UBS-Big-Guy wird Safra-Sarasin-Präsident

Jürg Haller übernimmt Spitzenamt bei nobler Privatbank – War bei UBS jahrzehntelang ganz oben – Schlag für Grossbank.

Jürg Haller ist ein Urgestein des Bankenplatzes. Bei der UBS stieg er von ganz unten bis ganz oben.

Bis ihn die heutige Garde an der Spitze der Grossbank zum Frühstücks-Manager machte. Haller war die letzten Jahre nur noch Vice Chairman in der Vermögensverwaltung.

Ein Mann ohne Einfluss. Kürzlich ging er von Bord. Gestern Nacht tauchte er an neuem Ort auf. Präsident des Verwaltungsrats der Privatbank Safra Sarasin.

Ein fulminantes Comeback unter der Ägide des diskreten Schweiz-Brasilianers Jacob Safra und dessen Clan.

Haller kennt Brasilien aus dem Effeff. Für die UBS führte er deren Pactual-Tochter.

Senior für Safra: Haller (LinkedIn)

Haller erlebte, wie die UBS unter Oswald Grübel mitten in der grossen Krise vor 10 Jahre die Pactual für ein Butterbrot den Ex-Besitzern zurückverkaufte.

Einer der schlechtesten Entscheide der Bank. Haller blieb an Bord, betreute grosse Kunden, führte wichtige Projekte.

Statt ihn in ihren Rängen zu behalten, liess die UBS ihn jedoch springen. Nun wird Haller zum Magnet und Orientierungspunkt für Kunden, die viel Geld bei der UBS haben und dieses breiter anlegen wollen.

Neu taucht die Safra Sarasin als erste Adresse für diese Klientel auf. Haller sei Dank.

Für die UBS ein weiterer Schlag. Wenigstens stieg gestern ihre Aktie über die Grenze von 11 Franken.

Kommentare

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  1. ….übernimmt Spitzenamt bei nobler Privatbank

    Höchstwahrscheinlich ist der zweite Teil im Bankennamen gemeint, der erste wohl kaum…..

  2. Bei Safra wird er nicht glücklich, wie viele seiner Vorgänger. Die Familie zahlt ihn sicher noch besser als der alte Arbeitgeber, was vermutlich auch ein Grund ist, warum er wechselt. Ich rechne nicht mit einer Erfolgsgeschichte zumal man mit den Geschäftstätigkeiten der Safra sehr vorsichtig sein sollte als Kunde. Siehe Maschmeyer und Co. Kunde würde ich bei Safra nie werden wollen. Unter keinen Umständen.

    • Da werden die Basler aber bestimmt traurig sein, wenn Sie Ihre 20k-Kassenobligation und das Kässeli vom „Sparverein leere Socke“ nicht zu Sarasin bringen!

  3. Ja, die Grossbanker versuchen vermehrt ihr Glück ausserhalb der Kolosse. Erfahrungsgemäss ist es aber alles andere als einfach einen Grossbankkunden zu einer kleinen Bank zu bringen, obschon vieles dafür spricht. Schon erstaunlich mit was sich vermögende Kunden bei der UBS abspeisen lassen. Da wird nicht das beste in das Portefeuille gelegt, sondern vor allem Inhouse-Produkte, die maximal durschnittlich sind.
    Das Modell Private Banking hat sich länger je mehr auch überlebt, zurzeit wird einfach noch die Kuh gemolken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der trägste (U)HNWI Kunde Worten Tagen folgen und sein Vermögen von einem Unabhängigen verwalten lässt. Keine Interessenkonflikte, transparentes Pricing und eine um Welten bessere Performance. Banken sind eigentlich ja nur noch für das Custody gut.

    • Stimmt, es gibt einige gute EVV‘s- ist aber eher die Ausnahme!
      Habe am Anfang der Laufbahn EVV betreut. Viele haben sich meiner Meinung nach NICHT auf das Wohl des Kunden konzentriert nur auf das Eigene.
      Transparenz? Best in Class? Zum Lachen diese Sprüche…

    • die unabhängigsten sind leider am abhängisten; früher hatten wir doch alle ein grosses buch, heute abhängig von ein paar kunden! hört doch auch mit dieser lügerei…

  4. JH lässt man gehen, aber PR wäre schon in seiner aktiven Zeit fällig gewesen. Nur eines von vielen Beispielen was bei UBS falsch läuft. JH geht und UBS wird wieder aktiv in Brasilien. Die US Banken haben den Kuchen längst aufgeteilt. LIFO – last in first out, mit Verlust! Was macht UBS eigentlich noch richtig?

  5. Ich wage zu behaupten, dass die vielen Wechsel in den Top (und weniger Top…) Etagen diverser Gross- und Privatbanken sowie die recht vielen Wechsel von ganzen Teams von Relationship Manager von einer Bank zur anderen symptomatisch sind für eine Industrie, die langsam zerfällt. Scheint als würden viele noch versuchen sich irgendwie irgendwo hin zu retten. Vermutlich und wenn möglich mit einem gewissen Fallschirm (Prämie). Viel Hin und Her macht die Taschen leer. Ich befürchte, dass hier (wieder einmal) die Kunden die Leidtragenden sein werden.