Post-Eklat: Muss als Nächster Aargau-KB-Chef gehen?

Pascal Koradi war jahrelang Finanzchef der Post-Chefin – Diese musste Koffer packen – 100 Mio Betrug: Im Aargau No Problem?

Pascal Koradi ist Mister Bescheiden. 600’000 Jahressalär, immer lächeln, joggend im Firmenvideo durchs Mittelland.

Nun steht dem Mittvierziger seine schwerste Zeit bevor. Der Chef der Aargauischen Kantonalbank (AKB) muss um seinen Job bangen.

Grund ist der überraschende Rücktritt seiner langjährigen Chefin am gemeinsamen Ex-Einsatzort: in der Berner Post-Zentrale.

Susanne Ruoff heisst die Managerin. Sie ist per sofort weg, hat das Vertrauen ihrer Chefs im Post-Verwaltungsrat verspielt.

Ruoff war im Bild über 100 Millionen Subventionsbetrug durch die Tochterfirma PostAuto. Der Skandal ist neben der hohen Summe die lange Dauer. Von 2007 bis 2015 dauerte er an.

Mitten drin in diese Zeit fällt die Ära von Pascal Koradi, Jahrgang 1972. Der Banker wechselte im Frühling 2012 als Finanzchef der CS-Tochter Neue Aargauer Bank auf den Finanz-Chefsessel des Post-Konzerns.

Dort blieb Koradi bis 2016. Nach vier Jahren übernahm er vor 2 Jahren das Spitzensteuer bei der Aargau-Kantonalbank.

Als der Post-Sturm Anfang 2018 ausbrach, meldete sich Koradi nach ein paar Tagen Schweigen in „seinem“ Regionalblatt. Er habe sich nichts vorzuwerfen, meinte der Chef einer der wichtigsten Staatsbanken im Land.

Als „Konzernfinanzchef der Schweizer Post“ sei er „verantwortlich für die Konzernrechnung und für die finanzielle Führung auf der Konzernstufe“ gewesen, führte Koradi in der Aargauer Zeitung aus.

„Aber nicht für das Offertwesen oder die Kosten- und Leistungsrechnung einzelner Geschäftseinheiten wie die Postauto“, grenzte er ein.

Die legalistische Verteidigung gipfelte im Februar dieses Jahres in folgendem Satz:

„Ich habe am 6. Februar im Prüfbericht des Bundesamtes für Verkehr (BAV) von fehlerhaften Buchungen im Rahmen des Offertwesens gelesen. Da muss ich als ehemaliger Pöstler sagen, dass ich damit natürlich nicht zufrieden bin.

„Für mich ist das ein ‚Bschiss‘, darauf kann man auf jeden Fall kein Geschäft aufbauen.“

Nichts gewusst, nicht gesehen, selbst ein Opfer Subalterner – so die Verteidigungsrede des heutigen KB-CEOs und Ex-Post-Finanzchefs.

Sein Vorgesetzter, der Präsident des Verwaltungsrats der Aargauischen KB, leistete ihm unverzüglich Schützenhilfe.

AKB-Chef Koradi würde „weiterhin das vollste Vertrauen des Bankrates“ geniessen, sprach Dieter Egloff, ein Fan schneller Schlitten, ins Mikrofon des Schweizer TV-Staatssenders.

Präsident Egloff, Bankchef Koradi: Die beiden könnten sich zu früh zurückgelehnt haben. Der Bundesrat hat das Bundesamt für Polizei, kurz Fedpol, mit einem Strafverfahren beauftragt.

Damit wird Koradis Rolle strafrechtlich untersucht.

Erhärtet ist, dass Koradi eine der entscheidenden Figuren rund um den Postauto-Skandal war. Als Herr der Zahlen beim Gelben Riesen trug er zu einer Zeit, als der Betrug aufzufliegen drohte, die Oberverantwortung.

Sein Name tauchte auf in einem Email vom August 2013. Dieses ging unter anderem an Koradi und an dessen Chefin Susanne Ruoff. Absender waren die internen Buchprüfer der Post-Zentrale.

Koradi im „Blick“: Früh im Bild

Das Mail hätte nicht deutlicher sein können. Da man nicht immer wie gewünscht agieren könne, führe dies „in bestimmen Fällen zu Quersubventionierungen zu Lasten des öffentlich finanzierten Geschäftes“, heisst es explizit.

Der „Blick“ hatte das Mail beim Ausbruch des Skandals publik gemacht. In der „Aktennotiz“ des Inspektorats der Post kommt Koradi schlecht weg.

Der damalige Finanzchef verantwortete ein Bonus-System, das gemäss Chefs der Sparte PostAuto faktisch den Betrug am Steuerzahler nötig machte.

„Die Geschäftsleitung von PostAuto ist sich des Risikos bewusst, sieht aber in Anbetracht der für PostAuto definierten Gewinnziele zur Zeit keine andere Möglichkeit. PostAuto sucht zurzeit zusammen mit dem Managementbereich Finanzen und der Konzernleitung nach einer Lösung.“

Aus heutiger Sicht war dies der Moment, an dem Pascal Koradi spätestens eingreifen musste – weil er um den Betrug am Schweizer Bürger wusste. Er lag Schwarz auf Weiss auf seinem Pult.

Reagierte Koradi? Griff er ein und stoppte das kriminelle System sofort?

Nichts von dem geschah. Bis 2015, also volle 2 Jahre, gingen die Manipulationen bei den Postautos weiter.

Koradi kümmerte sich derweil um Anderes. Persönliches. Er schrieb nebenbei seine Doktorarbeit und führte Gespräche mit Headhuntern. Mit Erfolg: 2015 kündigte die Aargauer Staatsbank Koradi als neuen Chef an.

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45 Kommentare zu “Post-Eklat: Muss als Nächster Aargau-KB-Chef gehen?

  1. Herr Koradi, wie lange wollen Sie noch ablenken! Ein proaktiver Abgang bei der AKB spätestens im Februar dieses Jahres hätte noch einen Funken Anstand vermuten lassen.
    Inzwischen haben Sie die Bank mit Ihren neu eingestellten persönlichen Günstlingen so umgebaut, dass fast das gesamte Privatbanking-Team die Bank verlassen hat, oder am verlassen ist und mit Ihnen werden es noch viele Kunden tun. Bin gespannt wie viel Vermögen die AKB in einem Jahr noch für Ihre Kunden verwalten darf, mit den neu eingestellte CS/Neue Aargauerbank Bänklern.
    Eine „Noch-Kundin“

  2. Ein Produkt unserer Zeit, wie wahr. Gewünscht und gelebte Kultur sind zweierlei Sachen, das ist einfach nur die Praxis. Habe ich das was jetzt bei Postauto abgeht und scheinbar alle Parteien so entsetzt in der Privatwirtschaft schon jemals gesehen? Ja, eigentlich nur. In verschiedenen Unternehmungen. Habe Buchungssätze gesehen, wo es wirklich um viel Geld ging, da hätten sie dich in jedem KV Unterricht nach Hause geschickt. Das ist ja das was ich dem geschätzten Marc Meyer, Dr. die ganze Zeit vergeblich mitteilen wollte. Wenn interessieren Buchungssätze in der Praxis? Niemanden! Deshalb war ich ja auch für die Vollgeldinitiative. Weil Giralgeld fast die gleich grosse Schweinerei ist wie das Thema 2. Säule. Dort habe ich 10 Jahre bei einem Vollversicherer gearbeitet und was ich gesehen habe …. du meine Güte. Wie wir dort über den Tisch gezogen und ausgenommen werden, meiner Meinung nach gezielt mit Falschinformationen «gefüttert» werden. Da ist da Thema Postauto nicht einmal Peanuts und nicht nur von den Beträgen her. Und jetzt kommen die immer gleichen Parteien und wollen Postauto (und natürlich mehr) privatisieren. Genau die Parteien, die für die «Fehlentwicklungen/Fehlbuchungen» in der Privatwirtschaft die Hauptverantwortung tragen. Weil sie genau nur alles solche Leute überfall an der Spitze haben wollen.

  3. Pascal Koradi ist als Mitwisser oder sogar Mittäter eines Subventionsbetruges im dreistelligen Millionenbereich als CEO einer bedeutenden Kantonalbank nicht mehr tragbar.

    So einfach ist das.

  4. Ich bin Finanzchef aber einzelne Buchungen interessieren mich nicht. Ich bin Manager aber einzelne Menschen interessieren mich nicht. Ich bin GL Mitglied bei der Postauto AG aber einzelne Postautolinien interessieren mich nicht. Ich arbeite fuer die Post aber die kann mir gestohlen werden.

  5. Der gelbe Filz wird mehr und mehr beleuchtet. Und nun bei der PostFinance ebenfalls genau hinschauen… Adieu merci!

  6. Der „Fall Koradi“ und der „Fall Gisel“ sind verbunden.
    Es wird niemand mit etwas Erfahrung in der Branche bezweifeln, dass man Gisel schon vor Monaten hätte feuern sollen.
    Weil das nicht geschieht, können „Second-Tier“ Banker wie Koradi natürlich behaupten: „Wenn sogar Gisel nicht gehen muss, warum soll ich denn gehen?“. Das Ergebnis ist, dass die Finanzbranche plötzlich von „Walking Deads“ bevölkert ist.
    Letztlich müsste die Finma in beiden Fällen durchgreifen. Und zwar dringend.

  7. Doris Leuthard an der jetzigen PK: Die oft zitierte Aktennotiz mit den Adressaten GL und VR bedeutet nicht, dass die Empfänger die Aktennotiz auch erhalten haben; ob in Papier oder E-Mail.

    Schutzbehauptung für gewisse Personen. So läufts in Bern.

    • Nur leider gibt es ja nicht nur diese Aktennotiz. Herr Koradi wird überall erwähnt und hat sogar selber Mails zu dem Thema verfasst.
      Ist er eigentlich noch CEO oder ist er bereits in den „Ferien“?

  8. Wie alle von einem Skandal betroffenen, spielt auch Herr Koradi vorerst mal den Ahnungslosen, nichts Wissenden. Genau wie seine Chefin, S. Ruoff. Die hat jetzt endlich die überfälligen Konsequenzen gezogen. Im einem IP-Beitrag vor etwa 3 Monaten wurde über ein Meeting im März 2015 berichtet mit Anwesenheit von S. Ruoff, bei dem beraten wurde, wie die Postauto AG weiterhin die gewohnt hohen Subventionen beziehen kann ohne deren Gewinne ansteigen zu lassen. Man baute die Firmenstruktur entsprechen juristisch um. Man kann annehmen, dass Herr Koradi da anwesend war. Es darf somit stark davon ausgegangen werden, dass er und S. Ruoff voll über die Schummeleien resp. Betrügereien im Bild waren.

    • Wirtschaftsprüfer: Extrem interessanter Bericht, habe viel Zeit investiert. Dann muss man also annehmen, die Aargauer Kantonalbank habe einen CEO, der bewusst bei Subventionsbetrügereien von über 100 Mio. mitmachte. Koradi schrieb allerdings, das sei seit vielen Jahren so usus gewesen. Da muss sich der AKB-VR in der Tat einige Gedanken machen. Sollten Banker nicht einigermassen integer sein ? Und abgesehen davon: S. Ruoff so gut wie P. Koradi können von Glück reden, dass sie nicht schon längst untersucht werden. Es bestand nämlich extreme Verdunkelungsgefahr durch Verschwinden lassen von Dokumenten. Solche werden im Bericht oft zitiert. Die Gewinnvorgaben für die Post seien von der GL her gekommen, also von S. Ruoff. Sie hat diese mit Sicherheit mit der Bundesrätin abgesprochen. Nicht nur Rouff, auch Leuthard wussten von allem seit Jahren, ja sie waren Treiber des Systems, das muss man annehmen.

  9. Man muss sich schon fragen was eigentlich die Aufgabe des Verwaltungsrat ist. Ist es das fröhliche mehrmalige jährlich zusammen kommen, ein fürstliches Essen geniessen und die erklecklichen Sitzungsgelder kassieren. Etwa dem operativen Geschäft dreinreden, aber für was, denn es läuft ja alles so gut. Dabei hätte der Verwaltungsrat jederzeit das Recht zum Beispiel Revisionsberichte anzufordern. Wird dann aber eine Mogelei aufgedeckt gehen alle in Deckung, allen voran Urs Schwaller in diesem Betrugsfall , aber er als gewiefter Politiker wird auch diesmal jegliche Verantwortung von sich weisen.
    Peter Ammon, Basel

    • P. Ammon: Im Post-VR bis etwa 2008 sass auch die CVP-NRin L. Meier Schatz. Wir erinnern uns an diese Person. Sie warf sich 2007 entrüstet in die Brust wegen den sog. Hollenweger-Papieren. Die sollten ein Komplott unter der Leitung von BR Blocher zeigen. Auch der damalige CVP-Parteichef Darbellay (jetzt Olympiafreund ohne Rücksicht auf Verluste) orakelte, man habe eine „Bombe“ entdeckt, die man bald hochgehen lasse (man nehme die daraus sprechende christliche Nächstenliebe zur Kenntnis). Die Bombe ging los – gegen hinten.

  10. Inwiefern ist die Tatsache, dass Herr Egloff rin Freund schneller Schlitten sein soll, relevant für diese Story? In dem Sinn sollte man wohl in Zukunft LH als „LH, Freund billiger Seitenhiebe“ bezeichnen.

    • Also LH ist doch noch extrem nett.
      Bin gespannt, ob der Koradi vor den Richter muss. Der Untersuhufsbericht liest sich ja wie ein Krimi.

  11. Heutige PK zum Post-Bschiss:

    „Bei Personen mit besonderer Verantwortung, die entweder am System beteiligt oder trotz zahlreicher Hinweise über Jahre nicht eingeschritten sind, fehle das nötige Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit.“

    Pascal Koradi wäre vermutlich wie Ruoff bei der Post „Persona non grata“.

    Und die AKB: Vorwärtsstrategie oder Strategie Gisel?

  12. Da muss ich Herr Koradi in Schutz nehmen. Wie konnte er denn davon wissen oder auch nur davon eine Ahnung haben. Seine ganze Energie in der Zeit bei der Post musste er doch für seine Doktorarbeit sparen.

  13. Nach der heutigen Medienkonferenz bei der Post kann ich mir kaum vorstellen, dass sich der Koradi noch halten kann.
    CEO: Gefeuert, Interne Revision: Gefeuert
    Der CFO wäre somit garantiert auch gefeuert worden.
    Und die Anforderungen an einen Bank-CEO sind höher (Finma!).
    Prognose: Spätestens Ende Monat weg. Ausser man macht einen „Aargauer-Mauschel“ sondergleichen!

  14. Die Post hat soeben im Internet den „öffentlichen“ Untersuchungsbericht publiziert – https://www.post.ch/-/media/post/ueber-uns/medienmitteilungen/2018/factsheet-untersuchung-pa-sachverhalt.pdf?la=de&vs=2

    Unter anderem ist auch Pascal Koradi im Fokus des Berichts. Textpassagen zu Koradi lassen Interpretationen zu wie: er war informiert, er hat mitgewirkt.

    „Beim Konzern (F) ist Herr Koradi über die Korrekturbuchungen informiert.“

    „In einer E-Mail vom 8. April 2013 nahm Pascal Koradi zu der Aktennotiz zur Gewinnsicherung PA Stammgeschäft vom 3. April 2013 Stellung.“

    „Auf die Nachfrage der Mitarbeiterin der internen Revision bestätigte der Mitarbeiter von PostAuto, dass beim Konzern Herr Koradi über die Korrekturbuchungen informiert ist. Das geht auch aus seiner E-Mail vom 2. Juni 2013 hervor, wo die Lösung des Problems der Buchungsperiode 15 und das erhebliche Reputationsrisiko angesprochen werden.“

    „Ich empfehle Dir zu Beginn den Begriff Gewinnsicherung klar zu definieren. […] Die geplante Aufteilung in eine RPV AG und eine RestAG entspricht dem Auftrag und kann ich begrüssen. Damit lässt sich das Problem der Buchungsperiode 15 lösen – dabei handelt es sich doch um ein erhebliches Reputationsrisiko. Auf Seite 3 wird oben dazu vom aktuell noch genutzten Creative Accounting gesprochen. Diese Formulierung ist unglücklich gewählt und könnte dazu führen – wenn das Dokument in falsche Hande gelangt – dass die Glaubwürdigkeit und Rich-tigkeit der Rechnung PA in Frage gestellt wird. Hier würde ich einfach von der heutigen Verrechnungslogik sprechen.“

    Und so weiter und so fort.

  15. Selbstverständlich muss/soll jede Frau und jeder Herr Mänägerli ihren/seinen Hut nehmen, bei derartigen, nachgewiesenen Machenschaften, bei denen rein schon das Mitwissertum darüber belegt ist.

    Nur, wird es mit den jeweiligen Nachfolger auch wirklich besser? Ich meine nach Vincenz ist ja jetzt mit Gisel alles wieder ok bei Raiffeisen, oder doch nicht?

    Ich glaube es ist nicht zielführend, ein ethikfreies Mänägerli gegen ein neues solches auszutauschen. Wie oft wollen wir dieses sinnbefreite Spiel noch weitertreiben?

    Es braucht Unternehmer, die mit Ihrem eigenen Vermögen haften und investieren, und dadurch mehr oder weniger gezwungenermassen verantwortungsvoll agieren müssen…

  16. Koradi, ein Produkt unserer Zeit. Überfordert mit seinem Posten als CFO, macht er noch eine Weiterbildung.
    Und nun übernimmt er keine Verantwortung für sein Versagen.

  17. Nicht nur der VRA gehört gefeuert, sondern auch die Verantwortlichen der internen Revision:
    Einerseits wurde in der „Aktennotiz“ ein schwerwiegendes Problem beschrieben, andererseits aber behauptet, es „bestehe kein Handlungsbedarf“!
    Was soll diese dämliche „cover-my-ass“-Strategie der internen Revision: Man schildert ein schwerwiegendes Problem, setzt aber keine Korrektur durch bzw. verzichtet auf Eskalation! Grund: Man will offenbar die Teppichetage nicht verärgern, deren Bonus-Tricks ja abgestellt würden!
    Da hätte ja jemand richtig böse werden können auf die interne Revision!

  18. S.R. hat seit 2012 rund 4.8 Mio. CHF an Salär generiert… ich denke, mit dem Überschuss wird es bis zur Pensionierung reichen…
    ABER aufpassen, es werden im Moment diverse VR- Mandate neu besetzt. Ganz klar eine Class A1 Kandidatin für die Raiffeisenbank… nichts sehe, hören und wissen… ein Schelm wer böses denkt…

  19. Mit Dieter Egloff – Aston Martin-Cruiser mit VR-Mandaten à gogo, sitzt Pascal Koradi fest im Sattel.

    Ausser, die Finma macht Egloff «erneut» einen Strich durch die Rechnung:

    Bei Waespi (ex CEO Bank Coop und von Egloff gewählter AKB CEO) hat die Finma rigoros gehandelt.

    Die Medien sind sich heute einig: Ruoff wusste über den Bschiss Bescheid. Naheliegend, dass Koradi ebenso möglicherweise Bescheid wusste. Blick geht noch weiter: (Vieles deutete darauf hin, dass der damalige Finanzchef Pascal Koradi besonders interessiert war an den Buchhaltungstricks.»

    Ein Bank-CEO mit der Hypothek, stets mit dem Post-Bschiss in Verbindung gebracht wird. Ähnlichkeiten Gisel und Koradi sind gegeben: «Wir haben nichts gewusst». Dennoch gibt es einen Unterschied: Bewahrheitet sich die Aussage von Blick, «der damalige Finanzchef Pascal Koradi besonders interessiert war an den Buchhaltungstricks», so dürften seine AKB-Tage und die von Egloff wohl Geschichte sein.

  20. Hoffentlich lassen sich Post-Koradi und SBB-Ribar durch Mme Ruoffs spätes «gutes Beispiel» inspirieren.
    Wäre doch peinlich, wenn die beiden auch zu lange warten.

    PS: Es gibt natürlich noch viele weitere Kandidaten für einen mehr oder weniger freiwilligen Abflug.

  21. Edith Graf-Litscher: «Ich erwarte von diesem Untersuchungsbericht, dass man darin klar sieht, wer wann was gewusst hat, welche Verantwortlichkeiten vorlagen und wer wann welche Alarmglocken nicht läuten gehört hat.» Quelle SRF 4 News.

    Variante A: Das könnte Pascal Koradi durchaus bei der AKB seinen Job kosten. Mindestens vorausgesetzt, einer der beiden Berichte ist umfassend und weist keine Schwärzung auf von personenbezogenen Daten und/oder Funktionen.

    Variante B: Ruoff nimmt mit ihrem Rücktritt Wind aus den Segeln – dies könnte für Koradi wiederum zum Vorteil sein. Bekommt Frau Ruoff mit ihrem Rücktritt eine Gegenleistung in Form eines «angepassten» Berichts wie «oberstes Führungsorgan (GL) wusste nichts vom Bschiss?».

    Frau Ruoff ist sich ihrer Sache sehr sicher: «Es gibt für mein Wissen keine Beweise». Pascal Koradi kostenlos im Schlepptau.

    • Kein Chef ist da um „nichts zu wissen“.

      Entweder hat Koradi tatsächlich nichts gewusst, dann ist er in jeder Chef-Position ungeeignet.
      Oder er hat es gewusst und wegggeschaut, auch dann ist er in jeder Chef-Position ungegeignet.

    • Gilt auch für
      – Branson und sein Libor-Problem u.a.
      – Collardi und seine Problem“kunden“ bei Bär
      – Gisel und PV-Beteiligungen und weiteres
      – Rohner und US-Kunden, Mosambik, etc.
      – ……… (Lehrerin: „Mark, finde weitere lustige Beispiele!“)

  22. Wieder so einer, bei dem eigentlich niemand weiss, wieso der Finanzchef der Post und CEO der AKB werden konnte.

  23. „Ich war damals nur Finanzchef und einzelne Buchungen interessieren mich nicht“.
    Diese lapidare, kurzsichtige und unprofessionelle Aussage und Einstellung überführt doch den Betreffenden umgehend.
    Allein im Dilettanten-Kanton Aargau ist dieser offenbar gut eingebettet.
    Der Diesel-Skandal von VW war dem Mgmt seit Beginn bekannt.
    Die Folgen folg(t)en.

    • ganz lüstige Bemerkungen….. könnte noch weiter gehen und behaupten: „Interessierte Ihm die Post und AKB überhaupt???

  24. Nur drei Fragen:
    Egloff: Warum ist dieser Mann noch im Amt?
    Finma: Gab es da nicht so etwas wie Gewähr?
    Koradi: Schämen Sie sich eigentlich nicht?

    Und einen Dank an Lukas Hässig, dass er neben dem Gisel-Raiffeisen Fall auch in diesem Fall energisch nachbohrt!

    • die „Gewährspflicht“:

      – Bank Bär mit BC & friends
      – CS mit UR & friends
      – weitere

      Da kommt einem doch das Bild mit den drei Affen in den Sinn.

      Wer bietet eigentlich noch Gewähr bei der FINMA?

    • Andere Frage: Warum erfolgt die Rechnunslegung des Schweizer Staatsunternehmens, welches nicht an der Börse tätig ist auf IFRS? Der Standard ist gedacht für private, global tätige Unternehmen und Konzerne…

    • @Ach-Noah:
      …nein, noch nicht, das ist vorerst nur die Nase der verschnupften Frau Ruoff…

  25. Wo ist das Problem? Das Schreiben der Internen Revision endet mit dem klaren Fazit, dass „kein Handlungsbedarf“ besteht.
    Und was hat Koradi gemacht?
    Nichts. Respektive er hat sich, wie immer, vornehmlich darum gekümmert, dass es ihm persönlich gut geht.
    Also, es gibt absolut keinen Anlass zur Panikmache.

    • Nun, dass Handlungsbedarf besteht, wusste jeder der Adressaten selbst. Es ware ein Aufruf an die Wahrnehmung ihrer Verantwortung. Chapeau an die Interne Revision der Post, die intern auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht hat. Sie haben ihren Job gemacht. In diesem Medium werden solcherart Tätige ja gerne pauschal mit Bezeichnungen wie Geschäftsverweigerer, Kontrollöre, Aufpasser etc. abgetan. Bien fait!

  26. was für eine frage. natürlich schon!
    der ex finanz chef hat ja das ganze „gechüngelt“, ganz sicher in absprache mit madame.
    das war vorsätzlicher subventionsbetrug und einiges mehr.
    unbedingt dran bleiben!!