Krypto-Seba: 1xKonto-Eröffnung für 25’000 Fr.

Irrsinns-Tarif für Spezial-Aufbewahrung – „Deep Cold“ in Alpen-Bunker – Crazy-Preise statt Garagen-Aufbruch – Nächste Krypto-Träumer am Start.

Die Seba besteht aus: teuersten Büros, ältesten Bankern, lautesten Versprechen.

Hinzu kommt jetzt ein nächster Superlativ. Die neue Krypto-Vorzeigebank in Zug offeriert ihren Kunden die teuerste Konto-Eröffnung aller Zeiten.

Ein Mal Frisch-Konto bei der Seba Bank? Gerne doch. Macht 25’000 Franken.

Wie bitte?

Richtig vernommen: 25’000 kostet das „Deep Cold“-Paket mit Konto und Depot bei der neuen Hoffnungsträgerin der gebeutelten Finanz-Branche.

5 Franken pro Monat für Sparheftli bei der Postfinance, 2 Franken für Barbezug am UBS-Schalter, 200 Franken für Aktien-Übertragung auf neue Bank bei der CS:

Man hat sich in letzter Zeit an vieles gewöhnen müssen. Aber 25’000 Franken?

Kann nicht ernst gemeint sein.

Fürs Filet zum Ochsen: Seba-Headquarter (Zug)

Die Seba relativiert. „Was Sie ansprechen ist die Custody Storage Möglichkeit ‚Deep Cold‘ für die allerhöchsten Sicherheitsansprüche“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage.

„Die Daten werden in einem stillgelegten alpinen Bunker gespeichert. Der Prozess der Ein- und Auslieferung ist äusserst zeitintensiv und sehr komplex.“

Das Gegenteil von Revolut, dem erfolgreichsten Finanz-Startup der letzten Jahre, mit Sitz in London und Lizenz in Litauen. Die Seba meint, sie würde selbstverständlich auch „konkurrenzfähige“ Karten anbieten.

So geht Revolution (revolut.com)

Bei Revolut gibts zwischendurch Aufregung. Zugangscodes werden gestohlen, Konti geplündert. Diese Woche stand der Computer still. Dann tönt es von der externen Pressestelle so:

„We are currently experiencing a technical issue that is preventing some customers from logging into the app.

„Card payments and ATM withdrawals are working as normal, and our engineers are currently working on restoring access as soon as possible.“

Nicht gut. Und doch: Wer Revolut ausprobiert, erlebt sein Wunder.

Wie anno dazumal Boris Becker, der fürs Internet Spots drehte. „Bin ich drin?“, fragte der ungläubig in die Kamera blickende Ex-Tennis-Crack.

Bei Revolut brauchts wenige Klicks, schon hat man seine Digital-Kreditkarte im Apple Pay. Nach wenigen Tagen flattert zusätzlich die Plastikversion ins Haus.

Kosten: null.

Die Probleme beginnen dann beim Auffüllen des Kontos. Wer nicht weiter weiss, muss sich mit Computer-Tipps abmühen.

Also auch Revolut hat seine Tücken. Und doch trägt die Bank ihren Namen zurecht. Sie ist ein Game changer.

Und die Seba? Die gilt als Aushängeschild des helvetischen Krypto-Aufbruchs.

Doch nun schreckt sie auf mit Ultra-Old-Banking im Gotthard-Granit – mit Preisen, die einem den Atem verschlagen.

Wer will so etwas? Genauer: Wer zahlt 25K für ein Konto im Alpenbunker?

Mit Krypto und Blockchain hat ein Fach im Gestein so viel am Hut wie ein St.Galler Schüblig mit einem Rindsfilet aus der argentinischen Pampa.

Wie sieht es mit anderen Vorhaben im Land der Banken aus, die auf der hiesigen Krypto-Welle surfen wollen?

Diese Woche ging ein Unternehmer namens David Bisang an den Start.

Ein Banker, dessen Name nichts mit dem Finanz-Unternehmer aus der Vergangenheit zu tun hat.

Bisang war aktiv in einigen Firmen, die kamen und gingen.

Nun machte Finews bekannt, dass Bisang mit Kollegen ein neues, modernes, digital-affines Geldhaus plane.

Die Information hätte erst später raussollen. Bisang verschickte nolens-volens eine Presse-Bestätigung.

Sein Krypto-„Baby“ heisst Tallyon, mit ihm will Bisang die Szene aufmischen. Effektiv hat er Mühe, das nötige Kleingeld aufzutreiben.

Der Banker-Unternehmer klapperte die Zürcher Finanzszene ab mit einem Zweiseiter in der Hand, der das Blaue vom Himmel versprach.

Vom Ziel, rund 35 Millionen Kapital aufzutreiben, blieb er lange meilenweit entfernt. „Bis vor einem Monat war Bisang noch nirgends“, sagt ein Zürcher Finanzmann.

Die neuen Wilden sind alte Banker, die mit dem Krypto-Hype nochmals durchstarten wollen.

Sie scheinen entweder Mühe zu haben, überhaupt aus den Startlöchern zu kommen.

Oder sie entpuppen sich wie die Seba-Chefs in der hippen Zentralschweiz als Gebühren-Könige der Kingsize-Klasse.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Es ist bestürzend wie wenig Wissen der Author selbst aber auch die vielen Personen die Kommentare hinterlassen haben über Kryptos haben. Der Vergleich mit traditionellen Banken ist derart absurd, dass alleine das den Artikel disqualifiziert.
    Warum aber schreibt der Author einen Artikel über einen Inhalt von dem er selber nur wenig/keine Ahnung hat? Journalismus im absoluten Tiefflug…
    Und dann gibt der Author selbst auch noch die Kommentare frei und sucht sicher schwerpunktmässig solche aus, die seiner Hetze beipflichten… Kein Wunder spottet die Finanzbranche über diese Seite, leider zu recht muss ich immer mehr sagen bei solch geistigen tiefflieger Beiträgen 🙁

    Best
    Jürg S.

  2. lieber lukas
    vielen dank, dass du hier über die nächsten abzocker sprichst – tallyon und dave bisang. er hat schon verschiedene firmen an die wand gefahren, auch immer das blaue vom himmel versprochen und seine partner wechselt er genau so oft wie seine unterhose. kaum einer der partner kann was gutes über ihn sagen – wenn die finma diesem mann eine bankenlizenz erteilt, dann ist hopfen und malz verloren. dave bisang, ein kleiner furz der für viel geruch sorgt – davon gibt es leider einige, die hier in diesem forum zum glück immer wieder erwähnt werden.

    • Wer arm ist, braucht auch keine deep cold Lösung. Ich habe den Eindruck, hier versteht kaum einer, um was es eigentlich geht, unglaublich!

  3. Der durchschnittliche Kommentator auf IP, welcher es verpasst hat mit Kryptos reich zu werden, ist kaum der Zielkunde von SEBA.

  4. Ich zitiere einen Kommentar zum letzten SEBA-Artikel:

    „Alleine schon das Geschäftsmodell von Seba: ‚Custody and storage of digital assets‘… Wer benötigt denn so etwas? Kryptowährungen werden ja an Börsen gebucht und sind peer-2-peer.“

    Diese Investoren haben entweder das Blockchain-Konzept überhaupt nicht verstanden oder sind Halsabschneider.

  5. Seba, das neue Katzenfutter? 🤣. Alte Knochen, Zero Vitamine mit kurzem Ablauf-Datum ! Miau 🐈🐈🐈🐈🐈

  6. Zu dem Preis und erst noch in einem
    alten Armeebunker,da kann man den doch beachtliche
    Sicherheit bieten.
    Noch ne kleine Zusatzfrage.
    Wo und in was für ertragreiche Projekte
    wir, den das schöne neue Geld investiert?
    Oder ist das jetzt ein digitaler Dukatenesel?

  7. Wie bitte?!?!?
    zu Revolut
    Mal die Fakten von einem Nutzer (jetzt 24 Monate): Kontoauffüllen via CC = 10 Sekunden / via Bankanweisung an das CS Konto v. Revolut = 12 – 24 Std. – einfacher geht es nicht mehr.
    Wer sich seine PIN / ID stehlen lässt, hat m.E. die einfachsten, bekanntesten und wichtigsten Regeln im Umgang mit seinen diversen Account (E Mail, Whats’App etc) nicht beachtet. Daher ist das Geschrei nach dem Motto ‚mein Konto wurde gehackt ..‘ auch nicht ernst zu nehmen.

  8. Die sichere Aufbewahrung von Kryptos mit einem Konto bei der Postfinance zu vergleichen ist einfach nur lachhaft und reisserisch. Hier fehlt massiv das Wissen, wie sowas funktioniert und wie aufwändig dies ist. Zudem sind Institutionelle und HNWIs das Zielpublikum. Wenn 10 Mio. Kryptos tatsächlich sicher aufbewahrt und verwaltet werden, sind 0.25% Gebühr ein Klacks.

    Lieber Herr Hässig, ich empfehle Ihnen, mal ein eine eigene Wallet auf dem Mobile zu installieren. Dann für 100 Franken via SBB Billettautomat Bitcoins drauf laden. Anschliessend überlegen, was Sie machen würden, wenn es Bitcoins im Wert von 1 Mio. wären.

  9. Etikettenschwindel? Was drauf steht ist wahrscheinlich nicht drin🧐! Geschäft mit der Angst. Wiederholung des Milleniums-Zauber Ende 1999. nach 20 Jahren alles vergessen: „jetzt wird auf den Putz gehauen“! Und wo denn sonst; in Zug. Jener Kleinstadt mit den meisten Briefkästen, den prozentual höchsten Konkursfällen pro Einwohner. Die Skandal-City lässt grüssen…..

  10. wer sich rasch entscheidet, zahlt einen taler zusätzlich – z‘basel saidd me: vor emene gumbb in rhy dr wasserschddand dschegge…

    • @Babylon CH.
      Was Hä nix verstan.
      Das ist Baseldeutsch. Alte Schweizer Kultur,da hat fast jeder etwas anders geredet, und alle haben sich trotzdem gegenseitig verstanden. Jetzt ist das einfach das Gegenteil fast alle reden gleich und keiner versteht den anderen.

  11. Who cares? Ist ja niemand gezwungen dort ein Konto zu eröffnen…warum auch? Das Angebot ist langweilig und am Markt völlig vorbei geziehlt.

  12. „Revolut: Die Probleme beginnen dann beim Auffüllen des Kontos.“ – wer es nicht schafft, eine Überweisung auf eine CH-IBAN zu tätigen, sollte sein Geld besser unter dem Kissen aufbewahren.

  13. Zu allen Zeiten,
    in allen Ländern
    und auf allen Gebieten des Lebens
    wuchert das Böse,
    und das Gute bleibt rar.

    Voltaire
    * 21. November 1694 † 30. Mai 1778

  14. Wieder so ein wertloser Dreh, der die dummen Kunden verarscht. Wie blöd muss die Menschheit um auf diesen Kryptohype aufzuspringen.

    • Genauso dumm wie diejenigen, die geglaubt hatten, so ein Seich wie das Internet würde jemals einen Nutzen generieren. Wirklich, so dumm! … und plötzlich verstummen sie…

  15. Ich finde 25k ebenfalls sehr viel Geld, nur muss man fairerweise auch den Aufwand in Relation setzen. Ich kann mir vorstellen, dass alleine der Set-Up einer solchen Lösung Unsummen verschlingt. Dann noch berücksichtigend, dass nicht tausende Kunden ein solches Paket nehmen werden (bzw. brauchen), muss man wahrscheinlich solche Beträge verlangen damit es sich rechnet. Spätestens die Konkurrenz wird den Preis dann challengen können…
    Abgesehen davon, kann jeder Kunde selbst entscheiden welchen Sicherheitsstandard er/sie will, es gibt sicher auch günstigere Optionen wie Cold oder Hot Storage…

    • Sorry, für die Bewirtschaftung eines Ventilators 25k zu verlangen wäre in etwa gleichzustellen, wie wenn ich für einen stinknormalen VW Golf 500k in Rechnung stellen würde. Da sieht der kritische Bürger zum Glück, wie abgehoben die Krypto-Jünger auf Wolke 7 schweben.

  16. Seba Bank AG: Nun doch immerhin mit „Bank“ im Namen und der FINMA-Bewilligung im Sack!

    Das grosse Erwachen folgt spätestens dann wenn man feststellt, dass die FINMA als Aufsichtsbehörde überfordert ist.

    Alleine die Personalie ‚Urs Zulauf‘ im VR müsste mit Blick auf die Vergangenheit eigentlich schon als Warnung verstanden werden.

  17. Wenn man keine Ideen hat, werden die Gebühren erhöht. Lernt man es in den Management Schulen? Dazu braucht man doch gar keine Intelligenz. Das kann jeder.

  18. Man muss sich doch an den Kopf greifen, dass die Finma überhaupt eine Banklizenz an Kryptobudeli erteilte. – Man scheint dort schlicht ahnungslos zu sein, was Bitcoin und anderer Hokuspokus (Ausnahme wäre Libra) tatsächlich sind.

    • Libra? Ausnahme? Sie haben scheinbar nicht wirklich viel Ahnung. Sie verstehen Krypto nicht richtig. Es ist himmeltraurig, wie unwissend viele Banker sind. Damals als das Internet aufkam, galt das Internet ja auch als Hokuspokus.

    • @Libra
      Auch das macht nur Sinn,wenn das an eine
      bestehende Wärung gebunden wird.
      Denkbar währe auch,das der Tausch-Wert, aus einem
      Währungskorb gezogen wird.
      Denn-einen statischen= Fix-Geldwert gibt es nicht.
      Ein Geld-Real-Tausch-Wert entwikelt sich immer
      dynamisch aus Realproduktion-Geldmenge-und Konsum.