Francisco Fernandez: Hot Bolide, hot Pic

Avaloq-Gründer und Crowdhouse-Grossinvestor gibt Vollgas mit seinen Foto-Beiträgen auf Instagram – Digital Immigrant?

Francisco Fernandez ist einer der grössten Unternehmer der Schweiz. Aus dem Nichts schuf er mit der Avaloq eine führende Banken-Software-Gruppe mit einer Bewertung von 1 Milliarde.

Fernandez ist auch eine spannende Persönlichkeit. Nun hebt er ab. Mit einem Foto, das er auf Instagram publiziert, signalisiert er: Ich tue, was mir Spass macht.

Das Bild zeigt eine Frau mit langen blonden Haaren in Hot Pants und orangen Stilettos. Sie sitzt auf einem Rennauto (offenbar Simulator) mit der Nummer 27 und zwei Beschriftungen: Evotek und Crowdhouse.

Offensichtlich stehen dahinter die Crowdhouse, das hochgeschossene Immobilien-Abenteuer von Fernandez, sowie Evotek, die ebenfalls mit Fernandez verbunden ist.

Fernandez schrieb auf Instagram am letzten Samstag um Viertel vor Zehn in der Nacht über dem Foto mit Model und Maschine: „Sophia is a pretty good driver with potential …“.

Der Spruch dürfte lustig gemeint sein. Vielleicht mussten auch einige lachen.

Ins Auge sticht der Kontrast. Fernandez hat als Autorenfoto von sich selbst ein Bild aus jüngeren Jahren, im Anzug und mit Krawatte.

Hier konservativer Businessmann, da rassige Blondine mit Bolide.

Geschmacksache. Jedenfalls wirft die Instagram-Botschaft des Avaloq-Pioniers ein Schlaglicht auf hohe Wirtschaftskapitäne, die sich in den neuen Medien präsentieren.

UBS-CEO Sergio Ermotti eifert Donald Trump nach. Seit ein paar Wochen ist er auf Twitter. Der Erfolg hält sich noch in Grenzen. 2’300 Leute folgen Ermotti.

14 Tweets in 12 Wochen: Ermotti (Twitter)

John Häfelfinger, der bei der CS die Karriereleiter hochgestiegen war und seit ein paar Jahren in Liestal die Baselland-Kantonalbank leitet, machte sich kürzlich für seinen Ex-Kollegen von der CS stark, Iqbal Khan.

Häfelfinger sang auf LinkedIn, einem Karriereportal, ein Loblied auf Khan.„Iqbal Khan is a great CEO IWM and I appreciated working with him a lot!“, meinte Häfelfinger.

11’400 für Kleinflitzer, 1 Mio zum Leben: Häfelfinger (BLKB)

Häfelfinger erhielt von seiner Firma kürzlich einen Elektro-BMW gesponsert, zudem stieg seine Entschädigung mit Bonus, während bei den Kollegen und den Mitarbeitern gespart wird.

Auch Iqbal Khan verdient mehr als die meisten. Und er ist immer wieder Thema in Artikeln. Gegenseitige Unterstützung via Soziale Medien soll wohl etwas Support bringen.

Kommentare

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  1. Ich denke mal da ist mehr Schein als sein dahinter…… die Investorensuche wird bald starten. Die Zeit wird es zeigen…. schauen wir mal was der Zuger Finanzplatz dazu meint.

  2. Nein, Mitarbeiter eines Finanzinstitutes bin ich nicht. Und von Geldgeschäften verstehe ich auch nichts. Inside Paradeplatz ist jedoch eine der ganz wenigen Reportageseiten, die sich intensiv mit den Menschen hinter den Kulissen beschäftigen. Deshalb lese ich diese Seite auch gerne, weil ich mir einbilde, von Menschen etwas zu verstehen.
    Und je länger ich die Reportagen von Herrn Hässig verfolge, umso mehr reift in mir die Erkenntnis, dass ganz offensichtlich einige Mitglieder dieser sehr speziellen Berufsgruppen bemerkenswerte und äusserst interessante Rituale und Verhaltensmuster zu entwickeln scheinen.
    In jüngerer Zeit muss ich mich immer häufiger zwingen, böse Gedanken und Vergleiche aus meinem Gehirn zu verdrängen. Manchmal – ich muss es zu meiner eigenen Schande gestehen – gelingt mir das nur sehr unzureichend.
    Fast zwangsweise droht sich in meiner Einbildung die vollkommen abwegige Vorstellung festzusetzen, dass der eine oder andere Bänker mittlerweile Verhaltensweisen an den Tag zu legen scheint, die eigentlich Gesellschaftsschichten vorbehalten sind, die wir früher als „Milieu“ bezeichneten.
    Dort fuhr man gerne dicke Autos und gönnte sich bereitwillig sehr teure und oftmals prunkvoll ausgestattete Produkte aus ehrbarer Schweizer Handwerkskunst zur peniblen Erfassung einer päzisen Tageszeit. Um die notwendige Aufmerksamkeit zu erheischen, umgaben sich die Angehörigen dieser sozialen Schichten hingebungsvoll mit einem Flor mehr oder minder ansprechend aussehender, oft sehr jugendlicher Damen.
    Ausgestattet mit einem, der Realität in keiner Weise entsprechenden Gefühl der eigenen, überragenden Bedeutung, Wichtigkeit und Unwiderstehlichkeit, wechselten sie infolgedessen ihre Lebensabschnittspartnerinnen schon mal des öfteren aus.
    Allerdings schien sich ihr Verhältnis zu Recht und Gesetz doch deutlich von dem zu unterscheiden, welches der Normalbürger als ehrbar, honorig und vertrauenswürdig zu benennen pflegte. Nein, auch intellektuelle Größen suchte man in diesen Gesellschaftskreisen in der Regel vergeblich. Aber das muss ja auch nicht immer notwendig sein.
    Außerdem war es in den Kreisen dieser sozialen Schichten gang und gäbe, gegenüber einer Öffentlichkeit und anderen „Nicht-Dazu-Gehörigen“ seinen größten Konkurrenten und Widersacher als „meinen besten Freund“ und als „grossartigen Kumpel“ zu betiteln, der schon „Tolles geleistet habe“. Beklagenswerterweise bestanden diese „Nicht-Dazu-Gehörigen“ oftmals aus Angehörigen staatlicher Aufsichtseinrichtungen, namentlich aus den Vertretern der Kriminalpolizei, des Justizvollzuges und der Finanzbehörden.
    Die Einweihungsfeierlichkeiten zur Inbetriebnahme neuer Geschäftslokalitäten machten oftmals einen – sagen wir mal – überschwänglichen Eindruck, um das Wort „protzig“ zu vermeiden. Die Mitglieder dieser Gesellschaftsschichten waren offensichtlich in weiten Bereichen sozial vollkommen integriert.
    Allerdings wäre es damals niemandem, aber wirklich auch niemandem, in den Sinn gekommen, diesen Leuten die Verantwortung für das eigene Geld anzutragen. Insofern bin ich nun doch sehr froh, dass meine gedanklichen Assoziationen sich als barer Unfug erwiesen haben.

    Lieber Herr Hässig, vielen Dank und weiter so!

  3. Etwas peinlich-pubertär für einen gegen 60-jährigen Mann. Diese Feststellung mache ich unabhängig der Beurteilung, welche unternehmerische Leistung er erbracht hat.

  4. Es nervt langsam! Geht es hier um Khan oder Fernandez?

    Ja, wir haben es verstanden: Khan = Clicks aber bitte bericht doch wiedermal über Vinzenz oder sonst was interessantes.

  5. Mir persönlich stört nichts auf diesem Bilder…aber eine Sache ist mir klar: die “ schweizer Èlite“ müssen noch lernen mit soziale Medien umgehen….diese Bilder zeigen mir keine “ echte Reichtum“ und auch keine “ grosse Kultur“. Meine internationale Èlite zeigt mir entweder soziale engagement oder thematisieren “ grössere Themen“, wie Umwelt, Digitalisierung und Kosmology…sind doch andere Dimensionen, oder?🤣😁😉

  6. Um was geht es hier weltbewegendes? Ist man inzwischen verzweifelt auf der Suche nach Dingen und Personen, die man an den Pranger stellen kann? Solche Beiträge sind doch eines vielgelesenen Finanzblogs unwürdig…

  7. Erst 1971 erteilte die Schweiz als eines der letzten europäischen Ländern den Frauen das Stimm- und Wahlrecht auf eidgenössischer Ebene.
    Diskriminierung von (werdenden) Müttern in der Schweizer Wirtschaft? SwissRe…

  8. Von peinlich über trivial bis hin zu servil: wenn sogenannte Unternehmer oder Spitzen-Manager Social Media Tools bemühen, sind sie an Unbedarftheit und Ignoranz oft nicht zu überbieten – wie im richtigen Leben auch.

  9. Das ist doch das ganz normale Verhalten von Männern in diesem Alter: Da verlagert sich das Interesse auf schnelle Flitzer, mit blonden Bibis als Beifahrerinnen.

  10. Ich denke mal, dass Fernandez als erfolgreicher Unternehmer in einer ganz anderen Liga spielt, als die angestellten Karrierelutscher und Verwalterchen wie Ermotti, Khan oder – auf hintersten Plätzen – Häfelfinger oder RCH Heinzileins.

  11. Es handelt sich hier um die Eröffnung der Formula V Simulators in Cham, welcher Fernandez gehört. Wurde letzten Samstag offiziell eröffnet. E-Sport ist ein sehr lukratives Business und Fernandez hat auch dies früh erkannt.

  12. Dass Avaloq ohne die internen Schweinereien bei Raiffeisen und dem Totalausfall des RBCH-VR nie und niemals aus der Privatbanken-Ecke gekommen wäre, wissen inzwischen alle.
    Ohne Raiffeisen hätte es kein Projekt bei einer Kantonalbank gegeben…
    Also sich über F.F. und seine … zu ärgern ist freiwillig.

    • Nun @Oserver, man sollte schon verstehen von was man spricht, wenn man eine Meinung hat. Die Zürcher Kantonalbank war der Türöffner für AVALOQ auf dem Schweizer Markt. Die Raiffeisen hat, wie viele andere Banken, Ihren Entscheid auf der Basis der ZKB Einführung 2006 ausgeführt. Somit sollte man schon Wissen als Kenner der AVALOQ Geschichte!

    • So ist es.

      Das war ein Golfplatz-Deal zwischen Fernandez und Vincenz persönlich.

    • Sorry, aber das verstehe ich nun nicht. Will Observer sagen, dass die KB wegen Raiffeisen auf Avaloq gegangen sind?

      Ich gratuliere zu Ihrem Insiderwissen! Das war vorher nicht bekannt. Vielen Dank!

    • @E8701: Die ZKB setzt nur einen Teil (vorwiegend Wertschriften) von Avaloq ein und ist somit nicht repräsentativ. Das System wurde ursprünglich für Privatbanken entwickelt, wo auch die klaren stärken liegen. Unterdessen wird Avaloq auch von Kantonalbanken und anderen Banken eingesetzt. Für Kantonalbanken ist das System viel zu teuer und es gibt bessere und billigere Lösung für deren Bedarf. Das gleiche gilt für Raiffeisen. Aber unter Vincenz konnte man Raiffeisen alles andrehen.

    • Observer meint vielleicht das Global Custody von Raiffeisen bei Vontobel. Das war ein Avaloq-Projekt, das 2005 lief und am 1.10.2006 live ging.