Neue Six-Personalchefin schlägt um sich

Vom frischen CEO geholt, mit dem Auftrag, Börsengruppe zu verjüngen und verstärken – Massenabgänge im Human Resources.

Susanne Berger ist seit ein paar Monaten eine der zentralen Figuren der Börsenfirma Six. Diese befindet sich in einem fundamentalen Wechsel: Verkauf der Zahlsparte, Fokus aufs Kerngeschäft, Einstieg ins Krypto-Zeitalter.

Es brauche frische Kräfte und andere Leute, heisst es bei der Six. Dafür habe man Frau Berger geholt. Diese würde nun Gas geben.

So die offizielle Position des wichtigsten Gemeinschaftswerks des Finanzplatzes. Six-Insider kommen zu einem anderen Schluss. Frau Berger, die neue Personal-Chefin, zerschlage den ganzen Bereich.

Tatsächlich geht die Deutsche forsch zur Sache. Wer ihr nicht passt, der kann gehen. Zumindest so kommt es bei einigen der Mitarbeitern und Kadern im gut 40-köpfigen Personalwesen der Six an.

Offiziell sind bisher drei Kaderleute ausgestiegen. Hinzu kommt rund eine Handvoll weitere Mitarbeiter, die unter Susanne Berger das Börsenschiff verlassen haben.

Insgesamt seien es gar über 10, meint ein Insider. Das wären gegen 25 Prozent der ganzen HR-Crew des Unternehmens, das nach dem Verkauf der Zahlsparte noch rund 3’000 Angestellte zählt.

„Die Stimmung ist am Boden“, sagt die Auskunftsperson. „Dabei dachte man, es könne nicht mehr schlimmer werden.“ Leute würden kündigen, ohne eine neue Stelle zu haben – aus Leidensdruck.

Gemeint ist die Ära von Personalchef Eric Stierli. Der leitete das HR der Six während Jahren wie ein König. Egal, was er tat und erreichte: Stierli blieb unantastbar.

Dafür sorgte Urs Rüegsegger, der CEO der Six. Als der seinem Nachfolger Platz machte, war auch für Stierli Schluss. Heute agiert der einst mächtige HR-Chef der Börse als Berater.

Der neue CEO, Jos Dijsselhof, machte sich auf die Suche nach einem neuen Mann. Und fand eine Frau.

Ganz informell, an einem Anlass. Susanne Berger und Jos Dijsselhof, die deutsche HR-Chefin von Deloitte und der frisch gekürte Lenker der Six, verstanden sich auf Anhieb.

Stellenausschrieb, Headhunter-Auftrag, Longlist, Shortlist, Assessment? Nö. Frisch ab der Stange und ohne weitere Fragen, so die Kür von Frau Berger zur neuen Super-Woman ganz oben bei der Six.

Hier dementiert die Six. „Die Suche lief über Headhunter, der VR war mit im Boot“, so ein Sprecher.

Die neue HR-Frau, ihr CEO und die übrigen Manager der Teppichetage gingen bald nach Flims in die Berge. Retraite der Six-Spitze.

Zurück kam das Gremium mit vier Wörtern: Trust, Ownership, Collaboration, Customer Focus. Für das erste – Trust – wurde Susanne Berger zuständig.

Von Trust, also Vertrauen, sei unter Berger wenig zu spüren, meint die Six-Quelle. Im Gegenteil: Während unter Ex-HR-Chef Stierli alles langsam den Bach runtergegangen sei, habe sich der Negativstrudel unter Nachfolgerin Berger rapide beschleunigt.

Ob Berger es schafft, die Gemüter zu beruhigen, muss sich weisen. Sie hat eine exponierte Stellung in „New Six“: Wie kann sie den gewünschten Aufbruchs- und Innovations-Spirit schaffen?

Es handelt sich um eine Generalsanierung bei voller Fahrt. Die Börse versucht, sich neu zu erfinden. Die alte Strategie mit dem Ziel, „Apple vom Thron zu stossen“, ist fulminant gescheitert.

Geld ist nicht das Problem, davon hat die Six in der Regel genug. Doch Ideen und Köpfe, das ist es, was das wichtige Unternehmen braucht.

Sonst wird es überflüssig, und die Banken als Besitzer der Six, allen voran die zwei Grossen, ziehen den Stecker.

HR-Frau Berger und ihr CEO, der Holländer, setzen auf Krypto und Jungtürken ab der Uni. Ihr jüngstes Baby heisst Six Digital Exchange. Ziel ist, bis 2020 eine vollintegrierte Digital-Abwicklung auf die Beine zu stellen. Grosse Ambitionen für eine Firma mit durchzogener Historie.

Kommentare

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  1. Leute feuern: das können alle, auch solche mit UNI Diplom. Awarten, bis diese Dame selber auch gefeuert wird. Das Traurige: auch wenn sie nichts Grosses geleistet haben, kommen sie immer wider bei einer anderen Gesellschaft oder Bank unter. Das Spiel widerholt sich dann wieder und wieder!

  2. In dieser Firma wurden in den letzten Jahren dutzende guter und engagierter Kader und Mitarbeiter entlassen, gerne auch ca. zwei Jahre vor der Pensionierung.
    Während man von Leistung und Können unbefleckte, frischdiplomierte St.Gallen-Managerdarsteller mit Powerpointdarstellungstalent im Wochenrhytmus einstellte, galt Performance und Seriosität bei der Arbeit als eines der für die Arbeitsplatzsicherheit gefährlichsten Attribute überhaupt. Bei Finance wurde ein Millionen-Flop am anderen produziert. Nieten in Chef-Sesseln und ihre Höflinge hatten sich bestens eingerichtet, bissen Leistungswillige konsequent weg und wedelten Kundenwünsche ab. Seit der neue und weitumgeschätzte CEO aus den Niederlanden da ist, versucht er alles, um das leckgeschlagene Schiff mit dem grauenhaften Image bei den Kunden und Besitzern, das sind die Banken, und bei den Arbeitnehmern wieder flott zu bekommen, unter anderem mit einem Cultural-Alignment-Programm, das sicherstellen soll, dass die grundlegendsten Prinzipien guter Unternehmensführung wenigstens ansatzweise gelebt werden. Ob man dazu allerdings ausgerechnet eutsche HR-Kader braucht, die in aller Regel Verantwortung so fürchten, wie der Teufel das Weihwasser?

    • Das hat nichts mit der Nationalität zu tun und im übrigen ist Frau Berger auch Schweizerin und lebt seit mehr als 20 Jahren in der Schweiz!
      Aber Frau Berger hat keinerlei Erfahrung mit Culture Programmen, keine Branchenerfahrung und ist noch dazu alles andere als empathisch, flexibel oder modern bekannt. Vielleicht schlägt sie deshalb wild um sich, um davon abzulenken?

    • Wenn das Jos wirklich möchte, spricht seine Personalauswahl nicht für ihn
      Mit Headhunter oder ohne spielt keine grosse Rolle. Hier hätte ein bisschen background check und Menschenkenntnis genügt. Headhunter sind leider keine Berater mehr, sondern sind froh, wenn sich der Auftraggeber den Kandidaten selbst sucht und sie trotzdem viel Geld bekommen

  3. Was soll falsch sein, wenn sie um sich schlägt ? Ich meine, damals in den 1990er- & 2000er-Jahren wo Personalabteilungen mit Gschpürschmi-Tanten geflutet wurden („Schaffezi gern im Tiim ?; Sinzi tiimorientiert ?; Chönnzi sich guet i anderi inefüüle ? Chönnzi Ihrne Gfüühl Ruum la ?) ….. sind die Firmen fröhlich zu Höchstpreisen in den Tech- & Hedge-Fund Kollaps gerannt, oder ? War das besser ?

    • völlig einverstanden. Mit fachlicher Kompetenz und einer klaren Strategie ist ausmisten und verändern gut und das scheint auch notwendig zu sein. Aber hier scheint sowohl Kompetenz als auch strategisches Denken zu fehlen (wie auch an den vorherigen Orten) und dann wird es zum „wild herum schlagen“
      Es gibt auch noch etwas zwischen Gschpürschmi-Tante und planlosem, machtorientiertem Herumschlagen

  4. Welche HR-Kompetenz braucht es bei einer Big4. Natürliche Fluktuation um die 20%. Arbeitsbewilligung für Expats und Zwischenzeugnisse – dafür braucht es nicht viel.

    Frau Berger hatte bei Deloitte ein angenehmes Leben

    • so angenehm war das Leben wohl nicht, sonst hätte sie nicht dringend einen neuen Ort gebraucht. Dank der schlechten Recherche und einer informellen Veranstaltung ist sie wohl relativ weich gefallen. Immer wieder verwunderlich, wie Stellen besetzt werden

  5. Bei Deloitte war sie allenfalls eine Marionette. UK hat das Sagen. Leistungsausweis: zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Kompetenz gegen 0, bzw nicht erwähnenswert.

  6. Frau Berger pflegt einen sehr deutschen, hierarchieorientierten und sehr old fashioned Stil — nach oben bückeln und nach unten treten
    Was sie def nicht kann, ist eine moderne, neue Kultur zu prägen und Aufbruchs- und Innovationsstimmung zu implementieren. Die Frage ist, ob der CEO das überhaupt will?

  7. Der deutsche CEO stellt eine deutsche HR Cheffin an und zusammen schmeissen sie die Schweizer raus und wracken die Schweizer Firma ab? Schweizer sind einfach zu bloed…

  8. Aha, also genau das, worüber der sozial gerade erwachte Bundesrat spricht: Das Berufsschicksal der 60-jährigen und Älteren, die langzeitarbeitslos sind. Denen will man eine Ueberbrückungsrente geben, wie der BR das nennt und sie so aus der Sozialhilfe loslösen. Darüber werden sich auch einige „Opfer von Frau Berger“ freuen, die „frischen Kräften“ Platz machen müssen. Und diese frischen Kräfte, womöglich aus dem EU-Raum, machen natürlich alles besser. Viel Glück !

  9. das ist unbestritten. Aber SIX bräuchte jemand mit Fachkompetenz und Empathie. Fragen Sie mal bei Unilever, Valora oder Deloitte nach dem Leistungsausweis…..😉 (dann ist dieser Artikel noch sehr diplomatisch verfasst)

    • …ich kann euch antwort geben fuer eine der firmen. aussagen von sb wie „ich stelle aus prinzip keine golfer ein, die verbringen zuviel zeit auf dem golfplatz“ sind einfach nur peinlich in solch einer position. bei dieser firma schaffte es sb tatsächlich mit ihrem leistungsausweis auch, dass die hr abteilung diejenige abteilung mit der höchsten fluktuation war. es tut mir leid, liebe sixler, aber ich habe keine guten nachrichten für euch. spielt eigentlich der holländer golf?

  10. Es gibt natürlich niemand im CH Arbeitsmarkt, der „diesen Job“ machen könnte. Wird Zeit das dieser Mumpiz gestoppt wird.

    • Auf den Punkt gebracht. Eine weitere Fachkraft, auf die wir hier bestens verzichten könnten.

    • Sicher gibt es Schweizer, die den Job besser erledigen könnten, aber nicht jeder will sein aktuelles Arbeitsumfeld verlassen. Darum lautet die situationsadäquate Frage: gibt es unter den aktuell Stellensuchenden viele, die den Job besser erledigen könnten ? Wenn Sie Stellensuchende kennenlernen (die längere Zeit ohne Job sind) und analysieren, ist die Sache nicht mehr so klar. Märssi.

  11. Na ja, ist auch nicht einfach ein von den „Schettinos“ gestrandeter Kahn wieder flott zu machen.
    Sie hatte wenigstens Eier diesen aussichtslosen Posten anzunehmen.

    Wenn der Schweizer Filz undurchdringlich wird müssen halt Söldner bestellt werden, die für die anderen (Männer) durchgreifen.

    • in gewissen Situationen kann man nicht wählerisch sein…….., das hat nichts mit „Eier“ zu tun.
      Sie hatte wohl sehr, sehr grosses Glück, dass sie so vom CEO in diese Position gehievt wurde.

  12. Nichts Spezielles

    1) HR-Chef wird vom CEO persönlich auserwählt nach den Hauptkriterium Loyalität und Sympathie
    2) HR-Chef sichert sich seine eigene Karriere mit einer Bereinigung im HR-Team ab.

  13. Frau Berger hat einen katastrophalen Ruf im Markt, sowohl fachlich als auch persönlich. Es ist löblich, dass SIX 55 plus einstellt, um die Kultur zu „verjüngen“, aber ob das gelingt?? Ein HH war hier wohl nicht involviert, sonst wäre beim background check einiges aufgefallen……

    • Frau Berger hat einen sehr guten Ruf, dort wo es darauf ankommt, nämlich oben. Wenn ein paar Subalterne motzen, ist das höchstens Peanuts [das habe ich im UBS-Kaderseminar gelernt 1988 – und es stimmt !!]

    • @ Karl Baumann
      Dann fragen Sie mal ganz oben bei Valora oder Deloitte nach und Sie würden Ihre Meinung schnell ändern

    • Bei der Zurich ist es noch schlimmer. Wundere mich sowieso wieso Herr Hässig bisher nicht über den HR Bereich am Corporate Center und den HR Held Henderson schreibt, der seinen besten Kollegen natürlich im Schlepptau mit herbringt, altgediente SchweizerInnen entlässt, und jede/r Neue haut nach spätestens 6 Monaten wieder ab, wenn man mal die Kultur dort hautnah erlebt…

  14. Ein schlecht recherchierter Bericht, der auch noch voller Fehler ist.Eine Position wie die von Frau Berger wird natürlich ausschliesslich durch Mitwirkung von Headhuntern und Verwaltungsrat besetzt. So auch nachweislich in diesem Fall. Der Vorname der Deutsch – Schweizer Doppelbürgerin, die seit fast 25 Jahren in der Schweiz wohnt, ist meines Wissens nach Susanne und nicht Sabine. Inside Paradeplatz auf dem Niveau von „Bunte“ und „Gala“.

  15. Mitarbeiter auf Kaderstufe ohne Assessment einzustellen hat bei SIX Tradition. Ein anderer der so in die Geschäftsleitung gehievt wurde kam aus Belgien. Fachlich durchaus brauchbar, aber seine Sozialkompetenz tendiert gegen Null. Also etwas das bei einem Assessment leicht erkannt werden kann. Zum Glück wurde er in der Zwischenzeit wieder abgeschoben, aber erst nachdem er ziemlichen Flurschaden hinterlassen hatte. Es gibt auch weitere und neuere Beispiele, aber das ich über lasse ich Hr. Hässig.

    Aber was kümmern einem Professionalität und Vorgaben, wenn Buddies in die gewünschte Positionen gehievt werden können. Das ist bei anderen Firmen leider genauso (übel).

  16. Sie ist eine Deutsche und Deutsche wüten gerne, wenn sie in Machtstellungen sind. Nichts Neues aber das alles macht die SIX auch nicht profitabler.

  17. habe den eindruck, dass die quoten frauen
    nichts anderes können, wie alles auf den
    kopf zu stellen und leute raus zu eckeln.
    da sind wir ja weit gekommen.

    • Quotenfrau?

      Quotenfrau ist quasi der Kampfbegriff von ängstlichen Männern welche die zunehmende Konkurrenz und tatsächliche Leistungsfähigkeit von Frauen fürchten.

      Frauen in Führungspositionen sind wegen der tautologischen Definition immer „Quotenfrauen“ und werden es in den Augen gewisser Männer immer bleiben.

    • ach mutti, wie wäre es, wenn es auch eine frauenquote
      auf dem bau oder in den kanalisationen geben würde.
      oder eine männerquote in den kindergärten und primar
      schulen, wo die frauen etwas überfordert sind!?

    • Mutti sollte nicht mit Fremdwörtern um sich schmeissen die sie nicht verstanden hat

    • @Rocco

      Überforderte Berufsleute, insbesondere Kaderleute, Frauen oder Männer: bitte abtreten, wegtreten, platz machen!
      Anfänger ausgenommen.
      Ich bin persönlich gegen Quoten.

      @D.Enker
      Für gewisse Männer sind weibliche Kadermitarbeiter sowieso Quotenfrauen oder/und Frauen können nicht Denken. Viel Spass beim Nachdenken ;-).

  18. Haha, köstlich, ich amüsiere mich genüsslich. Auch noch Krypto-Börse! Einfach geil, was da in den Vorstandsetagen so Ahnungsloses kreucht und fleucht und vor allem schauspielert (leider mit wenig Talent (und zu wenig hübsch), sonst wären die doch alle beim Film…).

  19. „Jungtürken“ – was soll das denn?
    neben unnötig reisserischen headlines auch noch eine solch dümmliche und vor allem unpassende wortwahl.
    so macht ip kein spass mehr.
    werter hr. hässig, sie können das besser. kommen sie auf den boden zurück.
    beste grüsse
    ak

    • Der Begriff „Jungtürke“ hat nichts mit jungen Türken zu tun, wie viele geschichtsunkundige irrtümlich glauben. Bitte schauen Sie einfach in einem Lexikon nach oder googeln Sie den Begriff nach.

      Es wird natürlich schwierig, für so ein Publikum elegant zu schreiben, wenn gewisse Leser meinen, „Jungtürke“ sei der junge türkische Kebabverkäufer von nebenan und aus angezüchtetem Gutmenschentum und Ignoranz gleich aufschreien.

      Kommt davon, wenn man künstlich nur 20 % der Bevölkerung an eine gymnasiale Schulbildung ranlässt und dafür dann solche preussischen Regimentsdragoninnen als HR Verantwortliche ins Land holt.

      Wünsche einen wunderschönen Tag.

    • Der Begriff „Jungtürke“ ist nicht reisserisch. L. Hässig schreibt ja, es seien Abgänger frisch von der UNI. Und genau für das steht der Begriff. Woher er kommt, weiss ich nicht, auch nicht warum man solche Frischlinge nicht „Jungschweizer“ nennt, nur als Beispiel.

  20. Hätte SIX die Stelle über einen Headhunter besetzt, so wäre rasch klar gewesen, dass Frau Berger auch bei ihren vorherigen Stellen die jeweiligen HR Abteilungen in ein Chaos manövriert hat. Darunter haben nicht nur die beteiligten Mitarbeiter gelitten, sondern für Mitarbeiter in den jeweiligen Firmen war die HR Abteilung schlicht nicht mehr existent.

    • Im Recherchieren zum Besetzen von Schlüsselposititonen war die SIX noch überhaupt nie gut! das hat man bei der damialigen DPS hervorragend gesehen, wie schnell das schief geht.
      Zuerst holte der damalige CEO Urs Rüegsegger die zweite, wenn nicht gar dritte Wahl: Jürg Weber als neuen Divisionsleiter vom Zahlungsverkehr. Dieser stellte sich sehr schnell als Nullnummer heraus. Dieser holte dann den ständig in den negativ stehenden Dr. Markus Melching als neuen COO – der notabene nie an diese Stelle gekommen wäre, hätte die SIX nur ganz wenig nachgeforscht. Melching machte sich rasch einen Namen als Rambo der SIX. Diskriminierungen, Mobbing und Angst waren fortan das neue Erfolgsrezept in der Operations Einheit… ein Desaster nach dem anderen wurden entschieden und umgesetzt. Buddys von Rüegsegger und Melching steuerten das Boot gegen einen Eisberg… die DPS leidet noch heute an dem zerstörerischen Mangagementstil von damals. Kunden warten heute noch Wochenlang bis Monate, ehe eine Anfrage beantwortet wird (wenn überhapt). Nur die Monopolstellung vom Zahlungsverkehr garantiert eigentlich noch das Überleben dieser Division.

      Nein, SIX hatte noch nie Talent bewiesen, wenn es um das Rekrutieren von Schlüsselpositionen ging.

  21. Ich finde sie sympathisch. Wer nicht will, kann gehen – so einfach und sie hat Recht. Es gibt nichts schlimmeres, als jammernde Mitarbeiter. Ein Vertrag wurde von beiden Seiten unterzeichnet und es braucht immer nur einen der Nein sagt, richtig so!

  22. Vor 20 Jahren noch die Blaumänner in den Werkshallen im Rahmen der Globalisierung.

    Heute die Kostüm- und Anzugträger ( -innen) (M/W/D) in den Bureaus im Rahmen der Digitalisierung.

  23. Hat man Frau Berger geholt, um frische Kräfte und andere Leute zu holen, dann ist es doch nicht verwunderlich, dass weniger frische abtreten. Ob freiwillig oder nicht spielt keine Rolle. In der Schweiz verdient/kostet man im Alter mehr, ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass unser Gehirn mit weniger als 20 Jahren am leistungsfähigsten ist. Da kommt man mit der später gepriesenen Erfahrung vielleicht bis 40. Und dann ist man wegen lange zurückliegender Ausbildung nie mehr nahe an Können und Fertigkeiten der Jungen. Wie benützt ein 18-jähriger sein Handy. Und wie müht sich ein 40-jähriger ab? Oder gar ein 60-jähriger, Taste für Taste sozusagen. Vielleicht noch Brillenträger?

    Geht’s ums Geld, und darum geht es, wird im Finanzwesen das Durchschnittsalter in den nächsten Jahren massiv fallen. In der Schweiz hat dies auch das Parlament erkannt. Lösung: Ein zusätzliches Kässeli für Alte vor dem Pensionsalter. Wer zahlt’s? Darüber spricht man später. Vorerst heisst es warten auf die AHV. Wenn die dann noch kommt.

    Das liegt nicht an einzelnen Unternehmen, sondern an unserer Kultur, Geldkultur sozusagen. Da sind nicht Finanzinstitute schuld, und die Stimmung spielt für die Finanzen keine Rolle. Haben Alte eine schlechte Stimmung oder verbreiten gar eine solche weiter: Nichts wie weg! Es geht nicht nur bei SIX um Rentabilität. Vielleicht gibt’s (noch) die eine oder andere Privatbank mit andern Werten.

    Ob die Kultur bei uns wieder einmal andere Werte fürs Leben hochhalten wird? In Japan, als Beispiel, wird viel an Geld gemessen, aber nicht alles.

    • Ich bezweifle, dass dies der Realität entspricht. Ich arbeite bei einer grösseren Bank, bei welcher das Durchschnittsalter stetig steigt und bei welcher die über 50-Jährigen mit den gleichen Quoten in der Belegschaft vertreten sind, wie in der Gesamtbevölkerung. Gerade im Bankwesen gibt es gar nicht genug Junge, um all die Spezialistenfunktionen zu besetzen. Ich gehe gegen die 50 und bin ziemlich gelassen diesbezüglich.

    • Gut dass Sie offensichtlich nicht älter werden und kein Brillenträge(auch in Zukunft) sind…. 🙂

    • In Japan mein lieber Charles werden ältere Semester respektiert und nicht einfach ausgemustert wie hier! Die Gesellschaft und auch Wirtschaft hat nicht ein einseitiges Profitdenken! Jeder Schweizer wird irgendwann einmal alt! Und jeder Bürger sollte einen Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben haben!

    • @Charles:
      Die Jungen verdienen einfach deutlich weniger, das ist so. Viele Leute über 50 kriegen sehr großzügige Löhne, verschiedene Boni, sehr viel Geld in der Pensionskasse, Abfindung, usw…
      Würde man diese Leute den Lohn um 40% oder mehr kürzen, damit sie gleich viel verdienen wie junge, wären sie nicht einverstanden und würden dann nichts mehr arbeiten.
      Es ist einfacher, diese zu künden und neue, billigere, jüngere anzustellen.

    • ältere Gehirne

      1) Expertenwissen: wird geprägt durch Berufserfahrung sowie spezielles Fachwissen: Die Leistung im Fachgebiet bleibt bei Experten auch im Alter überdurchschnittlich.

      2)Gehirnleistung lässt sich im Alter trainieren

      3) betreffen allfällige Beeinträchtigungen meistens das Lernen von komplett Neuem, also nicht Dinge im Zusammenhang mit dem Beruf

      Danke für die Kenntnisnahme

    • @Charles

      altersunabhängige Arbeitgebereiträge einführen!

      Die politische Lösung sind einheitliche altersunabhängige Sozialversicherungskosten / Arbeitgeberbeiträge. Zudem sollte den Sozialversicherern untersagt sein, die Risikoprämien des Arbeitgebers von der Altersstruktur der Arbeitnehmer abhängig zu machen. (so zahlen die Jungen die Risikoprämien der Älteren mit – also solange bis die Jungen, eben dann auch älter sind).

      Ein spezielles zusätzliches „Kässeli“ für Frühpensionierte würde nur die Assimilierung also die Anpassung mit dem europäischen Umfeld zusätzlich fördern: tiefere Löhne, mehr Sozialversicherungsfälle und mehr Arbeitslose.

    • @Mutti:
      Die Jungen müssen schon genug zahlen! Eine solche Anpassung würde diese junge Leute noch die Jobsuche schwieriger machen.
      Möchten Sie, dass Ihre eigene Kinder arbeitslos werden?

      Aber die Zahlungen an den Pensionskassen sind ein Detail. Niemand wird nur deswegen gefeuert. Das Problem ist einfach, dass die LÖHNE der Ü50 viel zu hoch sind, weit über die Marktpreise! Die Baby-Boomers sind einfach unglaublich verwöhnt und entdecken plötzlich die internationale Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben lebenslang in einer geschützten Wirtschaft gearbeitet. Viele haben eine minimale Ausbildung und haben trotzdem sehr gut verdient. Jetzt ist aber damit Schluss! Willkommen in der Realität!

    • Also ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht: Die älteren Teammitglieder waren die souveränsten im Umgang mit Kunden. Ihre Erfahrung und Know-how halfen schwierigste Probleme zu lösen. Sie waren auf Reisen die ausdauerndsten und sind generell zuverlässiger. Die jüngeren gaben schnell auf, sobald es komplex wurde, waren am Montag oder Freitag plötzlich krank, auf Reisen waren sie den Anstrengungen weniger gewachsen und gaben sich weniger Mühe, mit Geduld und Zeit vertrauensvolle langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

  24. „Geht die Deutsche forsch zur Sache“ … immer wieder dasselbe, in der Regel werden tüchtige (CH-)Mitarbeiter durch junge deutsche und andere Grossmäuler ersetzt. Siehe UBS, Zürich, u.a.

    Heisse Luft erzeugen sie und verringern damit die Heizkosten.
    Immerhin.

    • Dümmlicher Kommentar – Sie sind wohl auch einer der Sesselwärmer, für die bei SIX nun unangenehme Zeiten anbrechen. Dass dort aufgeräumt wird, ist lange überfällig.

    • es ist tatsächlich erschreckend, wie in der Schweiz ansässige, gut ausgebildete Personen durch Deutsche ersetzt werden. Eben erst eine unglaublich negative Erfahrung gemacht mit Swisscom. Bei praktisch jedem Telefonanruf war ein/e Deutscher/e am andern Ende der Leitung. Wenn diese nicht mehr weiter wissen – wird – wie in D üblich – einfach das Telefon abgehängt. Wann dringt die Tatsache endlich durch, dass schon die Matur/Abitur in D ca. 1/2 Wertigkeit hat der „Reifeprüfung“ in der CH. Die Deutschen kommen in Scharen – der Lohn und die sehr guten Sozialleistungen sind allemal besser als in D – vor allem wenn man von der ehemaligen DDR kommt. Beim Bund ist es unglaublicherweise der selbe Trend.In welchem europ.Land gibt es in der Verwaltung so viele Ausländer wie in der Schweiz.

    • Bin aber froh das Sie bein den Deutschen nur das „jung“ kritisieren.
      Wer sind denn die Grossmäuler?

    • Tja mein lieber Herr Zeller, lange ist’s her.

      Ich habe in der Finanzwelt mehrere „Aufräumaktionen“ erlebt und dabei auch Schreckliches mitbekommen.

      Was ich heute in der Retroperspektive feststelle:
      Das grosse Reinemachen war praktisch immer ein Pseudovorwand für das schuftende Fussvolk.
      In Tat und Wahrheit ging es um Macht, Karrieren und Günstlingspolitik unter Machthabern und Emporkömmlingen.

      Und um nichts anderes.

      Zuallerletzt um das Wohl der Mitarbeiter und die Zukunft des Unternehmens.

      Machiavelli ist unsterblich, leider.