Franzosen-Bank saniert, feuert schäbig Schweizer

Crédit Agricole Indosuez schliesst ihre Investmentbank in Genf+Zürich – 50jährige auf Strasse zum Billigtarif – Paris s’amuse.

Sieben Trader in Genf und drei in Zürich landen beim Schweizer Ableger der CA Indosuez, wie die französische Grossbank kurz heisst, auf der Strasse.

No Big Deal, könnte man meinen. Doch dahinter versteckt sich ein fragwürdiges Gebaren – mit kuschenden Schweizer Statthaltern, beschämenden Video-Entlassungen und lachenden Ausland-CEOs.

Ein Paradebeispiel, wie sich Schweizer Petit Chefs ins Zeug legen für ihre grossen Barone im Ausland, um denen zu gefallen, statt sich für ihre Schweizer Mitarbeiter einzusetzen.

Diese werden mit einem Butterbrot abgespiesen. Die betroffenen Händler, darunter erfahrene Leute mit 50 oder mehr Jahren auf dem Buckel, erhalten nach der ordentlichen Kündigung fast nichts.

Gerade mal 2 Wochen pro Dienstjahr zahlen die Franzosen als Entschädigung für den Einsatz. Macht bei 10 Jahren 20 Wochen oder knapp 5 Monate.

Peanuts. In ihrem Ableger in London offerierten die Indosuez-Vorgesetzten ihren überzähligen Bankern ein ganzes Jahressalär, um diese für die Unbill zu entschädigen.

Günstiger geht nicht in England. Und in Frankreich selbst, dem Mutterland, war die Grossbank bereit, noch tiefer in die Tasche zu greifen, wenn sich ein Mitarbeiter freiwillig zum Weggang bereit erklärte.

Dort boten die CA Indosuez-Manager in der Vergangenheit auch schon zwei volle Jahressaläre und mehr – als Abfederung für die verlorene Stelle.

In Frankreich sind solche Entschädigungen für Angestellte nichts Aussergewöhnliches. Die Leute sind in der sozialistischen Grande Nation faktisch unkündbar. Also geht der Abbau nur übers Portemonnaie.

Und in der Schweiz: Was machen hier die Statthalter der CA Indosuez? Sie speisen ihre eigenen Leute ab mit einer absoluten Mini-Entschädigung. Und sind offenbar noch stolz darauf.

Jedenfalls fühlen sie sich sicher in ihrem Tun. Der zuständige Leiter des Investmentbankings der Indosuez, der in Genf sitzt, fand es nicht einmal nötig, den Kollegen in Zürich die Kündigung persönlich und vor Ort mitzuteilen.

Ihm schien es gut genug, diesen per Video-Konferenz den Blauen Brief anzukündigen. Rausschmiss via Skype: Willkommen in Brave New Switzerland.

Eine Sprecherin der CA Indosuez bestätigte gestern auf Anfrage die Schliessung des Bereichs Investment Banking in der Schweiz.

„After a thorough review of its Sales operations on Capital Markets products in Switzerland, Crédit Agricole CIB has decided to serve Swiss based clients from its main European hubs in Paris, Frankfurt and London in the future“, teilte sie per Email mit.

„This step will allow to improve client coverage in terms of back-up capabilities and product expertise.“

Die Franzosen betonen, dass sie nur ihre Investmentbank in der Schweiz zumachen und die Aufgaben neu von Paris, London, Frankfurt und wohl auch Mailand aus erfüllen.

Hingegen wollen sie weiterhin im Private Banking in der Alpenrepublik tätig bleiben, sprich sie sehen Chancen für die Zukunft im Geschäft mit vermögenden Privatkunden sowie in einem Spezialgebiet mit Firmenkunden.

„This decision does not affect the development of trade finance business in Switzerland and does not affect either wealth management activities, our core business in Switzerland, operating under the Indosuez Wealth Management brand and encompassing more than 1200 employees in Geneva and Zurich.“

Kein Wort sagen wollen die CA Indosuez-Verantwortlichen zur Art und Weise der Kündigungen und zu den Abgangskonditionen. „We do not share any specific information on employees“, heisst es dazu aus Genf, wo die CA Indosuez ihren Schweizer Sitz hat.

Die Begründung, wonach man durch den Abbau in Genf und Zürich und die Verschiebung der Aufgaben an andere Orte die Abdeckung der Kunden „verbessern“ möchte, klingt für die Schweizer Entlassenen wie blanker Hohn.

Damit behaupten die Verantwortlichen faktisch, dass ihre Schweizer Investmentbanker zu wenig gut waren: nicht genug erfahren, was die angebotenen Derivat- und Zins-Produkte angeht.

Euch konnten wir eh nicht mehr brauchen – so die Kurzfassung. Hier, 2 Wochen pro geleistetem Jahr. Au revoir. Oder auf Nimmerwiedersehen.

Ausser für den Chef der Crédit Agricole in Genf. Der kann sich gute Chancen ausrechnen auf eine nächste Aufgabe innerhalb des Finanzkonzern. Schliesslich hat er bewiesen, wie man dumme einheimische Arbeitnehmer mit einem Knäckebrot in die Wüste schickt.

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Kommentare

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  1. Luxusprobleme von Banker…

    Ein Personalabbau ist nie eine gute Nachricht.

    Das ist eben so: Lohndumping durch das billigere Ausland.
    Das kennt man in der IT seit Jahrzehnten und meistens nicht durch Europäische Kollegen sondern durch Inder.

    Diese ex-Angestellte sind immer noch in einer sehr gute Lage. Sie haben Jahrzehntenlang füsterlich verdient und einen stabilen Job gehabt.Viele andere Mitarbeiter können nur davon träumen!

  2. Viele sehen das hier total falsch !
    Der wahre Grund für solche Operationen (Sitzverschiebungen) ist doch der, dass die Schweiz ihren einstmals Top-Spitzenplatz verloren hat, als damals diese rothaarige Frau Widmer per Zug nach Zürich kam und allen kundtat, sie wolle nicht BR werden.
    Zudem versprach sie es privat unter 4 Augen dem damaligen Parteipräsidenten U.Maurer !
    Einen Moment später dann war sie BR und später sogar „beliebteste BR der CH….!!!)
    Dazwischen hat sie
    OHNE JEGWELCHE GEGENLEISTUNGEN
    das CH-Bankgeheimnis an die Wand gefahren und praktisch alle Vorzüge zerstört !
    Darauf war sie und viele Bünzli-Schweizer noch stolz – mir blieb ob soviel Dummheit die Sprache weg, aber noch schlimmer, ich sah genau was auf den Bankenplatz zukommen würde.
    Wir wissen allle das zwischenzeitlich gut und gerne 30-40k Arbeitsplätze flöten gingen – Frau ex-BR Widmer ist im Gegensatz dazu jetzt Präsidentin einer Organisation in Zürich (Pro Sanitute oder so ? – weiss es nicht genau) und blond. (wirkt seeriöser)
    Heute ist selbst im „sozialistischen“ Öesterreich das Bankgeheimnis besser, dort gibt es das Sparbuch immer noch…..
    Singapore, Cayman, Arizona, Delaware und viele andere danken und senden noch heute jährliche Weihnachts-Dank-Karten………….
    BR Widmer weiss scheinbar nicht, dass Kapital keine Grenzen kennt, auch nicht die des Kantons Rumänia – sorry Grischonia…………..

  3. Oh nein, liebe Kommentatoren Kollegen!!! Nicht alle Schweizer sind so schwach und Homo…….uel, dass sie nach hinten durchgereicht werden müssen. Seit vielen Jahrzehnten behauptet sich die Realindustrie, obwohl bis heute von allen Medien niedergeschwatzt und vom harten Franken der Zockergeschäften bedrängt, was der Finanzindustrie zu verdanken ist. Das Geschäftsmodell der Banken ist doch lächerlich und kann als reines Beutegeschäftsmodel bezeichnet werden. Allees auf meine Kosten und auf den Ruf der Schweiz.

  4. „…Schliesslich hat er bewiesen, wie man dumme einheimische Arbeitnehmer mit einem Knäckebrot in die Wüste schickt….“

    —> Ja, dumme eiheimische Arbeitnehmer. Weil dumme einheimische Wähler. Weil dumme einheimische ungebildete Bauerntölpel und Gutmenschen, die ständig die Welt retten wollen und es allen recht machen wollen. Nun geht es rasant bachab mit der Schweiz!

  5. „Hingegen wollen sie weiterhin im Private Banking in der Alpenrepublik tätig bleiben, sprich sie sehen Chancen für die Zukunft im Geschäft mit vermögenden Privatkunden sowie in einem Spezialgebiet mit Firmenkunden.“

    Was für Ewiggestrige sind denn das? Ein „Private Banking“ braucht schon lange niemand mehr. Und wennschon, dennschon warum grad bei dieser Bank?

  6. Ich las mal vor ein paar Jahren in der NZZ ein Interview mit dem Chef des französischen Rückversicherers SCOR. Er hatte gerade die Schweizer Converium übernommen (und Martin Ebner machte Kasse) und war voll des Lobes betreffend des Schweizer Arbeitsrechts. „Das kann man ja im Flugzeug von Paris nach Zürich zweimal lesen – wir in Frankreich haben da zwei dicke Bücher!“ Da wird er nicht der einzige EU-Konzernchef sein, der darob begeistert ist …

  7. Kann IP bitte offenlegen woher diese Informationen stammen? Das stimmt nach meinen Quellen so nicht und in London sind die Bedingungen nicht dramatisch anders.

    „Gerade mal 2 Wochen pro Dienstjahr zahlen die Franzosen als Entschädigung für den Einsatz….In ihrem Ableger in London offerierten die Indosuez-Vorgesetzten ihren überzähligen Bankern ein ganzes Jahressalär“

  8. Selber schuld, liebe Schweizer.

    Wer sich in einer globalisierten Welt so naiv und schwächlich verhält, verdient es nicht anders, als nach hinten durchgereicht zu werden.

    Und wer als Mann mit 50 noch nicht ausgesorgt und immer noch andienen muss…

    Ich freue mich auf Sonntag, um ein weiteres Mal lachend Zeuge eurer unglaublichen Rückgratslosigkeit zu werden.

    PS: Habt ihr nicht mal 1291 den Vögten gesagt, nein, wir grüssen euren Hut nicht mehr?

    • Wir Schweizer sind ein Haufen erbärmlicher schwächlicher Loser!

      Diese Aussage bringt es auf den Punkt: Ein Paradebeispiel, wie sich Schweizer Petit Chefs ins Zeug legen für ihre grossen Barone im Ausland, um denen zu gefallen, statt sich für ihre Schweizer Mitarbeiter einzusetzen.“

      Die meisten Leute in Führungspositionen verhalten sich so, wie vorstehend beschrieben. Die meisten Leute in Untergebenenfunktionen sind ungebildet, unwissend und „angelsachsengläubig“.

      Wenn da einer aus der Reihe tanzt, dann wird er von den eigenen Landsleuten in den Senkel gestellt und ausrangiert.

      Oh Helvetia, du befindest dich im freien Fall!

    • Ich finde nicht, dass wir bis hinten durchgereicht werden oder auch nur auf dem Weg nach hinten sind. Mit DIESER Europäischen Union und mit anderen Länder dieser Welt, die nur ein Garant für Unruhe sind, unmöglich. Solange Stabilität eine gesuchte Rarität ist, bleiben wir vorne. Das mit dem Hut; wo du Recht hast, hast du Recht. Chapeau! Ein Wähler.

    • Muss man mal erlebt haben, wenn die Metros und S-Bahnen in der Pariser Défense am Morgen ihre Ameisenströme an Bürolisten zwischen die Türme der französischen Firmenzentralen ergiessen und dann am Abend wieder einsaugen (boulot – metro – dodo), da ist der Zürcher HB und Stadelhofen ein Kindergarten dagegen.

    • Als ob die Angelsachsen, Manchesterkapitalismus, oder Deutschen, Agenda 2010, anders wären …

  9. Alles hat seiben Preis.

    – Wo ein zu hoher Arbeitnehmerschutz besteht, ist die Hürde gross, überhaupt jemanden einzustellen. In Frankreich sind Jugendliche ab dem 7. Arbeitsmonat unkündbar => wird ausgenutzt!
    – Die Schweiz spart Arbeitslosengelder, weil Ausgesteuerte zuerst ihr eigenes Geld aufbrauchen müssen. Falls die Ausgesteuerten jedoch vom Job-Markt diskriminiert werden, ist dies fatal. Im schlimmsten Fall endet dies mit Suiziden!

    99% der Arbeitnehmer erhalten bei einer Kündigung KEINE Entschädigung! Dies sollten die lieben Banker wissen.

  10. Das ist nicht nur bei dieser Bank so. Da können meine Freunde bei Credit Suisse, ZIG sowie Swiss Re dasselbe Liedchen singen. Und deren (Ex-)Bosse, aus D und CH, sind noch der Meinung, dass man nur die Meinungen/Interessen der unfähigen Chefs vertreten soll. Lesson learned: Aalglatt, nicht mahnend oder mit kritischem Blick und insbesondere ohne Profil (keine Ecken und Kanten) macht man in solchen „Saftläden“ heutzutage Karriere! Gute Nacht Schweiz – Gute Nacht Schweizer Finanzwirtschaft!

  11. 1) Jeder wählt seinen Arbeitgeber selbst
    2) Jeder, der seinen Arbeitgeber nicht selbst wählen kann, hat warscheinlich etwas falsch gemacht
    3) Die Löhne und übrige Vergütungen der Auslandbanken sind bekanntlich alles andere als mager – insbesondere an Händler. Das war auch beim CA so.
    4) Die Kündigungsfristen wurden eingehalten
    5) Woraus also leitet sich ein Anspruch auf Entschädigung ab?

  12. Natürlich ist es nie schön, auf die Strasse gestellt zu werden, insbesondere wenn die Kündigung via Skype erfolgte! Unschön und moralisch grenzwertig aber kompatibel mit dem Schweizer Arbeitsrecht. Mein Mitleid für diese – notabene überdurchschnittlich bezahlten – Banker hält sich aber in Grenzen: Erstens erhalten sie mehr als vertraglich vereinbart – diese zusätzlichen 2 Wochen pro Jahr welche im Artikel als schäbig deklariert werden, Zweitens agieren diese Banken global so wie auch andere Industriezweige. Ich arbeitete lange Jahre für einen AT-Konzern – dies bedeutete dass die AT-Mitarbeiter/innen gewerkschaftlich geschützt waren (falls nicht mehr gebraucht über die Pensionskasse mit bereits 52 Jahren entsorgt, dies aber zu 60% des letzten Lohnes) und in der Schweiz Hire und Fire. Ja, Herr Hässig, Sie konzentrieren sich halt nur auf die hochbezahlten White Collar Workers bei Banken und Versicherungen und dort wird, wie jetzt, auf sehr hohem Niveau geklagt – ein erweiterter Fokus würde helfen!

  13. Das Einzige was sauer aufstösst, ist die Art und Weise der Kündigung. Alles andere ist doch Normalität. Und wenn ein Schweizer Angestellter das nicht einkalkuliert, muss man sich eher fragen, ob er in der Schule nicht aufgepasst hat. Unser System ist nun einmal so und da mehr oder weniger die gesamte politische Landschaft nicht für eine Änderung bereit ist, warum dann der Aufschrei. Und wer bei einer Auslandsbank beschäftigt ist, weiss das und hofft doch nur, das er noch lange davon nicht betroffen ist. Aber LH riesiger Aufschrei wegen 7 Nasen , gabs eigentlich auch so einen Aufschrei bei anderen Fällen oder haben die grosszügig abgefunden.?

  14. Wenn ich sehe was den Mitarbeitern pro Dienstjahr offeriert wird, ist dies grosszügig. Bei meiner Entlassung durch die neue UBS, dies nach genau 30 Jahren wurden pro Dienstjahr 1/8 Monatssalär bezahlt, rechne somit bedeutend weniger als der CA Indosuez offeriert. Habe total vergessen, dass die UBS ja auch eine ausländische Bank ist, Basel und Mittelost. Dies nur um die Proportionen richtig zu stellen.

  15. wir schweizer sind selber schuld! dank der direkten demokratie schaufeln wir uns das grab selber! und die lobbyisten in bern? unerreicht in europa…
    ps: hauptsache wir sind in jeder statistik die besten.

  16. Was solls?
    Angesichts ihrer Stellung darf man davon ausgehen, dass die entlassenen jeweils gut bürgerlich abstimmten und gegen Arbeitnehmerschutz waren.
    Also warum die ganze Aufregung.

  17. Grüezi Hr Hässig. Sie schrieben, Personen werden „mit einem Butterbrot abgespiesen.“ Wie ist das genau zu verstehen ? Wird für das Butterbrot einheimische Butter verwendet & können Mitarbeiter zwischen verschiedenen Brotsorten wählen ? Wie meinen Sie: „… mit 50 oder mehr Jahren auf dem Buckel“ ? Haben diese Leute einen Buckel ? Ferner sprechen Sie von der „Alpenrepublik“. Was ist hier gemeint ? Oesterreich ist offiziell „Republik Oesterreich“; in der Schweiz existiert der Ausdruck „Republik“ nicht auf nationaler Ebene, sondern in einzelnen Kantonen („République et Canton de Genève“, „Repubblica e Cantone Ticino“). Bitte präzisieren Sie Ihre Angaben. Märssi denn, gell, und denn na en schöne !!

  18. Die Bank ist ein opportunistischer Saftladen, die mit grosser Wahrscheinlichkeit grosse Positionen an Italo-Anleihen in den Büchern hält, also wiederholt (Griechenland-Papiere vor ein paar Jahren) gezeigt hat, wie gut sie ist.
    Nun wundert es mich, welche „Swiss based clients“ sich von deren „main European hubs in Paris, Frankfurt and London“ in Zukunft noch betreuen lassen will? Jeder anständige CH-Kunde überlegt sich Alternativen!

  19. Die ‚petits Suisses‘ regen sich auf, wenn sie via Videochat und nicht ‚persoenlich‘ gefeuert werden? Och wie kleinlich. Ist ja nicht die Schuld der Franzosen, dass es so einfach ist in der Schweiz Leute zu entlassen. Ist auch nicht die Schuld der Franzosen, dass die Schweizer nie wirklich gelernt haben ihre Interessen durchzusetzen.

  20. Was beklagen wir uns und die Betroffenen? Vergessen wir nicht, die bürgerliche Mantra bei uns ist die folgende:
    Je leichter die Leute, inklusive Kader entlassen werden können, desto attraktiver ist der Standort Schweiz für ausländische Unternehmen. Wir schaffen damit Arbeitsplätze, aber es hat noch niemand untersucht, ob dies wirklich der Fall ist.
    Das US-Arbeitsrecht ist berüchtigt, wegen der Leichtigkeit mit der dort Arbeitnehmer auf die Strasse gestellt werden, nur vergisst man anzumerken, dass Kader in der USA durch ihre speziellen Arbeitsverträge besser behandelt werden als dies in der Schweiz der Fall ist. Es ist vor allem der Fall auf der unteren und mittleren Führungsebene.
    Ebenfalls wird vergessen, was dieser vermeintliche Vorsprung im Wettbewerb der Finanzplätze den Schweizer Steuerzahler im Sozialwesen zusätzlich kostet.
    Ferner meint die Mehrheit der geneigten Leser, der Nicht-EU-Beitritt der Schweiz sei das A. und O. der Stärke unseres Finanzplatzes. Der Abbau der dementsprechenden Arbeitsplätze spricht eigentlich gegen diese Prämisse.
    Anderes Beispiel, warum weigern sich Novartis und Nestle unter Umgehung der Banken uns Aktionäre direkt einzutragen? Der Grund ist das FATCA Abkommen Schweiz-USA, dieses Hinderniss besteht bei Shell nicht. Da kann sich der EU-Bürger direkt unter Umgehung der Banken eintragen, da erlaubt es die USA.

    • Doofe Frage:
      War und ist es nicht explizit Nestlé, welche ihren Aktionären ein direktes Aktionärsdepot (wäre dann ja der totale Ausschluss der Banken in Bezug auf Verwaltungsgebühren) gratis anbietet?

  21. Tja Herr Hässig, unsere Landesregierung macht’s prächtig vor, immer kuschend, immer kopfnickend dem Ausland gegenüber.
    Was erwarten Sie von einem Land das seit 1515 sich nie mehr gewehrt, geschweige dann behauptet hat?

    • Herr Conti,
      „Tja Herr Hässig, unsere Landesregierung macht’s prächtig vor, immer kuschend, immer kopfnickend dem Ausland gegenüber.“
      Nein, Herr Conti, das schweizer Volk will es! Keine Steuer für die ausländische Superreichen, niedrige Steuer für Firmen der Oligarchen (Euphemism für organisierte Kriminalität) und immer sehr stolz zu paradieren mit der Slogan: „Wir sind die besten der Welt.“ Ich höre immer die Ausländer sagen: „Ich bin soooo dankbar in der Schweiz zu leben.“ Das habe ich nicht in USA, Kanada oder in der EU erfahren. Darum ist das Leben in der so tollen Schweiz unerträglich geworden. Ach ja, die Neutralität, die Versicherung gegen alles: Schnee, Kälte, Grippe, Sonne, EU, Trump, Terrorismus, schwierige Differenzialgleichungen.
      Kiki

  22. Hat es in Titel dieses Artikels eine Fehler? Es sollte nicht heissen so?

    „Franzosen-Bank saniert, feuert schäbige Schweizer“

    ?

  23. das Knäckebrot entspricht in etwas was zB die Zürich Versicherung im Sozialplan offeriert… der vielgelobte liberale Arbeitsmarkt in der Schweiz birgt leider für langjährige und damit ältere Mitarbeiter große Gefahren. Nach 50 wird es schwierig auf dem Arbeitsmarkt und da nützen auch 5 oder 6 Monate Salär wenig….

  24. Der Arbeitnehmerschutz in der Schweiz ist auf der Stufe eines Drittweltlandes, also praktisch inexistent. Selber schuld, solange der brave CH-Michel mehrheitlich stramm (rechts)-bürgerlich wählt, wird sich daran nichts ändern.

    • blah, blah, solange die gewerkschaft der bänkler inexistent und nicht kampferprobt ist – was nix
      mit dem wahlverhalten zu tun hat / capito?

    • Aha, Sie hätten lieber die Cüpli Sozialisten an der Macht. Diejenigen die nur in geschützten Staatsstellen, Gewerkschaften arbeiten und schlichtweg ergreifend keine Ahnung haben wie und wo man Geld verdienen muss und kann. Und Hand aufs Herz, Banken sind die Perversesten und mit nichts zu vergleichen was Leistung und Entlohnung betrifft.

    • @Martin Häfeli – Zweimal falsch. Das Erste ist nur das übliche, platte Vorurteil (eines Ahnungslosen). Gähn. Das Zweite: PK Verwalter toppen alles. Dagegen ist selbst der gierigste Bänker nur ein Weisenknabe. Und im Gegensatz zum Bänker alles unter dem Radarschirm.
      @Bankli, ich stimme Ihnen 100% zu.

  25. Deutschland-Frankreich-UK, sie alle schützen die Arbeitnehmer. Vielleicht zu stark? Mag sein, nur…wenn wir als Land damit zur billigen AN-Manövriermasse werden, ist das eine schlechte Entwicklung. Und plötzlich sitzen wir auf teurer Infrastruktur, welche wir für die ach so willkommenen, cashbringenden Konzerne aufgebaut haben. Mit Steuergeldern notabene.

    Die Privatisierung der Gewinne & Sozialisierung der Kosten geht munter weiter, nur die Mäntelchen ändern sich.

  26. Das Problem ist doch, dass die Schweiz bezüglich Mitarbeiterrechten im europäischen Vergleich ein ziemlicher Wilder Westen ist, was den Unternehmen, denen man Skrupellosigkeit unter den Siegeln der „Arbeitsmarktflexibilität“ und der „Standortattraktivität“ zugesteht, natürlich gefällt. C’est formidable! – Und der Schweizer findet das noch gut und macht den Claqueur für die Regierung und die Lobbyorganisationen der Wirtschaft … und wird dann mit Mitte 50 durch einen jüngeren Ausländer ersetzt (Stichwort „Fachkräftemangel“…), ohne brauchbares Sicherheitsnetz nota bene, und verschwindet dann irgendwann als Ausgesteuerter aus der Arbeitslosenstatistik (auch hier ist die Schweiz einzigartiger Weltmeister in der Zahlenmanipulation und publiziert Fake-News mit Arbeitslosenzahlen, die der Hälfte der Realität entsprechen…) und findet sich schliesslich im gesellschaftlichen Nirwana wieder. – Die Schweizer, die sich täglich ihre Staatspropaganda-Schlaf-Pille („Service-Public“) reinziehen, fühlen sich in ihrer wohligen Betäuptheit immer noch wohl und merken (noch) nicht, wie sie links und rechts verarscht und abgezockt werden. – Alles so schön bunt hier!

    • Die frisierten Arbeitslosenzahlen in der Schweiz werden klagelos akzeptiert.

      Auch der Landesindex der Konsumentpreise ein grosses Ärgernis. Wichtige Paramenter in diesem Index wie die Krankenkassen-Prämien werden darin nicht erfasst.

      Der gutgläubige, hörige leicht manipulierbare Schweizer Bürger wird ständig angelogen – und trotzdem schluckt einfach wirklich Alles………

    • „alles so schön… / Rory….
      Zwei sehr gute Kommentare welche leider der Wahrheit entsprechen. Ich bin kein Linker, aber ich sage aus Erfahrungen in diversen Ländern: Die Arbeitnehmer-Rechte in der Schweiz sind lausig. Da arbeitet jemand viele Jahre in der gleichen Firma und kriegt die Kündigung mit einem Abgang von 6 Montsgehältern – das OR lässt grüssen.
      Schuld an dieser Misere sind die viel zu vielen Politiker in der Schweiz welche nur das eine Ziel haben: Ja nicht abgewählt werden…..

  27. Können sich die betroffenen Händler, darunter erfahrene Leute mit 50 oder mehr Jahren auf dem Buckel, nicht durch ihre Tätigkeit selbst auf eigene Rechnung unter Verwendung des durch die bisherige – hoffentlich erfolgreiche – Tätigkeit erworbenen Eigenkapitals nähren ohne das Salär der Bank?

    Falls nicht, läßt dies tief blicken.

    Andererseits: würde man Personen entlassen, die jährlich ein Vielfaches des eigenen Gehalts an Erträgnissen für die Bank generieren?

    • Sorry, aber wie soll eine einzelne Person ein eigenständiges Handelsbusiness aufziehen??? Du hast von den diesbezüglichen Strukturen ja wohl wirklich eine Ahnung! Das ist mithin und beispielhaft in etwa der gleiche Vorschlag, wie wenn Du einer entlassenen Migros-Kassiererin vorschlägst, alternativ und selbstständig einen eigenen Lebensmittelladen zu gründen.

    • Na ja in der Art: kaufte Facebook vor 5 Jahren, Verkauf heute.

      Oder wem das zu kompliziert ist ETF + 200-Tage-Linien-Strategie, z. B. auf den Nasdaq – Index.

      Einmal im Monat ein paar Minuten Zeit sollten sich bei einem Ausgesteuerten finden lassen?

  28. unglaublich, dass Banker überhaupt gefeuert werden! Nur weil Banken generell weniger verdienen, die Kunden preisbewusster oder es diese Banker dank neuer Technik einfach nicht mehr braucht? Und nur 20 Wochen Abgangsentschädigung nach der Kündigungsfrist von 6 Mt? Skandal!

  29. Ich finde die Abfindung nun nicht besonders schäbig. ABER: Gefeuert werden per Skype ist wohl das allerletzte! Was sind das für Chefs, die nicht mal den menschlichen Anstand haben, einem die Entlassung ins Gesicht zu sagen?!

  30. Der Bankenplatz Schweiz wies in 2008 fast 365 Banken auf, Ende 2017 verblieben noch 253, in 4 Jahren sind es noch max. 180. MA im Direktionsrang, ab 55 bei vielen Banken, die Gruppen unter sich führen, müssen schauen, dass sie das Ufer noch erreichen. Dies tuen sie in dem Depots mit Strukies abgespitzt werden, denn Banken erkennen, dass ihnen das Fell langsam davon schwimmt. Es fliessen ca. 11 – 13 Mrd. CHF assets aus der Schweiz – pro Monat. Mit der heutigen Börsenlage kommt ein brutaler Mitarbeiter Cut auf den Bankenplatz Schweiz zu. Eine CS wies lediglich „positive“ Zahlen aus, weil sie die Betriebskosten um 9 % reduzierte. Ins besonders verdienen MD/GD’s bei den ausländischen Banken viel zu viel – Banken mit assets von bis zu MRD CHF 5, davon gibt es alleine in Zürich noch ca. 20, werden die nächsten 5 Jahre nie überleben.

    • Wieso? 5 Mrd verwaltetes Vermögen, darauf ca. 80 Basispunkte Spesen und Gebühren (bei weniger exquisiten Kunden > 100 Basispunkte) macht ca 40 Mio. Brutto-Ertrag. Damit kann man schon einiges an Personal und Büro-Mieten bezahlen, natürlich nicht wenn man dem CEO 10 Mio Bonus gibt.

  31. Diskriminierung aufgrund des Alters ist in der Schweiz alltäglich – und die Regierung tut nichts, um diese Diskriminierung zu verbieten.

    Absolut nichts.

  32. Ein Divisionsleiter eines deutschen Industriekonzerns räumte ein : «Hier in der Schweiz brauche ich für eine Restrukturierung im grossen Stil 6 Monate, in Frankreich 6 Jahre.»

    Man kann sich unschwer vorstellen, wo er die meisten Leute auf die Strasse gestellt hat.

  33. Mit 50 ist Schluss, normal, und dann sind die Schäfchen im Trockenen. Ein langer Lebensabend wartet und dann sogar noch Abfindung!1!! Was soll das Gejammere?

    • Sie sind, wenn ich das etwas salopp ausdrücken darf, ein eingebildeter, ignoranter Dummschwätzer !