Collardis Recruiting-U-Boot: Neu auch bei Pictet

Frau war für Glamour-Banker entscheidend fürs Jagen bei Bär – Nun folgt sie Chef zu Pictet – Und bringt Berater mit.

Ihr Name ist hierzulande schwierig zu merken. Tamara Vidosavljevic lautet er, man muss drei Mal überprüfen, alle Konsonanten richtig gesetzt zu haben.

Für einen aber ist er geläufig wie kaum ein Zweiter: für Boris Collardi. Der heutige Partner der Genfer Pictet hatte für Tamara V., wie wir sie für dieses Stück der Einfachheit halber nennen, einen genauen Plan.

Einen Einsatzplan: Operation U-Boot. So jedenfalls könnte man die letzten Monate in der Karriere von Tamara V. umschreiben.

Die „Gloabel Strategic Recruting“-Frau, wie sie sich auf LinkedIn nennt, hat Collardi Berater der Julius Bär im Multipack organisiert. Dort war Collardi bis vor zwei Jahren Chef. Und dort hat er gewildert für seine neue Pictet.

Mehrere Teams haben schon die Fronten gewechselt, darunter in Middle East, Brasilien und weiteren Märkten.

Sie alle sind dem Ruf ihres alten Kommandanten gefolgt, haben bei der Julius Bär gekündigt und bei der Genfer Aristokratenbank Pictet angeheuert.

Das Ganze lief nach einem Drehbuch ab. Und darin spielte Tamara V. offenbar eine Hauptrolle. Sie soll die Wechsel begleitet haben – zuletzt sprang sie selber ab.

Mission Accomplished: Tamara V. (LinkedIn)

Gemäss LinkedIn ist die „strategische Rekrutiererin“, kurz Headhunterin, seit Juni 2019 ebenfalls bei Pictet.

Zuerst alle wichtigen Berater und Teamleiter von der Bär zur Pictet lotsen, am Ende selbst rüberspringen – meisterhaft.

Oder ein Stück, wie es selbst Swiss Banking noch nicht so oft gesehen hat. Für Insider war jedenfalls längst klar, welche Rolle Tamara V. in Boris Collardis grossem Coup spielen würde.

Die Personalie ist brisant. Wechsel von Bankern und ganzen Teams gehören zum Courant normal – solange sie sich in Grenzen halten.

Hier aber taucht das Bild einer Geheim-Operation auf, mit Boris Collardi als Strippenzieher und seiner Vertrauten, Tamara V.

Zustände wie im James Bond, jetzt nicht mehr in fernen Offshore-Märkten, sondern vor der eigenen Haustür, an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Der Zweck heiligt die Mittel, sagen sich wohl die Protagonisten. Am Ende aber fragt sich, ob die Rechnung aufgeht.

Die Julius Bär hat unter Collardi und dessen grossen Freiheiten für die Kundenberater Altlasten aufgetürmt, welche die Bank teuer zu stehen kommen. Die Bär-Bank wird erschüttert von Fifa, Venezuela und Vincenz.

Wiederholt sich die Geschichte bei Pictet, dann wird in ein paar Jahren das Genfer Geldhaus am Pranger stehen. Die Reputation wäre dann nicht mehr so golden wie heute.

Für Boris Collardi und Tamara V. nicht so schlimm. Sie verdienen gut bei Pictet.

Kommentare

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  1. Ich finde das nur erstaunlich, wie man sich so einen Typ wie BC freiwillig in den Palast setzen kann. Hat die Teppichtetage von Pictet sich nicht über das Sein und Wirken von BC bei JB informiert ? Mein seinem G’spusi TV zieht er doch jetzt eine ähnliche Nummer ab.
    Oder finden sie sein Geschäftsgebaren am Ende auch noch toll, weil er ihnen traumhafte Renditen beschert ?

  2. So schlimm kann es bei JB nicht sein.
    Die Bank verkauft ihre Produkte online.
    Wozu als Kunde den Umweg über Berater gehen?

  3. Die Frage ist nur, ob es sich für high net worth individuals lohnt, sich von solchen Leuten beraten zu lassen, die täglich nichts anderes als ihren pay check im Kopf haben.

  4. Collardi hat seine Ehefrau mit einer ihm Untergebenen bei der Bank Bär betrogen. Als dies zum Vorschein kam, hat er auch diese hintergangen und entlassen. Er quittiert das Vertrauen der Bank Bär, die ihm als Assistenten des damaligen CEO durch die Ernennung zu dessen Nachfolge sehr viel Vertrauen geschenkt hat, damit, dass er ihr nun geschäftlich schadet. Frage an Pictet: Ist Ihnen Charakter nichts wert?

  5. I do not know a single investment advisor which had a normal exit at JB. It gets around and JB can only hire loosers now. A lot of good investment advisors have already left and the few good ones left are about to jump ship.

  6. Wenn sich die Bären nur bisschen von anderen Privatbanken an bester Lage inspirieren lassen, ja dann werden sie tief in die Trickkiste greifen und eine harte Retention durchziehen. Die betroffenen Altkunden können grosse Rabatte auf die jährlichen Gebühren erwarten oder gleich null Fees für 12 – 18 Monate erpressen. Gut gepokert ist in dem Fall voll gewonnen. Andere Bestandeskunden können sich nur wundern, was in so Situationen alles möglich ist. Ihnen kommt der Bär vielleicht mit 20 % Discount entgegen. Vielleicht. Ausser bei Neugeld natürlich.
    Oder man fährt gleich ganz grobes Geschütz auf und diffamiert die alten Kollegen vor den Kunden. Dabei ist sich auch das Senior Management nicht zu schade Rufmord zu begehen. Die möglichen Konsequenzen sind überschaubar. Wo kein Kläger, da kein Richter.
    Andererseits stellt man natürlich selber neue Leute ein und erwartet, dass die am alten Ort die Kunden abräumen. Koste was es wolle. Da stellt man auch gerne Mal Sitzungszimmer für die Kundenakquisition zu Verfügung. Nota bene noch im Garden Leave.

  7. Ich möchte in einer (Arbeits-)Welt leben, in der jedes Individuum allein entscheiden kann, zu welchem Arbeitgeber er/sie zu welcher Zeit geht oder nicht. Gleiches gilt für mich als Bankkunde oder Patient. Ob sich Leute, wie Tamara V. darum kümmern, ob gar ganze Teams oder Kundenbücher von der linken zur rechten Seite der Strasse wechseln, ist mir vollkommen egal. Das nennt man „Freiheit“, in dessen Rahmen es einem freigestellt ist, auch falsche Entscheidungen zu treffen. Im Schnitt nehmen Banker zwischen 10 bis max 20% ihres alten Kundenstamm-Vermögens mit zum neuen Arbeitgeber. Nach 12 Monaten ergeben sich dann regelmässig 3 Szenarien:
    1. Sie „erben“ ein Kundenbuch eines „entsorgten“ Kollegens, der entsorgt wurde oder ebenfalls die Seiten gewechselt hat;
    2. Sie erfolgreich akquirieren ganz neue Kunden;
    3. Sie werden entsorgt.
    Das weiss jeder Berater, wenn er sich auf das vermeintlich lukrative Spiel einlässt. Und das Recht hat er. In unserer modernen Arbeistwelt.
    Am Ende entscheidet immer noch der mündige Kunde (i.d.R. Millionär), ob der die Reise nach Jerusalem mitmacht.
    Und als Konsumenten WOLLEN wir den Wettbewerb. Er ist die Triebfeder dafür, dass sich Dinge verändern (Innovation). Das ist gut. Alles andere nennt man Träumereien oder Nord-Korea.

  8. Bei all diesen schönen IP news aus Big Banking und Private Banking aus bella Swizera: Was empfiehlt die geschätzte IP community für zweistellige Mio Privatvermögen? Ernsthaft.

  9. Ich kenne Tamara seit sehr vielen Jahren und sie ist mit Abstand eine der kompetentesten Spezialisten auf ihrem Gebiet. Tamara ist nebenbei auch eine sehr loyale und intelligente Persönlichkeit. Sie würde NIE etwas unternehmen was nicht erlaubt wäre, wie z.B. während einer Anstellung heimlich abwerben. Dafür ist sie smart genug um einzusehen dass es dieses Risiko nicht wert ist. Umso mehr müsste sich nun JB darum kümmern die guten Berater halten zu können. Aber mit dem neuen, etwas schläfrigem Image, wird das wohl nicht so einfach sein. Wenn Tamara bei Pictet eingestellt wurde, dann weil Sie die Beste auf Ihrem Gebiet ist. Wahrscheinlich hätten Sie andere Institute auch sehr gerne gehabt. Aber da spielt wieder Angebot und Nachfrage eine sehr wichtige Rolle.

  10. Collardi ist und bleibt ein Typ der nur für sich schaute und abzockte. Ist leider nicht der einzige in der Branche. Und Pictet fällt auch rein auf diesen Blender.

  11. Interessant wäre nun zu wissen, wann den Kunden ein Wechsel schmackhaft gemacht wurde: Noch in der Zeit, in der die Kundenberater von Bär bezahlt wurden oder erst später? Und wie der Wechsel organisiert wurde. Ich habe schon erlebt, wie die neuen Verträge an die private Mailadresse der Berater geschickt und dann von der neuen Bank verarbeitet wurden. Dies alles, während noch das Salär von der alten Bank bezogen wurde.

    • HAHAHAHA,

      Ganz ehrlich, Ich weiss nicht wie Sie sich bewerben aber jeder normale Mensch bewirbt sich mit seiner privaten e-Mail Adresse!!! Soll man etwa die Adresse des jetzigen Arbeitgebers nehmen?!
      Hier sieht man wieder wie der Neid und die „Mötzeli“ Geist des Schweizers wirkt. Unglaublich.
      Wenn Leute gehen wollen ist das immer ihre EIGENE Entscheidung und nicht der eines Headhunters oder Recruiters. Man will hier nur schlechte Presse schreiben, weil man ja sonst keine besodere Nachrichten bringen kann um einen kleinen Batzen zu verdienen. Der Neid ist hier sicherlich auch vorhanden! 🙂
      Arbeitet mal, legt euch ins Zeug, verfolgt eure Ziele und der Erfolg kommt (nicht materiell messbar)! Hört auf immer zu nörgeln hier.

    • Selbstverständlich läuft das so ab. Gewisse Teams gehen auch gestaffelt zu neuen Banken bzw. haben bereits „Buddies“ am neuen Ort und das client onboarding wird strukturell und institutionalisiert zur neuen Clearing Stelle geleitet. Nach dem wohlverdienten „garden leave“ kann man dann am neuen Ort mit einem anderen Label weiter wirken. Völlig crazy, aber offenbar wird es von der Branche akzeptiert. Alles schon erlebt.

    • Das fällt dann aber unter das Briefgeheimnis. Tja, da kann man nichts machen. Der Gesetzgeber will es so.

  12. Man begutachtet sie kurz, Chicki Micki wie sämtliche Obersten der Banken, mit an Sicherheit von PB auch keine grosse Ahnung, beim Abzocken wie die obersten 5 % in der Finanzbranche Champions. Kein Wunder wächst der Bankenplatz Schweiz nicht an neuen Assets sondern lediglich durch die steigenden Finanzmärkte, dies nützt nicht viel, der Markt erkennt dies und straft nicht umsonst Bankaktien seit 10 Jahren um 40 % bis 85 % ab.

    • Meier Max ist ein Held für mich: Es bringt auf den Punkt. Wird spannend um die neuen Superstars auch derart brillieren wie in der Vergangenheit. Wie sind die Compliance Standards bei der Pictet Bank, so wie bei Julius Bär weniger oder mehr scharf? Wag sagt die FINMA zu diesen Wechseln, alles „kosher“ oder?

      Wir werden in 18 Monaten sehen, ob die Transfer einschlagen wie Albin Aljeti beim FCB?

      Was haben die Transfers auf das Cost Income Ratio dieser Banken einen Einfluss. Sieger ist der Kunden bei der alten Bank, welcher jetzt enorme Preisabschläge, damit er nicht Fahnenflüchtig wird. Letzte Frage: Wo ist die Performance auf den Portfolios bei JB oder bei PICTET. Für Spannung gesorgt und der Transfer der Söldner muss ich doch auf finanziell lohnen oder was ist der Beweggrund?

      Die Büros sind an der gleichen Strasse und der Weg zum Sprüngli an den Paradeplatz ist nur fünf Sekunden wie früher.

      Keep on fighting, the race is on

    • Dieses System ist krank und solange die selben Figuren an den Schalthebeln sitzen, wird die Tauchfahrt des Finanzplatzes weitergehen.Es verdeutlicht nur die Inkompetenz der Führungsriege.

    • @ersguterjunge
      Sie habe den Beitrag von “Operations” sowas von nicht verstanden!
      Aber gleich von Neid etc. zu schreiben…