Thomas Meyer mag VW nicht – und spekuliert trotzdem nicht dagegen

Folge vier meiner Begegnung mit dem Schriftsteller und Aktien-Neuling Thomas Meyer, der wissen möchte, wie man an der Börse spekuliert. Ich habe ihm, wie allen, eingeschärft, langfristig zu investieren, auf 20 oder 30 Jahre hinaus. „Das ist irgendwie aber ein bisschen langweilig“, sagt Thomas, „dann kaufe ich die Aktie und lasse sie liegen. Gibt es keine Action an der Börse?“

Doch, die gibt es. Mittels Optionen kann man kurzfristige Schwankungen ausnutzen. Sie sind sehr beliebt, aber ein reines Risikospiel. Rechnet man mit fallenden Kursen, kann man einen Put kaufen, rechnet man mit einem Anstieg, kauft man einen Call. Doch die Börse tut nicht, was man von ihr erwartet – sonst würde niemand Geld verlieren. Sie tut oft genau das Gegenteil dessen, was man sich vorstellt.

Die Preise der VW-Aktien sind zwar nach Bekanntwerden des Skandals tatsächlich gefallen. Aber der Skandal hält an, es werden immer neue Details bekannt, und dennoch ist der Preis des Papiers seither wieder kontinuierlich gestiegen. Er richtet sich nicht nach der öffentlichen Meinung oder der Moral. Sondern danach, was Anleger dafür zu zahlen bereit sind. Und auch wenn das VW-Management sich falsch verhalten hat, baut VW trotzdem weiterhin moderne, wertbeständige, solide Autos. Und das hat den Kurs wieder angehoben.

War das vorauszusehen? Nein. Nichts ist vorauszusehen. Wer an der Börse spielen will mit Optionen, muss sich bewusst sein, dass er Roulette spielt. Es kommt Rot oder Schwarz, und nichts weist darauf hin. Nicht einmal eine Fünferserie von der einen Farbe erzwingt die andere. Nicht einmal Investorlegende Warren Buffet würde sich zur Aktienpreisentwicklung der nächsten Wochen oder Monate äussern. Er weiss, wie alle vernünftigen Menschen, dass eine Prognose hier unmöglich ist.

Trotzdem bleiben Optionen sehr beliebt. Praktisch jeder, der sich mit dem Aktieninvestieren befasst, setzt sich früher oder später mit Optionen auseinander. Thomas Meyer interessiert sich schon von Anfang an dafür, lässt sich aber von meinem Rat überzeugen, davon die Finger zu lassen. Es gibt auch so genug Unwägbarkeiten an der Börse. Darüber sprechen wir nächste Woche.

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4 Kommentare zu “Thomas Meyer mag VW nicht – und spekuliert trotzdem nicht dagegen

  1. Ein verstörendes Interview, der eine ist mit Tattoos „verchriblet“, der andere erzählt, dass die Aktienpreise weder kurz- noch langfristig stimmen, aber langfristig könne man sie voraussagen. Hää?

  2. Nach gesundem Menschenverstand sind Optionen, Derivate (= Wetten), Anleihen (= bonds = Fesseln), Aktien, Devisen, Hypotheken usw. ausschliesslich PAPIER, also Schulden und Kredite, welche nach Belieben aufblähbar sind. Bei Geld (Gold und Silber) ist sowas nicht möglich! Somit finanzieren wir selber – durch den Kauf ihres grün bedruckten Papiers – die militärischen und mörderischen Abenteuer der USA, siehe Position 23:17 von Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=d0-z9hWcHa0
    Silber kann gegenwärtig «dreckbillig» gekauft werden, wird schlussendlich jedoch den Preis von Gold übertreffen! Wer sich gegenwärtig nicht aus dem Papier befreit, um das Vermögen seiner Vorfahren und Nachkommen zu retten, ist ganz einfach selber schuld! ABER ACHTUNG, das Silber muss physisch vorhanden sein, ansonsten der gleiche Barren vielen anderen Leuten ebenfalls versprochen wird! Siehe auch Position 12:45 und 15:01 von Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=mheOpL0DFA8
    He, he, he, e, e, e!
    Somit ist eine weltweite Hyperinflation – wie seinerzeit in der Weimarer Republik – absehbar, ES SEI DENN, die Währungen seien durch Edelmetalle abgesichert!
    Apropos Weimarer Republik: haben Sie gewusst, dass sich ein Sieg der Deutschen im ersten Weltkrieg abzeichnete und es den Rothschilds dann gelang, die USA in den Krieg zu verwickeln, weil sie um die an Frankreich und England ausgeliehenen Darlehen fürchten mussten? Siehe Position 22:20 von Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=SSBqeOLs_ds
    HIER NOCH EINE SCHEUE FRAGE: Wer zählt eigentlich die Barren der SNB und garantiert uns, dass sich die Jungs nicht einfach mit unseren Barren aus dem Staub machen und uns beim Kollaps des US$ nicht einfach wertloses Papier hinterlassen?