The New Swiss Reality: 13 Franken Stundenlohn

Streit mit EU über „Entsenderichtlinie“ und Inländer-Vorteil lenkt ab von Fakt, der heisst: Online-Ausländer arbeiten Dumping.

Heute erhält die Schweiz wohl zwei neue Bundesrätinnen. Die müssen dann Zähne zeigen mit der EU: rote Linien zeichnen, um Minimal-Löhne im Land zu sichern.

Das Waffengeklirre ist ein Scheingefecht. Die Realität zeigt sich online. Dort bieten Ausland-Büroleute ihre Arbeitskraft für 13 Franken pro Stunde an.

13 Franken für White Collar-Jobs? Da kriegt jeder von Arbeitsrichtern auf den Deckel, wenn er Putzfrauen weniger als 25 Franken aushändigt.

Und hier nun wird für Büro-Leistungen gerade mal die Hälfte verlangt? Wie geht das?

Die Antwort liefert eine Firma namens Jobsourcing.ch. Sie gehört einem eingewanderten Deutschen, der mehrere Unternehmen besitzt.

„Rekrutierung zum Nulltarif“, wirbt Jobsourcing.ch im Internet. Und darunter: „Home-Office Mitarbeiter ab nur 13 CHF pro Stunde“.

Im Hintergrund prangen Gross- und Fraumünster, die Wahrzeichen der Limmatstadt. Botschaft: Bürojobs brauchen auch für Zürcher Firmen nicht mehr ins Geld zu gehen.

Jobsourcing.ch geht offensiv auf potenzielle Kunden zu. In Emails wirbt das Unternehmen für sich und seine Tiefstpreise. Die 13 Franken Stundenlohn seien „inkl. aller Nebenkosten“.

Die zentrale Frage dabei stellt die Firma gleich selbst. „Wie kann das so günstig funktionieren?“

Und die Antwort lautet: „Ihre neuen Mitarbeiter arbeiten vom Home-Office aus und leben im Ausland.“

Es folgt der Hinweis auf rege Nachfrage. „Bereits 17 schweizer Unternehmen beschäftigen Mitarbeiter über unseren Service.“

Angeboten werden laut Email „Sachbearbeitung, Datenerfassung und -pflege“; „Vertrieb, Leadgenerierung, Key Account Manager und Akquise“; „Administration und Assistenz“.

Der Tiefstpreis für Büro-Aufgaben, offensiv beworben im Netz und per Email-Massenversand, zeigt die neue Realität im kleinen Alpenstaat: Die Grenzen sind offen.

Sperrangelweit. Digital. Massiv.

Da können die Bern-Politiker und die heute neu zusammengewürfelte Landesregierung noch so lange mit der EU verhandeln und die Gewerkschaftsführer und SP-Spitzen mit dem Ende der Bilateralen Abkommen drohen:

Effektiv sind für hiesige Unternehmen die nötigen Arbeiten fürs Büro für absolute Dumpingpreise zu haben.

Die Folgen sind klar: Der Druck auf die Löhne bei den Schweizern, die hier beinharte Höchstpreise für Krankenkassen, Essen, Betreuung und Ausgang berappen müssen, steigt und steigt.

Ein Spagat, breit wie der Rhein: Hier der Anspruch auf das beste Leben auf dem Planeten, da der Druck auf Firmen, ihre Hauptkosten – eben die Löhne – zu senken.

Vielleicht wird der Bundesrat die EU nochmals für sich gewinnen und so etwas wie eine Entsenderichtlinie umgehen. Im echten Lohn-Leben aber herrscht längst Brutalo-Dumping.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

33 Kommentare zu “The New Swiss Reality: 13 Franken Stundenlohn

  1. Unsere flankierenden Massnahmen können so für gewisse Tätigkeiten tatsächlich ausgehebelt werden. Aber nicht dort, wo vor Ort gearbeitet werden muss. Das wäre z.B. auf dem Bau oder in der Landwirtschaft, ebenso im handwerklichen Bereich. Dass die sog. EU-Entsenderichtlinie nicht funktioniert, kann man in D sehen. Dort sind Baustellen voll mit rumänischen Arbeitern, die selbst die rel. tiefen D-Baulöhne deutlich unterschreiten. So ein Lohnchaos wollen wir hier nicht und deshalb ist der gewerkschaftliche Kampf für die Flankierenden und für wirksame Kontrollen richtig. Wenn die EU keine Ordnung schaffen kann, so heisst das nicht, dass wir zu so einem Wirrwarr ja sagen.

  2. Wen wundert’s? Den Anfang gemacht haben die Telekomunternehmen und Banken schon vor Jahren, als sie Callcenter und IT nach Indien oder sonstwo ausgelagert haben. Fragt sich nur, ob es sich unter dem Strich lohnt, Bürojobs auszulagern, denn im Zweifelsfall ist ein Büromitarbeiter im Ausland für den hilfesuchenden Konsumenten genau so nützlich wie eine Hotline im Ausland, nämlich nichts.

  3. Irgendwann werden die Firmen merken, dass man nicht nur Arbeitskraft outsourcen kann, sondern auch den Konsum: Wer wegen Outsourcing keine gute Arbeitsstelle mehr findet, kauft dann eben bei Alibaba in China oder im grenznahen Ausland ein. Wenn Firmen an Einheimische keine Arbeit mehr vergeben, werden die Einheimischen auch nicht mehr in der Schweiz einkaufen.

    • Genau so mache ich! Nächster Schritt: Mit der ganzen Familie ins Ausland gehen. Bei Bedarf ein Zimmer in der Schweiz mieten, um hier zu arbeiten, solange es sich noch lohnt…

  4. Ja, wat denn, wat denn? Det ick nich lache! – Alles lääängst gang und gäbe. Ein junger Herr aus naher Verwandtschaft wollte unbedingt sein Glück in Berlin versuchen. Er fand sich dortselbst in Gesellschaft vieler Deutschschweizer wieder, die in Callcentern den CH-Markt beackerten. Und zwar zum Mindestlohn von Euro 8.50./Stunde. – Ich habe es mir zur Gewohnheit gemach, dass ich jedesmal, wenn ich jemanden von Swisscom, Sunrise oder Salt am Telefon habe, frage, wie denn das Wetter in Athen oder Lissabon ist.

  5. 13 CHF IST JA NUR DAS WAS ER DEN FIRMEN VERRECHNET.

    DIE ANGESTELLTEN VON IHM ERHALTEN ETWA 500 BIS 600 CHF PRO MONAT. DAS IST AUCH IN OSTEUROPA HEUTE WENIG.

    IN TSCHECHIEN Z.B. IST DER MINDESTLOHN NEU 513 EURO PRO MONAT.

    SOLCH EINE UNMENSCHLICHE PRAXIS GEHOERT VERBOTEN.

    GRUSS VOM LUSTIGEN
    MICHL

  6. Mein Nachbar, ein pensionierter Zahntechniker, erzählt mir von einer Firma in Zürich (auch von einem Deutschen betrieben), welche Zahntechnikerarbeiten bei den hiesigen Zahnärzten einsammelt und nach den Philippinen schickt. Innerhalb von nur einer Woche sind die fertigerstellten Prothesen, Kunstzähne, etc. zurück und der Zahnarzt passt diese hier seinen Patienten an und baut sie ein.

    Die Arbeit in den Philippinen kostet etwa 15 % von dem was sie hier kosten würde, inkl. Versand. Eine saftige Marge wandert zusätzlich für die Firma ab, welche hier einsammelt.

    Die Zahnärzte, ob die Ihren Patienten die Herkunft dieser Prothesen und Kunstzähne eröffnen? Wohl kaum. Also auch eine schöne Marge oben drauf.

    Wunder der globalisierten Welt. Viele werden reich, nur nicht hier.

    Hier stehen KV Absolventen und gelernte Zahntechniker an, um irgendwie einen Job nach der Lehre zu ergattern.

  7. 💥! Jemand hat Remote-Arbeit verstanden!

    Das Internet wurde nicht nur zun Surfen erfunden, sondern auch um Arbeit auszulagern.

    Während sich schweizer Arbeitsgeber gegen Homeoffice sträuben, damit wir weiter Strassen und ÖV verstopfen, haben uns andere ungewollt überholt.

    Die Credit Suisse greift schon auf 8000 Inder, und noch einige Tausend Polen zu. UBS greift auf Inder und EPAM-Osteuropäer zu. In Indien arbeiten 4.2 Millionen Inder in der IT, davon hochprozentig remote.

    Das Internet gibt es für den schweizer Massenmarkt seit knapp 3 Jahrzehnten. Anfangs noch per Modemgeschwindigkeit von ca 45‘000 Bit/s, und Abrechnung pro Minute.

    Ca. 1-1.5 Jahrzehnte später wurden schon die ersten Jobs verlagert.

    Daa Internet macht die Welt 0-dimensional: es gibt keine Transportkosten und -zeit wie bei einem LKW oder Contrainerschiff aus China.

    Wenn alle globalisierbaren Jobs per Internet weg sind, dann kann kein Coiffeur auch keine Fr. 40 für seine einfache Tätigkeit verlangen (oder 150 als Frauencoiffeur). Die Kaufkraft seiner Kunden wird sich durch die Konsumkette reduziert haben.

    Irgendwann werden auch Leute selber auswandern. Wenn Jobs, die nicht niet- und nagelfest gegen die Globalisierung sind, weg sind, muss man sich den Rest mit den anderen teilen, auch durch die x-te Umqualifikation.

    Ironischerweise wird niemand ausgeschafft, der auf Staatskosten lebt, sondern wer einen sauberen Job hatte.

    Eine Dystopie: Eine Schweiz bestehend aus Reichen, ihren Dienern, und Sozialfällen.

    Dies droht ebenfalls wenn der Euro Richtung 0 Franken geht: alle Jobs, ausser der Reichen-Diener, werden weg sein!

    Denkt an die obige Dystopie!

    • Richtig! Damit wird aber die enorme Immobilienblase in der Schweiz platzen!

      Kleine Bemerkung: Das Internet wurde vom US Militär entwickelt, damit die digitale Kommunikation bei einem Atomkrieg weitergeführt werden kann. (Redundanz und dynamisches Routing der Pakete).
      Die derzeitige Entwicklung hat wahrscheinlich alle uberrascht….

  8. Frage mich schon lange, weshalb die Gewerkschaften immer von Lohnkontrolle sprechen. Im Dienstleistungsbereich gibt es die nicht und dort gehen die Löhne schon seit vielen Jahren nur noch in eine Richtung. Da regen sich die Gewerkschaften aber nicht auf. Zusätzlich wird dann behauptet, wir hätten in der Schweiz zu wenig Fachkräfte. Dabei holen wir die nur im Ausland, weil die globalisierte Schweizer Wirtschaft die Schweizer Fachkräfte nicht richtig bezahlen will und sie dies dank der PFZ auch noch darf. Weshalb also soll eine stellensuchende Person Ü50 für die PFZ sein?

    • Päuli R.: Die Gewerkschaften regen sich vielleicht doch auf, aber es nützt ihnen nicht. Denn diese Jobs sind nicht gesamtarbeitsvertraglich abgesichert und deren Inhaber fast nie Mitglieder einer Gewerkschaft.

  9. Ich finde die Idee gut. Das wird den Zuwanderungsdruck entschärfen und mittelfristig auch die hohen Mietpreise senken. Was spricht dagegen?

    • Ja, aber das heißt Platzen der Immobilienblase und Pleite der Banken.
      Die 2. Säule ist in in Immos und Aktien investiert und wäre auch weg Wäre nicht unbedingt lustig…

  10. Die Löhne in der Schweiz werden sinken, das ist ziemlich klar. Wenn heute jemand die Stelle wechseln muss hat er oder sie oft schon Einbussen von 20 – 40 %. Nur beim Staat wollen die Angestellten immer noch mehr Lohn und bekommen das oft auch.

    • So ein dummes Geplapper…Beim Staat wurden die Löhne schon seit Jahrzehnten nicht mehr erhöht.
      Es gibt nicht einmal ein Teuerungsausgleich und verglichen zu den Löhnen im Finanzsektor oder sonstwo im Büro sind Sie ebenfalls Tiefer

    • Klar, beim Staat dauern die Bonusverhandlungen den ganzen Dezember. Ab Januar gibt es dann eine saftige Lohnerhöhung.
      Sie sollten eine Schule besuchen, dann kriegen Sie vielleicht einmal eine Lohnerhöhung beim Stellenwechsel und bleiben nicht Ueli der Knecht.

    • @Boerny, wenn Sie mit „beim Staat“ die öffentliche Verwaltung ansprechen, dann ist Ihre Aussage nicht korrekt.

      Dass man Sektoren auf dem Arbeitsmarkt nur schwer vergleichen kann, das weiss jeder. Es wird nie vorkommen, dass das produzierende Gewerbe die gleichen Bedingungen & Entlöhnung haben wird, wie in Banken & Versicherungen. Fakt. Ein Vergleich ist an den Haaren herbei gezogen.
      Hingegen sind in meinem Umfeld in den letzten 10 Jahren sechs Kollegen aus der IT Beratung in die Bundesverwaltung gewechselt, und zwar mit (!) Lohnsprung nach oben. Daher kannst Du mich nicht überzeugen, dass eine Anstellung in der Bundesverwaltung finanziell unattraktiv wäre.

  11. „Die Antwort liefert eine Firma namens Jobsourcing.ch. Sie gehört einem eingewanderten Deutschen, der mehrere Unternehmen besitzt.“ Der Mann ist die Karikatur von vielen Deutschen, die in der Schweiz leben. Kein Java-, KI- oder Big Data-Spezialist arbeitet in Europa für 13 Franken pro Stunde.
    Kiki

    • Sind Sie sicher? In Indien arbeitet Java-Entwickler für 5-10 Franken pro Stunde. Im Osteuropa ebenfalls.

      Der zürcher Contracting-Markt wurde verwüstet, seit man die Inder holte. 480-650 all-in pro Tag für einen Java-Entwickler. Ein Rumäne griff für Fr. 480 zu. Handgelenk mal Pi sind das Fr. 9600 mitsamt Arbeitgeberbeiträgen. Da er in Rumänien Fr. 2‘000-3‘000 pro Monat bekommt, kann er hier noch etwas herausholen, trotz teurer Miete.

      Und falls Sie TWINT mögen: Deren Java-Entwickler sitzten bald voll und ganz in Vietnam und in Osteuropa. Nix Schweiz. Das können Sie dann TWIET NAM nennen.

      McKinsey und Gartner haben „ganze Arbeit“ mit dem kurzfristigen Fokus auf Gehälter und Kosten geleistet.

    • @Kiki,

      Ihre Argumentation ist „interessant“. Weil sie so mega einfach gestrickt ist. Nur ein […] Deutscher aus der Klischee-Schublade rechts unten kommt auf diese absurde Idee, in der hochpreisigen Schweiz preiswerte Arbeitskräfte zu vermitteln. Und das ist eben typisch für alle geiz-ist-geil Deutschen, die hier in unsere Schweiz einwandern. Sie agieren wie Sektenführer, sie verblenden uns Eidgenossen. Ob sie uns Konsumenten zum Kauf von Billigfleisch bei ALDI verführen, oder zu Bestellungen bei Amazon & Zalando oder ur-schweizer Firmen zum Einkauf von Billigstarbeitern aus dem Ausland. Sie manipulieren uns in unseren eigenen Werten.

      /io

  12. Wieso soll offshoring nur Grossbanken und Konzernen vorbehalten sein? Ist doch nur fair, wenn KMUs auch davon profitieren, zumal das business auf Englisch oder Schriftdeutsch stattfindet.

  13. Bis die Gefolgschaft der linken Cuplisozialisten dies bemerken, ist die Sache gelaufen. Den Preis für das europhile Gehabe der Linken zahlt deren Gefolgschaft. Dummvolk wählt seinen eigenen Metzger. Die Antwort der Linken müsste ein generelles NEIN zur EU sein, schliesslich haben wir dem Alleingang unseren Wohlstand zu verdanken.

    • … denn das alles hat weder mit links noch Europa zu tun. Seit der Jahrtausendwende holen sich andere Weltgegenden das, was ihnen zusteht. Früher jammerten NGO’s, dass wir Entwicklungsländer unterstützen sollten. Voll unnütz. Wer wollte holte sich seinen Anteil am weltweiten Arbeitsangebot, zulasten uns, Westeuropa, USA …
      Damit sind wir im selben Boot mit der EU. Wie lösen wir das Problem?
      BR Schneider-Ammann sagte in seiner Abschiedsrede: wichtig sind nicht die grossen Konzepte, sondern, was realisiert wurde. Deshalb NEIN zu SP-Initiativ-Plänen wie 13. AHV und anderen shit, wo immer nur Bundesgelder umgelenkt werden sollten (dass die sich nicht schämen ob ihrer Inkompetenz), sondern Dinge diskutieren, die „weh tun“: länger arbeiten (auch die Frauen), bei der PK tiefere Umwandlungssätze, im Gesundheitswesen den Leistungskatalog der Grundversicherung reduzieren. Insgesamt also eine Art „neue Ehrlichkeit“. So müssten wir keine Angst vor Konkurrenz und Zukunft haben.

  14. Aber, aber Home Office ist eine gute Sache, haben sie gesagt, du kannst von zu Hause arbeiten, haben sie gesagt. Zu hause ist dann aber einfach auf den Philippien, in Brasilien, oder Sibierien – das haben sie aber nicht gesagt.

  15. Und in China setzen Mitarbeiter iPhones für 1.5 bis 2.2 USD/Stunde zusammen, die dann im Schweizer AppStore für über 1200 CHF zu haben sind. Skandal!

    Vielleicht sollte man sich als Schweizer mal fragen, wieso man für die gleiche Leistung und Produktivität mehr als 10x soviel gezahlt bekommt wie ein Chinese und dankbar dafür sein, dass es überhaupt so ist. Ein kleiner Tipp: Es hat mit dem freien Kapitalverkehr und dem unersättlichen Hunger ausländischer Investoren nach CHF zu tun. Und dieser Hunger führt natürlich im Inland zu Inflation, vor allem bei Immobilien. Es ist aber auch eine Illusion zu glauben, dass nach der Kündigung der Personenfreizügigkeit alles besser werden würde, weil die EU nicht ohne Grund den freien Waren- und Kapitalverkehr an den freien Personenverkehr gekoppelt hat. Fällt letzterer, werden Schweizer Löhne in CHF zwar vermutlich steigen. Die Importpreise für Güter aus der EU werden dann allerdings explodieren und die Investitionen aus dem EU-Ausland massiv zurückgehen (schon heute kommt die Hälfte des Kapitals an der Schweizer Börse aus der EU). Zinsen würden massiv ansteigen und die Immobilienblase zum Platzen bringen mit zweistelligen Vermögensverlusten für Immobilienbesitzer. Hunderttausende Schweizer Rentner müssten aus der EU zurückkehren, weil die wenigsten sich eine Privatkrankenversicherung für über 2500 EUR pro Monat leisten könnten. Viele von denen hätten Anspruch auf AHV-Zusatzleistungen. Und jeder kann sich ausrechnen wie hoch Krankenkassenprämien steigen werden, wenn Krankenhäuser und Altenpflegeheime nur noch Personal mit Schweizerpass einstellen. Solche Argumente hört man in der Diskussion um die Bilateralen nie, obwohl man tagtäglich in UK-Medien nachlesen kann, was ein Austritt aus dem EU-Binnenmarkt bedeutet.

    • Lieber Foxconn-Mitarbeiter,

      in China hat auch kein Mitarbeiter die Zeit, um 08:23 Uhr Blogs zu kommentieren. Und auch in China wird der Preis eines Produktes nicht vom Stundenlohn des Arbeiters bestimmt. Denn was Du unterstellst, würde heissen, dass in dieser einen Arbeitsstunde das gesamte iPhone produziert wird. Nur um einzelne Punkte zu nennen, von der Rohstoff-Gewinnung über Produktion des Touchscreens, Einbau des Akkus, Funktionsprüfung, Verpackung. Nebenbei deckt dieser Ein-Stunden-Lohn auch die Anpassung & Weiterentwicklung des iOS ab, ganz zu schweigen von der Gesamt-Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb inkl. Gewinne für alle Vertriebsebenen.

      Und übrigens, in China bauen Bauern (ohne Stundenlohn!) auch mühsam von Hand den Reis an, der hier in Schweizer Restaurants für 30 CHF und mehr auf den Teller kommt.

  16. Es ist schon Ironie der Geschichte, dass nun auch die Jobs im Dienstleistungssektor errodieren.

    Jahrzehntelang haben uns die Banker ausgelacht als die Jobs in der Industrie und Baubranche vernichtet wurden.

    Nun frisst diese asozialste Form des Kapitalismus welche FDP, SVP und CVP vertreten die Jobs Ihrer eigenen Wähler.

    Mal schauen wie lange es geht bis wir 1-Franken Jobber, Hartz 4 und das Flaschenpfand einführen.

    • Jede Kanone,
      die gebaut wird,
      jedes Kriegsschiff,
      das vom Stapel gelassen wird,
      jede abgefeuerte Rakete
      bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen,
      die hungern und nichts zu essen bekommen,
      denen, die frieren und keine Kleidung haben.

      Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein.

      Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter,
      den Geist ihrer Wissenschaftler
      und die Hoffnung ihrer Kinder.

      Dwight D. Eisenhower
      * 14. Oktober 1890 † 28. März 1969

  17. Also Jobs, die man im Ausland vom Homeoffice machen kann, die will man nicht unbedingt in der Schweiz haben.

    Als Schweizer sollte man lieber Arzt werden. Moment… Das will ja auch keiner, ohne die schlimmen Ausländer gäbe es gar kein Gesundheitssystem mehr.

    • Doch, viele möchten Arzt werden, können oder dürfen aber nicht (Numerus Clausus). Dann holt man viele Aerzte aus dem Ausland bzw. lässt sie hier in die Geschützte Werkstatt mit Traumtarifen einwandern, wo wir mit einer zu grossen Ärztedichte in den Agglomerationen nur die Gesundheitskosten in die Höhe treiben (der Markt spielt nicht!), während es gleichzeitig an Hausärzten auf dem Land mangelt.
      Wir sind so doof!!!

    • „Also Jobs, die man im Ausland vom Homeoffice machen kann, die will man nicht unbedingt in der Schweiz haben.“

      Wer will sie nicht haben? Arbeitgeber oder Arbeitnehmer? Die indische IT-Industrie umfasst 4.2 Millionen Leute, welche oft von Remote-Arbeit leben. Zwar im Büro, arbeit kostenmässig bei diesen 13 € pro Stunde. Gewisse günstiger, einige teurer.

      Soll eine Familie in Zürich Tausende von Franken monatlich ausgeben, bevor sie etwas gegessen hat, oder am Strand von X (X billiges Land) sein, während die Eltern remote arbeiten?

      Die Inder entschweizern sich irgendwann. Aber wenn die Eltern keinen Job haben dann auch.

      Also: wer möchte diese Jobs nicht haben?