Warum sind einige reicher als andere?

Die Schere zwischen wenigen mit ganz viel und vielen mit kaum genug geht weit auf – Schweizer fighten nicht mehr.

Leicht erschöpfte Menschen, ein Whiskey-Glas in der Hand, gegen 17 Uhr: „Wie macht man ein kleines Vermögen?“ Antwort: „Indem man ein grosses vernichtet.“

Frage an den Berater: „Wie macht man eine Million?“ Antwort: „Fangen Sie mit einer Milliarde an. Das ist einfacher.“

Erbe einer grossen Industriellenfamilie aus Winterthur: „Auch mit 20 Millionen Franken kann man in Italien gut leben.“

Lagebericht aus den Tiefen der UNO-Verwaltung: „Die Zahl der Armen in der Welt nimmt wieder zu.“

Seit Jahren wird in den klügsten Medien und in Dutzenden von Foren gerätselt, wieso es zu sehr grossen Vermögens- und Einkommensunterschieden kommen konnte, wie dies heute, weiterhin zunehmend, der Fall ist.

Weil sich dazu meist Professoren, Intellektuelle und Philosophen, aber auch Gewerkschafter und Vertreter der Kirchen äussern, selten aber Unternehmer selber, halte ich es für angebracht, den Zipfel der Bettdecke aus der Sicht eines langjährigen Beobachters ein wenig zu lüpfen.

Entscheidend ist das Wissen, dass wir in einer Klassengesellschaft leben, wo, wie in Indien, in Hamburg, in Basel oder unter den WASPs der US-Ostküste, das Thema Geld und Einfluss zu den Tabuthemen zählt, ganz nach dem Motto „Immer daran denken, nie darüber reden“.

Wir leben aber nicht nur in einer Gesellschaft mit wenigen Reichen und sehr vielen Ärmeren, sondern auch in einem Staat, wo jedes Jahr Milliarden vom Staat umverteilt werden.

Diese Niagarafälle von Geld sollen die Schweizer Gesellschaft stabilisieren, damit eines Tages nicht „Gelbe Westen“ aus dem Wallis oder dem Kanton Bern Richtung Zug und Zürich marschieren.

Denn es gibt nur drei halbwegs sichere Wege, richtig reich zu werden: Man kann das grosse Geld erben, muss gut heiraten oder selber arbeiten. Letzteres ist die dümmste Lösung. Sparen hat immer schon wenig gebracht, aber jetzt bringt es überhaupt nichts mehr ein.

Grob lassen sich folgende Stufen des Reichtums in der Schweiz unterscheiden:

Die Superreichen ab 1 Milliarde Franken Vermögen: Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich um Geld, das in 3 bis 5 Generationen aufgebaut wurde.

Wie die Merians in Basel und die Escher in Zürich einst Beziehungen zum Sklavenhandel unterhielten, wurde viel altes Geld, so in Winterthur, Lausanne und Genf, zur Zeit der europäischen Eroberungen in aller Welt verdient.

Die Grundlage war in fast allen Fällen eine geduldete Sklavenwirtschaft, wovon die Grossenkel der Gründer nicht mehr gerne sprechen. Sie verteidigen ihr geerbtes und in der Schweiz seither vermehrtes „sauberes“ Geld in „Family offices“, mit mehr oder weniger Glück.

Die Aufsteiger in die Superklasse: Es sind wenige, aber sie zählen, sei es auch nur als Symbolfiguren für die Freiheiten, welche bei uns gewährt werden. Zum Beispiel Christoph Blocher mit seiner Ems-Gruppe, die er mit einem gewagten Manöver unter seine Kontrolle brachte.

Was gerne übersehen wird: Milliarden hat Blocher mit Asset Management verdient, darunter dem Ausverkauf der Alusuisse, wo Martin Ebner und Sergio Marchionne behilflich waren.

Das Glück gehört dem Tüchtigen, was auch auf Peter Spuhler zutrifft, der die Kleinfirma seines ersten Schwiegervaters übernahm, um daraus einen Milliardenkonzern zu machen, die Basis für sein heute recht grosses, aber nicht überall rentables unternehmerisches Reich.

Der Finanzchef der SVP Schweiz, Walter Frey, Erbe des zweitgrössten Schweizer Autoimporteurs, machte daraus einen der grossen europäischen Konzerne im Automobilhandel.

Blocher und Spuhler hatten den Seeräuber-Blick, der Beute sucht, um aus dem Nichts ein Vermögen zu machen. Derlei ist in kleinerem Rahmen auch tausenden anderer Schweizer Unternehmer gelungen; viele ihrer Firmen gingen nach einer Generation wieder unter.

Die grossen Seeräuber, die in der Schweiz leben, hiessen Jorge Lemann, Auslandschweizer aus Brasilien, der unter ständigen juristischen Fehden ein Milliarden-Imperium aufbaute.

Dazu zählt Johann Rupert, Erbe des schwer reichen Anton Rupert, der nach dem Ende der Apartheid aus Südafrika flüchtete. Heute führt Rupert aus Zug die Richemont-Gruppe mit Schmuck- und Uhren nicht ohne Erfolg.

Mehr Sorgen macht ihm die Hirslanden Gruppe, wo er eine Kette der besten Privatspitäler zusammen gekauft hat, um nicht von Mode und Uhren abhängig zu sein.

Ivan Glasenberg, ein Südafrikaner der 2. Generation, denn der Vater, ein Kofferfabrikant, kam aus Litauen, hat in Zug die hoch umstrittene, aber vielerorts nützliche Glencore aufgebaut.

Wo und wie er Öl oder andere Grundstoffe ausbeuten oder kaufen lässt, ist hoch geheim, aber die Welt scheint ihn zu brauchen.

Wer nicht diesen Raubtierinstinkt hat, wird nie in die Klasse der Superreichen aufsteigen. Die Schweiz bietet ihnen einen goldenen und steuerlich vielfältig bevorzugten Käfig.

Die Dienstleister: In der seit zwei Generationen stürmisch wachsenden Dienstleistungsbranche gibt es ein Gesetz, das den jungen Eigentümer reich machen soll: der Faktor 3.

Er bedeutet: Wer richtig gut verdienen will, unabhängig von der Grösse des Unternehmens, muss das Dreifache der Saläre seiner Mitarbeiter als Honorar verdienen.

Wer den Faktor 2 schafft, kann mit einiger Mühe überleben. Mit dem Faktor 1 (Salär = Umsatz) ist der Untergang angesagt. Dann wird aus Beratern Schwarmintelligenz.

Natürlich haben Anwälte, Executive Searcher und einige wenige Hochschullehrer mit ihren Privatfirmen oft höhere Faktoren erzielt, so auch Spitzenwerber und einige PR-Berater, aber mehr als der Faktor 10 lag nur in Ausnahmefällen drin.

Während Karl Marx und Friedrich Engels die Ausbeutung der industriellen Arbeitnehmer als primäre Gewinnallokation vor knapp 200 Jahren beschrieben, ist es heute ein unübersehbarer Faktor geworden, dass die satten Einkommen der Normalverdiener aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts tatsächlich seit rund vierzig Jahren wieder schrumpfen.

Nur eine Minderheit der Arbeitnehmer, vielleicht zehn Prozent, kann sich dem einigermassen entziehen. Um Familien ernähren zu können, müssen viele Frauen deshalb wieder arbeiten.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer hat wenig soziale Kompetenz und ist eher schwerfällig. Sie macht für einen mässigen Lohn ihre Arbeitgeber reich, sei es einen Schreinermeister, einen Filialleiter oder die Chefs von Genossenschaften.

Wie zynisch Arbeitgeber geworden sind, weil niemand sich beschwert, zeigt die neue Migros Werbung, wo harmlose (Schein-)Kunden in TV-Spots gegen Honorar sagen: „Ich bin Migros-Besitzerin.“ Sie sind es natürlich nicht, aber es sind liebliche „Fake news“.

Wie schlecht die Beschäftigungs- und Einkommenslage bei den Banken und Versicherungen geworden ist, muss an dieser Stelle nicht betont werden. Dort sind die goldenen Zeiten für die unteren 90 Prozent vorbei.

Best ausgebildete Universitäts-Absolventen werden nur projektbezogen angestellt, um die Personalkosten niedrig zu halten. Vermögensbildung unmöglich.

Rund um den Zürichsee sitzen global tätige Milliardäre, deren Reichtum auf den Niedrigstlöhnen von Arbeitern auf allen Kontinenten beruht. Das gilt für die Grundstoff- und die Logistikindustrie und jede Form des Handels.

Die freien Märkte und offenen Grenzen bringen in der Schweiz monatlich mindestens einen gegen die Gesetze verstossenden Tieflohnskandal zutage.

An unseren Universitäten arbeiten im Mittelbau Assistenten auf einer ebenso unsicheren Basis wie das Pflegepersonal in unseren Edelkliniken.

Wer aus diesem Zyklus, der sich noch verstärken wird, ausbrechen kann, wird mindestens einigermassen wohlhabend. Das ist die Herausforderung für viele. Das Ziel kann nur in einem mehr als 30jährigen beruflichen Marathon erreicht werden.

Zu den potentiellen Gewinnern zählen Mitglieder von Generaldirektionen und hochklassige Spezialisten. Sie können noch „grosse Millionäre“ werden mit Vermögen von über 100 Millionen Franken. Oswald Grübel und Rainer Gut sind dafür repräsentative Beispiele.

Grüne Unternehmer werden seit der Leuthardschen Energiereform heimlich reich, darunter auch sozialdemokratische und grüne Politiker. Wenn dann, wie im Fall von Balthasar Glättli („Jesus“), auch die Frau noch als Nationalrätin erhebliche Einkommen bezieht, wird der Weg zum „kleinen Millionär“ kurz.

Bei der Mehrzahl der Reichen handelt es sich um kleine Millionäre mit höchstens 10 bis 30 Millionen Franken Vermögen.

Dort sind auch Frauen zu finden, die es aus eigener Kraft geschafft haben.

In die Superklasse der Milliardäre schaffen es nur Erbinnen grosser Vermögen oder glückliche Flugzeugbekanntschaften wie Margarita Louis-Dreyfus, geborene Olegowna Bogdanova aus St. Petersburg, deren Mann Louis Dreyfus früh verstarb und sein Vermögen ihr und seinen Kindern hinterlassen hat.

Ebenso geschah es der Krankenschwester Friede Springer, die von Axel Springer das grösste deutsche Verlagshaus nach seinem Tod erbte.

In der Schweiz gehört knapp dazu Carolina Müller-Möhl, die nach dem Flugzeugabsturz ihres Mannes in den Genuss eines mindestens 800 Millionen-Vermögens gekommen ist.

Es sind also nicht mehr nur die alten Eliten, die über viel Geld verfügen, sondern es sind neue Aufsteigerinnen und Aufsteiger, die soziale Exklusivität pflegen. Die alten Eliten, seien es die Berner Adligen oder die Zürcher Zünfter, gehören heute meist zu den „kleinen Reichen“.

Wenige, wie die Albers in Zürich, haben den Anschluss an neuen (Immobilien-)Reichtum geschafft.

Derart lösen sich auch die alten englischen Eliten auf, wo Nigel Farage, ein fastnächtliches Abbild einstigen Glanzes, sein Land aus der EU führen will, um dann die Welt im altbritischen Stil neu zu erobern. Nur wollen die Schotten nicht mehr mitmachen, die im British Empire die eigentlichen Träger des Erfolgs waren.

Nicht anders in Frankreich, wo Emmanuel Macron die Elitehochschulen der ENA schliessen will, um neuen Kräften den Aufstieg zu ermöglichen. An die Berliner Humboldt-Universität gehen vorzugsweise Lateinamerikaner, die noch nicht begriffen haben, dass Alexander von Humboldt, einer ihrer beiden Gründer, längst das Zeitliche gesegnet hat.

Warum schaffen es einige und andere nicht? 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung dürfte es einfach egal sein. Sie lebt, sei es als Lehrer, Angestellter, Pfarrer oder Staatsangestellter, mehr oder weniger in den Tag hinein.

Oft ist noch ein Erbe vorhanden, aber eigene Kinder gibt es immer seltener. Der Rest geht an die Vogelwarte Sempach. Ist der Schweizer Bevölkerung der Ehrgeiz ausgegangen? Man könnte es glauben.

Kommentare

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  1. @Dirk

    Sie haben Ihre Frage selbst beantwortet.

    Die Staatsschulden sind Kredite, welche sich der Staat bei Vermögenden besorgt. Diese Forderungen gegen den Staat werden die Vermögenden nicht mit ins Grab nehmen, sondern an ihre Erben (überwiegend steuerfrei!) weiterreichen. Diese Erben profitieren also von den Staatsschulden und können sorgenfrei leben. Gekniffen sind die Erben mitteloser Bürger, diese dürfen mit ihren Steuern die Staatsschulden und damit die Einnahmen der reichen Erben bezahlen. Nicht alt gegen jung, sondern arm gegen reich ist das Problem.

  2. Mit Aktien der Crédit Suisse, UBS, Deutsche Bank
    konnte man in den letzten 15 Jahren Milliardär werden,
    wenn man Put-Optionen auf diese Aktien kaufte.

    • @Selfmade Billionaire

      … Wenn… dann….hätte.

      Nein, ist viel zu spekulativ.

      Die es predigen machen es ganz anders:

      Denn die Insidergewinne sind kalkulierbar, da OHNE PERSÖNLICHES RISIKO die Rechnung immer aufgeht.

      Wer trägt dann die Risiken?

      Es sind die Anleger, die in Fonds investieren; es sind die Pensionskassen-Destinatäre. Die Insider benützen deren Anlagegelder um den Aktienkurs zu manipulieren.

      Die Risiken werden daher in diesem System sozialisiert und die Gewinne privatisiert.

      That’s the name of the game!

      Also seid ehrlich und predigt nicht Risk Taking, wenn ihr – werte Insider – genau das Gegenteil macht.

  3. Vielen Dank für die interessante Aufstellung.
    Am Schluss haben sie aber noch eine Gruppe von Menschen vergessen: Diejenigen die nicht in den Tag hinein leben und trotzdem nie reich werden. Weil sie nämlich das System, entweder bist du reich oder du bist nichts, von Grund auf ablehnen. Es gibt Menschen die wollen vor allem ein erfülltes, menschliches leben für sich, aber auch für andere. Und das geht nun einmal nicht, wenn man selber 12h im Tag im Büro hockt, seine Kinder und Partner vernachlässigt, die Natur vom Kalenderbild her kennt und mit seinem Tun anderen Menschen die Lebensgrundlage raubt.

    Dass sind meiner Ansicht nach die wirklich reflektierenden und bewusst lebenden Menschen.

    • Super geschrieben. Es gibt wirklich noch wichtigeres als Geld und Konsum. Ja 12h im Büro „hockt“ mehr tut derjenige auch nicht als den Tag abhocken und das leben zieht an ihm vorbei.

    • Auch ich vermisse den Chef-Arroganzler. Ist er in sich und dann ins Kloster gegangen? Oder bereits im Jenseits (bekanntlich ohne Internetverbindung). Schade. MdP, bitte melde dich!

  4. Ich möchte nur zwei kurze Anmerkungen loswerden:

    1. Unser System ist bewusst und gewollt so konstruiert, dass das Kapital von der Allgemeinheit an ganz wenige, auserwählte Stellen fliesst. Das Bashing hier auf IP, das sich an einzelne Abzocker in den Teppichetagen unserer Banken richtet, ist berechtigt, jedoch nicht zielführend, denn ein Nachfolger für eine bestbezahlte Stelle ohne Verantwortung, lässt sich immer finden. Das System als solches stellen jedoch nur die wenigsten in Frage. Wir nehmen unsere Verantwortung als Erdenbewohner also nicht wahr, und haben es somit auch nicht besser verdient denn als Systemsklaven ausgebeutet zu werden.

    2. Kapital, Reichtum und Geld haben in unserer kranken Gesellschaft einen derart hohen Stellenwert, der niemals gerechtfertigt ist. Wem das Bewusstsein fehlt für Zusammenhänge, für höhere Gründe und Ziele des Lebens als solches, beschäftigt sich eben ausschliesslich mit weltlichen und materiellen Dingen, und betrachtet es als Hauptaufgabe des Daseins, in der Rangliste der Kapitalkräftigen möglichst weit oben gelistet zu sein. Ja, das bringt Ansehen, Einfluss und Macht, und somit noch mehr Zaster. Und genau dieses Verhalten zerstört und vergiftet unsere Umwelt und unseren Planeten, nicht das neutrale CO2, ohne welches biologisches Leben gar nicht möglich wäre! Und was machen wir dann, wenn die Erde komplett ausgebeutet ist? Ja, genau, die Reichen unter uns kaufen sich dann eine neuen Planeten, gesponsert von Monsanto, Glencore, McDonals und Nestlé, und das Spiel beginnt von Vorne…

  5. Sehr geehrter Herr Klaus Stöhlker

    Ihre Frage wird durch die aktuellen Steuergesetze beantwortet. Diese lassen keine Zweifel aufkommen: Unternehmen und Kapitalbesitzer werden geschont, zahlen muss die Mehrheit der normal und gering verdienenden Bürger, ebenso wie Rentner, Arbeitslose und Alleinerziehende. Die ständigen Steuererleichterungen der vergangenen Jahrzehnte für Unternehmen und Kapitaleinkommensbezieher haben diese Umverteilung enorm verstärkt. Bleiben die Steuerregelungen so wie sie sind, wird sich daran auch in kommenden Generationen nichts ändern.

    • Die Optik auf die Steuern beantwortet die Frage nur zur Hälfte (wer Gelder an den Staat zahlt). Die andere Hälfte der Gleichung ist, wer Gelder oder geldwerte Leistungen vom Staat erhält.

    • @Dirk

      Die Staatsverschuldung (Bund, Gemeinden, Kantonen und Staatsbetriebe ist ein nicht unerheblicher Beitrag zur Umverteilung von Bürgern mit geringen und normalen Einkommen hin zu Vermögenden, bei denen der Staat seine Kredite aufnimmt. Diese Umverteilung über Staatsschulden wird in der politischen Diskussion kaum thematisiert, stattdessen, und Ihre Zeilen sind der Beweis, wird reflexartig auf den Sozialstaat als ein alleiniges Kostenfaktor degradiert. AHV, IV, SUVA oder PK-Leistungen werden Ihnen nicht geschenkt. Sie finanzieren das mit Beiträgen und Steuern.

    • Platon,

      Wenn der Staat Kredite von Vermögenden aufnimmt, dann verteilt er keine Gelder, sondern im Gegenteil er borgt sich Gelder (und diese Gelder kann er ja theoretisch auch wieder zurückzahlen, indem er Steuern erhebt).
      Umverteilen tut der Staat, indem er Steuern erhebt, und Gelder ausgibt (sei es für Investitionen, Löhne bei Dienstleistungen, soziale Transfers). Die Differenz dieser beiden Flüsse ist die individuelle Umverteilung.

  6. Sehr scharfe Analyse, aber leider wird ein ganz zentraler Punkt unterschlagen:
    Analysiert man die wahre Herkunft der grossen Milliardenvermögen in der Schweiz, stellt man fest:
    – ein Herr Urs Schwarzenbach hat mutmasslich knallharte Geheim Deals mit geliehenen Geld gemacht (war damals nicht verboten).
    – ein Jorge Paulo Lehmann macht auch knallharte abgesprochene Deals mit Warren Buffet und Bankern.
    – ein Eric Sarasin hat einen Teil seines Vermögen mit inzwischen verbotenen CUM EX Deals verdient.
    – ein Lukas Mühlemann hat Mio Immovermögen dank seiner CS schaffen können als er in St.Moritz attraktive CS Grundstücke kaufen konnte.
    Wo man auch hinschaut, kaum jemand hat ethisch sauber Geld verdient unter den Superreiche und alle schauen beschämt und devot weg, sogar die FINMA- die aber auch unter einer Decke steckt mit vielen

  7. Wieder einmal ein präzise, unabhängige Artikeln, wie von ein weltmann mit Format und Intelligenz erwarten können….Bravo!
    Aber zu was führt diese ( ge) erbte Reichtum? Mindestenstens in USa bis vor 30 Jahre war noch möglich, dass ein Sohn von ein karribik Einwanderer Steinreich würde und sogar eine der reichtste der Geschichte! In eine Generation…Jeff Besoz ist der Name für die wenige die nicht wissen…
    Somit auch in Usa ist jetzt fertig mit “ miracle amerika“ …in der Schweiz ist schon lange nicht mehr möglich, oder nur durch trickserei, neue Sklaverei und Missfälle, die jede einfach als Mensch erschrecken sollte. Das führt nur zu Dekadenz, Zivilisationszerfall…das ist das Ende! Garantiert…aber am ende bleiben nur noch Leute wie ich: Geldlos , aber voll von Intelligenz, Ideen, Menschlichkeit und Vernunft…auch ein bisschen Weissheit gepaart mit klassische Wahnsinn…das wollten wir und bekommen jetzt “ Gratis“ abverdient. Danke für die Ignoranz, ab – und zu Stupidät. So weiter…

  8. Heute die Grünliberalen wollen die AHV für vermögende abschaffen!
    Einzahlen dürfen sie noch aber erhalten keine Rente mehr!
    So läuft die Umverteilung, wer will da noch „schuften“ und Risiken tragen wenn am Schluss nix rausschaut? Dann lieber das Leben geniessen sich bei erster Gelegenheit in die Sozialhängematte begeben und andere werken lassen. Die Grünliberalen haben noch nie was aufgebaut oder hart gearbeitet aber wollen uns alles vorschreiben und einschränken. Da frage ich mich wieso werden solche gewählt?

  9. Ich persönlich danke Herrn Stöhlker dafür, dass er sich die Mühe macht, uns entscheidende Begründungsaspekte dieser Entwicklung mitzuteilen. Wir sollten diese zunehmende Divergenz der Vermögensentwicklung ernstnehmen. Darüber hinaus ist natürlich schon wichtig zu verstehen, dass man mit einem ordentlichen Vermögensbödeli (ererbt oder in eher seltenen Fällen erarbeitet) auch bei diversen Anlagekonzepten ansprechende Erträge generieren kann. Und sollte. Man muss das sagen. Die Schweiz hat schon viele Entwicklungsdisruptionen überstanden, z. B. im Textilbereich. Die Schweiz hat allerdings auch beschämende Ressourcen international zu bieten gehabt: junge Männer in fremdländischen Söldnerdiensten.

  10. Und wohin haben die Schlaumeierli die Welt geführt? Einmal abgesehen von der zerstörten Welt (…), wurde nicht deshalb Donald Trump Präsident gewählt und Marine Le Pen wird ihm in Frankreich bald folgen. Gewählt von denen, die die Zeche bezahlen für all den Ehrgeiz der Schlaumeierli.

    Hermann Oberth hat es so formuliert: „Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen. Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt. Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird umso schlechter, je besser und einflussreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will.“

  11. Alain de Botton ist Philosoph. Er stammt aus einer schwerreichen Bankerfamilie. Und hat sich in der Zeitschrift Magazin, Ausgabe 24.08.2002, Rubrik „Fragen Sie Alain“ zur Frage geäussert:

    …Es geht mir finanziell sehr gut. Viel besser, als ich es mir je erhofft habe. ..ehemalige Schulkameraden leben ganz offensichtlich fast in Armut…frage ich mich, was Menschen, die es zu Reichtum gebracht haben, von anderen unterscheidet. Warum schaffen es gewisse Charaktere und andere nicht.“

    Ausschnitte der Antwort:
    «Grundsätzlich glaubt unsere Gesellschaft, dass Leute, die viel Geld verdienen, bessere Menschen sind. Und die Gründe dafür sind wenig geheimnisvoll: Geld verdienen verlangt oft Charakterstärke, die meisten Berufe erfordern einen Gewissen Grad an Intelligenz, Energie, Vorbedacht und Kooperationsfähigkeit..»

    «Wobei wir, fuhr Shaw fort, eigentlich alle eindeutig sehen könnten, dass ein Mann Durch eine niedere Form der List drei oder vier Millionen Pfund einstecken kann, indem er schlechten Whisky verkauft oder die Getreideernte verfrüht und sie zum dreifachen Preis verkauft…während Männer, die sich in ihren noblen Fähigkeiten üben oder ihr Leben für die Mehrung des Wissens und der Wohlfahrt riskieren vergessen und in Armut enden können.»

    Er zitiert John Ruskin „Unto this Last“ 1862 und dessen bitter ironisches Fazit nach Jahrzehnten Studium von Arm und Reich:
    „«Im Allgemeinen sind Menschen, die reich werden, arbeitsam, entschlossen, stolz, begehrlich, pünktlich, methodisch, vernünftig, fantasielos, gefühllos und unwissend. Arm bleiben die vollkommen Dummen, die vollkommen Weisen, die Untätigen, die Leichtsinnigen die Bescheidenen, die Nachdenklichen, die Sorglosen, die unregelmässig und impulsiv Bösen, die ungeschickten Schurken, die ehrlichen Diebe und die barmherzig gerechten frommen Menschen.»
    Er beendet den Artikel:
    „Eine Vielzahl äusserer Begebenheiten und innerer Eigenschaften führen dazu, dass der eine mittellos und der andere reich wird. Da spielen Glück und Umstände mit, Krankheit und Angst, Unfälle und Spätfolgen, gutes Timing und Pech. Also ist es dumm anzunehmen, wir hätten auch nur die geringste Ahnung, wen wir auf die Ankündigung eines „Armen“ oder „Reichen“ vor uns stehen haben.“
    Schlusssatz
    „Denken Sie nicht über Ihren Reichtum nach. Das ist prätentiös. Geben Sie Ihr Geld aus, oder, noch besser, verschenken Sie es!“

    Ich gehöre zu den Menschen, die sich die Frage: „Wie werde ich reich?“, also so richtig geldmässig reich, nie gestellt hat. Bereits als Kind empfand ich dieses Ziel als sinnlos und dumm, weil ich gelernt habe, dass sich mit wenig Geld in der Schweiz gut leben lässt – zudem empfand ich Menschen die mit Geld prahlten als hohl. Aber ich fragte mich auch, ob ich einfach zu wenig ehrgeizig oder zu faul sei. Darum ist mir der Text von De Botton aufgefallen.

    Andere Themen sind der relative Vermögenserhalt der Schweiz als Nation und des typischen Schweizers im Vergleich zu Europa sowie die Systemfehler welche zurzeit Grossanleger in Aktien übermässig profitieren lassen. Diese systematischen Fragen interessieren und motivieren mich. Also faul bin ich demnach nicht.

    PS: Es lohnt sich, den ganzen Text von De Botton zu lesen.

  12. Herr Stöhlker erwähnt eine Reichstumsquelle nicht, wo Einzelne auf dem Buckel von Anlegern sozusagen über Nacht Multimillionäre werden und worüber kavaliersmässig hierzulande geschwiegen wird:

    Insidertransaktionen durch Portfoliomanager, Geschäftsführer, Verwaltungsräte und Börsenhändler.

    Wichtig ist dabei a) über börsenrelevante Vorabinformationen zu verfügen, b) Zugriff auf genügend Manövriermasse (grosse Vermögen) zu haben und c) in einem sog. „Personen-Zirkel“ zu agieren.

    Was ist das und wie geht es?

    Personen, die sehr nahe am Geschehen eines Unternehmens dran sind, bzw. über Informationsvorsprung verfügen, tätigen z.B. privat grosse Vorauskäufe von Aktien kleinerer-bis mittlerer Unternehmen in ihr persönliches Aktiendepot. Diese Vorauskäufe können auch mit geringem Kapitaleinsatz mittels Optionen getätigt werden. Dabei werden Aktien kotierter KMU mit geringem Streubesitz bevorzugt.

    Erst dann werden positive News (z.B. betreffend Übernahmen, Produktinnovationen etc.) generiert und in den Markt gespiesen, und so die betreffende Aktie breit «hinaufgekauft» mittels grösseren Verwaltungsmandaten für Aktien, bzw. Aktienprodukte.

    Verwendet werden hierzu bevorzugt Anlagegelder von Pensionskassen oder sog. «High-Net-Worth Individuals». Dabei ist wichtig, dass die Protagonisten den Zugriff auf grosse Vermögen haben, um den Aktienkurs mit genügend finanzieller Manövriermasse zu «stossen».

    Die so erwirkten Kursgewinne realisieren die Protagonisten (die meist in verschwiegenen kleinen Zirkeln mit «Eingeweihten» operieren) BEI SICH SELBST ZUERST, wodurch in kurzer Zeit je nach Volumen, ein bis zweistellige Millionengewinne steuerfrei ins Privatvermögen dieser Akteure, bzw. verschwiegenen Akteursgruppen, gespült werden.
    Der ganze Bereicherungsvorgang wird dann mit weiteren Aktien, die ebenfalls zum Kauf hinaufgeredet werden, fortgesetzt.

    Die so erzielten Gewinne werden aufgeteilt und meist in anonymisierten Rechtsvehikeln (Stiftungen, Trusts, Scheinfirmen) «angelegt» auf besonders hierzu geeigneten Finanzplätzen.

    Bis jetzt hat es in der Schweiz wenige Untersuchungen zu Insidertransaktionen im Rahmen des liberalen Finanzstrafrechts gegeben, und die endeten meist mangels Beweisen in der Einstellung des Verfahrens. Z.B. Insideruntersuchung im Vorfeld der Fusion Bank Bellevue und Swissfirst (Thomas Matter) oder im Rahmen der Siemens PK (Hans Kaufmann). Dann gab es etwa eine Handvoll Verurteilungen (z.B. bei Andy Rihs/Phonak, Beamten PK Kt. Zürich).

    Belohnt wurde und wird in diesen Systemen auch das willfährige Andienen von entsprechend sensitiven Aktienpaketen an die «Insider» z.B. durch PK-Verwalter oder Portfolio Manager mit VV-Mandaten im Vorfeld börsenrelevanter positiver News.

    https://www.20min.ch/finance/news/story/Die-bekanntesten-Faelle-von-Insiderhandel-23160949

    https://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiwxvqIqqfiAhUFxqYKHV86CUwQFjAAegQIAhAB&url=https%3A%2F%2Fwww.blick.ch%2Fnews%2Fwirtschaft%2Fswissfirstsumpf%2Fdie-stiftungsraete-der-pensionskassen-sind-stuemper-id114323.html&usg=AOvVaw1h3qCJZLvtYR1nG02a0LTl

    https://www.20min.ch/finance/news/story/So-hat-es-Andy-Rihs-zum-Millionaer-gebracht-11712718

  13. Unser Leben ist nie fehlerfrei.
    Genau darum sind einige armer als andere.
    Ich kann verstehen, wie schwer est ist, das zu akzeptieren.

  14. Bin ich eigentlich der einzige hier, der die Aussage(n) von Herrn Stöhlker konstant nicht versteht? Was genau will uns hier Herr Stöhlker mitteilen?

    • Herr Stöhlker verdient als Berater Geld von Vermögenden oder solchen die es werden wollen.

      Aus seinen Texten lese ich immer wieder die Themen: Angst vor sozialem Abstieg, Sinn für Hierarchien und soziale Klassen, angestrebte Assoziationen mit Reichtum und Schweiz, Geltungsdrang, Talent für Eigenwerbung

      Letzteres würde Ihre Frage beantworten. Dies ist jedoch nur mein persönlicher Eindruck.

    • @ Mutti

      Treffend gesagt und auf den Punkt gebracht.

      Herr Stöhlker spielt auch hier auf IP sein mediales Schachspiel:
      Er weiss, dass der Mob leichtgläubig und adaptiv ist. Und er beherrscht die Klaviatur der Dramaturgie und Beeinflussung, um einen Auftraggeber mit gewissen Schachzügen aus dem Visier einer negativen Schlagzeile zu nehmen, in der Hoffnung er könne es ins Gegenteil kehren (z.B. bei Thomas Borer, Sepp Blatter et al.). Dabei nimmt es der PR-Berater mit der Wahrheit nicht immer so punktgenau…und benützt verschiedene Vormarschachsen.
      Dass weiss auch er, denn ohne „Drecklen“ kommt auch ein PR-Berater nicht zu Vermögen.

    • Stöhlker betreibt hier Feldforschung, mit welchen Emotionen kann er die Zielgruppe der Inside Paradeplatz Leser (Arbeitslose Bankangestellte 50+) am besten mobilisieren. Welcher Texte von Stöhlke bekommen am meisten Kommentaren, welche Kommentare werde hoch gevotet, u.s.w.

    • Ich glaube, dass seine Motivation für diesen Text vor allem am Ende offensichtlich ist. Er will wohl sagen: Streng dich an, mach wie dir geheissen, unterstütze die Grossen und vergiss deine Moral. Nur so wirst auch du mal ein Grosser!

      So erhält man den perfekten, devoten und willigen Helfer der dann wahrscheinlich auch gut gehalten wird. Um so mehr es von diesem Charakter gibt, um so grösser ist die Auswahl an Talent und ums stärker ist der Druck noch mehr zu leisten und noch weniger sein eigenes Tun im Beruf bzl. Moral und Anstand zu hinterfragen.

  15. Alles bla bla bla.. vergessen sie dieses Land (besteht im wesentlichen aus einem milliardenteuren Beamtenheer welches Hyperbürokratie erzeugt und nur dank der Nationalbank- Bank überlebt und staatlich geförderten Monopolzuchtbetrieben, Migros, Coop).
    Vergessen sie die Betrüger Börse wo vor allen Firmenbosse abzocken!
    Vergessen sie künstlich überteuerte Immobilien! Kaufen sie mit einem kleinen Einsatz an Geld südamerikanische Tiefpreis- Grundstücke ( Brasiluen) und sie werden im nix – komma – null Millionär! Wo finden? Im Internet! Ich der Autor habe das selbst ausprobiert und bin in kurzer Zeit Multimillionär geworden! Nicht neidisch werden- jeder kann das!

  16. Walter Frey kassierte kartellmässig Jahrzehnte lang auf jedes importierte Auto seiner Marken tausende Franken. Leichter kann man wohl kaum reich werden …

  17. Nein Herr Stöhlker, dieses linke Mantra hat Gerhard Schwarz in der NZZ schon vor gefühlten 10 Jahren widerlegt. aber es ist ein Rattenfängertrick der Linken seit über gefühlten 150 Jahren, Marx hats nicht nur profezeit sondern auch bewiesen (nur wo?) Unsere nationalen Sozialisten beharren auf diesem Mantra, nicht wahr? Ich weiss, politisch nicht korrekt, somit nicht————-

    • Bis in die 00er Jahre war klar, daß es in Europa insgesamt aufwärts geht und jeder konnte darauf hoffen, morgen wohlhabender zu sein als heute.

      Heutzutage muß man eher froh sein, morgen nicht ärmer zu sein als man gestern schon einmal war.

  18. Stimmt; bis auf den Brexit-Teil – damit wollen die Briten nicht die Welt erobern, sondern sich von einer zur Wirtschaft parallel laufenden Verknechtungsmaschine befreien: die EU.

    • Unsinn, der Brexit ist eine riesen Nostalgieveranstaltung in Sachen Make Britain Great Again. Läuft aber wohl er auf Little England hinaus.

  19. Ich bin unglaublich reich obwohl ich ein (freiwilliger)
    armer Schlucker bin der sich im Tieflohnbereich seine Existenz sichert.

  20. Schöner Text, Herr Stöhlker! Ich erkenne mich im porträtierten Bünzlischweizer ganz am Schluss wieder, der die Grenze zum Zynismus bereits 2 Jahre nach Karrierestart überschritten hat, nichts mehr glaubt und trotzdem amüsiert „Inside Paradeplatz“ liest.
    Dafür, dass wir auf einem solch kleinen und unbedeutenden Planeten leben, massen wir uns ganz schön an. Die Milliarden der Merians sind mir persönlich einigermassen Wurst, so lange ich sonntags noch in Ruhe rasenmähen darf. Lieber Sex in der Diele als ein Picasso!

  21. Würden die in den Tag hinein lebenden Lehrer, Angestellter, Pfarrer oder
    Staatsangestellter fighten, so würde dies in einen Karrierekampf mit
    ungeahnten sozialen aber auch innerfamiliären Spannungen münden,
    denn der Aufstieg könnte, wie von Ihnen gezeigt, nur ganz wenigen gelingen.
    Damit einige superreich werden, muss das Gros unten bleiben. Gilt leider
    immer noch.

    Was nun den Staat betrifft, der jedes Jahr Milliarden umverteilt, folgendes:
    Da, wie Ihnen bekannt ist, die Steuerprozentkurve sich oben wieder abflacht, geschieht diese Umverteilung von der unten nach oben, ´die Schere geht auf´. Untere Einkommen sind solche unter 150’000.- Fr. p.a., da gemäss der vor Jahren in einer FDP Wahlpropaganda gelesenen Aussage die mittleren Einkommen bei 150’000.- p.a.beginnen.

    • Das stimmt nicht, es verdienen weniger weniger als 8 % der CH Landesbevölkerung mehr Lohn als CHF 148’200.

      Das UVG Lohnmaximum kann hier als echtzeit Indikator verwendet werden.

  22. Blödes Beispiel aber die meisten haben ihr Geld wohl in Wertpapiere investiert. Ich halte ua. Verisign seit 2003. Der relative Profit liegt aktuell bei knapp 1400% was nicht sehr spannend ist. Was aber für mich interessant ist, ist der Kapitalhebel mit dem ich inzwischen operiere. Dieser liegt bei c.a. 16 (auf mein ursprünglich investiertes Kapital). Mit anderen Worten, wenn die Aktie um 5% schwankt dann sind das bei mir 80% (auf mein ursprünglich investiertes Kapital). Ich vermute dass dies ein wichtiger Faktor ist, reiche noch reicher zu machen denn Zeit ist hier dein bester Freund!

  23. Möglich, dass es noch nicht alle Zeitgenossen realisiert haben könnten, die Mittelschicht wurde und wird systematisch wegrationalisiert, damit oben mehr hängenbleibt. Die Masse der Unterschicht sind die neuen Sklaven, die arbeiten dürfen, damit die Strohmatte zum Schlafen und die tägliche Brotsuppe gesichert ist. Das Finale: Revolution, Zerstörungen und brennende Paläste.
    Gunther Kropp, Basel

  24. Also also…….

    Dafür das mache Erben dürfen können sie nichts, Glück gehabt.
    Und diejenigen die es sich verdient haben, alle Achtung vor ihnen.
    Seit der Finanzkrise von 2008-9 aber wird unglaublich viel Geld in die Finanzwirtschaft gepumpt, so das die Zahl der Millionäre steigt, aber es fallen auch viele weg.
    Der Mittelstand mit den einfachen Millionären, die von 1-50 Millionen besitzen, der wird immer dünner, Dabei sind das die produktivsten Millionen, denn die haben eine Firma und ein paar Angestellte und wissen wo Gott kockt.

    Was sich stark vermehrt hat, das sind die Milliardäre, denn bei ihnen haben sich die Gelder gesammelt welche zum Beispiel die EZB in den kranken Kreislauf gepumpt hat.
    Die Zahlen die ich als Laie lese, die belegen genau das, nämlich das diese „Quantitative Easing“ Gelder nicht dort landen wo sie Produktivität erzeugen, nicht bei den Mittelständlern, sondern bei den Finanzern mit ihren eh schon immer ungesunden Finanzprodukten. Diese Finanzer sagen natürlich, würde ihr Sektor zusammenbrechen, würde auch die Wirtschaft als ganzes Crashen. das ist leider Richtig, denn wir haben den Finanzsektor nie gesundreguliert. Die Soziregierungen brauchen nämlich das Geld wie den nächsten schuss Drogen, darum reden die zwar immerzu über das Kapital, ändern aber nichts wirklich.

    Diese Milliardenbetröge haben sich nicht in Luft aufgelöst, sondern die Finanzmärkte beflügelt.
    Geld ist billig und in masse zu haben, nur nicht für Existenzgründer….für die kleinen nicht.

    Wer eine Milliarde besitzt kann eigentlich nichts mehr tun damit er sein Vermögen verliert, denn das generiert auch im heutigen Zinsumfeld noch an die 100ooo Gewinne pro Tag.
    Nur ein Crash könnte das ändern.

    Natürlich haben wir im Zuge des Globalismus viel Unsinn angerichtet, denn Vermögen ist extrem flexibel, während der Angestellte das nicht im gleichen Masse sein kann.
    Grosskonzerne, wie sagen wir mal VW, sind sehr gut für die jeweiligen Länder, Firmen wie LIDL allerdings nicht. Bei IKEA arbeiten immer noch Myriaden von schlecht ausgebildeten Verkäuferinnen in Teilzeit, also nur gerade so viel das sie nicht Pensionskassenpflichtig werden. Sie alle werden dafür die Altersarmut kennen lernen wenn sie da nicht wegkommen. Noch aber kann man diese Folgen nicht sehen.
    Die Migros ist dagegen natürlich dem Umfeld der Discounter ausgesetzt, aber doch besser wie manch anderer. Da hört man weit weniger wie neuerdings auch von Coop Angestellten…… „es sei schon lange nicht mehr wie früher“

    Wie wir es auch wenden, die Politik und der Stimmbürger tragen die Verantwortung.
    Die Politik weil sie uns ständig wohlweisslich belügt, die Stimmbürger weil sie es nicht erkennen wollen können und Sozis aller Couleur wählen.

    Und es ist der Globalismus den die Sopzis befördern, der uns das einbrockt, gepaart mit dem Neoliberalismuss der mit Liberal oder Libertär aber nichts zu tun hat.
    Die Verarmung die damit einhergeht ist immer die Folge sozialistisch geprägter Politik und die haben wir hier in der Schweiz seit 30 Jahren.

    ———————————————

    An diesem Wochenende haben die Schweizer Bürger 2 Vorlagen über die sie befinden können.
    Und sie werden beide Giftbecher austrinken.

    Das Lügenpacket, der demokratische Sündenfall bei dem man uns das eine mit etwas völlig anderem verknüpft, also ein Zückerchen verabreicht um uns zur Zustimmung dess anderen zu bewegen. Ehrlich wäre was anderes ….?

    Die zweite Vorlage ist das Waffengesetz.
    Und da ist es die Nachregistrierung die den Kern der Sache bildet. Sicherheit, ja die wäre zu erreichen in dem man die Illegalen ausweist, aber darum geht es eben nicht.
    Denn die EU, nicht wir, die EU wird alle 5 Jahre das Gesetz überprüfen und nivellieren. Dann werden die Waffen die jetzt registriert werden, verboten.
    Herr und Frau Schweizer stimmen zu, denn sie meinen Schengen sei wichtiger wie unsere Freiheit.
    Aber ein Staat ist nur so frei wie seine Waffengesetze… sagte einst Heinemann, Deutscher Bundespräsident.
    Wir legen eine Gesetzgebung die eine Jahrhundertelange Schweizer Tradition betrifft, in Brüsseler Hände.
    Der Altbesitz sei gesichert heisst es. Nur sagen uns die Politiker nicht das dies nur bis zur nächsten
    EU Waffenrechtsnovellierung gilt.

    • Mein lieber Schwan. Und Sie glauben sicher auch, dass die Erde eine Scheibe ist und Chemtrails durch die „Soziregierungen“ verursacht werden? Ich hoffe nur für Sie, dass Ihr Beitrag ironisch gemeint ist. Falls nicht, haben Sie hoffentlich gute medizinische Betreuung.

    • @Roman
      Ihr aggressiver Stil geht gar nicht. Ich hoffe, dass Sie wenigstens mit Ihrem eigenen Namen zu Ihren Schwächen stehen.

      @Walter
      Ihren reichen Text habe ich sehr gerne gelesen und ich stimme meistens überein. Ich finde jedoch, dass es nicht mehr zeitgemäss ist Sozis gegen Neoliberale auszuspielen.
      Wir leben seit mindestens einem Jahrhundert in einer sozialen (also nicht 100% liberalen) Marktwirtschaft. Entsprechend gilt es auch Lösungen zu suchen und zu finden. Zudem bin ich der Meinung, dass Fehler des aktuellen Systems genauso von der Rechten u.a. FDP verursacht wurden wie von der Linken.

  25. Es ist nicht mangelnder Ehrgeiz, der Lehrer, Angestellte, Pfarrer oder Staatsangestellte nicht antreibt, grosse Vermögen anhäufen zu wollen. Es ist oft die Erkenntnis, dass das Leben auf der Jagd nach Mammon verschwendet ist. Es gibt Menschen, die haben ergeizigere Ziele als Geld, aber dazu braucht es möglicherweise eine Mischung aus Lebenserfahrung, Bescheidenheit und Intelligenz.

    • Man will Geld verdienen,
      um glücklich zu leben,
      und die ganze Anstrengung,
      die beste Kraft seines Lebens
      konzentriert sich auf den Erwerb dieses Geldes.

      Das Glück wird vergessen,
      das Mittel wird Selbstzweck.

      Albert Camus
      * 7. November 1913 † 4. Januar 1960

  26. Guter Beitrag. Ich würde noch erwähnen, dass „erben“ auch noch einen Generationenfaktor beinhält. Schlussendlich haben die heutig 70-80 jährigen durchaus die Möglichkeit gehabt, den ökonomischen Aufschwung mitzunehmen. Das ist den heutig 20-30 jährigen verwehrt.

    • Jeder heutig 20-30 jährige kann Nasdaq – ETF´s erwerben in der Weise, wie ich es hier untenstehend, aber auch schon desöfteren an anderen Orten geschildert habe.

      Je früher man damit beginnt, um so besser letztlich für denjenigen 😉

    • Verkaufen Sie irgendwas? – Damit werden Sie nicht reich. Vielleicht ein bisschen vermögend.

  27. Ich muss dem Artikel heftigst widersprechen!
    Zitat „Sparen hat immer schon wenig gebracht, aber jetzt bringt es überhaupt nichts mehr ein.“ Da kenn ich einen Herren über 80 der täglich im amerikanischen Fernsehen erzählt wie er an der Börse Milliardär wurde.
    Ausserdem in Zeiten der Null-/Negativzinsen: Wo wird das Geld, das im Obligationenmarkt fehlplatziert ist wohl hinfliessen? Immobilien, Rohstoffe und Aktien! Anlegen als Privatperson war noch nie so einfach- es spielt keine Rolle was man kauft, denn es ist alles viel zu günstig.

    • Sie widersprechen sich selbst da Ihr Beispiel ein typisches Investment darstellt. Kaufen Sie die Euphoria doch selbst.

  28. Ein elementarer Bluttest und das Leben kann sich brutal ändern. Plötzlich wird alles sehr relativ, Millionen, Milliarden, Glanz, Gloria und Fanfaren.

    Rudern bis zur Erschöpfung, gegen Wind und Wetter, um schlussendlich von einem Supertanker elend versenkt und ersäuft zu werden, macht einfach keinen Spass.

    Francis Fukuyama schrieb, dass Demokratien in einem reifen Stadium Geiseln von mächtigen Interessensgruppen seien. Er hatte recht. Auch hier in der Schweiz ist es nicht anders. Wir werden verarscht nach Strich und Faden. Doch lieber verarscht, als über den Haufen geschossen zu werden wie in Honduras, El Salvador, Guatemala oder sonst ein „Shit-Hole“ (Zitat Donald the Präsident Togethe ahead) der Welt.

    Also bleibt uns wohl nichts anderes übrig als ein Gleichgewicht zu finden, zwischen revolutionär sterben und adaptiert leben. Master oder Slave, Herr Stöhlker oder gar innere Emigration?

    Vor einigen Jahren konnte ich für 60.000 Franken 6.000 m2 feinstes, saftig grünes Land erwerben, in einem verwunschenen Tal mit Blick auf den Golf von Biskaya.
    Meine Nachbarin ist eine 97 jährige Gräfin in einem Schloss aus dem 17. Jhdt., Alleengesäumte Landstrassen führen zu einer eleganten Stadt mit einer verschlafenen Sommerresidenz eines längst verstorbenen Königs auf einer zugänglichen Halbinsel.

    Für 4,70 Euro Greenfee bespielt man den atemberaubenden Golfplatz, der den legendären Severiano Ballesteros gebar und ein Dreigangmenü im 5-Stern-Hotel des Ortes geniesst man für 21 Euro inklusive Wein und Mineralwasser. Frugale Landkost in weniger edlen Etablissements erhält man bereits für 10 Euro, ebenfalls als Dreigangmenü inkl. Landwein.

    Die private Krankenversicherung (DKV) kostet für eine Familie 80 Euro pro Monat und einen Termin für einen Kinder-, Augen- oder sonstigen spezialisierten Arzt bekommt man innerhalb eines Tages. Die Universität zählt zur zweitbesten des Landes und die hochqualitativen Privatgymnasien sind sozusagen unentgeltlich (EUR 129.— pro Monat).

    Für wenig Geld habe ich mir sieben Palmen ums Haus gepflanzt (modernistischer Bau, neu erstellt, 320 m2 Wohnfläche plus Schwimmbad und Garage für 4 Autos für 380.000 Euro, von einem lokalen Stararchitekten entworfen)
    Das ganze habe ich „Pacific Palisades“ genannt, in Anlehnung an Thomas Mann („meine Heimat ist, wo mein Schreibtisch steht“).

    Ich bin bereit, für meine innere und äussere Emigration.

    Links, in meinem grünen Shangri-La Tal steht auch ein wunderschöner schmucker Friedhof, von jahrhundertalten Eichen umgeben. Der zeigt mir, dass alles weltliche einmal endet und die Liebe zur Schönheit auch nach dem Tod seine Berechtigung hat.

    Beste Grüsse aus dem Norden des Südens.

    • Genau diese Mentalität beschreibt und beklagt doch der Beitrag von Herrn Stöhlker. Nur dass es eben nicht 20 Mios in Italien sind, sondern irgendwas unter 1 Kiste an der Biskaya. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Exakt derselbe Lethargie-Feudalismus. Aber es gibt Schlimmeres..

    • Bravo Frau Villalon,in eigene Lebensqualität zu investieren und dabei noch antizyklisch handeln,war seit eh und je immer der beste Schachzug. Ihr Beitrag hatte mich neugierig gemacht und für einen intensiven Spanisch Unterricht ist es nie zu spät.

    • In 40 Jahren werden Arbeiter aus der Wirtschaft verschwinden wie Pferde aus der modernen Landwirtschaft. Viva la vida. Wer aber richtig reich werden wird, der muss eine digitale Plattform gründen und Daten sammeln. Aber Google, Microsoft oder Tencent haben einen solchen Vorsprung zur Konkurrenz wie Djokovic, Nadal oder Federer zu mir im Tennis, dabei spiele ich nicht schlecht Tennis 🙂
      was ist der Tod? unsere Daten leben online weiter, Google wird auch nach unserem Tod damit Geld verdienen. Digitale Welt ist eine neue Welt, wie Amerika vor 500 Jahren.

    • Ich habe Sie nicht so kennen gelernt, geschätzte Doña Isabel. Die sind doch kritisch, aufmüpfig gegen die Autoritäten, schon fast revolutionär, oder irre ich mich?
      Auch unter Berücksichtigung des Gefälles zwischen dem Golf von Biscaya und Huelva: Schreiben und agieren Sie mal so in Spanien! Da haben Sie bald die Guardia im Haus und werden, wie ich, wegen „falta de respeto a la autoridad“ zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Ein Straftatbestand, den es in der Schweiz so nicht gibt. Wie können Sie in dem durch Sie beschriebenen Paradies glücklich leben, wenn Sie sich nicht frei äussern können?
      Bitte, Doña Isabel, klären Sie mich auf! Sind Sie nun die aufgeschlossene, kritische, aufmüpfige Frau oder die angepasste Jungfer mit dem Blick auf ihre „Pacific Palisades“? Wenn Sie mit Sowohlalsauch antworten, dann öffnen Sie sich doch eine Flasche Chlöpfmoscht und stossen Sie auf die Unglaubwürdigkeit an…..
      Mit einem schönen Gruss von der Costa de la corrupciòn
      El Macho iberico de la Mancha

    • @Rückbauer

      Spanien haben wir seit 1936 politisch und mental abgeschrieben, es lohnt sich nicht dafür, eine Minute zu investieren. Als Urlaubsdestination jedoch durchaus interessant, wenn man sich ja nicht irgendwie politisch betätigt.

      Vor ein paar Wochen kam ein Radiosender auf die Idee, mich zu einer Debatte einzuladen zum Thema Direkte Schweizer Demokratie. Ich habe mich heiser geredet. Die anwesenden Gesprächspartner meinten unísono, das spanische Volk sei nicht reif für ein solches System. Game over, was will man da noch bewerkstelligen?

  29. Fernseh-Werbung Schweiz. Kontra-Produktiv!

    Wenn es noch eine Bestätigung brauchte für die Einfältigkeit und Konsumenten-Verblödung, dann bietet die MIGROS-Werbung eine im wahrsten Sinne einmalige „Super-Leistung“.

    Wer glaubt mit solchem Schmarren und offensichtlicher Dubeli-Werbung Kunden zu gewinnen, dem ist nicht mehr zu helfen. Der permanente Niedergang des orangen Riesen misst sich von Quartal zu Quartal ungünstiger.

    Da helfen auch idiotische Werbe-Kampagnen nicht weiter!

    • Blödsinn…….

      Mann kann in Werbung auch etwas hineininterpretieren was da nicht ist.

      Die Migroswerbung ist seit 30 Jahren erstklassiges Werbehandwerk.
      Jedem muss klar sein das man uns damit etwas verkaufen will.
      Aber die Migros macht es immerhin extrem gut.
      Das Huhn welches sein EI in die Migros trägt und in die Eierschachtel legt….. also ehrlich, solche Werbung finde ich Klasse.

      Coop:
      Das Kind welches vor den zu Bett gehen noch den Baum vorm Haus umarmt und allen Tieren eine gute Nacht wünscht…… super Werbung. Ich komme vom Bauernhof und habe das übrigens auch ne Zeitlang gemacht.
      ich war vielleicht 5 Jahre alt damals.
      Vor dem schlafengehen ging ich in den Stall und habe den Kühen gute Nacht gewünscht…

      Wer darob meint verblödet zu werden, der hat vorher schon ein erhebliches Defizit.

  30. In der Schweiz ist Ehrgeiz sowieso für den Normalbünzli ein No-go. Weder in Schule noch Geschellschaft darf man zu ehrgeizig sein, man muss genügsam sich einfügen und warten, bis man an der Reihe ist. Ja nichts hinterfragen, ja keine Eigeninitiative und ja keine Risiken eingehen – man könnte ja die soziale Absicherung verlieren.

    • Danke, dass es mal jemand auf den Punkt bringt. Die Sehnsucht nach hohen Hypotheken, befeuert von SNB und nicht-Amortisier-Verträgen hängt dann noch das Gewicht an den Nasenring.

    • “An die Humboldt-Universität gehen vorzugsweise Lateinamerikaner”

      Lustig.

      Berlin ist Lateinamerika in vielerlei Hinsicht – das würde also ganz gut passen, wenn es denn wahr wäre (quod non). In Berlin geht man an die FU (FreizeitUni).

      Insgesamt sehe ich das etwas entspannter als sie. Nur weil das Banking sich hier schwer tut (so schlimm kann es ehrlich gesagt nicht sein wenn man zum Teil 200 Basispunkte nimmt – die Frage ist nur, was passiert wenn mal eine Strafjustiz mit Biss diese 200 Basispunkte mit realistischen Gebühren vergleicht und nachfragt was es denn damit jetzt schon wieder auf sich hat, viel Spass) muss man nicht das Lied vom Untergang singen. Das muss man evtl. singen wenn der Brexit wirklich kommt. SMEs in einer EU ohne UK = vollständige Auslöschung durch auswuchernde Bürokratie. Für DAX30 CAC40 und diese Grössenordnung kein Problem. Fraglich ob es gut ist wenn nachher nur Riesenkonzerne übrig bleiben. Da wo es SMEs gibt brennen jedenfalls nicht jeden Samstag die Autos.

      Dass May den Antrag nicht endlich zurückzieht könnte noch bereuen. Die Geschichte wird m.E. ein hartes Urteil über sie fällen.

    • Stimmt leider zu 100%, bei einem Neid von 300%!

  31. Den Ehrgeiz gewöhnt man sich besser ab, wenn die Chancen begrenzt sind. Da tobt man sich lieber Freitagabend beim Jassturnier aus oder an der Modelleisenbahn im Keller – oder schreibt Kommentare auf IP. Wer zu lange vollgas mit angezogener Handbremse unterwegs ist, kommt irgendwann zur Einsicht, dass man besser seine Ambitionen den Wahrscheinlichkeiten anpasst. Alles andere sind Träumer. Spätestens wenn Familie und so da ist oder Karrierekrämpfe von Montag bis Freitag das Leben bestimmen, spätestens dann kristallisert sich der Schweizer Pragmatismus heraus. Und das ist rational. So hat man wenigstens am Schluss eine volle Pensionskasse und steht nicht vor einem Scherbenhaufen. So lebt sich ein beschauliches Leben ohne, dass einem der Ehrgeiz zerdrückt. Und jene, die sich den Ehrgeiz leisten können, Grosses zu wollen, die haben das Privileg, ihre Borniertheit zur Tugend zu erklären und ab und zu gut gemeinte Ratschläge den Leuten im Heizungskeller der Titanic zu geben. Oder sie scheitern grandios, dann waren die anderen Schuld. Und dabei haben wir es in der Schweiz ja noch sehr gut, und zwar genau, weil die Schweiz keine Helden mag und braucht. Bitte schön lauwarm und gemässigt.

    • Würden die in den Tag hinein lebenden Lehrer, Angestellter, Pfarrer oder
      Staatsangestellter fighten, so würde dies in einen Verteilungskampf mit
      ungeahnten sozialen aber auch innerfamiliären Spannungen münden,
      denn der Aufstieg könnte, wie von Ihnen gezeigt, nur ganz wenigen gelingen.
      Damit einige superreich werden, müssen das Gros unten bleiben. Gilt leider
      immer noch.

      Was nun den Staat betrifft, der jedes Jahr Milliarden umverteilt, folgendes:
      Da, wie Ihnen bekannt ist, die Steuerprozentkurve sich oben wieder
      abflacht, geschieht diese Umverteilung von der Mitte nach oben, ´die Schere geht auf´.
      Der Staat hilft den Reichen, noch reicher zu werden. Gilt leider immer noch.

    • @Reaktor
      „die Steuerprozentkurve sich oben wieder abflacht“??? Was willst du denn mehr; natürlich flacht sich die Prozentkurve irgendwann ab; ansonsten wäre die Steuerbelastung irgendwann 200%. Trotzdem zahlt ein Einkommensmillionär schätzungsweise 20mal mehr Taxes als ein Mittelständler mit 100k. Da könnte die linke Fraktion doch auch mal eine 1:12-Beschränkung vorschlagen, fairerweise.

  32. Meine altbekannte Rechnung dazu:

    ETF auf den amerikanischen Nasdaq – Index, bewirtschaftet mit der 200 – Tage – Linien – Strategie (GD 200)

    1995 –> 2000: x 10
    2003 –> 2007: x 2
    2009 –> 2018: x 7

    10 x 2 x 7 = 140

    (Gewinne in Deutschland bis 2008 zuletzt nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei)

    Jeder kann heute beginnen, entsprechend zu investieren und dies in Zukunft nur mit dem einen Index und einem Entscheidungskriterium zur Investition und Desinvestition in Dekaden entsprechend weiterführen.

    Wenigstens monatliche Kontrolle, vergleichbar wie ein Vermieter mpnatlich die Mieteingänge prüft.

    __________________________________________________________

    To turn $100 into $110 is work.

    To turn $100 million into $110 million is inevitable.

    Edgar Bronfman
    * 20. Juni 1929 † 21. Dezember 2013

    • Erstens ist ihre Mathematik völlig falsch. Die besten Börsenjahre seit 100 Jahren zu nehmen und alle anderen vergessen ist ziemlich nachlässig.
      Zweitens, wäre es tatsächlich so einfach, würde es jeder so machen vor allem Pensionskassen, Lebensversicherungen etc. Sie können es nicht, weil es eben nicht so funktioniert. Weisheiten dieser Art sind sehr gefährlich. Fragen sie Ihren eigenen Versrand nach Rat und Nebenwirkungen, bevor sie solchen Schmarren glauben.

    • @ tenbagger

      Genauer: Todeskreuz Grafikchart, bitte Googeln.
      Die Vermoegensverwalter sind keine HELLSEHER!
      Ich arbeite mit GD. 5, 50, 200. Geht fuer jeden Index.
      Zeiteinheit 1 Tag, 4 Std, 1 Std., 30 Min.

      Auslandschweizer, Daytrader

    • Selten so einen blöden Spruch „jeder kann investieren“ gelesen!
      Wie kann jeder investieren, wenn die Krankenkassenprämien, Franchise, Selbstbehalt und die nicht bezahlten Medikamente – die Listen MiGel usw. werden von Tag zu Tag länger unter dem „Sozialdemokraten“ Berset bzw. seiner Bundesämter BAG/BSV!

    • Tennbagger………….

      genau das ist es.
      Das „Quantitative Easing“ der EZB hat ungeheure Summen in die Finanzmärkte gepumpt.
      Und dort vermehren sie sich und sammeln sich bei den Finanzern an….. bei den Investoren wie einen Warren Buffet oder George Sorros.

      Nur landen diese Gelder nicht dort wo Produziert wird. Banken die Milliarden haben verdienen an den Finanzmärkten mit oft auch dubiosen Finanzprodukten viel mehr Geld als wenn sie der Industrie Kredite geben.
      Vom Handwerk und Mittelstand wollen wir gar nicht reden, wer dort Kredit braucht wird endlos geprüft.
      Der muss Zinsen bezahlen, der bezahlt für seine Hypothek noch immer 3% denn er gilt als Risiko.
      Die welche Arbeiten gelten als Risiko…..

    • @ Peter Hofington:

      Neben der von Ihnen wohl überlesenen 200-Tage-Linien-Strategie (GD 200) gibt es viele weitere zielführende Indikatoren wie die Entwicklung der amerikanischen Wertpapierkredite bzw. Finra Margin Debt oder die Wechselkursentwicklung des als Finanzierungswährung für internationale Investitionen benutzten japanischen Yen, um die genannten Zeitpunkte der Investition und Desinvestition zu konkretisieren.

      Wenn Sie die Regularien von Vermögensverwaltern, Pensionskassen und sonstigen institutionellen Kapitalanlegern kennen wissen Sie, daß diese so nicht insgesamt investieren dürfen (höchstens mit Teilbeträgen).

      Das liegt auch daran, daß die von offizieller Seite gewollte Japanisierung der Geldpolitik in Europa dort noch nicht Berücksichtigung gefunden hat.

      Weil sich Mario Draghi kaum vor die Presse stellt und sagt, das Eurosystem ist ruiniert, wir haben zukünftig nur noch eine Chance wenn wir eine vergleichbare Geldpolitik betreiben wie Japan nun seit über zwei Dekaden.

      Sie als privater Investor können jedoch jederzeit dergestalt investieren.

    • Wer ab Anfang 2009 sein Kapital in Aktien von Nemetschek oder Sartorius angelegt hat, erzielte die gesuchte Verhundertfachung in „nur“ 10 Jahren …

      Daran sieht man im übrigen auch, daß es in jeder Dekade große Chancen gibt für jedermann, der danach sucht und diese wahrnimmt.

    • Rückblickend lässt sich immer eine Anlage finden, die in 25 Jahren um den Faktor 100 oder mehr gestiegen ist.

      „It is easy to be wise after the event.”
      ― Arthur Conan Doyle,

    • @ Walter Roth:

      Global „produziert“ im eigentlichen Sinne des Wortes wird in Asien und neuerdings von Asiaten organisiert in Afrika.

      Hierzulande werden vielleicht noch überteuerte Immobilien errichtet, was anderswo für ungefähr 25% der Kosten von hier im Dreischichtbetrieb geschieht (warum nur gibt es in China so viele Milliardäre, deren Reichtum auf Immobilien fußt und hierzulande nicht).

      Jeder kann die 20 bis 40 Unternehmen des FTSE MIB, IBEX 35, PSI 20 und Athex 20 durchforsten nach solchen von globaler Bedeutung.

      Ich für meinen Fall habe dort leider keine multinaltionalen Unternehmen von globaler Bedeutung gefunden …

    • Zumindest beim S&P 500 scheint diese 200-Tage MA Strategie keine höheren höheren Return zu bringen. Immerhin werden die Worst-Drawdowns halbiert, was viel wert ist:

      https://www.moneyshow.com/articles/tebiwkly08-48293/

      Zudem scheint die Strategie je länger desto schlechter zu funktionieren, vermutlich schlicht deshalb weil sie von Algorithmen erdrückt wird.

    • @ Philip Hjelmér:

      Wie oft haben Sie sich in den vergangenen 25 Jahren – speziell 2003 und 2009 – entsprechend auf die Suche gemacht?

    • Das Grundprinzip hinter der vorgeschlagenen Art der Geldanlage ist in den globalen Gewinnerindustrien investiert zu sein, so lange dort ein marktbreiter Aufwärtstrend besteht.

      Ob diese in 20 oder 30 Jahren noch vergleichbar konzentriert wie heute im amerikanischen Nasdaq – Index zu finden sind, weiß ich nicht.

      Aber das eingangs genannte Grundprinzip wird auch dann noch gültig sein.

      ____________________________________________________________

      ‚The secret of success in life
      is for a man
      to be ready for his opportunity
      when it comes.‘

      Benjamin Disraeli
      * 21. Dezember 1804 † 19. April 1881