Julius Bär: Nix wie raus aus Venezuela

Neuer Shooting-Star Betty Sanchez orchestriert Rückzieher aus heissem Markt – Dort Riesen-Risiken – Sanchez selbst Altlast.

Die Julius Bär-Aktie ist der Nonvaleur der Stunde. Der einst im Quervergleich super lohnenswerte Titel ist letzte Woche unter die Grenze von 50 Franken gerutscht.

Damit ist die Bär-Aktie im laufenden Börsenjahr so schlecht wie jener der UBS und der CS. Gewöhnungsbedürftig im Vergleich zu den früheren Glanzjahren.

Grund für den Absturz ist zweierlei: explosive Altlasten und eine lahme Führung. Bernhard Hodler als Nachfolger des flamboyanten Boris Collardi kann kein Feuerwerk zünden.

Wichtiger sind die Altlasten. Diese türmen sich hoch. Kaum ein Compliance-Grossfall, ohne dass die führende Schweizer Privatbank nicht mit von der Partie wäre.

Besonders gefährlich scheint der Sprengsatz namens Venezuela. Im armen südamerikanischen Land verhungert die Bevölkerung, während Parteibonzen ihre Petrodollars auf Schweizer Bankkonten in Sicherheit brachten.

Darunter solche bei Bär. Einer der Bär-Banker, die den Venezuela-Herrschern beim Geld-Retten jahrelang geholfen hatte, kooperiert nun mit der US-Justiz. Das Horrorszenario für jede Swiss Bank.

Gefordert ist besonders die neue Frau ganz oben bei der Julius Bär. Sie heisst Beatriz Sanchez, genannt Betty.

Nun hat Betty Sanchez die Reissleine gezogen. Unter ihrem Kommando zieht sich die Julius Bär aus dem Geschäft mit reichen Venezuelanern zurück. Der Markt Venezuela wird von der Bär nicht mehr weiter beackert.

Dies bestätigte gestern auf Anfrage ein Sprecher der Bär-Bank, wenn auch nur indirekt. „Wie bereits kommuniziert, hat die Geschäftsleitung anfangs Jahr beschlossen, das Geschäft stärker zu fokussieren“, meinte er.

Und weiter: „Dies bedeutet, dass wir uns auf bestimmte Kernmärkte konzentrieren, in Lateinamerika sind dies Brasilien, Mexiko und Argentinien. Entsprechend werden die Aktivitäten in Nicht-Kernmärkten reduziert und zurückgefahren.“ Zu diesen „Nicht-Kernmärkten“ gehört auch Venezuela.

Fertig mit den Millionen von Venezuela-Bossen, denen es dank Beziehungen zum Regime in Caracas an nichts fehlte, während das Land zerfiel und die normale Bevölkerung zu Hunderttausenden Richtung Kolumbien flüchtete – aus purer Not.

Betty Sanchez vollzieht den Venezuela-Rückzieher aus der Defensive. Die Bär konnte nicht mehr anders. Um etwas Druck abzubauen, hat CEO Hodler kürzlich verkündet, dass man eine interne Untersuchung rund um das Venezuela-Geschäft mit der Ölfirma namens PDVSA durchführe.

Zuvor hatte Bär die Finma im Haus. Die Aufsicht führte gemäss NZZ ein Enforcement-Verfahren rund um PDVSA durch.

Betty Sanchez hat zwei Probleme: ihren Pass und ihre Vergangenheit. Als Amerikanerin ist die Bär-Südamerika-Chefin besonders gefährdet. Ein falscher Tritt, und sie landet vor dem Richter.

Ihre eigene Vergangenheit macht Sanchez ebenfalls angreifbar. Ihren Aufstieg an die Spitze des globalen Private Bankings schaffte sie mit Kunden der Region Lateinamerika.

Bei der HSBC Schweiz, wo Sanchez zur Geschäftsleitung gehörte, leitete sie die Region Lateinamerika; gleich wie bei Goldman Sachs, bei der die Spitzenmanagerin von 2008 bis 2017 zunächst hohe Funktionen für den südamerikanischen Kontinent innehatte und danach den ganzen Bereich lenkte.

Noch früher, nämlich von 1991 bis 2000, war Sanchez in Genf die „Leiterin hispanisches Lateinamerika“ bei der damaligen Republic National Bank of New York. Dazu gehörte auch Venezuela.

Aus ihrer Zeit als Spitzenfrau der HSBC Schweiz hat Sanchez in Spanien einen Gerichtsfall am Hals.

Sanchez und Lateinamerika inklusive Venezuela bilden somit seit Jahren ein enges Paar. Nun hat die Amerikanerin mit dem Latino-Namen das Seil gekappt. Sie räumt auf in ihren Hot Countries.

Freiwillig scheint dies nicht zu geschehen, sondern unter Druck von Uncle Sam. Man könnte sich gar vorstellen, dass die Regieanweisungen aus Washington erfolgen.

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18 Kommentare zu “Julius Bär: Nix wie raus aus Venezuela

  1. Grüezi Herr Hässig

    Schön und treffend formuliert: ……. Einer der Bär-Banker, die den Venezuela-Herrschern beim Geld-Retten jahrelang geholfen hatte, kooperiert nun mit der US-Justiz. Das Horrorszenario für jede Swiss Bank.

    Zuvor hatte Bär die Finma im Haus. Die Aufsicht führte gemäss NZZ ein Enforcement-Verfahren rund um PDVSA durch. In meinem US-Fla. ATCA-ATS Zivil-Verfahren eben genau nicht !

    Alles zum grössten Verfassungs-Betrug der Schweizer Geschichte (Dekret 6. Oktober 1989):

    https://www.gsw-global-consult.com/ = Alle Beweise = Die EBK-Finma & EFV haben damals tatenlos zugeschaut !

    Mfg Giuliano Wildhaber (WILDHABER v. EFV et al)
    Plaintiff pro se (US-Fla. pending under Case No. No. 18-12751-B)

  2. Noch nie wurde ein Goldman Sachs Banker von der US Regierung belästigt.
    Diese Frau Sanchez sass für Goldman Sachs in Miami – dem absoluten Waschsalon für Latino Dictadores, Narcos, Politicorruptos…

    Kein Hochhaus in Florida, welches nicht mit Schneegeld aus Kolumbien, Blutgeld aus Venezuela und Schmiergeld aus Brasilien gebaut, verkauft und wiederverkauft worden wäre.

    Die CIA, die DEA, das State Department, hochpräsent dort – jedoch hält man den Hinterhof Lateinamerika fest bei den Eiern (cojones), solange die Dolares der Latino Eliten in die Miami Waschmaschine fliessen.

    Wehe jedoch, jemand pinkelt nicht in die US Waschtrommel, sondern die Kohle (welche Überleben und gewisse Unabhängigkeit garantiert) kommt in neutralere Gefilde (Schweiz ante Widmer-Schlumpf) und wird dort gebunkert. Dann wird Uncle Sam böse, richtig böse.

    Diese Frau Sanchez garantiert das Überleben von JB, nicht den Untergang, denn sie ist ein Teil des US Systems und rapportiert an Langley, Virginia, welcher Latino Plutokrat welche Assets parkiert hat, im Marionettenbanking La La Land, namens Schweiz.

    Neulich habe ich erfahren, dass die Drogenproduktion in Kolumbien, sich gegenüber den Zeiten des Narco Stars Pablo Escobar, verzehnfacht hat.
    Keine kämpferischen DEA Agenten im Stil des Netflix Blockbusters dort, keine Militärinterventionen, kein Drogenkrieg, nix.

    Ein Teil des Geldes wird vermutlich brav in der bekannten Waschmaschine gewaschen und ein anderer (beachtlicher) Teil für verdeckte Operationen in Nahost, vornehmlich im Syrienkrieg, «freiwillig» abgegeben. Keine Belastung des Budgets, keine lästigen Kontrollen durch parlamentarische Ausschüsse, keine Fragen betreffend Finanzierung von Anti Assad Islamisten (welche nebenbei Christen und Andersgläubige massakrieren).

    Beweise für diese Behauptungen ? Keine.
    Vermutungen ? Viele.

    • Sehr schön bebildert, das Networking zwischen JB, Sanchez und ihrer Jobhistorie, Venezuela, CIA & DEA dem lächelndem US-Gespann.
      Würde mit Ihnen „Energieberaterin“ gerne diskutieren. LH/IP wird sicher den Kontakt zwischen uns herstellen.
      Vielen Dank

    • Die englische Übersetzung des militärischen Handbuchs „La Guerre Moderne“ von Roger Trinquier, (ehemaliger Vorgesetzter Scholl-Latours sel. im Commando Ponchardier in Cochinchina) – worin er u.a. erläutert wie die moderne Kriegführung mit Drogenhandel verdeckt zu finanzieren ist um lästige Kontrollen etc zu umgehen – gilt in West Point noch immer als hochgeschätzter Klassiker.

  3. Ich finde die Sprache der Banker sehr irreführend. Bei Betrug, Geldwäsche, Insiderhandel, Kursmanipulationen und Waffenhandel sind es lediglich „Mängel in der Compliance“.

    Mugabe, Gaddafi, Pinochet und andere Diktatoren hatten sicher einfach nur eine miese „Complianceabteilung“.

    Das nächste mal wenn ich zu schnell fahre oder sonst mit dem Gesetzt in Konflikt komme, sage ich der Staatsanwalt auch meine Complianceabteilung hat geschlampt…

    Wenn die Schweizer Ihre „Compliance“ Betrügereien auch in der Kriminalitätsstatistik führen würden, wäre die Ausländerkriminalität unter 1%. Allein die Big 4 CH-Banken würden zusammen sicher über 80% der gesamten kriminellen Energie in diesem Land ausmachen.
    Da sind die Bären noch nicht mal mit eingerechnet..

  4. Die Julius Bär betreute auch Konten d. FBI. FBI unterhielt Konten bei einer Amerikanischen Bank und dort wurden Schmiergelder gebunkert. Ist alles einfach „noch“ nicht öffentlich. Die US Bank wurde geschlossen damit es niemand merkt während den Verhandlungen mit DOJ. Und unsere Regierung in Bern und die FINMA macht nichts um angeklagte Bank Mitarbeiter zu helfen die nur ihren Job machten. Welcome to the new Switzerland – eine Bananen Republik.

  5. «Julius Bär ist nicht angeklagt», sagte der Chef der Privatbank, Bernhard Hodler, an der FuW-Konferenz «Vision Bank – Vision Finanzplatz» am 23. August in Zürich.

    Das ist in der Tat sehr beruhigend. Und seitens der Finma ist ja ohnehin nichts zu befürchten.

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  7. Früher:

    „Die Tugend ist in der Mitte!“ sagte der Teufel, und setzte sich zwischen zwei Anwälten.

    Heute:

    „Die Tugend ist in der Mitte!“ sagte der Anwalt, und setzte sich zwischen zwei Bankern.

  8. Der Bär praivät Bänker, dein Froind und Hälfer:

    Im Oktober 2016 traf sich die vertrauliche Quelle (der U.S. Ermittlungsbehörde) mit Mattias Krull in Panama. Krull erklärte, dass er eine Bank suche, um im Auftrag eines Kunden, „Conspirator 7“ (d.h. Raúl Gorrín), etwa 600.000.000 US-Dollar aus einem Devisengeschäft mit PDVSA zu hinterlegen. Die vertrauliche Quelle erfuhr, dass sich diese Gelder bei der Gazprombank befanden. Die vertrauliche Quelle bot an, einige Optionen zu untersuchen, dazu aber einen Vertrag benötige, der die Herkunft der Gelder beweise. Am 8. November 2016 erklärte Krull, dass er den Vertrag habe. In einem WhatsApp-Chat vom 17. November 2016 fragte Krull, ob die vertrauliche Quelle „the hush“ habe (gemeint ist Hushmail, ein verschlüsselter E-Mail-Anbieter), und die vertrauliche Quelle habe eine Hushmail-Adresse angegeben. Am selben Tag kam ein PDVSA-Darlehensvertrag beim Hushmail-Konto der vertraulichen Quelle an.

    [Original siehe: United States of America v. Francisco Convit Guruceaga, et al., Criminal Complaint, Case No. 18-MJ0311-TORRES, 2018-July-23]