegen und räumen den Kunden eine Kontokorrentlimite von 80 oder 90 Prozent des Spargeldbestandes ein. Der Kunde bezahlt die Rechnungen über den Kontokorrentkredit. Eine Ablieferung an die SNB entfällt damit. Dieses Angebot scheint mir ziemlich wahrscheinlich, wäre aber für die Banken finanziell attraktiver als für die Kunden.

Drittens: Die Banken umgehen das Vollgeldregime, indem sie den Schweizer Kunden aus Filialen oder Tochtergesellschaften im Ausland Zahlungsverkehrskonten in Franken anbieten. Die Banken im Ausland wickeln den Zahlungsverkehr über Banken in der Schweiz ab. Interbankenkonti unterliegen nicht der Ablieferungspflicht an die SNB, denn im Initiativtext steht: „Die Finanzdienstleister führen Zahlungsverkehrskonten der Kundinnen und Kunden ausserhalb ihrer Bilanz“.

An der privaten Geldschöpfung von Schweizerfranken ändert sich dadurch nichts, ausser dass sie jetzt ausserhalb des schweizerischen Hoheitsgebiets und damit ausserhalb der Kontrolle durch die Schweiz stattfindet. Dieses Angebot scheint mir sehr wahrscheinlich, allerdings können nur grosse Banken mit Filialen und Tochtergesellschaften im Ausland diesen Weg beschreiten.

Viertens: Die Banken umgehen das Vollgeldregime, indem sie ihren Kunden in der Schweiz Fremdwährungskonten für den Frankenzahlungsverkehr anbieten. Sie sichern den Bestand und jede Zahlung automatisch und gleichzeitig gegen Franken durch ein Devisengeschäft ab. Dieses Angebot scheint mir kompliziert und eher unwahrscheinlich. Man sollte aber die Kreativität der Banken und die Leistungsfähigkeit von Fintech-Lösungen nicht unterschätzen.

Wir sollten unser Auge nicht nur auf die Banken richten. Auch der Bankkunde kann reagieren und die Initiative unterlaufen, zum Beispiel wie folgt: Der Kunde hat bei seiner Bank ein Sparkonto und ein Zahlungsverkehrskonto. Für beide verwendet er E-Banking. Wenn er seine Zahlungen machen will, überweist er den entsprechenden Gesamtbetrag vom Sparkonto auf das Zahlungsverkehrskonto. Dort verweilt das Geld vielleicht eine Stunde, dann führt er die Zahlungen technisch ab diesem Konto durch. Am Abend steht das ZV-Konto wieder auf Null.

Es spielt dabei keine Rolle, ob das leere Konto als Vollgeldkonto bei der SNB oder als Privatgeldkonto bei der privaten Bank liegt. Die SNB erhält nichts, und die zu Beschenkenden (Bund, Kanton, Bürgerinnen und Bürger) damit auch nichts. Das ist keine neue Idee, das machen gewiefte Bankkunden schon heute und verdienen damit zusätzlich Zins (wenn auch zur Zeit nur wenig). Die Banken können und werden dieses Modell durch günstige Konditionen fördern, insbesondere mit grosszügigen Rückzugsklauseln auf dem Sparkonto. Dieses Angebot scheint mir sicher.

Und für die monetären Romantiker habe ich noch folgende Idee: Wenn der Banker kein Geld mehr schaffen kann, dann kann es dafür der Bäcker. Er gibt mir das Brot, ohne dass ich es bezahlen muss. Er schreibt meine Schuld an der Tafel an, und Ende Monat bezahle ich die offene Rechnung. Das ist noch kein Geld. Wenn er von mir aber einen Zettel verlangt, auf dem ich mich verpflichte, Ende Monat dem Inhaber des Zettels den Betrag für das Brot zu bezahlen, dann ist dieser Zettel Geld. Mindestens dann, wenn man mir vertraut.

Damit wären wir dann beim privaten Wechselgeschäft, mit dem der moderne Zahlungsverkehr im mittelalterlichen Italien seinen Anfang nahm. Ganz ohne Staat, und in Konkurrenz zu den oft minderwertigen staatlichen Münzen. Dieses Angebot scheint mir unwahrscheinlich, aber vielleicht gibt es ja ein paar finanzromantische Bäcker in der Schweiz.

Ich bin gespannt auf Ihre Beurteilung, freue mich aber vor allem über weitere Ideen, wie man das Umgehungsbusiness zu einem Geschäftsmodell entwickeln könnte. Eine besonders brillante Idee würde ich gegebenenfalls mit 100 Franken in der Form von Vollgeld, das nicht von der SNB herausgegeben wurde, belohnen. Dazu müssten Sie aber noch die Scherzfrage richtig beantworten, ob es denn solches Vollgeld heute überhaupt gibt.

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104 Kommentare zu “So würden die Banken das Vollgeld umgehen

  1. Eigentlich ist es ganz einfach.

    Die Bank räumt dem Kunden x gegen Sicherheiten oder ‚blanko‘ einen Kontokorrentkredit ein, den dieser Kunde (wohlverstanden auf Sicht) für seine Zahlungen verwenden kann.

    Zahlungsaufträge werden via Buchgeld an den Begünstigten überwiesen und dem Kunden x auf Kontokorrent belastet.

    Hat der Begünstigte das Konto bei der gleichen Bank wie Kunde passiert auf Seiten der SNB gar nichts.

    Hat der Begünstigte das Konto bei einer anderen Bank erledigt die Bank des Kunden x die Überweisung zu Lasten ihres SNB-Girokontos auf das Girokonto des Begünstigten.

    Ende.
    (Bekomme ich jetzt Ihre in Aussicht gestellte Prämie?)

  2. Interessantes Argument der Vollgeldler, die heutigen Schulden werden alle von der SNB übernommen und dann in Vollgeld umgewandelt. Was noch immer keimer weiss, wieviel Vollgeld wird es einmal geben, welche Bank bekommt von der SNB wieviel Kredit, muss ich dann zur CS für die Hypo weil die Raiffeisen keinen SNB Kredite mehr bekommt oder umgekehrt? Wird die Bank dann meine Hypo kündigen und mein Haus verwerten wenn die SNB keien Lust merh auf Kredite hat?

  3. Es ist unglaublich welche geistige Verwirrung viele Ökonomen in Bezug auf die monetären Vorgehensweisen der Nationalbanken und EZB zeigen. Bereits zeigen auch kleine Leute eine Tendenz auf, statt wertlosen Papierscheinen immer mehr Sachwerte als Sicherheit zu verlangen. Diese Vorgehensweise breitet sich immer weiter aus und stellt ein klares Misstrauen den Gelddruckern gegenüber dar. Auch ich lasse die Wahnsinnigen der Finnazbranche ihren Schwachsinn verbreiten und sichere mich vermehrt mit reinen Sachwerten ab. Damit ist nicht nur der Werterhalt gesichert, sondern auch das Mittel gegen das Draghische Inflationsbemühen der EZB.

  4. Ja das Vollgeld! Sicher nicht die Lösung unserer Probleme, wie ich sie gerne gelöst hätte. Eins ist aber sicher – alle Parteien, Verbände und die Wirtschaft sind dagegen, also lohnt es sich meiner Meinung nach, etwas darüber zu brüten und die Idee wenigestens als Teil der Lösung in Betracht zu ziehen. Zudem finde ich es eine Riesensauerei wie unsere Eliten uns für naiv halten. Belustigt schaut der Laie auf die hochgejubelte Finanzelite, und die komplett überdrehten Analysen der Ökonomen, die wahrscheilich den oberschlauen Politikern abgeguckt worden sind und uns zu sagen scheinen: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!“ Richtig ist, die Wirtschaft und vor allem die Banken unterlaufen heute die demokratischen Strukturen problemlos. Das Gejammere über den Staat, der an allem Schuld ist, kann man schon gar nicht mehr hören. Und doch, wenn etwas schief läuft, rufen die überzeugtesten neoliberalen Superhelden nach dem Staat. Warum wohl? Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren? – Es wäre an der Zeit mehr in die Fähigkeiten unseres Staates zu investieren, mehr daran zu glauben, dass nicht nur der Wettbewerb ein Eckwert unseres Lebens darstellt, sondern dass die Kooperation mindestens gleichwertiges leistet. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass nicht einfach private Banken Geld „machen“ sollten, sondern, dass das ein Privileg des Staates sein müsste.

    • @K. Stöckly,

      Zum Glück gibt es noch solche Menschen wie Sie! Vollgeld geht schon!

      Aus dem Unternehmertum gibt es viele Beispiele dafür, dass Ideen, die nicht sofort überzeugten, trotzdem erfolgreich umgesetzt werden konnten, weil sie mit Konsequenz und Ausdauer verfolgt wurden. Die AHV war eine Utopie!

  5. @Paul Stirnmann und @AHV,

    in der Tat ist 1999 rückblickend äusserst bemerkenswert. Es ist der Auftakt von Agenda 2020 Schweiz. Mit Falschinformationen bis hin zu Lügen wird manipuliert und Angst geschürt.

    Beweis:
    Die Steuergeschenke an die Unternehmen durch die USR II aus dem Jahr 2008 wurden mit einem massiven Sozialabbau finanziert. Besonders zu nennen sind dabei die «Reformen» der Arbeitslosen- sowie der Invalidenversicherung, der Abbau im Bildungswesen und im öffentlichen Dienst.

    Bemerkenswert hierzu:
    Der Bundesrat hatte das Volk vor der Abstimmung angelogen! Das sieht auch das Bundesgericht so: Im Urteil des Bundesgericht vom 20. Dezember 2011 ist zu lesen, dass der Bundesrat die:

    Zitat:
    „Die Stimmbürger hinters Licht geführt hat“.

    Der Modus Operandi ist bei Vollgeld der gleiche. Herr Raffael Wüthrich, Pressesprecher der Initianten, spricht von einer: Zitat:

    „bewussten Desinformation. Ziel der Behörden sei es, im Volk vor der Abstimmung vom 10. Juni Verunsicherung zu schüren.“

    Das Bundesgericht hat bereits reagiert. Es hat die (SNB) und den Bundesrat dazu aufgefordert, zu den Vorwürfen der Abstimmungsbeschwerde (eingereicht von Herr Michael Derrer) Stellung zu nehmen. Die Frist ist gestern verstrichen und eine Stellungnahme ist mir zu diesem Zeitpunkt keine bekannt.

    Wir leben in einem Land das fest im Würgegriff der Konzerne ist. Während die Sozialleistungen gestrichen werden sollen, bereitet der Bundesrat gleichzeitig massive Steuersenkungen für die Unternehmen im Rahmen der Steuerreform 17 vor. Eine Ungeheurlichkeit. Dieses verantwortungslose Handeln der Vasallen dieser Konzerne
    die rechtskonservativen Parteien ist empörend, umso mehr da die Bundesfinanzen 2017 einen Überschuss von 2.8 Milliarden Franken erzielte. Die soeben abgesegneten Beschlüsse in Sachen Ergänzungsleistungen (massive Kürzungen) müssen in ihren gesellschaftspolitischen Zusammenhang gestellt werden. Diesen Sozialabbau in der Höhe von 700 Millionen Franken dienen der Finanzierung der Steuerenkungen für Konzerne, Superreiche und Reiche.

    In der Zwischenzeit sind Umwandlungssätze unter 5 Prozent in der 2. Säule Realität und Wirklichkeit. Der AHV werden verfassungswidrig jedes Jahr Gelder (unser Geld) entzogen.

    Lehnen wir Vollgeld ab und bejahen die Steuerreform 17 – fehlt nicht mehr viel um diese Agenda 2020 Schweiz Wirklichkeit werden zu lassen.

    Liebe Mitmenschen wacht endlich auf!

    • Lieber Arbeitgeber

      Der seit Jahren verlaufende Zusammenbruch des Finanzwesens nähert sich zunehmend dem Zeitpunkt, an dem sich auch die erkenntnisresistentesten Menschen nicht mehr wegducken können. Es ist eine pluralistische Ignoranz zu beobachten. Die Rentenkürzungen und Steuerkürzungen die Sie erwähnt haben sind längst in der Gesellschaft angekommen, dennoch bevorzugen es die Menschen sich nicht damit zu befassen. Die Angst vor der Wirklichkeit lässt sich sehr schön in den Medien sehen. Vollgeld und die daraus entstandenden Diskussionen sind sehr wichtig – genauso wie das bedingungslose Grundeinkommen – es ist nur eine Frage der Zeit.

      Geldsystem, Private Vorsorge, Immobilen und Bau Lobby, Lebensmittelindustrie, Medien und noch vieles mehr ist so in dieser Form längst gescheitert. Herr @Paul Stirnmann hat es blendend formuliert:

      (Bitte bedenken Sie, dass wir nicht in einer Leistungsgesellschaft leben, sondern in eine Privilegiengesellschaft.)

      Dem ist nichts hinzuzufügen.

      Beste Grüsse

    • Ganz ihrer Meinung. Wir müssenuns beginnen zu wehren gegen diese Politiker und Machteliten

    • Habe den Beitrag im TopTalk gesehen. Der Herr Matter hat viel zu kurz greifende Argumente dagegen. Nur Angsmacherei und Lügen.

  6. Liebe Leserinnen und Leser,

    Erste wichtige Frage: Was für ein System verteidigen die Gegner und was wollen sie umgehen?
    Ein Schuld-Geldsystem, in welchem global einer Geldmenge von 36 Bio.$ ein niemals rückzahlbarer Schuldenberg von 238 Bio.$ gegenübersteht.
    Der Konkurs dieses System kann nur noch verschleppt werden durch ein in 5000 Jahren einmaliges Experiment von Null- und Negativzinsen (welches bereits heute unser Erspartes und unsere Altersvorsorge bedroht) und durch ein massives Aufblähen aller Zentralbankbilanzen, womit alle Märkte global manipuliert werden. Es gibt schon lange keine unabhängigen Zentralbanken mehr.
    In diesem existenzbedrohenden Schneeballsystem ist ein „unendliches“ exponentielles Wachstum (mit entsprechenden Umweltschäden und zunehmend sinnlosem Konsum), eine Vermögensumverteilung von arm zu reich (siehe jährliche OXFAM-Studien) und Verteilkämpfe und Kriege eingebaut. Ist dieses System nachhaltig?

    Dieses aktuelle System wird in den nächsten Jahren einstürzen. Es wird unser Vermögen, unseren Wohlstand und unsere Währungen zerstören, unser Leben bedrohen und wir werden erkennen, dass auch die sogenannte Einlagen-Sicherung von 100’000.- pro Konto eine simple Lüge war. Gemäss BIZ existieren die dazu notwendigen ca. 750 Mia. CHF nicht. Es gibt lediglich ein Versprechen der Banken auf 6 Mia. (!).

    Die Vollgeld-Initiative will eine 100% staatliche Geldschöpfung und eine weiterhin kundennahe Kreditvergabe durch die Privatbanken.

    Die Banken-Nein-Kampagne wird sich als Bumerang herausstellen.
    Vollgeld JA !

    • @Stirnimann
      Jede Schönheitskönigin möchte Weltfrieden, aber den erhalten Sie auch mit Vollgeld nicht.

    • @Roman Günter

      Vor 1891 stellten in der Schweiz fast 40 Geschäftsbanken eigene Banknoten her. Von diesen privaten Banknoten gab es bald einen problematischen Wildwuchs. Das Stimmvolk reagierte konsequent. Gegen den Widerstand der Banken wurde mit einer Volksabstimmung die Gründung der Schweizerischen Nationalbank entschieden. 1907 nahm sie ihren Betrieb als Bank des Souveräns auf. In der Botschaft schrieb der Bundesrat in etwas umständlichen aber deutlichen Worten, weshalb er die Geldherstellung nicht mehr den Banken überlassen wollte:

      ZITAT Bundesrat:
      „Es wurde stets anerkannt, dass es im Hinblick auf die Souveränität leichtsinnig wäre, ein Kreditinstrument wie das einer Emissionsbank in die Hände einer Finanzoligarchie zu legen, ihre Mittel an sie abzugeben und damit zu ermöglichen, dass das öffentliche Interesse versklavt und privaten Interessen geopfert wird.“

      https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc.do?id=10015507

      Herr Roman Günter, ein oft gehörtes Argument gegen die Vollgeld-Initiative ist: Ein hochriskantes Experiment, dessen Ausgang nicht absehbar ist (oder ähnliche Formulierungen). Dass das jetzige globale Finanzsystem in dieser Form noch nie existiert hat und dementsprechend ein hochriskantes Experiment darstellt, darüber wird zu meinem Erstaunen nicht diskutiert.

      Grüsse

    • @Paul Stirnmann, Danke! Jetzt kann die Diskussion starten. Ein ehemaliger Kassensturz Moderator hat mal ein Buch geschrieben mit Null Prozent Wachstum und trotzdem prosperierende Gesellschaft ist nicht nur sehr wohl möglich, es muss das Ziel sein. Leider hat man damals den Ball nicht aufgenommen. Das mit der Altersvorsorge wird allerdings sehr gezielt und heimtückisch herbeigeredet. Aber das ist ein anderes Fass.

      Mit dem zweiten Abschnitt, das denken Sie immer noch mit/im heutigen Denkmuster. Mit den 100’000 Einlage-Sicherung haben Sie es perfekt erkannt und demaskiert. Auch das ist nur herbeigeredet, in dem Fall wohl um das Volk (…) zu beruhigen. Wir alle glauben gerne an Märchen. Ich habe Vollgeld bereits angenommen, in der Hoffnung das ich richtig liege. Und im Wissen, dass es (leider) abgelehnt wird.

      @Roman Günter, klar haben Sie Recht. Das weiss auch jeder, denke ich. Aber es ist immerhin mal ein (bescheidener) Anfang. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.

    • @AHV,

      weiter unten hat @Arbeitgeber zutreffend geschrieben:

      „Aus Sicht der Banken ist Vollgeld unattraktiv, da es zu 100% mit Guthaben bei der SNB unterlegt werden muss. Schutz vor Kursrisiko und Rechtssicherheit kriegt man nicht umsonst.“

      Worüber Reden wir eigentlich?

      Von 1891 bis 1999 hatte die Schweiz gemäss Bundesverfassung im Grunde genommen ein Vollgeldsystem. Der Bund verfügte in dieser Zeit nämlich über ein vollständiges Monopol der Geldemission, und auch die Beteiligung der Kantone am Gewinn der SNB war bereits seit 1891 in der Bundesverfassung verankert. In der Praxis missachteten die Banken jedoch das Geldschöpfungsmonopol des Bundes, als sie bargeldlose Zahlungsinstrumente einführten und dabei anfingen, elektronisches Geld zu emittieren. Der Bund duldete dies über viele Jahre hinweg. Mit der Revision des Banknotenartikels von 1999 wurde schliesslich die Verfassung an die Praxis angepasst, ohne dass die Frage der Geldschöpfung in der Öffentlichkeit diskutiert worden wäre.

      Vollgeld stellt die wichtigste Frage überhaupt: Die Machtfrage!

      Bitte bedenken Sie, dass wir nicht in einer Leistungsgesellschaft leben, sondern in eine Privilegiengesellschaft. Das ist die Schlüsselfrage.

      @Danke Herr @Arbeitgeber (AHV-Rentner) Ihre Beiträge über die 2. Säule werden gelesen.

      Grüsse

    • @Paul Stirnmann -1999, da klingelt es bei mir auf Anhieb. Seit diesem Jahr wird aus der AHV jedes Jahr Geld abgezwackt. Wie der von mir ebenfalls hochgeschätzte @Arbeitgeber (AHV-Rentner) weiss, verstösst das Parlament damit faktisch jedes Jahr gegen die Verfassung. Bundesrat Villiger und der FDP sei dank, wieso bin ich nicht überrascht. Damit schliesst sich der Kreis zu den «Mechanismen, Politiker und Lobbyisten» oder wie es Sie so schön sagen, der Privilegiengesellschaft.

  7. Die Geschichte des Geldes ist auch eine Geschichte der Freiheit. Unternehmer haben es immer verstanden, sich von den Fesseln zu befreien, die staatliche oder religiöse Autoritäten ihnen auferlegen wollten. Nirgendwo ist das so augenfällig wie beim Geld. Herr Geiger hat zu Recht darauf hingewiesen. Zugleich ist es das beste Argument gehen die VGI. Die Sicherheit des Geldes kann auf andere Weise verbessert werden als durch die Einführung von Vollgeld.

  8. Herr Professor Geiger argumentiert, die Post müsse die Sichteinlagen an die SNB abtreten und könne diese deshalb nicht mehr ausleihen.

    Er übersieht, dass die Sichtgelder Guthaben der Postkunden sind. Es sind somit die Postkunden, welche ihre Guthaben bei der Post an die SNB abtreten müssen.

    Die ganze Diskussion hier basiert somit auf einer falschen Prämisse und erübrigt sich somit.

    Marc Meyer

  9. Gem Vollgeldinitiative kann die Postfinance gar kein Geld schöpfen zur Kreditvergabe. Entweder Ihre Aussage ist falsch, oder die der Vollgeldinitiative,
    Sie gehen nur auf Umgehungsmöglichkeiten ein und gehen einfach davon aus, dass die Banken nicht zumindest einmal im Sinne des Allgemeinwohls handeln würden

  10. @“AHV“, „AHV-Rentner“, „Geriatrie“ und zugewandte Orte

    Schönen Nachmittag an die Altersriege, die sich hier wieder zusammengefunden hat, sich im Kreise dreht und sich gegenseitig und selbstzufrieden auf die Schultern klopft.

    „Dieser Marc Meyer – diesen Unsinn, den er erzählt. Kann man den nicht aus der Diskussion ausschliessen?“ Das fordern Anonymlinge nota bene.

    Übrigens: Auch als ich die herkömmliche Geldschöpfung der Banken mit Buchungssätzen erstmals widerlegte (siehe „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“, September 2013) wurde ich heftigst angegriffen („paranoid“ usw. musst ich mir anhören).

    Dann übernahm die Bank of England meine Argumentation und seither ist diese meine Argumentation sakrosankt.

    Aber es darf nicht sein, dass ich als erster diese Diskussion überhaupt aufbrachte. Autoritätsgläubigkeit nennt man das. Die Hackordnung muss bestehen bleiben.

    Wenn ich doch Unsinn erzähle – warum kommen Sie dann immer wieder und wollen mit mir diskutieren – oder mich mundtot machen?

    Was ist geschehen?

    Ich habe lediglich Herrn Professor Geiger darauf aufmerksam gemacht, dass er einen fundamentalen Irrtum begehe. Ich habe das anständig getan. Man kann es nicht anständiger tun.

    Ich hätte auch schreiben können: „Herr Professor Geiger – können Sie denn auch nicht zwischen rechts und links der Bilanz unterscheiden – genauso wie unser guter Professor Jordan (SNB) oder die gescheiten Professoren Axel Weber (Präsident UBS) oder Jens Weidmann (Präsident Deutsche Bundesbank)?

    Nein – ich habe es anständig gesagt und sofort geht die Altersriege auf mich los und sagt, „Vollgeld ist gut“ – „das Beste“ – und „natürlich kann eine Zentralbank ihr selbst gedrucktes Geld als eigenes Zahlungsmittel benützen. Herr Jordan hat das schliesslich gesagt.“

    Meine Herren – kommen Sie doch mal herunter und überlegen Sie nüchtern. Hätten Sie meine Beträge auf IP gelesen, so hätten Sie auch meinen Beitrag gesehen „Spiritus Rector des kranken Bonussystems ist Oswald Grübel“.

    Ich bin nie und nimmer „Fan“ des Bonussystems. Aber um dieses zu bekämpfen, muss man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Vollgeld-Initiative geht völlig am Problem vorbei und ist ein Irrtum in sich selber (Aktivum oder Passivum der SNB? Das wisst Ihr Altherren ja selber immer noch nicht).

    Gehen wir der Reihe nach:

    Herr Professor Geiger hat weiter unten an @pedro geschrieben:

    Zitat:

    @ pedro: Ihre Frage: „Was ändert sich für die Post nach der Annahme der VGI?“ Meine Antwort: „Sie kann die rund 70 Mrd CHF Sichtgelder nicht mehr anlegen, sondern muss sie bei der SNB abliefern. Dies bei einer heutigen Zinsspanne von rund 1 Prozent.“

    Zitat Ende.

    Professor Geiger verwechselt hier die Aktiven und Passiven der Post. Die Post legt bereits jetzt zweistellige Milliardenbeträge bei der SNB an.

    Bei den Sichtgeldern handelt es sich um die Guthaben der Kunden bei der Post – d.h. es handelt sich um die Schulden der Post gegenüber ihren Kunden.

    Diese Guthaben der Kunden sollen nun gemäss VGI auf die SNB übertragen werden bzw. die Post schuldet nicht mehr den Kunden, sondern der SNB. Das ist eine Enteignung der Post-Kunden zugunsten der SNB.

    Nicht die Post muss Sichtgelder an die SNB abtreten, wie das Herr Professor Geiger behauptet, sondern die Postkunden müssen Ihre Guthaben an die SNB abtreten. Dies ist ein entscheidender Unterschied.

    Wenn Professor Geiger aber argumentiert, die Post müsse ihre Sichtgelder an die SNB abtreten, so zeigt uns das, dass auch Banken-Professor Geiger Aktiven und Passiven der Post miteinander verwechselt.

    Es geht hier also nicht um einen wegfallenden Zinsertrag für die Post. Die Post erhält jetzt einfach Kredit von der SNB anstatt von den Post-Kunden. Es geht bei der VGI aber um die Enteignung der Post- und Bankkunden zugunsten der SNB.

    Die Privaten Haushalte sollen gemäss VGI enteignet werden. Deren Bank- und Postguthaben sollen ohne Zahlungsanweisung des Kontoinhabers – per Volksbeschluss – auf die SNB übertragen werden.

    Die ganze weitere Diskussion bezüglich der Umgehung der Vollgeld-Initiative durch die Banken verlagert sich, wenn man diesen Punkt der Initiative begriffen hat. Bereits die Prämisse zu der Diskussion, die Sie führen möchte ist ein Irrtum.

    Also – diesen Punkt darf ich doch aufbringen meine Altherren – ohne dass ich von der Diskussion ausgeschossen werde? Nicht wahr?

    Oder wollen Sie sich weiter selbstgefällig im Kreis drehen? Ohne Widerspruch!

    mfG

    Marc Meyer

    • Schade das man nicht verstehen will das, dass aktuelle System zu viele Anreize schaft für unsaubere unsoziale Geschäfte. Was soll verwerflich sein an einem System das eine höhere Sicherheit den Konten zugesteht als das aktuelle. Denn es ist immer noch so, dass die Einlagesicherung (100000.-) nicht reichen! Fake Sicherheit!!!

    • Sehr geehrter Herr Meyer

      Wenn ihre Meinung zum Thema das folgende Zitat ist muss ich das nicht verstehen aber ich akzeptiere es sehr wohl:

      „Die ganze weitere Diskussion bezüglich der Umgehung der Vollgeld-Initiative durch die Banken verlagert sich, wenn man diesen Punkt der Initiative begriffen hat. Bereits die Prämisse zu der Diskussion, die Sie führen möchte ist ein Irrtum.“

      … dann verstehe ich nicht warum Sie hier ellenlange Kommentare verfassen die nichts mit dem in diesem Beitrag zur Diskussion stehenden Themas zu tun haben; dieser eine Satz hätte doch genügt (mindestens in diesem Beitrag) …

      … aber so entsteht nun wirklich keine konstruktive Diskussion in diesem Beitrag; einfach nur schade!

      Herzliche Grüsse
      Hedgie

    • Sehr geehrter Herr Dr. Marc Meyer,

      bitte bleiben Sie uns gewogen. „Inside“ wäre nicht „Inside“ ohne Marc Meyer, Dr. Bleiben Sie gesund Dr. Meyer und möge Prof. Jordan endlich zu seinen Irrlehren stehen; und die Vollgeldler über den Jordan gehen. Herzliche Grüsse aus dem Pflegeheim St. Chrischona wo ich mit Ihrem Einverständnis vorausgesetzt Plakate aufstellen werde.

      „Herr Dr. nat. oec Marc Meyer aus Riehen unser zukünftiger Präsident der Schweizerischen Nationalbank“.

      Ihr verbundener Diener.
      Arbeitgeber (AHV-Rentner)

    • Marc Meyer, Dr., seien Sie mit Ihren Kommentaren willkommen. Das ist ja gerade das sensationelle was Lukas Hässig mit diesem Blogg aufgezogen hat. Mundtot vielleicht anders wo, aber nicht hier. Lukas Hässig sein dank. Auch ich bin ein wenig frustriert, dass die Diskussion hier die ganze Zeit schon beim ersten, dem buchhalterischen Punkt, hängen bleibt. Wo dass doch meiner Meinung nach gar nicht das Hauptproblem ist. Um nicht zu sagen das mit Abstand kleinste Problem von allen ist. Denken Sie an die «Minder-Initiative = Abzogger-Initiative». Die «Abzogger» (…) hat diese Abstimmung überhaupt nicht gekratzt. «Die» haben mit abzoggen genauso weitergemacht wie vorher.

      Dabei wäre es so wichtig gewesen, mit dieser Diskussion hier weiter zu kommen. So haben wir nach wie vor den Status Quo. Sie beschützen ein marodes, total korruptes und schon längst gescheitertes System. Dabei hätten gerade Sie sicherlich auch abseits von Buchhaltungssätzen und Kontierungen soviel zu sagen. Das würde mich interessieren.

      So öffnet sich die Schere munter weiter, Flüchtlinge kommen zu uns, weil in ihren Ländern wegen genau der gleichen behämmerten Ideologie Krieg und/oder Ausbeutung herrscht (durch uns). Dazu der von uns verursachte Klimawandel, denn bis auf einen alle sehen, Länder bis Kontinente kaputt gehen, die Leute zu uns kommen, weil sie sonst verhungern oder getötet werden. Das wiederum bei uns die Leute in Scharen zu den rechten Populisten wandern lässt, die wiederum das Ganze anheizen. Sehen Sie diesen (äusserst gefährlichen) Kreislauf, der früher oder später im Krieg enden könnte? In der Logik der Buchhaltung nur dort enden kann. Dabei müssten wir schon längst ein Zeichen setzten. Mit einem «Ja» zu Vollgeld beispielsweise.

  11. Es war (und ist eigentlich immer noch) Aufgabe der Nationalbank, Schweizer Franken zu schaffen. Klammheimlich wurde dieses Geldschöpfungsmonopol, das im Gesamtinteresse des Volkes von Nutzen wäre, beim elektronischen Geld (90% heute) den am privaten Profit interessierten Geschäftsbanken überlassen. Nach diesem Experiment (durchaus riskant) will die Vollgeld-Initiative nun den ursprünglichen Verfassungsauftrag der Nationalbank nun endlich auch auf das elektronische Geld erweitern. Es ist an der Zeit, das umzusetzen, um wieder auf der Höhe der Gegenwart zu sein. Auch in anderen Ländern ist man daran, elektronisches Zentralbankgeld für die gesamte Bevölkerung zu schaffen (Schweden, Dänkemark, England…). Also vorwärts! Hopp Schwiiz und mit ein bisschen Zivilcourage: Vollgeld ja.

  12. ich möchte kurz auf den Anteil vom gesetzlichem Zahlungsmittel eingehen:

    https://www.snb.ch/de/iabout/cash/id/cash_circulation

    77 Milliarden ist der ganze Noten“umlauf“
    davon über die Hälfte in 1000er.

    Damit könnte man gerade mal Richemont und Credit Suisse kaufen…
    https://www.finanzen.net/index/SMI/Marktkapitalisierung

    Offizielle Bankeinlagen von UBS & CS alleine in der Schweiz: rund 400 Milliarden. Postfinance über 100.
    Alles in allem kommt man auf über 1 Billion.

    So kann man sagen, dass die 5% vielleicht tatsächlich hinkommen.

    Jedoch schreibt die SNB selbst:
    Der hohe Anteil der grossen Notenabschnitte deutet darauf hin, dass Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden.

    Genau so ist es. Seit der 2007 hat sich der Wert des Banknotenumlaufes fast verdoppelt!!

    Die Wirtschaftstransaktionen stiegen um wenige Prozente.

    • @Peter Keller

      Genau so ist es.

      Und wer hortet 1000er Noten? Wo?

      Die von den Vollgeldlern in den Himmel gelobte SNB profitiert von der Steuerhinterziehung.

      Man sollte die SNB halt doch einmal zu hinterfragen wagen. Aber das will ja niemand – weder die SNB noch die Vollgeldler noch die Politik.

      Marc Meyer

    • Wahrscheinlich ist dafür die Sucht der Menschen verantwortlich, dem Geld doch noch irgendeinen Wert zumessen zu wollen, weil es eine wenig verstandene Konstruktion ist. Umgehung von Vollgeld = mehr Risiko. Das zeigt gerade die Vorgeschichte der Einführung des Mindestkurs. Aus Sicht der Banken ist Vollgeld unattraktiv, da es zu 100% mit Guthaben bei der SNB unterlegt werden muss. Schutz vor Kursrisiko und Rechtssicherheit kriegt man nicht umsonst.

  13. Wirklich schade, dass hier nicht über das eigentlich spannende Thema „Umgehungs-Möglichkeiten“ diskutiert wird; stattdessen lesen wir hier zum gefühlten 1000sten mal die Buchhaltungs-Theorie des Dr. Marc Meyer ….

    Kann hier die „Rennleitung“ nicht einmal eingreifen?

    Herzliche Grüsse
    Hedgie

    • @Hedgie,

      Wahr gesprochen.

      Die Faktenresistenz über die Unzulänglichkeiten des heutigen Geldregime sind ein Widerspruch an sich. Eine Diskussion über die „Umgehungs-Möglichkeiten“ wäre deshalb sehr hilfreich weil es eine Steilvorlage für die Vollgeld-Befürworter ist.

      Jede Diskussion wird verunmöglicht auf Grund eines persönlichen Disput. So kann es nicht mehr weitergehen in diesem Forum.

    • @Hedgie, das würde mich auch sehr interessieren. Schon wenn man sieht, wie einfach die «Minder-Initiative» in der Praxis umschifft wird. Die «zoggen» in ihrem Selbstverständnis Gott gegeben genau gleich ab wie früher. Auch buchhalterisch übrigens … Für was haben wir überhaupt abgestimmt frage ich mich. Die Initiative damals war kaum angenommen, hatte ich genauso einen solchen Fall den wir scheinbar verhindert haben ganz neu auf meinem Bildschirm. Und alles war und ist rechtens.

      Von Dr. Marc Meyer und seinem buchhalterischen Denken bin ich beeindruckt. Alles ist in sich geschlossen und macht Sinn. Habe nur zwei Anmerkungen dazu. Erstens, unsere Gesellschaft als solches kommt so nicht weiter und das müssen wir. Mit seinem Denken ändert sich nichts, wir bleiben im Status Quo. Und zweitens, Die «Minder-Initiative» war nur auf dem Papier erfolgreich. Auch der Status Quo in dem wir im Moment leben ist nur auf dem Papier erfolgreich. Darum würde mich sehr interessieren wie wir es gestalten können das die Vollgeldinitiative, würden wir sie annehmen (was wir in der Realität nicht tun), nicht nur auf dem Papier erfolgreich gestalten können. Also nicht wieder Fluchtwege nach Lust und Laune bieten für alle unsere «Abzogger». Ich denke das ist genau das was Sie meinten und auch mich brennend interessieren würde. Das Alles ist garantiert kein buchhalterisches Problem. Es ist alles nur Ideologie.

      Vollgeld wir abgelehnt, weil «das Kapital», die von Macht und Geld her betrachtet heute Mächtigen, fürchtet ihre Privilegien zu verlieren. Es wären nicht einmal alle, aber diese wenigen sind schon zu viel für sie. Also weiter mit, in Deutschland würde ich sagen, Hartz 4 Empfänger, 1€ Jobber und working poor. Ohne Licht am Ende des Tunnels.

    • @AHV,

      nur kurz aus der geriatrische Rehabilitation des Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona nahe Riehen (BS) und Hochburg Marc Meyer, Dr. Für Versicherte, die im März 2019 das Pensionsalter 65 erreichen, sinkt der UWS-Satz der SBB von 5,18 auf 5,08 Prozent. Anschliessend geht die Rentenkürzung weiter.
      Quelle:SBB/SDA.

      Genauso ist es @AHV. „Vollgeld wird abgelehnt also weiter mit, in Deutschland würde ich sagen, Hartz 4 Empfänger, 1€ Jobber und working poor. Ohne Licht am Ende des Tunnels.“ Hinzu kommt, die Deindustralisierung, Verschandelung der Landschaft (Geistersiedlung usw.) und eine Bevölkerung die ethnisch dabei ist ausgetauscht zu werden. Und wir hatten so viele Chancen uns für einen anderen Weg zu entscheiden. Die Rede ist hier nicht um eine verlogene Diskussion einer monoethnische und monokulturelle Gesellschaft. Nein. Eine soziale und familienpolitik die ihren Namen verdient. Die Gesellschaft zu versöhnen. Die obszöne Geldakkumulation in unserem Land sachlich und ohne Feindbildern in einer öffentlichen Debatte zu beleuchten. Eine echte innovative Energie – Wirtschaft,- und Infrastruktur aufzubauen. Was haben wir? Ein Land ohne natürlichen Ressourcen und in Geiselhaft von Konzernen und den eigenen Eliten die dabei ist zu implodieren.

      Wollen wir so weiter machen? Vieles was Marc Meyer, Dr. schreibt ist richtig und schlüssig. Was Zahlungsmittel-SNB und Vollgeld angeht irrt er m.E.

      Sie grüssend

  14. Guten Morgen Herr Roman Günter
    Guten Morgen Herr Rudolf Müller,

    1. Bankengiralgeld, wie es heute den schweizerischen Zahlungsverkehr zu etwa 90 Prozent dominiert, wird in der BV nicht erfasst. Erst 1999 erwähnt es der Bundesrat in seiner Botschaft zum (Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel).

    2. Vollgeld ist unabhängig von seiner Form – Münzen, Noten oder zukünftig elektronisches Bargeld – Zentralbankgeld, also gesetzliches Zahlungsmittel.

    3. Nach dem Initiativtext bleibt die Kreditwirtschaft klar Sache der Geschäftsbanken.

    4. Wie schon unten behandelt, wäre sowohl das Kreditrisiko auf Vollgeldzahlungsverkehrskonten wie die Gefahr eines volkswirtschaftlichen Kreislaufkollapses entschärft. Das Problem kriselnder Geschäftsbanken liesse sich so samt der Geiselhaft der Steuerzahler zur allfälligen Bankenrettung ursächlich überwinden.

    5. Solange die SNB nicht eine überhitzte Konjunktur bremsen will, wird sie das Wachstum der zirkulierenden Geldmenge nicht einschränken. Zu ihren Instrumenten gehören weiterhin auch die Zinspolitik und die Offenmarktpolitik, also der Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren und Devisen, sei es direkt bei den Banken oder an der Börse. Das Instrumentarium der SNB wird nicht eingeschränkt, sondern erweitert; und mit dem sicheren Vollgeld wird ihre stabilitätspolitische Aufgabe erst noch wesentlich erleichtert.

    6. Es ist weder eine Kapitalismuskritik, noch eine Bankenkritik, die Geschäftsbanken haben die Geldfunktion errungen. Auch da ist eine präzise chronologische, juristische und buchhalterische Differenzierung unabdingbar; so wie in dem von Ihnen zitierten Beitrag von @Arbeitgeber.

    7. Giralgeld, wie es heute den schweizerischen Zahlungsverkehr zu etwa 90 Prozent dominiert, wird in der BV nicht erfasst. Erst 1999 erwähnt es der Bundesrat in seiner Botschaft zum (Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel). 1891 wurde in einer Volksabstimmung das Geldschöpfungsmonopol des Bundes mit Bezug auf die damals den Zahlungsverkehr dominierenden Münzen und Banknoten angenommen und 1951 wiederum per Volksabstimmung bestätigt. Ergänzt wurde die BV 1951 um die Aufgabe der Nationalbank, den Geldumlauf des Landes zu regeln (Art. 393).

    Es wird eine – wie damals – eine Lücke geschlossen und einen Gleichgewicht wieder hergestellt.

    LG

  15. @Rudolf Müller

    Guten Abend Herr Müller

    Es ist mein Entscheid, ob ich mich hier fachlich in die Diskussion einbringe oder nicht.

    Ich habe mir erlaubt, hier auf einen Widerspruch von Herrn Professor Geiger aufmerksam zu machen.

    Und wenn ich mir erlaube, eine Argumentation von mir auch hinüber auf meinen eigenen Text zu posten, so frage ich bestimmt nicht Sie zuerst.

    Fachlich drehen Sie sich weiter im Kreis wie SNB-Chef Jordan und die die Vollgeldler. Ist Ihnen noch nicht schwindlig?

    Es bringt auch nichts, wenn Sie sich ständig gegenseitig auf die Schultern klopfen mit Ihren Kumpeln hier wie „AHV“, „Rentner“ „Geriatrie“ usw.

    Sie verwechseln Aktiven und Passiven und spielen jetzt die Buchhaltung herunter. Sie machen es sich so einfach wie die SNB und die Vollgeldler.

    Sie sind wie ein Anfänger in der Mathematik, der einen Rechenfehler macht und behauptet, die Mathematik sei falsch und nicht wichtig.

    Notenbankgeld ist KEIN Zahlungsmittel für die SNB – weder aus juristischer, bilanztechnischer oder volkswirtschaftlicher Sicht.

    Das sollten Sie nun einfach einmal zur Kenntnis nehmen. Hören Sie endlich auf mit ihrer kindischen Quengelei.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  16. Herr Müller

    Wenn Sie Herrn Meyer ernsthaft helfen wollen, sollten Sie vielleicht überlegen, nicht mehr auf seine pseudo-intellektuelle Inkontinenz zu reagieren. Es gibt genügend interessante Wortmeldungen, auf die es lohnt, einzugehen.

    Beste Grüsse

    Walt Rother

    • @Walt Rother (fake Pseudo)

      Die Vollgeldler haben offenbar überhaupt keine fachlichen Argumente mehr und versuchen, mit Polemik ihr Defizit zu kaschieren.

      Dss kommt davon, wenn man seine Argumentation auf der Irrlehre von SNB Jordan und den Zentralbankern aufbaut.

      Es fällt alles zusammen wie ein Kartenhaus.

      MfG

      Marc Meyer

  17. Hallo Herr Dr. Marc Meyer,

    bewundernswert ist Ihr Einhalten von Versprechen. Obwohl Sie mit Herrn Hässig vereinbart hatten, dass Sie zu Ihrem eigenen Beitrag keine Kommentare mehr schreiben, haben Sie trotzdem zum Beitrag –„Vollgeld“ ist rotester Kommunismus – lanciert vom Ausland –
    noch eine Kommentar nachgeschoben. Sie müssen halt immer und überall Ihre Duftnote hinterlassen.

    Ihre eingeengte Sichtweise auf die Buchhaltung wollte ich etwas näher beschreiben, nehme aber jetzt Abstand davon, da Herr Roman Günter dies bereits perfekt vorgelegt hat. Ich erlaube mir deshalb seinen entsprechenden Text hier nochmals wiederzugeben.

    Zitat :
    „Guten Tag, Herr Müller
    Im Prinzip gibt es mit der juristischen, der politischen, der volkswirtschaftlichen und der betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise, vier essentielle Sichtweisen zur Funktion der Nationalbank. Juristisch interessiert hauptsächlich das Girokonto als gesetzliches Zahlungsmittel, politisch die Unabhängigkeit und Gewinnausschüttung, volkswirtschaftlich Preisstabilität und Geldmenge und betriebswirtschaftlich die Bewirtschaftung der Aktiven.
    Herr Meyer glaubt mit der bilanztechnischen Betrachtungsweise ein fünftes Gebiet gefunden zu haben. Er erklärt sämtliche Funktionen der Nationalbank über die Bilanz und blendet dabei völlig aus, dass die Bilanz reale Sachverhalte möglichst anschaulich darstellen soll, aber tatsächlich auch nur ein Modell ist. Ob IFRS, US GAAP, Swiss GAAP, u.s.w., diese Modelle werden laufend angepasst. Für Meyer ist es hingegen ein Naturgesetz.
    Versuchen wir auf einer Landkarte die kürzeste Strecke zwischen Zürich und New York zu ermitteln, erhalten wir ein anderes Resultat, wenn wir die gleiche Aufgabe über einen Globus lösen. Die Landkarte ist nur ein Modell, welches zur Navigation im kleinen Raum durchaus brauchbare Ergebnisse liefert, auf globaler Basis funktioniert es nicht.
    Für Herr Meyer ist die Welt immer noch eine Scheibe, darum werden seine Ideen immer auf Widerstand stossen. Ihm fehlt die globale Sicht.
    …………..“

    Zitat Ende

    Quelle: https://insideparadeplatz.ch/2018/05/01/trilogie-des-fiatgeldes-iiivollgeld-ist-reines-staatsgeld-und-somit-alter-wein-in-neuen-schlaeuchen/#comment-207507

    Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

    Beste Grüße
    Rudolf Müller

  18. @Adrian P.

    Nebenan habe Sie geschrieben, der Kredit der SNB an die Banken im Betrag von mehreren hundert Milliarden Franken könne verrechnet werden mit den Guthaben, welche die Banken schon jetzt bei der SNB besässen.

    Was heisst das?

    Es heisst, dass die SNB in den Besitz von Vermögen bei den Banken gelangt, ohne dafür eine zusätzliche Schuld eingehen zu müssen.

    Wie ist das möglich?

    Gemäss Vollgeld Initiative sollen die Guthaben der Bankkunden auf die SNB übertragen werden.

    Zu gut deutsch:

    Die Bankkunden sollen enteignet werden zugunsten der SNB.

    Sie bringen immer wieder den Vergleich mit der ABB Aktie: Vollgeld sei zu verbuchen wie eine Aktie.

    Dieser Vergleich hinkt nicht nur, sondern er ist schlichtweg falsch:

    Warum?

    Eine ABB Aktie ist bei ABB auf der Passivseite als Eigenkapital eingebucht.

    Vollgeld hingegen ist, gemäss Ihren Aussagen nebenan, nicht in der Bilanz der SNB verbucht.

    Auch Herr Christoph Zenger schteibt, Vollgeld sei nicht in der SNB Bilant verbucht.

    Sehen Sie den Unterschied?

    Die Vollgeld Initianten drehen sich endlos mit Fehlbuchungen im Kreis. Sie verwechseln Aktiven und Passiven genau so wie die SNB.

    MfG

    Marc Meyer

  19. Guten Abend Herr Roman Günter,

    Nach der Finanzkrise trauten sich die Finanzchefs der Schweizer Unternehmen nicht mehr, ihre Gewinne im Ausland zu investieren. Das Risiko war ihnen zu gross. Stattdessen tauschte man die Devisenreserven gegen sichere Franken und trieb damit dessen Kurs in die Höhe. Die SNB verhinderte das, indem sie die Devisenreserven aufkaufte. Von Arbeitnehmer als Ursache für die CHF-Stärke zu sprechen, weil diese im unmittelbaren Ausland Einkaufen, ist irreführend – schon deshalb – weil Sie die Schweizer Rentner nicht erwähnt haben, die zu X Tausenden jeden Tag GEZWUNGEN sind im Ausland ihren lebensnotwendigen Proviant zu ergattern. Darüber (Alters und Kinderarmut) gibt es in der Schweiz noch keine zuverlässigen Studien – und das ist politisch gewollt. Aber das ist Stoff für einen anderen Beitrag.

    Unerwähnt haben Sie gelassen, dass in einem Vollgeldsystem das Vollgeld einer ABB-Aktie z.B. auch rechtlich quasi gleichgestellt ist: Die Bank erlangt daran nicht mehr Vollrechtsinhaberschaft (bei physischem Geld: Eigentum), die ihr eine Nutzung in eigenem Namen gestatten würde (insb. z.B. Kreditgewährung an Dritte).

    Laut Übergangsbestimmung soll „am Stichtag [des] Inkrafttretens alles Buchgeld auf Zahlungsverkehrskonten [gemeint ist das nicht-gesetzliche Zahlungsmittel „Sichtguthaben gegenüber Geschäftsbank“] zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel [werden]“.

    Die Verbuchung dürfte fortan vergleichbar sein mit jener z.B. einer ABB-Aktie eines Bankkunden: Auch sie erscheint nicht in der Bilanz der Bank und sie ist im Konkurs der Bank absonderbar (Art. 16 und 37d Bankgesetz). Wo die Aktie technisch in letzter Instanz gebucht wird (inhouse oder – wie heute üblich – bei einem Zentralverwahrer) ist – mit Nuancen – sekundär.

    Analog wäre es denkbar, die Zahlungskontoguthaben (aka „Vollgeld“) künftig z.B. über bei einem neuen Abwicklungszweig der Schweizer Börse SIX (etwa „SIX Nonbank Clearing AG“) zu buchen. (So führt heute die SIX Interbank Clearing AG im Auftrag der SNB bereits die auf Zentralbankbuchguthaben lautenden Verrechnungskonti der Banken)

    Die drohende Verkürzung der Bankbilanz-Passivseite soll – ebenfalls gemäss Übergangsbestimmung – durch eine neu einzubuchende Schuld in gleicher Höhe gegenüber der SNB ausgeglichen werden.

    Die Banken sowohl als Freund und Helfer schmackhaft zu machen, weil sie die ihnen anvertrauten Gelder auch wieder verfügbar machen müssen, als auch als Wohltätigkeitsinstitution, weil sie die vom Einleger erzwungende Risikobeteiligung mit symbolischen Zinsen anerkennen ist m.E. nicht zielführend.

    Auch im Vollgeld-System könnten die Bankeinleger durch Sparkonto, Festgelder und Kassaobligationen beim Bankkonkurs zu Schaden kommen. Aber sie hätten – und das ist der PUNKT – eben die Wahl, ihr Geld auf sicheren Transaktionskonti (Privatkonti für den Zahlungsverkehr) zu halten. Diese wären so unverzinslich wie das Bargeld, dafür genauso sicher vor dem Zugriff der Bank.

    Guthaben auf Zahlungsverkehrskonten sind im Vollgeldsystem nicht mehr nur ein (unsicheres) Zahlungsversprechen der Bank mit im Krisenfall ungewisser Einlösung, sondern eben sicheres und jederzeit verfügbares Nationalbankgeld wie Münzen und Banknoten. Damit gewinnen die Bürger und Firmen eine neue Freiheit im Umgang mit ihrem Geld, nämlich die Option, ihr Geld auf dem Vollgeldkonto ruhen zu lassen, soweit sie jedes Risiko vermeiden möchten.

    • Guten Tag, Adrian P.

      Da habe ich vielleicht meine Ideen zuwenig klar dargestellt. Ich gehe nicht davon aus, dass die Schweizer Rentner Ursache für die 800 Milliarden auf der Nationalbank sind. Das Beispiel mit dem Auslandskonsum sollte ein Hinweis auf die Schattenseiten eines empfundenen Vorteils aufzeigen. Eingriffe in bestehende Systeme sind immer ein Risiko und einige der Risiken der VGI sind schon heute absehbar, obwohl es die Befürworter immer wieder ausblenden und meinen, die Nationalbank werde es dann schon richten. Mehr zur Bewirtschaftung des Schweizer Frankens hatte ich schon etwas weiter unten, in meiner Antwort an „AG (AHV)“ geschrieben.
      https://insideparadeplatz.ch/2018/05/17/so-wuerden-die-banken-das-vollgeld-umgehen/#comment-209046

      Das Modell der VGI ist relativ simpel gestickt und stand nie wirklich zur Diskussion. Die „Verpflichtungen gegenüber Kunden“ werden an die Nationalbank (Depotstelle) als Vollgeld zur Sammelaufbewahrung übertragen, die entsprechenden Guthaben werden dem Kunden bei der Bank im Depot gutgeschrieben. Im Gegenzug wird die Nationalbank direkt als Kreditgeber einspringen und in der Bankbilanz als „Verpflichtung gegenüber Nationalbank“ geführt. Dieses Darlehen soll dann über einen zu bestimmenden Zeitraum abgebaut werden. Darin stimme ich also mit Ihren Ausführungen absolut überein.

      Ich sehe aber die Banken weder als Wohl- noch als Übeltäter. Die Banken sind einfach gewinnorientierte Unternehmen, welche Dienstleistungen im Finanzbereich anbieten. Sie sind ein wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft, Finanzintermediär, Arbeitgeber und Steuerzahler. Unser Finanzsystem hat die letzte globale Finanzkrise äusserst gut gemeistert und seither sind noch zusätzliche Sicherungen eingeführt worden. Man hätte natürlich einfach die Eigenkapitaldecke erhöhen können, doch leider wurde vorgezogen, in kleinen regulatorischen Schritten scheibchenweise die Wertschöpfung zu beschneiden. Die VGI wäre einer der grösseren Schritte diesbezüglich – gegen die Schweizer Wirtschaft, nicht unbedingt gegen die Banken.

      Gedanklich kann man das durchaus mal durchspielen. Was wären die Auswirkungen, wenn für sämtliche Unternehmen „Kreditoren“ nicht mehr erlaubt wären? (Die VGI will genau das teilweise nur für die Banken einführen.)
      Es wäre nicht der Untergang, aber alle eingespielten Prozesse würden komplizierter und teurer.
      Einige Dienstleistungen werden sich mit den Bestimmungen des VGI für die Bank nicht mehr lohnen und vermutlich ersatzlos gestrichen. Sie könne davon ausgehen, dass es nicht die Dienstleistungen für Grossunternehmen und vermögende Kunden betrifft. Ein Teil dieser Dienstleistungen wird vermutlich freudig von Drittanbietern angeboten, einfach im weit weniger regulierten und dafür im (für deren Kunden) weit risikoreicheren und ungeschützten Bereich.

      Das Kontokorrent-Konto (die Bankenkreditoren) wurden schlussendlich von den Kunden als Zahlungsmittel nachgefragt und genutzt, eben weil Barzahlungen viel umständlicher und risikoreicher waren. Wollen Sie wieder in die alten Postschalterzeiten zurück?

      Alters- und Kinderarmut nehme ich schon als wichtiges Thema war. Meiner Ansicht nach sollten aber Bevölkerung und Politik alles daran setzen, dass unsere Wirtschaft gestärkt wird, wo immer möglich, und eben auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte immer noch eine Arbeit finden können (gerade auch dann, wenn viele im Ausland einkaufen und damit zusätzlich Arbeitsplätze vernichten).

      Leider reiht sich die VGI in die unheilige Allianz der ideologischen Systemkritiker ein, welche mit ihren Besitzstandswahrungsansprüchen effektiv zusätzlich den sozialen Abbau vorantreiben.

      Beste Grüsse

    • Guten Abend Herr Roman Günter,

      zu Ihrem Kommentar an Herrn Adrian P vom 21. Mai 2018 / 13:38 einige Anmerkungen.

      Volatiler Frankenwert
      In Ihrer Antwort an „AG (AHV)“, die Sie als Hinweis aufführen schreiben Sie:
      ~~~~~~~
      „Im VGI soll das geschaffene Geld and Bund, Kantone oder sogar direkt an die Bürger ausgegeben werden. Soll die Nationalbank künftig zur Wahrung der Preistabilität diesen in einem solchen Szenario das Geld wieder wegnehmen? Wohl kaum! Die VGI beschränkt effektiv die Handlungsmöglichkeiten der Nationalbank, der Schweizer Franken wird volatiler.“
      ~~~~~~~
      Hierbei erwähnen Sie jetzt bewusst oder unbewusst nicht die von der VGI vorgenommene Limitierung von Willkürgeld. Als Willkürgeld bezeichne ich die Inumlaufbringung von Zahlungsmitteln, ohne das dabei Schulden entstehen. Es steht also nicht wie beim Kreditgeld jedem erzeugten Franken auch ein Franken-Schuldner gegenüber.

      Beim Kauf von Aktiva durch die Bank steht dem erzeugten Zahlungsmittelwert heute ein Bilanzwert in Form von Wertschriften gegenüber. Dieses ist ebenfalls bei Willkürgeld nicht der Fall. Auch die Bitcoins stellen Willkürgeld dar, jedoch steht gegenüber dem „staatlichen Willkürgeld“ bei den Bitcoins kein Staat als Garant und Gesetzgeber dahinter. Doch auch dieses, rein auf nichts basierende Zahlungsmittel, wird erstaunlicher Weise von vielen als Zahlungsmittel akzeptiert.

      Nun will die VGI die Ausgabe von „Vollgeld“ dreiteilen. Ein Teil, in Höhe von 300 Mrd. CHF soll als Willkürgeld in Umlauf gebracht werden und der darüber liegende Anteil über Kredite an Geschäftsbanken. Über direkte Aktivakäufe hat die SNB, jetzt wie auch später, eine dritte Möglichkeit, Zentralbankgeld in Umlauf zu bringen. Über die Rückführung von Krediten sowie den Verkauf von Aktiva kann die SNB die umlaufende Zentralbankgeldmenge auch wieder reduzieren. Die VGI möchte also nur den Anteil der empirisch stetig benötigten Geldmenge in Form von Willkürgeld in Umlauf bringen.
      Ihrer Vermutung Herr Günter, dass die VGI den Handlungsspielraum der SNB effektiv beschränkt, sehe ich deshalb nicht so.
      Anmerkung: Kreditgeld und Willkürgeld unter dem Namen „Vollgeld“ zu subsumieren, wie es die VGI tut, halte ich für wenig zielführend zur Klärung des Sachverhalts.

      Das Szenario, welches Sie als Folge der Initiative bezüglich Dienstleistungen von Banken aufbauen, ist reine Spekulation Weshalb sollten Dienstleistungen in einen risikoreicheren ungeschützten Bereich abwandern?

      Gleichbleibende Geldmenge
      Fakt ist jedoch, dass bei Annahme der Initiative und gleich bleibendem Geldbestand dem Bankensektor insgesamt 300 Mrd. CHF an Kreditvolumen fehlt. Da die Wirtschaft bereits mit 300 Mrd. Willkürgeld bedient wurde, benötigt sie insgesamt 300 Mrd. an Krediten weniger. Dadurch steigen die Kosten des Bankensektors auf die angebotenen Dienstleistungen, da er ja nach wie vor sämtliche Dienstleistungen erbringen soll. Neben erhöhten Kosten für die Kontoführung werden wohl auch noch andere Positionen betroffen sein. Aber die Verteilung dieser Kosten bleibt reine Spekulation.

      Kontokorrent-Konto (die Bankenkreditoren)
      Ihre Beschreibung Herr Roman trifft vielleicht auf die Schweiz zu. In Deutschland wurde der Lohn- und Gehaltsempfänger schlicht gezwungen, auf das für die Unternehmen günstigere Bankkontensystem umzusteigen. Es wurde kein Bargeld mehr ausgezahlt. So wurde auch z. B. das Entlassungsgeld bei der Bundeswehr per Verrechnungsscheck vergütet. Neben dem Vorteil, dass es nicht direkt im Zuge der Reservistenfeier in Flüssiges umgesetzt werden konnte, musste jedoch jeder Wehrpflichtige ein Bankkonto eröffnen, um an „sein Geld“ zu kommen. Von freiwilliger Einsicht in den Bedarf von Bankkonten konnte bei einer Vielzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger somit keine Rede sein. Ihre Andeutungen, dass bei Annahme der Initiative wieder bargeldnahe Zahlungen im Vordergrund stehen könnten, sind auf Sand gebaut.

      Jedoch bleibt bei allem Für und Wider die Frage offen, ob die durch die Initiative erreichbaren Vorteile, aber auch die von ihr nicht thematisierten Nachteile, eine Systemumstellung in dem angedeuteten Maßstab rechtfertigen? Was bleibt in der Praxis von allen ideologischen Höhenflügen noch übrig? Kann nicht auch mit weit weniger Aufwand ein ähnliches Ergebnis erzielt werden?

      Zu Ihrem letzten Kommentarsatz
      ~~~~~~
      “Leider reiht sich die VGI in die unheilige Allianz der ideologischen Systemkritiker ein, welche mit ihren Besitzstandswahrungsansprüchen effektiv zusätzlich den sozialen Abbau vorantreiben.“
      ~~~~~~
      noch eine Bitte. Könnten Sie mir den Inhalt etwas näher erläutern?

      LG
      Rudolf Müller

  20. @Visionär

    Ja, leider haben Sie Recht. Wenn eine Geschäftsbanken Konkurs geht, dann sind die Kundeneinlagen Teil der Konkursmasse. Es gibt zwar die Einlagen“sicherung“ der Banken,doch die ist bestenfalls ein Tropfen auf den heissen Stein, für den normalen Kunden bleiben höchstens ein paar Brosamen.

  21. … Das niedere Selbst in uns allen oder wollen wir es ‚die sieben Totsünden‘ nennen, bedeutet:
    jeder ist für diesen Teil von sich selber verantwortlich – verantwortlich wie sehr man Lust hat, Recht zu umgehen, zu schaden zum eigenen Vorteil.

    Die Initiative ist der Text für die BUNDESVERFASSUNG – das Parlament hat viel Verantwortung – heisst definitiv eine ‚riesige Chance‘, die Ausarbeitung für die Anwendung und Praxis richtig und gut zu machen – genau im Sinn des Verfassungstextes.

    Die Initianten stehen sicher mit ihrem grossem Wissen gerne zur Verfügung.

    • Da haben Sie etwas falsch verstanden, Frau Schneiter. Es geht hier nicht um die Umgehung von Gesetzen. Die VGI glaubt mit einem Gesetz das wirtschaftliche Handeln der Menschen steuern zu können.

      Ein schönes Beispiel war der hohe Aussenwert des Schweizer Frankens der letzten Jahre. Die Arbeitnehmer in der Schweiz verdienten ihren Lohn in CHF und konsumierten immer mehr im vergleichsweise günstigen Ausland. Das ist nachvollziehbar und keine Umgehung irgendeines Gesetztes. Damit kamen aber auch die in CHF bezahlten Löhne unter Druck. Wer konnte, lagerte arbeitsintensive Prozesse mit kleiner Wertschöpfung eben auch ins Ausland aus und einige grenznahe Betriebe stellten ihre Dienstleistungen einfach ein, die Sozialkosten blieben aber in der Schweiz. Entsprechend stiegen die Sozialkosten in den letzten Jahren.

      Die stützenden Massnahmen zur Preisstabilität durch die Nationalbank haben aber stärkere Verwerfungen im Arbeitsmarkt erfolgreich verhindert, der CHF konnte sich wieder normalisieren und mittlerweile haben wir sogar wieder eine kleine Inflation.

      Die VGI ist nur eine Ausfallversicherung für den nominalen Wertes eines Schweizer Frankens, mehr ist da nicht dahinter. Die Prämie dieser Versicherung bezahlt in erster Linie der auf eine bezahlte Arbeit angewiesene Teil der Bevölkerung und dieser Teil bezahlt auch die Sozialkosten.

      Die Kosten entstehen einerseits durch ein starres gesetzliches Gerüst, das die Interventionsmöglichkeiten durch die Nationalbank künftig stark einschränkt, andrerseits durch teurere Prozesse in der Kreditvergabe und für Finanztransaktionen. Und wie wir schon wissen, wenn teure Prozesse anderweitig viel günstiger durchgeführt werden können, wird dies auch so geschehen.

      Die grossen Risiken entstehen mit VGI nicht bei den Banken, sondern in der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz – unser Arbeitsmarkt. Der Schweizer Franken wird mit der VGI viel volatiler und erschwert damit die Planungssicherheit für lokale Unternehmen, was v.a. für forschungsintensive Unternehmen oder solche mit langen Produktionsprozessen ein massiver Wettbewerbsnachteil mit sich bringt.
      Diesbezüglich stehen die Initianten nicht mit grossem Wissen, sondern nur mit grossen Illusionen zur Verfügung.

  22. @Prof. Geiger

    Sehr geehrter Herr Professor Geiger

    Sie schreiben an @pedro:

    Zitat:

    @ pedro: Ihre Frage: „Was ändert sich für die Post nach der Annahme der VGI?“ Meine Antwort: „Sie kann die rund 70 Mrd CHF Sichtgelder nicht mehr anlegen, sondern muss sie bei der SNB abliefern. Dies bei einer heutigen Zinsspanne von rund 1 Prozent.“

    Zitat Ende.

    Analysieren wir Ihre Aussage:

    Erstens:

    Was sind Sichtgelder der Post (PostFinance)? Es sind dies die Guthaben der Kunden auf ihrem Postkonto; also die positiven Kontobestände auf dem Postkonto aus Sicht des Kunden.

    Die Post kann diese Gelder anlegen zu einem bestimmten positiven oder negativen Zins. Ein grosser Teil dieser Gelder legt die Post schon heute bei der SNB an, möglicherweise mit Minuszins.

    Am Tag, als die Post die Bankenlizenz erhielt, nahmen die Giroguthaben der Banken um rund 20 Milliarden zu, während die übrigen Verbindlichkeiten der SNB um ziemlich genau diesen Betrag abnahmen. Ich gehe also davon aus, dass die PostFinance schon heute einen Grossteil ihrer Sichtgelder bei der SNB anlegt, welche dort offiziell unter „Girokonten inländischer Banken“ verbucht werden. Das sind Guthaben der Post bei der SNB bzw. Schulden der SNB gegenüber der Post.

    Zweitens:

    Sie argumentieren nun, dass die Post diese „Sichtgelder der SNB abliefern müsse“. Diese Argumentation ist m.E. irreführend: Was heisst „abliefern müssen“? Man muss z.B. Steuern abliefern. Das hiesse bezahlen. Sie meinem aber möglicherweise, dass die SNB sämtliche ihre Sichtgelder bei der SNB anlegen müsse.

    Das widerspricht aber Ihrer Argumentation, die SNB könne diese Sichtgelder nicht mehr anlegen, weil sie dies „abliefern“ müsse. Sie sehen: Hier ist Ihre Argumentation widersprüchlich.

    Ihre Argumentation geht auch nirgends aus dem Initiativtext hervor. Im Initiativtext steht, dass die Guthaben der Kunden bei den Banken zu Verbindlichkeiten der Banken gegenüber der SNB werden.

    Das heisst etwas klarer ausgedrückt: Die Schulden, welche die Post gegenüber ihren Kunden hat werden zu Schulden der Post gegenüber der SNB. Oder nochmals anders ausgedrückt: Die Guthaben der Postkunden werden zu Guthaben der SNB bei der Post.

    Es geht aus dem Initiativtext nicht hervor, wie die SNB diese neuen Guthaben, die sie nun bei der Post besitzt, finanziert. In der Diskussion nebenan wurde von Seiten Vollgeld-Initianten angeregt, die Guthaben der Banken bei der SNB zu verrechnen mit den bereits bestehenden immensen Guthaben, welche die Banken schon heute bei der SNB besitzen (aufgrund der Devisenkäufe der SNB).

    Im Klartext wäre das eine Enteignung der Postkunden zugunsten der Nationalbank.

    Drittens:

    Ihre Argumentation, die PostFinance könnte ihre Sichtgelder nicht mehr anlegen, weil sie diese der SNB „abliefern“ müsse ist

    a) in sich widersprüchlich, da Sie „abliefern“ und „anlegen“ als konträre Verben benutzen und

    b) entspricht nicht dem, was im Initiativtext steht und bei einer Annahme der Vollgeld-Initiative effektiv geschehen würde.

    Es ist m.E. entscheidend, dass wir exakt analysieren, was die Vollgeld-Initiative effektiv will. Wir dürfen keinesfalls Aktiven und Passiven der SNB, des Bankensektors und des Publikums miteinander verwechseln.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Corrigenda:

      Das hiesse bezahlen. Sie meinem aber möglicherweise, dass die POSTFINANCE sämtliche ihre Sichtgelder bei der SNB anlegen müsse.

    • @Marc Meyer, Dr.:
      Sie tun immer so, als wären Anleger auch gleichzeitig Eigentümer der Anlage im heutigen System!

      Nochmals:
      Bringe ich im präsenten Geldsystem mein mühsam erspartes Geld zur Bank, werde ich automatisch zum Gläubiger der Bank. D.h. die Bank ist EIGENTÜMERIN des Kontos, und ich erhalte lediglich als treuhänderischer Vertreter meiner Person das Zugriffs-/Verwaltungsrecht auf das Konto. Eine Enteignung wie Sie sie schildern, kann also gar nicht von statten gehen, denn die (freiwillige) Enteignung passiert bereits, sobald ich mein Geld einer Bank anvertraue!

      Würden Sie diesem Umstand rechnung tragen, könnten Sie erkennen, dass Ihr immer gleiche Buchhalterische Erklärungsversuch komplett untauglich ist. Die doppelte Buchhaltung eignet sich eben nicht, um juristische Eigentumsverhältnisse korrekt abzubilden. Trotzdem wollen Sie uns anhand der doppelten Buchhaltung die Welt erklären.

    • @Visionär

      Nein. Ein Guthaben auf einem Bankkonto gehört rechtlich dem Inhaber des Bankkontos und die Bank ist Schuldnerin.

      Dies gilt sowohl aus rechtlicher wie auch bilanzanalytischer Sicht.

      Dieses Guthaben des Bankkunden bzw. Postkunden soll nun bei Vollgeld ohne Zahlungsauftrag des Bankkunden per Volksbeschluss an die SNB übertragen werden.

      Das ist eine Enteignung des Bank- / Postkunden zugunsten der SNB.

      Ihre Behauptung hier und die der Vollgeldler, ein Bankguthaben eines Kunden bei seiner Bank gehöre zum Vermögen der Bank ist schlicht und einfach absurd.

      Gehärt der Lohn auf Ihrem Lohnlonto Ihnen oder der Bank?

      Die Vollgeldler verwechsel links und rechts der Bilanz bzw. Vermögen und Schulden genau so wie die SNB.

      Vollgeldler und Zentralbanken sind im selben Spital krank.

      MfG

    • @Marc Meyer, Dr.:
      Ihr Beitrag ist an Ignoranz kaum mehr zu überbieten…

      Bitte erkären Sie uns einmal, wohin die Spareinlagen der Bankkunden in Griechenland, in Zypern, in Italien, in Spanien, etc. hingeflossen sind! Wären die Bankkunden wirklich Eigentümer Ihres Geldes, wäre ja garantiert alles noch da! Dabei waren nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen betroffen, die keine Zahlungen mehr tätigen konnten. Der wirtschaftliche Schaden war und ist immens…

      Und weshalb gibt es in der CH so eine pseudo Sicherheit von CHF 100’000.- Einlagenschutz? Und warum gab es Bankruns in den oben aufgeführten Länder? Wesshalb wollen die Anleger – bei Schieflage ihrer Bank – denn bloss Ihr Geld in Massen abheben, wenn Sie ja angeblich Eingentümer Ihrer eigenen sicheren Ersparnisse sind? Da können Sie noch lange mit Buchungssätzen hin und her schwurbeln, wenn Sie Ihre Geld nicht rechtzeitig in Bares umwandeln am Tag X, ist einfach alles Ersparte und Erwirtschaftete weg.

      Sie wollen diese knallharten Tatsachen einfach nicht wahrhaben, Herr Meyer, dabei sind Sie doch Nationalökonom. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, was für technokratischen Unsinn an unseren Hochschulen gelehrt wird und nach wessen Interessen die Studiengänge ausgerichtet sind.

    • @Visionär

      Wer hat diese Bestimmungen gemacht?

      Der Staat.

      Folgerung der Vollgeldinitianten:

      Also geben wir gleich von Anfang alles dem Staat.

      Sie verbessern nicht – Sie verschlimmern nur.

      Ist Kommunismus Ihre Vision?

      Andernfalls kämpfen Sie lieber gegen diese Bestimmungen des Staates, als diese noch zu verschlimmern.

      MfG

      Marc

  23. Private Herausgeber ihres eigenen Giralgeldes machen die Verwender systematisch glauben, es handle sich um Schweizer Franken (i.S. von von der SNB garantiertes Geld und gesetzliches Zahlungsmittel). Um diese Irreführung aufrecht zu erhalten, machen sie gegenüber Nichtbanken bewusst keine gegen aussen sichtbare Unterscheidung der geschöpften Giralgelder. Dies ist Unlauterkeit nach UWG Art. 3 Abs. lit. d.

    Im Übrigen sollte die SNB keine eigene politische Meinung vertreten, sondern sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben schlicht ans geltende Gesetz halten. Gegenüber Änderungsvorschlägen dieses Gesetzes oder Volksabstimmungen hat sie inhaltlich auch keine Position zu beziehen, denn was immer das Gesetz vorgibt, sie führt es aus. Punkt.

    Das gehört zu Ihrem Job, Herr Jordan!

  24. Herr Geiger………………..

    ………….. natürlich werden sie das tun.
    Menschen sind so das ist ganz normales Verhalten.
    Sie werden Schlupflöcher finden, fragwürdige Dinge tun. Aber das tun sie auch jetzt.

    Haben wir je ein Gesetz oder eine Massnahme erlassen und die Menschen haben sie einfach im Geiste des Erfinders umgesetzt ?
    Folgsam und perfekt ?
    Gabs das je……?

    Nein, sollte Vollgeld wieder erwarten angenommen werden, wird es einen Prozess, ….. einen Lernprozess geben müssen.
    Nur schon die Diskussion bei der Umsetzung von Vollgeld ist es wert geführt zu werden.

    Zu ihrem Einwand gegen das „Tauschmodell des Bäckers…..“
    So lange die Menschen Gold und Silbermünzen benutzten, war es echtes Vollgeld, und alle lebten, arbeiteten und tauschten, finanzierten ebenfalls fleissig…….
    Natürlich wurden auch damals schon Wechsel, Aktien usw. verwendet.

    Aber Herr Geiger, Sie wissen doch um die gewaltigen Probleme mit unserem Geldsystem, die noch auf uns warten…..
    Sie haben jedoch nie eine Lösung, geschweige denn eine Initiative präsentiert.
    Etwas was Spruchreif ist, was versucht werden könnte.
    Wir machen ständig Experimente, ja Dinge die sogar ganz offensichtlich scheitern und von denen man wissen müsste das sie scheitern. ( Energiestategie 2050, Co2 Hysterie usw. )
    Aber wir wagen es…..

    Man kann etwas auch wieder aufgeben wenn es sich als nicht gut erweist.

    Das unser jetziges System aber nicht gut ist, das wissen wir mittlerweile ganz klar.

    Unser jetziges System ist auf geradem Kurs in Richtung Eisberg. ja der Eisberg ist am Horizont sichtbar, aber sie wollen weitermachen bis es Kracht.

    Warum versuchen wir es nicht ……?

  25. Es erstaunt mich immer wieder, wie kreativ Gegner einer Veränderung sein können, wenn es um Angstmacherei geht. Natürlich ist auch Verwirrung des Stimmbürgers und schüren von innovativen Untergangsszenarien eine Abstimmungsstrategie. Doch könnte man(n) ja auch mal versuchen, das halbvolle Glas schätzen zu lernen, statt sich über die halbe Leere den Kopf zu zerbrechen. Die Initiative wird Veränderungen bringen (hoffentlich auch!) sonst käme es ja raus wie mit leider andern, nicht umgesetzten Initiativen. Wägen wir also Nutzen und Risiken seriös und sachlich ab. Und wagen als Innovator etwas, dass die Welt so (noch) nicht kennt. Ist das den immer schlecht? Da hat’s ganz viel Gutes drin! Für uns alle! Packen wir’s an!

    • Kurz und bündig.
      Normalerweise wird jeder Software-Patch oder -Release auf Herz und Nieren geprüft. Können Sie mir – und vielleicht auch dem Rest der Community – handfest aufzeigen, wo adäquate Tests in Bezug auf Vollgeld bis jetzt – stresstestmässig – auch erfolgreich durchgeführt wurden??? Ich bin gespannt, ansonsten sind Ihre Ausführungen schlicht und einfach hohle Worte.

    • @Supermario, der Stresstest ist schon lange geschehen und mit Bravour bestanden. Lesen Sie doch einfach die enormen Kommentare auf IP vom 11.5. und vor allem 14.5.2018. In diesen zwei Tagen ist so ziemlich alles abgedeckt, was es rein buchhalterisch dafür oder dagegen zu erzählen gibt. Ich alleine habe about Stresstest schon zwei Punkte angeführt, die im Übrigen nicht einmal von mir stammen. Sie stehen einfach auf meiner Sollseite. Oder ist es doch die Habenseite? Ich muss zugeben teilweise war mir das alles insofern zu hoch, weil ich den Knopf den ich bekam nicht lösen konnte. Punkt eins. Vollgeld ist nichts Neues, eigentlich eine uralte Erfolgsgeschichte. Würde sogar sagen das es bei uns bis 1848 zurück geht. Mit dem verbot privater Münzherstellung in der Bundesverfassung. Zweitens, Banken handeln nur mit (elektonischem) Vollgeld untereinander. Die Frage muss sich aufdrängen. Wieso handeln die Banken nicht mit dem gleichen Geld untereinander, dass sie uns andrehen? Die Antwort weil dann der Stresstest versagt drängt sich einem förmlich auf. Es ist gerade das heutige System, dass weder stabil, noch sicher und ganz sicher nicht zum Wohle aller ist.

    • @AHV
      Die Situation Mitte 19. Jahrhundert kann sicher nicht mit der aktuellen verglichen und schon gar nicht als Basis für ein erfolgreiches staatliches Vollgeldsystem genommen werden. Dannzumal hat genau jede regional tätige Bank ihre eigene Währung herausgegeben, um sich ja nicht mit den anderen vergleichen zu müssen. Und gleichzeitig auch noch die Wechselkurse selbst festgelegt!

    • @AHV

      Sie unterstellen nun, dass Vollgeld ein Passivum der SNB, also eine Schuld der SNB sei.

      Gemäss Initiativtext sei Vollgeld aber schuldfrei und ausserhalb der Bilanz.

      MfG

  26. Grundsätzlich sollte man sich einige Fragen stellen:

    Vertraue ich wirtschaftlichen Kreisen, bei der Analyse der Vollgeld-Initiative? Weniger, wenn gewisse Eigeninteressen derart stark im Zentrum stehen. Darüber hinaus, hat die Vergangenheit eindeutig gezeigt, dass viele Finanzfachleute ihr eigenes Metier gar nicht so genau verstehen, wie sie immer vorgaukeln, und ihre Analyse und ihr Handeln stark von Eigeninteressen geleitet wird. Also, bin ich hier auch wieder recht misstrauisch und kritisch geworden. Ich denke, so geht es vielen. Ob Prof. Geiger nun allerdings wirklich schon zum Vollgeld-Erklärer avanciert ist, mag jeder für sich selber beurteilen, da nach Jahren der Debatte noch immer fachlich mangelhaften Publikationen provozieren, anstelle aufzuklären. Eine ernsthafte Debatte leidet meines Erachtens primär unter fachlichen Verständnisfehlern, und nicht unter spitzen Formulierungen, aber schon da gehen womöglich die Meinungen auseinander.

  27. Lieber Herr Geiger

    1848 mit der Annahme der Schweizer Verfassung wurde der sFr in Münzen ins leben gerufen.

    Weil es dann immer mehr gab wurde es den Bankern zu mühsam die tonagen an Münzen mit Pferdefuhrwerken rumzukarren. Da haben sie die Banknote erfunden und jede Geschäftsbank hat dann ihre eigen BN gedruckt und herausgegeben.

    Das führte dann zu folgenden zwei Problemen
    1. Mangels Anerkennung in anderen Landesteilen war die Schweiz weite Verwendung nicht so einfach.
    2. Recht schnell haben die Banken dann gemerkt, dass auch der Konsument das Papiergeld praktisch finden und deshalb mehr Noten druckten als sie Münzen im Keller hatten.

    So entstanden die ersten Finanzblasen welche zu den selben Problemen führten wie heute.

    Diesem treiben hat die FDP und die Eidgenössischen Räte mit dem Notenbankartikel welcher 1891 vom schw. Volk angenommen wurde, ein Ende gesetzt.

    Sie Herr Geiger hätten sicher gegen den Notenbankartikel gewettert, wie heute gegen die VGI, stimmts? Sie hätten dazumal eine einheitliche Druckplatte für Banknoten vom Staat herstellen lassen und dann allen Banklizenzinhabern verteilt, so dass jeder Banklizenzträger beliebig sFr. Noten hätte drucken können, um das Problem (1.) zu lösen.

    Das wirkliche Problem ist das (2.) Buchgeldschöpfung der Geschäftsbanken

    Banknoten der Geschäftsbanken von ca 1850 bis 1907 = Buchgeld der Geschäftsbanken von heute

    Darum ein dickes „Ja“ zur Vollgeld-Initiative

    • @Sprecher
      Abenteuerliche Geschichten aus der Wirtschaft haben mit Wirtschaftsgeschichte wenig gemein. Das Vollgeld-Evangelium der Vollgeld-Apostel wird immer fantasievoller vorgetragen.

    • Guten Tag Herr Roman Günter,

      Fragen wir zuerst, ob das heutige Gleichgewicht stabil ist. Stabil wäre es, wenn kleine Abweichungen Reaktionen auslösen, die wieder zum Gleichgewicht zurückführen. Mir scheint es zumindest plausibel, dass das Gleichgewicht nicht stabil sein kann und ist. Eine leichte Abweichung von Erwartung weiterhin stabiler Preise müsste bei den heute tiefen Leitzinsen zu Umdispositionen führen, welche tendenziell das Zinsniveau erhöhen. So sieht ein labiles Gleichgewicht aus!

      Ich habe eine hilfreiche Präzisierung der Vollgeld Initianten im Netz gefunden.

      http://www.dasliebegeld.ch/2018/05/die-lugen-der-vollgeld-gegner.html

      Sie grüssend

    • Guten Tag, Arbeitgeber (AHV-Rentner)

      Ich nehme mal an, dass Sie mit dem Gleichgewicht die Preisstabilität meinen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird üblicherweise über den Preis erzielt. Bei einer hohen Nachfrage nach Schweizer Franken wird bei gleichbleibender Menge zwangsläufig der Preis (Kurs) des Schweizer Frankens steigen. Eine nachvollziehbare Massnahme ist also, die „Produktion“ der Schweizer Franken zu erhöhen, wenn der Kurs und damit die Preise stabilisiert werden sollen. Eine Erhöhung der Leitzinsen würde dagegen die Attraktivität des Schweizer Frankens erhöhen und zusätzlich zu einer erhöhten Nachfrage führen.

      Wie Sie unschwer aus der Bilanz der Nationalbank entnehmen können, basierte diese Nachfrage nicht etwas auf einem erhöhten Kreditbedarf einer boomenden Wirtschaft, sondern diente in erster Linie einem erhöhten Liquiditätsbedarf und die Nationalbank sorgte mit ihren komplementären Investitionen im Ausland für ein Gleichgewicht des Investitionsvolumens. Würde dieses Geld hingegen direkt in die lokale Wirtschaft gepumpt, erhöhten sich damit zwangsläufig Inflation und Ausfallrisiken, da wertschöpfende Faktoren und Nachhaltigkeit (Konkurrenzfähigkeit) in einem solchen Szenario unweigerlich als erstes dran glauben. Man kann annehmen, dass auch aus diesem Grund von der Nationalbank auf die erhöhten Risiken im Immobilienbereich hingewiesen wurde.

      Was macht die Nationalbank, wenn die Nachfrage nach Schweizer Franken wieder nachlässt? Heute kann sie einfach die Aktivpositionen gezielt auflösen und generiert dabei sogar noch Gewinne. Im VGI soll das geschaffene Geld and Bund, Kantone oder sogar direkt an die Bürger ausgegeben werden. Soll die Nationalbank künftig zur Wahrung der Preistabilität diesen in einem solchen Szenario das Geld wieder wegnehmen? Wohl kaum! Die VGI beschränkt effektiv die Handlungsmöglichkeiten der Nationalbank, der Schweizer Franken wird volatiler.

      Die Ausführungen der Vollgeld-Enthusiasten sind leider nicht zielführend. Sie zäumen bei allen Gegenargumenten konsequent das Pferd von hinten auf. Die Banken schaffen kein Geld per se, durch die Vermittlungsfunktion zwischen den Kreditnehmern und Kreditgebern entsteht eine Geldschöpfung, analog zum Dienstleistungs- oder Warenbezug gegen Kreditoren der übrigen Unternehmen. Der Unterschied ist, dass die Bankenkreditoren von den Kreditgebern zum Zahlungsausgleich verwendet werden können und die Banken Risiko- und Fristentransformationen sehr direkt und effektiv gestalten können.
      Die VGI unterliegt der Illusion, dass es Politik und Nationalbank schon richten werden. Sie will der Nationalbank volle Kompetenz übertragen und hindert diese gleichzeitig massiv in der Bewegungsfreiheit.

      Beste Grüsse

  28. Ich möchte die in meinen Augen wahrscheinlichste Variante vorstellen.
    – Da mit der Umstellung auf Vollgeld die Geldmenge nicht reduziert wird, gibt es kein Geldmangel. Deshalb gibt es für Banken gar keine Veranlassung die Vollgeldreform zu umgehen und komplizierte Modelle zu entwickeln, für die die Kunden erst gewonnen werden müssten.
    – Die SNB ist nach der Umstellung grosszügig mit Darlehen an Banken, da sie dem Markt vertraut. Obwohl die SNB mit Argusaugen den Schweizer Immobilienmarkt beobachtet, entscheidet sie sich dennoch, die Darlehen an Banken nicht zu limitieren, sondern setzt auf höhere Eigenkapitalanforderungen bei Immobilienkrediten, um eine Blasenbildung zu dämpfen. Eine Limitierung der der Darlehen bleibt aber als Pfeil im Köcher.
    – Der Wettbewerb zwischen den Banken führt dazu, dass die Kontogebühren auf dem heutigen Niveau bleiben.
    – Da die Postfinance schon heute selbst gar kein Geld durch Kreditvergabe schöpfen darf (da sie dafür keine Banklizenz hat), ändert sich für die Postfinance nur wenig.

  29. Wenn ich „Geiger“ höre, kommt mir automatisch die „Situation“ an der HSG in den Sinn, lange Geschichte kurz, „ich bin eigentlich nicht bereit für Software eine Lizenzgebühr zu bezahlen, JEDOCH für eine „Service Leistungen““, es dauerte Stunden (genmanipulierten, und auch noch abgelaufenen, Bier) bis ich ihn soweit hatte…LG

  30. Gratulation, Herr Geiger, ein erster konstruktiver Beitrag!

    Grundfrage: Wieso sollten die Schweizer soch unsicheren Bankkonstrukte statt sicherem Vollgeld verwenden? Das müssten ja sehr interessante Konditionen für die Kunden sein…

    Sie schreiben: „Drittens: Die Banken umgehen das Vollgeldregime, indem sie den Schweizer Kunden aus Filialen oder Tochtergesellschaften im Ausland Zahlungsverkehrskonten in Franken anbieten. Die Banken im Ausland wickeln den Zahlungsverkehr über Banken in der Schweiz ab. Interbankenkonti unterliegen nicht der Ablieferungspflicht an die SNB, denn im Initiativtext steht: „Die Finanzdienstleister führen Zahlungsverkehrskonten der Kundinnen und Kunden ausserhalb ihrer Bilanz“.“

    Der Zahlungsverkehr wird nur in Vollgeld abgewickelt werden. Ein Ausweichen über Auslandbanken macht somit keinen Sinn. Alternative Zahlungssysteme dürften der Zustimmung beider an einer Transaktion beteiligten Bankkunden bedürfen. Ausserdem könnten solche Umgehungsversuche unterbunden werden, sollten sie die Geldpolitik der SNB unterminieren.

    Es gibt nach wie vor keine „Ablieferungspflicht an die SNB“. Lesen Sie mal den Initiativtext genau: Die Finanzdienstleister führen die Zahlungsverkehrskonten ausserhalb ihrer Bilanz. Von SNB steht gar nichts.

    Apropos Interbankenkonten: Auch eine andere Bank kann durchaus als Kunde angesehen werden.

    Ich verwende meine Zeit nicht darauf, Umgehungsversuche eines vernünftigen Systems zu entwickeln. Aber Ihre „Scherzfrage“ könnte ich beantworten: Bezahlen Sie die 100.- einfach in Münzen, die werden nur von der SNB in Umlauf gebracht, nicht hergestellt (sondern vom Bund mit dem Geldschöpfungsgewinn Nennwert minus Herstellungskosten, fast 1:1 wie es beim Vollgeld auch mit Noten und Buchgeld geschehen soll).

    • „Ausserdem könnten solche Umgehungsversuche unterbunden werden, sollten sie die Geldpolitik der SNB unterminieren.“
      Soll das etwa heissen, dass die freie Konvertibilität des Schweizer Frankens abgeschafft würde? Und unsere Währung damit auf dieselbe Stufe wie Rubel oder Remninbi gestellt würde?

    • Exakt! Vive die schweizerische Sowjetunion! Nach den Privatbankkunden will man nun alle Kunden zu den Tochtergesellschaften in Singapur etc. vertreiben.

  31. 20 Minuten schaute heute dem Chef der Basler Freien Bank über die Schulter. Der erklärte die Geldherstellung in sehr einfachen Schritten (in der Gratiszeizung). Er befürwortet die Vollgeldinitiative. Vollgeld oder nicht, das ist kein buchhalterisches Problem. Es ist eine reine Ansicht resp. Vision der (Volks-)Gesellschaft.

    • Ich bin immer noch sehr erstaunt über diese Diskussionen about Vollgeld auf IP in den letzten Tagen. Faszinierend, vielleicht sogar bezeichnend wie die Leute «aufeinander los gingen». Zwei Dinge haben sich für mich ganz klar herauskristallisiert. Erstens die Fronten sind total verhärtet wie ich es so noch selten erlebt habe in meinem Leben und zweitens Vollgeld kann in keinem Fall ein buchhalterisches Problem sein. Es geht rein und nur um die Ideologie.

    • Die Ökonomen der Anthroposophen „befürworten“ schon sein Jahrzehnten sowas wie Vollgeld. Logischerweise ist der CEO der Freien Gemeinschaftsbank voll dafür!

    • @Supermario, vielleicht weil sie frei von Vorurteilen und Verblendung sind. Vielleicht weil sie Visionen und Weitsicht haben. Setzen Sie sich doch einmal so unvoreingenommen, offen und neutral wie möglich mit dem Thema auseinander. Nach Möglichkeit ohne Schubladen Denken. Habe ich probiert, so gut es ging. Es ist sehr interessant. Mich hat es dahin geführt, dass es sich hier nur (…) um oder reine Ideologie handelt. Wie Sie mir in Ihrem Kommentar ungewollt bestätigen. Probieren Sie es doch einmal, ich bin gespannt wo es Sie hinführt. Schreiben Sie es, damit wir alle (die es wollen) sich damit auseinandersetzen können.

    • @AHV
      Ich bin seit 30 Jahren Genossenschafter der Freien Gemeinschaftsbank PUNKT

  32. Nun, Herr Geiger zeigt anhand seiner creativen Beispiele, dass es sich bei der Volgleld-Initiative keinesfalls um ein hochrisiko-Experiment handelt, sondern um ein liberales Anliegen bei dem auch die Banken sich neue Geschäftsmodelle überlegen können, was sie mit Sicherheit auch tun werden. Doch wenn sie kein eigenes Giralgeld mehr schöpfen können, sin ddiese Banken auf ihre Kunden angewiesen, auf uns alle. Das bedeutet, dass wir in einem Vollgeld-System den Banken auf Augenhähe begegnen können, weil diese um unsere Guthaben buhlen und uns überzeugen müssen, damit wir ihnen ein Darlehen (Aufstockung unseres Sparkonto) gewähren.
    Ich freue mich darauf und sage JA zu Vollgeld.

  33. PS: Fintechs sind schon heute auf dem Vormasch und machen einiges besser als Banken (Crowdlending, virtuelle Kreditkarten & Zahlungsverkehr). Daran ändert Vollgeld nichts. Der Strukturwandel passiert in jeder Branche
    !!!

  34. Interessanter Artikel. Hier meine kurze Replik zur Umgehung des Vollgeldregimes:
    1. Gebühren statt Zinserträge: die Bank finanziert ihre Kredite nicht via Kundengelder, da sie das Geld gratis schöpfen kann. Warum sollte Sie den Kunden also überhaupt Zinsen zahlen? Aus Konkurrenzgründen. Dies ändert unter Vollgeld nicht.
    2. 80% Kreditlimite auf Sparkonti. Die SNB würde dies verhindern (Haltefristen) und die Kunden nicht akzeptieren, da teure Kredite.
    3. Privatkonti von ausländischen Tochterbanken: warum sollte ein Kunde dem zustimmen, wenn er dieseöben Leistungen auch in Vollgeld haben kann?
    4. Zahlungverlehr via Fremdwährungen: schliesst der Autor selbst aus.
    5. Zahlung via Sparkonti: die SNB muss eine Mindest-Haltefrist definieren. Ansonsten bleibt das System beim Alten. Durch Vollgeld verdient die SNB am Privatkonto überhaupt nichts, das war auch nie der Sinn!
    6. Die Postfinance benutzt ein Vollgeldsystem!

  35. Der Gedanke, man solle eine neue Regelung nicht einführen, weil sie sowieso umgangen wird, ist absurd. Mit dieser Logik könnte man ja die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Strassen abschaffen, denn sie werden ja immer wieder überschritten.

    • Es geht nun beileibe nicht um eine „Umgehung“ als vielmehr um das Ausnutzen der möglichen Leitplanken. Prof. Geiger hat zumindest eine Diskussion angestossen, wie in der Praxis mit einem solchen Modell umgegangen werden soll; diese doch relativ wichtigen „Ausführungsbestimmungen“ werden ja von den Initianten in keiner Weise berücksichtigt!

  36. Herr Geiger, warum macht denn die Postfinance heute Gewinn und geht nicht Konkurs? Die Kontoführung ist bei entsprechendem Saldo auf dem Konto gratis. Was ändert sich für die Post nach der Annahme der VGI? die Post ist heute schon nahezu eine Vollgeldbank. Warum überlegt der Schweizer zuerst wie er eine sinnvolle Sache aushebeln könnte? Hat das mit Gier zu tun?

    • @ pedro: Ihre Frage: „Was ändert sich für die Post nach der Annahme der VGI?“ Meine Antwort: „Sie kann die rund 70 Mrd CHF Sichtgelder nicht mehr anlegen, sondern muss sie bei der SNB abliefern. Dies bei einer heutigen Zinsspanne von rund 1 Prozent.“

  37. Aus Sicht des Bankkunden habe ich dann aber die Wahl: Wie viel von meinem Geld auf dem sicheren Zahlungskonto?
    Und vor allem: Bleibe ich bei dieser Bank? Als Bankkunde werde ich mir sehr genau überlegen, ob das Kontoangebot meiner Bank marktüblich und mir gegenüber fair ist.
    Und im Übrigen ist es ok für mich, wenn Bankerinnen oder Bäcker-Kunden Geld-Guthaben durch Schulden erzeugen. Diese sollen dann aber entsprechend als UBS-Franken oder Geiger-Märkli gekennzeichnet sein und nicht als Schweizer Franken.

  38. Betrug ist Betrug. Davor schützt auch ein Professoren-Titel und ein noch so protzig daherkommendes Banken-System nicht. Es wäre ja akzeptabel, wenn aus dem Nichts eine Währung erzeugt wird. Es ist jedoch nicht akzeptabel, wenn einer ganzen Bevölkerung dieses System aufgezwungen wird. Beim Bitcoin ist jeder frei. Aber dem elektronischen Zahlungssystem mit Franken (beziehungsweise Pseudofranken) kann ich leider nicht ausweichen. Es ist unverschämt, dass es mir verboten ist den Franken aus dem Nichts zu erzeugen! Habe ich weniger Rechte als eine Bank, die ja nur eine juristische Person ist? Ich klage an!

    • Warum?
      Falls Sie tatsächlich selber Geld verwalten (schöpfen oder wie auch immer) möchten, steht es Ihnen doch vollkommen frei, eine Bank zu gründen. Die dann aber Gesetzen, Finma-Regeln und Auditing konform geführt werden muss!

  39. Der Professor fabuliert: Wir stimmen „nur“ über einen Verfassungstext ab; die Gesetze werden danach vom Bundesrat gemacht und vom Parlament verabschiedet (und vielleicht auch noch dem Referendum unterstellt). Dieses Verfahren ermöglicht, die Gesetze so zu formulieren, dass die Mehrheit der Bürger davon profitieren kann und nicht nur, wie bisher, die Banken allein.

  40. Immerhin kommt der Geldschöpfungsgewinn der Nationalbank – also der Allgemeinheit- zugute.
    Denn auch im Ausland können keine Schweizer Franken geschöpft werden.

  41. Sehr geehrter Herr Geiger

    Wenn Sie den Initiativtext lesen, dann finden Sie:
    Art. 99 Geld- und Finanzmarktordnung
    1 Der Bund gewährleistet die Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Finanzdienstleistungen. Er kann dabei vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.

    · Damit bekommt der Bund das Recht, Gesetze zu verabschieden, die notwendig sind, um schädliche Auswüchse des Finanzmarktes zu verhindern. Bislang konnte der Bund zwar “polizeiliche Regeln” beschließen, hatte ansonsten aber wenig Einfluss auf die Finanzmärkte. Doch die Sicherheit des Geldes muss in jedem Falle gewährleistet sein. Das Geldwesen ist eine Grundlage der gesamten Wirtschaft genauso wie zum Beispiel das Straßen- und Bahnnetz. Aber einige Banken beriefen sich auf die “Wirtschaftsfreiheit” und gingen große Risiken ein, in der Erwartung zur Not vom Steuerzahler gerettet zu werden. Solches Verhalten kann in Zukunft per Gesetz verhindert werden.

    · “Gewährleisten” heißt nicht verstaatlichen, sondern die Gesamtverantwortung dafür tragen, dass die Dienstleistung von der Finanzbranche in einer Weise erbracht wird, die dem Gesamtinteresse der Gesellschaft dient. Der Bund erhält mit der Verantwortung für die Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Finanzdienstleistungen auch die Kompetenz, alle Eingriffe in den Finanzmarkt vorzunehmen, die zur Wahrnehmung seiner Gewährleistungsverantwortung notwendig sind. Deshalb darf er in dieser Aufgabe auch nicht an die Wirtschaftsfreiheit gebunden sein. Bereits heute steht an sechs Stellen in der Bundesverfassung, dass von der Wirtschaftsfreiheit abgewichen werden darf, z.B. im Artikel 100 mit Bezug auf das „Geld- und Kreditwesen“. Der Bund soll seine Kompetenz aber nur subsidiär ausüben, also so weit wie die Finanzdienstleister den Service nicht im öffentlichen Interesse zu erfüllen vermögen oder dazu nicht bereit sind. Die konkrete Ausgestaltung des Service Public wird Sache des Gesetzgebers sein.

    • Herr Schuler
      „…Gesetze zu verabschieden, die notwendig sind, um schädliche Auswüchse des Finanzmarktes zu verhindern…“
      So wie etwa MiFID II, welches keinen Einfluss auf die Sicherheit des Finanzmarktes hat, dafür immer mehr Kleinsparer von den Märkten ausschliesst?
      Die Bestimmungen zum Vollgeld sind eine klare Abkehr von einem in über 150 Jahren entwickelten Erfolgsmodell der Schweizer Wirtschaft.

      Die Staatsgläubigkeit der Vollgeldler ist nur nachvollziehbar, wenn man sich bewusst ist, dass sich viele Vordenker dieser Idee nicht in einer direkten Demokratie und liberalen Gesellschaft bewegen.

    • Herr Günter
      Eine liberale Marktordnung braucht Rahmenbedingungen
      (gleich lange Spiesse), sonst ist es Anarchie.
      Die Eidgenossen verjagten die fremden Vögte aus unserem Land. Das war gut.
      Über die Banken sind die fremden Vögte wieder eingedrungen.
      UBS & CS schöpfen einen Grossteil unserer Schweizer Franken.
      Der Anteil ausländischer Aktionäre liegt über 70 %.
      Wohin fliessen also die Erträge des gepriesenen CH-Bankenplatzes?
      Goht’s eigentli noh!

    • @johann Schuler: Ich habe den Initiativtext gelesen, auch den Satz “ Er kann dabei vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen“. Die Initianten haben dagegen die Bundesverfassung nicht gelesen. Sonst hätten sie diesen Satz nicht geschrieben, denn er steht schon in der Bundesverfassung in Artikel 100 „Im Geld- und Kreditwesen … kann er nötigenfalls vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen“. Wenn man die Bundesverfassung verbessern will, sollte man sie wenigstens kennen..

  42. Sehr geehrter Herr Geiger
    Ja, selbstverständlich werden die Geschäftsbanken neue Möglichkeiten ausloten, wie man den Kunden nach wie vor zur Kasse bitten kann.

    Es geht meiner Meinung nach im Grundsatz bei der Initiative eindeutig um etwas viel wichtigeres, dass der Bankkunde nämlich zwischen sicherem Geld (Vollgeld) und unsicherem Geld frei wählen kann. Im heutigen System ist man als Bankkunde mit (Spar-)Einlagen Gläubiger der Bank. Man erhält als Treuhänderischer Vertreter der eigenen Person lediglich das Zugriffs-/Verwaltungsrecht an den Einlagen. D.h. man tritt heute das (persönliche) Eigentum gezwungenermassen, unwissend an die Bank ab! Mit Vollgeld wird der Kunde selber entscheiden können, ob er dann unsichere Angebote wie die von Ihnen beschriebenen Beispiele nutzen möchte oder nicht, oder ob er Spareinlagen weniger attraktiv, dafür sicher anlegen möchte, sofern man das Wort „sicher“ in unserem hochgradig manipulierten System überhaupt verwenden darf. Es geht also um die Eigentumsfrage, um den Schutz jedes einzelnen Bankkunden gegenüber dem System, und nicht um Schlupflöcher im System, die es immer geben wird, egal welche Regelungen nun grade massgebend sind.

    • @Visionär
      Sie können jederzeit Ihr Vermögen in Bargeld umwandeln und nach belieben aufbewahren, z.B. in einem Safe oder unter der Matratze. Sie können so den nominellen Wert Ihres Geldes auf unbestimmt Zeit sichern.
      Ihr Sicherheitsbedürfnis gefährdet die wirtschaftliche Dynamik der Schweiz. Die Prämie für Ihre Wohlstandsversicherung durch Vollgeld werden künftige Generationen teuer bezahlen müssen. Und ob damit der reale Wert Ihres Geldes über die Zeit gerettet werden kann, steht auch in den Sternen.

    • Das finde ich eine gute Idee, Herr Günter.

      Hoffentlich machen das viele.

      Es ist erstaunlich wie Leute zweifelhaften Firmen ihr Geld anvertrauen und nicht mal für das Ausfallrisiko entschädigt werden.

    • @ Roman Günter:
      Selbstverständlich kann jede Person ihr Bargeld in einem Safe oder unter der Matraze aufbewahren, das ist grundsätzlich eine gute und sicherere Idee, solange es Bargeld eben noch gibt. Aber durch die herrschende Inflation wird man – grösstenteils unbemerkt – auch auf diese Weise schleichend enteignet.

      Was tatsächlich künftige Generationen teuer bezahlen werden müssen sind die Schulden, die im momentanen Fiat-Schuldgeld-System bereits angehäuft wurden (wir sprechen von weltweit nahezu 300 billionen (!) US$. Was um himmels Willen finden die Initiativ-Gegner am bisherigen Geldsystem derart attraktiv, an dem nur die obersten 5 % wirklich profitieren? Die Technokraten sprechen bzgl. der Initiative von „buchhalterisch unmöglich“ und der gleichen. Mann muss doch nur mal die Auswirkungen des Geldsystems RICHTIG angucken, da sieht doch bereits ein Primarschüler, der nichts von Buchhaltung versteht, dass das bestehende Geldsystem Verwerfungen der unglaublichsten Art hervorbringt und es dringend Änderungen bedarf, da es nicht mehr lange so weitergehen kann…

    • Guten Tag, Visionär

      Das ist eines der grundsätzlichen Probleme mit Vollgeld – es gibt grundsätzlich keine Zinsen. Durch die fehlende Verzinsung wird effektiv Vermögen bei höherer Inflation vernichtet. Das heutige Umfeld mit Negativzinsen ist eine Ausnahmesituation, mit steigenden Zinssätzen werden sie auch wieder Zinsen auf Ihre Sparguthaben erhalten.

      Betreffend Schulden müssen wir uns bewusst sein, dass die meisten Produkte, welche wir konsumieren, nicht mehr zentral in einem einfach und überschaubaren Produktionsprozess, sondern immer mehr in forschungsintensiven über hochkomplexe globale Produktions- und Vertriebsnetze koordinierten Prozesse entstehen. Wenn Sie heute ein iPhone kaufen, wurde dieses schon über Jahre hinweg von jemandem Vorfinanziert. Die Höhe der internationalen Schulden trägt u.a. auch diesem Umstand Rechnung, wichtig ist, dass Gleichgewichte entstehen können. Um es ganz einfach zu erklären, wenn wir uns gegenseitig eine Million schulden, hat das wirtschaftlich keinen Einfluss auf uns, obwohl kumuliert 2 Millionen an Krediten ausstehen.

      Oder nehmen Japan als Beispiel. Die hohen Staatsschulden gehören praktisch ausschliesslich der Japanischen Bevölkerung. Im Prinzip verspricht der Staat den Steuerzahlern, dass das benötigte Geld verzinst und wieder einmal zurückgezahlt wird, anstatt dass es der Staat einfach a fonds perdu über die Steuern einzieht.

      Beste Grüsse

    • @Peter Keller
      Wenn das möglichst viele machen, dann werden auch viele wissen, dass viel Geld unter Schweizer Matratzen liegen. Damit werden einfach die Sicherheitskosten steigen und zu den Ausfallrisiken (Raub…) kommen auch noch Kollateralschäden (…überfall).

    • Es kann eben nicht jedermann zu jederzeit sein Girouthaben in Bargeld umwandeln und abheben. Sonst gibt’s einen Bankrun und die Bank geht pleite, weil sie Geld verspricht, das sie nicht hat.

      Genau das verhindert Vollgeld.

    • @Roman Günter:
      Warum ist es ein Problem, dass Vollgeld nicht verzinst wird? Haben Sie ein Problem mit Gold, das ebenfalls keine Zinsen abwirft?

      Es ist ganz einfach: je sicherer eine Anlage ist, desto weniger Zinsen wirft sie ab. Möchte ich meine Gier befriedigen gehe ich ins Kasino, möchte ich lieber für das Alter vorsorgen, kaufe ich Gold oder halte Vollgeld. Die frei Wahl ist dabei immer beim Anleger. Auch Gold unterliegt Schwankungen, wird jedoch – im Gegensatz zu Fiatgeld – immer einen gewissen Mindestwert behalten.

      Ja genau, jedes einzelne Produkt das wir kaufen, ist im Schnitt (!) bereits mit 50 – 80 % Zinsen belastet! Ziemlich mieses Spiel für jeden einzelnen Konsumenten. Was ist jetzt genau die Ursache dafür? Vollgeld kann es ja nicht sein…!

      Auch wenn Japan seine Schulden seit Jahrzehnten mehr oder weniger immer „herausstüdelet“, ignoriert oder versteckt, wird irgend eines Tages der Payday kommen, auch bei uns und überall sonst! Die Geschichte zeigt: Schulden werden IMMER zurückbezahlt. Kann der Schuldner nicht, muss der Gläubiger, kann der Gläubiger nicht, muss seine Bank, kann die Gläubiger-Bank nicht, muss die Nationalbank, kann diese nicht, muss der Staat, kann der Staat nicht, muss der Steuerzahler, kann der Steuerzahler nicht, muss er trotzdem!!! Die Folgen sind Enteignungen, Zwangshypotheken, Goldverbot, etc. etc., das kennen wir alles bereits aus der Geschichte.

      Wenn man richtig hinguckt, könnte man erkennen, dass die Architektur des System so gestaltet ist, dass es immer auf den Schultern der kleinsten Wirtschaftsteilnehmern, nämlich uns Personen, getragen wird. Vollgeld würde meiner Meinung nach die Last etwas gleichmässiger verteilen, und bspw. unser Altersguthaben sichern…

  43. Sehr geehrter Herr Geiger

    Endlich mal ein konstruktiver Beitrag von Ihrer Seite zu diesem Thema; ein ernsthaftes Bravo von meiner Seite!

    Nun glaube ich das fast alle ihre Ideen für den Otto Normalverbraucher zu umständlich und damit nicht unbedingt zum Renner werden können.

    Wie auch immer solche Umgehungs-Lösungen mit Sichteinlagen bei Banken aussehen, so bleibt am Schluss immer die klare Trennung zwischen „Giralgeld“ und „Vollgeld“ wenn der Kunde Zahlungen machen will; will heissen der Empfänger und der Zahler müssen immer zuerst entscheiden welche Variante sie wählen; mit diesem Problem kann ich als Vollgeld-Befürworter leben. Der Kunde hätte die Wahl …

    zu Ihren ersten Punkt: was man nicht unterschätzen darf: Die Dienstleistung „Kontoführung“ und „Zahlungsverkehr“ ist in einem Vollgeldsystem nicht zwingend und ausschließlich durch Banken zu erbringen; ich wäre gespannt wie schnell sich findige Fin-Tech Unternehmungen um dieses neue Business-Modell streiten würden mit entsprechendem Preisdruck auf den Dienstleistungspreisen.

    Herzliche Grüsse
    Hedgie

  44. @ Hans Geiger

    Hans Geiger ist – wie immer – Spitze!

    Man kann sicher sein, dass die Banken einen Ausweg finden. Es geht schliesslich um’s Überleben. Geiger offeriert hier mögliche Lösungen.

    Wie wäre folgendes:
    Die Bank gibt Kassenobligationen in kleinen Stückelungen heraus und nimmt sie ins Depot. Die KO haben zwar eine fixe Laufzeit, die Bank is aber bereit, ihre eigenen KO jederzeit zurückzunehmen, wenn der Kunde Zahlungen machen muss.

    Die Rücknahme könnte auch durch ein (abhängiges) anderes Institut erfolgen.

    • Wozu den Kassaobligationen? Alternativ könnten auch FRN-Bonds aufgelegt werden, für welche sowohl von der herausgebenden Bank und sicherheitshalber auch noch via Börse ein liquider Markt sichergestellt wird. Damit entfiele zumindest die Aufstückelung auf X verschiedene Instrumente.

    • @Moneymoney

      Das ist ja wie wenn ich einen Kredit zu 3% aufnehme um dieses Geld dann auf das Sparkonto mit 1% Zins anzulegen; glaube nicht dass dieses Modell zum Renner wird …

      Herzliche Grüsse
      Hedgie

    • @ Hedgie: Mit ihren Zinsen würde es tatsächlich nicht zum Renner! Wenn eine Bank dieses Modell anbieten möchte, müsste sie es schon etwas attraktiver machen….

  45. Der Tauschhandel würde wieder aufblühen – dazu müsste aber grosses Vertrauen im Markt herrschen. Vielleicht sind es aber auch die Cryptowährungen, die uns als Alternative vor einer solchen radikalen Initiative retten würden. Ich denke, dass die Schweizer Bevölkerung genau weiss, dass die lancierte Initative nicht durchkommt – schön aber, dass wir darüber gesprochen haben…