Bussen und kein Ende

Der UBS drohen 5 Mrd. in Frankreich, der CS 2 Mrd. in den USA – Die Vergangenheit ist für das Duo überhaupt nicht vergangen.

Was ist das? An der Börse in der Finanzkrise von 2008 brutal abgestürzt und seither im Keller. Wirtschaftliche Bedeutung für die Schweiz um rund die Hälfte geschrumpft. Das einzige, was steil hochgeht, sind die Gebühren. Das Einzige, was unverschämt stabil bleibt, sind die Honorare der Chefetage.

Genau, wir sprechen von unseren beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse. Alleine diese beiden Musterschüler mussten in den letzten zehn Jahren sagenhafte 26 Milliarden Franken an Bussen abliefern.

Auf diesem Gebiet bieten UBS und CS ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zurzeit hat die CS die Nase vorn, aber wenn die UBS in Frankreich rund 5 Milliarden Franken abdrücken muss, geht sie wieder in Front.

Das kann die Credit Suisse natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Denn wer meint, der machohafte Hahnenkampf zwischen dem CEO Tidjane Thiam und dem abtrünnigen Vermögensverwalter Iqbal Khan um die Frage, wer der Grössere ist, sei deren gröbstes Problem zurzeit, irrt gewaltig.

Was für die UBS das Milchbüchlein und die französische Justiz ist, ist für die CS die alte Geschichte mit RMBS und der US-Justiz. Ältere Leser erinnern sich: Residential Mortgage Backed Securities – dieser Wettschein war ein Bestandteil der Massenvernichtungswaffen, mit denen geldgierige Banker damals die Finanzwelt an den Rand des Abgrunds stiessen.

Vornehmer formuliert ist das ein hypothekenbesichertes Wertpapier. Also genauer war es eine der vielen Würste, die damals hergestellt wurden. Der Inhalt wurde gemixt, gequirlt, mit bestem Rating versehen – und verkauft.

Bis der letzte Dumme dann feststellen musste, dass die Wurst verdorben war, nicht mehr werthaltig, sozusagen nur noch befüllt mit Fürzen. Nun haben die USA, wo dieses Übel seinen Anfang nahm, in ihrem Banken- und Hypothekengeschäft kräftig aufgeräumt. Multimilliarden an Bussen auch von US-Banken abgeräumt.

Deshalb haben die überlebenden, also Bank of America oder JPMorgan Chase, die damals schwer im MBS-Sumpf steckten, keinen einzigen offenen Rechtsstreit mehr, was die damaligen MBS betrifft, und Citigroup lediglich noch vier offene Streitfälle.

Die Credit Suisse hat bereits bis zu 5,3 Milliarden US-Dollar in einem RMBS-Vergleich auf den Tisch des US-Justizdepartements gelegt. Das war im Jahr 2017, und im Gegensatz zur Milliardenbusse im Steuerstreit konnte die CS das zumindest in den Schweizer Medien auf kleinerer Flamme köcheln.

Schliesslich konnte der aktuelle CEO nichts dafür, und der VR-Präsident ebenfalls nicht; war auch vor der Zeit seiner weissen Weste.

Nun vermeldet aber die Financial Times (Artikel hinter Bezahlschranke), dass immer noch ein rundes Dutzend Fälle offen sind, bei denen die CS offensichtlich, ähnlich wie die UBS in Frankreich, die Sache vor Gericht ausfechten will. Das kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht.

Zumindest hat ein Appellationsgericht letzten Monat den Weg freigemacht, dass nun einige dieser Fälle verhandelt werden können.

Natürlich weiss man, dass in den USA Schadenersatzforderungen gerne mal in Milliardenhöhe verlangt werden, damit man sich dann auf ein paar Dutzend Millionen einigen kann.

Aber die FT rechnet durch, dass diese Streitfälle sich auf bis zu 2 Milliarden Dollar summieren. Das sind 1,4 Milliarden mehr als die 681 Millionen US-Dollar, die die CS Ende 2018 für Rechtsstreitigkeiten in Reserve hielt.

Alleine in einem Fall, der im Januar in New York verhandelt wird, geht es um 730 Millionen Dollar; der Betrag besteht bereits zur Hälfte aus den aufgelaufenen Zinsen, seit die Forderung eingereicht wurde. Natürlich kann die FT die Bank damit zitieren, dass sie kategorisch jede Unterstellung zurückweise, dass sie Investoren in RMBS hineingeredet habe.

Allerdings meint ein von der FT zitierter Anwalt, dass ihn diese Taktik etwas an einen Spieler erinnere, der nach einem Verlust den Einsatz verdoppelt.

Statt sich also, wie die meisten anderen Banken, frühzeitig zu vergleichen, hofft die CS nun in den noch rund 12 offenen Streitfällen auf vorteilhafte Gerichtsentscheide.

Ohne der natürlich völlig unabhängigen und rechtsstaatlichen US-Justiz zu nahe treten zu wollen: immer noch reiche Schweizer Bank wehrt sich gegen Forderungen von US-Pensionsfonds und Ähnlichem vor einem US-Gericht?

Aber man kann sich ja auch nicht um alles kümmern. Wer mit einem Filmfestival, mit sichtstörenden Bäumen, mit Baulärm, schlichtweg mit dem eigenen Überleben auf dem Posten ausgelastet ist, macht sowieso gerne das, was die UBS in Frankreich probiert.

Man marschiert den Instanzenzug rauf und runter, und bis es dann mal ein rechtsgültiges und finales Urteil gibt, sind zwei Dinge eingetreten: Alle heutigen Bankführer sind schon längst in den wohlverdienten Ruhestand abgezwitschert. Ihre Nachfolger werden sagen: Diese Bussen sind natürlich bitter, aber bitte: Das haben die Vorgänger zu verantworten, nicht unsere Schuld.

Das hat eigentlich nur eine Voraussetzung: dass es die CS und die UBS dann noch geben wird.

Kommentare

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  1. Das nicht enden wollende Abkassieren war vorherzusehen. Die Schweizer Banken sind schweizerisch, solange es ums Zahlen geht, und ausländisch geführt durch die ausländischen Grossinvestoren. Sie lenken das sichtbare Führungskader dorthin, wo sie ihre Führungsmarionetten haben möchten. Letztere haben den Kopf für schlechten Geschäftsgang hinzuheben, dafür erhalten sie generöse Löhne. Super Geschäftsmodell für den «tiefen Bankstaat»! Keinerlei Verantwortung bzgl. Führung, die hinten herum läuft, dafür sind die Banken rechtlich letztlich ausländischem, sprich amerikanischem Recht unterstellt (siehe Bankgeheimnis). Derart haben die USA die Kundengelder in ihr Land gesteuert, wo heute die grössten Steuerhinterziehungs-Banken prächtig leben (Bsp. Delaware).

    Delaware, Liebling der Weltkonzerne
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2013-05/delaware-steuerparadies

    So werden die schweizerischen und überhaupt die europäischen Grossbanken langsam ausgeblutet. Zum Schluss werden sie, das würde mich gar nicht wundern, von den Mächtigen für ein Butterbrot aufgekauft, die dann keinen Genierer haben, herumzuposaunen, sie hätten die europäischen Banken gerettet. Auch das gehört – nach Stöhlker – zur hohen Kunst der Kommunikation. Und wie das danach weiterläuft, kann sich jeder ausdenken.

    • @ Elisa
      Ein Teil der europäischen Banken benutzt aber das
      Vehikel Delaware fleissig. Viele Banken organisieren
      für ihre Kunden Gesellschaften im Bundesstaat.

    • @ The Office

      Das wundert mich überhaupt nicht. In den hohen Bankenkreisen scheint jeder noch so unlautere Weg verlockend genug zu sein, solange hohe Renditen winken und es keine Kläger gibt. Die Devise «lass dich nicht erwischen» steht über allem Tun. Die europäischen Banken sehe ich nicht als besser an, als die amerikanischen. Was mich an dem Thema gewaltig stört, ist, dass die USA sich erlauben, andere für ihr gesetzwidriges Handeln zu bestrafen – mit Millliardenbeträgen notabene, während sie selbst absolut das Gleiche tun und sich dabei noch sauwohl als schlagender Sieger fühlen. Solches Verhalten ist in meinen Augen «Despotismus». Hier herrscht Macht vor Recht.

      Wir wissen es alle, es müsste Bankgesetze geben, die für alle Banken – notabene auch für die Schattenbanken – auf dem Globus gleichermassen Gültigkeit haben. Solche Gesetze müssten von einem internationalen unabhängigen Gericht vertreten werden. Man muss nicht weit denken, welches Land sich gleich als erstes dagegen empörend und verächtlich wehren würde – die USA und wohl auch noch andere wie bspw. Britannien. Aber die Richtung ist klar. Fragt sich nur noch, wieviel an Kultur und Wirtschaft und wieviele Menschen vorher zerstört werden müssen, damit sich endlich fairere Methoden im Banking durchsetzen können.

    • Elisa in The Office: Geld für sich hat weder Moral noch Ethik. Es kommt darauf an, was man damit macht. Da die (Gross-)Banken einzig Geldmachen bezwecken, ……tja. Das ist jetzt aber globalisiert. Da kriegt das Geld einen Sinn: Macht. Und das Recht ist schon lange abgehängt.
      „Recht wird Unrecht, Unrecht wird Recht, aber jenes Recht, mit dem wir leben, steht nirgendwo geschrieben“.
      Ohne Moralisieren gehts einfach nicht.

  2. Auf Betreiben des Bundesrates wurden Ospel, Häringer, Kurer,
    Wuffli, Marcel Rohner auch deshalb abgesetzt, weil ihre
    Investment Bank Marktteilnehmer im grossen Stil betrogen
    und geschädigt hatte.
    Mit Marktmanipulationen aller Art betrogen Investment Banker
    Anleger, wovon ein grosser Teil Kunden der UBS in der Schweiz
    waren.
    Der Deliktherd lag zwar in New York und London, über das interne Vertriebsnetz waren aber Kunden am Hauptsitz und bei Filialen
    weltweit betroffen.

  3. Aber hallo. Diese kleinen „wrist-slap-Bussen“ verleiten doch fast schon zu denjenigen Tateny welche diesen Bussen zu Grunde liegen. Siehe Edelmetall-Manipulationen: Milliardenverluste für tausende von Investoren, und Mikro-Bussen für Grossbanken. Dass Bussgeld landet dann nicht bei den Geschädigten, sondern beim US-Staat.

    • In den USA konnten sich Betrogene dank Sammelklagen
      Entschädigungen erstreiten.
      Google: UBS Class Action Lawsuits

      Auch in Deutschland mussten dank Musterverfahren
      Entschädigungen bezahlt werden.

      In der Schweiz mit dem schwachen Anlegerschutz gingen
      die Betrogenen leer aus.

    • @Simi
      Ehrlichkeit ist was anderes, denn so generell darf man die Banken nicht alle in den gleichen Topf werfen.

  4. Hervorragender Artikel.
    Ob der Summen die da im Spiel sind, könnte einem regelrecht übel werden.
    Sollte bei einem Rechtsgültigen Entscheid der US-Justiz eine (UBS oder) CS solche Summen nicht aufbringen können,
    dann wird das von den USA mit Sicherheit der Regierung in Bern in Rechnung gestellt, vorausgesetzt der US-Staat kann sich nicht an Aktiva einer CS in den USA schadlos halten.
    Gut habem wir eine SNB die gar nicht so daneben, entsprechende Aktiva, in den Büchern hat und zur Not einspringen könnte.
    ( Das wir ALLE so oder so draufzahlen, ist eine etwas komplexere Anglegenheit,das würde den Umfang eines Kommentars deutlich sprengen.)
    Wenn es zu bunt wird so ,,Kisten,, in die Pleite laufen lassen, logo kann man, und so denkt sich der eine und andere, sind eben die ausländischen Eigner die lakierten. Nur eben die heimische Minderheit AUCH.Wenn es um Entschädigungen geht gilt üblicherweise Gleichbehandlung.Allenfalls mit Sozialkomponennte.
    Man wird den Eindruk nicht los, das offenbar die allerwenigsten so recht geschnallt haben, in welch verheerendem Zustand, nicht nur die Nationalen, deutlich mehr, auch die Globalen Finanzstrukturen innzwischen sind.

    • Wusste nicht, dass das so ist. Wenn das die Realität ist, ist das eine absolute Katastrophe und ein unendlicher Hohn für jeden, der sein Brot mit aufrichtiger Leistung verdienen muss.

      Warum schweigen die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft dazu??? Schon allein daraus lässt sich erkennen, wie feindselig und abschätzig sich mächtige Posten-Besetzer gegenüber der Bevölkerung verhalten.

  5. Bravo, treffender kann die Situation nicht beschrieben werden. Ein Aussenstehender könnte meinen, dass die Höhe der Boni in der Selbstbedienungsetage an die Summe der Bussen gekoppelt sind. Das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Institute geht unvermindert weiter und es darf gerätselt werden, welche Bolide mit welchem Piloten an Bord den (Renn-)Stall zuerst an die Wand fährt.
    Welche Konsequenzen hatten übrigens jene Ratingagenturen zu tragen, welche diesen RMBS-Würsten die höchsten Gault Millau Punkte verteilt haben?

  6. der RMBS-Fall das einzige „US-Problem“ der C Suisse wäre.
    Aber in den USA köcheln auch noch Sachen wie der angebliche CS-Kredit von rund USD 2 Milliarden an Mosambik, zu dessen
    – tatsächlicher Sicherstellung
    – gegenwärtigen (wirtschaftlichen) Forderungsinhabern
    sich eher unangenehme Fragen stellen.

    Wohl eher unangenehme Fragen stellen sich auch zur Rolle der FINMA …..

  7. Sehr geehrter Herr Zeyer

    Eine kritische, faktenbasierte Analyse der chronologischen Ereignissen. Trotz „subprime – finanz – banken – staatsschulden Krise konnte das System ihre Einkommen auf ein neues Allzeithoch steigern. Die Manager werden somit immer schneller immer reicher. Was sagen die Aktionäre dazu? Also; PK usw.? Ihre Artikel Herr Zeyer, sind ein Weckruf an uns alle als Gesellschaft (Bürger, Steuerzahler, Rentner, Arbeitslose, Behinderte, KMU, Ausländer, Innländer, Weiss, Schwarz, Gelb, Rot, Grün usw.) nicht weiterhin so lahmärschig zu sein. Bleiben Sie dran und DANKE!

    Freundliche Grüsse

    • Ja, es sollte mal in der ganzen Breite des komplexen Problems untersucht und dargestellt werden, wie die Finanzindustrie die Minderinitiative aushebelt hat, bevor sie durch das Volk angenommen wurde.
      Ich kann mir das nur so erklären, dass niemand dieses Problem anpacken will, denn es kostet (unbezahlte) Zeit und Energie, es würden jegliche Steine in den Weg gelegt, es kann kein Blumentopf gewonnen werden und ändern würde sich nichts.
      Denn die Arbeitnehmer-Stiftungsräte wollen sich nicht auch noch mit Aktionärsdemokratie, Stimmrechtsregelungen, Vergütungsfragen, Entschädigungsreglementen, nachhaltige Strategien etc. etc. herumschlagen. Die Stiftungsräte von Kapitalstiftungen auch nicht, die sind ja mit der Erfüllung des Stiftungszweckes beschäftigt. Und so haben die Banken freies Spiel, ihren neofeudalen Chefs freie Fahrt zu verschaffen, via Fonds, v.a. institutionelle, Sammelstiftungen, Stimmrechtskauf für einen Tag, Securities Lending, Hedgefunds und anderes mehr. Die bestehenden Institutionen zum Schutz der Aktionärsrechte sind marginal, haben keine Macht, sind ein Witz (im Gegensatz zu anderen Ländern). Die Juristen auch nicht, denn diese Vehikel sind ja auf ihrem Mist gewachsen. Oekonomen desgleichen, Soziologen? Auch Fehlanzeige.
      Ich glaube, hier liegen die Grenzen der Demokratie. Und mit fortschreitender Digitalisierung wird es nicht besser, im Gegenteil.

    • Und niemand weist daraufhin, dass die Fondsmanager bis zu einem 1/3 der Einlagen in die Fonds für ihre eigene Vergütung abzweigen und deshalb hohe Renditen auf die verbleibenden Mittel erforderlich waren, um den „Investoren“ eine marginal höhere Rendite als dem Leitzinssatz der Zentralbanken auszahlen zu können in Zeiten „ohne Negativzinsen“! Als Privatmann habe ich während Jahrzehnten versucht, in meinem unmittelbaren Umfeld, Menschen zu animieren kritischer mit diesen Luftschlössern zu sein. Vergebens. Ich denke, die Immobilienkäufer von heute werden die niedrigen bzw. negativen Zinsen noch sehr teuer zurückbezahlen müssen.

    • Pensionskassenverwalter a.D.: Tja, die Retrozessionen sind auch noch ein Kapitel. Die Banken taten/tun alles, um diese mehrfach durch das Bundesgericht als illegal bestätigte „Praxis“ unter dem Deckel zu halten bzw. zu verzögern. Die Verjährung läuft ja. Die Banken taten/tun alles, um diese Bundesgerichtspraxis auszuhebeln und zu verzögern; die Vereinbarungen enthalten von den Banken verlangte Schweigeklauseln, auch Omertà genannt (falls dieser Ausdruck hier bei IP „durchgeht“).
      „Unrecht wird Recht, Recht wird Unrecht, aber jenes Recht, mit dem wir leben, steht nirgendwo geschrieben“. Das durch die Banken geschaffene Recht, wie das aus dem Nichts geschöpfte Fiatgeld. Niemand sagt hier: „Es werde Licht“.

    • Es wird immer deutlicher, dass der Konsum über den Grundbedarf nicht weiter aufzublähen ist, da es inzwischen an Ressourcen, Bedarf und auch an Kaufkraft fehlt. Was wenn die Eliten die Lösung des Problems sind? Erfrischend, oder? Heute Morgen:

      „Genf (awp/sda/reu) – Roche-Grossaktionär André Hoffmann hat sich kritisch zum kurzfristigen Gewinnstreben von Unternehmen geäussert. Wertschöpfung müsse langfristig orientiert sein, sagte der Vizepräsident des Basler Pharmakonzerns am Donnerstag auf einer Veranstaltung zum Thema nachhaltige Finanzierung in Genf.

      Die Wirtschaft müsse mehr tun, als sich bescheidene Ziele zur Eindämmung des menschlichen Einflusses auf den Planeten zu setzen. „Das Unternehmen, das heute sagt: ‚Ich schade niemandem, ich nutze Ressourcen und Aktivitäten auf eine Weise, die nicht schaden‘ – dieses Unternehmen hinkt hinterher“, erklärte Hoffmann. „Wir müssen Nettozahler sein, wir müssen den entstandenen Schaden beheben. Kurzfristige Gewinnmaximierung hat den Planeten zerstört, ökologisch und sozial.“

      Die Erben der Roche-Gründerfamilie Hoffmann-Oeri kontrollieren den weltgrössten Hersteller von Krebsmedikamenten mit einer Mehrheit von knapp mehr als 50 Prozent der stimmberechtigten Inhaberaktien. An der Börse ist ihr Paket aktuell 22,7 Milliarden Franken wert.“

  8. Logisch geht es weiter, solange die einzigen Kenner und Einschätzer der Wanderpokale bei den Kontounterlagen nur Sachbearbeiter ohne Sanktionsmassnahmen sind.

  9. Was will uns der offensichtlich verwirrte Autor dieses Bloga sagen? Wieso lässt er den Kern der Sache einfach aussen vor?
    In der Finanzbranche geschieht seit Jahren Verwunderliches und keiner scheint sich daran zu stören. Überträgt man die Erwartungen und Anforderungen an die Banken auf andere Bereiche würde das in etwa so aussehen:
    Ich geh als Spieler in ein Casino, setze alles auf rot und wenn ich verliere mache ich das Casino dafür verantwortlich, dass ich nicht oder zumindest nicht genügend darüber aufgeklärt wurde, dass ich all mein Geld verlieren könnte.
    Oder: verrechnet mein Anwalt für jede 5min E-Mail schreiben einen horrenden Stundenansatz, jammere ich über hohe Gebühren und darüber das er für eine Dienstleistung auch noch Geld verlangt.
    Oder: streicht mein Versicherungsheini eine Provision ein, fordere ich diese Jahre später von ihm zurück
    Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Was bei Bankern als Abzocke, Betrügereien und Unrecht angekreidet wird, wird in anderen Branchen nicht nur geduldet, sondern gehört zum guten Ton.

    • @Wenn zwei…

      Wenn Sie die Materie soviel besser verstehen als wir alle, wäre es nett, wenn Sie uns aufklären würden….