Machtkampf bei Discount-Bank Cler

Tochter der Basler KB von Führungskrise erschüttert – GL-Abgang in Corpore? Cler-Zerlegung aufgegleist von Guy Lachappelle.

Die Bank Cler ist eine 100-Prozent-Tochter der Basler Kantonalbank, eine der führenden Staatsbanken der Schweiz. Cler hiess früher Bank Coop und war teilkotiert an der Börse.

Seit der Dekotierung ist die Cler-Bank ein Sparschwein für die Chefs der BKB, die das Sagen haben. 150 Stellen werden gestrichen, Cler-Mitarbeiter hin und hergeschoben, Dutzende auf Strasse gestellt.

Die Cler-Leute: Banker zweiter Klasse.

Dabei haben sie das Geld verdient, waren effizient, initiativ, schnell. Umgekehrt machten es sich die Leute bei der grossen Basler KB bequem in ihren Sesseln.

Doch sie sind die Gewinner, bestimmen, wer geht, wer bleibt. Das unwürdige Trauerspiel führt nun zum Eklat. Die 3 Geschäftsleitungs-Mitglieder der Bank Cler stehen vor dem Abgang.

Angeführt von der am Rheinknie bekannten Sandra Lienhart will die gesamte operative Dreierspitze den Bettel hinschmeissen. Nicht mit uns, so ihr Credo. Macht Euren Pfusch selbst.

Gekämpft, gelitten, gescheitert: CEO Lienhart (Cler)

Es ist ein scharfer Protest hinter herausgeputzter Kulisse. Offiziell marschieren die hohen Chefs der Basler KB, die im Verwaltungsrat der Tochter Cler das Sagen haben, und die drei Geschäftsleiter Hand in Hand.

Man verschickt regelmässig zur gleichen Zeit gleich lautende Mitteilungen, hier Absender Basler KB, da Absender Bank Cler.

Da ist dann die Rede von „Engagierte und konstruktive Zusammenarbeit mit den Personalkommissionen“ rund um die „geplanten Anpassungen der Organisationsstrukturen“.

Gemeint sind Massenentlassungen – bei Tochter Cler. Das klingt weniger nobel, ist aber Tatsache. Und dagegen stemmten sich laut einer Quelle Cler-CEO-Frau Lienhart und ihre Verbündeten im Management der Cler Bank.

Vergeblich. Bei der Basler Kantonalbank gilt das Motto: Wir zerschlagen die Strukturen – bei der Cler. Damit kommen die Verantwortlichen selbst weniger zur Kasse.

Operation Cler-Zerschlagung geht zurück auf die Zeit von Guy Lachappelle. Der heutige Präsident der grossen Raiffeisen-Gruppe war vor seinem Wechsel nach St.Gallen bis letzten Herbst der starke Mann bei der Basler KB.

Als CEO gleiste er den Rückkauf der freien Aktien von der Börse auf. Er bot den Minderheitsaktionären wenig Geld für ihre Titel – Gutachter der Berater sei Dank.

Damit war der Weg frei, Cler plattzumachen. Den Job führen die Nachfolger von Guy Lachappelle aus. Allen voran der neue Präsident der Basler KB.

Der heisst Adrian Bult, trägt als Berufsbezeichnung „Ökonom“ auf der Webseite und war lange bei der Swisscom ein hohes Tier.

Sanftes Lächeln, eisernes Zerlegen: Bult (BKB)

Bult treibt den Kostenabbau voran. „Er ist der Drahtzieher der Cler-Zerlegung“, sagt die Quelle. Umgesetzt würde die durch den neuen CEO der Basler KB, Basil Heeb.

Heeb war die Nummer 2 bei der Notenstein. Nun lenkt er nicht nur die Basler Staatsbank, sondern sitzt in seiner Funktion als CEO auch auf dem Stuhl des Präsidenten von BKB-Tochter Cler.

Heeb führe aus, was BKB-Präsident Bult ihm auftrage – so die Analyse des Gesprächspartners. Und die Verlierer sind die operativen Spitzenleute der Cler-Bank. Ihr Widerstand hat nichts genützt.

Hier, verstanden: Umsetzer Heeb (BKB)

Eine Sprecherin der Cler-Bank reagiert auf Fragen zurückhaltend. Sie wiederholt weitgehend, was in den Communiqués der beiden Banken von dieser Woche stand.

Frage: Kommt es zu Lohnkürzungen beim Cler-Personal?

Antwort: „Hierzu kann derzeit keine pauschale Aussage gemacht werden. Dies ist individuell unterschiedlich und auch anhängig vom neuen Aufgabenprofil und Führungsumfang. Es kann auch zu Lohnerhöhungen / Beförderungen kommen. Zum Schutz der Mitarbeitenden sind diverse Vereinbarungen getroffen worden (Besitzstandwahrung für 12 Monate und Sozialplan).“

Frage: Will die Cler Geschäftsleitung abtreten?

Antwort: „Davon gehen wir zur Zeit nicht aus.“

Frage: Wie viele der 150 sind von der BKB?

Antwort: „Im gesamten Konzern sind nach gegenwärtigem Stand bis zu 150 Mitarbeitende von einer Verlagerung ihrer Funktion, einer Veränderung des bisherigen Stellenprofils oder einem definitiven Arbeitsplatzabbau betroffen.“

„Von einem definitiven Abbau von Arbeitsplätzen werden über die nächsten zwei Jahre konzernweit bis zu 40 Stellen betroffen sein. Ein Stellenabbau soll aber primär über die normale Fluktuation abgefedert werden. Wo ein Abbau unvermeidbar wird, wird er sozialverträglich und fair erfolgen.“

Kommentare

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  1. Es ist höchste Zeit und überlebenswichtig, dass die BKB bei der Bank Cler ausmistet und eine solide Basis aufstellt.
    Die bisher installierte Führungsriege ist den Anforderungen nicht gewachsen und es fehlt auch der Fantasie für eine Neuausrichtung.

  2. Frau Salzmann ex. Notenstein hat in ihrer Notenstein Zeit nichts dramatisches geleistet, sie hat dem Sacko Blender, Chef PB Notenstein, Zürich, zu einem Job verholfen. dieser versagte bereits bei der CS, dann einer Bank in Luxembourg und ebenso wie erwähnt bei der Notenstein. Würde mich nicht wundern, wenn die Salzmann den Sacko Bleder jetzt auch wiederum hilft, dann wird die Cler von zwei weiteren schwachen quersubventioniert – nämlich Salzmann und den Sacko Blender.

  3. Jetzt seid nicht so böse mit dem Basil Heeb. Er hat doch der gestrauchelten Maya S aus L einen VR-Job bei der Bank Cler besorgt. Und ich tauche gleich in der GL dort auf.

  4. Etwas erstaunt nun doch. Bei der Pharma, von der Apotheke zum weltweit operierenden Pharmaunternehmen, hatten die Basler Unternehmer eine Riesenerfolg. Im Gegensatz dazu stehen ihre Banken-(Miss)Erfolge. Bankverein, wo bist Du? Eine tadellose, feine Basler-Bank ist aufgegangen in die Zürcher SBG, die mit dem neuen Name UBS ohne staatliche Hilfe in den Abgrund gestürzt wäre. Wie heisst die ehemals ehrwürdige Bank Sarasin jetzt? Und wer steht dahinter? Sicher keine Basler Familie mehr. Und jetzt, die Basler Kantonalbank (BAK) mit ihrem „Kind“ Bank Cler, welche dem Vernehmen nach einen ausgezeichneten Kundenservice bietet? Wurde die BAK angesteckt von der Krankheit, die auch die Basler Behörden prägt: Zu viele Behörden, zu viele öffentliche Angestellte, zu viel Ungenügen in der Bewältigung von Verkehr, Tram, öffentliche Sicherheit. Dafür ein Übermass von Sozialen und Integrations-Einrichtungen für Zuzüger, die den öffentlichen Haushalt übermässig belasten. Wo wäre der Kanton BS ohne seine Pharma, seine hochqualifizierte Maschinenindustrie und ohne seine Hafen- und Tansportunternehmen?

    • Während meinem Bank- und Finanzstudium in Australien träumten wir Studenten für eine Schweizer Bank zu arbeiten. Dies war einfach das Grösste. Ich habe es dann in die Schweiz geschafft. Bankverein Basel war wahrscheinlich der beste Arbeitgeber bis zur Fussion.Dann ein Jahr Bank Sarasin Basel diese wurde zuerst von Rabobank übernommen und dann von der Brasilianischen Safra Group. Nachher hat sich auch dort alles verändert. Nächster Schritt UBS Zürich. Die ersten Jahre sehr gut aber schon bald spürte man die schlechte Führung. Nur noch Abzocken und was „unten“ läuft interessierte niemanden.

  5. Fair Banking!

    Eine Schweinerei mehr oder weniger spielt für die BKB keine Rolle mehr.

    Die FINMA hätte den Laden nach der ASE Geschichte schliessen müssen.

    • Obwohl nach der Aera Lachappelle/Schöniger usw. schon die zweite Generation „BKB Top-Manager“ am Ruder ist, weigern sich die Basler Skandalbanker weiterhin beharrlich, mit den Altlasten wirklich aufzuräumen.

      Statt sich mit den Geschädigten zu einigen, investiert man lieber in Homburger-Honorare!

  6. War über 55 Jahre Kunde dieser „Bank“. Seit diesem Jahr zum Glück nicht mehr.
    Alsbald die BKB einstieg war alles anders (schlechter). Auch mir wurden die Aktien, zu einem Butterbrot abgeluchst. Zuden wurde ich auf einmal Privatkunde,ohne das ich Informiert worden bin, dh ich bezahlte für ein Jahr ¨über Fr. 1’000.- für Null Leistung.
    Für die Auflösung von meinem Konto inkl. 7 Wertschriften-
    positionen, brauchten sie über drei Monate!

    • Sie haben das richtige gemacht. Ich habe nur noch mein Sparkonto Plus bei der Bank. Wie lange noch weiss ich nicht.
      Es wird immer schwieriger noch eine gute kundenfreundliche Bank zu finden wo man nicht abgerissen wird.
      Ich möchte einfach nicht alles bei einer Bank (z.B. meinem Arbeitgeber) deponieren: wegen Einlagensicherung.

  7. Ich kam als Expat in die Schweiz zuerst nach Basel und dann nach Zürich. Ich eröffnete u.a. ein Konto bei der Coop Bank. Der Kundenservice war einfach super später auch bei Bank Cler. Die Kundenberater waren/sind sehr gut ausgebildet es werden nicht nur unter Druck Fonds verkauft wie bei anderen Banken. Ich bin selber Banker bin aber immer offen für eine Zweitmeinung. Schade was nun abläuft.

  8. Wahnsinn!! Btw. weiss eigentlich wer, weshalb nun plötzlich die Cornèrcard eine Prepaid Karte für ZAK (Bank Cler) herausgibt? Ich dachte, die Viseca ist Partner-Issuer von Bank Cler und nun gehen die mit der Cornèr ins Bett? Was ist da im Busch?

    • ZAK ist der grösste Mist. Ich habe noch nie so viele Bugs in einer App gesehen und einen so unfähigen Support gesehen.

      Hauptsache mit 15k Neukunden werben (nota bene jeder Neukunde kostet ca. 50-100 CHF für die Neukundenprämie und Freunde-Werben Prämie). Die meisten nutzen die App nicht, ist auch ziemlich bescheiden. Siehe auch Bewertungen beim Google oder App Store.

    • Aber intern sind die kreativen Artisten der Abteilung formerly known as UE ja der Meinung, sie hätten was bahnbrechendes erfunden. USP? Fehlanzeige. Strategie? Fehlanzeige. Was der Mist Geld verschlungen hat!

    • Wer hat eigentlich diese ZAK-App entwickelt? War das eine interne Leistung oder wurde es von einem externen IT-Dienstleister erledigt?

  9. Wen wunderts. Sparen sollen die anderen. Eine Kantonalbank ist doch eine tolle Sache, dort kann man es sich bequem machen, denn die Aufsicht (VR) hat keinen Blassen – schaut Euch mal den aufgeblasenen Bankrat an.

  10. Nüchtern betrachtet ist die Zusammenlegung von Back- und Mid-Offices nach einer vollständigen Übernahme eine logische und absehbare Folge und hat mit Zerschlagung wenig zu tun. Um die überbezahlten Wasserköpfe tut es mir nicht leid. Nur um die, die jahrelang nichts ausser den Kopf schütteln konnten bei dem Unsinn, der aus dem 6. Stock kam. Vielleicht sollten sie sich da mal an die eigene Nase fassen. Denn wer selbst keine oder nicht zu Ende gedachte Ideen zur strategischen Ausrichtung der eigenen Bank hat, darf sich nicht wundern, wenn andere Entscheidungen treffen.

  11. Die operative Dreierspitze von CLER als „Spitzenleute“ zu titulieren ist unfreiwillig komisch. Wären sie doch nur schon früher auf die brillante Idee gekommen, den Bettel hinzuschmeissen, wäre uns ihr eigener Pfusch und viele geistige Nullrunden erspart geblieben.

  12. Und wieder ist Hässig der einzige, der diese Sauerei aufdeckt!
    Angefangen mit dem Mini-Angebot an die durch Verrechnungspreise (vielen Dank PwC und EY!) ausgehungerten Cler-Aktionäre.
    So etwas geht auch nur in der Schweiz und bei einem Staatsbetrieb!

    • Für „Anleger“ wie Sie gibt es Reka-Checks oder Cümülüs-Punkte. Lassen Sie das sein mit Aktien & Co.

  13. Da dürfte es für einige Mössiös, die in Basel lange genug das Sitzfleisch trainiert haben, langsam eng werden. Und das ist gut so. Würde mich nicht wundern, wenn ich bald das Dossier eines ehemaligen CLER-Vorgesetzten bei mir auf dem Tisch, und Sekunden später im Rundordner, liegen habe. Man sieht sich immer zwei mal im Berufsleben 🙂

    • Bei Ihrem Namen ist anzunehmen, dass Sie eine Karriere in der Erwachsenenunterhaltungsindustrie eingeschlagen haben? Nun, wenn es im Banking nichts wird muss jeder schauen wo er bleibt 😬

    • Sie meinen bei ihnen auf dem Znüni- oder Beizentisch neben Seite 3 vom Blick?