Bührle-Bank: Neuer CEO will es allen zeigen

Daniel Lipp krempelt Geschäftsleitung der Zürcher IHAG um – Holt Freunde, setzt Alte ab – Nun will Lipp Konkurrenten übernehmen.

Ein Mann will nach oben. Er heisst Daniel Lipp, trägt farbige Strümpfe, verströmt Witz und Charme. Und baut eine kleine Bank mit langer Geschichte komplett um.

Heute früh gibt Lipps IHAG Bank bekannt, dass zwei neue Banker in die oberste Geschäftsleitung kämen, die sich um Investments und ums Tagesgeschäft kümmerten.

Wirbelwind am Paradeplatz: IHAG-Chef Daniel Lipp auf Twitter

Lipp selbst und ein bisheriger Kollege in der Führung würden sich damit voll und ganz um die Kunden kümmern können.

Einer der Neuen stammt wie Lipp von der St. Galler Kantonalbank. Lipp holt somit in bekannter Manier eigene Vertraute, um seine Machtbasis zu stärken.

Sein Personen-Geschacher müsste den Zürcher Bankenplatz nicht weiter beschäftigen. Doch bei Lipp, der sich als Jungmanager in Lateinamerika durchsetzte und später bei der UBS Karriere machte, geht es um mehr.

Der IHAG-Chef will die Szene aufmischen. Den Bankenplatz konsolidieren.

Laut einer Quelle plant Lipp den Kauf von kleinen und mittleren Banken. Man soll ihm Adressen von interessierten Verkäufern geben, sage Lipp in Gesprächen. Ziel sei es, rasch durch Zukäufe zu wachsen.

Damit setzt sich Lipp mit seiner IHAG ab von anderen Kleinbanken auf dem Finanzplatz. Die Basler Baumann unter CEO Matthias Preiswerk sieht ihr Glück in überschaubarer Grösse.

Ebenso die beiden jungen Lenker der alterwürdigen Maerki Baumann. Bei ihnen deutet bisher nichts darauf hin, dass sie zukaufen möchten.

Warum dies bei der IHAG und ihrem Neo-Chef Daniel Lipp anders ist, leuchtet ein. Hinter der IHAG steht mit Gratian Anda ein immer noch junger Investor mit langer Familientradition.

Milliardär mit Erbe: Gratian Anda, Bilanz-Ranking

Anda gehört zur alten Bührle-Sippe und will mit seiner IHAG etwas ins Rollen bringen. Deshalb holte Anda den bekannten Private Banker Lipp, der die grosse Welt der UBS und das Private Banking der St. Galler Kantonalbank kennt.

Anda dürfte Lipp den Auftrag gegeben haben, rasch zu wachsen. Geld für Zukäufe? Kein Problem.

Und so macht sich nun Lipp an die Arbeit. Er hat sein Team umgebaut, mehrere Berater mussten die IHAG Privatbank in seiner Ära, die erst ein Jahr alt ist, bereits verlassen.

Ob Lipp fündig wird und gestandene Zürcher Bankiers ihm ihr Institut zum Kauf anbieten, bleibt abzuwarten.

Und einfach kaufen wäre für Lipp keine Kunst. Die schlingernde Falcon Privatbank könnte er wohl jederzeit übernehmen.

Schwierig wird es, wenn die Braut passen soll und gesund sein muss. Lipp, der für die St. Galler Kantonalbank erfolgreich ein Private Banking in Deutschland aufgebaut hat, muss zeigen, dass er die richtigen Objekte aufspürt.

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18 Kommentare zu “Bührle-Bank: Neuer CEO will es allen zeigen

  1. Jeder dieser Showmasters holt Freunde und Kollegen, jeder dieser weiss schon heute, dass sie nicht bewegen, Grund ist das diese Rethorischen Blender in ihrer Karriere noch nie Kunden holen mussten, alle diese Grosstedner werden hier wieder auf IP in spät. 2 Jahren wieder als Neueinsteiger bei einer anderen Bank sich für wieder 2 Jahre durchschmuggeln.

  2. Ein abgeschossener Träumer, mit alten Ideen, die andere mit noch viel mehr Geld als Bührle schon längst (erfolglos) verfolgten. Traurig – er wird garantiert kläglich scheitern. Auch wenn er’s zurzeit nicht glauben will.

  3. Es mag ja sein, dass dieser CEO gute Pläne hat. Er stammt aber vom gleichen St.Galler HSG Filz wie der Raiffeisen CEO und sein unsäglicher HSG Professor Rüegg Stürm, der Führungsbrei verkündet, aber selber inkompetent ist. Wie dieser CEO die langjährige Assistentin abserviert, in die Wüste geschickt hat wie eine Verachtete: Vollkommen stillos, passt gut in die Stillosigkeit von UBS und CS.

  4. @ Isaac 08:46pp
    Was soll all dieses Bashing?? (Gilt auch für andere Schreiber)
    Farbige Socken hat nicht G. Anda, den ich zufällig kennen lernte an Konzerten, sondern sein neuer CEO D. Lipp. D. Lipp bringt frischen Wind „in die Bude“ und ist genau der passende Mann mit internationaler als auch kantonaler Erfahrung. Zudem hat D.Lipp bereits mehrfach „geliefert“ und nicht nur gelafert wie andere..

    Mit G. Anda im Hintergrund sind die ev. benötigten Milliarden jedenfalls bereit und es ist diesem hoch an zu rechnen, dass er unternehmerisch tätig ist und nicht einfach sein Geld mit dolce far niente verbringt.

    • Was hat Lipp genau geliefert?
      Ein Bänkli wie die IHAG durch Zukäufe aufzublasen ist keine Kunst, wird aber enden wie Raiffeisen-Notenstein.

    • Haben wir diesen Auftrag / dieses Muster nicht schon bei Raiffeisen respektive Pierin Vincenz gesehen? Viel Glück…..

  5. IHAG Bank und Bank Cler (als Beispiel) sind sperrige Namen ohne jeglichen Wiedererkennungswelt und -appeal.

    Es würde somit bei solchen Banken heissen, doppelt so gut zu arbeiten als jegliche andere Institution………um dies zu kompensieren.

    • Bank CLER? Die Coopbank? Die auf Hypster IKEA Style und ultra digital macht? Aber vorwiegend Kunden ü70 hat?

      ZAK aber sowas von In diese Bank. Obacht, und der CEO ist eine echte Frau, die glatt auch das Betty Bossi Heftli managen könnte.

  6. Wo da bei Anda der Biss sein soll müssen Sie erst mal noch erklären. Mit farbigen Socken und ein paar St. Gallern ist noch keine Bank profitabel geworden und eine Bank kaufen mit dem Geld des gar nicht so flüssigen Patrons ist noch keine Leistung.

    • Im Besitz der St. Galler KB, musste die altehrwürdige HYPOSWISS mit Hauptsitz Zürich sogar liquidiert werden.

    • Ich wäre interessiert an Ihrem Ergebnis. Und Methode. Assets plus 2%?

  7. Manche Beobachter erwarten eher ein waghalsiges Wachstum durch Zukäufe, um dann in kurzer Zeit selbst sich zum Kauf anbieten zu können.

    Das Konglomerat Ihag (Hotels, Bank, Immos) ist in seiner jetzigen Grösse und Ausrichtung wenig Gewinn bringend. Abspaltungen und Ausbau der Finanz-Dienstleistungen sollen von und mit Lipp die Zukunft weisen?

    Faites vos jeux 🙂

    • die vermutung liegt nahe, dass das haus aufpoliert wird, um den bankenteil dann doch zu verkaufen – utopie? wahrheit?