Hardturm-Cüpli für CS-Chefs, Raus-Kick für Crew

30 Millionen zahlt Bank für 10 Jahre „CS-Arena“ im Zürcher Fussball-Mekka – Movies+Tore oben, Blauer Brief unten.

Die CS-Chefs Tidjane Thiam und Urs Rohner leisten sich eine kleine Fussball-Arena. Sie kapern das geplante Zürcher Fussball-Stadion auf dem Hardturm-Areal. Dieses wird neu zur CS-Arena.

Falls das Volk Ja stimmt. Die Chancen stehen gut. Danach solls losgehen: Thiam und Rohner machen rund 30 Millionen für 10 Jahre CS-Arena locker. Pro Jahr also 3 Millionen, je 1,5 für GC und für den Fussball-Club Zürich.

Die NZZ bringt heute früh die News, die CS bestätigt. Auf Anfrage dieses Mediums gestern Nachmittag wollte die CS noch nichts sagen. Selektive Öffentlichkeitsarbeit, made by Thiam und seinem Kommunikationschef.

„Spinning“ lautet das Wort. News-Verdrehung. Laut Thiam habe die CS unter seiner Herrschaft „16 von 17“ Zielen erreicht. Dumm nur, dass das nicht Erreichte das Grösste ist: Im Trading floppt die CS, ihre Aktie stürzte gestern erneut unter die 13-Franken-Grenze.

Geht’s so weiter, treibt Thiam, der rund 100 Millionen kassiert hat in den letzten Jahren, die CS in die Arme eines Käufers. Die Aktie könnte unter 10 Franken sinken, dann wäre sie für eine Amerikaner-Grossbank ein Amuse Bouche.

Also gönnt man sich noch etwas, bevor der Spass zu Ende ist. Ein Zürcher Stadion, 15’000 bis 20’000 Plätze, kommt da gerade zupass. Thiam ist ja ein grosser Fussball-Fanatiker, er liebt Arsenal, den England-Club.

Dort schoss Thiam scharf auf den langjährigen Trainer, der nur defensiv spielen lasse. Nun macht Thiam das Portemonnaie auf – nicht sein eigenes – und kauft sich statt einem Club eine ganze Arena.

Sein Chef Urs Rohner macht es ihm vor. Der zog sich das Zürcher Filmfestival an Land. Auch dort ist es die CS, welche die Rechnung bezahlt – seit Jahren finanziert sie den Event, an dessen Spitze wer steht? Frau Rohner.

Thiam liebt Fussball, ergo schneits von der CS ein Stadium für 30 Kisten. Rohner hat Filme gern. Nun denn: Hier, Dein Festival.

Wir erleben Rom vor 2000 Jahren; in Zürich, einstmals Turicum.

Die Fussball-Fans freut’s. Weniger zu lachen haben jene Leute, für die das „Dream“-Team Rohner-Thiam von früh bis spät Tore schiessen sollte: die Mitarbeiter.

Von diesen hat die CS weltweit gut 45’000, davon in der Schweiz noch etwa 17’000 – Tendenz sinkend. In zwei bis drei Jahren dürften es weniger als 15’000 sein.

Ein paar Jobs könnte man länger finanzieren oder den betroffenen Stellenverlierern ein Jahr Übergang finanzieren, wenn man das viele Geld für Cüplis im Stadion und den grünen Teppich am Bellevue sparen würde.

3 Millionen pro Jahr für den Hardturm entsprechen rund 15 Stellen. Wenig? Nicht unbedingt. Der Stadion-Deal läuft über 10 Jahre, das heisst, die CS könnte 15 Stellen während 10 Jahren zu einem jährlichen Durchschnittssalär von 200’000 Franken finanzieren – all inclusive.

Aber so rechnen Thiam und Rohner nicht. Für die zwei Global-Leaders würde das Geld denn auch nicht weit reichen, wenn die CS es statt auf fremden Fussball-Plätzen in den Ausbau ihres eigenen Geschäfts investieren würde.

Die zwei Spitzenkräfte vergleichen solche Petitessen wie das geplante Fussball-Sponsoring mit ihren eigenen Einkünften – und finden die Ausgaben wohl moderat.

Rohners Honorar ist noch einigermassen in der Nähe der Stadion-Summe, er kassiert derzeit rund 4 Millionen im Jahr. Thiams jährliche 10 Millionen sind hingegen in einer anderen Klasse. Champions League.

Bei diesen Entschädigungen für die CS-Aushängeschilder zeigt sich auch, wie sie bezüglich der Finanzierung ihrer persönlichen Vorlieben mit Geld ihrer Arbeitgeberin denken.

30 Millionen für 10 Jahre CS-Arena – wo liegt das Problem? Ist doch Peanuts. Und dass Rohner seine eigene Frau mit CS-Geldern reich gemacht hat und das für alle Granden in der CS-Hierarchie offenbar völlig Ok ist, erstaunt die Aussenwelt seit Jahren.

Und die Crew im CS-Maschinenraum? Die schaut gebannt auf zur Brücke des Finanz-Tankers, wo sie ihre zwei Kapitäne thronen sieht, wie sie sich mit Cüpli-Gläsern in der Hand zuprosten. Derweil das Schiff Richtung Eismeer steuert.

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38 Kommentare zu “Hardturm-Cüpli für CS-Chefs, Raus-Kick für Crew

  1. Gehe davon aus, dass die CS bei Fertigstellung des Stadions nicht mehr existiert. Wenn Canepa und Co. schlau sind, verlangen sie Vorkasse.

    • Den Ernst der Lage haben sie nicht begriffen.

      Somi gilt: Aus Asche entwickelt sich das neue Leben; allenfalls gar auch bei einer UBS.

  2. Ich verstehe nicht, warum man diesen beiden Koryphäen ihr kleines Spielzeug nicht gönnt. Der Jürg Bucher hat es doch vorgemacht, wie man sich im kleinen Büro nicht mehr wohlfühlt und in eine Arena umzieht, wo über 17000 Fans hinpilgern. Aber die PostFinance-Leitung ist doch darüber keine Rechenschaft schuldig, handelt es sich doch um ein bundesnahes und „topflorierendes“ Unternehmen, das von einem bonusgetriebenen Handballer gesteuert wird.

  3. Thiam hat offensichtlich die gleichen strategischen Ziele wie Frau Mayer bei Yahoo; Den Aktienkurs soweit zu drücken, dass es zu einer Übernahme kommt und einer vergoldeten Abfindung fürs Management.

  4. Welchen Imagetransfer (ROS = Return on Sponsorship) hat die CS eigentlich rund um die Doppeladler-Nati und die beiden Zürcher Hooligans-Fussballclubs? Jetzt noch ein Naming Rights aufs neue Hardturm für einen Pappenstiel von CHF 3M /p.a. passt gut zur VIP-Lounge-Szene in diesem Chaoten-Sport. NB: RAIFFEISEN passt ja auch hervorragend als Liga-Sponsor. In etwa gleiche Pyro- und Knaller-Werte – und auf Clubebene dann noch ein paar KB’s als Leibchensponsor (s.FCSG)
    …schens Weeky und mal den Bart kräuelen.

    • Richtig: „lächerlich“ – wenn’s nicht so ein Trauerspiel wäre!
      Schickt die weisse Weste und seinen Adlatus doch endlich in den Wüsten-Sand – zu ihren Retter und Freunden – aber eben, die trinken halt (offiziell) keine Cüplis!
      Nicht nur die Aktienkurse würden Freudensprünge vollführen!

  5. als CS Aktionär UND Fussballfan erhalte ich jetzt endlich eine Sachdividende . . ich finde, die CS hat ihr Geld schon blöder ausgegeben, von dem her begrüsse ich den Deal!

  6. Wozu auch etwas ändern, wenn sowieso niemand etwas dagegen tut? Rohner und Co nutzen für sich schamlos die Bank und die Mitarbeiter dürfen gehen, wenn die Investitionen doch etwas zu gross waren. Bankmitarbeiter sind Schafe und halten den Mund, weil alle Angst um ihren Job haben. Also, niemand muss sich um die Schafe kümmern, man stellt man sie raus und kauft einfach neue billigere ein. Also, alles i.O.

    • Die Schafe halten nicht den Mund. Steigen sie einmal zwischen 1700 und 1800 beim Uetlihof in den 13er, da hören sie wie die Schafe blöken!

  7. Kann Frau ZFF-Schildknecht-Rohner eigentlich ausserhalb der CS noch irgendwo ein Konto eröffnen?
    Spätestens bei der Frage nach der „Source of Wealth“ müsste bei jedem Bankangestellten bei der Durchsicht der Kontoeröffnungsunterlagen es läuten. Vetternwirtschaft allenthalben, und wer da keine Fragen stellt, hat es wohl verdient, entlassen zu werden!

  8. Dass die weisse Weste via CS das ZFF sponsort und damit das Hobby der Ehefrau finanziert, lässt Feingefühl, Anstand und jegliches Verständnis für gute Corporate Governance vermissen.

    • Was sich hier Rohner erlaubt, ist wirklich unterste gesellschaftliche Schublade.
      Das muss doch zum Thema an der nächsten GV werden!

  9. Dass das Stadion dann „CS-Arena“ oder so heissen wird, ist dem Abstimmungsergebnis nicht förderlich. Was passt, ist, dass sowohl die CS als auch die Zürcher Klubs keine Spitzenleistungen erbringen.

    • #metoo
      Die letzten beiden Sparkonten der Kinder habe ich am Mittwoch saldieren lassen, ab jetzt bin ich CS-frei!

    • Das ist der dümmst-mögliche Moment für die Kommunikation von diesem Entscheid. Manch einer wird sich wegen der CS nun vielleicht doch noch gegen das Stadion wenden …
      Eine riesen Stümper-Truppe, diese CS-Chefs … oder war es vielleicht gar Absicht, dass gerade so kurz vor der Abstimmung kommuniziert wurde? Um danach sagen zu können, „wir hätten ja“ – aber da es kein Stadion gibt müssen wir nun nicht? Ach nein, so viel Weitsicht mute ich den beiden nun doch wieder nicht zu …

  10. Eine traurige Leader-Equipé. Und wie sagte doch mein Vater, wenn wir „übermütig“ wurden: Eigenlob stinkt. Und bei diesen Herren stinkt es zum Himmel.
    Die Zeiten der Banquiers sind wohl endgültig vorbei. Heute eursteln nur noch Banker.

    • Du bist in der finanzindustriellen Evolution stecken geblieben: Es sind dato Bänksters. Betrifft nur die Teppichetage, nicht den Maschinenraum. Dort verbrennen sie Schweröl. Und die Weissen Westen sagen, die im Maschinenraum verbrennen das Schweröl, wir nicht! Das Schweröl bleibt, aber neue, unverbrauchte, billige und willige Maschinisten her! Und die Weissen Westen saugen weiter.

  11. 30 Millionen für 10 Jahre CS-Arena – wo liegt das Problem?

    Auch wenn die CS nicht so rund läuft, wie das einige Investoren gerne hätten, verdient sie so viel Geld, dass sie das Stadion eigentlich der Stadt und den beiden Clubs voll und ganz finanzieren und schenken könnte. Damit würde die CS beim Volk punkten und Goodwill zurückgewinnen. Dann würden vielleicht auch wieder die Geschäfte anziehen…

    Und ja, man könnte bei den obersten 1000 der CS die Lohne halbieren und das Stadion wäre locker vom Hocker finanziert.

  12. Dass die CS das treu ergebene, unkritische Hofblatt NZZ mit Infos vorzeitig versorgt ist verständlich. Dass der Hardturm, sollte er tatsächlich einmal stehen, CS Arena heisst ist folgerichtig! In den Arenen der Römer wurden Sklaven den Tieren zum Frass vorgeworfen und Einzelne mussten gegen Übermächtige zum Kampf antreten. Heute dümpelt die CS wie der Grashopper Club vor sich hin. Medial immer gross, im Alltag aber sackschwach! Ein Graus die Banker die von Fussball nichts verstehen und sich auch nicht dafür interessieren in den VIP Lounges des Stadions zu sehen. Der Kriechgang der Zürcher Club wird weitergehen. CS Arena: ein Grund zum Nein stimmen, warum ein Stadion von Anfang an mit einem schlechten Ruf behaftet!

  13. Dass die CS am Abgrund steht und darum die Ergebnisse schönrechnet (siehe NZZ von heute) ist wohl jedem klar. Die Immo-You Werbung ist aber auch fragwürdig, denn auch deren ‚Investoren‘ werden ihr blaues Wunder erleben.

    • Viele kennen das Resultat des dilletantisch aufgesetzten offenen Immobilienfonds CS EUROREAL. Dieser Milliardenfund musste vor zwei Jahren zwangsliquidiert werden.

      Jetzt auf dem Immo bubble-peak noch gross in eine Kapitalerhöhung des Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund International zu investieren scheint mir echt tollkühn zu sein. Durch die Emission flossen dem Fond im Juni 2018 Neugelder in der Höhe des Maximalbetrags von CHF 395,7 Mio. zu. Institutionelle Anleger sollten endlich aufwachen.

  14. Nichts gelernt bezüglich „good governance“ in all den Jahren. Das feudalistische Gehabe ohne Leistungsausweis bloss noch ein riesiges Ärgernis für die hehren Werte der Volkswirtschaft in der Suisse.

    Stossend nur, dass all die eidgenössischen Pensionskassen diesen ungezügelten, prasserischen Judas als Indexposition im SMI halten müssen.

    Die Metapher mit dem Eismeer vor Augen wird diesen Teflon-Executives nicht Warnung genug sein. Das Absaufen in eisiger Umgebung mag folgedessen so sicher sein wie das Amen in der Kirche. Arme Belegschaft der CS ohne jegliche role models.

  15. Jetzt stellst Du die CS auch noch dafür an den Pranger, dass sie den Zürchern endlich das längst benötigte Fussballstadion finanziert? Gestern zerreisst Du das Resultat der CS und erwähnst in einem Nebensatz, dass der Schweizer Teil gute Resultate liefert…nicht mal 100 Kommentare hast Du für diesen vor Neid strotzenden Bericht erhalten…Woher kommt dieser unbändige Hass auf die Grossbanken und die Grossverdiener, Lukas? Legst Du endlich Deine Lücke im CV offen, damit dass nachvollziehbar wird?

    • Als offensichtlicher Zögling dieses Apparates haben sie schlichtwegs nichts begriffen. Hörigkeit bis zum bitteren Ende scheint meine Diagnose zu sein……..

      So kann es dort nie besser werden………nur schlimmer.

    • Beim Verfassen Deines Kommentars ist es Dir allerdings auch nicht gelungen, Deine intellektuellen Lücken zu verbergen, mein Lieber.

    • Hören sie auf mit dem Wort „Hass“.

      Einen Sachverhalt, der sich über etliche Jahre negativ hinzieht zu benennen, braucht Mut.

    • LH ist einer der noch Quartalsberichte lesen und interpretieren kann, im Gegensatz zur Mainstream-Presselandschaft die sich für Hofberichterstattung entschieden hat, wahrscheinlich auch mangels kompetenter JournaistenInnen. Zwar die meisten mit einem ünnützen Studium oder nach Absolvierung eines Weissmacherspülgang am MAZ. Was LH macht ist eben Journalismus und hat mit Hass nichts zu tun!

    • @What is next Luki: sind Sie gerade zum Key Risk Taker aufgestiegen innerhalb der CS oder glauben Sie tatsächlich, die CS sei auf Erfolgskurs?

      Schlimm, schlimm, dass es immer noch Leute wie Sie gibt, die diesen Feudalherren, Nebelwerfern und Zynikern auf den Leim kriechen.

    • Eine Stadt wie Zürich braucht ein reines Fussball Stadion logisch. Dass sich das verzögert hat ist gewissen Einsprachen u.a. von Linken und Grünen zuzusprechen.

      Äusserst stossend bei der CS ist einfach dass man Leute unter dem Thema Sparmassnahmen entlässt und im gleichen Atemzug sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit feiern lässt. ZFS, CS Arena usw. und so fort.

      Neid an Gross „Verdienern“? Eben wie der Name schon sagt sie verdienen’s nicht und das ist nicht Neid sondern einfach unabänderliche Tatsache. Die CS Schweiz verdient
      gut?; muss sie ja auch, denn der grosse Teil geht ja in Form von den Boni an die Amis und Angelsachsen.
      ganz toll..

    • @What

      pore – pour – poor – pure … I take the last one of the list: a pure opinion and observation given by „What’s next“

    • @Gonzo der Grosse, wie immer den Linken und Grünen die Schuld zu geben greift wie meistens zu kurz. Schon mal bemerkt das über die Frage des Standortes nie diskutiert wurde? Wieso wohl? Oder anders gefragt; wieso ist Rainer E. Gut, wahrlich kein übergrosser Fussball Fan, bei GC (d. h. im Hardturm) eingestiegen und hat GC über Nacht fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel? Sicher nicht wegen den Linken oder Grünen! Wäre es von Anfang an seriös (normal) gelaufen, seriöse Auswahl des richtigen Standortes, hätte Zürich auf die EM 2008 hin ein tolles Fussballstation gehabt.