CS PK wirft Hunderte von kleinen Züri-Mietern raus

Vorsorgewerk des Multis plant Abriss einer bekannten Siedlung mit Migros und Pizzeria in Brunau – Rendite-Jagd mit Beton-Gold.

Die Pensionskasse der Credit Suisse, eine der grösseren Vorsorgeinstitute des Landes, plant eine umstrittene Grossüberbauung in der Nähe ihres Handelscenters Üetlihof.

Es geht um das Areal namens Brunau, direkt bei der Zürcher Autobahneinfahrt Richtung Chur und Üetliberg-Tunnel. Brunau-Park lautet der Name der Überbauung.

Sie ist in Besitz der PK der CS. Es handelt sich um eine riesige Fläche mit mehreren Gebäuden und Hunderten von Wohnungen, einem der grössten Migros-Centers inklusive Do-it-yourself, einer Pizzeria, Apotheke.

Bye-bye Beton, hello Luxus: CS PK vergoldet Züri-Brunau (Bild: Google Maps)

Das ganze Areal entstand vor gut 30 Jahren und wurde vor knapp 10 Jahren renoviert. Die Wohnungen zählen nicht zu den günstigsten, sind aber für den Schweizer Mittelstand bezahlbar.

Jetzt informierte die CS Pensionskasse die Mieter, dass sich bald Einschneidendes für sie ergeben würde. In rund 2 Jahren könnte die ganze Siedlung inklusive Verkaufsflächen abgerissen werden.

Neu würden dort dann Wohnungen aufgebaut mit ganz anderem Charakter, der eine ganz andere Mieterschaft anziehen könnte: teure Bleiben für wohlhabende Mieter.

Eine CS-Sprecherin bestätigt auf Anfrage, dass es Pläne für den Brunau-Park gebe. „Momentan prüft die Pensionskasse der Credit Suisse Group (Schweiz) verschiedene Optionen für die Neugestaltung des Areals, um zusätzlichem Wohnraum zu schaffen“, sagt die Sprecherin.

Und fährt fort: „Derzeit sind Abklärungen im Gang. Die Mieterschaft wird informiert, sobald Details über die nächsten Schritte vorliegen.“

Ein Kritiker findet, dass die Wohnungen noch längst nicht abbruchreif seien. Im Gegenteil, diese würden sich in gutem Zustand befinden.

Ein zweiter Gesprächspartner sagt, dass das ganze Areal für heutige Mietgewohnheiten und moderne Wünsche für ein attraktives Zuhause nicht mehr passend sei.

Die Häuser stünden viel zu eng beieinander, so dass wenig Licht hereindringe. Von aussen fällt zudem auf, wie viel grauer Beton in der Landschaft steht.

Doch im Kern geht es um Anderes. Der Neubau würde zu einer kompletten Umwälzung in der Mieterschaft führen. Leute mit durchschnittlichem Verdienst müssten wohl wegziehen.

Nicht so schlimm, würden Befürworter des Wandels einwenden. Schliesslich herrsche in Zürich erstmals seit langem keine akute Wohnungsnot mehr. Wer also weg müsse, der fände anderswo schnelle wieder einen geeigneten Unterschlupf.

Wirklich? Was im Schweizer Wirtschaftszentrum wirklich boomt, sind einerseits teure Privat-Wohnungen und andererseits verbilligte Genossenschafts-Bleiben. Bezahlbare Mieten im freien Markt hingegen immer seltener.

Dass die Lage für so ein Vorhaben, wie es die CS PK plant, attraktiv ist, darauf deutet das nahe gelegene Areal namens Sihlcity hin.

Showcase Shopping: Sihlcity der CS boomt (Bild: Google Maps)

Dieses wurde vor einiger Zeit ebenfalls von der CS entwickelt und hat sich nach etwas Anlaufschwierigkeiten zu einem boomenden Büro- und Shoppingcenter aufgeschwungen.

 

Für die Mieter der CS PK in der Brunau heisst der geplante Neubau im schlimmsten Fall, dass sie nicht nur weg aus dem Quartier müsse, sondern gar keine Alternative mehr finden an einer weiterhin zentralen Lage in Zürich. Sie müssten an den Rand der Stadt ausweichen – oder hinaus aufs Land.

Keine Tragödie: Eine Züri-Stadtwohnung ist kein Menschenrecht. Den heutigen Brunau-Mietern hilft der Spruch allerdings nicht weiter. Und die Planung der CS Pensionskasse zeigt, wer je länger je mehr die Zeche für die Gratisgeld-Schwemme zahlt: der städtische Mittelstandsmieter.

Kommentare

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  1. Da widerspricht sich einiges! Wenn die Bank PK danach reiche Mieter oder Eigentümmer anziehen will – woher sollen die kommen und wo Arbeit finden? – Wenn gleichzeitig die Banken wegen ihrer Geldabwehrstrategie – tausende von gutverdienenden Bankern entlassen müssen, weil der Schweizer Bankenplatz stirbt?
    Die Katze beisst sich somit gehörig in den Schwaz!

  2. Krass wie die Geld verblöden!
    Bevor der 8-jährige UH2 abgerissen wurde, bauten sie darin für Millionen eine ganze Fitness-Etage!! war etwa 2 Jahre in Betrieb.
    Dann weggesprengt!
    Neuer UH2 aufgebaut, Riesenteil, Monster.
    Dann verscherbelt an die Norweger für 1 Mrd und zurückgeleast.
    Die Milliarde ist längst verbrannt, Schall und Rauch.
    Verfressen und versoffen.

    Einfach nur läppisch und amateurhaft. So muss man ja verlumpen.

  3. Und die UH Wabe D (hinterste Gebäudeeinheit) wurde nur 8jahre alt und dann durch einen noch grösseren ersetzt.
    Wofür eigentlich? zum einten baut die CS dauernd MA ab und logisch wäre ja das es dann auch weniger Büro bräuchte!
    Zum anderen haben sie dann den UH an die Norweger verkauft und zurück gemietet. Soviel noch zur Weitsicht und Nachhaltigkeit der CS. Mich würde noch wundernehmen was die CS Strategen für ein Kraut rauchen!

  4. Da habe ich Mühe. Das ist nicht nachhaltig. Gute Bausubstanz und 1/2 der Wohnungen sind Innen wie Aussen immernoch zeitgemäss. Kein Renovationsbedarf und schon gar kein Bedarf für eine Abbruchbirne?

  5. So viele Sozis lesen IP? Der Markt wird es richten, aber hoffentlich nicht auf Kosten der PK Versicherte, die Rentner sind unantastbar.

    • Was macht ein Lobbyist, der seine Pfründe sichern will und es nur deshalb einfach nicht schnallen will? Das Thema ist zu wichtig für Ihre Plattitüden.

  6. wäre spannend zu erfahren, ob dieses projekt bei einer abstimmung bei den pk versicherten anklang finden würde, leider haben die eigentümer des geldes (die versicherten) nix zu melden.

  7. Der helle Wahnsinn: 30 Jahre alte Siedlung, vor 10 Jahren renoviert und jetzt redet man über den Abbruch in 2 Jahren, also 32 Jahre nach dem Bau und 12 Jahre nach der Renovation. Wenn’s so weiter geht, kann man ja gleich mit dem Abbruch nach dem Bau beginnen. Und natürlich die übliche schwierige Lage für die Menschen dort, die sich bezahlbaren (!) Wohnraum möglichst in der Nähe suchen müssen, was schwierig werden dürfte, denn das Betonrenditedenken feiert auch in Züri Urständ.

  8. Es wird Zeit, Rohner und Thiam zu entfernen und zwar bevor die CS Konkurs geht, bald zocken die beiden wieder Millionenboni ab.

  9. Brunau ist nicht gerade das Quartier für Gutbetuchte, weil es nicht viel zu bieten hat. Da gibt es andere Quartiere mit höherer Lebensqualität wie Kreis 1, 6, 7, 8.

    Am Ende bleibt die CS PK auf einer Luxusüberbauung mit hohem Leerstand sitzen.

    • Dafür bietet die Brunau „normalen“ Familien unglaublich viel! Es ist auch jetzt schon so, dass man im grössten Teil der Siedlung marktübliche Preise für die Wohnungen zahlt. Nichts mit super günstig und subventioniert. Es wimmelt hier von Mittelstandsfamilien mit vielen Kleinkindern und wir lieben es. Die Bauten mögen von aussen echt nicht einladend wirken, die Wohnungen sind aber toll!

  10. An dem Projekten kann man die CS-PK messen und ihre Einschätzung des Immomarktes ablesen.

    Wenn hier alles mit rechten Dingen zu- und hergeht, dann hat es üble Fehlanreize im Zürcher Immobilienmarkt. Für manche ein Zeichen der Überhitzung.

  11. aber aber, die PK CS muss geld für die pensionisten verdienen, ergo müssen die mieten rauf. das haben eigentlich 60-70% der CH angestellten und PK beiträge zahlenden leider noch nicht verstanden. aber v.a. muss doch neuer wohnraum für die fürstlichst (durch den steuerzahler) bezahlte linxgrüne beamtenzunft geschaffen werden. also kein lamento bitte.

    • rk: Ich hab gemeint, die gut bezahlte links-grüne Beamtenzunft wohne in der Zürcher Altstadt an privilegierter Wohnlage dank Vitamin B (andernorts Korruption genannt) und erst noch durch den Steuerzahler (indirekt) verbilligt. Aber wahrscheinlich ist es dann in der neuen Brunau viel moderner und mit Tiefgarage. Das sind auch Motivationen …

  12. Für die betroffenen Bewohner ist das zweifellos hart. Das Vorhaben sollte aber differenziert betrachtet werden.
    1) Möglicherweise haben Bewohner jahrelang von eher günstigen Mietpreisen profitiert (ich und viele andere leider nicht). Bestände diesbezüglich kein Potenzial, würde die Pensionskasse kaum Investitionen planen. Es sei denn, es ist aufgrund des Zustands sowieso notwendig. Oder es ist energetisch sehr schlecht. Evt. bestehen auf dem Grundstück auch noch Ausnutzungsreserven, so dass zusätzlicher Wohnraum erstellt werden kann. Dies dürfte im Interesse vieler sein, die in der Stadt Zürich Wohnungen suchen.
    2) Jede Pensionskasse ist nicht zuletzt auch ihren Versicherten verpflichtet und hat deren Vermögen unter den gegeben Richtlinien und Rahmenbedingungen bestmöglich anzulegen. Umso mehr, wenn es regelmässig zu erklären gilt, warum der Umwandlungssatz wieder sinkt. Wer in diesem Zusammenhang gleichzeitig über höhere Mieten und tiefere Renten jammert, widerspricht sich selbst…
    3) 17.8% der Wohnungen in der Stadt Zürich gehören Wohnbaugenossenschaften sowie weitere 6.7% der öffentlichen Hand. D.h. es ist nicht so, dass es keine preiswerten Wohnungen gäbe und alles den renditegetriebenen Investoren unterliegt. Allerdings wohnen dort haufenweises Personen, welche nicht auf zwingend auf vergünstigen Wohnraum angewiesen wäre (z.B. ist mir ein Fall bekannt, welcher mit Einkommen >10’000 in Wiedikon kürzlich eine 3.5 Zimmmer Genossenschaftswohnung für unter 800.- monatlich bekam)
    Ja die tiefen Zinsen treffen mittelständische Sparer leider hart. Das Vermögen wächst nicht, die Kosten steigen, die Aussichten auf eine adäquate Rente leider nicht.

  13. Tja, ein weiterer der unzählig vielen Nachteile der 2. Säule. Schlussendlich Bluten werden wie immer wir alle, die Allgemeinheit. Ich kann die CS PK, wie auch alle anderen PK’s die via Grundstücke Rendite bolzen (müssen) irgendwo sogar verstehen. Ich kann die 2. Säule als solches einfach nicht billigen. Sie hat mehr oder weniger, grossen teils nur, gewaltige (Altersarmut) Nachteile. Das Deckungsverfahren ist eine Katastrophe. Bald werden wir deswegen auch keinen Manor an der Bahnhoftrasse mehr haben. Dort muss die Swiss Life Rendite bolzen, die der Manor nicht bezahlen kann.

  14. Mieten rauf – Referenzzinssatzrunter und keine sonstigen anständigen Renditen erwirtschaften obwohl dieses Jahr, gemäss FED, das Beste seit der Finanzkrise war.

    Und von irgendwoher muss ja die Kohle kommen für die zu zahlenden Bussen und dicken Gehälter.

    Da ist die CS nicht alleine.

    Und unserer Bundesrat nickt von der Banken und PK-Lobby alles ab. Wie den Rahmenvertrag, Migrationsvertrag etc. . . .

    • Nur am Rande bemerkt – die Liegenschaften gehören zur PK, die Erträge werden also weder für Bussen noch die überhöhten Saläre verwendet.

    • Darum gilt weiterhin:

      „Rudert gut im Dienste dieses Schiffes“ (Ben Hur)

      Frohe Weihnachten an alle!

    • @Herr Peter Geiger
      Sie haben recht und es sollte so sein.

      Nur, wenn man die Bussenliste und die Verfehlungen der CS anschaut ist es nur eine Frage der Zeit bis „Postautobuchungen“ (siehe Ex-CS und Ex-Finanzchef Post Pascal Koradi) zum Zuge kommen.

      Von irgendwoher muss ja die Kohle kommen wenn das Tafelsilber verkauft ist, der Maschinenraum ausgeblutet und die Aktie vor sich hindümpelt.

    • @Putzfrau „vor sich hindümpelt“ ist gut. Ich würde sagen „abgestürzt“. Oder, um bei der Seefahrt zu bleiben: „gottjämmerlich abgesoffen“.

  15. Kriege meine Rente von der CS-PK und kann nur hoffen, dass sich diese nicht verrechnet. Es wird weniger rausschauen als erhofft, denke ich …

    • Tja, falls sie die Fertigstellung nach den Platzen der Immoblase richtig timen kann, dann haltet sich die Schaden in Grenzen.
      Allerdings Weitsicht und CS… \_(ö)_/

    • Allenfalls wäre noch ein Punkt dass das Sihlcity Einkaufszentrum dann (noch) besser laufen würde.

  16. Vor 10 Jahren wurden die Wohnungen saniert und sollen nun abgerissen werden? Einfach nur noch krank. Ich wohne in einer Wohnung, welche 70 Jahre alt und absolut bewohnbar ist.

    • Und ich wohne mit meinem Sohn in der genannten Siedlung, die Wohnungen sind noch sehr gut im Schuss. Küche und Bad wurden vor 10 Jahren renoviert und sind tip top. Hier wohnen dutzende von Familien mit Kindern, die Siedlung lebt und die Stadt hat vor drei Jahren den Kindergarten im Quartier wieder geöffnet. Die CS hat vor einem Jahr für 200,000 Franken einen neuen Spielplatz gebaut. Die Mieten sind nicht extrem günstig, natürlich aber nicht diejenigen von Luxuswohnungen. Ich kann mir gar nicht vorstellen was das für über 400 Mietparteien bedeuten würde, wenn die Siedlung einfach abgerissen würde. Es ist echt unfassbar!

  17. Warum macht man es nicht einfach so, dass 30 oder 40 % der Stadtfläche Genossenschaften gehören müssen, welche keinen Gewinn erwirtschaften dürfen und deren Gehälter gedeckelt sind? Dann gäbe es solche Probleme doch erst gar nicht? Solange man immer mehr an immer Reichere verkauft muss man sich dann doch nicht über die Entwicklung wundern finde ich.

  18. Mit dem Bau von Sihlcity hat die CS vis-a-vis der Tramstation ‚Sihlcity Nord‘ eine Liegenschaft zu sogenannten Businessapartements umbebaut. Simple, 80qm 3-Zimmer Wohnungen werden seither zu 3’900.- Monatszins angeboten.

  19. Also mit all den Einsprachen die da kommen werden wird das noch Jahre dauern, wenn überhaupt. Neuere Siedlungen wurden viel enger zueinander gebaut und auch der Zustand der Häuser und Wohnungen ist sehr gut. Ich bin sogar der Meinung dass sogar von politischer Seite einem solchen Projekt die rote Karte gegeben werden muss

  20. Das sind ja Neuwertige Häuser! Eine Verschwendung sondergleichen. Vermutlich sind die neuen Wohnungen ein
    wenig besser „isoliert“ und haben noch einen besseren Minergie wert! Abriss und Neubau belastet die Umwelt ja nicht! Auf der einen Seite ist die PK wo Rendite jagt und auf der anderen die Grünen und CO2 Lobby wo die Hauseigentümer zu solchem Wahnsinn treibt. Aber wir haben die 2050 Strategie ja angenommen!

  21. „Hello Luxus; CS PK vergoldet Züri-Brunau.“ Es bleibt die Hoffnung, dass sich das Beispiel ihrer Cousine CS Real Estate Trust Hospitaliy nicht wiederholt, die sich beim Davos Luxus Hotel „Goldenes Ei“ keine goldene, sondern eine blutige Nase holte.

  22. Man muss nicht direkt in Zürich suchen, wo man auch keine Chancen hat, überhaupt etwas zu finden. Es gibt freie Wohnungen auch nebenan. Die kleben an Zürich, haben aber eine andere PLZ. So sollt ihr suchen!

  23. Lieber Herr Hässig, bitte bleiben Sie auf dem Boden! Gerade die Stadtzürcher Stimmbevölkerung ist bekannt dafür, dass sie jeder grüne Vorlage mit grossem Mehr zustimmt. So sicher auch der Zersiedelungs-Initiative, die im Februar zu Abstimmung ansteht. Dieses Verhalten möchte ich nicht werten, aber jeder Eingriff hat Auswirkungen. So auch auf das Investitionsverhalten von Immobilienbesitzern. Mittlerweile sind beispielsweise die energetischen Vorschriften so hoch, dass sich in den meisten Fällen eine Sanierung nicht mehr lohnt und ein Rückbau sinnvoll sein kann. Deshalb, sollte man sich, statt immer nur zu jammern, vor dem Urnengang überlegen, ob nicht eventuell an dem Ast gesägt wird, auf dem man sitzt.

    • @manu meier, könnten sie mir ihre argumentation in bezug auf den artikel kurz erläutern? verstehe nur bahnhof… abstimmung vs brunau..??
      schauen sie sich die stadt an, züri wird zubetoniert, grün/rote stadtregierung (gewählt von – ihnen erwähnten – den ach so kritischen einwohnern) hin oder her… die stadt verkommt zur einöde. und btw ein eingriff in privates eigentum wird durch das baudepartement mehr und mehr geschützt. also falls es dieses projekt gibt. byebye brunau-park, du braunes ding

  24. Wenn die Schweizer Unterschicht (< 300K/Jahr) den Kammerjäger ruft, nennt man das hygienefördernde Massnahmen. Wenns erfolgreiche Business-Skulpteure tun, ist von Rendite Jagd die Reede.

    Weshalb? Ja klar, die IP Leserschaft besteht fast ausschliesslich aus Unterhunden, klar findet ein Artikel, der aus der Perspektive von Viechern, die ihr Leben auf Hintern-Höhe verbringen mehr Anklang. Doch bitte, meine ungeschätzten IP Kommentatoren, versucht doch für ein Mal in Euren ausgelatschten Flip Flops einen Schritt zurück zu nehmen um mehr als bloss die Hintern zu sehen, die gleichzeitig grösstenteils Eure Luftqualität bestimmen. Dann versucht Euch mal vorzustellen, dass Eure grösste Herausforderung am Morgen nicht darin besteht, aus dem Haus zu schleichen ohne dass Eure 5 Kinder aufwachen, oder wenn Ihr Euch in das Tram quetscht, Ihr gegen wen gepresst wird, der ausnahmsweise mal die Zähne geputzt hat – oder überhaupt welche hat.

    Dann (und jetzt wird es abstrakt für Euch) stellt Euch mal vor, wie es für uns hier oben ist. Auch wir müssen morgens aufstehen. Klar, wurden unsere zwei Kinder bereits von der Shuttle zur Privatschule abgeholt. Ähnlich läuft es bei Personen mit dem Du Pont Lifestyle: Die Agenturen haben dann ihre Models längst wieder eingesammelt. Doch auch wir müssen uns oft schon vor dem Mittagessen aus dem Hästens kämpfen, denn die Leute entlassen sich ja nicht selber. Auf dem Weg zur Arbeit gleiten wir in der Custom Phantom VII Stretch Limo durch die Strassen, müssen hektisch unseren Black Ivory stürzen und auch auf Xavier de Maistre hat nicht immer jeder Bock, der hinten hockt und an seiner Freundin zupft.

    Doch beklagen wir uns? Schlurfen wir deshalb den ganzen Tag mit unseren John Lobbs über den Kirman und lassen die Schultern hängen? NEIN! Wir machen gute Miene zu bösem Spiel, wenigstens für die halbe Stunde bis es heisst Lunch. Dann wurgen (mit u) wir Takeout fom Hotel de Crissier runter, denn 3 Stunden später gehts ja bereits weiter.

    Mein Punkt ist: Uns hier oben geht es nicht besser als Euch im Strassendreck. Und auch wir müssen regelmässig hygienefördernde Massnahmen ergreifen, denn wir leben nicht gerne im Schmutz. Da werden halt mal die Kakerlaken aus den Ecken gewischt, neu gestrichen, ein paar farbige Lichter hingestellt, und schon kann man denselben Beton Quader für ein X-Faches seines Werts an den dummen Mann bringen. Frauen haben nur selten die nötigen Mittel für diese Liga.

    Falls man sich nicht mehr hört, möcht ich an dieser Stelle allen IP Lesern und Herrn Hässig ein fröhliches Fest wünschen. Auf dass Ihr in Euren bescheidenen 2 Zimmer Wohnungen an der Hauptstrasse genug Besinnlichkeit findet um nochmals ein Jahr für uns zu Schuften. Ihr sollt wissen, dass wir Euch alle schätzen. Auf ca CHF 34.—pro Person, wenn man grosszügig ist. Also geniesst die Festtage, vergesst nicht das Pikett und die Sonntagsarbeit und natürlich hoffe ich, dass Ihr Euch gegenseitig ins Nirvana beschenkt, dass Ihr im neuen Jahr auch alle schön zahm zur Arbeit zurückkrebst um die Visa Rechnungen bezahlen zu können.

    Marcel Du Pont – Ho Ho Milliardär, Rentiergourmet, Schweizer Nationalstolz

    Erfahre wieviel Miete der Weihnachtsmann Onkel Du Pont zahlt auf:
    https://twitter.com/Marcel_Du_Pont
    https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849

    • Black Ivory Coffee ist eine Kaffeemarke,
      die von der Black Ivory Coffee Company Ltd.
      im Norden Thailands aus Arabica-Kaffeebohnen
      hergestellt wird, die von Elefanten konsumiert
      und aus ihren Abfällen gesammelt werden.

    • das ist doch mal ein anständiges weihnachtskärtchen! so macht weihnachten spass! ich hoffe sie waren artig und bleiben uns auch im neuen jahr erhalten sir Dupont. dann lohnt sich das kommentarlesen weiterhin. frohes fest!

    • Ach Matze… Deine Kommentare waren auch schon um einiges witziger. Und träum bitte weiter! Auch ein Luftschloss ist ein Schloss.

  25. Falls das stimmen sollte, halte ich es für einen Skandal. Die Bausubstanz des Brunauparks ist völlig in Ordnung. Die Mieten sind verglichen mit anderen überteuerten Objekten im Giesshübel OK, zudem gibt es viele Grünflächen. Aus reiner Renditegier eine funktionierende Überbauung rückzubauen und einen Ersatzneubau hinzustellen, ist total gaga. Allein die Graue Energie eines solchen Projektes geht durch die Decke. Zudem haben wir in der Schweiz schon heute viel zu viele leerstehende (und qualiatativ sehr dürftige) „Luxuswohnungen“. Wer die entsprechenden Studien von Wüest Partner, Fahrländer Partner oder weiteren Büros zum Leerwohnungsbestand liest, kann sich echt nur an den Kopf greifen. Den Mietern im Brunaupark drücke ich die Daumen, dass die verfaulten Thunfische, ungedeckten Kredite etc. bald explodieren und die CS mal ihr Kerngeschäft in Ordnung bringt, statt guten Wohnraum zu zerstören.

  26. Ich wohne ebenfalls in einer tendenziell hochpreisigen Überbauung, die der CS gehört. Nach völlig überrissenen, teilweise betrügerischen Nebenkostenabrechnungen – gegen die wir uns erfolgreich gewehrt haben – steht jetzt die halbe Überbauung leer. Die monatlichen Leerstandskosten sind eklatant. Die Immo-Manager haben immer noch nicht begriffen, dass hochpreisige Immobilien mittlerweile schwer vermietbar sind. Schnell wird so aus dem geplanten Betongold eine Kostenfalle. Diese Leute haben jede Bodenhaftung und jeden Realitätssinn verloren. Aber baut nur …… mein Geld steckt nicht in dieser Pensionskasse. Verjubelt und verprasst alles bis zum bitteren Ende ……… die Führung macht es ja vor!

  27. Ob man das alles in zwei Jahren noch so braucht und sich dann rasch zur angedachten Mietzins – Idee mit Mietern füllt, steht auf einem anderen Blatt.

    In dem Zusammenhang zukünftig auch interessant, wann einer der vielfach neu erbauten der Superwolkenkratzer in Saudi – Arabien infolge Veralterung, Sanierungsbedürftigkeit und infolge dessen mangels Mietern wirtschaftlich kollabiert.

    Anschauungsbeispiele dazu gibt es beispielsweise im Detroit der 80er Jahre, wo diverse Hotels, Büro- und Geschäftshochhäuser mangels zahlenden Gästen und Mietern ihre Grundkosten nicht mehr decken konnten und den Betrieb einstellen mußten.

    • Zürich Autofrei – diese hirnrissige Initiative der Zürcher JUSO wird in einigen Jahren (bei einer Annahme) zu einem Massenexodus aus Zürich führen. Und plötzlich wird es Wohnungen im Überfluss geben.

  28. Wayne, auf dem Land gibt es genügend günstigen Wohnraum.

    Und wenn die PKs nicht genug rentieren, gibts hier auch ein Geheul. Angebot und Nachfrage.