Autos werden auch von Zulieferern gebaut – Kaufe Hella

Wir erstellen jedes Jahr eine Rangliste der besten Geschäftsführer in der Schweiz und Deutschland. Als ich mit einem der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die deutsche Rangliste besprach, stellten wir fest, dass darauf keine deutschen Automobilkonzerne zu finden waren.

Das ist überraschend, denn wir ermitteln die CEO-Leistung ausschliesslich aufgrund von Finanzfakten und verwenden keine subjektiven Meinungen. Jeder Manager, der mindestens die Hälfte seiner globalen Wettbewerber schlägt, kommt bei uns auf die Liste der Outperformer.

Das bedeutet, dass die grossen deutschen Automobilkonzerne unterdurchschnittlich performen. Das könnte mit dem Dieselskandal erklärt werden; die Konsumenten sind verunsichert, es drohen Fahrverbote und strenge Auflagen. Hunderttausende Diesel stehen bei den Händlern, Occasionen und Neufahrzeuge.

Und: Den Elektroboom haben die Deutschen weitgehend verschlafen. Noch immer setzt man in Ingolstadt, Zuffenhausen und Wolfsburg voller Vertrauen auf Verbrennungsmotoren. Möglichst grosse.

Für den Aktienmarkt bedeutet das, dass die Preise fallen. Und zwar gleich in der gesamten Branche. Wer was macht, vor allem was falsch, wird nicht mehr genau unterschieden. Und das schafft günstige Gelegenheiten. Wie beispielsweise Hella.

Hella ist ein Automobilzulieferer, der nichts mit Dieselmotoren zu tun hat, dafür Produkte herstellt, die auch in kleinen und elektrisch angetriebenen Autos zum Einsatz kommen, und überhaupt wichtige Technologien für die elektrische Mobilität entwickelt. Hella baut Licht- und Sicherheits- sowie Leitsysteme für autonomes Fahren und ist auch in China stark.

Ich brauche keine weiteren Gründe. Ich kaufe Hella-Aktien für die 5’000 Franken, die ich diese Woche investieren möchte. Weil ich glaube, dass Hella einer rosigen Zukunft entgegenblickt.

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6 Kommentare zu “Autos werden auch von Zulieferern gebaut – Kaufe Hella

  1. Automobilhersteller und -zulieferer sind zyklische Werte, d. h. diese steigen übermäßig im Rahmen einer Hochkonjunktur an, verlieren gleichfalls aber auch übermäßig im Rahmen einer Rezession:

    https://www.boerse.de/historische-kurse/Hella-Aktie/DE000A13SX22

    Allgemein hierfür bekannt ist die Continental AG, wo der zwanzigfache Wertzuwachs im aktuellen Konjunkturzyklus die Anfang 2009 von Insolvenz bedrohte Familie Schaeffler ab 2014 zu den reichsten Deutschen werden ließ:

    https://www.boerse.de/historische-kurse/Continental-Aktie/DE0005439004

    https://www.zeit.de/online/2009/09/maria-elisabeth-schaeffler

    https://www.stern.de/wirtschaft/news/die-reichsten-deutschen–maria-elisabeth-schaeffler-thumann-und-familie-6433138.html

    Beachte die Wertveränderungen im Zeitablauf!

    Warum also kaufen Sie Hella – Aktien gerade jetzt, NACHDEM diese die 200-Tage-Linie verlassen haben und warten nicht ab, bis der Kurs diese wieder schneidet wie zuletzt Mitte 2016 mit nachfolgend ca. 50% Kurszuwachs?

    • Rückblickend ist auch zu fragen, weshalb sich bei den Schaefflers privat und den beteiligten Investmentbanken offensichtlich niemand die bereits seit 2007 sinkenden amerikanischen Wertpapierkredite angesehen und daraus seine Schlußfolgerung gezogen hat:

      http://www.finra.org/investors/margin-statistics

      https://www.advisorperspectives.com/dshort/updates/2018/09/26/margin-debt-and-the-market

      Ein paar Monate später hätte man Aktien der Continental AG für ein Drittel und weniger des Andienungspreises von EUR 75,00 erwerben können:

      http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-573406.html

      https://de.wikipedia.org/wiki/Continental_AG#%C3%9Cbernahmeversuch_durch_die_Schaeffler-Gruppe

      https://www.zeit.de/2015/40/schaeffler-ag-boerse-aktien-milliardaere/komplettansicht

      Also der Umstand, daß Personen, die seit Jahrzehnten in einer Branche tätig sind kein Verständnis für die speziellen konjunkturellen Zusammenhänge in der Branche besitzen.

    • Es gibt mehrere Beispiele in der deutschen Aktiengeschichte, aus denen hervorgeht, daß herausragende Unternehmerpersönlichkeiten von den Banken und vom Umfeld vollkommen falsch beraten wurden.

      Gerade Schaeffler ist ein gutes Beispiel.
      In der Hochkonjunktur 2007 hatte man die Idee, Continental zu übernehmen und versprach in einem bereits überhitzten Markt einen Aktienpreis von EUR 75.- je Aktie.

      Von einem Monat auf den anderen war Frau Schaeffler auf Gedeih und Verderb den Banken ausgeliefert, denn man hatte Haus und Hof verpfändet, um Continental zu übernehmen, und der Aktienkurs fiel, und gleichzeitig war man an das eigene Angebot gegenüber den Altaktionären gebunden.

      Das müssen Milliardenverluste gewesen sein.

      Ein weiteres Beispiel ist Frau Grete Schickedanz von Karstadt/Quelle, die von ihrem verstorbenen Mann ein 3,5-Milliarden Unternehmen erbte und dann durch die Beratung der Herren Esch, Middelhoff und Konsorten zur einstelligen Millionärin wurde. Das sorgsam gehütete Privatvermögen des Firmenpatriarchen wurde nach und nach für sinnlose Karstadt-Aktienkäufe und betrügerische Mietverträge zugunsten Dritter vergeudet. Damals sprach man von 452.000 Euro Monatsmiete allein für die Leipziger Karstadt-Filiale in der Stadtmitte.

      Auch die Unternehmensform eines Schlecker-Imperiums mit einem persönlich haftenden Gesellschafters gehört in diese Rubrik.

      Gerne sind deutsche Industriekapitäne zum Spielball von Banken und Spekulation geworden, es gibt noch mehr Beispiele.

      Auch hier in der Schweiz ist unstrittig, daß die Erb-Familie nicht unbedingt zum Konkursrichter hätte gehen müssen, wenn nicht zwielichtige Entscheidungen auswärtigen Investoren die Möglichkeit gegeben hätte, gesunde Teile des Erb-Imperiums billigst zu erwerben. Da wäre die Rolle eines Herrn Zieglers nochmals zu betrachten.

      Der deutsche Unternehmer ist zur Zeit fest in der Hand branchenfremder Hasardeure. Die unsinnigen Diesel-Beschränkungen dienen einzig dem Zweck, der deutschen Kernindustrie das Genick zu brechen.
      Hella ist vor Jahren schon einmal in immensen Schwierigkeiten gewesen, und es zeigte sich einmal mehr, daß nicht die Produktpalette, die Qualität oder die Zuverlässigkeit über die Zukunft entschieden hat, sondern die zukünftigen Besitzverhältnisse.

      Wer in der Aktie fünftausend Schweizer Franken festlegt, und das mit dem Status Quo eines Autozulieferers begründet, der schon einige Jahrzehnte im Markt ist, der glaubt auch, daß zu Weihnachten in den USA ein Coca-Cola-Truck durch die Lüfte fliegt und Geschenke bringt.

      Allerdings wird in der Realität naives und undifferenziertes Handeln nicht belohnt, nicht einmal zu Weihnachten.

    • Das Problem dieser Leute ist, daß sie immer in ganzen Unternehmen denken.

      Man ist ja schließlich wer im Mittelstand und in seiner Branche.

      Hätte Frau Schaeffler ab Anfang 2009 mit Eigen- und ggf. Fremdmitteln Indexfonds erworben und Frau Schickedanz dies gleichfalls nach vollständiger Veräußerung ihrer KarstadtQuelle – bzw. Arcandor – Anteile an der Börse in den 00er Jahren, so wie es ihr von einem Teil ihrer Berater vorgeschlagen wurde, so stünden heute beide besser da.

      Automatisch wären sie zudem in den aktuellen und zukünftigen Gewiunnerunternehmen investiert.

      Entscheidung zur Investition und Desinvestition über eine Trendfolgestrategie, beispielsweise der 200-Tage-Linie.