Ist Gerhard Schröder der Moses der Deutschen?

Wie die Unabhängigkeit der Schweiz darauf beruht, in Europa eine Leerstelle zu besetzen, weil kein europäischer Staat einem anderen zu viel Einfluss auf die Alpenrepublik gönnt, ist Deutschland in Europa deshalb ein hinkender Koloss, weil jede andere Grossmacht den Alarmzustand ausrufen würde, wenn die Berliner Republik ihre Gunst zu einseitig nach Ost oder West verteilen würde.

In der Schweiz gilt Deutschland als gross, was nicht ganz falsch ist, aber schon in Europa verliert die Grösse aus Schweizer Sicht an Glanz, weil Deutschland mit Samthandschuhen politisiert und sich nur dort stur stellt, wenn es um finanzielle Zugeständnisse an marode EU-Staaten dreht. Deutschland kann sich vieles leisten, aber es darf nicht Bankrott gehen. Das wäre das Ende des Vierten Deutschen Reiches und auch das Ende eines halbwegs unabhängigen Europas.

Diese weltpolitische Blockade, wie wir sie in kleinerem Masse auch in der Schweiz erleben, ist aber nicht minder gefährlich für die Zukunft der Deutschen wie aller Europäer.

Auf der einen Seite bricht das alte Europa des 19. und 20. Jahrhunderts laufend weiter zusammen. Von dem stolzen Grossbritannien, der „Gloire“ Frankreichs, der „Bella figura“ Italiens und der Bravour der iberischen Staaten sind nur Karikaturen geblieben.

Auf der anderen Seite klammern sich die USA, dort vor allem die weissen Amerikaner, an den Alten Kontinent ihrer Herkunft, weil sie sich von ihm letzte Sicherheit versprechen wie die Juden aller Welt von Israel. Sie wissen, in spätestens zwei Generationen ist ihre Herrschaft, die sie vor 250 Jahren eroberten, vorbei. Wie Afrika nach dem Abzug der Weissen wieder schwarz wurde, werden die USA unter dem Einfluss der Hispanics und der Afroamerikaner braun.

Die grosse deutsche Wirtschaft wie Politik, seit 100 Jahren in einer atlantischen Halbgefangenschaft lebend, weil die Nordamerikaner ihren europäischen Befreiungsmodus pflegen, will im Westen mit Frankreich und im Osten mit den Visegrad-Staaten eine stabile europäische Kernzone schaffen. Dies ist ein fragwürdiges Unterfangen, weil der Zerfallsprozess Europas einfach weiter geht.

Die USA, einer der höchst verschuldeten Staaten der Erde, dulden daher mit Donald Trump einen Notfall-Präsidenten, der retten soll, was nicht mehr zu retten ist. Europa ist für ihn ein Satellit, wie es Karthago für Rom war. Die finanziellen Erträge aus Europa sind für das US-Kapital überlebenswichtig. Ein Aufstand der Europäer würde von Washington D.C. ebenso niedergeschlagen, wie es einst den Karthagern geschehen ist. Europe esse delendam.

Die Welt würde dies überleben.

Gleichzeitig, und dies mit aller Macht, stehen die kommunistisch geführten Chinesen vor den Toren Europas. Schon sind die Ungarn, die Portugiesen und die Griechen zu den Herrschern in Peking übergelaufen; sie werden nicht die letzten sein.

Vom Süden her bewegt sich das menschenreiche Afrika auf Europa zu. Was dies bedeutet, hat nicht nur Angela Merkel zu spüren bekommen. Vielmehr wird der Teich des Mittelmeers in wenigen Jahrzehnten die Massen aus dem Süden kaum aufhalten können, weil dort Armut und Hunger drohen. Europa wird sich noch einige Zeit unter Führung der Deutschen mit Milliarden freikaufen können, aber ein Ende ist absehbar.

Gesucht ist ein Fluchtweg in eine weniger unsichere Zukunft. Schon sind die Rufe lauter geworden, die Deutschen müssten nun Führungsverantwortung übernehmen. Aber wie und wohin? Moses wanderte mit den Juden bekanntlich vierzig Jahre durch die Wüste, ehe er das Gelobte Land gefunden hat.

Wohin wollen die Deutschen? Wohin dürfen die Deutschen?

Ein Pfadfinder, dem politisches Verständnis nicht abgesprochen werden kann, zudem ein Freund der Schweiz mit Sitz in Zug, hat sich schon aufgemacht: Gerhard Schröder, der vormalige deutsche Bundeskanzler, dem mit der Agenda 2010 auch die jüngsten Wirtschaftserfolge seines Landes anzurechnen sind.

Ist er der neue Moses, der Deutschland und die Westeuropäer in das vierte Rom, nach Moskau und Russland führen will? Friedlich diesmal, denn mit Wladimir Putin hat er einen Partner, der ausgezeichnet Deutsch spricht und Russland an den Westen anbinden möchte.

Dürfen Deutschland, die EU und Westeuropa sich nach Osten öffnen? Die USA werden es mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Was würde aus der ohnehin gefährdeten NATO, was aus ihren Milliarden-Investitionen, die hohe Dividenden erbringen, in Europa? Für Washington D.C. wäre dies die grösste Niederlage seit hundert Jahren, nur vergleichbar mit einem Friedenspakt zwischen Israel und dem Iran.

Was ist Europa? Russland ist so europäisch wie jeder andere Staat zwischen dem Atlantik und dem Ural. Das wusste schon Frankreichs Regierungschef, General de Gaulle. Ein dann 850 Millionen Menschen zählendes Europa hätte einen Jahrhunderte umkämpften Drehpunkt der Weltgeschichte, die weiten Ebenen Asiens, unter Kontrolle.

Von Alexander dem Grossen über Napoléon I. bis zu Adolf Hitler war dies der Traum vieler Europäer. Der Deutsche, der ein Österreicher war, machte daraus eine Katastrophe, die Europa bis heute lähmt.

Die Schweiz und die EU gehören so zusammen wie der Mond und die Sonne. Ohne den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands gäbe es auch keine prosperierende Schweiz. Wir sind ein Beifahrer der Geschichte.

In Deutschland wird sich – wieder einmal – das Schicksal Europas entscheiden. Kann es sich aus den Fesseln der USA und seiner Vergangenheit lösen? Es gibt viele, die daran kein Interesse haben.

Deshalb gibt es kein grosses Deutschland, und schon gar kein Grossdeutschland. Es gibt nur einen politisch, gesellschaftlich und kulturell tief verunsicherten Nachbarn der Schweiz, der seinen Moses Gerhard Schröder nach Osten ziehen sah. Und nur wenige wagten ihm zu folgen.

Schröder, der immer zu Übermut neigte und als Jungsozialist an den Gittern des Kanzleramtes in Bonn rüttelte („Ich will hinein“) ist schon, mindestens privat, nach Südkorea weiter gezogen. Vielleicht will er uns damit etwas sagen.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Werter Klaus
    Dein Platz wäre eigentlich wieder zu Hause beim Sami-Klaus im Schwarzwald … Du solltest dir einfach diese dämlichen und vollkommen unpassenden Kommentare sparen – das grossdeutsche Geschwafel in deinen Zeilen interessiert in der Schweiz keinen.

  2. @Geschichtsstunde
    mit „@Märchenstunde“ wäre Ihr Beitrag besser beschrieben.
    Nicht jeder hält es aus, dankbar sein zu müssen.

    Altbekannter Reflex, den man von Ertrinkenden kennt.

    Zur Sache: Was niemand bezweifelt, ist der ungeheure Blutzoll, den der von den deutschen zum zweiten Mal vom Zaun gerissene Krieg, die Sowjetunion gekostet hat.

    Auch ist allgemein bekannt, dass ohne die Rote Armee der Krieg viel länger gedauert hätte.

    Soweit sind wir uns einig.

    Was Sie aber für unglaubliche Lügen bzgl. des Lend-Lease-Systems (50 Mia $, davon das Meiste für die Briten und Sowjets) schlägt dem Fass den Boden aus!

    Bösartige könnten Ihren vollkommen sinnentleerten Beitragsinhalt als von Putins Propagandaministerium verfasst abtun. Das aber wäre bestimmt ungerecht.

    Jedenfalls stehe ich Ihnen gerne für Informationen bzgl. jedes einzelnen Waffensystems den die USA in die Sowjetunion lieferten, zur Verfügung..denn man darf Sie ganz einfach nicht weiter so im Dunkeln tappen lassen, bei allem Verständnis für Ihre US-Phobie und Sympathie für russischen Machtwillen.

    • Auch die Briten wurden mit Schrott beliefert – Panzer M3 Lee/Grant „братская могила на семерых / Sicheres Massengrab).
      Die Qualität des hochoktanigen Benzins hingegen wusste selbst Stalin zu schätzen.

  3. „Die Schweiz und die EU gehören so zusammen wie der Mond und die Sonne.“ Natürlich haben Sie in einem gewissen Sinne recht Herr Stöhlker. Aber viel wichtiger wäre folgendes: auch wenn dieses „Sonnenlicht“ aus der EU abnehmen sollte und wir „wirtschaftlichen Verzicht üben“ lernen müssen – was m.E. unweigerlich kommen wird – ist der andere „Lehrblätz“ der uns aus den EU-Staaten herüber winkt, viel eindrücklicher: tragen wir Sorge an unserer noch einigermassen funktionierenden direkten Demokratie, denn wohin die sog. „repräsentativen Demokratien“, die eigentlich die Benennung Demokratie gar nicht verdienen, abtriften, lässt sich z.Zt. deutlich gerade in Frankreich und auch in Deutschland erahnen.

  4. Scharfsinnig und lustvoll geschrieben, besonders interessant die Rollenzuschreibungen, die die USA als Nachfolger Roms und Karthago als Vorläufer Europas darstellen.

    Zwei grosse vom kultivierten „neuen Karthago“ -sprich Deutschland- vom Zaum gerissene Kriege im 20. Jh. gewannen zum Glück die Zivilisierten.

    Wollen wir doch hoffen, dass kein dritter punischer – pardon – deutsch-amerikanischer Krieg bevorsteht.

    Das Risiko bleibt klein, solange die Germanischstämmigen im Stile Stöhlkers mit ihrer kaum verhohlenen Bewunderung für starke Chef-Figuren im Osten, in der Minderheit bleiben.

    Wie so viele hat Stöhlker vergessen, wem Europa seit 75 Jahren seine Freiheit verdankt.
    Oder er hat es eben nicht vergessen und es wurmt ihn, dass die Beatles und Charles Aznavour nicht auf deutsch oder russisch sangen, weil doch alles was aus den USA kommt -auch die Freiheit- für den Schweizer Stöhlker des Teufels zu sein scheint.

    Wenn es zur Frage kommt, ob sich denn Europa nach Osten -Stöhlker meint hier Russland- orientieren soll, oder nicht, empfiehlt es sich die Polen, Ungarn, Rumänen, Balten und Ukrainer zu fragen.

    Anders als Stöhlker -der sich seinen verliebten Blick zum Ural nur der Amis wegen folgenlos leisten kann- wissen die Osteuropäer, was es heisst, vom russischen Bären umarmt zu werden.

    Eines aber kann man dem Autor nicht vorwerfen, ein Langweiler zu sein oder schlecht zu schreiben. Ist doch schon mal was!

    • Ich habe selten einen grösseren Blödsinn gelesen!

      Absolut realitätsfern der Herr Ecklin.

    • @Ecklin
      Von WWII Geschichte keinen blassen Schimmer!
      Die Nazis wurden zu 90% durch die Rote Armee mit rein sowjetischem Material ( der Lend-Lease Act lieferte nur Ostfront untauglichen Schrott) besiegt, die Amis mit ihrem 10% Beitrag Trittbrettfahrer, die propagandistisch erfahren 90% des Ruhm einheimsten und die Westeuropäer…..totale Versager!

  5. Es ist wie im Reisebus, wenn der Führer eine scharfe links Kurve fährt, dann rutschen die Passagier nach rechts – und umgekehrt. Das Gleiche geschieht in der Politik: Schröder fährt nach rechts und die Wähler rutschen nach links – Merkel fährt nach links und die Wähler rutschen nach rechts. Also ob die Bevölkerung die Ideologischen Fehlentwicklung der Politiker korrigieren wollen.

    Was die Migration aus Afrika nach Europa betrifft, so kann das verheerende folgen für die nächsten Jahre haben, aber dann hat Europa zwei Möglichkeiten: Europa wird zu einem Shithole Country oder Europa setzt auf Robotik und Künstliche Intelligenz, um die Grenzen zu schützen und deportiert alle sofort zurück nach Afrika. Letzteres ist heute wegen dem links-grünen Narrativ unvorstellbar, könnte aber Realität werden, wenn der Leidensdruck nur gross genug ist. Und für diesen Leidensdruck werden die Gutmenschen schon sorgen.

    Merkels groteske Refugees Welcome Politik ermöglicht letztendlich erst die dringend nötige Abschottung Europa, ohne Merkel und das Jahr 2015 wären die EU Aussengrenzen kein Thema und schleichend würden jedes Jahr die Illegalen Einreisen steigen. Jetzt ist aber allen das Migrations Problem bewusst, einige versuchen es nicht als Problem sondern als Chance zu verkaufen (z.b. UNO Migrationspakt) aber auf lange Sicht, hat Merkels Fahrlässige Willkommenskultur den Grundstein für strenge EU Grenzkontrolle gelegt.

    • Merkel hat eine gute Million geholt. Mit Familiennachzug werden es möglicherweise bald einmal 5 Millionen sein. Natürlich wird das totgeschwiegen.

    • Danke für die brillante Analyse. Vor allem Ihr Schlusssatz lässt so etwas wie Hoffnung aufkeimen, dass unser Erbe der Aufklärung den Gutmenschen zum Verramschen nicht zwingend überlassen werden muss.

  6. Ach Herr Stöhlker, als helvetischer (West-)Europäer vertraue ich dem/r Nachfolger/in vom üblen Donald in Washington immer noch mehr als dem Ex-Genossen Putin. Solange Russland derart weiter auf seiner Trotzli- & Grossmachtrolle in (Mittel)Osteuropa besteht, sehe ich wenig Synergien von EU-Europa mit diesem Land, auch wenn sie eigentlich sinnvoll wären.
    Sicher könnte die EU mit ihren Investitionen aus der mickrigen Wirtschaft Russlands – dessen Bruttosozialprodukt scheints in der Grössenordnung von Spanien liegt – einen Koloss machen. Aber wenn das orthodoxe Russland schon in der Renaissance aus lauter Trotz den Julianischen Kaleder nicht übernehmen wollte, nur weil der katholische Vatikan es war, der die Fehler im Kalender begradigte, dann wird das mit dem (Anders-)Denken von Mütterchen Russland auch heute nicht viel anders sein. Welcher Oligarch würde sich denn den korrekten „Rules and Regulations“ von Brüssel unterwerfen, eine Frauenquote einführen, Finanztransparenz herstellen, Öko-Steuern abgeben und sein Monopol aufgeben wollen? – Verschieben wir das Ganze mal um 100 Jahre, und sehen dann nochmals, ob die Russen uns nicht nur kulturell, sondern auch von der „corporate culture“ näher gekommen sind.

  7. Schröder ist meines Erachstens lediglich in einem Punkt mit Moses zu vergleichen: Moses teilte das Rote Meer, und Schröder teilte die Rentner von Ihren Altersersparnissen, in dem er – als Sozialdemokrat, notabene! – während seiner Amtszeit die Zerstörung des deutschen Rentensystems eingeläutet hat, das dann durch die liebe Mutti weiter fortgeführt wurde.

    Gott sei dank gibt es in Deutschland Pfandflaschen im Umlauf, resp. in den Abfalleimern liegen, damit die Rentner die Sozialwerke nicht überbeansprungen müssen…

    Im weiteren sind mir alle sog. Freunde von Claudio Cisullo per se suspekt…

    Ferner war es schon seit Jahrhunderten das Ziel der Eliten, einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben, damit die übrige Welt nicht auf der Strecke bleibt, wenn sich praktisch unendlich verfügbare russische Ressourcen mit hochtechnischem Ingenieurswissen aus Deutschland vereinigen…

    • Wie sagten Sie noch..,“Es wär die Welt so völlig leer..“.
      Aber ich finde, Sie gehen mit sich zu streng ins Gericht, wenn auch die aufgeklärte Welt Ihren romantischen Träumen einer Russisch-Deutschen Achse der Kultivierten -aber leider immer mal wieder Unzivilisierten- friedlich oder gewaltsam allzeit einen Riegel schieben würde, zu Recht!

  8. Na ja, einige Punkte sind sicher richtig, aber dass der wirtschaftliche Erfolg der Schweiz von Deutschland abhängt? Etwas historisches Wissen würde da eine andere Sichtweise öffnen. Ohne die Schweiz, wäre der Aufschwung Deutschlands nach dem 2. Weltkriegt wohl kaum so schnell möglich gewesen. Der Film über Aenne Burda zeigt deutlich, wie schwierig es für Deutsche war, wieder in Europa Fuss zu fassen und wie lange die totale Ablehnung dauerte. Die Niedriglöhne in Deutschland können aber auch nicht Gerhard Schröder angelastet werden. Es ist die Folge einer völlig verfehlten Steuerpolitik und des Totalversagens in der ganzen Sozialpolitik insbesondere auch der deutschen Rentenversicherung. Deutschland hat mir der Wahl von AKK zur neuen Parteivorsitzenden eine grosse Chance verpasst. Friedrich Merz wäre besser für Deutschland gewesen. Aber eben, die Fehler der Vergangenheit wiederholen sich allemal, wenn es um die Erhaltung der Macht geht. Und nur darum ging es den 1001 Delegierten. Dass aus dieser Zahl nichts Gutes kommt, hätte man wissen müssen. Na ja, on vera …

  9. Die USA und Russland sind wirtschaftlich und finanziell verbandelt via die Oligarchen. Rund 60% der russischen Superreichen gehören der jüdischen Gemeinschaft an. Diese pflegen gut Beziehungen zu ihren einflussreichen Glaubens-Brüdern in den USA.

    • @ Rasputin
      Genau.
      Und auf dieser Macht-Schiene läuft die Weltpolitik verdeckt ab. Da muss man gar nicht mehr gross analysieren.
      Ebenso wird als US-Präsident nur gewählt, wer Teil dieses Systems ist.

  10. Es fragt sich was denn Trump retten soll?

    Seine Aufgabe ist es, das weltweite System zu retten.
    Dabei stehen grosse Umstrukturierungen an.

    Mit der aktuellen rechtlichen Lage kann die BRD sich nicht von den Siegermächten lösen.

    Dazu ist die USA nicht der mächtigste Staat sondern bis heute eine Kolonie der Mächtigen hinter England.
    Wer Interesse hat, kann ja mal etwas den so genannten Unabhängigkeitskrieg studieren.

    Rom ist nicht nur eine Stadt sondern ein Titel – und bis heute auch ausserhalb von Rom existent!
    Wer Augen hat der sieht es auch.

  11. https://www.blick.ch/news/ausland/gerhard-schroeder-im-interview-mit-ringier-ceo-marc-walder-merz-wird-merkels-nachfolger-id15057272.html
    … Da war wohl auch Herr Stöhlker und schwer beeindruckt von der alten Saftwurzel Schröder. Blöd nur, dass dem Schröder die Missgunst den Blick vernebelt. Die CDUler wollten keine Experimente à la Merz, lieber ein bisschen „weiter so à la mode de Mutti Merkel“. – Und dann noch „heim zu Putin, die weisse Rasse retten!“ – Das ist die alte Platte von Herrn Stöhlker („Genf – total arabisiert!“ etc). Da ist ja schon der Vatikan ist weiter: Jetzt noch ein Argentinier als Papst, der nächste wird braun/gelb/schwarz sein wie die Mehrzahl seiner Schäflein. – Und in Zürich? – Die Hoteliers begrüssen jedes Jahr mehr Asiaten, die per Günstigflieger anreisen, der alte Gemüse-Huber in Hottingen war froh, dass ein Türke seinen Laden übernahm, das alte Stinkauto der Nachbarin kurvt jetzt im Libanon und unsereins geht zum Coiffeur Saleh aus Kurdistan, der kostet nur CHF 29 statt CHF 59 beim Herrn Messerli im Oberdorf….

    • Was ist denn Ihre Folgerung, Sozialdetektiv?

      Stöhlker hat doch absolut Recht mit seiner Analyse, dass unsere Griechisch-Jüdisch-Christliche Zivilisation den Bach runtergeht, wenn man einfach machen lässt, so wie es Merkel und ihre Freunde wollen.

      Dieser deterministische Blick der Gutmenschen auf die Geschichte und unsere Zukunft ist ja nicht nur defätistisch, dass einem graust, sondern es hat etwas sektenhaft Wahnhaftes.

      Wenn also schon die Grundanalyse von falschen Prämissen ausgeht, wieso sollen Kommentare à la „Ach-da-kann-man-ja-sowieso-nichts-machen“ wirklich ernstgenommen werden?

      Im übrigen ist die Sache vorallem eine Frage der Menge. Zehn Zuzüger aus Kurdistan (Coiffeure und andere) in Herisau sind bereichernd, weil sie sich mit grösster Wahrscheinlichkeit die Wirtschaft mit ankurbeln, aber zweihundert davon und Appenzell Aussenroden bekommt mittelfristig Riesenprobleme.

    • @Bernhard Ecklin: Fakt ist, dass Einwanderung und Integration in der Regel nicht so laufen, wie Sie suggerieren: Die zehn Kurden kommen nicht nach Herisau, sondern nach Zürich oder Basel. Städte sind „Integrationsmaschinen, auch den jungen Herisauer zieht es dorthin, um der lokalen Enge zu entrinnen, hierher zog es den katholischen Bergler, den Mezzogiorno-Italiener, den Tamilen und Kurden und jetzt auch den Ghanaer und Eritreer, hier gibt es Jobs und er schafft auch Jobs. – Auch die von Ihnen erwähnte „Griechisch-Jüdisch-Christliche Kultur“ ist bei näherer Betrachtung mehr eine Schimäre als etwas, das man als Europäer quasi von Geburt her besitzt. So musste ja auch CSU-Leitkultur-Kämpfer Seehofer zur Kenntnis nehmen, dass die bayrische Tracht – heute von Oktoberfestgängern weltweit getragen – irgendwann mal vom König Ludwig II dekretiert wurde, weil ihm seine Untertanen zu ungepflegt daherkamen…

  12. Auch die USA sollten oder müssten sich schon länger die Frage stellen, ob es nicht sinnvoll ist, entgegen der tiefsitzenden anti-russischen Haltung aus dem kalten Krieg eine Öffnung zu Russland auf Augenhöhe zu suchen. Europa wird dies nicht tun, so wie Europa bisher kaum ein anstehendes Problem wirklich gelöst hat. Wir haben nicht nur China, das sehr clever und gezielt und erfolgreich nach der Weltherrschaft (Weltwirtschaft) greift. Indien wird schon bald noch deutlich mehr Fahrt aufnehmen. und ja, da sind noch die nordwärts drängenden Afrikaner ohne Perspektiven, die sie in Afrika bleiben lassen. Trump hat erste zaghafte Schritte Richtung Moskau unternommen und wer weiss, vielleicht laufen diese noch weiter. Wäre gut und sicher besser voranzutreiben wenn die ebenfalls auf Clichées fixierten Medien dabei nicht „behilflich“ sind. Nur eben: die Annäherung müsste auf Augenhöhe stattfinden. Das war bisher nie der Fall. Eigentlich schade. Aus einer Position einer noch vorhandenen Stärke liesse sich das besser realisieren. Bloss wie erklärt man dies dem Stimmvolk das lieber und das zunehmend populistische Statements hört. Hatten wir alles schon mal…..

  13. Wer jetzt immer noch nicht realisiert hat, dass die Schweiz ein Beifahrer Europas ist, verdient das Wort “ you dreamer ..“.

    Noch einige Gedanken zur Migration:
    Was uns die nächsten Jahrzehnte von Afrika her via Mittelmeer in Europa bevorsteht ist die Jahrtausend-Migration.
    Und wer immer noch glaubt, diese Massen seien im Grossen aufzuhalten, der baue jetzt um die Schweiz eine sehr sehr hohe Mauer und hoffe, dass diese nicht umstürzt.

    Es gibt demografische globale Wanderungsbewegungen, die mit nationaler Politik nicht mehr aufzuhalten oder höchstens marginal zu regulieren sind! Auch wenn wir dagegen ankämpfen. Es ist dies verlorene Energie.

    Es wird auch nicht gelingen, diese Massen insgesamt in ihren Herkunftsländern zu halten. Dass durch internationale Politik und Projekte in gewissen Ländern die Menschen zum Verbleiben motiviert werden ist ein Tropfen auf einen heissen Stein, aufgrund der Soziostrukturen und der kulturellen Eigenheiten wie z.B. Korruption, Ausbeutung und Topografie (inkl. Klimawandel).

    Die zentrale Herausforderung wird dannzumal die Integration dieser Massen sein. Ob wir das wollen oder nicht. Es ist ein Megatrend.

    Darüber nachzudenken und entsprechend proaktiv zu handeln ist zielführender, statt eine Mauer rundum zu bauen. Denn die Mauer wird früher oder später fallen und unsere Nachkommen dereinst als Mahnmal und Investitionsruine an verzweifelte Abschottungspolitik-Jahre erinnern. Ist dann aber bereits Geschichte.

    • Es ist keine Frage, ob möglich oder nicht. Möglich ist fast alles. Es ist die Frage ob will ich oder nicht. Diese Frage ist eng mit der Demographie und der Genderdebatte verbunden. Wer Lusche sein will und sich Luschen ausliefern will, soll es. Wer das nicht will muss endlich Kinder, Nachkommen, Rentenzahler, Arbeiter im weitesten Sinne in die Welt setzen. Oder eben sich via Osten verabschieden. Meinerseits habe ich meinen Söhnen schon lange eingebläut Russisch zu lernen.

    • Das ist schon sehr naiv.

      Wenn man weltweit nicht schon Jahrzehnte diese Migration vorbereitet hätte, wäre das Problem nicht existent.

    • Die Perspektive ist so beschränkt!
      In 15, 20 Jahren, vielleicht auch früher wird die Migration umkehren und total verarmte Rentner und workin poor in Länder migrieren, wo die Lebenshaltungskosten ein Bruchteil der auf Pump laufenden Wohlstandsgesellschaften sind (wie während der Hungersnöte wegen der Kartoffelfäule im 19. Jhdt; ja, es ist noch nicht lange her!). Als first mover haben Sie dann Glück, eine neue Lebensgrundlage zu haben. Emigrieren Sie dann erst mit der Masse, landen Sie auch im Container….

  14. „die Deutschen müssten nun Führungsverantwortung ..“ Herr Stöhlker: als Schweizer und ex-Deutscher schreiben sie, was D muss? Sie haben da etwas mit ihrem neuen Standort, dem roten Papierli und der Schweizer Neutralität noch nicht verstanden.

  15. „Die Schweiz und die EU gehören so zusammen wie der Mond und die Sonne. Ohne den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands gäbe es auch keine prosperierende Schweiz. Wir sind ein Beifahrer der Geschichte.“

    Danke Herr Stöhlker! Viele Schweizer vergessen diese essentiellen Tatsachen. Also entweder Rahmenvertrag unterschreiben oder gleich in den EWR. Die Briten werden dies auch noch vor März 2019 realisieren. Wahrheit tut weh und wenn sie Visionen (des seeligmachenden Alleingangs) haben sollten sie zum Arzt….. in Anlehnung an ein Zitat von Helmut Schmidt.

    • Man muss keinem untergehendem, menschenfeindlichen Verein beitreten um Handel zu betreiben.

    • @Peter Keller: Reden wir von der gleichen Organisation? Ich kann beim bestem Willen nicht nachvollziehen, weshalb Sie die EU als menschenverachtend empfinden. Bitte präzisieren! Die EU garantiert den Frieden in Europa seit Jahrzehnten und die Schweiz profitiert davon am meisten. Ab und zu eine Kohäsionsmilliarden zahlen und dafür Zugang zum 500 Million Binnenmarkt erhalten. Wahrlich ein Schnäppchen!

    • @André Brändli

      „Die EU garantiert den Frieden in Europa seit Jahrzehnten“
      Was Sie hier schreiben ist einfach realitätsfern und nachgeplappert.

      Als ob wir ohne die EU uns die Köpfe einschlagen würden…
      Im Gegenteil sorgte die EU-Politik für die jetzigen Probleme.

      Und so friedlich empfanden die vielen Balkankriegs-Flüchtlinge (ist ja auch Europa) die Zeit auch nicht…

  16. Ein fahriger Kommentar ohne klare Message. Soll die Schweiz nun in die EU? Plädieren sie für eine Allianz mit dem Autokraten in Moskau, der die Pressefreiheit mit Füssen tritt, Regimekritiker verschwinden lässt und Nachbarländer mit Krieg, Invasionen und Annexionen überzieht? ich verstehe Ihre Message leider nicht Herr Stöhlker.

    • Südkorea, Asien…klingelt es nun!?

      Ferner handelt es sich bei diesem Artikel um eine Situationsanalyse Europas, die auch für die Schweiz relevant ist, da auch wir mitten im Sturm hocken und nicht um eine Message – schliesslich ist Stöhlker kein Messias.

      Mir fällt auf, dass viele Kommentatoren bestenfalls des Lesens aber nicht des Verstehens mächtig sind. Und bei den Feinheiten zwischen den Zeilen sind sie definitiv blind wie Maulwürfe.

    • @ nix verstanden
      Jawohl, Südkorea, Asien …. das klingt gut.
      Und warum erwähnen Sie denn Russland nicht?

      Der Gazprom-Schröder hätte Freude daran. Als Board Mandate Sammler versteht er sich bestens mit der russischen Wirtschaftselite. Und lässt die Kasse dort klingeln was das Zeug hält. Seine Metamorphose vom Strassensozi via den Marsch durch die Institutionen bis hin zum Ruski Kapitaliski ist beachtlich.

  17. Nach dieser verstörenden Verklärung von Gerhard Schröder sollte man vielleicht auch das Thema Niedriglohn ansprechen:

    Auf dem World Economic Forum in Davos am 28. Januar 2005, äußerte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder:

    „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. Ich rate allen, die sich damit beschäftigen, sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen, und nicht nur mit den Berichten über die Gegebenheiten. Deutschland neigt dazu, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, obwohl es das Falscheste ist, was man eigentlich tun kann. Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt“

    Aus sozialer und gesellschaftlicher Sicht sind Niedriglöhne nicht nur Auslöser für Altersarmut, sondern sie sind auch für die Verarmung eines erheblichen Teils der Volkswirtschaft ursächlich
    (https://de.wikipedia.org/wiki/Niedriglohn)

    Damit wurde dann auch der Niedergang der SPD eingeläutet…

  18. Wieder einmal eine sehr Gelungene Sicht auf das, was sich abzeichnet. Aber noch einmal, ohne Kampf, Blessuren, Schrammen und hin zu Ofern wird es keine einigermassen freieZukunft geben. Das muss sich jeder hinter die Ohren schreiben und der Kampf ist nur auf der Strasse und im Feld zu gewinnen. Hinter dem Ofen sitze und die Ohren spitzen und sich dann aufführen als hätte man es immer besser gewusst ist linkes Gehabe und Kriechertum und das gehört je schneller je besser auf den Misthaufen der Geschichte.