„Relativ unverblümt und ein wenig knallig“

Interview im Magazin „Schweizer Journalist“ mit Lukas Hässig, „Journalist des Jahres“ – über seine Recherchen, seine Informanten, seine Art von Journalismus, sein Ego, seinen Schreibstil und natürlich über seine grösste Story, die Entzauberung von Raiffeisen-Chef Pierin Vinzenz.

Lukas Hässig, wissen Sie noch, welches Ihr erster grosser Primeur war, der von anderen Zeitungen zitiert wurde?

Puh, das beginnt ja gut. Bei der „Finanz und Wirtschaft“ schrieb ich den Namen der Stadt, wo Nicolas Hayek seine Smart-Autofabrik hinstellen wollte. Wirklich grosse Wellen schlug das aber nicht.

Wie kamen Sie damals zu dieser Information?

Wie meistens. Jemand bekam davon Wind, gab mir die Information, dann erhielt ich eine Bestätigung vom Hause Hayek.

Und wissen Sie noch, welches Ihr erster grosser Primeur im Bankensektor war?

Im Frühling 1998, als die UBS und der Bankverein ihren Zusammenschluss am Umsetzen waren, erfuhr ich von Derivateverlusten der UBS in London. Nach dem Artikel meldete sich eines Nachmittags der damalige Chef der UBS Mathis Cabiallavetta. Er sprach über eine Freisprechanlage. Es klang nach grossem Büro.

Wie kamen Sie damals zu dieser Information?

Auch da war es ein Bekannter von mir, der mehr wusste aus dem Innern der UBS und mir davon berichtete.

Damit sind wir bei Ihrer Recherchiertechnik. Wie recherchieren Sie?

Wohl so, wie alle, die das tun. Es gibt gute Bekannte, die einen anrufen, es gibt neue Informanten, die auf einen zukommen, es gibt Tippgeber, es gibt kleine Bemerkungen in Artikeln, die einen hellhörig machen. Von Vorteil ist, wenn man in den Themen drin ist, die man abdecken will. Dann ist es einfacher, die Dimension einer Information rasch zu erkennen.

Kommen die Tipps auch anonym?

Es gibt alles: Anrufe von Leuten mit Namen, ohne Namen, mit Handy-Nummer, aus einer der letzten noch existierenden Swisscom-Kabinen, Hinweise per Brief, mit oder ohne Absender – die ganze Palette.

Nach der Recherche kontaktiert man zum Schluss die Medienstelle, die im Normalfall mauert.

Die wenigsten Sprecher mauern einfach. Wenn man sie mit konkreten Fragen und Aussagen konfrontiert, dann erhält man in der Regel eine vernünftige Antwort. Einfach krass lügen tun meistens nur jene, die wirklich etwas zu verstecken haben.

Sie machen seit 2011 Ihren Blog „Inside Paradeplatz“. Vorher waren Sie auf Redaktionen wie „Sonntagszeitung“, „Facts“ und „Weltwoche“. Was ist der Unterschied?

Alles. Die grossen Medien haben grosse Redaktionen, Chefs, Hahnenkämpfe, Sitzungen, Wünsche des Verlags, des Managements, der Eigentümer. Man muss als Journalist und Mitglied der Redaktion seine Stellung finden, je nach Typ kann man sich besser oder weniger gut entfalten. Bei „Inside Paradeplatz“ gibt es nur mich.

Welches war die beste Redaktion, auf der Sie gearbeitet haben?

Bei der „Sonntagszeitung“ waren wir mit Beat Balzli, Harald Fritschi, René Staubli, Andreas Flütsch und Fritz Pfiffner eine coole Truppe, die jede Woche zum Ziel hatte, die Schweizer Wirtschaft etwas zu erschüttern. Bei „Facts“ war ich Ressortleiter, das war eine grosse Herausforderung. Bei der „Weltwoche“ hatte ich meinen besten Chef, Simon Heusser.

Heute nennt man sie „Einzelkämpfer“. Vermissen Sie das Redaktionsleben nicht?

Es ist sehr weit weg, stammt wie aus einem anderen Leben. Irgendwie hat es mich auf diesen Pfad verschlagen, ich denke nicht daran, ihn zu verlassen.

Interessant ist allerdings, dass Sie Ihre schon vorher hohe Primeurdichte noch gesteigert haben, seit Sie selbständig sind. Wie kommt das?

Das liegt daran, dass sich herumgesprochen haben könnte, dass bei „Inside Paradeplatz“ die Sachen relativ unverblümt und ein wenig knallig erscheinen. Das hat eine gewisse Magnetwirkung: Die Leute sagen sich wohl, dass sie mit ihrem Anliegen etwas auslösen können, wenn „Inside Paradeplatz“ darüber schreibt.

Wieviel Ihrer Arbeitszeit investieren Sie in Beziehungspflege?

Dieses Wort habe ich schon lange nicht mehr gehört. Mit Leuten zu sprechen, bekannten oder neuen, ist alles. Es ist eingepflanzt, man kann es nicht in Prozente fassen. Wenn ich die Gespräche vernachlässige, merke ich, wie die Pipeline ausdünnt. Dann muss man sich die Storys aus den Fingern saugen, was die Leser rasch merken.

Und damit wären wir bei Raiffeisen. Sie müssen verdammt gute Informanten aus dem innersten Kreis der Bank gehabt haben.

Who knows.

Das Erstaunliche war, Sie hatten alles als Erster. Die leichten Stoffe wie die harten Stoffe. Es begann mit Ihrem amüsanten Primeur, dass Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz einen zweimonatigen Sabbatical nimmt.

Man kennt sich im Banking, so wie im Journalismus. Da verbreiten sich solche Neuigkeiten rasch. Sie müssen gar nicht so viele kennen, um an solche Informationen heranzukommen. Was es braucht, ist, dass man Ihnen traut.

Dann wussten Sie als erster, dass die Finma wegen Interessenkonflikten und möglicher Bereicherung gegen Vincenz ermittelt. Wie kam das?

Das war die Folge der ganzen Vincenz-Recherche. Der harte Teil war vorher, als es um die Geheimzahlungen zwischen Pierin Vincenz und einem langjährigen Weggefährten ging. Da gab es oft Drohungen, zuletzt auch Klagen über je 100’000 Franken.

Und dann ging es erst richtig los. Sie hatten dann im Wochenrhythmus grössere und kleinere Primeurs aus dem Inneren der Bank, meist über dubiose Geschäfte von Vincenz. Es sah aus wie ein Lawinenabgang.

Vermutlich gibt es noch viel Schnee, der zu Tal donnern könnte. Vincenz galt als der letzte Gut-Banker des Landes. Umso grösser war der Aufschrei, als Stück für Stück das Gegenteil zum Vorschein kam. Plötzlich gab es immer mehr Hinweise von vielen Seiten, zwischendurch fühlte sich das an wie auf einem Polizeiposten nach einem Fahndungsaufruf.

In den Kommentaren zu Ihrer Wahl sagen viele Journalisten dasselbe. Sie sagen: „Das muss man erst mal hinkriegen, einen Top-Banker in eine mehrmonatige U-Haft zu schreiben.“ Ist Vincenz eine Trophäe?

Warum sollte es das sein? Wenn Sie merken, dass Sie an etwas Überraschendem, Grossem, vielleicht Skandalträchtigen dran sind, dann verspüren Sie viel Energie. Das ist Ihr Elixier als Journalist, wenn Sie in diesem Bereich tätig sind. Sie wollen die Story, Sie wollen das Ding festmachen. Den Penalty versenken.

Aber ein bisschen Cowboy-Mentalität braucht man als Journalist schon.

Wir nutzen in der Branche ja diesen Wortschatz: Wir schiessen den ab, die schiessen scharf zurück, sie wollen uns fertigmachen, heute schlagen wir zu und so. Als ich einmal meiner Mutter auf diese Weise etwas berichtete, fragte sie mich, ob Krieg herrsche bei mir. Seither rede ich manchmal anders. Aber in der Sache geht es schon darum: Wir decken auf, was verborgen bleiben soll.

Wie gut kennen Sie Vincenz eigentlich persönlich?

Mittel. Wie viele, die über Banken schreiben, hatte ich seine Handy-Nummer. Ob die heute noch geht? Wir waren per Sie, mit anderen hatte er Duzis gemacht. Alle konnten ihn, den Superstar, direkt anrufen, er half einem. Das war angenehm, Vincenz wusste einiges, er sass in Gremien, hatte immer etwas Neues. Einmal kam er zu mir ins Büro. Plötzlich stand er da, als ob er eben mit dem Tram vorgefahren wäre. Es ging um Werbung auf „Inside Paradeplatz“. Vincenz zeigte sich interessiert, nach einer Stunde brach er wieder auf. Im Rückblick denke ich, wollte er einfach schauen, wie „Inside Paradeplatz“ von innen aussieht. Werbung gab es keine.

Sie haben die Wahl zum „Journalisten des Jahres“ mit dem grössten Vorsprung aller Zeiten gewonnen? Wissen Sie warum?

Nein.

Ich glaube, Sie sind für die Branche eine Art Idealtypus. Sie sind ein Journalist, der noch hinausgeht und recherchiert. Sie sind sozusagen das Gegenbeispiel zu jenen Newsroom-Redaktoren, die nur noch am Computer sitzen.

Am Computer sitzen ist schon gut, wenn man weiss, was man dort macht. „Inside Paradeplatz“ ist der Journalismus, den ich liebe. Boulevard im alten Stil. Das finde ich die Königsdisziplin, weil es darum geht, Wirkung zu erzeugen. Nicht mit allen Artikeln, aber immer mal wieder. Was ich nicht bedacht hatte: Sie schaffen sich mit der Zeit ein paar Feinde. Das kann unter die Haut gehen, man muss sich überlegen, wie man aus der Umklammerung herausfindet. Da brauchen Sie Hilfe von guten Leuten, eine Art Berater im Hintergrund. Die hatte ich am Anfang nicht, aber dann, als ich sie brauchte, waren sie zur Stelle. Man geht einen Weg, und dann passieren Dinge, die man nicht planen kann, die man nicht vorhersehen kann. Vielleicht ist es das, was gut gelaufen ist: Mit meinem Blog gehe ich einen Weg, der sehr stark mein Weg ist.

Im Grunde sind Sie wie ein Journalist wie aus der Vergangenheit.

Das bin ich ganz bestimmt, mit 54 gehöre ich jetzt zu den Älteren. Als ich bei Schawinski in die Journalismus-Lehre ging, hatte ich drei Jahre KV und drei Jahre Fachhochschule in der Tasche. Das war vor 28 Jahren. So lange bin ich schon dabei, um die Jahrtausendwende wurde ich Flughafen-Pressesprecher, weil ich Karriere machen wollte. Nach gut zwei Jahren zog es mich zurück in die Medien, es musste mit einer Ressortleitung immer noch ein Karrierejob sein. Mit 42 verlor ich bei der „Weltwoche“ die Stelle, da war fertig mit Karriere in den Medien, und ich hätte fast aufgehört mit Journalismus. Dann kam die Idee mit der Selbstständigkeit, daraus wurde in der Finanzkrise eine Spezialisierung auf Banken, die führte zu Büchern, die wiederum zu einem Blog. Jetzt möchte ich nichts anderes mehr sein als Journalist.

Was ist für Sie Journalismus. Ein Job? Eine Passion? Ein Ego?

Alle drei Dinge. Ego im Sinn, dass ich gerne vorne dabei bin. Das war früher im Fussball so, was dann wegen Nervosität zu verschossenen Penaltys führte. Am Ende gab ich früh auf im Fussball, im Journalismus holte ich etwas von dem Spiel ums Siegen nach. Das war am Anfang in den Medien vielleicht der Energietank, um immer wieder Neues zu finden. Aber auch die Angst war ein Antreiber, Angst, mit dem Rest, also dem Schreibstil, der Überlegung, der Analyse, nicht zu genügen. Mit Primeurs stehen Sie meistens gut da in der Runde. Auch hier hat mir „Inside Paradeplatz“ geholfen. In den sieben Jahren, seit es das Medium gibt, hat sich ein eigener Schreibstil herausgeschält, mit kurzen Absätzen, atemloser Sprache, viel Aufregung, manchmal Pathos, oft hart. Und manchmal gelingt einem ein Satz, der nur aus wenigen Worten besteht, allein einen Absatz bildet, und der einfach sitzt. Dann schaue ich den an, es ist kurz vor acht am Morgen, wenn die Story raus muss, und denke: Lässig.

Sie hatten unter anderem auch den Primeur von Daniel Vasellas geheimer Abfindung. Verstehen Sie sich als „muckraker“, wie die Amis sagen, als Schmutzaufwühler?

Nein. Das Wort kannte ich gar nicht. Es ist auch nicht passend. Was heisst schon Schmutz, bei Vincenz mit seinen Deals und seinen Extravaganzen, bei Daniel Vasella mit seinen versteckten Abgangs-Millionen? Banken und Banker sind einfach spannend, die Leute in der Finanzwirtschaft wollen oft besonders glamourös sein, vielleicht weil sie das Gefühl haben, dass sie eigentlich nichts so Richtiges produzieren. Das finde ich eine spezielle Welt, interessante Leute, mächtige Leute, die sich und ihren Banken Code of Conducts geben, selber aber schauen, dass sie ja nie zu kurz kommen. Viel Schein, grosse Eitelkeiten, und immer wieder auch harte Vorkommnisse. Im Banking kommt vieles zusammen, es ist ein Brennpunkt.

Michael Ringier sieht das etwas anders. Er hat Sie massiv angegriffen als „diesen Blogschreiber, der die angeblich schmutzige Wäsche der Finanzindustrie vornehmlich im Dreckschleuderwaschgang bearbeitet“.

Klingt gut, aber was meinte er mit Dreckschleuderwaschgang? Wenn es viel aufzudecken gibt, scheint so ein Waschgang nicht falsch. Michael Ringier hält die grösste Boulevardzeitung in den Händen, er könnte die lauteste, einflussreichste Volkes-Stimme im Land seien. Das ist er nicht. Er regt sich auf über „Inside Paradeplatz“, wo die umstrittenen Deals von Pierin Vincenz erschienen. Der gleiche Vincenz kann dann in Ringiers „Sonntagsblick“ am Heiligabend 2017 über mehrere Seiten sein Comeback als mutiger Unternehmer ankündigen, nachdem ihn die Aufsicht aus dem Rennen genommen hat. Wenige Wochen später landet Vincenz im Gefängnis. Erst da beginnen Ringiers Boulevard-Zeitungen, kritisch zu berichten.

Ich war auch etwas verblüfft über die Heftigkeit von Ringiers Kritik. Haben Sie eine Interpretation?

Es geht wohl um Einflüsterer und Einfluss. Michael Ringier kennt die Elite des Landes, dazu gehören hohe Banker und deren Geschäftsfreunde. Sie wollen lieber kein solches Medium wie „Inside Paradeplatz“. Dieses wird zudem von Angestellten der Bankenchefs gelesen, denen so manchmal die Oberhoheit über die Kommunikation entgleitet. Vielleicht will Michael Ringier ihnen helfen.

Kommen wir zum Credo. Für wen sind Sie tätig? Für die Gesellschaft oder für sich?

Zunächst war es ein Business, um ein Einkommen zu haben. Dann kamen die Klagen und Prozesse, und als diese nicht aufhörten, sondern eher zunahmen, fand ich, dass es auch um die Pressefreiheit geht. Die Credit Suisse liefert ein gutes Beispiel. Die Bank lädt alle Journalisten, die über Banken schreiben, immer im Dezember zu einem grossen Anlass im Savoy ein. Lange war ich auch dabei, dann plötzlich gab es keine Einladung mehr. Als nächstes wechselte die oberste Führung, darauf folgte eine Klage gegen drei Artikel. Darauf bat mich die CS, die Pressekonferenz zum Jahresergebnis in einem separaten Raum zu verfolgen, wo man keine Fragen stellen konnte. Als ich dann doch im Medienraum erschien und die Hand aufstreckte, erhielt ich nie das Wort. Jüngst kam keine Einladung mehr zur Medienkonferenz fürs Drittquartals-Ergebnis. Auf die Frage nach den Gründen meinte die CS, sie würden gewisse Blogs nicht mehr einladen. Die UBS hat im Sommer entschieden, Blogs als soziale Medien einzustufen. Diese sind im UBS-Netzwerk nicht zugelassen. Ausladung, Sperrung, Prozesse sind in meinen Augen Mittel gegen die Meinungsäusserungsfreiheit. Soll das so sein, ist das richtig, oder wollen wir das nicht bei uns? Das finde ich wichtig.

Und der Fall Vincenz wäre dabei der bisherige Höhepunkt Ihrer Karriere. Oder überschätzen wir das?

Es ist der Höhepunkt, weil hier vieles zusammenkommt. Die Recherche war anspruchsvoll, es bestand das Risiko, selber an die Kasse zu kommen, wenn etwas nicht stimmen würde. Ein schmaler Grat, links und rechts gings steil hinunter. Das war die Ausgangslage, wie sie sich von Beginn weg präsentierte. Dann ging es darum, ja keine Spuren zu legen. Und es brauchte etwas Risikobereitschaft, um Vincenz die Stirn zu bieten und sich nicht schon zu Beginn einschüchtern zu lassen. Das Verrückte war: Vincenz wäre mit seiner Einschüchterungstaktik fast davongekommen. Irgendwie hatte er es geschafft, andere Medien zu stoppen.

Sie sind gelernter Betriebswirtschafter. Wie und warum sind Sie Journalist geworden?

Roger Schawinski und sein Radio 24 waren wichtig. Bei ihm spürte man das Feuer für den Beruf. Er liess uns grosse Freiheiten, war aber auch ungehalten, wenn wir wenig leisteten. Schawinski wollte immer Storys aus dem Zürcher Stadtrat oder dass wir auf die Strasse hinausgingen und Leute vors Mikrofon brachten. Ärmel hochkrempeln, Action reinholen. Das ging vielen von uns über in Fleisch und Blut.

Beim ersten Anstellungsgespräch beim „Tages-Anzeiger“ haben Sie auf die obige Frage offenbar eine ziemlich dumme Antwort gegeben.

Zu Viktor Schlumpf, ja. Er war der Chefredaktor der Zeitung, eine grosse Figur. Bis dahin hatte ich es offenbar nicht schlecht gemacht im Ausscheidungsrennen um zwei Praktikumsplätze, und auch das Gespräch mit Schlumpf schien mir gut zu laufen. Bis zu seiner Frage beim Hinausbegleiten, warum ich Journalist werden möchte. Es fiel mir nichts Schlaues ein, also sagte ich, ich wüsste nicht, was ich sonst machen sollte. Es war die Wahrheit.

Wo haben Sie Journalismus gelernt, eher beim Radio oder dann eher im Print?

Schon im Print. Radio war für mich ein sehr guter Einstieg in den Beruf. Als ich bei der „Finanz und Wirtschaft“ den ersten Artikel verfasste, hatte ich ein eigenartiges Gefühl. Es war nur eine Kurzmeldung über eine Firma namens Scintilla, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Aber mir schoss der Gedanke durch den Kopf, dass all die Wörter, die ich in dieser kurzen Meldung ins System tippen würde, am nächsten Tag schwarz auf weiss in der Zeitung stünden und alle sie lesen könnten und nichts mehr davon verschwindet. Das Wort ist schon ein starkes Ausdrucksmittel, es ist gleichzeitig schnell hingeschrieben, man kann es überall notieren, braucht kein Mikrofon und keinen Scheinwerfer. Und gleichzeitig muss es stimmen, man wird an ihm später gemessen.

Sie haben ja auch mal die Front zur PR gewechselt und waren drei Jahre lang Mediensprecher des Flughafens Zürich. War das ein Grundlagenirrtum?

Wie gesagt, es ging mir um Karriere. In der «Sonntagszeitung» wollte mich Andreas Durisch lieber nicht mehr als stellvertretenden Nachrichtenchef. Zu dem hatte mich sein Vorgänger Ueli Haldimann gemacht. Da landete ich wieder im Wirtschaftsressort. Kurz darauf rief Josef Felder an, der neue und junge Chef des Flughafens. Eine Radio 24-Kollegin hatte mich ihm empfohlen, weil ich viel über die Swissair geschrieben hatte. Felder wollte mich, er versprach einen Sitz in der Geschäftsleitung, er offerierte mehr Lohn. Das lockte mich.

Dennoch, ich kann mir vorstellen, dass man den Journalismus gut kennenlernt, wenn man ihn auf der Gegenseite hat.

Es war eine gute Zeit, ich sass einmal einen ganzen Abend neben Philippe Bruggisser, er war eine Art Managerheld für mich, obwohl er damals Mitte 2000 schon ziemlich nah am Abgrund flog. Man verliert oft die kritische Distanz, wenn man so nah an den Chefs dran ist. Am Flughafen jagte damals ein Projekt das nächste, Deutschland begann, die Anflugzeiten zu beschränken, es gab erste Proteststürme. Als Kommunikationschef war man da nah dran. Spannend. Aber je länger ich am Flughafen war, desto mehr sehnte ich mich zurück ins Mediengeschäft. Mir fehlte es, vorne bei Geschichten dabei zu sein, sondern diese hintenherum erklären zu müssen.

Ich nehme an, die Erfahrung in der PR hilft Ihnen auch heute, wenn aufgeregte Kommunikationsabteilungen sich bei ihnen melden.

Die Flughafenzeit liegt zu weit zurück, als dass ich noch gross von ihr zehren könnte. Auch war ich ja nicht so lange dabei. Und wirklich aufgeregt sind die Medienleute der Banken im voraus meistens nicht. Eher nach Erscheinen einer Story, dann sind sie manchmal etwas aus dem Häuschen. Bei manchen Banken übernehmen diesen Part aber auch gleich die Anwälte.

Und heute, als Freier, wie gut leben Sie vom Journalismus?

Es geht recht gut. Aber alles hängt von den Klicks ab. Sie müssen immer einigermassen hoch bleiben, sonst kracht das Geschäft zusammen.

Sie haben mit Ihrer Frau aus Spanien vier Buben. Hat man da nie Existenzängste?

Früher war das so. Lustigerweise nahmen diese Sorgen ab, je weniger Sicherheit ich hatte im Sinne einer festen Anstellung. Vielleicht macht man sich diesbezüglich etwas vor, wenn man einen Job hat. Da ist das Klumpenrisiko grösser als bei freien Auftragnehmern, nämlich 100 Prozent.

Ich frage darum, weil Sie dauernd mit Klagen und Schadenersatzforderungen konfrontiert sind.

Die Klagen sind Plagen, man kann eine Wut auf Anwälte entwickeln, weil man findet, die sollen doch einen in Ruhe Artikel publizieren lassen. Und dieser Ton: immer drohen, immer alles ganz schlimm finden. Das regt auf und macht Angst. Dann aber, mit jeder neuen Klage, wird man wie etwas abgehärtet. Und man beginnt, besser zu verstehen, was hinter den vorwurfsvollen Sätzen steht. Wo eine Klage Hand und Fuss hat und wo einfach nur geblufft wird. Das ist eigentlich noch ganz spannend.

Die Credit Suisse, der Sie Korruption vorwarfen, wollte eine halbe Million von Ihnen, Raiffeisen will nun 200’000.

Nicht ganz. Die CS bezifferte in ihrer Klage von 2015 den Streitwert auf 100’000 Franken, worauf der Gerichtspräsident diesen zunächst auf 500’000 hochschraubte. Im Urteil von 2018 reduzierte das Handelsgericht die Summe dann wieder auf 100’000 Franken. Das ist nicht der Betrag, den eine der beiden Streitparteien zahlen muss, sondern einfach eine theoretische Grösse. Sie ist aber für ein kleines Medium sehr wichtig, weil die Kosten davon abhängen. Je höher der Streitwert, desto teurer das Prozessieren. Bei der Raiffeisen legte das Gericht von sich aus 200’000 Franken als Streitwert fest, ging dann aber im ersten Urteil auf 100’000 Franken herunter.

Haben Sie mal gezählt, wie viele Klagedrohungen und wie viele Klagen Sie bekommen haben?

Das wollte ich immer mal wieder tun, habe es aber leider stets aufs Neue vertagt. Inzwischen habe ich den Überblick verloren.

Und wo in all den Fällen lagen Sie nachweislich falsch?

Bis jetzt gab es nur Zivilprozesse, hauptsächlich am Handelsgericht. Oft bleibt es auch nur bei der Androhung einer Klage, oder dann einigt man sich schnell, bevor das Gericht mit seiner Urteilsarbeit beginnt. Im Fall von Falcon, einer kleinen Bank, sah ich wenig Chancen, den Beweis zu erbringen, dass die Eigentümer aus dem arabischen Raum die Firma verkaufen wollten. Deshalb bat ich die Bankleitung um einen Deal, den diese dann akzeptierte. Später wurden Verkaufsabsichten publik.

Verraten Sie uns zum Schluss noch ein bisschen Privates. Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade Primeurs publizieren?

Wir sind eine grosse Familie mit immer noch kleinen Kindern, die viel wollen.

Wie und wo leben Sie?

In Zürich-Fluntern, wohin wir vor ein paar Jahren gezogen sind und die älteren Kinder zur Schule gehen. Zuvor waren wir lange in Wiedikon. Zürich ist super.

Wo stehen Sie politisch?

Von Zuhause aus links. Jetzt rechts, freue mich aber über linke Wahlerfolge.

Bei welcher Bank haben Sie Ihr Konto?

Hauptbeziehungen sind UBS und Postfinance.

Was ist das Wichtigste im Leben?

Familie in meinem Fall, und im Beruf das Gefühl, dass man etwas realisiert hat.

Und wie geht es weiter?

Wenn’s geht, gleich wie bisher.

*

Dieses Interview erschien im Medienmagazin „Schweizer Journalist“, Ausgabe Dezember 2018. Im Heft finden sich viele weitere Gewinner in insgesamt 10 Kategorien.

Kommentare

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  1. Bald kommen neue Trophäen hinzu. Tippe mal auf CC (nicht der cholerisch-unterhaltsame Fussballpräsident) und ein paar UBSler. – Nein, nicht wegen Block-Chain.

  2. Lieber Herr Hässig
    Respekt und herzliche Gratulation zur Wiederwahl als Journalist des Jahres, Lukas Hässig !

    Gratulation auch dem Interviewer. Gut geführtes, lesenswertes und sehr beeindruckendes Interview.

    Respekt auch all den Journalisten und Journalistinnen die den Mut und das Rückgrat haben einen Lukas Hässig zu wählen und für die Meinungs- und Medienfreiheit einzustehen !

    Ich wünsche Ihnen Herr Hässig, ihrem Team und allen obigen Journalisten- und Journalistinnen Frohe Festtage und ein erfolgreiches Jahr 2019.

    Ein Verlagshaus aus einem Konzernleitungsverschnitt von Axel-Springer und Bertelsmann mit UBS Begleitung kann einem nur mehr als suspekt sein. Sieht man heute die gesteuerte und teils gezinkten Berichterstattungen in Deutschland erkennt man schon heute was bei uns, mit Ringier als Speerspitze, auf uns zukommt. Und sobald die ersten unserer Chefjournalisten in staatlichen Think Tanks, diesbezüglichen Gremien oder Interessenvereinen sitzen ist dies das endgültige Ende des unabhängigen und sachbezogenen Journalismus. Ringier ist schnurstracks auf dem Weg dazu, leider.

    Deshalb braucht es einen Lukas Hässig und weitere Journalisten die unabhängig, unbestechlich, seriös und fundiert für eine gesunde Meinungsbildung berichten die die Gesellschaft weiterbringt und sich nicht von Konzernen, Politik oder weiteren Gesinnungskreisen einbinden, benützen und honorieren lassen und alles an die Wand fahren.

    Lieber Herr Hässig, wie wärs, wieso coachen Sie nicht Journalisten welchen einen Blog für weitere Branchen eröffnen wollen und Sie etablieren ein diesbezügliches Netzwerk untereinander? Wehe dem der dann noch klagen will ;-).

    Noch ein Schmankerl zum Jahresende Berufe die die Welt nicht braucht. Lustig aber leider wahr:
    https://www.youtube.com/watch?v=1dTswvj_-sA

  3. Gratulation Herr Hässig!
    Was ich an Ihrem Format schätze ist, dass Sie die Kommentare gesinnungsmässig nicht zensurieren. Und da sind Sie die grosse Ausnahme, denn bei 20Minuten und auch Blick (um nur zwei Beispiele zu nennen) habe ich den Eindruck, dass Kommentare manchmal auch gesinnungsmässig zensuriert werden (hat nichts zu tun mit der Netiquette).

    Und gerade auch darum lebt Ihr Format. Und die Ernte sehen Sie in der Vielfalt der Kommentare.

    Bei den „Standpunkten“ und Video-Gesprächen fände ich es wertvoll, wenn auch gelegentlich Beiträge zum Zuge kämen, die nicht alle so einhellig auf der SVP-Linie liegen (meine Wahrnehmung). Dies würde die Meinungsvielfalt etwas beleben. Dies ist meine kleine Anregung.
    Ansonsten: Go On; great Job.

  4. Herzliche Gratulation zur Wiederwahl als Journalist des Jahres, Lukas Hässig!

    Zudem ein riesengrosses Dankeschön, dass Sie als One-Man-Show und eines der ganz seltenen Exemplare von echten Medienschaffenden, das Fähnli für freien, unabhängigen Journalisnus aus der mit Lügen, Lücken und Falschdarstellungen bedeckten, und vor Manipulationen und gezielten Inszenierungen triefenden, maroden Medienlandschaft, die sich nur noch den Eliten verschrieben hat, dearart souverän und standhaft emporhalten!

    Ihr Beispiel zeigt, dass trotz den Millionenbudgets unserer Medienkonzerne wie Ringier, AZ-Medien, NZZ, Tamedia und SRG/SSR, die sich geschätzte 90% des Meinungskuchens unter sich aufteilen und Verbindungen in die Atlantikbrücke etc. unterhalten, sich die Wahrheit schlussendlich eben doch nicht verschleiern und eliminieren lässt.

    Es wird wahrscheinlich trotzdem noch ein Weilchen dauern, bis auch der letzte (dümmste) Konsument das Abo seines bevorzugten Lügenblatts endlich gekündigt, und die Manipulationssendungen vom zwangsfinanzierten Staatsfernsehen abgestellt hat….

  5. Mein ganz grosses Kompliment für diese Leistungen, in einem Umfeld, wo viele, bzw. die meisten den Kopf einziehen. Wochentags ab 08.00h gehört Ihr Blog inzwischen zum Ritual der ganzen Familie und mancher Freunde. Respekt, wie Sie uns Tag für Tag die Augen öffnen vor unappetitlichen Vorkommnissen quer Beet in der Schweizer Finanz-Welt.

    Nach den Erfolgen mit IP der letzten Jahre, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass Sie ab 1.1.2019 auch den „Augias-Stall in Bern“ auszumisten beginnen. Dort sind die Keller-Leichen ungleich umfangreicher und unvorstellbar gross.

    Nach dem Postauto-Skandal ist nun RUAG an der Reihe, wo ungeheure Mehrpreise für Dienstleistungen vom Staat abgezockt wurden. Ein Skandal welcher Viola Amherd mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften angehen muss. RUAG ein weiterer Staatsbetrieb mit ungetreuer Finanz-Administration, und dies mehr als 10 Jahre zurückreichend. Bei der Flugzeug-Beschaffung wird der nächste Skandal in Bern fällig.
    Ausser Ihnen wird sich kaum jemand diesen Tollheiten von eidgenössischen Betrügern annehmen.

    Danke, Merci, Grazie.

    • Im SECO werden jedes Jahr ca. 50 bis 100 Mio. hauptsächlich für IT-Projekte zur Organisation der Schweizer Arbeitslosenversicherung ausgegeben. Die Beträge sind jedoch so hoch, dass dies sinnvoll gar nicht möglich ist. Der Saxerbericht von 2014(https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/36190.pdf) wurde von Johann Niklaus Schneider-Ammann in Auftrag gegeben wurde. Dr. Boris Zürcher ist als Leiter SECO verantwortlich und präsentiert diesen mit seinem Chef Schneider-Ammann im Schweizer Fernsehen. Im Saxerbericht steht, dass in der Abteilung SECO TC seit 1990 noch nie die Gesetze beachtet wurden. Die Untersuchung geht auch nur bis 1990. Weiter steht dort, dass es zwar eine Aufsichtskommission mit 20 Personen aus Politik, Gewerkschaft und Wissenschaft gibt, diese ist aber nicht für das operative Geschäft, spricht die Vergaben, zuständig ist. Die Abteilung SECO TC hat aber nur operative Aufgaben, da es um die Verwaltung der Arbeitslosenversicherung geht. Mit anderen Worten hat die Aufsichtskommission gar keine Aufgabe und die ausbezahlten Beträge haben den Charakter von Schweigegeldern, die helvetisch-korrekt auf dem Lohnausweis erscheinen. Die Methode im SECO funktioniert mindestens seit 1990 so, dass jeder Betrug immer wieder untersucht wird mit einem Untersuchungsbericht oder einer Strafuntersuchung, die für die Betroffenen aber meistens ohne gravierende Folgen bleiben. Dann wartet man den Gedächtnisverlust der Öffentlichkeit ab und begeht nach ca. 3 Jahren einen neuen Betrug. Mit ASALFutur wurde der Betrug von der Koryphäe im Vergaberecht Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb (WalderWyss) im Auftrag des Staates zum Stundensatz von 1´150 CHF organisiert. Betrug ist es deshalb, weil nur eine einzige Firma (Novo BC mit SAP als Unterlieferantin) am Wettbewerb teilgenommen hat. Die Zuschlagsverfügung auf simap vom 24.11.2017 spricht zwar von drei Firmen. Richtig ist, dass diese drei Firmen an der Ausschreibung, nicht aber am Wettbewerb teilgenommen haben. Zwei Firmen, darunter die IBM, sind vor dem eigentliche Wettbewerb an den MUSS-Kriterien, bzw. den formalen Kriterien gescheitert. Dies ist ganz einfach illegal und hätte gemäss Strafgesetzbuch ca. 10 Jahre Gefängnis für Johann Niklaus Scheider-Ammann, Dr. Boris Zürcher und Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb zur Folge. In der Schweiz ist man aber nicht so streng mit seinen Beamten, sondern organisiert einfach einen Rücktritt wegen „Müdigkeit“. Den armen Carlos dagegen will man verwahren lassen, obwohl die Behörden selbst ihn dermassen entwürdigt und provoziert haben, dass er etwas randaliert hat: Ein Aufseher wurde etwas verletzt und behauptet nun, dass er fast vom Carlos umgebracht worden wäre, wären seine Kollegen nicht rechtzeitig eingeschritten. Nur schon, falls Carlos tatsächlich die Möglichkeit gehabt hätte, einen solchen Mord zu begehen, dass ist dieser Aufseher ein Dilettant und gehört entlassen. Ein behaupteter Mordversuch wird zum Verwahrungsgrund! Es ist dasselbe Prinzip, welches mit Quadroni versucht wurde. Zurück zum Thema: Die Frage ist nun, wieso können sich die Anwaltskanzlei WalderWyss und die Behörden so gut darauf verlassen, dass sowohl vor Bundesverwaltungsgericht als auch vor Bundesgericht alle Beschwerden abgewiesen werden? Sonst wäre es aus Meiner Sicht nicht möglich, dass Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb in seiner Beschwerdeantwort vom 18.1.2018 (Verfahren B-7062/2017, bzw. 2C_197/2018) exakt 140 Randzeichen unterbringen kann, die sämtlich dem Vergaberecht widersprechen. Soweit zur Exekutive und Judikative.
      Der dritte Pfeiler der Schweizer Demokratie arbeitet gerade ein neues Vergaberecht aus. Mit dem neuen Vergaberecht soll eine freihändige Vergabe möglich sein, sofern nur eine Firma alle Kriterien erfüllt. Mit anderen Worten soll das, was in ASALFutur Betrug und damit strafbar ist, neu legalisiert werden. Ein Schreiben von mir an alle Parlamentarier beantwortet Dieter Kläy wie folgt: „Neu hat der Ständerat mit Art. 21 Abs. 5 eingefügt, dass öffentliche Aufträge nicht mit der Absicht umschrieben werden dürfen, dass von vorneherein nur eine bestimmte Anbieterin für den Zuschlag in Frage kommt.“ Sofern man weiss, dass das Bundesverwaltungsgericht nie die MUSS-Kriterien einer Ausschreibung überprüft, da Juristen keine IT-Experten sind und man per se den ausschreibenden Behörden traut, ist die Frage wie man hier eine Absicht nachweisen können soll? Dieter Kläy ist ein Mitglied der Aufsichtskommission der ALV, schreibt aber gleichzeitig: „Zum konkreten Fall bei ASALFUTUR kann ich mangels Kenntnis der Unterlagen keine Stellung nehmen.“ Wieviel Geld die Mitglieder solcher Kommissionen beziehen ist nicht öffentlich.
      Im Radio habe ich gehört, dass man eine halb- oder ganzjährige Ausbildung zum Sozialdetektiv absolvieren kann. Herr Alain Berset, wenn Sie sich mal bei Ihren Kollegen im Bundesrat und auch bei Ihnen im Hause nur mal ein ganz klein wenig schlau machen würden, könnten wir in unseren Sozialversicherungen erhebliche finanzielle Ressourcen bergen.

  6. Sehr geehrter Herr Hässig
    Als treuer Leser und Bewunderer Ihrer Leidenschaft die oft auch „Leiden“ schafft will ich Ihnen meine herziche Gratulation ausdrücken. Diese sicher auch im Namen vieler die gerne bei Ihnen vorbei schauen und sich mit einem Lächeln im Mundwinkel von Ihrem Blog wieder entfernen um ihn alsbald möglich wieder anzuklicken.
    Weiterhin viel Erfolg. Wir sind und bleiben bei Ihnen.

  7. Kompliment und Gratulation, Maestro Lukas Hässig. Sowas von verdient.
    NB: wann startet Bundesplatz-Inside? Jetzt ist der richtige Moment.

    • Das Problem ist, dass dort nicht nur gegen IB (Inside Bundesplatz) geklagt würde, sondern unter den Deckmäntelchen „Staatssicherheit“ oder „höheres staatliches Interesse“ wohl gleich mit den geistig tauben, dafür umso emsigeren Dumpfbacken irgendeiner Polizei oder anderen staatlich alimentierten Sicherheits- und Justizbehörden permanente Belästigungs- und Überwachungsübungen durchgeführt würden.

    • @Paradies der Schlapp….
      19. Dezember 2018 / 18:08
      Anscheinend trauen Sie sich nicht auszusprechen, was Sie hier andeuten.
      Im Februar 2018 sind in der Schweiz Unterlagen zur P26 verschwunden (https://www.nzz.ch/schweiz/im-vbs-sind-wichtige-akten-zur-geheimen-widerstandsarmee-p-26-verschwunden-ld.1353893). Vermutlich wegen der Zeitverschiebung sind die Briten, nachdem diese zu Beginn des letzten Jahrhunderts ihre Weltmachtstellung zugunsten der Amerikaner aufgeben mussten, nun im Auftrag der Amerikaner für die Schweiz zuständig.
      Selbstverständlich verschwinden in der Schweiz keine Unterlagen, sondern diese lässt man verschwinden. Aber wer hat schon die Möglichkeiten oder das Interesse, sich mit dem MI6 (bzw. der NSA) anzulegen? Vielleicht Herr Hässig? Daniele Ganser versucht es immer noch, wird aber – wieder im Auftrag des Staates – von Jonas Projer in einer Arena-Sendung fertig gemacht (https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ganserarena-moderator-projer-machte-sich-unglaubwuerdig/story/15202523). Für die Schweiz hat diese Anbiederung – neben dem durchaus beachtlichen Fleiss der Schweizer Bevölkerung – zu grossem Wohlstand geführt. Wer wäre denn bereit, hier Abstriche zu machen?

  8. Sehr gut Herr Hässig, machen Sie weiter so, solche Leute braucht unser schrumpfendes „Meinungskartell“, wie es BR Ueli Maurer einmal nannte. Eine kleine Aufmunterung zur Selbständigkeit: als auch Selbständiger, meinte einmal einer meiner Kunden tröstend, „sie haben tausende von Arbeitgebern, ich habe nur einen.“ Das ermunterte mich u.a. auch dazu, immer das Beste zu geben.
    Weiterhin viel Erfolg.

    • Lieber „Definition Selbständig“: das Wort „selbständig“ leitet sich ab von „selbst stehend“, „auf eigenen Füssen stehend“ und meint nicht „stets, immer, andauernd“. Aber: danke dass Du mich anregtest, über die Herkunft/Bedeutung eines Wortes nachzudenken.

  9. Eigentlich ist Lukas Hässig ein Dinosaurier. Journalisten seines Schlages sind in den 80/90er langsam dahingegangen oder wurden entfernt. Das fing mit Cincera (FDP nannte sich schon damals liberal) an, der Linke, auch Journalisten, verfolgte, anschwärzte. Dann kam Walter Frey, Toyota, der vom Tages-Anzeiger, damals wirklich unabhängig, Hofberichterstattung forderte und keine Inserate mehr im TA platzierte! Die politische Schere im Kopf wurde mit der wirtschaftlichen Schere im Kopf der Journis ergänzt! Dann kamen die Journis mit einem akademischen Abschluss aber ohne Talent, mangelnder Kreativität, Mut und Aufgewecktheit, die auch noch Korrektoren brauchten die ihre Texte redigierten! Dann kam die Digitalisierung, Inserate wanderten ins Netz, aus 2 Seiten Erotik/Sex-Inserate im TA wurden 1/6 Seite mit dem Mahnfinger-Hinweis, nicht zu schmutzig. Der Kostendruck nahm Form an. Damals wie heute sind die grossen Verlagshäuser mit ihren vielen Journis in Zürich. Der einzige, aber wirklich unabhängige Journalist von Zürich, REPUBLIK JournalistenInnen sind nur scheinbar unabhängig, recherchiert, schreibt Texte, manchmal auch mit bösen Hintergedanken, übernimmt Verantwortung ohne Rechtsabteilung im Rücken und kriegt manchmal einen Schuss vor den Bug! Hässig ist Journalist des Jahres, auf einsamer Höhe und Inspirator für andere JournalistenInnen, sogar die #Metoo-Bewirtschafterin Frau Binswanger ist von seinen Recherchen beeindruckt und fasst diese in einem Artikel auf Seite 3 des TA zusammen!

  10. Bravo Herr Hässig zur erneuten Ehrung. Sie gehören ganz klar zur Spitze der Schweizer Wirtschaftsjournalisten. Die anderen tun Dienst nach Pflicht und viel mehr leider nicht mehr. Scheint eine Entwicklung zu sein. Lasst uns Lukas Hässig noch viel mehr anklicken als bisher, damit uns dieser wertvolle Blog erhalten bleibt.

  11. Was ist für Sie das größte Unglück?

    Wo möchten Sie leben?

    Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

    Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

    Ihre liebsten Romanhelden?

    Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

    Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

    Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?

    Ihre Lieblingsmaler?

    Ihr Lieblingskomponist?

    Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

    Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

    Ihre Lieblingstugend?

    Wer oder was hätten Sie sein mögen?

    Ihr Hauptcharakterzug?

    Was schätzen Sie bei ihren Freunden am meisten?

    Ihr größter Fehler?

    Ihr Traum vom Glück?

    Was wäre für Sie das größte Unglück?

    Was möchten Sie sein?

    Ihre Lieblingsfarbe?

    Ihre Lieblingsblume?

    Ihr Lieblingsvogel?

    Ihr Lieblingsschriftsteller?

    Ihr Lieblingslyriker?

    Ihre Helden in der Wirklichkeit?

    Ihre Heldinnen in der Geschichte?

    Ihre Lieblingsnamen?

    Namen als Lieblinge?

    Was verabscheuen Sie am meisten?

    Welche geschichtliche Gestalten verachten Sie am meisten?

    Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

    Welche Reform bewundern Sie am meisten?

    Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

    Wie möchten Sie sterben?

    Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

    Ihr Motto?

  12. Gute Antworten, Herr Hässig. Also…wenn Sie von den Klicks leben, dann werde ich mir noch mehr Mühe als bisher geben, sie täglich dauernd anzuklicken! Wir brauchen Journalisten wie Sie. Wenn Sie mal keine Lust mehr haben für den Blog: lassen Sie sich vorher klonen. Versprochen?