ZKB, geschützte Werkstatt für Spitzen-Absahner

Steuer-finanzierte Staatsbank vergoldet Generaldirektor mit Sabbatical und Frühstücks-Job – CEO Scholl sorgt für Friends.

Die Zürcher Kantonalbank ist eine von 5 Schweizer Banken, die nicht untergehen dürfen. Dass dies nie geschieht, dafür ist vorgesorgt. Notfalls springt der Zürcher Bürger mit seinem Steuergeld in die Bresche.

No Risk fürs Top-Management. Umso mehr staunt man über dessen Gebaren. Zum Vorschein kommt eine Selbstbedienungs-Mentalität, wie man sie zuletzt höchstens in St.Gallen bei einer anderen der systemrelevanten Fünf beobachten konnte.

Martin Scholl, der CEO der ZKB, und seine ihm seit gemeinsamen Lehrlingszeiten bei der Bank huldigenden Weggefährten arbeiten 9 to 5 und kassieren wie Weltmeister. Bei Scholl sind es Jahr für Jahr gegen 2 Millionen Franken.

Das Abkassieren ganz oben mit dem unlimitierten Schutz des Steuerzahlers nimmt nun groteske Formen an. Und zwar durch einen der Scholl-Günstlinge, der sich entschieden hat, das Schiff zu verlassen, um nochmals etwas Neues mit seinem Berufsleben anzufangen.

Die Rede ist von Heinz Kunz, 57, einem gestandenen, aber noch nicht pensionsreifen Banker, der das für die ZKB zentrale Firmenkundengeschäft im 2010 übernommen hatte und bis Ende des soeben begonnenen Jahres noch führen wird.

Gut genährt, halb gewonnen: Breakfast-Mann (ZKB)

Das allein ist schon mal speziell. Kunz darf 12 Monate als Lame duck einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Er sitzt auf seinem Stuhl, schaut aus seinem Fenster am Hauptsitz zwischen See und Paradeplatz und macht sich Gedanken über seine Zukunft.

Ab Mitte 2019 erhält dann Kunz sogar noch einen Kollegen, der von ihm in die Materie eingearbeitet wird. Es handelt sich um Jürg Bühlmann, der in einem Jahr das Firmenkunden-Business von Kunz übernehmen wird. Bühlmann wird damit zum nächsten CEO aufgebaut.

Kunz, der scheidende Generaldirektor, erhält also ein ganzes Jahr geschenkt als Noch-Firmenkunden-Chef. Er sitzt in dieser Zeit in der obersten operativen Führung, erhält ein Millionensalär, die Bank füllt ihm seine Beletage-PK. Und alles, was er macht, ist, den Neuen einführen.

So weit, so speziell. Gänzlich unverständlich wird die Angelegenheit, was dann ab Januar 2020 mit Kunz vorgesehen ist. Der Mann mit dem breiten Lachen im Gesicht bleibt nämlich auch dann einfach dort, wo es ihn schon seit seiner Jugendzeit mit der Banklehre bei der ZKB gegeben hat.

In der Bank. Der Kantonalbank. Kunz macht das ganze Jahr 2020 als Berater weiter. Und das Beste: Er bleibt Mitglied der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank, erhält also weiterhin ein Salär und einen Bonus, nicht ganz wie in den bisherigen Jahren – aber fast.

„Heinz Kunz bleibt bis Ende 2020 weiterhin Mitglied der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank“, vermeldete die ZKB vor Monatsfrist, als sie den Stabwechsel vom noch lange nicht pensionsreifen Kunz zum ein paar Jahre jüngeren Bachmann mitteilte.

Was ist da los? Die Bank, die vom Zürcher Steuerzahler ihr Geld hat, lässt ein Mitglied der obersten Führungsetage mit Top-Verdienst nicht 6, nicht 12, nicht 18 Monate nach dessen freiwilligem Abgang weitermachen wie bisher, nein: Sie schenkt ihm volle 24 Monate Lohn und Bonus – für was?

Wenn man denkt, das wäre nicht mehr zu übertreffen, kommt oft noch mehr dazu. Im Fall von Kunz ist es ein Sabbatical, sprich eine von der Arbeitgeberin finanzierte Auszeit für hohe Kaderleute. Kunz bezog die geschenkten Ferien – es waren stolze 10 Wochen – vor 3 Jahren. Während dieser Zeit erhielt er 80 Prozent seines Lohns.

Die Bank weiss offenbar nicht, wohin mit dem vielen Gewinn. Sie baut für ihr Jubiläum eine Seilbahn über den See. Die Anwohner laufen Amok, doch ZKB-CEO Scholl versucht mit Hochglanz-Videos, die Zürcher von seinem Vorzeige-Projekt zu überzeugen.

Firmenkunden-Chef Kunz im Happy-Ruhe-Modus mit Pläneschmieden für ein Leben nach der ZKB, der CEO am Seilbähnlen – wer kümmert sich ums eigentliche Geschäft? Die 5’000 Mitarbeiter der Bank, zusammengepfercht in Glasbüros im Steinfels-Areal, mit gekürzten PK-Leistungen.

Ein Sprecher der ZKB sieht kein Problem: „Heinz Kunz übt seine Funktion als Leiter Firmenkundengeschäft bis Ende 2019 aus. Ab Anfang 2020 wird er in einem reduzierten Pensum für die Bank tätig sein (bis Ende 2020). Entsprechend wird er auch eine angepasste Vergütung erhalten.

Der Grund sei einfach: „Er übt weiterhin zahlreiche Mandate für die Bank aus, pflegt Kundenkontakt und bringt seine grosse Erfahrung sowie sein grosses Netzwerk als Mitglied der Generaldirektion ein.“

Kommentare

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  1. Guten Tag: wenn etwas anders werden soll, muss halt das Zürcher Stimmvolk mal den Finger aus … nehmen. Ich als Aargauer bin es leid, mich darüber zu ärgern. Genausowenig wie über den Vereinsstatus der FIFA auf dem Sonnenberg.

  2. Bitte aufräumen und entlassen. „Verzug bringt Gefahr!“
    In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen!“ Bankrat habt Mut und handelt.

  3. Also wenn das schon für Aufmerksamkeit sorgt…was wäre wenn Herr Hässig mal bei dem österreichischen Ableger in Salzburg/Wien nachforschen würde? Dort sind die wahren Leichen begraben…

  4. Als ZKB Kunde ist es für mich enorm unverständlich und nicht weniger stossend, was hier der Kanton Zürich seit Jahrzehnten genehmigt. Bezahlen muss der ZKB Kunde mit überrissenen Courtagen, zu hohen Hypothek-Zinsen, etc. und natürlich der Steuerzahler im Kanton Zürich. Dabei hat es grad die Glarner Kantonalbank bewiesen, dass man im oberen Kader nicht weniger gute Leute findet, die zu 1/3 des Lohnes ihrer Zürcher Kollegen arbeitet. Dass die Löhne der Zürcher Kantonalbank für Angestellte extrem gut sind, hat sich schon auf dem ganzen Finanzplatz Zürich herumgesprochen. Nicht nur beim oberen Kader. Auch die altgediente Garde muss gigantisch verdienen. Hat mir sogar die Frau eines Mannes aus dem mittleren Kader der ZKB erzählt. Ihr Mann viel fast vom Stuhl, als er sah wieviel mehr (als er) seine altgedienten Untergebenen verdienen. Dabei verdient er schon gigantisch gut (Zitat).

    Dazu kommen beim oberen Kader noch die Marienburgstiftung. Berater und Verwaltungsratsmandat Sammler Hans Kaufmann wusste schon immer wie man für sich zuerst und seine Mitstreiter danach Geld verdient. Wie alle die bei Goldman Sachs lernten. Ist man erst in der Marienburg Stiftung drin, hat man den ganz grossen Jackpot geknackt. Und die Stadt und Kanton Zürich ermöglichen diese paradiesischen Zustände. Zu Lasten der ZKB Kunden und des Zürcher Steuerzahlers. Und alles wie bei der UBS, CS und Raiffeisen ohne jedes unternehmerische Risiko. Die UBS und die CS sind keinen Deut besser. Und was bei Raiffeisen läuft ist nicht vertrauenswürdig.

  5. Bankrat??? Dass ich nicht lache 🙁 Göschenen-Airolo, Augen zu, Nase zu (könnte ja etwas „stinken“ bei der ZKB) und aussitzen…

  6. Jürg Bühlmann als Kronprinz von Scholl? Ich habe JB als empathische und offene Führungskraft erlebt als er noch nicht in der GL war. Und auch als GL-Mitglied habe ich von keiner extrem üblen Aktionen gehört. Ich hoffe, JB bleibt sich diesbezüglich selbst treu, dann hat die ZKB eine Chance zum positiven Wandel. Stellt sich bloss noch die Frage, ob die lieben GL-„Kollegen“ und der politisch motivierte Bankrat ihn auch lassen.

  7. Denen geht es blendend in dieser geschützten Werkstatt/Institution.

    Mit Staatsgarantie im Verlustfall.

    Darum lachen sie soviel aus lauter Übermut wie das eben in einem Verwaltungsbetrieb üblich ist; da lässt sich gut Witze erzählen in diesem Retortenklima…

    Ich mag es Ihnen gönnen. Aber sie müssen dann auch auf der Kommandobrücke bleiben, wenn das Schiff ins Schlingern kommt und die Steuerzahler Rechenschaft verlangen.

  8. An alle, die auf der „Staatsbank“ herumhaken: Alle TBTF-Banken sind Staatsbanken, haben de facto Garantien der öffentlichen Hand. Und wenn’s um die Privilegien der Teppichetagen geht, bin ich mir da nicht so sicher, wo mehr Günstlingswirtschaft betrieben wird, bei den Kantonal- und Regionalbanken oder bei den Grossbanken…Der Fall Kunz mag stossend sein, aber alles, was bei allen grossen Banken in Sachen „Kompensation“ abgeht, ist stossend. Da schaffen weder Minder-Initiative (die ausgehebelt war, bevor sie angenommen wurde) noch Protestkommentärli oder Cervelatvorstellungen an Aktionärsversammlungen Abhilfe. Neofeudalismus macht sich breit. Die Oberen können ihre Hälse nicht vollkriegen. Im Finanzmarktkapitalismus werden Einkommen und Macht nach feudalistischen Mustern verteilt.

  9. Die ZKB ist inzwischen zu einer Bank geworden, deren Gebühren kaum mehr von einer UBS oder CS abweichen. Der Beitrag oben macht verständlich weshalb das so ist. Auf gut Deutsch nennt man das Selbstbedienungsmentalität. Vor etwa 15 Jahren hatte die ZKB ja einen CEO der das meisterlich beherrschte. Er hat gelehrige Jünger gefunden. Die machen’s sogar besser, nämlich legal. Devise: Warum nicht abkassieren wenn niemand etwas dagegen hat, wenn jeder wegschaut ?

  10. Haha, Kurzarm-Hämpli Heinz garniert ab aber hat so wie es ausschaut vor lauter Kundenmeetings und Hundsverlocheten keine Zeit für den Gang zum Zahnarzt 😉 Mal ne anständige DH inkl. Polieren wäre empfehlenswert.

    • Vorsicht! Er könnte sich bei „me too“ melden bei dieser sexistischen Reduktion auf sein Aeusseres!!!

  11. 2 Millionen haben die frei am Markt agierenden Dinosaurier zu Spitzenzeiten in wenigen Minuten vernichtet.

    Lieber einen sehr hoch bezahlten Staatsbanker als hohe zweistellige Millionenbeträge fürs irreparable Zerstören ehemals konkurrenzfähiger Grossbanken. Es kommt doch eh wieder in den Kreislauf zurück. Der Mensch hat auch Kinder und Familie, und fürs Abheben und das Gemeinwesen als irrelevant ansehen reichen 2 Millionen schon lange nicht mehr. ZKB scheint mir recht vernünftig.

  12. … und der (ebenfalls zu gut bezahlte) ZKB-Bankrat segnet das alles ab. Wie sieht es aus mit der Corporate Governance?

  13. Ach Herr Hässig, solche Elefanten Friedhöhe gibt es eigentlich fast bei allen Banken. Ab höherer Direktionsstufe
    wird einem ein eigenes Büro mit Pult, Drehstuhl mit speziellem Furzkissen bereitgestellt damit man dort wie von ihnen benannt als „lame duck noch Pseudo Wichtigkeit als Frühstücks Direktor, Senior Advisor o.ä. vortäuschen kann.

    Im Maschinenraum wird wie immer Druck erzeugt.

  14. Es ist bemerkenswert wie die ZKB mit verschiedenen Ellen misst. Und noch bemerkenswerter ist, wie die ZKB zu optimieren versucht und wie sie ihre Verantwortung als Sozialpartner einschätzt. So passiert dann folgendes. Entlassungen wie zum Beispiel: 54-jährig, Frau, 17 Jahre treue ZKB-Mitarbeiterin ohne nachvollziehbaren Grund. Sollte die geschützte Werkstatt jemanden als Unterstützung für die Erledigung der Pendenzen benötigen. Ich hätte eine Idee!

  15. Für mich ist klar: sie „füttern“ ihn durch, damit er in der Pensionskasse verbleiben kann. Nach 24 Monaten wird er dann pensioniert, wahrscheinlich mit Mix aus Rente und Kapital und bleibt als Freischaffender im reduzierten Sold der ZKB. Das weckt natürlich Neidreflexe (siehe unten).

    Aber: die meisten Kommentatoren kennen den Kunz und seinen Wert nicht (wie ich). Vielleicht ist er ein gut vernetzter Dealmaker? Dann wäre u.U. die getroffene Abmachung sogar zweckmässig. Vielleicht ein ausserordentliche Kenner des Firmenkundengeschäfts und ohne weiteren beruflichen Ambitionen nach der ZKB? Dann wäre sogar der Verbleib in der Generaldirektion u.U. nicht verkehrt. Wenn dies zutrifft, ist das Geld sicherlich weiter besser investiert als das temporäre Seilbähnchen über das Seebecken. Das ist nur billige Effekthascherei ohne Nachhaltigkeit. Die ZKB sollte eher Geld in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen, und zwar Jahr für Jahr. Meines Erachtens darf sie zuviel für sich behalten. Der Bevölkerung wäre mit mehr Ausschüttung eher geholfen. Sie „gehört“ ja den Zürcher Steuerzahlern.

    • Ich finde auch, fürs Firmenjubiläum täte es ein Bierzelt mit Würsten, Schinken (halalalal?) und Kartoffelsalat auch, und für die Kinder noch ein Ballon und eine Dächlikappe oder Skimütze (mind. 40 Jahre Werbeeffekt) und fürs Mami noch ein Lebkuchen-Herz…

    • A propos ZKB-Seilbahn …

      Das Prestigeprojekt kostet 60 Mio. Franken und wird nach 5 Jahren wieder abgebrochen. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

      Last but not least haben Bankrat und Geschäftsleitung von den Eigentümern der ZKB – den Zürcherinnen und Zürchern (via ihren Vertretern im Kantonsrat) – den Leistungsauftrag zur NACHHALTIGEN Geschäftsfühung erhalten. Wer kontrolliert und sanktioniert Verstösse gegen diesen Leistungsauftrag?

  16. Als Seilbahn-Direktor kann ich mir diesen Kunz gerade noch vorstellen. Alles andere ist gelinde gesagt „eine unappetitliche Schweinerei“! Wer solches Schutzgeld in den A….. gestossen bekommt, sollte öffentlich angeprangert werden. Wann treffen wir uns in der Schalterhalle der Seilbahn-Bank.

  17. Sind denn alle Direktunterstellten von H.K. Pfeiffen und Nichtsnutze als dass sie die „Lücke“ nicht nahtlos schliessen könnten? Alle, auch bei der ZKB, sind auch kurzfristig ersetzbar. Das Banken-Business ist kein Hokuspokus. Die Argumentation der ZKB ist eine faule Ausrede.
    Es geht einzig darum, Seilschaften zu pflegen.
    Gute Leistungen werden jährlich mit Boni und weiteren Benefits abgegolten. Alles was darüber hinausgeht, wie im Fall H.K., ist Diebstahl am ZH-Volk.

  18. Na ja, das Gebahren hat in der Bankenbranche mittlerweile Züge eines Schneeballsystems, die unten malochen, die oben sacken die Pründe ein!

  19. STOPP!

    Was viele nicht wissen oder es nicht wissen wollen. Das Firmenkundengeschäft ist ein komplexes Erfahrungsgeschäft. Verluste muss die Bank selbst abschreiben, nicht der Kunde wie in der Vermögensverwaltung!

    Gut Rat ist teuer. Deshalb ist die getroffene Nachfolgeregelung für alle goldwert. In der Theorie wird viel von Win/win-Lösungen geschrieben. Hier sehen sie eine in der Praxis.

    BRAVO!

    • Die Banken vergeben gar keine Kredite mehr an die Unternehmen und pumpen lieber die Immoblase auf und spekulieren im Finanzkasino.

    • @Praktiker: So ein Quatsch! Nachfolgeregelungen mit Übergangsfristen (=alter und neue Chef machen Jobübergabe) grösser als 2 Monate – auch bei sehr komplexen Verhältnissen und vielen Kunden – sind nur kontraproduktiv und kosten zu viel!

    • Das ist Unsinn. Es läge in der Verantwortung der Geschäftsleitung einen Nachfolger, z. B. als Stellvertreter, von langer Hand vorzubereiten. Das hier hat ein „Geschmäckle“.
      Ein Buddy musste offenbar „entschädigt“ werden!

  20. sind wir doch froh, gibt es solche leute wie herr kunz,
    der sich für die „dicken“ kunden vollfressen muss.
    wer von uns will das alles noch verdauen müssen und
    gleichzeitig auch noch den kunden zuhören?
    eine alternative für alle „gestandenen“ bänker ü50zig.

  21. Auch bei der ZKB:
    was unten ausgepresst wird wird oben verprasst und Wellness-Soziialhilfeempfänger wie Kunz geschaffen.
    Scholl und Konsorten treten die Aktionäre, die Kunden, die MitarbeiterInnen mit Füssen, dabei tragen sie keine Verantwortung und kein Risiko!

    • Ich verachte die Leute,
      deren Gehirn nicht fähig ist,
      ihren Magen zu füllen.

      Bertolt Brecht
      * 10. Februar 1898 † 14. August 1956

  22. Diese Selbstverständlichkeiten bei einer Bank mit Staatsgarantie nur noch stossend. Derartiges Übermenschen-Hofieren müsste raschest möglich den Riegel vorgeschoben werden. Jeder ausgemusterte 50-jährige auf dem Bettelgang im Kanton Zürich kommt sich verräppelt vor über diese einseitige Grosszügigkeit. Schweigegeld deklariert als kostbarer Netzwerk-Kundenkontakt-Erfahrungsbonus?

    Ob Links oder Rechts, der Kantonsrat sollte sich endlich einmal dieser grotesken Thematik bei der ZKB annehmen.

    • Der Kantonsrat hat einen Bankrat gewählt dem alle Parteien angehören und jeder – auch wenn er von Banking keine Ahnung hat – darf in ihn gewählt werden, Kraft seines Parteibuches. Es ist doch dieser Bankrat der die Personalentscheide auf der obersten Stufe genehmigen muss, klar auf Vorschlag der Geschäftsleitung. Aber wie es scheint ist diesen Herren die Entlöhnung wichtiger als sich echt mit der Materie Bank zu befassen. Politiker wo man hinsieht, da kann auch der Kantonsrat nicht viel ändern.
      Was nun Herr Kunz noch Neues machen will wird nirgends im Artikel erwähnt, scheint wohl nur eine PR-Floskel der Bank zu sein.

    • Wieso der Kantonsrat? Es gibt ja einen Bankrat der da zuständig ist und u.a. auch aus Politikern besteht. Die schauen ja nur zu….

    • Und dann bitte gleich auch die Augen beim österreichischen Ableger der ZKB aufmachen! Dort passieren unglaubliche Dinge…

    • Der Bankrat bei der ZKB ist ein Anachronismus sondergleichen. Ein gutbezahltes, zahnloses Kopfnicker-Gremium, wo nicht die Meriten zählen, sondern das Parteibüchlein. Sowas darf es im 21.Jahrhundert nicht mehr geben.

      Von den Vorkomminissen bei der Swissair hat man nichts gelernt. Allesamt green horns und ohne Airline-Erfahrung im damaligen Prestige-Verwaltungsrat, haben unseren „Swiss Pride“ in Grund und Boden geritten.

  23. Auch bei der ZKB:
    was unten ausgepresst wird, wird oben verprasst und oben Wellness-Sozialhilfeempfänger wie Kunz geschaffen!

  24. Echt jetzt, hat jemand ernsthaft anderes erwartet? Durchleuchtet auch mal die speziellen PK-Pfründen bei der Staatsbank…

  25. Da kommt mir spontan Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochene Krug“ in den Sinn, aus welcher sich das Sprichwort „der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht“ ableitet.

  26. „Geschützte Werkstatt“ trifft es. Und die Pointe: Die können den Kanton ruinieren, wenn Zuviel gebastelt wird.
    Schafft da endlich mal die Staatsgarantie ab! Dann nehmen solche Exzesse und Selbstbedienung rasch ab.

    • Genau, bei den Grossbanken sieht man ja keine Exzesse und Selbstbedienung…… 😉

    • Die schamlose Abzockerei und Exzesse durch „Mänätscher“ und andere „erlauchte“ auf Teppichetagen funktioniert auch ohne Staatsgarantie, sieht man tagtäglich bei anderen Banken und in anderen Branchen. Also nichts aussergewöhnliches . . .

    • @KURZUNDBÜNDIG: Stimmt, aber die Grossbanken gehören den Aktionären und die ZKB dem Stuerzahler des Kantons Zürich. Das ist schon wenig ein Unterschied.

  27. Die müssen die Kohle verheizen, damit sie die Gebühren wider erhöhen können. Damit erhöhen sie die Ausgaben wie die Einnahmen
    die Bank kann so wachsen und somit auch die Boni rechtfertigen.
    Bankrat, Politik alle zufrieden! Nur wir „müssen“ lästern.